Ohne Rena, meine unendlich geniale, gefühlsbeduselte, einfühlsame und mitfühlende Beta, wäre die Story noch nicht annähernd so weit, wie sie es inzwischen ist - wenn das so weitergeht wie bisher,läuft sie ab irgendeinem der folgenden Kapitel als Co-Autorin...
Übrigens wird es am Ende der Story ein Kapitel mit "deleted Szenes" geben, da meine Beta mich an einigen Stellen mit "Courts-Mahler" beschimpft hatte, oder andere Szenen zwar gut waren, aber einfach nicht in die Story paßten und daher kurzerhand wieder rausgeflogen sind. Aber ich hab sie nicht weggeworfen, sondern sie für Euch für den Schluß aufgehoben...
Es ist massiv mehr fertig, als hier bisher gepostet ist - aber das sind alles Teile aus der Mitte und vom Ende - ich bemühe mich, jetzt zügig so weiterzukommen, daß ich online stellen kann - aber ich verspreche nichts - weil meine Muse eine ziemliche Zicke ist und mich so knutscht, wie es ihr gerade in den Sinn kommt und da kann dann schonmal eine Schlußszene dabei herauskommen, wenn ich eine Zwischenszene vom Anfang im Sinn hatte...
Nach dem nächsten Kapitel widme ich mich wieder ausführlich euren Reviews, die mir Review für Review einen neuen Push zum Weiterschreiben geben!!! Ich danke euch so sehr, für die positiven Äußerungen. Sie bedeuten mir wahnsinnig viel!
Eure Satia
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Kapitel 4
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Von dir, der für seine Gedanken, ein Leben lebt in Unfreiheit
Und zweifelt, manchmal, wenn sie schwanken,
in Stunden der Verlassenheit
Von dir, in der Hand falscher Zeugen
Wie bitter weh dies Unrecht tut
Von dir, dessen Willen sie beugen
Von deiner ohnmächtigen Wut
Von Luftschlössern, die zerbrochen sind
Von Träumen, die Träume blieben
Von denen, die vor Scherben stehen und wieder neu beginnen,
geht ein Lied durch meinen Sinn...
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Nach dem Abendessen hatte Albus sie beide, gemeinsam mit Mrs. Sprout in sein Büro gebeten, um ihnen eine Neuigkeit mitzuteilen.
An Hogwarts war ein Forschungsauftrag herangetragen worden, in dem es um den Nachweis für die spezielle Wirkungsweise diverser Zaubertränke ging. Im Detail ging es darum, bei Tränken die allgemein bekannten Nebenwirkungen endgültig zu eliminieren. Der Auftrag wurde von einem Gremium erteilt, das sich in erster Linie aus den Vorstandsvorsitzenden diverser Gegenstücke zu Muggel-Pharma-Konzernen zusammensetzte. Was vor allem bedeutete, daß sich die Annahme des Auftrags finanziell für die Schule sehr lohnen würde.
"...wir könnten damit nicht nur diverse Stipendien an finanziell schlechter gestellte Familien vergeben und die Gewächshäuser in dem Maße vergrößern wie es für die Forschungen erforderlich wäre, sondern Ihnen, liebe Hermine, eine dauerhafte Stelle in Hogwarts anbieten, weil wir zu diesem Zweck ein zusätzliches Labor einrichten würden, dem Sie, Severus, vorstehen würden und in dem Sie, Hermine, als Assisstentin arbeiten könnten. Was Ihnen mit einem Mentor wie Professor Snape, die Möglichkeit gäbe, sich den Titel einer Zaubertrankmeisterin ohne Universitätsstudium zu erarbeiten. Die Abschlußprüfung müßten Sie dann allerdings trotzdem vor einem offiziellen Prüfungsgremium ablegen. Darin sehe ich allerdings bei dem Lehrer der Ihnen zur Verfügung steht und ihrem Lern-Vermögen, kein Problem.", endete Dumbledore seine ausschweifende Rede.
Hermine wußte nicht, ob sie jetzt um eine Beratungszeit mit Severus bitten sollte, oder ob sie ihrer persönlichen Begeisterung für diese Nachricht auch ohne Absprache mit dem Zaubertrankmeister einfach freien Lauf lassen konnte.
Sie sah von ihrem Sessel hoch zu Snape, der sich den Bericht, mit verschränkten Armen gegen eines der Regale gelehnt, angehört hatte.
Er schien ähnliche Gedanken zu haben wie sie, denn auch er sah jetzt fragend in ihre Richtung. Sie erkannte in seinem Blick die gleiche Unsicherheit. Und sie erkannte vor allem, daß seine Unsicherheit die gleichen Gründe hatte. Beide waren sie nicht sicher, ob der andere bereit war, diesen Schritt zu gehen, der sie in jedem Fall für einen bisher unbestimmten Zeitraum aneinander binden würde.
Als ihr das klar wurde, daß jeder nur Zweifel beim anderen befürchtete, selbst aber offensichtlich keine hatte, lachte sie laut auf.
"Das ist ja phantastisch!" platzte es aus ihr heraus.
Madame Sprout pflichtete ihr enthusiastisch zu und nun huschte auch über Snapes Gesicht ein kleines Lächeln der Zustimmung. Nur Hermine erkannte das helle Leuchten der Freude, das nur in seinen Augen zu finden war.
Ja, seine Augen... Severus Snapes Augen... er beherrschte seine Körpersprache und seine Stimme perfekt und konnte damit alles und jeden täuschen. Aber wer tief in seine Augen blickte, sah immer nur die Wahrheit, sah immer nur Severus und was er wirklich fühlte.
Es hatte sieben Jahre gedauert, bis sie das erkannt hatte – aber nun konnte er ihr nichts mehr vormachen. Es war so deutlich zu sehen, daß sie wie in einem aufgeschlagenen Buch in ihm lesen konnte – und sich fragte, wie all die anderen von seiner Erscheinung und seinem Auftreten nur so getäuscht werden konnten....
Das Treffen hielt noch eine ganze Weile an und man beriet die Details.
Madame Sprouts Gartenanlage würde ausgedehnt werden müssen und man überlegte, welcher Raum zu einem zusätzlichen Labor ausgebaut werden konnte.
Es war später Abend, als Madame Sprout mit Snape über ein Blatt Papier gebeugt war, auf dem die beiden in Stichpunkten festhielten, welche Neuerungen gemacht werden müßten, während Hermine sich mit Dumbledore über die Umstände ihres Hierbleibens unterhielt.
Eigene Räume und wie ihr Tagesablauf aussehen würde, waren bald geklärt und Hermine geriet mit dem Schulleiter ins Plaudern. Und da sie dabei irgendwann Snape und Sprout beobachteten, kam auch das Thema Severus auf.
Flüsternd, um die Arbeitenden nicht zu stören, berichtete Hermine davon, daß Snape ihr von Hannah erzählt hatte. Das Thema schien dem Schulleiter unangenehm zu sein. Aber das verübelte Hermine ihm nicht. Er hatte Severus in der Zeit damals erlebt und das war sicherlich keine schöne Erinnerung.
"... und er hat mir sogar von seinem Vater erzählt...", wich Hermine vom eigentlichen Thema ab, was allerdings eine unerwartet heftige Reaktion bei Albus hervorrief. Sie wollte eigentlich noch erzählen, daß sie immer geglaubt hatte, der Mann den Harry in dem Denkarium gesehen hatte, sei Severus Vater gewesen, aber Albus fiel ihr ins Wort.
"Ja, ja... ein großer Verlust für den Orden.", sagte er in einem fast unfreundlichen und irgendwie abweisenden Ton den Hermine von ihm nicht kannte. Dann stand er abrupt auf, ohne sie noch einmal anzusehen und ging zu Snape und Sprout hinüber.
"Nun? Liegen schon konkrete Pläne vor?", fragte Dumbledore in seiner gewohnt freundlichen Stimme und vertiefte sich in ein Gespräch mit dem Zaubertrankmeister und der Kräuterhexe.
Was bitte war das denn gewesen...?
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Es gab erst einmal keine Gelegenheit mehr, den Schulleiter auf sein, Hermines Meinung nach, seltsames Verhalten anzusprechen und als sie Severus davon erzählte, erfuhr sie von ihm, daß Albus offenbar durch seine Stellung im Orden all die Jahre eine gewisse Verantwortung für Simeons Tod empfunden hatte, obwohl Snape ihm schon als Jugendlicher stets gesagt hatte, daß es nicht seine Schuld gewesen sei und daß Simeon weder der erste noch der letzte Kämpfer für die Sache des Guten gewesen war, der in diesem Kampf sein Leben lassen mußte.
Die Erklärung klang logisch – aber sie reichte Hermine nicht aus. Eine leise Stimme in ihrem Hinterkopf flüsterte ihr zu, daß das noch nicht alles war. Die gleiche Stimme sage ihr sogar, daß selbst – oder sogar vor allem? - Severus noch lange nicht alles wußte. Aber sie ließ ihn mit dem Thema zufrieden und stürzte sich gemeinsam mit ihm und Madame Sprout in die Vorbereitungen für die neue Arbeit.
Die Erweiterungen der Laboratorien und des Gewächshauses sollten noch in den Ferien beendet werden, damit sie den Unterricht des kommenden Schuljahres nicht stören würden. Hermine hatte noch nie vorher gesehen, wie Bau-Magier arbeiten und war äußerst fasziniert davon, wie sie die Gewächshäuser erweiterten und innerhalb weniger Tage bereits Platz geschaffen wurde für sämtliche Anpflanzungen die sie geplant hatten.
Von dem Moment an, in dem die Bau-Magier ihre Wirkungsstätte verlassen hatten, traf man Madame Sprout nur noch in den neuen Gewächshäusern an. Sie erschien nicht mehr zu den Mahlzeiten und war auch sonst im Schloß nirgends zu finden. Sie war völlig begeistert von den neuen Möglichkeiten und ging grenzenlos darin auf.
Im Vergleich dazu verlief der Ausbau des neuen Labors unspektakulär und ruhig.
Snape gab Anweisungen, was wie verändert werden mußte; gab an, wo die Verbindungstür zwischen dem alten und dem zusätzlichen Labor entstehen sollte und kümmerte sich um den Rest im Großen und Ganzen persönlich.
Die einzigen Gelegenheiten zu denen es laut wurde, waren die, wenn der Zaubertrankmeister zum unzähligsten Male Hausmeister Filch aus den neuen Räumen vertrieb.
Der häßliche, sadistisch veranlagte Hüter der Hausregeln und Sanitäranlagen von Hogwarts wuselte ständig um Hermine, Snape und jeden der mit den Laboratorien zu tun hatte, herum. Hermine war klar, daß es den gruseligen Squib maßlos ärgern mußte, daß man versuchte, ihn aus dem Werdegang des neuen Raumes auszuschließen – war er doch der eine, der behauptete, ausnahmslos alle Räume und Gänge der gesamten Schule zu kennen. Eine Behauptung, die nicht einmal Dumbledore für sich selbst zu machen wagte!
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Eine gute Woche war verstrichen, als im Gewächshaus die ersten neuen Keimlinge aus der frischen Erde herauslugten und im neuen Labor auf brandneuen Feuerstellen die ersten Kessel probeweise beheizt wurden.
Hermine hatte das Gefühl, dieses Labor sei nur für sie eingerichtet worden. Natürlich war das Unfug, aber es änderte nichts daran, daß es sich so anfühlte.
Es war Abend und sie stand zum ersten Mal alleine an ihrer neuen Arbeitsstätte. Der Raum war erstaunlich hell, dafür daß er wie die anderen Laboratorien in den Kerkern untergebracht war. Aber sie brauchten Licht und so hatten sie gleich mehrere große - an dicken Ketten hängende Metallräder anbringen lassen, auf denen jeweils gut zwei Dutzend Kerzen aufgesteckt werden konnten. Und mit einem bißchen Magie erstrahlten die Kerzen auf diesen Rädern noch ein wenig heller als es von der Natur gedacht war und tauchten das Labor in ein freundliches, helles, warmes Licht.
Hermine drehte sich einmal langsam um sich selbst und betrachtete jedes Stelle des Labors genau. Es war hervorragend geworden. Einige ihrer Vorschläge zur Gestaltung waren angenommen worden, andere hatte Severus verworfen – und dies zu Recht, wie sie inzwischen erkannte. Der Raum war der perfekte Ort um Zaubertränke zuzubereiten. Jedes Ding war an seinem rechten Platz.
Zumindest war das der erste Eindruck, denn auf den zweiten Blick, entdeckte Hermine plötzlich etwas, daß nicht korrekt ins Bild paßte. Was war das für ein rotes Ding hinter der zweiten Feuerstelle? Hermine machte einen Schritt nach vorne, um nachzusehen und exakt in dem Moment in dem sie erkannte, daß es lediglich ihr Gryffindor-Pullunder war, den sie heute ausgezogen hatte, weil er ihr bei den Handreichungen während der letzten Arbeiten an den Kesselgestängen zu warm geworden war, hörte sie ein helles Krachen und praktisch im gleichen Augenblick in dem ein stechender Schmerz ihren Kopf durchzog, wurde ihr schwarz vor Augen und sie verlor das Bewußtsein.
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Hermine wußte nicht, wie lange sie bewußtlos gewesen war, aber als sie die Augen öffnete, war sie noch immer alleine und ihr war kalt. Neben ihr lag eines der großen Metallräder, dessen Halterungskette gerissen und über die durch den Sturz größtenteils verlöschten Kerzen gefallen war. Hermine erhob sich vorsichtig und für einen Moment wurde ihr schlecht, als sie feststellte, daß sich unter ihrem Kopf eine kleine Blutlache gebildet hatte. Sie hatte schreckliche Kopfschmerzen und tastete vorsichtig mit den Fingerspitzen an ihren Kopf. Sie fasste in warmes feuchtes Blut, das in ihren Haaren klebte.
Das Rad hatte sie am Hinterkopf gestreift und die junge Gryffindor versuchte nicht darüber nachzudenken, was geschehen wäre, wenn sie nicht diesen einen Schritt gemacht hätte. Sie sah das schwere Eisenrad an und war sich ziemlich sicher, daß sie tot gewesen wäre, zumal niemand hier gewesen war, der Hilfe hätte holen können.
Wie konnte bloß diese dicke Kette reißen? Sie kniff die Augen einmal fest zu, öffnete sie dann wieder und griff nach der Kette, zog sie im Sitzen Glied für Glied zu sich heran, bis sie das kaputte Glied in der Hand hielt.
Es sah einfach nur kaputt aus – gebrochen. Hermine drehte es in die eine und in die andere Richtung, aber es schien nichts besonderes daran zu sein – es war einfach nicht in Ordnung gewesen.
Sie würde sofort darum bitten, daß an den anderen Rädern alle Kettenglieder entweder genauestens überprüft oder magisch gesichert wurden.
Sie warf das kaputte Ende der Kette mit einem ungehaltenen, wütenden Laut auf das Kerzenrad zurück und versuchte vorsichtig sich zu erheben. Es stellte kein echtes Problem dar, aber jetzt fühlte sie, wie ihr das Blut aus der Platzwunde den Nacken hinunterlief und als sie mit einem leisen, langgezogenen "Aaau!" noch einmal danach fühlte, hatte sie endgültig nicht nur die Fingerspitzen, sondern die ganze Hand voller Blut. Genervt sah sie ihre Hand an und beschloß, sich erst eben waschen zu gehen, bevor sie Poppy aufsuchen würde.
Sie hatte die Tür ins nebenliegende Labor noch nicht erreicht, als der Hausmeister ihr von dort entgegenkam.
"Mr. Filch, was machen Sie denn hier?"
Der dürre, ungepflegte Mann sah sie mit seinen stechenden, unangenehmen Augen an. Obwohl Hermine Blut in den Haaren klebte, über ihr Gesicht, ihre Hände und ihre Kleidung gelaufen war, verlor der Hausmeister kein Wort darüber, sondern sah gleich wieder von ihr weg hinter ihr auf das Kerzenrad, das auf dem Boden lag.
"Warum liegt das auf dem Boden?", fragte er dümmlich.
Hermine seufzte und versuchte unter dem Stich den der Klang seiner Stimme in ihrem Kopf verursachte, nicht zusammenzuzucken.
"Eine der Ketten ist gerissen."
"Das ist völlig unmöglich. Das ist bestes Eisen. Das reißt nicht einfach so.", er ging zu dem Rad hinüber und sah sich den Schaden an, ohne irgendetwas anzufassen.
Hermine verdrehte die Augen.
"Dann werde ich wohl absichtlich an den Ketten herumgemacht haben, bis mir dieses Rad auf den Kopf gefallen ist."
Filch warf ihr einen wütenden Blick aus zusammengekniffenen Augen zu.
"Sie können Sich Ihren Ton mir gegenüber ruhig sparen, Miss Granger. Es ist meine Aufgabe, auf derlei Dinge zu achten und wenn Sie durch Ihre Sonderwünsche Gefahrenstellen schaffen, will ich nicht dafür verantwortlich gemacht werden."
"Niemand macht Sie dafür verantwortlich, Mr. Filch."
"Das will ich hoffen."
"Könnten Sie bitte trotzdem in die Wege leiten, daß das repariert wird?", fragte Hermine so höflich wie es ihr möglich war.
"Das war natürlich klar", fauchte Filch, besann sich dann aber eines Besseren und setzte hinterher: "Ich werde es reparieren lassen.", bevor er mit gemurmelten Worten, bei denen Hermine sicher war, daß es durchaus gut war, daß sie sie nicht verstanden hatte, das Labor verließ.
Hermine war schwindelig und sie wußte, daß es besser wäre, erst in die Krankenstation zu gehen. Aber so wie sie aussah, wollte sie nicht durch die Gänge laufen. Und sie wußte nicht genau, ob es Probleme geben konnte, wenn man sich magisch von Blut reinigte, wenn eine offene Wunde vorlag. Wie sollte sie magisch definieren, bis wohin das Blut "weggemacht" werden sollte? Eine der großen Fragen, die für sie immer und immer wieder auftauchte. Die Definitionen der Grenzen von Magie wenn man sie andwandte...
Wenigstens schien die Wunde wirklich aufgehört zu haben, weiter zu bluten.
Hermine brauchte nicht weit gehen, da Severus und ihr Quartier in unmittelbarer Nähe zu den Laboratorien war.
‚Severus und ihr Quartier'..... sie blieb stehen und hielt für einen kurzen, warmen Moment die Luft an, als ihr bewußt wurde, wie selbstverständlich diese Formulierung gewesen war. Severus und sie lebten tatsächlich zusammen, in gemeinsamen Räumen... ein glückliches Lächeln überzog ihr Gesicht und die Schmerzen in ihrem Kopf schienen gleich etwas weniger geworden zu sein. Mit nicht mehr ganz so vorsichtigen Schritten ging sie die letzten Meter zu ihrem neuen Zuhause, nannte das Passwort und trat ein.
Severus schien in der kleinen Küche zu sein. Sie hörte das Klappern der Teekanne und freute sich sofort auf das, was sie dem Duft nach gleich erwarten würde. Sie tranken oft Tee, bevor sich jeder an seine eigenen Bücher und Notizen machten. Und jeden Tag überraschte er sie mit neuen Sorten. Das was jetzt gerade den Raum erfüllte hatte eine herrliche Note von Zimt und Apfel, und Hermine glaubte auch Anis riechen zu können. So herrlich der Duft auch war, löste er in Hermine aber urplötzlich eine so heftige Übelkeit aus, daß sie die letzten Schritte ins Badezimmer rannte und es gerade eben noch bis zur Toilette schaffte, bevor sie sich heftig übergab. Sie hatte noch gehört, wie Severus sie fragend gerufen hatte, aber sie hatte keine Möglichkeit mehr gehabt, ihm zu antworten.
Es dauerte nur wenige Sekunden, bis er neben ihr stand. Ein kurzes: "Was, in....?" von sich gab, dann aber verstummte und mit beiden Händen ihre an den Seiten herabfallenden Haare fasste und nach hinten strich, wo er sie in einem dicken Zopf festhielt.
Hermines Erbrechen war kräftig, aber kurz.
Ihr erster Satz, als sie wieder sprechen konnte, war – noch über die Toilette gebeugt und etwas kraftlos: "Alles in Ordnung... es geht mir gut..."
"Das sehe ich...", antwortete Severus sarkastisch, während er ihr hoch half und ihr dann, während er sie mit einer Hand hielt ihr mit der anderen einen Becher mit Wasser heranholte, damit sie den schrecklichen Geschmack aus dem Mund bekommen konnte.
Hermine nickte dankend und trank den Becher fast leer.
Snape brachte sie ins Wohnzimmer, wo er Hermine in einen Sessel setzte und augenblicklich Poppy über den Kamin zu sich bat mit dem Hinweis, Hermine habe sich verletzt.
Er wandte sich wieder ihr zu.
"Was ist passiert?"
"Eines der Kerzenräder im neuen Labor ist von der Decke gefallen und hat mich gestreift. Nichts wildes. Es sieht nur so schlimm aus, weil Platzwunden so stark bluten. Mach dir keine Gedanken."
Er begann gerade, sich die Stelle an ihrem Hinterkopf anzusehen, als Poppy auch schon mit ihrem Zauberstab in der Hand in ihrem Kamin auftauchte.
"Ts, ts... was ist denn hier passiert?"
Sie schob Snape sofort beiseite und ließ ihren Zauberstab ein paar mal über Hermine kreisen.
Einen Moment lang sah sie sehr überrascht aus, aber dann kehrte sofort wieder ihre professionelle Miene in ihr Gesicht zurück.
"Es ist nichts weiter als eine kleine Gehirnerschütterung. Ich lasse etwas vorbeibringen, das die Nebeneffekte davon mildert und die Kopfwunde...." sie hielt in ihrer Ansprache inne, murmelte zauberstabwedelnd ein paar Worte "...ist auch wieder im Griff."
Hermine lächelte Poppy an.
"Danke. Wenn wir dich nicht hätten. Ich wollte mich übrigens nur ein bißchen saubermachen – dann wäre ich auf jeden Fall sofort zu dir gekommen, Poppy."
"Du solltest ein bißchen besser auf dich aufpassen, Mädchen", riet Poppy ihr mit ernstem Blick.
"Der Meinung bin ich auch", kommentierte Snape den Rat.
Hermine seufzte.
"Es ist ja nicht so, daß ich mir der Gefahr bewußt gewesen wäre. Ich bin davon ausgegangen, daß diese Ketten, die die Räder halten, dies auch verlässlich für die nächsten Jahrhunderte tun. Wer ahnt denn, daß eine davon plötzlich reißt?"
"Ich werde mir das gleich mal ansehen." erklärte Snape.
"Nicht nötig. Filch tauchte auf, als ich gerade gehen wollte und er hat mir versprochen, daß er sich darum kümmert."
"Nun gut.", warf die Medihexe ein. "mein Teil hier ist getan. Komm bitte morgen nochmal kurz vorbei, damit ich mir ansehen kann, ob alles so ist, wie es sein soll."
Hermine nickte und einen Atemzug später war Madame Pomfrey wieder durch den Kamin verschwunden.
"Sag mal..." fragte Hermine plötzlich Snape mit großen Augen, während sie Poppy im Kamin hinterhersah und plötzlich eine weltbewegende Idee zu haben schien "... ist der Weihnachtsmann ein Zauberer?"
"WAS?" Snape lachte einmal ganz kurz sehr laut auf. "Wie kommst du denn auf die Idee?!"
Hermine deutete auf den Kamin.
"Ich hab mich als Kind immer gefragt, wie er durch die Kamine hindurchkommt, als ich irgendwann mitbekommen habe, daß Kamine nach oben hin viel zu schmal sind, als daß ein Erwachsener da hindurchkommen könnte. Aber wenn man Flohpuder bedenkt.... darüber hab ich noch nie nachgedacht..."
Snape beugte sich zu ihr herab, nahm ihr Gesicht in seine Hände, gab ihr einen zarten Kuß und sagte leise: "Hermine, ich liebe dich...", bevor er ins Badezimmer ging, um für sie ein Bad einzulassen.
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Die Strophe über dem Kapitel stammt aus dem Lied "Von Luftschlössern, die zerbrochen sind" von Reinhard Mey
