Sooo, endlich ein neues Chap! Die Geschichte neigt sich bei mir langsam ihrem Ende zu (sie ist immer ein wenig weiter, als ich poste, damit ich ein bißchen Puffer habe...), ind zwar bestimmt wieder in ganz langen vulkanischen Sätzen (Ja, ich weiß, es lebe der Relativsatz, obwohl ich nichts dafür kann, da ich Geisteswissenschaftler bin und schon immer so lange Sätze geschrieben habe, weswegen ich schon oft darauf hingewiesen wurde, aber bis jetzt noch nichts dagegen unternehmen konnte, weil mir dafür einfach manchmal der klare Gedanke fehlt und mir immer etwas neues einfällt, was mit dem vorher Geschriebenen in so enger Verbindung steht, dass ich es nicht außer Acht lassen kann! - Ich galube, das war jetzt Rekord!! *gnihihihi*)

May20: In der Geschichte passiert ja eigentlich nicht wirklich viel, ich schreibe dies nur wie einen riiiiieeeesigen One-Shot. Also eigentlich ist es damit eine echte Kurzgeschichte: Man kommt in die STory rein, ohne, dass etwas groß erklärt wird, und sie hört auch genauso wieder auf. Aber ich lese sowas auch sehr gerne... Aber ich habe ja auch schon längere Geschichten geschrieben, nciht wahr? (kannst SIe ja angucken^^)


Pille legte ein wenig mehr Holz nach und holte von hinten neues heran, doch befürchtete er, dass der Vorrat lange vor Sonnenaufgang schon aufgebraucht sein würde, wenn er weiterhin soviel verbrannte.

„Vielleicht wäre es besser, wenn Sie sich hinlegen würden. Das schont ihre Kräfte und ich habe das dumme Gefühl, dass sie die noch ganz gut brauchen werden."
Dass Spock nicht protestierte beunruhigte Pille am meisten. Ohne ein Widerwort legte sich Spock vorsichtig auf den Boden, seinen angewinkelten rechten Arm als Kissen benutzend und die Beine unbewußt in eine Schonhaltung ziehend, so dass er schließlich in embryonaler Haltung nahe am Feuer lag. Den linken Arm hatte er behutsam vor seinem Oberkörper positioniert. Und trotzdem fror er weiter erbärmlichst. Auf das Heftigste zitterte er, spürte, wie sein Blutdruck noch weiter sank und seine Hände und Füße sich wie Eisklötze anfühlten, ohne dass das wärmende Feuer vor ihm irgendeinen Effekt hatte.

Pille fühlte sich hilflos. Er hatte nicht einmal eine Decke oder wenigstens einen Pullover, mit dem er dem Halbvulkanier sein Los erleichtern konnte. Aber wer rechnete schon damit, in einem Dschungel, in dem es tagsüber etwa 40 Grad heiß war, einen Pullover brauchen zu können?! Das hörbare Zähneklappern Spocks riß ihn aus seinen Gedanken. Ein schlimmer Schüttelfrost ergriff von dessen Körper Besitz und dass er nicht mehr die Kraft hatte, es zu verbergen, alarmierte Pille zutiefst. Logisch betrachtet… `Grundgütiger… Ich höre mich schon an wie er!´ … gab es nur eine Möglichkeit, ihn zu wärmen.

Spock erschrak heftig, als er durch eine nahe Bewegung aus dem Halbschlaf, in den er durch das noch immer monotone Rauschen des Regens gefallen war, gerissen wurde. Pille hatte sich direkt hinter ihm ebenfalls hingelegt und rutschte nun eng an ihn heran, um ihn von hinten mit seinen Armen zu umschlingen und fest an seinen Körper heranzuziehen. Spock versteifte sich, irritiert und unsicher, wie er mit dieser Handlung umgehen sollte.
„Sie frieren noch immer, Spock. Da ist es logisch, dass ich sie wärme, weil es hier einfach nichts anderes gibt. Ich kann nicht noch ein Feuer entzünden, nur um ihren kalten vulkanischen Hintern zu wärmen. Dann haben wir vor Mitternacht kein Holz mehr."
Spock fiel daraufhin keine Erwiderung ein. Außerdem war der Körper des Arztes tatsächlich angenehm warm, so dass das so kräfteraubende Zittern ein wenig zurückging und dafür einer bleiernen Müdigkeit Platz machte, die sich schwer in seinen Gliedern ausbreitete. Er atmete ein bißchen tiefer durch und schloß erschöpft die Augen, um wieder in einen leichten Schlummer zu fallen.

McCoy fühlte, wie sich der Halbvulkanier in seinen Armen wieder langsam entspannte, als er einschlief.
Weil er seine rechte Hand gerade an der richtigen Stelle hatte, zählte er die Herzschläge Spocks, nur um festzustellen, dass sie ganz und gar nicht so waren, wie sie sein sollten. Sie kamen zu schnell, etwas kraftlos und einen Tick unregelmäßig, die Infektion leistete ganze Arbeit. Wenn sie jetzt schon das Herz erreicht hatte, was würde dann in drei Stunden sein?

„Beeil Dich, Jim, um Himmels Willen…" flüsterte er leise, als er Spock wieder leicht zittern spürte. Auch er wurde müde, waren sie beide doch den ganzen Tag seit Sonnenaufgang durch diesen Urwald gestapft und schließlich war er nicht mehr der Jüngste.
Seine Gedanken drifteten ab und auch er schlief ein.

Erschrocken fuhr Pille aus dem Schlaf, irgendetwas stimmte nicht. Er riß die Augen auf, aber bloß ein schwaches Glimmen ließ in der Finsternis ihn ein paar unscharfe Konturen erkennen. Nur kurz mußte er sich orientieren, wußte im ersten Moment nicht wo er war und wieso er Spock fest an sich geklammert hielt, als die Erinnerung wie die biblische Flut über ihn hereinbrach.
Das geplante Herbarium.
Die Absenz der Enterprise.
Spocks Sturz.
Spock…
Jetzt wußte Pille auch, was nicht stimmte. Der Halbvulkanier hing völlig leblos in seinen Armen!

Vorsichtig ließ er ihn auf die Erde gleiten und tastete hektisch in der beinahen Dunkelheit nach seinem Trikorder.
Endlich fand er ihn, endlich scannte er den Wissenschaftsoffizier und stöhnte entsetzt auf: Er war kaum noch am Leben. Der Herzschlag hatte sich extrem verlangsamt, das Fieber war weiter gestiegen und hatte ihm jegliche Kraft geraubt. Eine Atmung war mit bloßem Auge (wenn er hätte etwas sehen können) kaum wahrzunehmen.
Wenn er nichts unternahm, würde ihm der Offizier unter den Händen wegsterben. Pille legte hastig Holz nach, welches, weil nun vollständig trocken, sofort Feuer fing und schlagartig die Höhle wieder in warmes orangenes Licht tauchte.

Spock sah zum Fürchten aus. Seine Haut hatte einen totenähnlichen grauen Farbton angenommen und war von einem feinen Schweißfilm überzogen. Als sich Pille über ihn beugte, um ihn näher in Augenschein zu nehmen, stellte er fest, dass auch dessen Atem einen ungesunden, ja fauligen Charakter angenommen hatte, der keineswegs Pilles Stimmung hob.

„Scheiße!" verfluchte er sich selbst und die allgemeine Lage. Wie hatte er nur einschlafen können?! Jetzt war es aber zu spät um sich darüber zu ärgern, das konnte er später machen, wenn Spock wieder auf den Beinen war. Hektisch durchwühlte er sein Erste-Hilfe-Packet, fand aber nichts nützliches, denn das einzige Hypo gegen Entzündungen hatte er dem Wissenschaftsoffizier schon verabreicht. Er hatte nicht mehr, er konnte nicht mehr tun, außer hoffen… außer…

Sein Blick fiel auf Spocks Tasche, in der sich die am Vortag gesammelten Pflanzen befanden.
War da nicht eine Pflanze gewesen…? Fieberhaft durchwühlte er die Tasche, insgeheimen froh darüber, dass sein Kollege so ein verdammter Pedant war und schon alles mit Namen und Vermutungen über Wirkungsweisen gekennzeichnet hatte. Da! Mit leicht zittrigen Fingern nahm er sie aus der Tasche.
Die fleischigen Blätter füllten den Versuchsbeutel bis zum Anschlag, als Notiz hatte Spock „Entzündungshemmend, fiebersenkend" darauf hinterlassen. Pille öffnete mit fliegenden Fingern den Beutel, nahm ein Blatt heraus und scannte nocheinmal sorgfältigst das Blatt. Ja, die Inhaltsstoffe und die Struktur ließen auf diese Wirkung schließen, und es besaß keine giftigen Substanzen. Er konnte es riskieren…
Zu verlieren hatte Spock eh nichts, denn wenn er nichts unternahm, würde er so oder so sterben. Doch damit es wirken konnte, mußten die Substanzen in den Blutkreislauf, und dazu mußten sie in den Magen. Pille betrachtete Spock.
‚Kauen wird der nicht mehr können… aber…'
Nachdenklich fuhr sich Pille mit der Hand über das Kinn. ‚Ich kann es für ihn.'
Pille zog eine Grimasse. Na toll, jetzt durfte er Spock auch noch faktisch einen Zungenkuss geben. Aber dazu mußte er ihn erst mal wach bekommen. Vorsichtig, schließlich etwas energischer rüttelte er den Halbvulkanier an der Schulter. Nach etwa einer halben Minute stöhnte dieser leise auf, die Augenlider hoben sich ein wenig. Er war wach.
„Spock, ich muß Sie mit den hier gesammelten Pflanzen behandeln, ich habe nichts anderes mehr. Sie werden es aber nicht schaffen, die Blätter zu zerkauen, also werde ich das machen. Schlucken Sie sofort, sobald sie sie im Mund haben, verstanden?" Spock blinzelte ihn erschöpft an und nickte kaum merklich.