Kapitel 4: Nektar der schwarzen Lilie
Die Tage vergingen und Bald standen die Weihnachtsferien vor der Tür. Neele und Shane freuten sich auf zuhause und ich hatte keinen Grund mehr um nach Hogwarts zu gehen. Ich würde die Feiertage zu Hause verbringen.
Ich war in Kings Cross, als der Zug ankam. Neele und Shane rannten auf mich zu.
„Mama, Mama, Mama." Ich schloss sie in die Arme.
„Na ihr Beiden, war's schön bis jetzt?"
„Ja, und wie."
„Die Andern sind alle ganz Toll."
„Und die meisten Fächer sind total super."
„Hallo Eleina." Ich blickte auf.
„Severus, was willst du?"
„Mit dir über meine Tochter sprechen."
„Es sind Ferien, hat sie etwas angestellt?"
„Noch nicht, aber sie kommt nach ihrer Mutter."
„Du bist extra deswegen hergekommen?"
„Ja." Natürlich wusste ich, dass er etwas anderes wollte, aber wir konnten uns nicht so ungezwungen unterhalten wie wir es eigentlich wollten.
„Na gut, in der Winkelgasse, morgen Nachmittag." Seine Augen verrieten ihn. Und meine wohl auch.
„Schöne Festtage Eleina", sagte eine unangenehme Stimme.
„Danke, gleichfalls, Lucius", schnarrte ich zurück. Ich sammelte meine Kinder ein.
Nicht nur Neele und Shane sondern auch die Andern der Childhood Magic.
Meine Mitarbeiterinnen und ich verteilten die Kinder auf die mittlerweile 13 Häuser und ich kehrte dann mit Neele, Shane und zwei weiteren zu Nr. 12 zurück.
Wir hatten kaum das Haus betreten, als drei Jungs auf uns zugestürmt kamen. Simon, Daniel und Sanders verbrachten die Ferien bei uns. Sofort wurden Neele und Shane bestürmt. Sie zogen sich in ihr Zimmer zurück. Delia sass im Flur auf dem Boden und spielte.
„Alle wieder da?"
„Ja alle. Mehr als alle." Daphne sah mich an. „Ich muss mit dir reden."
„Oh was ist denn jetzt passiert? Das sagst du doch sonst nie." Ich zog Daphne in mein Zimmer.
Nervös ging ich auf und ab.
„Was ist los mit dir?"
„Findest du, ich bin alt?"
„Ehm, nein, du bist gleich alt wie ich, also noch jung", grinste sie.
„Aber meine Kinder sind schon gross."
„Lynni, was ist los."
„Ich bin überfällig." Daphne schluckte schwer.
„Wie lange?"
„Schon seit Wochen."
„Wochen? Hast du das nicht gemerkt?"
„Nein, doch, ich war zu beschäftigt."
„Und jetzt?"
„Werde ich mich morgen mit Severus treffen und es ihm erklären."
„Oh Man, du machst Sachen."
Ich verbrachte den Abend mit den Kindern. Auch den Morgen widmete ich ganz meinen Zwillingen.
Am Nachmittag zog ich meinen Winterumhang an und ging in die Küche.
„Viel Glück, du kannst es brauchen." Ich lächelte Daphne zu.
Sie war die Einzige die wusste, dass ich Severus weiterhin traf.
Die Winkelgasse war belebt. Viele Zauberer und Hexen waren hier zum Christmas Shopping. Severus wartete bereits bei Fortescues. Wir begrüssten uns kalt, gingen hinein und setzten uns.
„Wir haben wirklich zu reden", sagte ich. Severus zog die Augenbraue nach oben. „Ich bin überfällig."
„Du bist schwanger?"
„Ich weiss es nicht. Bis jetzt habe ich noch keinen Test gemacht."
„Dann solltest du das vielleicht tun."
„Du willst nicht dabei sein?"
„Wie soll ich?"
„Wir gehen nach Muggellondon." Severus sah mich fast schockiert an. „Ich weiss, dass du das nicht willst, aber wenn du dabei sein willst, ist das der einzige Weg." Er wusste, dass ich recht hatte.
Wir standen wieder auf und verliessen den Eissalon nach nur einem Kaffee.
Die Umhänge liessen wir im Hinterzimmer des Tropfenden Kessels. Wie gut, dass noch kein Zwielichtiges Klientel im Pub war.
Mit einem Schlenker meiner Hand, sahen wir wie normale Muggel aus. Severus schien sich etwas unwohl zu fühlen, doch er liess sich nichts anmerken. Eine Querstrasse weiter war eine Apotheke. Wir traten ein.
Die Frau an der Theke begrüsste uns freundlich.
„Was kann ich für sie tun?"
„Ich brauche einen Test."
„Einen Schwangerschaftstest? Frühtest oder normal?" Ich blickte zu Severus, doch dieser konnte mir jetzt nicht helfen.
„Ehm, keine Ahnung, ich bin da nicht so bewandelt."
„Frühtest brauchen sie, wenn sie noch nicht drüber sind oder nur knapp."
„Dann brauche ich keinen Frühtest."
„Gut, dann empfehle ich diesen hier. Er zeigt auch an, wie weit sie sind." Die Frau packte mir den Test ein, ich bezahlte und wir gingen.
Severus sagte die ganze Zeit kein Wort.
Zurück im Tropfenden Kessel holten wir unsere Umhänge.
„Zu mir oder zu dir?"
„Zu dir", sagte er und schob mich ins Kaminzimmer. Wir flohten in Haus Nummer 12.
„Schon zurück?", fragte Daphne. Doch als Severus aus dem Kamin stieg wusste sie, dass wir noch nichts wussten. Ich setze mich an den Tisch, Severus blieb stehen.
„Setz dich hin, du machst mich nervös." Er zog die Augenbraue nach oben, setzte sich aber trotzdem hin. Ich las den Zettel zum Test gewissenhaft durch.
„Gut, dann werde ich mal." Ich ging ins Badezimmer. Wie gut, dass die Kinder mit Dean bei Linda und Arn waren.
Bereits nach zwei Minuten kam ich aus dem Badezimmer. Severus sah mich fragend an. „Keine Ahnung, ich trau mich nicht hinzusehen." Severus nahm mir das Stäbchen aus der Hand. Er sah es an. In seinem Gesicht war nichts zu lesen.
„Du bist Schwanger." Er hielt es mir hin. Auf dem Display war deutlich Schwanger +3 Wochen zu lesen.
„Okay, was jetzt?" Daphne stand im Flur.
„Wie weit musst du sein?" Ich begann zu rechnen.
„Zehnte oder Elfte Woche, denke ich." Severus sah mich an, verwundert.
„Tut mir leid, in den letzten Wochen ist alles drunter und drüber gegangen, da ist mir das nicht aufgefallen. Bist du wütend?"
„Wieso soll er wütend sein, er war ja schliesslich daran beteiligt."
„Mrs. Menkin hat recht. Ich bin überrumpelt, und das kommt selten genug vor."
„Gut, ich hab das schon Mal geschafft, ich werde das auch ein zweites Mal hinbekommen", sagte ich mehr zu mir selbst.
„Was soll das heissen? Jetzt hast du doch Professor Snape?"
„Nein, ich werde niemandem Sagen, dass er der Vater ist. Das wäre zu gefährlich."
„Wieso zu gefährlich?"
„Seine Tarnung würde auffliegen, das geht nicht."
„Bei Merlin Lynni, denkst du vielleicht zur Abwechslung mal an dich selber?"
„Wenn ich das tun würde, wäre ich nicht so weit gekommen."
„Hmm", räusperte es sich neben mir. Ich sah Severus fragend an. „Da hab ich wohl auch etwas zu sagen."
„Nein, hast du nicht." Er sah mich verblüfft an. „Mein Kind."
„Unser Kind."
„Ha", sagte Daphne. Ich funkelte sie an.
„Du brauchst mich nicht so anfunkeln, das zieht nicht bei mir."
Das wusste ich, aber ich wollte es wenigstens versucht haben.
Ich setzte mich auf die Treppe.
„Na gut, wenn ihr es besser wisst, bringt Vorschläge." Doch auch von den Beiden kam nichts.
„Ich denke, wir sollten uns alle einfach mal Gedanken darüber machen. Die Situation ist noch zu neu."
„Sie hat recht", gab Severus zu. Ich nickte nur. Als ich zu Severus blickte, verdrehte dieser gerade die Augen. Kaum sichtbar, aber ich konnte es deuten.
„Geh schon, ich verstehe es." Er küsste mich und ging.
„Wo geht er jetzt hin?"
„Zu ihm."
„Jetzt? er kann doch jetzt nicht einfach gehen."
„Genau das meinte ich doch Daphne. Er ist wichtig, er muss manchmal einfach gehen."
„Kann bei dir nicht wenigstens einmal etwas einfach und normal verlaufen?" Ich lächelte.
„Nein, das wäre doch viel zu Unspektakulär." Wir umarmten uns kurz und widmeten uns dann wieder dem Täglichen lauf.
Als am Abend dann alle Kinder im Bett waren, setzte ich mich an den Tisch und holte Pergament und Feder. Ich schrieb dem St. Mungo und bat um einen Termin, noch vor den Feiertagen.
Da wir heute den 22. Dezember hatten war das ganz schön knapp. Doch bereits am nächsten Morgen erhielt ich Antwort. Heute um Zehn. Ich sah auf die Uhr, es war bereits halb zehn.
„Daphne, ich muss weg."
„Wo willst du hin?"
„St, Mungo", flüsterte ich. Sie nickte.
„Soll ich dich begleiten? Dean ist hier."
„Bitte."
Ich war dankbar dafür. Ich konnte mich noch genau daran erinnern, als ich mit den Zwillingen meinen ersten Termin im St. Mungo hatte. Ich wäre beinahe umgekippt.
Wir flohten also gemeinsam ins St. Mungo.
„Weisst du, ich fühle mich gerade wieder wie Achtzehn."
„Kann ich mir vorstellen."
An der Anmeldung sass eine ältere Hexe.
„Bitte füllen sie das aus", sagte sie und reichte mir einen Fragebogen. Rasch füllte ich ihn aus.
„Sie werden gleich aufgerufen, Miss Miller." Daphne sah mich fragend an.
„Ich kann doch nicht meinen richtigen Namen angeben." Sie schüttelte den Kopf und wir setzten uns.
Kaum zehn Minuten Später wurden wir aufgerufen.
„Miss Miller bitte." Wir gingen zu dem Heiler hin.
Er hatte in etwa mein Alter, war für einen Mann eher Klein und er hatte blondes Haar.
„Guten Tag, dann kommen sie mal." Er lächelte Daphne und mich freundlich an. Ich legte mich auf dieses Bett, das mitten im Raum stand.
Wie damals, schoss es mir durch den Kopf und ich begann zu zittern.
„Sie müssen nicht nervös sein, ist ja nicht ihre erste Schwangerschaft, wie ich sehe."
„Trotzdem", sagte ich. Der Heiler lächelte mich an.
„Ihre Erste Schwangerschaft liegt schon ein paar Jahre zurück?"
„Ja, zwölf." Ich griff nach Daphnes Hand und betete etwas vor mich hin.
„Was hast du denn?"
„Lass es keine Zwillinge sein", flüsterte ich.
„Wollen sie den keine?"
„Danke, ich hab schon."
Der Heiler wedelte mit dem Zauberstab über mich und es erschienen Schatten über mir. „Eines kann ich ihnen bereits sagen, keine Zwillinge." Mir viel ein Stein vom herzen.
„Elfte Woche, alles bestens." Der Heiler sah mich an.
„Haben sie soweit noch fragen?" Ich schüttelte den Kopf. „Gut, dann sehen wir uns in ein paar Wochen wieder." Er verabschiedete sich und geleitete uns aus dem Zimmer. Wie in Trance ging ich zu der Hexe am Schalter und holte mir meinen Nächsten Termin, ende Januar.
„Wie wär's mit Winkelgasse?" Ich sah Daphne fragend an. „Wir müssen uns dringends mal wieder ablenken."
Sie zog mich in den Kamin und wir flohten in den Tropfenden Kessel.
Die Winkelgasse war sehr belebt und wir schlenderten die Schaufenster entlang. Wie Teenager lachten und kicherten wir über die Auslage.
„Und jetzt, nach Muggellondon." Daphnes Augen strahlten und ich konnte ihr den Wunsch nicht abschlagen. Wir hängten unsere Umhänge ins Hinterzimmer, sahen zu, dass wir etwas Muggelhafter aussahen und schlenderten aus der Tür des Tropfenden Kessels.
Die Leute hetzten an uns vorbei, als ob es irgendwo etwas gratis gäbe. Doch wir zwei hatten alle Zeit der Welt. Und da wir eigentlich nichts brauchten, konnten wir uns überall umsehen. „Meinst du, den Laden von damals gibt es noch?" Ich sah Daphne an.
„Sind wir dafür nicht etwas zu alt?"
„Wieso, fühlst du dich alt?"
„Ehm, nein, eigentlich nicht."
„Also sind wir es auch nicht. Los komm." Wir bestiegen die U-Bahn um ein paar Stationen später wieder auszusteigen.
Daphne wusste noch genau wo sich der Laden befunden hatte und zu unserem Erstaunen, war er auch immer noch da. Wir traten ein.
„Willkommen im Dream Catcher, was kann ich für euch tun?"
„Wir wollten uns nur etwas umsehen", sagte Daphne und lächelte die Hexe freundlich an.
Ich hatte inzwischen schon das erste Kleid gesehen. Schwarz, bodenlang, mit blauen Spickeln über der Büste. Und natürlich trompeten Ärmeln. Daphne besah sich ein graues mit silberner Schnürung.
„Die Kleider sind noch immer so schön."
„Soll ich dir die Kleider zur Anprobe bringen?" Wir nickten. „Grösse 36, nicht wahr?" Die Hexe verschwand.
„Wir haben zugenommen", scherzte Daphne.
„Wir sind auch nicht mehr Achtzehn." Die Hexe brachte uns die Kleider. Wir zogen sie an und stellten uns vor den Spiegel.
„Kaufen?", fragte ich.
„Kaufen", entschied Daphne.
„Hier, das wäre auch noch etwas für dich." Die Verkäuferin hielt mir ein schwarzes, schlichtes Kleid hin. Und doch hatte es einen edlen Tuche.
Natürlich kauften wir wieder mehr, als dass wir eigentlich gebraucht hätten, doch es waren alles so schöne Kleider. Erst am Späten Nachmittag kamen wir in den Tropfenden Kessel zurück.
„Mist, ich hab noch was in der Winkelgasse vergessen", sagte Daphne als wir bereits gehen wollten. „Simons Weihnachtsgeschenk muss noch abgeholt werden."
„Na gut, gehen wir eben nochmals", sagte ich und zuckte mit den Schultern. Wir holten unsere Umhänge und betraten die Winkelgasse erneut.
Die Strassen waren wie leer gefegt.
„Eigenartig, sind denn keine Leute mehr hier?"
„Die haben vielleicht schon alles", mutmasste Daphne.
Wir gingen zu Qualität für Quidditch. Simons Geschenk war schnell eingepackt und wir verliessen den Laden. Kurz vor dem Tropfenden Kessel wurden wir angesprochen.
„Sieh an, Christmas Shopping. Hast du denn auch den lieben Remus nicht vergessen?"
„Geh, Daphne, geh", sagte ich und schubste sie in den Pub. „Wie könnte ich denn, Lucius", säuselte ich und drehte mich zu ihm um.
„Weisst du eigentlich, dass du uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hast?"
„Ich?"
„Ja du. Nachdem du den Armen Severus abserviert hast."
„Ich wusste nicht, dass euch das etwas angeht." Ich bemerkte nicht, wie ich immer näher an Lucius heran trat.
„Der Dunkle Lord möchte dich gerne kennen lernen."
„Soll er doch herkommen."
„Nein, du wirst zu ihm kommen." Ich sah sein Grinsen zu spät.
Als ich mich umdrehte, standen bereits zwei weitere Maskierte hinter mir. Eines davon eine Frau. Sie packten mich an den Armen.
„Lasst mich los." Doch sie lachten nur.
Die Todesser zogen mich in den Pub. Er war leer, auch Tom, der Wirt war nicht hinter der Theke.
Ich versuchte mich loszureissen, doch der Griff wurde nur noch verstärkt. Ich hörte nicht, was die Hexe sagte, als wir in den Kamin stiegen, aber ich spürte das Reissen in meinem Bauchnabel.
„Lasst mich los", keifte ich erneut.
„Ganz schön zickig, wie hat es Severus wohl geschafft dich zu zähmen", flüsterte Lucius an meinem Ohr. Er war so nahe dass ich erschrak.
Ich wurde in ein Höhlenverlies geführt.
„Da uns durchaus bewusst ist, dass du deinen Zauberstab nicht brauchst, werden wir uns anders Helfen. Sie ketteten mich an die Wand.
„Was? Wo lebt ihr denn, im Mittelalter oder was?" Die Hexe und der andere Todesser lachten und verliessen das Geschehen.
Lucius blieb zurück. Er kam auf mich zu und ich drehte den Kopf weg. Das war ihm ziemlich egal.
Er drehte ihn mir unsanft wieder nach vorne und ich musste ihn ansehen. Vor schreck stellte ich fest, dass Lucius sich gerade die Hose öffnete.
„Was hast du vor?", fragte ich panisch.
„Das wirst du gleich sehen."
„Lucius, lass das, bitte", flehte ich, doch das Lachen auf seinem Gesicht wurde nur noch breiter.
Dann hörte ich, wie mein Rock zerrissen wurde. `Scheisse` Panik stieg in mir auf. Und als ich plötzlich eine Hand zwischen meinen Beinen spürte schossen mir Tränen in die Augen.
Lucius Finger streichelten über meine Klitoris, bevor er einen nach dem andern in mich gleiten liess.
Ich begann zu schreien. Es interessierte ihn nicht. Er zog seine Finger aus mir und leckte einen nach dem Andern ab, dann sagte er borniert:
„Schrei nur, es wird dich niemand hören."
So fest ich konnte strampelte ich mit den Beinen und versuchte Lucius zu treffen, doch er wich immer aus.
„Okay, was muss ich tun, damit du das lässt", flehte ich in einem letzten Versuch.
„Du kannst nichts tun", zischte er und leckte über meinen Hals. „Du sollst wissen wie es dir ein richtiger Zauberer besorgen kann."
Angewidert drehte ich den Kopf weg. `Bitte Severus hilf mir` flehte ich.
Die Hand zwischen meinen Beinen massierte meinen Venushügel und ich wimmerte. Dann liess sie von mir ab.
Doch ich wähnte mich nur kurz gerettet. Denn ich spürte gleich drauf Lucius Schwanz zwischen meinen Schenkeln.
„Bitte nicht", wimmerte ich erneut. Doch Lucius lachte nur. Er stiess in mich, brutal und ich schrie auf.
Doch genau das war es, was er offensichtlich wollte, denn er begann zu stöhnen. Seine Hände kneteten meine Brüste schmerzhaft. Er leckte über die Nippel und saugte daran. Ich spürte seine Zähne und hörte sein grunzen.
Immer wieder stiess er seinen Schwanz in mich. Am ganzen Körper konnte ich seinen Atem spüren, wenn er ihn keuchend vor Erregung ausstiess.
Ich weinte, schrie, bettelte darum, dass er aufhörte, doch er tat es nicht. Lucius fickte mich hart bis er sich heiss in mir ergoss.
Ich schluchzte und mein Gesicht war tränen genässt.
„Ich kann mir schon vorstellen, was Severus an dir gefallen hat", höhnte Lucius als er sich wieder anzog. Er lachte und liess mich alleine.
Keine Ahnung wie lange, doch als mich die Hexe wieder losmachte, und mich mit sich nahm, ging ich mit, ohne mich zu wehren. Sie schubste mich unsanft und ich landete auf dem Boden. „Das ist also Eleina Dumbledore. Schön dich kennen zu lernen." Ich blickte auf.
Die Stimme die mit mir gesprochen hatte war nur am Ansatz menschlich. Doch auch der Mann dem die Stimme gehörte hatte nicht mehr viel von einem Menschen.
„Was wollt ihr von mir?", fragte ich schon beinahe flüsternd.
„Die Kinder."
„Keine Chance."
„Ich werde dir alles nehmen, bis du bereit bist, mir zu sagen, wie ich an die Kinder der Childhood Magic kommen." Ich lachte auf.
„Was wollt ihr mir denn noch nehmen, hat Lucius nicht schon mit seiner Heldentat geprahlt? Es gibt nichts, was ihr mir noch nehmen könnt."
„Was meint sie damit Lucius?"
Er sah mich vernichtend an.
„Wir hatten noch eine Rechnung offen, my Lord."
„Die du wie beglichen hast?"
„In Naturalien, my Lord." Sofort wurde er von einem Fluch getroffen. Leider brachte ihn dieser nicht um.
„Du hast recht, er hat uns einen Vorteil genommen, aber wir werden nicht so einfach aufgeben." Lucius war inzwischen wieder aufgestanden und klopfte sich den Staub von den Kleidern.
„Komm mir nicht mehr zu nahe, du wirst es das nächste Mal nicht überleben", fauchte ich ihn an.
„Du drohst mir?"
„Nein, ich verspreche es dir." Ich wusste nicht, ob Severus unter den Maskierten war, ich hatte nicht darauf geachtet.
In meiner Zelle wurde ich dann wieder alleine gelassen. Irgendjemand hatte einen Magischen Schild über das Gemäuer gelegt, der es mir unmöglich machte, meine Magie zu bündeln, also war Zaubern ohne Stab nicht möglich. Ich verzog mich in eine Ecke, setzte mich auf den Boden und zog die Beine an mich.
Erstaunlicherweise fühlte ich mich nicht schmutzig. Er hatte es nicht geschafft mich zu brechen. Lucius hat sich meinen Körper genommen, aber mein Geist und mein Wille gehörten immer noch mir.
Ich zuckte zusammen, als die Tür sich öffnete. Ein Todesser kam auf mich zu. Als er die Hand nach mir ausstreckte, schlug ich sie weg.
„Fass mich nicht an."
„Eleina, ich bin es."
„Severus?"
„Ja." Sofort stürmte ich in seine Arme.
„Es tut mir so leid. Wenn ich gewusst hätte, was Lucius vor hat…"
„Er hat mich nicht gebrochen. Ich bin stärker als dieses Schwein."
„Deshalb liebe ich dich auch. Ich werde dich hier heraus holen, das verspreche ich dir." Er drückte mich an sich. Meine Lippen suchten seine und wir verfielen in einen Kuss. Er brachte mir neue Energie, denn ich wusste, dass ich nicht alleine war.
„Ich muss gehen."
„Severus, elfte Woche, alles gesund", sagte ich ihm bevor er aus der Zelle trat. Er nickte mir zu und ich konnte ein leuchten in seinen Augen sehen.
Kurz nachdem Severus gegangen war, kam wieder ein Todesser in die Zelle. Doch dieser machte sich erst gar nicht die Mühe die Maske aufzulassen.
„Du kleines Biest, wirst mir büssen, was du getan hast."
„Was ich getan habe? Du hättest mal besser deine Lust im Zaum gehalten." Ich war aufgestanden. Er kam mit gezogenem Zauberstab auf mich zu.
„Ich muss leider zugeben, es war es mir wert. Auf die Knie."
„Bitte?"
„Auf die Knie." Er öffnete bereits wieder seine Hose.
Normalerweise hätte ich mich gewehrt, aber ich wusste, wenn ich ein Cruzio abbekommen würde, wäre das das Todesurteil für mein Ungeborenes. Also kniete ich vor ihm hin.
Vor meinem Gesicht wippte sein Schwanz. Ich ekelte mich davor ihn berühren zu müssen, geschweige denn, ihn zu lecken. Doch Lucius schob mir sein Becken entgegen.
Ich fasste einen Entschluss. Das, würde er bereuen.
Würgend begann ich über seinen Schaft bis zur Eichel zu lecken. Stupste in das feine Loch und leckte über das Bändchen. Krampfhaft versuchte ich mir vorzustellen, dass es Severus war, und nicht Lucius aber ich schaffte es nicht.
Ich übergab mich beinahe, doch für meinen Plan musste ich weiter machen. Ich liess ihn in meinen Mund gleiten und wieder hinaus.
„Oh…jah…du bist gut…" Er war völlig benebelt.
Lucius hatte den Zauberstab etwas sinken lassen, das war meine Chance. Ich hob meine Hand, streichelte seine Hoden und mit einem Ruck quetschte ich sie ein, während ich gleichzeitig zubiss.
Schreiend vor schmerzen ging Lucius zu Boden. Ich schnappte mir seinen Zauberstab.
Dann beugte ich mich über ihn, holte die Phiole an meiner Kette heraus und öffnete sie.
„Ich hab es dir geschworen, das wirst du nicht überleben."
Der ganze Inhalt floss in seinen Mund. Ich spuckte ihm ins Gesicht, stand auf und ging.
Ich hatte keine Ahnung wo ich war und apparieren konnte ich auch nicht. Doch fand ich schnell den Raum, in dem ich vor dem Dunklen Lord gestanden hatte. Einige Todesser waren noch dort und redeten.
„Severus hat sich wieder im Labor verkrochen. Der Lord braucht noch Stärkungstränke. Wenn er nicht der beste Tränkemeister wäre, würde er nicht so viel Vertrauen geniessen."
Er war also noch hier. Ich schlich mich weiter. Gerade noch rechtzeitig konnte ich mich in eine Nische drücken, bevor ich von dieser Hexe gesehen wurde.
Dann kam ich an einen Kellerraum.
Es duftete nach Kräutern und Moschus. Ich schlich mich herein. An einem Tisch stand ein Zauberer mit dunklem Umhang. Er drehte mir den Rücken zu.
Ich trat an ihn heran und hielt ihm den Zauberstab an den Hals.
„Wo ist Severus?", flüsterte ich.
Der Zauberer drehte sich zu mir. Es war Severus selbst.
„Eleina, wie…?"
„Lucius ist tot, glaube ich zumindest. Bring mich hier weg."
„Wir können von hier nicht apparieren, das geht nur in einem Raum." Er zog mich mit sich.
Vorsichtig gingen wir durch ein Gänge Labyrinth.
„Severus, wo ist Severus", hörten wir plötzlich.
„Sie haben Lucius gefunden", flüsterte ich ängstlich.
„Zweiter Gang rechts, dann der Erste links. Von dort aus kannst du apparieren", sagte er und küsste mich.
„Geh, ich verschaff dir Zeit." Er war bereits einen Gang weiter.
Ich rannte, schnell, so schnell ich konnte. Den zweiten Gang rechts, dann den ersten Links. Noch im Laufen apparierte ich in den Tropfenden Kessel und stieg sofort in den Kamin.
Als ich in Haus Nr. 12 herauskam, viel Daphne beinahe vom Stuhl.
„Lynni, bei Merlin, bin ich froh, dass du wieder da bist." Sie sah mich musternd an. Mein Rock war zerschlissen, die Haare zerzaust.
„Was ist passiert?"
„Todesser, es war einfach nur widerlich. Ich muss duschen."
Ich zog bereits auf dem Weg ins Badezimmer die Kleider aus.
„Das kann aber keine Hauselfe mehr zusammennähen."
„Egal, verbrenn alles", rief ich. Ich stellte mich unter die Dusche.
Das Wasser rann heiss über meinen Körper und ich lehnte an der Wand. Ich lies das Wasser auch in meinen Mund rinnen. Nachdem ich eine Gefühlte Ewigkeit geduscht hatte, stieg ich hinaus, wickelte mich in ein Badetuch ein und putzte mir die Zähne. Mindestens drei Mal. Dann ging ich mein Zimmer und zog mich an. Ein hochgeschlossenes Kleid.
Ich fühlte mich zwar nicht als Opfer, aber für meine Seele war es jetzt das Richtige.
Als ich in die Küche kam wartete Albus bereits auf mich.
„Eleina, Severus hatte also recht." Er nahm mich in den Arm.
„Womit hatte Severus recht?"
„Dass du hier sein würdest."
„Wo ist er?"
„Das weiss ich nicht. Er hat mir seinen Patronus geschickt." Ich nickte. „Was ist denn passiert?"
„Der Dunkle Lord wollte mich erpressen. Er wollte meine Kinder."
„Tom beginnt mit den Jüngsten. Es kann nicht mehr lange dauern, bis er direkt angreift." Albus drückte mich nochmals und verabschiedete sich.
Wir verbrachten die restlichen Tage der Ferien im Haus. Auch Silvester wollte ich nicht ausgehen und als Neele und Shane wieder nach Kings Cross mussten, schickte ich Daphne mit.
„Du weisst aber schon, dass du am Mittwoch nach Hogwarts musst?"
„Ja, das weiss ich."
„Was ist wirklich passiert?"
„Ich möchte nicht darüber reden."
„Wenn du schon nicht mit mir redest, dann vielleicht mit Severus?" Ich zuckte nur mit den Schultern.
Da ich nichts gehört hatte, ging ich davon aus dass Lucius noch lebte. An diesem Morgen erhielt ich eine Eule.
Ein schwarzer Kauz. In seinem Schnabel ein Brief. Als ich ihn öffnete erkannte ich Severus verschlungene Handschrift. Er bat mich zu ihm zu kommen.
Ich wollte ihn sehen, das wollte ich wirklich, aber ich wusste nicht, was auf mich zukommen würde.
Nervös ging ich dann trotzdem um kurz vor Acht nach Hogwarts.
Albus war nicht in seinem Büro, doch auf dem Sessel lag der Tarnumhang. Dankbar zog ich ihn mir über und ging nach unten.
Ich wich allen Schülern aus. Und ich klopfte an Severus Räume. Er öffnete und ich lüftete den Umhang. Er trat zur Seite und liess mich hinein. Die Tür war kaum geschlossen, als ich ihm um den Hals viel. Es machte mir nichts aus, dass er mich berührte.
„Ich bin erst heute Morgen zurück gekommen", sagte er entschuldigend.
„Ist Lucius tot?"
„Nein, oder zumindest noch nicht."
„Hat das Gift nicht gewirkt?"
„Doch, aber er hat sich vor Schmerzen Übergeben und das Gift ist nicht bis in den Magen gedrungen. Nicht alles. Er ist schwer gezeichnet."
„Geschieht ihm recht."
„Was hat er getan?"
„Ich möchte nicht darüber sprechen." Severus zog die Augenbraue nach oben.
„Man hat ihn in eindeutiger Position gefunden."
„Dann weisst du ja, was er getan hat." Severus nahm mich in den Arm.
„Bleibst du heute Nacht hier?"
„Wenn du möchtest."
„Nur wenn du möchtest. Ich will nicht noch mehr zerstören."
„Du wirst nichts zerstören. Ich bin kein schwaches Opfer." Wir setzten uns vor den Kamin und redeten, über hauptsächlich belangloses. Bis Severus die entscheidende Frage stellte.
„Ist sonst mit euch alles in Ordnung?"
„Ich denke schon."
„Du warst nicht bei einem Heiler?" Ich schüttelte den Kopf. Severus stand auf.
„Wo willst du hin?"
„Wir gehen." Er warf mir den Tarnumhang zu, dann öffnete er die Tür und trat hinaus. Ich folgte ihm dicht auf den Fersen.
Wir hatten bereits die Eingangshalle durchquert, als wir die Rufe hörten.
„Severus, warte." Draco Malfoy kam gerade aus der Grossen Halle. Ich drückte mich ans Geländer der Grossen Treppe.
„Was willst du?"
„Der Trank hilft Vater nicht, hast du nichts anderes?"
„Tut mir leid, etwas Stärkeres würde er nicht überleben."
„Vater will dass ich mich an der Hexe räche. Wird sie am Mittwoch wieder hier sein?"
„Woher soll ich das wissen?"
„Frag deine Kinder", schnarrte der Slytherin. Severus nickte nur. Draco liess von ihm ab und ging.
„Du hilfst diesem Scheusal auch noch?"
„Nein, sonst würde ich ihm etwas Stärkeres geben und ihn erlösen, oder einen wirksamen Trank brauen." Ich lächelte ihn an.
Wir gingen weiter nach oben und ich bemerkte, dass wir nicht in Albus Büro gingen.
„Wo gehen wir hin?" Severus sagte nichts, doch er schlug den Weg in die Krankenstation ein. Bei Mme. Pomfrey angekommen, vergewisserte er sich, dass wir alleine waren.
„Professor Snape, was verschafft mir die Ehre?"
„Kennen sie sich mit der Heilkunde der Frau aus?" Sie musterte ihn.
„Sie sind aber keine Frau." Er sah sie an und zog die Augenbraue gebieterisch nach oben.
„Natürlich kenne ich mich mit dieser Heilkunde aus, oder glauben sie, wir können wegen jeder Kleinigkeit einen Heiler bemühen."
„Gut." Das war wohl mein Stichwort.
Ich zog den Tarnumhang aus.
„Bei Merlin, haben sie mich erschreckt. Was fehlt ihnen denn?"
„Sie ist Schwanger."
„Von ihnen?"
„Das tut hier nichts zur Sache", ging ich dazwischen. „Ich hatte eine kleine Auseinandersetzung, und jetzt wollten wir wissen ob alles in Ordnung ist."
„Gut, legen sie sich hin."
„Wie weit sind sie, und wann war der Zwischenfall?"
„Dreizehnte Woche, vor Weihnacht."
„Vor Weihnacht? Sie haben aber keine Beschwerden, oder so?"
„Nein?"
„Gut." Ich legte mich hin, Severus stand daneben.
Poppy murmelte einige Zauber, wedelte mit den Zauberstab über mir und sah auf das Bild das sich entwickelte.
Verstohlen blickte ich zu Severus. Er schien ziemlich interessiert zuzusehen.
„Es ist alles in Ordnung, sehen sie." Die Medihexe deutete auf das kleine Etwas. Es war bereits ein ganzer Mensch, nur kleiner.
Severus nahm meine Hand. Er konnte den Blick allerdings nicht von dem Bild nehmen.
„Es ist also von ihnen, dann gratuliere ich, oder nicht?"
„Danke, Mme. Pomfrey. Ich bitte sie allerdings, unsern Besuch niemandem gegenüber zu erwähnen."
„Auch nicht dem Schulleiter?"
„Besonders nicht Grossvater."
„Gut, wie sie wollen, aber mit ihrer Figur wird es höchstens noch vier Wochen dauern, bis man etwas sehen kann."
„Danke, Mme. Pomfrey." Ich zog den Tarnumhang wieder über und verliess mit Severus die Krankenstation.
Erst in seinen Privaten Räumen liess ich den Umhang wieder fallen. Serverus schien nachdenklicher als zuvor. Er setzte sich in einen Sessel und ich setzte mich zu seinen Füssen. Den Kopf auf seinem Schoss.
Gedankenverloren strich er mir über den Kopf.
„Woran denkst du?"
„An unser Kind."
„Neele und Shane sind auch unsere Kinder."
„Ja, aber sie sind bereits elf, fast zwölf."
„Macht das einen Unterschied?"
„Etwas." Ich sah ihn an.
„In wie fern?"
„Ich weiss es dieses Mal von anfang an." Ich lächelte ihn an.
„Ja, und ich bin froh darüber."
Kurz vor Mitternacht stand Severus auf und zog mich auf die Füsse. Wortlos gingen wir ins Schlafzimmer. Wir zogen uns um und ich legte mich ins Bett.
Severus legte sich möglichst weit weg von mir. Ich sah ihn fragend an. Er rückte ein wenig näher. Wenn er schon nicht kommen wollte, dann ging eben ich.
Ich rutschte auf seine Seite und kuschelte mich an ihn. Auf seinen erstaunten Blick ging ich nicht ein. Ich bemerkte wie er sich allmählich entspannte.
Severus musste grosse Angst haben, mich zu bedrängen, doch das konnte er nicht, denn ich liebte ihn. Dass Lucius zu weit gegangen war, war nicht seine Schuld.
Ich erwachte, kaum hatte Severus das Bett verlassen. Seine beschützende Wärme fehlte mir. „Ich wollte dich nicht wecken."
„Schon gut, ich bin selbst aufgewacht."
„Kommst du mit zum Frühstück?" Ich sah Severus fragend an.
„Du weisst, dass das nicht geht. Wir streiten uns." Er sah betreten zu Boden. Ich stand auf und ging zu ihm hin.
„Ich liebe dich", sagte ich und küsste ihn.
„Ich liebe euch", antwortete er. Dann zog er sich fertig an und ging.
Ich blieb noch ein paar Minuten, machte mich aber dann auch fertig und ging.
Auf der Treppe zum Büro meines Grossvaters zog ich den Umhang aus. Albus sass an seinem Schreibtisch.
„Guten Morgen mein Kind."
„Guten Morgen, Grossvater."
„Nenn mich nicht so, ich fühle mich noch nicht so alt." Er lächelte. „Du siehst besser aus, als bei unserm letzten Zusammentreffen."
„Es geht mir auch besser."
„Willst du gleich nach Hause?"
„Warum?"
„Ich hoffte, wir könnten uns unterhalten."
„Worüber?"
„Mir ist zu Ohren gekommen, Lucius sei schwer Angeschlagen. Du weisst nicht zufälligerweise warum?"
„Und ob ich das weiss. Nektar der schwarzen Lilie."
„Und woher hatte er den?"
„Ich habe es Severus schon gesagt. Ich werde niemandem erzählen, was in diesem Verlies vorgefallen ist. Ich habe es für mich bereits abgeschlossen. Wenn Lucius es irgendjemandem Sagen will, soll er."
„Er wird es nicht mehr können, nehme ich an."
„Das ist mir so was von Egal."
„Woher hattest du den Nektar der schwarzen Lilie?"
„Es war ein Geschenk, auf meinen zwanzigsten Geburtstag." Albus sah mich über seine Halbmondbrille an.
„Du hast nicht zufälligerweise noch mehr, solcher Geschenke?" Ich zog die Kette heraus. An ihr hing ein Grüner Anhänger.
„Trank der lebenden Toten."
„Sei vorsichtig damit, man könnte es auch gegen dich einsetzten."
„Dafür ist der da." Aus meinem Hüftgurt zog ich einen schrumpeligen Stein. „Ich habe immer einen Bezoar dabei."
„Sei vorsichtig, Tom verliert nicht gerne."
„Ich auch nicht." Er nickte mir zu und ich flohte nach Hause.
Daphne erwartete mich bereits in der Küche.
„Und, geht es dir wieder besser?"
„Ja, das tut es."
Wir verbrachten den Tag mit den Kindern und am nächsten Morgen machte ich mich bereit für die erste Sprechstunde im neuen Jahr. Pünktlich um Eins klopfte der erste Schüler. Es war meine Tochter.
„Neele, was ist denn los?" Sie schob mich zur Tür herein und schloss sie gleich wieder.
„Hier, Dad hat mir das gegeben. Ich soll es dir geben." Sie hielt mir ein kleines Paket hin.
Ich öffnete es und musste lächeln. Es lagen zwei Anhängerphiolen darin, eine mit Schluckauflösung und eine mit dem Nektar der schwarzen Lilie.
„Frohe Weinacht Mom."
„Danke mein Schatz."
„Sieh mal, das hab ich von Dad." Sie holte eine Kette aus ihrem Umhang. Daran hing eine Phiole.
„Gripsschärfungstrank, wie süss."
„Ja, ist wirklich lieb. Shane hat ein seltenes Tränkebuch bekommen. Er ist kaum mehr davon wegzubringen."
„Es freut mich, dass ihr euch offensichtlich gut versteht."
„Ja, das tun wir." Neele ging, und ich begann mit meiner Arbeit.
Wie jeden Mittwoch, klopfte es auch heute um kurz nach halb Sechs. Doch wieder erwarten war es nicht Harry der vor der Tür stand.
„Mr. Malfoy, was kann ich für sie tun?", fragte ich kalt.
„Was haben sie mit meinem Vater gemacht", zischte er und schob mich durch die Tür.
„Nichts, was er nicht verdient hätte. Gehen sie bitte."
„Ich habe nicht vor, einfach zu gehen." Er zog den Zauberstab.
„Was immer sie vorhaben, wird nicht funktionieren."
„Und warum sind sie sich da so sicher?"
„Deshalb", sagte ich und befreite ihn von seinem Stab mit einem einfachen wisch meiner Hand.
„Gehen sie, Mr. Malfoy", wiederholte ich energischer.
Der junge Mann schien mich nicht verstehen zu wollen. Er machte einen Schritt auf mich zu. Ich stiess an meinen Tisch, und eine Vase darauf viel zu Boden und zerbrach. Plötzlich schwang die Tür auf. Harry stand mit gezogenem Zauberstab darin.
„Verschwinde Malfoy, oder du wirst es bereuen." Der junge Slytherin gab sich geschlagen.
„Ich komme wieder", zischte er mir zu, bevor er seinen Zauberstab aufhob und ging. „Danke Harry."
„Ich weiss, dass du meine Hilfe nicht benötigt hättest", sagte er abwehrend. Ich lächelte ihn an.
„Und, schöne Ferien gehabt?"
„Oh ja. Dank deinem Rat."
„Ach ja?" Er grinste. „Du meinst das Mädchen?"
„Jep."
„Gratuliere dir. Und sonst?"
„Voldemort war ziemlich ungehalten, vor den Festtagen."
„Woher weisst du das?"
„Ich habe Visionen, manchmal sehe ich, was Voldemort sieht."
„Oh, und was hat er gesehen?"
„Dich." Ich senkte den Kopf. „Hat Lucius wirklich, ich meine…"
„Ja hat er. Aber er hat auch dafür gebüsst."
„Das haben wir bereits mitbekommen", grinste Harry. Ich sah ihn fragend an. „Malfoy ist etwas ungehalten, seit Montag und wir haben rasch herausgefunden warum."
„Ihr seid gut, warum helft ihr nicht im Orden mit? Ich seid doch alle schon siebzehn."
„Frag mal deinen Grossvater. Jedes Mal wenn ich mit dem Thema komme, lehnt er es kategorisch ab."
„Beschützer Instinkt nennt man das."
„Hat bis jetzt ja nicht so viel gebracht."
„Du darfst ihm nicht böse sein. Er mag dich und deine Freunde sehr gerne."
„Das weiss ich, ansonsten hätte ich mich schon längst über seine Verbote hinweggesetzt. Kommst du mit zum Nachtessen?"
„Bei euch?"
„Wenn du willst. Wir haben bestimmt noch einen Platz am Tisch. Vielleicht möchtest du auch lieber neben Severus sitzen."
„Das geht nicht, wir streiten uns."
„Ach ja?"
„Ja, offiziell tun wir das. Da fällt mir ein, ich möchte dir noch für den Umhang danken. Ich bin wirklich froh, dass ich ihn mir ab und zu ausleihen kann."
„Kein Problem", winkte er ab. „So und jetzt gehen wir Essen." Harry zog mich beinahe aus meinem kleinen Büro.
Wir lachten als wir die Treppe in die Eingangshalle erreichten. Zusammen gingen wir an den Gryffindortisch.
„Rückt mal ein Stück, wir haben einen Gast", sagte Harry. Sofort wurde zusammen gerückt und ich hatte neben ihm und Shane platz.
Als Severus in die Halle kam, sah er mich fragend an. Ich jedoch zeigte ihm die Kalte Schulter, allerdings nicht ohne ihm mit meinen Augen etwas anderes zu sagen.
Die kommenden Wochen waren ein wahres Meisterwerk der Organisation. Ich wollte meine Zeit bei Severus verbringen, was sich nicht sehr einfach gestaltete. Dann waren meine Häuser die Bewirtschaftet sein wollten, die Hogwartsschüler in der Sprechstunde und Draco Malfoy, der es nicht vergessen konnte und bei jeder Gelegenheit versucht mich zu übertrumpfen.
Und dann in der letzten Januar Woche musste ich wieder ins St. Mungo.
Ich bettelte Daphne bereits seit ein paar Tagen an, mich wieder zu begleiten.
„Na gut, wenn du dann Ruhe gibst." Wir flohten an diesem Freitagmorgen ins St. Mungo. Derselbe Heiler wie vor Weihnachten liess uns eintreten.
„Wie geht es ihnen?"
„Bestens, danke." Ich legte mich hin und er begann mit der Prozedur. Ich konnte die Wirbelsäule erkennen und das Herz schlug kräftig.
„Soweit sieht alles gut aus, aber sie sollten mal zusehen, dass sie genug essen." Ich sah verwundert den Heiler an. „Sie haben noch kein Gramm zugenommen."
„Wenn sie wüssten, wie die inzwischen isst, wundert mich das", sagte Daphne. Und sie hatte recht. Ich liess keine Mahlzeit aus und ass immer ordentlich.
„Tja, das sind eben gute Gene. Bei Neele und Shane hat man lange nichts gesehen, und es waren Zwillinge."
„Wir sehen uns jedenfalls mitte März wieder." Er verabschiedete uns und wir gingen.
Leider trafen wir in der Eingangshalle auf jemanden, den ich hier nicht erwartet hätte.
„Miss Dumbledore, ich bin doch verwundet, sie hier zu sehen."
„Mr. Malfoy, besuchen sie jemanden?" Daphne sah mich an. Doch ich bemerkte, wie Dracos Blick zum Fahrstuhl ging. Er wollte wissen in welcher Etage wir waren. Dummerweise wurde das bei diesen Fahrstühlen angezeigt.
„Gynäkologie, was."
„Ja, ich begleite meine Freundin. Problem damit?"
„Natürlich nicht."
„Grüssen sie ihren Vater", sagte ich noch und schob Daphne weiter.
„Was war dass den jetzt?"
„Das war Draco Malfoy. Sohn eines Todessers. Eines bald toten Todessers, und daran bin ich nicht ganz unschuldig. Er darf auf keinen Fall wissen, dass wir wegen mir hier waren."
„Na gut, aber wenn jetzt das Gerücht umgeht, dass ich wieder schwanger wäre, kannst du was hören, das sag ich dir." Wir lachten und flohten nach Hause.
Doch leider war die gemütliche Ruhe nicht von langer Dauer.
„Daphne, bist du da?" Dean kam erstaunlich früh von der Arbeit.
„Im Wohnzimmer, was ist denn los?" Der Grossgewachsene Auror Dean Menkin stolperte ins Wohnzimmer.
„Ist das wahr?"
„Ist was wahr?"
„Kingsley sagte, du seihst im St. Mungo gewesen."
„Ja, ich war im St. Mungo."
„Also ist es doch wahr."
„Jetzt rede nicht in Rätseln Dean, was soll wahr sein?"
„Du bist wieder Schwanger."
„Nein, das ist nicht wahr."
„Aber du warst im dritten Stock." Ich wollte mich gerade aus dem Wohnzimmer schleichen.
„Lynni, du bleibst da."
„Was hat Eleina damit zu tun?"
„Dean, deine Frau ist wirklich nicht Schwanger."
„Du warst mit ihr da?"
„Ehm ja, so kann man es auch sagen." Daphne warf mir einen Blick zu, der mich auf der Stelle hätte töten können.
„Lynni ist Schwanger", sagte sie dann. „Und wehe, du erzählst das jemandem", fügte sie an.
„Lynni? Ich dachte du streitest dich mit Snape."
„Ehm, ja, das tu ich auch, irgendwie." Er sah mir direkt auf den Bauch.
Es war noch nicht wirklich etwas zu sehen.
„Phu, jetzt bin ich erleichtert."
„Bitte, ich dachte du wolltest noch weitere Kinder?", fragte ich.
„Ich habe mir das anders überlegt. Ich glaube vier sind genug. Oder?"
„Definitiv", bestätigte Daphne. Dean verlor kein weiteres Wort mehr.
In den nächsten Wochen nahmen die Übergriffe der Todesser immer weiter zu. Ich war jedes Mal dabei. Auch wenn Severus mich immer dafür anmeckerte.
Er war wirklich süss.
Meine Sprechstunden jedoch, wurden verdoppelt. Die Schüler, vor allem die Muggelgeborenen oder Halfbloods, hatten Angst. Harry war jedes Mal der Letzte der bei mir war. Ich war mir fast sicher, dass er die Stunden mit seiner Karte überwachte.
Immer mal wieder schauten Shane, Neele oder Severus vorbei um zu sehen ob alles in Ordnung war.
Wenn ich meine Zwilling sah, hatte ich immer ein schlechtes Gewissen. Sie wussten noch von nichts, doch ich konnte es kaum noch verstecken. Auch meine Umhänge hatten grenzen. Ich entschloss mich also, mit Severus zu sprechen.
Als die Sprechstunde an diesem Mittwoch zu Ende war, wartete ich bereits auf Harry.
„Da bist du ja, dachte schon du kommst heute nicht."
„Warum?"
„Ich müsste mir dringend deinen Tarnumhang ausleihen, ich muss zu Severus." Harry sah mich fragend an.
„Weisst du, wir streiten uns ja nicht wirklich, aber nach aussen soll es den Anschein machen." Er grinste mich an. „Was?"
„Das weiss ich schon längst."
„Woher?" Er schwenkte das Pergament in seiner Hand.
„So oft wie du da Unten bist, könnt ihr euch gar nicht streiten."
„Erwischt." Er zog den Tarnumhang aus seiner Tasche.
„Hier."
„Du hast den immer dabei?"
„Türlich."
„Danke, du bist ein Schatz. Wenn du ein paar Jahre älter wärst, müsste Ginny sich vorsehen." Er hob abwehrend die Hände.
„Nicht dass ich dich nicht mögen würde, aber ein Potter der sich mit Snape anlegt reicht wohl." Wir lachten.
Ich zog den Tarnumhang über und wir verliessen mein Büro. Harry ging in die Grosse Halle und ich in die Kerker.
„Serpentis", sagte ich und die Tür öffnete sich. Severus stand hinter seinem Kessel und sah zur Tür. Ich legte den Tarnumhang ab.
„Severus, wir müssen uns unterhalten." Er zog eine Augenbraue nach oben. Ich legte meinen normalen Umhang ab und Severus sah mein Problem. Er lächelte.
„Du hast gut Lachen, ich kann kaum noch atmen, wenn ich meine normalen Kleider trage und die Umhänge verdecken auch kaum noch etwas. Ausserdem ist es auch jetzt schon ganz schön warm und ich würde gerne mal etwas anderes tragen, als das dunkle Zeug."
„Du willst es also offiziell machen?"
„Nicht ganz. Wir werden es Albus und den Zwillingen sagen. Und Harry vielleicht."
„Potter? Was hat Potter damit zu tun?"
„Er leiht mir ständig seinen Tarnumhang, ausserdem weiss er dass wir uns nicht streiten, mit seiner Karte…"
„Karte?"
„Ich hab nichts gesagt."
„Ich weiss von der Karte." Ich sah ihn an.
„Ja, auch ich habe meine kleinen Geheimnisse als Professor." Ich küsste ihn dafür.
„Na gut, wenn du Potter einweihen willst, gut."
„Danke, können wir jetzt gleich zu Albus?" Severus nickte.
Wir gingen in die Grosse Halle. Neele und Shane sassen unweit von Harry am Gryffindortisch. Ich blieb in der Eingangshalle, da der Slytherintisch bereits gut besucht war. Ich hörte jedoch, wie Severus die Beiden holte.
„Neele, Shane, würdet ihr mich bitte begleiten?"
„Dad, ist etwas passiert?" Neele sah ihn an. Shane jedoch hob eine Augenbraue. Ich musste mir ein Lachen verkeifen.
„Das werdet ihr gleich mitbekommen." Die beiden Standen auf und folgten ihrem Vater.
Es musste ein seltsames Bild abgeben. Severus auf der einen Seite, dann Neele und Shane dann ich auf der andern Seite.
Albus wollte gerade in die Grosse Halle als wir ihn aufhielten.
„Professor, wir müssen mit ihnen reden." Er sah mich fragend an, doch ich wich seinem Blick aus. Wir gingen nach oben.
Ich sah wie sich Neele und Shane immer wieder Blicke zuwarfen, doch ich konnte sie nicht deuten. Meine Kinder hatten ihre eigene Sprache. Wir setzten uns in die Stühle.
„Na Kinder, worum geht es denn?", fragte Albus die Zwillinge.
„Keine Ahnung, wir wissen genau so viel wie sie", antwortete ihm Shane. Ich hatte mir das ganze einfacher vorgestellt.
„Professor, Eleina ist schwanger", begann Severus. Ich sah ihn erstaunt an. Er war nie jemand gewesen der um den heissen Brei geredet hat, aber dass er gleich so mit der Wahrheit herausrücken würde, wunderte mich dann doch.
„Was? Wir bekommen ein Geschwisterchen?", freute sich Neele.
„Von wem?", fragte nun Shane, was ihm einen bösen Blick seines Vaters einbrachte.
Albus lehnte sich zurück.
„Gut, was bedeutet dass für uns? Ihr streitet euch ja offizielle immer noch."
„Wir können uns auch weiter streiten", meinte ich. „Aber ich kann es nicht mehr länger verheimlichen." Ich stand auf und streifte den Umhang ab. Man konnte bereits deutlich eine kleine Babykugel sehen.
„Wann soll denn das freudige Ereignis stattfinden?"
„Am 27. Juli."
„Solange es für euch stimmt, könnt ihr euch weiter streiten. Severus, ich verstehe, wenn du deine Tarnung nicht mehr aufrechterhalten möchtest."
„Nein, nein, so lange es die ganze Geschichte hier nicht tangiert, wird Severus nichts daran ändern", sagte ich Rasch. Dies wiederum brachte mir einen fragenden Blick aller ein.
„Hey, ich kann ganz gut auf mich selber aufpassen. Ausserdem hab ich das mit Neele und Shane ja auch hinbekommen."
„Ja, und das gar nicht schlecht", bestätigte Shane. Ich wuschelte ihm durchs Haar.
„Sag Mal Mama, bekommen wir eine Schwester oder einen Bruder?"
„Keine Ahnung, vielleicht weiss ich das Morgen. Was hättet ihr den gerne?" Die Kinder sahen sich an.
„Eine Schwester", war ihre eindeutige Entscheidung.
„Aha? Warum dass denn?"
„Na Shane, Simon, Daniel und Sanders sind vier. Und ich und Delia nur zwei. Das wäre nur Fair."
„Ich werde sehen was ich machen kann", lachte ich.
„Ich werde wohl nicht mehr gefragt?", stellte Severus fest.
„Tut mir leid, was hätte der Herr denn gerne?"
„Ist mir eigentlich Egal. Ich hab ja schon je eins", sagte er trocken. Ich lächelte ihn an.
Auch Neele und Shane lächelten.
Ich glaube die Kinder hatten ein sehr gutes Verhältnis zu ihrem Vater, auch wenn sie ihn erst seit einem Halben Jahr kannten.
„Neele, Shane, wenn ihr danach gefragt werdet, könnt ihr darüber sprechen, ansonsten eisernes Schweigen." Severus sah die Kinder mit einem seiner berüchtigten Blicken an.
Shane konterte mit dem Selben und ich konnte mir ein kichern nicht verkneifen.
„Ist ja gut. Das heisst, ihr streitet euch noch immer?", fragte Neele.
„Offiziell, ja", antwortete ich ihr. Wir verliessen das Schulleiterbüro und gingen in die Grosse Halle.
Der Slytherintisch war nicht leer, und so warf Severus mir einen abschätzigen Blick zu, den ich zu deuten wusste, und ging nach unten. Neele und Shane jedoch begleiteten mich an den Gryffindortisch.
„Darf ich mich setzen?" Harry sah von seinem Teller auf.
„Du, immer", lachte er. Neben ihm sass Ginny und strahlte. Ron und Hermine sassen ihnen gegenüber.
„Hier, dein Umhang."
„Danke." Er verstaute ihn wieder in seiner Tasche.
„Mom, dürfen wir hier auch nicht darüber sprechen?" Ich sah Neele an. Am Tisch sassen ausser den drei Siebtklässlern, Ginny und den Zwillingen nur noch ein paar Schüler, allerdings mit grossem Abstand.
„Nur mit denen Vier, du weisst, was dein Vater gesagt hat", zischte ich ihr zu. Sie nickte. Die vier Gryffindors sahen neugierig zu meiner Tochter. Sie winkte die Vier näher.
„Mama bekommt ein Baby." Harrys blick schnellte zu mir. Ich nickte ihn strahlend an.
„Gratuliere, aber warum dürfen nur wir das Wissen?"
„Ich vertraue euch. Bald werden es alle wissen, weil ich es nicht mehr verstecken kann, aber ihr solltet es zuerst erfahren. Ausser euch weiss es nur noch Albus, meine Freundin Daphne und ihr Mann."
„Wann ist es denn so weit?"
„Erst Ende Juli."
„Oh."
„Oh?", fragte ich.
„Ich hab am 31 Juli Geburtstag."
„Bis dahin sollte es hoffentlich da sein." Ich ass noch eine Kleinigkeit bevor ich wieder gehen wollte.
Doch in der Eingangshalle, als ich schon halb auf der Grossen Treppe war, überkam mich das Gefühl, dass ich heut Nacht nicht alleine sein wollte. Ich schlich mich also in die Kerker. Gerade noch so konnte ich mich in eine Nische verdrücken, als ein paar Slytherins nach oben wollten. Ich klopfte bei Severus an. Er öffnete und sah mich abschätzig fragend an. Dann warf er einen Blick in den Korridor. Als er sah dass er leer war, liess er mich hinein.
„Was tust du hier?"
„Ich wollte nicht alleine sein." Severus wusste, dass ich in den Häusern nicht alleine sein würde, aber er fragte nicht weiter nach.
Wir setzten uns an den Kamin, wie schon des Öfteren in den letzten Wochen. Jeder in sein Buch vertieft, Severus mit einem Glas Whiskey. Ich beobachtete ihn schon eine ganze Weile. „Wenn du mit mir reden möchtest, brauchst du es nur zu sagen, und mich nicht anzustarren." Er blickte nicht von seinem Buch auf.
Ich lächelte und stand auf. Jetzt sah Severus von seinem Buch auf.
Wir hatten jetzt März, seid diesem Vorfall mit Lucius hatten wir nicht mehr miteinander geschlafen. Ich wollte nicht, und Severus drängte mich nicht. Und jetzt stand ich vor ihm und stemmte die Hände in die Hüften.
„Sag mal, diese Hexe, mit der ich dich damals erwischt habe, war die in letzter Zeit mal hier?" Ich hatte den Kopf zur Seite gelegt und die Augen zusammengekniffen.
„Bitte?"
„Na diese…"
„Mir ist durchaus bekannt, von wem du sprichst. Ich habe ihre Dienste seid damals nicht mehr beansprucht." Er war offensichtlich eingeschnappt.
„Gut", sagte ich. Dann hob ich eine Hand hinter den Rücken und liess meine Schnürung aufgehen. Das Kleid glitt von meinen Schultern und ich stand in einem mini Slip vor ihm. Severus legte sein Buch zur Seite und sah mich an.
Ich streckte eine Hand nach ihm aus, und öffnete die Knopfleiste seines Gehrocks. Knopf für Knopf für Knopf. Dann beugte ich mich zu ihm und küsste ihn.
Severus stand auf, sein Gehrock viel von seinen Schultern. Er küsste mich und leckte dann zu meiner Halsbeuge.
Unsere Oberkörper berührten sich und mir lief ein wohliger Schauer über den Rücken. Ich legte ihm meine Hände auf die Schulter und streichelte seinen Körper hinab, um dann mit einer Hand über seine Mitte zu streicheln.
Er war bereits erregt. Er seufzte wohlig. Ich öffnete ihm die Hose. Sie viel zu Boden.
„Schlaf mit mir", raunte ich in sein Ohr. Er sah mich an, hob mich hoch und trug mich in sein Schlafzimmer.
Severus legte mich auf das Bett. Ich liess meinen Blick über seinen Körper schweifen. Er war doch recht Muskulös, was man ihm auf den ersten Blick nicht zutraute.
„Zieh dich aus", sagte ich und er tat wie ihm gesagt.
Sein Schwanz stand von seinem Körper ab und die Spitze glänzte. Er zog mir meinen Slip aus, und küsste mich. Er streichelte mich, und seine Hand glitt zwischen meine Beine. Ich war schon extrem feucht, was ihm offensichtlich gefiel, denn er keuchte.
Mit einem Finger massierte er meinen Kitzler, mit einem andern glitt er in mich. Ich warf meinen Kopf in den Nacken und stöhnte auf. Dann drängte er sich zwischen meine Beine. Severus warf mir einen fragenden Blick zu, als ob er sich mein Okay holen wollte.
Ich nickte ihm zu, ich wollte es, ich wollte ihn in mir spüren. Es kostete mich beinahe den Verstand ihn so dicht vor mir zu spüren, ohne ihn in mir zu haben.
Er drang in mich ein, seinen Blick auf mir haftend. Ich hingegen genoss es. Schloss die Augen und gab mich ganz meinen Gefühlen hin. Ich hob mein Becken seinem Rhythmus entgegen. „Jah…jah…jah…" Die ersten Stösse waren vorsichtig, doch dann wurden sie heftiger, härter.
„Ah…ah…jah…" Severus stöhnte. Er küsste mich, biss im meinen Nacken, leckte über meine Nippel und biss vorsichtig hinein.
Ich beugte mich ihm entgegen, keuchte. Wie hatte ich dieses Gefühl vermisst. Mit jedem seiner Stösse kam ich meinem Orgasmus nun näher. Auch er war kurz davor, denn ich konnte es in seiner Reaktion sehen.
In mir breitete sich eine wohlige Wärme aus und ich begann zu zucken. Doch dann kam Severus mir zuvor.
„Jah…" stöhnte er und ergoss sich zuckend in mir. Das war genau das was ich noch brauchte, denn mich überrollte die Welle.
„Severus", stöhnte ich. Er keuchte, atmete schwer und liess sich neben mir in die Kissen sinken.
Ich suchte sofort seine Nähe und krabbelte in seinen Arm.
„Danke", hauchte ich. Er sah mich fragend an. „Dass du mir die Zeit gegeben hast." Er küsste mich auf die Stirn.
„Ich hätte dir alle Zeit der Welt gegeben." Wir waren kaum eingeschlafen, als es klopfte.
Severus zog sich hastig an und ging zur Tür.
„Professor?"
„Wir müssen zu Mr. Malfoy. Lucius ist vor einer Stunde gestorben." Sollte ich mich jetzt schlecht fühlen?
Er hatte verloren, während ich mich wieder gefunden hatte. Vor einer Stunde war ich mit Severus vereint. Das war wohl ein Wink des Schicksals.
Ich zog die Decke bis unter die Nase. An schlafen war nicht mehr zu denken.
Auch wenn ich Lucius verabscheut hatte, tat mir sein Sohn doch leid.
Severus kam den Rest der Nacht nicht mehr zurück und in den frühen Morgenstunden verliess ich das Schloss. Albus war auch nicht in seinem Büro und ich ging davon aus, dass Draco seine Unterstützung brauchte.
In Haus Nr. 12 wurde ich bereits erwartet.
„Lynni, bei Merlin sei dank, da bist du ja." Daphne sass mit Dean in der Küche.
„Was ist denn passiert?"
„Lucius Malfoy ist tot. Seine Frau hat dir Rache geschworen."
„Ich weiss, dass er tot ist."
„Woher?"
„Ich war bei Severus, als Albus ihm die Nachricht brachte."
„Du musst auf dich aufpassen. Die Malfoys sind sehr Einflussreich."
„Das waren sie mal. Jetzt sind sie nur noch Furcht einflössend. Keiner mag Todesser."
„Du scheinst das gelassen zu nehmen."
„Vielleicht." Ich ging duschen und zog mich an.
Heute war mein nächster Termin im St. Mungo. Daphne begleitete mich wie immer.
Im St. Mungo herrschte eine seltsame Stimmung. In der Eingangshalle waren viele Zauberer, in schwarzen Umhängen die ich irgendwoher kannte.
„Das ist Severus", zischte ich Daphne zu. Er stand neben einer schwarz gekleideten, blonden Frau, daneben ein junger Mann in Hogwartsrobe.
Die Frau drehte sich um. Ihr Gesicht nahm eine grässliche Fratze an, als sie mich sah. Ich sah wie Severus ihr etwas zuflüsterte, doch sie wehrte ihn ab.
„Sie, sie haben meinen Mann auf dem Gewissen."
„Er hat bekommen was er für seine Taten verdiente."
„Er war ein stolzer Zauberer."
„Er war ein Schwein."
„Sie haben ihn grundlos vergiftet", schrie die Frau.
„Grundlos? Grundlos! Er hat sich an mir vergangen, das ist alles andere als Grundlos", blaffte ich zurück.
„Sie sind eine Lügnerin."
„Ach ja? Er hatte an der Unterseite seines Schaftes eine feine Narbe, die man nicht mit den Fingern spürte. Aber wenn man mit der Zunge darüber glitt schon", zischte ich ihr angeekelt zu. „Und glauben sie mir, das habe ich nicht freiwillig herausgefunden."
Severus hatte die ganze Zeit neben ihr gestanden. Er sah mich an, nicht wissend ob er Narzissa zurückziehen oder mich in den Arm nehmen soll. Ich nahm ihm die Entscheidung ab.
„Tröste sie Severus, vielleicht kommst du so an dein Ziel", sagte ich zu ihm und warf ihm einen Blick zu, der nicht abwertender hätte sein können. Dann drehte ich mich um und griff Daphne am Arm.
„Mach den Mund zu", zischte ich ihr zu und zog sie zum Fahrstuhl.
Im Dritten Stock angekommen musste ich mich erst einmal hinsetzen.
„Er hat…, du hast…, das ist widerlich." Ich sah Daphne an.
„Lass uns nie wieder darüber reden, versprich es mir." Sie nickte.
Die Tür öffnete sich und der Heiler trat hinaus.
„Ah, Miss Miller, wir können gleich anfangen." Ich ging mit Daphne hinein. „Geht es ihnen gut? Sie sind etwas blass."
„Sie hat sich gerade etwas aufgeregt."
„Das sollten sie lassen." Ich nickte nur. Dann legte ich mich auf das Bett und wartete.
Der Heiler fuhr mit dem Zauberstab über meinen Bauch.
„Wenigstens haben sie etwas zugenommen. Dem Baby geht es auch gut."
„Können sie sehen was es wird?" Der Heiler sah mich an. „Meine Zwillinge würden es gerne wissen."
„Gut, wir werden sehen." Der Heiler heftete seinen Blick auf das Bild über meinem Bauch. Er tippte auf das Bild. Das Baby bewegte sich.
„Also sicher ist nichts, aber wenn ich wetten würde, würde ich auf ein Mädchen setzen." Ich strahlte. „Das haben sie sich wohl gewünscht?"
„Ja, weibliche Verstärkung für Neele und Delia." Daphne lachte.
„Gut, dann sehen wir uns Mitte Mai wieder. Und nehmen sie diese Tränke." Er gab mir ein Rezept.
Daphne und ich gingen wieder nach unten. Die Eingangshalle war ausgestorben, die Todesser waren nicht mehr hier und wir konnten ungehindert zurück in Haus Nr. 12 flohen. Doch dort wurden wir bereits erwartet.
„Eleina."
„Severus, was tust du hier? Du hast doch Unterricht."
„Kann warten." Er brauchte mir die Frage nicht zu stellen, denn ich wusste was er fragen wollte.
Ob das was ich Narzissa an den Kopf geworfen hatte stimmte. Ich versuchte seinem Blick stand zu halten doch ich schaffte es nicht.
Mit dem was er heute gehört hatte, und so wie Lucius damals gefunden wurde, konnte er eins und eins zusammenzählen. Er nahm mich in den Arm.
Auch wenn ich bis jetzt immer dachte, ich hätte es bereits überwunden, musste ich nun feststellen, dass dem nicht so war. Ich weinte in seinen Armen. Severus strich mir übers Haar.
Er liess mich los, als er einen fast unmerklichen Stoss in den Bauch erhielt. Ich legte sofort meine Hand auf meinen Bauch.
„Du brauchst deinen Dad nicht gleich treten", sagte ich und lächelte. Severus küsste mich. Daphne seufzte. Meine Freundin verliess die Küche um uns Zeit zu geben.
„Es tut mir leid, dass ich dich nicht davor beschützen konnte."
„Du kannst nichts dafür. Lucius war ein arroganter Arsch. Daran hättest du nichts ändern können." Wir standen eine Weile nur da. Severus hatte mich wieder in den Arm genommen und hielt mich fest.
Es tat gut, denn ich wusste, dass er mich liebte.
„Du solltest gehen, deine Schüler warten auf dich." Er küsste mich leidenschaftlich, dann ging er.
Ich ging in mein Zimmer und zog mir etwas Bequemes an.
Keine Miederkleider mehr, denn ich wollte nicht immer die Luft anhalten. Also kramte ich die Empire Kleider heraus. Ich zog eines an und stellte mich vor den Spiegel.
Ein paar Wochen würde ich vielleicht damit noch auskommen, bevor ich nichts mehr verstecken konnte.
Als ich in die Küche zurück kam war Daphne bereits mit dem Mittagessen beschäftigt. Ich half ihr dabei.
„Du siehst gut aus. So kann man deinen Bauch fast gar nicht sehen."
„Nicht wahr, vielleicht komm ich damit ein paar Wochen über die Runden."
„Ein paar Wochen? Das bezweifle ich." Ich sah an mir herunter. Daphne hatte recht, die kleine Wölbung war bereits zu erahnen.
„Vielleicht fällt es nicht so auf", sagte ich hoffnungsvoll.
Wir bereiteten alles für das Mittagessen vor. Die Kinder assen, hatten es Lustig und ich vergass, dass nicht alles normal war. Am nächsten Tag, einem Donnerstag wollte ich in die Winkelgasse gehen. Wir brauchten noch zutaten für die Heiltränke die ich selber herstellte. Da Daphne keine Zeit hatte, beschloss ich, alleine zu gehen.
Im tropfenden Kessel stieg ich aus dem Kamin und ging in die Winkelgasse. Ich schlenderte die Gasse entlang, blieb vor dem Schaufenster von Flourish und Blotts hängen und bei Qualität für Quidditch sah ich mich um. Dann ging ich in die Apotheke.
„Was kann ich für sie tun?" Ich gab dem Apotheker eine Liste mit den Zutaten die ich benötigte. Natürlich waren auch die Zutaten für die Tränke dabei, für die mir der Heiler ein Rezept gegeben hatte.
„Brauchen sie die Blutblasenschote dringend? Ich müsste sie zuerst bestellen." Genau das war eine der Zutaten die ich für meinen eigenen Trank brauchte.
„Eigentlich schon, wann können sie sie denn hier haben?"
„Morgen früh, wenn sie es nicht in der Nokturngasse versuchen wollen."
„Nein, lieber nicht. Dann warte ich eben." Ich hatte nicht bemerkt, dass eine andere Hexe in der Apotheke war. Sie hatte die Kapuze ihres Umhangs über den Kopf gezogen und sich hinter einem Regal verborgen. Ich verliess die Apotheke und ging zurück in den Tropfenden Kessel. Von dort aus flohte ich nach Hogwarts.
„Eleina, was tust du denn hier?"
„Ich muss zu Severus. Die Apotheke in der Winkelgasse hatte eine Zutat nicht. Du hast nicht zufälligerweise den Tarnumhang hier?"
„Tut mir leid."
„Na gut, dann muss es auch so gehen." Ich verliess das Büro.
Die Schüler waren in ihren Klassenzimmern und so war ich sicher, niemandem zu begegnen. Ich öffnete Severus Räume und machte mich in seinem Zutatenschrank auf die Suche. Wie gut, dass alles dem Alphabet nach sortiert war, so fand ich die Blutblasenschote relativ rasch. Ich nahm mir zwei, schloss die Tür und wollte gehen.
Doch ich stiess an den Tisch und ein leerer Kessel viel zu Boden. Es schepperte höllisch.
„So ein Mist", schimpfte ich. Gerade als ich den Kessel aufhob, wurde die Verbindungstür zum Klassenzimmer aufgemacht.
Vor Schreck liess ich den Kessel nochmals fallen.
„Bei Merlin, musst du mich so erschrecken."
„Was in Salazars Namen tust du hier?"
„Ich hab mir was ausgeborgt", sagte ich und schwenkte die Schoten.
„Professor, der Trank ist fertig." Hinter Severus trat ein Schüler. Gross, sportlich, blond.
„Setzen sie sich Mr. Malfoy", sagte Severus ohne ihn anzusehen.
„Oh." Er schloss die Tür hinter sich.
„Wenn Draco gesehen hat was du dir ausgeborgt hast, weiss er was los ist. Er ist leider schlauer als Lucius."
„Ich weiss, er hat mich vor ein paar Wochen im St. Mungo gesehen", gab ich kleinlaut zu.
„Wann hattest du vor mir das zu sagen?"
„Ich hielt es nicht für wichtig."
„Alles kann wichtig sein."
„Ist ja gut, ich wollte den Kessel ja nicht herunter werfen, aber was kann ich denn dafür, wenn du den Tisch umstellst."
„Das ist dir aufgefallen?"
„Natürlich, sonst hätte ich mich ja nicht daran gestossen."
Ich blickte an die Stelle, an der normalerweise der Tisch stand. Dann zurück zu Severus.
„Ist das das was ich denke das es ist?" Er zog eine Augenbraue nach oben. In der Ecke stand eine Wiege. „Das ist so süss von dir", sagte ich und ging auf ihn zu, schlang meine Arme um seinen Hals und zog ihn in einen Kuss.
„Du solltest jetzt gehen."
„Wir sollten uns noch Lautstark streiten."
„Du kannst nicht einfach herkommen und dich hier bedienen, nur weil wir mal etwas miteinander hatten", blaffte Severus. Ich grinste.
„Ich dachte du hast mich geliebt, da ist es doch das Mindeste, dass du mir aus der Klemme hilfst." Wir hatten inzwischen die Tür zu seinen Privaten Räumen geöffnet und standen halb auf dem Korridor.
„Du hast dich da selbst hineingebracht, dann kannst du auch selbst wieder herauskommen." Entrüstet öffnete ich den Mund, aber seine Augen sagten mir etwas anderes.
„Selbst? Severus Snape, das wirst du mir büssen, glaube mir."
„Du drohst mir?" „Nein, das ist ein Versprechen. Und ich pflege meine Versprechen immer zu halten."
Die Schüler hatten inzwischen den Klassenraum geöffnet. In der Tür standen Harry und seine Freunde und Draco.
Theatralisch drehte ich mich um und rauschte durch den Korridor nach oben. Es viel mir wahnsinnig schwer ein Lachen zu verkneifen. Ich ging nach oben. Lächelnd betrat ich das Büro meines Grossvaters.
„Es scheint dir ja gut zu gehen?"
„Ja, ich habe mich gerade herrlich mit Severus gestritten." Albus sah mich fragend an. Ich schilderte ihm kurz die Situation.
„Ihr seid Beide sehr gute Schauspieler, aber seid vorsichtig, wenn ihr auffliegt."
„Wir werden nicht auffliegen", beruhigte ich ihn.
„Wir treffen uns heute Abend wieder, du wirst da sein?" Ich nickte ihm zu und flohte nach Hause.
Dort begann ich diverse Tränke anzusetzen. Dann spielte ich mit den Kindern, bereitete das Abendbrot vor und machte mich fertig.
„Du willst doch nicht wirklich zu Albus, oder?"
„Doch? Warum sollte ich nicht."
„Deswegen?", sagte sie und deutete auf meinen Bauch.
„Ach das geht schon noch." Ich verabschiedete mich und stieg in den Kamin.
Am Grimmauldplatz waren schon einige Leute. Sie sahen mich fragend an, doch keiner sagte etwas.
Albus war bereits in der Küche, Severus fehlte. Ich kam nicht dazu Albus nach ihm zu fragen, denn er scheuchte uns bereits auf die Plätze.
„Ich informiere euch nur kurz, bevor wir aufbrechen. Todesser greifen Muggellondon an. Wir treffen die restlichen Mitglieder am Trafalgar Square. Zieht euch so unauffällig wie möglich an und kommt dort hin."
Die Mitglieder stoben auseinander.
„Wenn du nicht mit möchtest kann ich das verstehen."
„Ich werde da sein." Natürlich sah ich die Zweifel in Albus Gesicht, aber ich hatte geschworen ihm zu helfen. Ich ging kurz nach hause.
Vor meinem Kleiderschrank machte ich halt. Ich hatte noch eine Umstandsjeans die ich von Neele und Shane aufbewahrt hatte. Sie passte. Dann eine Bluse im Empire Style.
In diesen Muggelkleidern konnte man deutlich meine Kugel sehen.
„Mist, aber da muss ich jetzt durch." Ich eilte zurück in die Küche, dann flohte ich in den Tropfenden Kessen und apparierte an den Trafalgar Square.
Die Todesser waren bereits in vollem Gange. Überall passierten Unfälle die kein Zufall waren.
Wir hatten alle Hände voll damit zu tun, die Unfälle nicht geschehen zu lassen. Und zwischendurch wurden wir direkt von den Todessern angegriffen.
„Bella hatte also recht." Ich drehte mich um. Vor mir stand eine Todesserin. Gross, schlank und offensichtlich blond.
„Mrs. Malfoy. Ich weiss nicht, worum es geht."
„Sie hat sie in der Apotheke gesehen und Draco hat mitbekommen, wie sie sich von Severus Blutblasenschoten geholt haben."
„Und zu welchem Ergebnis, sind sie gekommen?"
„Sie sind schwanger."
„Bravo, so viel Intelligenz hätte ich ihnen nicht zugetraut."
„Sie erwarten Severus Kind."
„Wenn sie meinen."
„Ist es denn nicht so?"
„Das werde ich gerade ihnen nicht auf die Nase binden." Wir umkreisten uns, mit gezogenen Zauberstäben.
Sie sah mich eindringlich an.
„Warum seid ihr Malfoys so stur. Es ziemt sich nicht, in anderer Leute Gedanken einzudringen. Expelliarmus." Narzissa wich aus.
„Stupor"
„Protego"
„Sie wollen doch nicht damit behaupten, dass mein Mann etwas damit zu tun hat."
„Ich sagte bereits, das werde ich gerade ihnen nicht auf die Nase binden."
„Narzissa, wir verschwinden", rief ein Todesser und die Frau apparierte.
Alle Robenträger verschwanden. Die Ordensmitglieder apparierten zurück in den tropfenden Kessel und von dort aus flohten sie an den Grimmauldplatz.
In der Küche trafen wir uns wieder.
„Kingsley, wie sieht es aus", fragte Albus.
„Zwei kleinere Unfälle, keine Opfer unter den Muggeln. Wir haben einen Todesser festgenommen. Leider keinen vom Innern Kreis."
„Gut, für den Rest werden wir auf Severus Bericht warten müssen." Die Ordensmitglieder begannen sich langsam zu verziehen. Zum Schluss sass nur noch Albus, Remus, Tonks und ich in der Küche.
„Kann es irgendwie sein, dass du zugenommen hast", fragte Tonks zwinkernd.
„Ja, vielleicht ein paar Pfund", scherzte ich.
„Tonks, wie kannst du so etwas fragen?"
„Na, sieh sie dir doch an, wenn dir das nicht auffällt, müsstest du dringend eine Brille haben." Verlegen versuchte ich meine Hände über meinen Bauch zu halten.
„Du kannst es in dieser Kleidung nicht mehr verleugnen." Albus sah mich über seine Brille an. Ich stand auf und holte mir ein Glas Wasser. Dann drehte ich mich wieder zu den andern um.
„Was?"
„Du bist wirklich schwanger?"
„Ja, Remus. Jetzt kuck nicht so. Ich bin keine Achtzehn mehr."
„Ich find das toll, was hat Severus dazu gesagt?"
„Er freut sich darüber." Tonks und ich setzten uns etwas abseits.
„Was ist denn mit dir und Remus, ich dachte da läuft was?"
„Ja, und nein. Er macht sich sorgen wegen dem Altersunterschied und weil er ein Wehrwolf ist. Remus will mich beschützen und merkt gar nicht, dass er mich damit nur noch mehr verletzt."
„Hast du ihm das schon einmal gesagt?"
„Mehr als einmal, aber er denk ich bemitleide ihn nur, dabei sieh ihn dir an."
Ich drehte den Kopf und warf einen Blick auf Remus. Er war zweifellos gleich Alt wie Severus. Sein graues Haar hing etwas strähnig ins Gesicht und über die linke Gesichtshälfte zog sich eine feine Narbe.
„Du bist etwas jünger als ich, nicht wahr?"
„Ja?"
„Und du warst nicht in Gryffindor, oder?"
„Nein, in Hufflepuff." Mir viel es wie Schuppen von den Augen.
„Jetzt erinnere ich mich, die Kleine Hufflepuff die Mme. Hooch aus der Fassung bringen konnte." Tonks sah mich fragend an. „Ich war ein paar Jahrgangsstufen über dir. Lynni Miller."
„Genau, Zaubertrank Miller." Ich hasste diesen Spitznamen. Ein blöder Slytherin hatte ihn mir verpasst, weil ich immer besser war als er und im letzten Jahr so oft Nachsitzen musste.
Ich musste das Gesicht verzogen haben, denn Tonks lachte.
„Du hast wohl den Namen gehasst."
„Und wie."
„So bist du also zu Severus gekommen, durch das Nachsitzen."
„Ja, nur geht das ja bei dir nicht mehr." Wieder warf ich einen Blick zu Remus.
„Soll ich mit ihm reden? Wir verstehen uns eigentlich ganz gut."
„Tu dir keinen Zwang an. Es haben schon so viele mit ihm geredet, ich glaube er schaltet manchmal ab."
„Ich bin gut im Zuhören und Reden, glaub mir. Sonst hätte ich nicht so viele Glückliche Kinder, trotz ihrer Situation." Ich stand auf.
„Professor Lupin, sie haben morgen einen Termin." Remus sah mich an und unterbrach das Gespräch mit Albus.
„Bitte?" Ich riss ein Stück Pergament von der Rolle die in der Küche lag und Kritzelte etwas darauf. Dann reichte ich es Remus.
„Büro Eleina Dumbledore, 13 Uhr 30", las er vor. „Und was soll ich da?"
„In erster Linie zuhören." Ich zwinkerte ihm zu und setzte mich wieder zu Tonks.
„Was hast du getan?"
„Ihm einen Termin verpasst beim Kummerkasten von Hogwarts."
„Wusstest du, dass in diesem Schuljahr, die Aggressivität in Hogwarts zurückgegangen ist?"
„Ach, schön."
„Das ist dein verdienst."
„Was? Wie kommt du darauf?"
„Die Schüler haben weniger Angst und so weniger Aggressionen."
„Und dass soll an mir liegen?"
„Hast du denn nichts zu tun?"
„Oh doch, mehr als mir lieb ist."
„Eben." Wir lachten.
In dem Moment ging die Tür auf, und Severus stürmte hinein.
„Bist du von allen guten Geistern verlassen?"
„Wer, ich?"
„Natürlich du."
„Was ist denn passiert? Ich hab doch niemandem verletzt, gefangen oder sonst irgendwie beleidigt?"
„Du hast dich mit Narzissa duelliert."
„Ja und?"
„Sie weiss dass du schwanger bist."
„Tut mir leid, aber in Muggel Kleidern ist es nicht mehr zu verstecken." Ich verstand nicht worauf er hinaus wollte.
„Sie weiss aber nicht wie weit du bist."
„Severus sage was du sagen willst, aber rede nicht so in Rätseln."
„Narzissa denkt, es wäre Lucius Kind." Mir viel die Kinnlade herunter.
„Wie bitte? Die Frau hat sie doch nicht mehr alle."
„Was hast du dagegen getan?", fragte Albus.
„Was hätte ich denn tun sollen?", antwortete Severus. „Ich habe versichert, dass ich bis gestern nichts davon wusste. Abklärungen treffen werde etc."
„Die Frau hat Nerven, wenn das wirklich von ihrem Mann wäre, wäre ich nicht mehr Schwanger, so viel ist sicher." Ich hatte nicht bemerkt, wie aufgeregt ich war.
Ich bekam einen heftigen Stoss aus dem Bauch und zuckte kurz zusammen.
„Eleina, alles in Ordnung", fragte Severus sofort.
„Ja, alles bestens. Muss mich nur kurz hinsetzen." Remus stand neben Albus und sah mich an wie einen Geist. Oder besser, er sah Severus so an.
„Alles in Ordnung Remus?" Er schien sich wieder zu fangen.
„Ehm, ja, natürlich."
„Was ist noch so los, bei den Todessern?", fragte ich um das Thema zu wechseln. Severus drehte sich sofort zu Albus.
„Der Dunkle Lord verliert die Geduld. Er will, wenn er Potter nicht vorher irgendwie bekommt, Hogwarts direkt angreifen."
„Wie will er das machen? Auch Tom ist nicht so stark, dass er durch die Verteidigungszauber kommt."
„Ich soll ihm dabei Helfen. Er will sie töten und den Posten neu besetzen."
„Wer hat den Auftrag bekommen?"
„Draco."
„Gut, dann besteht keine Gefahr."
„Wie?", fragte ich.
„Draco Malfoy, ist nicht in der Lage jemanden zu töten."
„Wieso bist du dir da so sicher?"
„Ich kenne meine Schüler, einige besser als andere. Er tut zwar immer sehr heroisch, ist aber in Wirklichkeit nicht so kalt wie sein Vater. Er könnte niemanden töten."
„Dein Wort in Merlins Ohr."
„Da ist noch etwas Severus, oder?"
„Der Lord will, dass ich es tu, wenn Draco versagt."
„Oh, dann ist ja alles in Ordnung", sagte ich und setzte mich wieder hin, doch das Gesicht der Umstehenden sagte mir etwas anderes.
„Was?"
„Severus ist durchaus in der Lage jemanden zu töten."
„Das ist mir bewusst, aber er wird es nicht tun, nicht wahr?" Ich blickte zu Severus und wartete auf seine Bestätigung. „Nicht wahr, Severus."
„Er wird es tun, um Harry zu schützen."
„Was! Seid ihr von allen guten Geistern verlassen? Wir reden hier über einen kaltblütigen Mord, nicht über ein Geburtstagsfest."
„Eleina, manchmal braucht es Opfer, um den Krieg zu gewinnen."
„Geht's noch? Aber bestimmt nicht solche. Jetzt sag halt auch mal was", giftete ich Severus an. Er zog nur die Augenbraue nach oben. „Du bist seiner Meinung?"
Dann sah ich zu Remus und Tonks, die zwar betreten zu Boden sahen, aber offensichtlich sich auch Albus anschlossen.
„Ihr habt sie doch nicht mehr alle. Ich an deiner Stelle, würde eher die Tarnung aufgeben, als Albus zu töten."
„Das kann er nicht", versuchte Tonks mir zu erklären. „Wenn wir Severus verlieren, ist uns Du-weisst-schon-wer immer einen Schritt voraus. Dann haben wir gar keine Chance mehr, Harry zu schützen oder Du-weisst-schon-wen zu töten." Ich ging. Das wollte ich mir nicht mehr anhören.
„Eleina" hörte ich Severus noch rufen, doch ich ging nicht darauf. Direkt als ich aus dem Kamin stieg, verschloss ich ihn. Ich wollte jetzt niemanden mehr sehen. In Haus Nr. 12 war bereits Ruhe eingekehrt. Ich schlich mich in mein Zimmer und legte mich schlafen.
Am nächsten Morgen erwachte ich als Erste. Ich hatte schlecht geschlafen, und war launisch. Ich ging also in die Küche und begann mit dem Frühstück.
Zum Leidwesen der Bewohner war ich nicht gerade leise. Und als mir dann auch noch eine Kaffeetasse auf den Boden viel und zerbracht, war wohl auch der Letzte wach.
„Bei Merlin noch mal."
„Das macht sie auch nicht wieder ganz." Ich blickte auf und sah Daphne in der Tür lehnen.
„Reparo, Accio", sagte ich und setzte mich an den Tisch. „Tut mir leid, ich wollte euch nicht wecken."
„Nicht? Hat sich aber definitiv so angehört." Sie holte sich einen Kaffee und setzte sich zu mir.
„Ist wohl gestern nicht so gut gelaufen?"
„Doch, eigentlich schon, nur die Pläne dieser irren machen mich ganz Krank."
„Die Todesser sind auch nicht einfache Zauberer."
„Schon, aber von denen habe ich nicht gesprochen." Daphne sah mich verwirrt an.
Ich erklärte ihr, was Severus und Albus planten.
„Vielleicht hat Harry bis dann geschafft, was man von ihm erwartet."
„Er wird es nichteinmal wissen. So wie ich Albus inzwischen einschätze, wird er dem Jungen nichts sagen. Was dann zur folge hat, dass er Severus töten will, weil dieser ja Albus ermordet hat.
Die sind doch genau so Wahnsinnig wie die Leute vom Dunklen Lord."
„Erzähl es ihm, vielleicht fällt Harry etwas ein. Nach allem was du so über den Jungen erzählt hast, ist er nicht blöd." Ich war Daphne so dankbar, dass sie mir immer half. Ich hätte auch von alleine darauf kommen können.
Wir bereiteten das Frühstück zu Ende vor und ich zog mich dann in mein Arbeitszimmer zurück, um mich für den Nachmittag vorzubereiten ausserdem, hatte ich ja einen Termin mit Remus.
Um kurz vor zwölf kam ich in die Küche.
„Ich esse in der Winkelgasse, muss noch was besorgen."
Im Tropfenden Kessel stieg ich aus dem Kamin und ging direkt zur Apotheke.
„Ah, sie kommen wegen ihrer Bestellung, einen Moment bitte", sagte der Apotheker. Ich musste nicht lange warten, bis der Mann zurück kam und mir eine Tüte Blutblasenschoten überreichte.
„Vielen Dank", sagte ich und ging.
Bevor ich jedoch bei Fortescue eine Kleinigkeit ass, bestellte ich bei Qualität für Quidditch zwei neue Rennbesen. Neele und Shane hatten ja bald Geburtstag. Dann wollte ich zurück in den Tropfenden Kessel. Doch irgendwie war der Wurm drin.
Wenn man jemanden nicht treffen will, kann man sicher sein, dass man ihn trifft. Gerade als ich in den Hinterhof des Tropfenden Kessels kam, kam Narzissa Malfoy heraus. Das musste einfach Murphys Gesetz sein.
„Miss Dumbledore, sieh an. Wieder auf dem Weg jemanden zu vergiften?"
„Mrs. Malfoy, was wollen sie von mir?"
„Wagen sie es nicht, so mit mir zu sprechen."
„Kommen sie auf den Punkt, wenn sie etwas wollen, gewisse Leute arbeiten nämlich."
„Wenn sie es nötig haben", schnarrte sie.
„Ich sagte nicht, dass ich es nötig hätte, aber ich verbringe meine Zeit lieber mit nützlichen dingen, als damit mir den Himmel anzusehen." Der hatte wohl gesessen, denn die Hexe öffnete pikiert den Mund.
Ich wollte mich an ihr vorbei schieben, als sie mich am Handgelenk packte.
„Lassen sie mich los", fauchte ich.
„Passen sie gut auf sich auf, nicht jeder erhält ein solches Geschenk." Sie deutete mit dem Kopf auf meinen Bauch.
„Passen sie lieber auf sich auf, sie sind bereits im Begriff den Verstand zu verlieren." Ich riss mein Handgelenk los und liess sie stehen. `Dumme Kuh`. Dann flohte ich nach Hogwarts.
Als ich aus dem Kamin trat, rieb ich mein Handgelenk.
„Ist etwas passiert?" Albus blickte von seinem Schreibtisch auf.
„Nicht so wild, ich lebe ja noch", raunzte ich ihn an und ging. Auf keinen Fall wollte ich mit ihm sprechen, denn sonst hätte er mir meinen Plan noch ausreden wollen.
Bevor ich in mein Büro ging, besuchte ich Mme. Pomfrey.
„Oh, Miss Dumbledore, hatten sie wieder eine Auseinandersetzung?"
„So kann man es auch sagen", lächelte ich und hielt ihr mein Handgelenk entgegen. „Eigentlich würde ich das ja selber behandeln, aber ich habe gleich meinen ersten Termin."
„Kein Problem, das haben wir gleich." Sie holte eine Tinktur und tropfte ein paar Tropfen auf die zerkratzte Stelle am Gelenk. Ich konnte zusehen, wie sich die Kratzer schlossen.
„Danke", sagte ich und ging.
Ich wollte gerade die Tür schliessen, als mich eine Hand an der Schulter berührte. Erschrocken blickte ich auf.
„Bei Salazar und Godric, musst du mich so erschrecken?"
„Was wolltest du hier?"
„Geht dich nichts an", fauchte ich. Severus hob die Augenbraue. Er bracht der Schulheilerin gerade neue Tränke.
„Ist etwas mit dem Kind?"
„Dann wäre ich wohl kaum hier. Es geht ihr bestens."
„Ihr?"
Hatte ich das nicht erwähnt? Hatte ich tatsächlich vergessen ihm davon zu erzählen?
„Ja ihr, und jetzt lass mich bitte durch, ich habe einen Termin." Ich ging nicht auf seinen Gesichtsausdruck ein. Ich wollte nicht.
Natürlich war das eine Trotzreaktion, aber ich konnte es ja noch immer auf die Hormone schieben.
Remus wartete bereits vor meiner Tür.
„Tut mir leid Remus, ich bin mit Severus zusammengestossen."
„Ihr streitet euch doch gar nicht?"
„Doch, jetzt schon. Aber wir sind nicht wegen gestern hier, also komm rein." Ich öffnete ihm die Tür und wies ihm die Sitzecke zu.
„Warum wolltest du mich also sprechen?" Ich war mir sicher, dass Remus es wusste.
„Ich möchte, dass du mir einfach mal zuhörst.
Als ich in meinem letzten Schuljahr hier in Hogwarts war, war ich alles andere als unauffällig. Ich war Hüter der Hausmannschaft von Gryffindor, Klassensprecherin, O Schülerin und nicht gerade jedes Lehrer Liebling.
Meine Mitschüler nannten mich Zaubertrank Miller, ich hasste diesen Namen, aber ich liebte Zaubertränke, nicht nur wegen des Professors", ich musste lächeln.
„Im ersten Halbjahr, wollte ich ihn damit beeindrucken, dass ich immer die Beste in meiner Klasse war, doch das war ich bis anhin sowieso schon, also funktionierte es nicht. Und dann, nach den Weihnachtsferien, habe ich damit begonnen, Fehler zu machen, damit er mich beachtete, auch das funktionierte nicht.
Und dann, begann ich damit, alles dafür zu tun, um Nachsitzen zu müssen.
Glaub mir, ich habe jeden Trank aus den Schulbüchern mindestens einmal Gebraut. Und am Tiefpunkt meiner verzweifelten Versuche, bin ich zum Nachsitzen mit der Schuluniform einer Fünftklässlerin.
Also Rock zu kurz, Bluse zu eng." Remus sah mich mit grossen Augen an.
„Doch auch das hatte nichts gebracht, dachte ich zumindest."
„Worauf willst du eigentlich hinaus?"
„Ich war hartnäckig. Weil ich es so wollte.
Meine Mitschüler lachten bereits über mich, aber mir war das egal, verstehst du. Ich wollte es, ich war mir sicher. Hätte ich aufgeben sollen, nur weil andere das vielleicht getan hätten?"
„Nein. Es war richtig, dass du darum gekämpft hast. Und es hat sich ja schliesslich für dich gelohnt. Und für Severus."
„Eben."
„Was eben?"
„Tonks." Remus sah betreten zu Boden.
„Das ist etwas ganz anderes."
„Warum ist das was ganz anders? Tonks liebt dich. Ihr ist egal, was andere sagen, ihr ist sogar egal, dass du sie immer wieder zurückstösst. Ihr ist aber nicht egal, dass es dir offensichtlich auch weht tut."
„Ich kann nicht anders. Was würden die Leute sagen, was, wenn wir ein Kind bekämen?"
„Was würden die Leute sagen? Das ist doch so was von egal was die Leute sagen würden. Ich habe zwei Kinder mit Severus Snape und bald ein drittes. Glaubst du ich kümmere mich darum was die Leute sagen?"
„Aber…"
„Aber was? Steh endlich dazu. Sie hat es verdient Remus." Er hatte die Ellbogen auf die Knie gestemmt und den Kopf in die Hände gelegt. Ich legte ihm meine Hand auf den Rücken. „Steh zu ihr, bevor es zu spät ist und dieser Krieg noch mehr Opfer fordert." Remus sah mich dankend an, dann stand er auf.
Wir gingen zur Tür und ich umarmte ihn, bevor er ging.
Als ich dann die Tür öffnete, standen bereits die ersten Kinder davor.
Ich arbeitete lange und zum Schluss kam wie immer, Harry.
„Gut, auf dich habe ich schon gewartet. Hat Albus mit dir Gesprochen?"
„Ehm nein? Hätte er denn sollen?"
„War ja klar. Gut Harry, setz dich." Der junge Gryffindor setzte sich auf die Couch. „Voldemort will, dass Draco Albus tötet. Wenn er das nicht packt, soll Severus es tun. Albus hat beschlossen, dass Severus das auch tun soll. Er meinte Opfer müssten für diesen Krieg gebracht werden. Ich will, dass du das weisst, weil…, weil ich Severus liebe und ich nicht will, dass du ihn hasst, oder Neele, oder Shane oder dieses Kind."
„Ich könnte weder Neele, noch Shane oder das neue Baby hassen. Und dich auch nicht. Jeder ist für das was er tut selber verantwortlich."
„Danke Harry."
„Nein, ich muss dir danken, denn Professor Dumbledore würde mir das nie sagen. Was ist, wenn Professor Snape da einfach nicht mitmacht?"
„Er ist aber der gleichen Meinung. Wenn es hilft dich zu beschützen, würde er ihn töten."
„Oh."
„Ja, oh." Wir schwiegen uns einige Minuten an.
„Es tut mir leid", sagte er dann.
„Dir? Warum tut es dir leid?"
„Wenn mich nicht alle immer beschützen wollten, würde es solche Probleme nicht geben."
„Du weisst schon, dass beide Männer älter sind als du? Die können sich solche Probleme auch ohne dich generieren." Harry sah mich verwundert an. „Ich liebe Albus und Severus, aber ich bin nicht ihrer Meinung, ganz und gar nicht. Es bringt nichts, wenn sich alle Opfern und dann doch nichts bei raus kommt.
Ich glaube du hast genug Potential um Voldemort zu töten. Auch ohne dass die beiden Märtyrer spielen."
Harry begann zu lachen. Obwohl an der Situation nichts zum Lachen war. Auch ich begann zu lachen. Wir lachten Tränen.
Doch plötzlich schlug die Stimmung um. Harry weinte. Sofort nahm ich ihn in den Arm. „Schhh, ist gut. Es kommt alles wie es muss, glaub mir." Wir sassen eine ganze Weile da. Er hatte den Kopf an meine Schulter gelegt.
„Komm, wir gehen essen." Harry hatte rote Augen und über seinem Gesicht sah man die Tränenspuren.
Ich wischte mit der Hand einmal darüber.
„So, jetzt können wir gehen."
„Danke Eleina. Seit du hier bist, geht's mir viel besser."
„Es freut mich, dass ich dir helfen kann, auch wenn ich dir deine Aufgabe nicht abnehmen kann." Wir gingen gemeinsam in die Grosse Halle.
Wir waren wieder in eine Diskussion vertieft, als wir die Grosse Halle betraten. Gleichzeitig wollte eine Gruppe Slytherins die Selbe verlassen.
„Sie an, Miss Dumbledore."
„Oh, Mr. Malfoy, was wollen sie denn schon wieder?", fragte ich und verdrehte die Augen.
„Ich bin nicht derselben Ansicht wie meine Mutter." Fragend sah ich ihn an. „Das Balg ist zweifelsohne nicht von meinem Vater, aber wir sollten den Wehrwolf mal danach fragen."
„Ich wusste nicht, dass es sie was angeht, mit wem ich meine Zeit verbringe. Und glauben sie mir, ich werde auch ihnen nicht auf die Nase binden wessen Kind ich unter dem Herzen trage." Dracos Blick viel auf Harry, dann grinste er mich an.
„Vielleicht sollten wir auch Potter fragen", zischte er. Ich riss die Augen auf. Harry zog geschockt den Zauberstab.
„Mr. Malfoy, gehen sie mir aus den Augen. Ansonsten werde ich für nichts garantieren, das verspreche ich ihnen." Meine Aura pulsierte und ich zitterte. Der blonde Slytherin jedoch lachte hämisch und verliess die Halle.
„Ich werde dem gleich…, so eine Frechheit…" Harry stand beschützend vor mir.
„Kann ich dir Helfen?" Severus sprach mich plötzlich hinter mir an.
„Du, mir helfen? Bring deine Schüler unter Kontrolle, Severus, ansonsten verspreche ich dir, werde ich das bei mindestens einem tun. Und zwar nicht mit Hogwarts Methoden, das garantiere ich dir." Ich war so wütend, dass ich unbewusst eine Hand schützend über meinen Bauch hielt.
Doch dann, plötzlich verliess mich die Kraft und ich sackte zusammen.
Als ich das nächste Mal die Augen öffnete, lag ich auf der Krankenstation.
„Was ist passiert?"
„Sie hatten einen Zusammenbruch", antwortete die Medihexe.
„Was ist mit meinem Baby?"
„Es geht ihm gut, glauben sie mir, die sind zäher als wir selber."
Unweit von mir standen Remus, Severus und Albus.
„Ihr habt den dritten potentiellen Vater wohl nicht dabei haben wollen, was?" Severus sah mich fragend an.
„Mr. Malfoy hat den Verdacht geäussert, dass entweder Remus oder Harry, Vater des Kindes sei."
„Potter?"
„Bringt diesen Slytherin zur Vernunft. Der kann sich doch nicht alles erlauben."
„Reg dich nicht wieder auf Liebes", beruhigte mich Albus.
„Ich soll mich nicht aufregen? Nicht genug, dass du und Severus einen Plan ausarbeitet wie er dich am besten tötet, nein, ich werde auch noch verdächtigt mit gleich drei der Bewohner dieses Schlosses eine intime Beziehung zu haben. Wobei einer davon ein Schüler ist.
Ich hab wohl allen Grund mich aufzuregen. Ausserdem sind wir Dumbledore Frauen zäh, da passiert so schnell nichts." Severus zog die Augenbraue nach oben.
„Ein Mädchen, gratuliere." Remus hatte als erster seine Sprache wieder.
„Wenn mich dieser Malfoy, nochmals so anmacht, werde ich ihn verhexen, dass das klar ist", drohte ich und versuchte aufzustehen.
„Wo wollen sie hin, Miss Dumbledore?"
„Weg, weg aus diesem Schloss, sonst explodiere ich noch." Etwas wackelig stand ich auf. Severus wollte mich gerade stützen, als ich nach Remus Arm griff.
Dieser sah mich fragend an.
„Bring das in Ordnung Severus, egal wie", blaffte ich ihn wütend an und ging.
Vor der Tür sassen die Gryffindors.
„Eleina, geht es dir gut?", fragte mich Harry sofort.
„Danke Harry, es geht mir bestens. Ich bin zäh."
„Tut mir leid, dass Malfoy dich so angegriffen hat, ich war zu geschockt um zu reagieren."
„Du brauchst dich nicht entschuldigen. Ich war mindestens genau so geschockt wie du. Nie im leben wäre ich auf die Idee gekommen, dass man auf die Idee kommen könnte, dass ich mit dir…, ich meine…du bist nicht mal mein Typ." Ringsum lachte es. „Was? Ist doch wahr. Viel zu brav", sagte ich und wuschelte ihm durchs Haar.
„Wenn sie wüssten, Miss Dumbledore, wenn sie wüssten", lachte Ginny.
„Ach ja, erzähl mal", sagte ich und hackte mich bei ihr unter.
Wir schlenderten gemeinsam auf die Ländereien. Ginny erzählte mir von Harrys Übertretungen der letzten Jahre und Ron und Hermine halfen mit Details aus.
Viel zu schnell, mussten die Gryffindors leider wieder zum Unterricht.
„Nachdem was ich jetzt weiss, nehme ich das brav zurück, dann bist du eben nur zu jung." Lachend gingen wir zum Schloss zurück.
In der Eingangshalle trafen wir auf die Slytherins. Wenn man jemanden nicht treffen will, ist es garantiert, dass man es tut, Murphys Gesetz eben.
„Schon erholt, Miss Dumbledore?"
„Mr. Malfoy, natürlich. So schnell schaltet mich keiner aus. Bei andern, geht das schneller", säuselte ich.
„Ich weiss nicht worauf sie hinaus wollen."
„Das macht nichts, wenn sie so weiter machen, werden sie das schnell herausfinden. Machen ja alle in ihrer Familie so." Der blonde Slytherin machte einen Schritt auf mich zu. Zugegeben, körperlich war er mir überlegen. Doch er wurde gleich von vier Zauberstäben zurück gehalten.
„Mr. Malfoy, gehen sie in ihren Gemeinschaftsraum. 10 Punkte Abzug für Slytherin, wegen Belästigung unseres Gastes. Und ihr steckt die Stäbe weg." Ich hatte wohl ganz vergessen, dass Remus uns begleitet hatte.
„Danke. Aber jetzt muss ich gehen. Ich muss noch zwei Pakete packen." Die fragenden Gesichter brachten mich zum lächeln. „Am Sonntag ist der 7. April. Neele und Shane haben Geburtstag", erklärte ich.
„Die haben gar nichts gesagt", meinte Ginny.
„Sie sind nicht so erpicht auf Geburtstage. Nur letztes Jahr, als die Eulen gekommen sind, konnten sie es kaum erwarten."
Im dritten Stock trennten sich unsere Wege. Ich ging zu Albus, Remus in sein Klassenzimmer und die Gryffindors in ihren Turm. Im Büro des Schulleiters sass Albus an seinem Schreibtisch. Er hatte wohl auf mich gewartete, denn als ich eintrat sah er mich an und deutete auf einen Stuhl.
„Du hast Severus eben sehr verletzt, das ist dir bewusst?"
„Ich habe ihn verletzt? Grossvater, es ist nicht einfach sein Kind zu bekommen, das war es damals nicht, und ist es heute noch viel weniger. Ich versuche wirklich alles, um es geheim zu halten, aber ich werde nicht gerne als Flittchen hingestellt. Von diesem arroganten Slytherin schon gar nicht."
„Mr. Malfoy ist ein unsicherer Schüler, er ist nicht halb so arrogant wie er sich gibt."
„Dann hat er aber eine seltsame Art das zu zeigen."
„Die Malfoys sind seit Generationen Reinblütige Zauberer. Lucius war immer sehr Stolz und so wie er mit dir umgegangen ist, so wird er auch ungefähr mit seinem Sohn umgegangen sein." Fragend sah ich den alten Mann an. „Draco wäre ein Fall für die Childhood Magic, glaube mir."
„Ich glaube nicht, dass ich ihn mit seiner Art irgendwo unterbringen könnte."
„Das ist nur sein verstelltes ich. Lucius hat ihm viel beigebracht, unter anderem auch, zeige nie, wie du dich wirklich fühlst. Gefühle bedeuten schwäche."
„Das kenn ich von irgendwo. Ach ja, Severus ist genau so. Muss wohl an Slytherin liegen." Albus lächelte ab meinem Sarkasmus.
„Warum warst du denn bei Severus so hartnäckig und gibst Draco so gar keine Chance?"
„Weil Severus mich nicht als Flittchen betitelte und mir nicht den Tod an den Hals gewünscht hat? Wenn ich nur halbwegs reue in seinen Augen sehen würde, hätte Draco jede Chance von mir die er verdient."
„So wie von Harry auf unserer Seite viel erwartet wird, hängt auf der dunklen Seite viel von Draco ab. Er muss seinen Vater ersetzen, obwohl er das weder kann, noch will. Severus unterstützt ihn wo er kann. Aber Draco ist stur, er hat noch nicht bemerkt, dass Severus ihm helfen könnte."
„Mir war nicht bewusst, dass Severus ein Helfer Syndrom hat?"
„Hat er durchaus nicht, da hast du schon recht, aber Draco ist sein Patenkind. Er würde so ziemlich alles tun für ihn." Das erklärte mir doch einiges. Ich sank in meinen Stuhl. „Ist dir nicht gut?"
„Alles bestens, warum hat Severus mir das nicht gesagt? Vielleicht hätte ich dann anders reagiert, oder zumindest subtiler. Bei Merlin noch mal, warum redet der Mann nicht mit mir."
„Er hat lange Zeit mit niemandem reden müssen."
„Albus, wir haben nächtelang damit verbracht zu reden, aber offensichtlich traut Severus mir nicht, dass er solche Sachen nicht mit mir teilt. Ich weiss nicht, ob ich das wirklich noch lange mitmachen will.
Er kann von mir alles haben, er kann in mir lesen wie in einem offenen Buch und er öffnet für mich gerade mal den Einband, verstehst du? Ich muss mich jetzt auf etwas anders konzentrieren, ich habe momentan nicht die Kraft, mich auch noch darum zu kümmern."
„Was soll das heissen?"
„Vielleicht wäre es gut, wenn ich mich im Moment nur um die Kinder und meine Arbeit kümmere. Keine Ordenseinsätze mehr, keine Nächte im Schloss." Obwohl ich sah, dass Albus mir etwas erwidern wollte, stand ich auf. „Schönen Tag, Grossvater", sagte ich und verliess das Schloss über den Kamin.
Als ich in Haus Nr. 12 aus dem Kamin trat, verschloss ich ihn so gleich wieder.
„Du streitest dich jetzt wirklich mit Snape?" Daphne kannte den Gesichtsausdruck.
„Ja, nein, vielleicht, ach ich weiss nicht. Ich habe weder Lust, noch Kraft mich durch dieses Gewirr an Verantwortung und Stolz zu wühlen." Ich verliess die Küche und begann mit den Kindern zu spielen, bevor sie zu Bett gingen. Dann setzte ich mich in die Küche und nahm Pergament und Feder zur Hand.
Ich wusste nicht, dass Draco dein Patenkind ist.
Dass du mir so wenig vertraust kränkt mich sehr.
Eigentlich hatte ich gehofft, wir hätten keine Geheimnisse
vor einander, dem scheint nicht so zu sein.
Ich werde mich in nächster Zeit, ausser in meinen Sprechstunden,
nicht mehr in Hogwarts aufhalten. Es tut mir leid, wenn
ich dich vor den Kopf gestossen habe, aber ich brauche
meine Kraft im Moment mehr für mich, als für dieses
Spiel von Macht und Stolz. Ich liebe dich
Eleina
Nachdem ich fertig geschrieben hatte, legte ich die Feder zur Seite und las mir die Zeilen nochmals durch.
Natürlich war das nicht ohne Spur an mir vorübergegangen und ich wischte mir die Tränen weg. Rollte das Pergament zusammen und rief nach meiner Eule. Sie sollte den Brief zu Severus bringen. Dann ging ich zu Bett.
Am Samstagmorgen erwachte ich sehr früh. Doch das war gut so, denn ich wollte noch bei Linda die Selbstgemachten Kuchen abholen. So zog ich mir Muggelkeidung an und verliess das Haus.
London war um diese Zeit wie ausgestorben. Die Geschäfte waren geschlossen und der eine oder andere Nachtschwärmer ging nach Hause.
Als ich dann um Acht Uhr Morgens vor der Tür der Devenports stand, erinnerte ich mich daran, wie es vor dreizehn Jahren war. Genau hier hatte ich gestanden, gehofft, dass mich die Devenports wieder aufpäppeln und ich war genau so wie jetzt Schwanger.
Mit einem Kopfschütteln versuchte ich die Gedanken los zu werden. Dann klopfte ich. Linda öffnete mir. Sie hatte die Schürze umgebunden und es roch nach Kuchen.
„Hallo Lynni, du bist früh, magst du einen Kaffee?"
„Lieber Tee", sagte ich und trat ein.
Linda kochte mir einen Tee und wir setzten uns in die Küche.
„Wie geht es dir, Liebes?"
„Ach Linda, weisst du noch, wie ich damals vor dreizehn Jahren hergekommen bin?" Sie nickte.
„So geht es mir, nur noch etwas schlimmer."
„Du hast dir wohl auch keinen einfachen Mann ausgesucht." Ich lächelte.
„Nein, das habe ich nicht. Aber ich kann nichts dafür, ich liebe ihn, damals wie heute." Linda goss mir Tee nach.
„Wie war das eigentlich, als du damals Arn kennen gelernt hast?" Linda lächelte.
„Ich habe ihn vor der Telefonzelle hinter der Lukasstreet getroffen. Er hat so eigenartig ausgesehen mit dem Umhang, und er suchte verzweifelt etwas. Also fragte ich ihn, was er denn suchte.
Erst wollte er es mir nicht sagen, denn er suchte seinen Zauberstab. Ich hielt ihn für verrückt. Dann fand er ihn jedoch und zeigte mir, dass es nicht so seltsam war, wie es sich für mich anhörte. Und er lud mich zum Essen ein.
Wir verabredeten uns für den nächsten Tag. Wir redeten eine Weile, und mit jedem weitern Date wurde mir bewusst, dass mir egal war, dass er anders war als wir.
Wir haben zwei Jahre nach unserm ersten kennen lernen geheiratet. Ein Jahr später wurde Daphne geboren. Und seit her, sind wir eine glückliche Familie."
„Hast du nie bereut, einen Zauberer geheiratet zu haben?"
„Nein, nie, nicht ein einziges Mal in den vergangenen 33 Jahren. Bereust du es, dass Severus der Vater deiner Kinder ist?"
„Nein, sie hätten keinen besseren bekommen können", da war ich mir sicher.
Die Kuchen waren um kurz nach zehn fertig und ich verliess das Haus der Devenports. Linda bot mir immer wieder an, den Kamin zu benutzen, doch ich ging lieber auf normalem Wege. Die Luft tat mir gut, und London schien zu erwachen.
Ich schlenderte noch etwas durch die Kaufhäuser und kaufte mir Babysachen.
Ich hatte nichts mehr von Neele und Shane, zumindest nichts was jetzt noch tragbar gewesen wäre.
Natürlich hatten wir das eine oder Andere Teil in den Häusern, denn auch hier bekamen wir ab und an Babies, aber ich wollte meine Tochter selber einkleiden.
Zur Mittagszeit war ich im tropfenden Kessel. Wenn ich schon da war, wollte ich in die Winkelgasse.
Ich holte die Rennbesen bei Qualität für Quidditch und schlenderte dann weiter. Natürlich liess ich es mir nicht nehmen, bei Mme. Malkin vorbei zusehen, und auch dort einige Babysachen zu kaufen. Dann setzte ich mich in den Eissalon von Fortescue und ass eine Kleinigkeit.
„Eleina, was tust du denn hier?" Ich blickte von meinem Eisbecher auf.
„Tonks, Remus, hallo, setzt euch doch." Die Beiden setzten sich zu mir. „Ich war Shoppen, und die Kuchen für Neele und Shane holen, was treibt ihr so?"
Tonks warf Remus einen Blick zu, den ich nicht deuten konnte. Sie strahlte.
„Keine Ahnung, was du ihm gesagt hast, aber sieh mal hier." Sie streckte mir ihre Hand entgegen. Am Ringfinger glitzerte ein kleiner Brillant.
„Ist das ein Verlobungsring?" Tonks nickte. „Das ist ja toll, herzlichen Glückwunsch", sagte ich und umarmte beide.
„Remus sagte, du hast dich mit Severus gestritten, was war denn los?"
„Ach, das übliche. Er redet nicht und ich muss immer alles alleine herausfinden.
Sein Patenkind hat mir unterstellt, eine sexuelle Beziehung zu einem Schüler zu haben."
„Du darfst dich von Draco nicht so aufziehen lassen. Der ist viel zu sehr von Lucius bevormundet worden, als dass er eine eigene Meinung haben könnte."
„Du wusstest, das Draco sein Patenkind ist?"
„Natürlich, Draco ist mein Cousin. Meine Mutter und seine Mutter sind Schwestern. Da aber meine Mutter einen Muggelstämmigen geheiratet hat, sind wir zerstritten."
„Du wusstest nicht, dass Draco sein Patenkind ist?"
„Nein Remus, das wusste ich nicht. Woher auch, er hat mir ja nichts gesagt."
„Das darfst du ihm nicht vorhalten, er war bestimmt der Meinung du weisst das", versuchte Tonks ihn in Schutz zu nehmen.
„Es ist wirklich lieb, dass du ihn vor mir in Schutz nehmen willst, aber ich glaube Severus weiss genau, warum ich so wütend war, bin."
„War oder bist?" Ich lächelte Remus an.
„Wohl eher war. Aber ich habe keine Kraft mehr, mich auch noch gegen Draco beweisen zu müssen. Severus würde fast alles für ihn tun, dann soll er, ich verstehe das, wirklich, aber er soll mich da raus lassen."
„Mit welchem Schüler hast du denn was", fragte mich Tonks um abzulenken.
„Mit Harry, und er ist der Vater meines Kindes."
„Das hat Draco nicht wirklich gesagt oder?", fragte sie lachend.
„Doch, das hat er. Und Harry hat sogar daneben gestanden. Du hättest seine Reaktion sehen sollen", lachte ich.
Eigentlich war die Situation wirklich lustig. Es hätte wohl nie jemand ernsthaft gedacht, dass ich mit Harry was hatte.
„Wir müssen dann los", sagte Tonks und scheuchte Remus auf.
„Viel Spass, bei was auch immer", sagte ich und blieb sitzen.
„Kommst du nicht mit?"
„Wohin?" Tonks kam näher und flüsterte mir
„Grimmauldplatz", ins Ohr.
„Nein, ich werde vorläufig keine Treffen mehr besuchen, und auch in Hogwarts werde ich mich rar machen. Ich brauche Abstand." Tonks nickte und Remus warf mir einen mitleidigen Blick zu, dann gingen sie.
Ich bezahlte mein Essen und flohte nach Hause. Am späteren Nachmittag flohte ich zu Haus 10, 3 und 8, bevor ich zum Abendessen wieder in Nr. 12 ankam.
Nachdem ich die Kinder zu Bett gebracht hatte, begann ich damit die Fresspakete zu packen. Die Kuchen von Linda, Kürbismuffins, Pancakes, Schokofrösche, Berti Botts Bohnen in sämtlichen Geschmacksrichtungen, für Neele Zaubertrankzutaten und für Shane neues Pergament.
Er schrieb gerne Geschichten und machte sich Notizen zu allem. Dann verschloss ich es und öffnete den Kamin, um nach Hogwarts zu gelangen.
Ich nahm an, dass Albus nicht da sein würde, da Remus und Tonks den Orden erwähnten. Doch ich irrte mich wohl, denn als ich aus dem Kamin stieg, platzte ich in eine heftige Diskussion.
„Sie ist genau so Stur wie sie."
„Das hat mit Sturheit nichts zu tun." Severus und Albus sahen mich an, als ich erschrocken aus dem Kamin trat.
„T-Tut mir leid, ich wollte nicht stören. Das ist für Neele und Shane, Geburtstag, Morgen", stotterte ich. Ich wollte wieder in den Kamin.
„Colloportus", rief Albus noch bevor ich mich umgedreht hatte.
„Was ist jetzt wieder?", fragte ich genervt.
„Benehmt euch endlich wie erwachsene Zauberer. Rede mit ihr Severus, sie ist eine verdammt gute Zuhörerin, und du, lass ihm seine Zeit, er braucht eben manchmal länger." Wir wollten beide etwas erwidern, doch Albus gebot uns einhalt. „Redet miteinander, jeder von euch, hat schon mehr als genug mit mir gesprochen." Albus verliess das Büro.
Ich setzte mich in einen der Stühle und sagte gar nichts. Dieses Mal, würde ich stur bleiben.
„Es tut mir Leid, ich dachte du wüsstest, dass Draco mein Patenkind ist. Ich bin sehr gut mit seiner Mutter befreundet, besser, ich war es, damals, als Draco geboren wurde. Sie geht davon aus, dass ich noch immer auf ihrer Seite bin. Und jetzt, da Lucius tot ist, soll ich seinen Platz einnehmen."
„Ich dachte das soll Draco tun?"
„Nicht beim Dunklen Lord, bei Draco."
„Bitte?"
„Ich soll sein Vaterersatz sein."
„Schön und gut, dann tu das, aber was hab ich damit zu tun? Ich kann verstehen dass er wütend ist, aber es hat alles Grenzen Severus. Draco überschreitet diese, wie ich gehört habe, des Öfteren und du lässt ihn gewähren."
„Es gibt nur eine Möglichkeit, dass er vielleicht damit aufhört. Ich sag ihm, was wirklich los ist, dass ich für Dumbledore spioniere und das bereits seit Jahren. Entweder er schliesst sich mir an, oder er erzählt es dem Lord, dann bin ich tot. Was soll ich also tun?"
Ich überlegte.
„Er würde dich wirklich verraten?" Severus zog eine Augenbraue nach oben.
„Sag ihm, dass es dein Kind ist. Erzähl es von mir aus wem du willst. Ich zwinge dich nicht dich zu entscheiden, denn ich weiss, dass ich verlieren würde, aber ich will das geregelt haben.
Ich habe Shane und Neele alleine Gross bekommen und ich werde es auch bei ihr schaffen. Severus ich kann das hier nicht mehr."
„Was kannst du nicht mehr?"
„Dieses Versteckspielen. Ich dachte wirklich ich schaffe das, ich wollte es so gerne, damit ich bei dir sein kann.
Ich möchte dich nicht mehr anschreien müssen, nur weil es sonst auffliegen könnte, dass ich dich liebe." Er kam auf mich zu, umarmte mich und küsste mich.
„Ich werde eine Lösung finden."
„Das weiss ich Severus, das weiss ich, aber so lange das nicht der Fall ist, werden wir uns nicht mehr sehen." Ich küsste ihn und ging zum Kamin.
„Finite", sagte ich und stellte mich hinein. „Ich liebe dich."
„Ich liebe euch." Dann war ich verschwunden.
Haus Nr. 12 war ruhig. Daphne schlief wohl schon und ich wollte sie nicht aufwecken. Ich setzte mich an den Küchentisch und holte mir ein Glas Whiskey.
„Auch wenn ich nicht sollte, du musst entschuldigen, das brauche ich jetzt." Ich gönnte mir einen kleinen Schluck.
