Kapitel 3: Disease and Cure

Es gab kleine Änderungen am Prolog und Kapitel 1, die aber nicht die Story als ganzes beeinflussen, sondern nur von rein stilistischer Natur sind.

Sorry wenn das Pacing jetzt am Anfang noch etwas langsam ist, aber ich werde versuchen das ganze später das ganze etwas schneller hinzubekommen.

Ich werde von nun an versuchen immer einmal die Woche Sonntags ein Kapitel in der Englischen Version (Link dazu im Profil) zu veröffentlichen. Die deutsche Version dazu wird dann immer ein bis zwei Tage später folgen.

Manchmal, müssen Träume aufgegeben werden!

Manchmal, werden Hoffnungen zerstört.

Die Menge rannte um ihn herum. Schienen sich zu beeilen um ihren nächsten Zug zu bekommen. Was war das alles? Warum war es notwendig? Warum war er überhaupt hierher gekommen? Wusste er nicht, dass es unmöglich war?

Xu Feng schaute hoch, versuchte die Tränen, die seine Augen verließen und langsame seine Wangen hinunter wanderten zu stoppen. Es gab keinen Weg es zu tun. Keinen Weg sie zu retten.

Abgelehnt...Abgelehnt...Abgelehnt...Ungläubig wiederholte er das Wort in seinen Gedanken. Wieder und wieder versuchte er sich zu sagen, dass es noch nicht vorbei war, aber er hatte keine Ahnung, wie er es schaffen sollte, ob Heilung überhaupt möglich war.

Er schaute auf das Bild in seinen Händen. Es zeigte ein kleines Mädchen um die acht Jahre, das fröhlich in die Kamera lächelte. Ihr langes dunkles Haar, lag offen auf ihrer Schulter. Wie lebhaft sie gewesen war, wie unglaublich süß sie gewesen war, bevor sie von alledem verlassen wurde, bevor es ihr weg genommen wurde. Die Lebhaftigkeit war durch die Einsamkeit ersetzt worden und das schöne Lächeln, durch eine von der Krankheit und dem Schmerz verunstaltete Grimasse.

Abgelehnt...Abgelehnt...Wie konnten sie nur? Sie war doch noch immer nur ein Kind. Wie konnten sie sie nur auf sich alleine gestellt lassen. Sie einfach sterben lassen.

Diese Welt war wirklich grausam, aber Feng hatte das gewusst. Das Überleben des stärksten. Das war es worum es in dieser Welt ging. Es gab keinen Platz für die Schwachen. Das war es, was er gelernt hatte. Nun saß er hier, wusste nicht was er machen sollte. Er konnte ihr einfach nicht in die Augen schauen.

Also saß er hier, in der Mitte der Menge, die von einem Zug zum anderen rannte. In der Mitte der Menge, saß er leise da und wartete auf etwas, das ihn aufmunterte, wissend, dass nichts solches kommen würde. Aber was sollte er tun? Wohin sollte er gehen?

Langsam stand er auf. Ließ seinen Kopf, versuchte niemandem um ihn herum in sein Gesicht zu schauen, wollte keinem von ihnen seine Schwäche zeigen. Er packte das Bild von seiner Tochter ein und fing an in Richtung Ausgang zu hörte das laute Brummen der Züge die ankamen und abfuhren. Hörte das Gebrabbel der Menschen um ihn herum. Hörte das laute Kreischen der Kinder. Er wusste, dass alles um ihn herum passierte, aber es interessierte ihn nicht. Er schaute nicht auf. Schaute sich nicht um, sondern ging einfach geradeaus weiter, zu den großen Türen, die ihn nach draußen führen sollten.

Das Leben in der Stadt war ermüdend. Die Leute, der Lärm, die Abgase. In einem kleinen Apartment eingeengt, im gleichen Haus wie über hundert andere lebend, alle unbekannt. Es war nie ein schönes Leben gewesen. Ein Niemand seiend, zog Xu Feng weg, ein halbes Jahr nach dem seine Frau starb. Auf einmal waren Leute gekommen um ihr herzliches Beileid auszudrücken. Leute die er nie bemerkt hatte, Leute mit denen er nie geredet hatte. Als es passierte war er auf einmal allen bekannt. Doch der Ruhm hielt nicht lange. Er war schnell wieder vergessen worden, nur einige Wochen nach der Beerdigung, wurde wieder zu einem Niemand unter vielen. Bis er die Stadt in Stille verlassen hatte. Er lebte nicht mehr alleine mit seiner Tochter, war zu einem Paar aus dem Dorf in das sie gegangen waren gezogen, dass sie bereitwillig aufgenommen hatte.

Nun stand er hier vor der Tür, zögernd sie zu öffnen.

Er holte noch einmal tief Luft und drückte die Klinke herunter.

„Wieder da!", rief er und wartete auf eine Antwort. Ein langsames patschen war aus der Küche zu hören. Schritte. Feng zog seine Schuhe aus und wartete darauf, dass seine Tochter um die Ecke kommen würde. Als er sie sah konnte er seine Tränen nur mit Mühe zurückhalten.

Sie sah schlimmer aus, als als er gegangen war. Das Mädchen war unglaublich dünn und musste immer eine ihrer Hände an der Wand halten, um nicht umzufallen. Langsam setzte sie einen Fuß vor den anderen und obwohl sie ihn freundlich anlächelte, wusste Feng welche Schmerzen es ihr bereitete nur hier herum zu laufen. Ihre Augen waren so gut wie ganz geschlossen, als wäre sie sehr müde. Die langen Haare, die ihr über die Schulter fielen, stellten einen starken Kontrast zu der bleichen Haut dar.

Das Mädchen kam langsam näher, streckte die Hand die nicht an der Wand lag aus. Sie stolperte. File auf die Knie.

Schnell rannte Feng zu ihr und umarmte den kleinen Körper.

„Bist du okay?", fragte er besorgt.

„Mir gehts gut Papa", antwortete die schwache Stimme seiner Tochter.

Sie schaute ihm in die Augen und zwang ihre Muskeln wieder ein Lächeln zu formen.

Abgelehnt, kehrte das Wort wieder in die Gedanken Fengs zurück.

Her drückte das Mädchen fester an sich, fürchtete der dünne Körper könne bei jeder stärkeren Berührung zerbrechen. Er vergrub seinen Kopf in ihrem Brustkorb und fing an zu weinen. Ohne ein Wort hob sie ihre Hand und legte sie auf seinen Kopf, dann ließ sie sie wieder herunterfallen und legte ihren eigenen Kopf auf seine Schulter. Feng spürte wie ihre langen Haare ihn im Nacken kitzelten.

„Sie werden mir nicht helfen richtig?", fragte sie ihn ohne auch nur das geringste bisschen Traurigkeit zu zeigen.

Er schüttelte den Kopf, konnte sich nicht dazu durchringen etwas zu sagen.

„Werde ich jetzt sterben?"

Er schüttelte seinen Kopf wieder, seine Stimme verweigerte ihm immer noch etwas zu sagen.

„Das ist gut!"

Feng schaute in ihre Augen, sie schienen leer. Er wusste, dass sie verstand, dass er log, aber was sollte er ihr sagen. Das offensichtliche war zu schmerzhaft, nicht für seine Tochter aber für ihn. Die Tränen waren mittlerweile versiegt.

„Du solltest dich noch ein wenig ausruhen", sagte er ihr und trug sie in das Wohnzimmer, wo sie die letzten Monate gelegen hatte.

„Wo ist deine Tante?", fragte er.

„Garten", brummte seine Tochter.

„Onkel?"

„Einkaufen."

Feng nickte. „Schlaf gut."

Er beugte sich kurz zu ihr runter und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Dann verließ er das Zimmer.

Er ging nach draußen um diejenige zu suchen, bei der er in den letzten zwei Jahren gelebt hatte.

Er ging durch etwas, das ihn mehr an einen Urwald als einen Garten erinnerte. Die wenigen Pflanzen die hier existierten waren so groß geworden, dass ,es mitlerweile schwer zum eigentlichen Teil zu kommen. Die Pflanzen mussten einfach zu viel Platz und Zeit gehabt haben um vor sich hin zu wachsen. Die Tante liebte Pflanzen, hatte jedoch nie Zeit sich wirklich darum zu kümmern. Den meisten Teil der Freizeit die sie hatte, verbrachte sie damit, sich um den Haushalt zu kümmern oder sich um Fengs Tochter Mei zu kümmern, während Feng arbeitete.

„Yuki?", rief er nach ihr.

„Hier drüben!", kam die Antwort vom hinteren Teil des Gartens. Er folgte den grauen Steinweg zum Blumenbeet, bei dem sie zu sein schien und fand sie vor einem Baum sitzend. Ihre langen grauen Haare waren einfach zusammengebunden und ihre für ihr Alter noch jung wirkenden Hände umklammerten ein kleines Messer. Sie war dabei den Baum zurechtzuschneiden. Sie war schon über 70 Jahre, schien aber noch so aktiv zu sein als wäre sie erst 40.

„Willst du mir ein wenig aushelfen?", fragte Yuki ihn und nahm sich ein weiteres Messer, das noch neben ihr lag und hielt es in seine Richtung. Feng nahm es und drückte einen kleinen Knopf auf der Seite des Griffes und die Klinge fing langsam an zu rotieren und wurde immer schneller, bis sie schnell genug war um die Äste des Baumes mit Leichtigkeit zu durchschneiden.

„Wo soll ich anfangen?", fragte er bevor die ersten Äste schnitt.

„Einfach die die länger länger sind als die andern. Das reicht fürs erste."

Er nickte und hob das Messer an einem der Äste der herausstand. Er berührte ihn mit der rotierenden Klinge und sie schnitt gerade hindurch. Der Teil der über gestanden hatte fiel in das Gras und Feng machte mit dem nächsten herausragendem Ast den er fand weiter. Die Ablenkung tat ihm gut.

„Wie war eigentliche deine Reise?", fragte Yuki zögernd.

„Naja...die Fahrt war nicht allzu schlecht."

Er wollte gerade nicht wirklich darüber reden.

„Abgelehnt. Ich wusste es.", fuhr die Tante ungehemmt fort. „Sie haben immer noch keine Ahnung was es ist, richtig?"

Feng nickte, schnitt einen weiteren Ast ab und folgte ihm mit seinem Blick auf dem Weg zum Boden. Dann hob er seine Hand wieder um mehr Äste anzupassen.

„Sie sagen sie haben schon genau die gleichen Symptome wie die von Mei gesehen, aber wissen überhaupt nicht wie sie es einordnen sollen. Außerdem ist es schwer für sie sie zu behandeln, da wir viel zu weit weg wohnen.", Feng machte eine kurze Pause. „Ich weiß nicht was ich machen soll." Er schaute hinunter auf die auf dem Boden liegenden, schon geschnittenen Äste. „Ich denke wenn ich sie verliere wird's noch schlimmer als bei Lin."

Yuki blieb ruhig. Hörte aufmerksam zu.

Mehr Holz fiel. Einiges noch immer mit den grünen Blättern besetzt.

Schweigen, nur unterbrochen vom rauschen des Baumes, wenn der Wind vorbeizog und das leise Brummen der rotierenden Messer.

„Und wie soll es jetzt weiter gehen?", fragte die Tante.

Sie wusste es schon. Natürlich wusste sie es. Sie hatte sich die letzten Monate um Mei gekümmert, sie konnte es gar nicht nicht bemerkt haben.

„Ich denke nicht dass sie noch wirklich lange durchhalten wird.", antwortete Feng. „Sie war viel dünner als als ich gegangen bin."

„Oh, du hast sie also schon gesehen?"

Er nickte, fing fast wieder an zu weinen, riss sich jedoch zusammen und fuhr fort die Äste zurechtzuschneiden.

„Tut mit leid, dass ich nicht weiter helfen kann!"

Feng schaffte es kurz zu lächeln. Japanische Höflichkeit. Er hatte in der Zeit in der er mit den beiden gelebt hatte gelernt sie schätzen zu lernen.

Yuki und ihr Mann hatten beide in Tokyo gelebt. Sie waren nach China gezogen, nachdem die Firma die die beiden geführt hatten wegen der asiatischen Wirtschaftskrise um 2040 Bankrott gegangen war. Sie lebten nun seit über 40 Jahren hier in China. Das Dorf in dem sie nun zusammen mit Mei und Feng wohnten, war weder reich noch groß. Der ganze hintere Teil von China war arm, auch wenn es hieß es sei besser als noch vor einigen Jahrzehnten, war es für viele hier noch immer schwer genug Geld zusammenzukratzen um genug für ein wenig Essen zu haben und sich um die Familie zu kümmern.

„Wie geht's Onkel?", brach Feng das Schweigen, versuchte eine Konversation aufzubauen.

„Ihm geht's gut wie immer. Er sollte auch bald da sein.", sie schien nicht an einer Konversation interessiert zu sein, also machten beide schweigend mit ihrer Arbeit weiter.

Sie versuchten den ganzen Baum ähnlich wie eine Kugel aussehen zu lassen, doch es war zu schwer an die oberen Teil zu kommen, also beschnitten sie im Endeffekt nur den unteren Teil.

„Noch mehr?"

Yuki nickte. „Noch viel", grinste sie ihn an. „Wir müssen noch das ganze Unkraut zupfen und dafür hatte ich die letzte Woche keine Zeit, also müssen bei dem Wetter da noch einige drin sein."

„Ich bin immer noch der Meinung du solltest das irgendwie mechanisch machen, oder wenigstens jemanden für die Gartenarbeit einstellen", beharrte Feng auf dem Punkt, den er ihr gegenüber so oft vertreten hatte.

„Und ich sage immer noch, dass das keinen Spaß machen würde."

Feng seufzte. „Dann werd ich wohl helfen. Wenigstens lenkt mich das ein wenig ab.

Die Tante lächelte als sie vom inneren des bunten Blumenbeets, wo der Baum stand an den äußeren gingen. Alle Arten von Pflanzen gab es hier, einige waren unglaublich schön andere jedoch sahen extrem komisch aus. Feng schaute sich nach dem Unkraut um und fing an sie an der Wurzel herauszuziehen.

Sie waren halb fertig, als ein Mann aus dem Haus kam.

„Ah, du bist schon wieder da?", grüßte er Feng.

Der schaute auf und sah Yukis Ehemann Kaito vor sich stehen. Er lächelte ihn mit einem herzlichen Grinsen an.

„Soll ich euch ein wenig helfen?"

„Mach was du willst", meldete sich die Tante zu Wort ohne aufzuschauen.

Der Mann ging in die Knie lohne Rücksicht auf seine Klamotten zu geben und fing wie die beiden anderen auch nach Unkraut zu suchen.

Nach einiger Zeit stand Feng auf. Er schaute herab auf die anderen beiden noch immer sitzenden und gähnte. „Ich lass euch den Rest okay? Bin noch immer müde von der Fahrt."

Er drehte sich rum und ging in Richtung Haus um sich ein wenig hinzulegen. Er hört noch die Stimme des Onkels nach ihm rufen.

„Hey Junge! Kannst du nachher wenn du wieder wach bist bitte in mein Zimmer kommen? Ich muss was mit dir besprechen."

Feng hob die Hand um zu signalisieren, dass er verstanden hatte und ging weiter auf das Haus zu.

Kaito schaute auf den riesigen Bildschirm, der vor ihm stand. Er zeigte drei Mädchen, gezeichnet in einem alten Anime Stil. Eine von ihnen trug ein fast schon lächerliches gelbes Kostüm, ihr blondes Haar zurück gebunden in Zwillings Zöpfen. Sie kämpfte mit einer kleinen Puppe. Zwei weitere Mädchen stand weiter hinten, beide trugen Schuluniformen, wie sie damals zu der Zeit gewöhnlich gewesen waren. Eine von ihnen hatte pinkes Haar, zusammen gebunden mit zwei Bänder der selben Farbe, die andere trug ihre kürzeren blauen Haare offen. Neben ihnen saß ein kleines, Katzenartiges Wesen, lächelnd als würde es etwas ungeduldig erwarten. Obwohl der Anime herausgebracht worden war, bevor Kaito überhaupt geboren war, war dieser noch immer einer seiner Lieblinge. Natürlich wusste er schon, was passieren würde. Er hatte ihn schon viele male vorher gesehen.

Der Onkel war jedoch nicht ganz auf den Fernseher konzentriert, sondern schweifte regelmäßig ab und dachte darüber nach, was der Junge über das denken würde, was er ihm erzählen wollte. Es war nicht einfach zu akzeptieren. Kaito wusste nicht ob Feng jemals etwas davon gehört hatte, oder ob er nun seine ersten Erfahrungen machen sollte.

In dem Anime schien die kleine Kreatur nun zu den beiden Mädchen, die zuvor im Hintergrund gestanden hatten. Er schien sie zu etwas bringen zu wollen.

„Los beeilt euch, ihr müsst..."

„Nicht nötig", wurde er von einem anderen Mädchen unterbrochen. Sie hatte unglaublich langes schwarzes Haar und trug ebenfalls ein Kostüm, dass jedoch nicht so bunt war, wie das der blonden.

Die Tür neben Kaito öffnete sich langsam und Yuki schaute kurz herein.

„Du wirst dich wohl nie ändern.", kommentierte sie, als sie den Fernseher sah.

„Natürlich nicht. Du wusstest, dass du einen Otaku heiraten würdest und sag jetzt nicht, dass du gedacht hättest es würde sich bessern."

„Ich habe nicht einmal gewagt davon zu träumen. Störts dich wenn ich ein wenig dazukomme?"

„Warum sollte es?"

Yuki setzte sich und schaute nun auch auf den Bildschirm. Eine Explosion beendete gerade den Kampf zwischen dem dunkelhaarigen Mädchen und einer Kreatur, die einem Wurm sehr ähnlich sah. Die Welt um die Mädchen verschwand langsam und ließ zwei der Mädchen offensichtlich deprimiert auf dem Boden zurück.

„Ich frage mich was er sagen wird.", unterbrach Ýuki den Dialog der Anime Charaktere.

„Wir werden sehen."

„Was wirst du ihm sagen?"

„Alles! Ich weiß aber nicht ob er schon einmal etwas davon gehört hat, aber ich hoffe, dass er hat, es würde die Dinge um einiges leichter machen."

„Was wenn er dir nicht glaubt? Das ganze Gerede von Magie und dem Gralskrieg dürfte sich für ihn doch ziemlich lächerlich anhören."

„Er wird mir glauben. Ich habe Wege, dass er mir glaubt!" Er lächelte sie an und beendete damit die Konversation. Beide konzentrierten sich wieder auf die Show.