Kapitel 4
In einem großen Büro, hinter einem schweren dunklen Schreibtisch sitzend musterten zwei Augen einen schwarzen Nebel. Dieser Nebel entstand plötzlich mitten in seinem Büro auf seinem wundervollen Teppich. Zeitgleich hatten Erinnerungen begonnen sein Gehirn zu überfluten. Erinnerungen die der Grund waren weshalb noch keine Wachen hier standen. Das war wirklich nichts Alltägliches. Wer auch immer dort reiste musste etwas besonderes sein.
Aus dem Nebel trat nun ein junger Mann. Er war nicht gut zu erkennen, es war als würde man ihn durch Milchglas sehen. Der Mann schaute sich wachsam um, fokussierte dann seinen Blick auf den Besitzer des Büros und verneigte sich halb: „Ich grüße Euch, Hüter des Goldes. Möge Euer Reichtum anwachsen." Raphik lehnte sich erstaunt zurück, von solcher Höflichkeit und ruhiger Anmut war aber nichts erwähnt worden. Er erinnerte sich daran, dass es eine Erwiderung dazu gab, er hatte sie gelernt aber noch nie verwenden müssen: „Seid gegrüßt Sir. Mögen Eure Geheimnisse im Schatten verweilen." Der junge Mann richtete sich auf und lehnte sich an die Wand seines Büros. Der Gringottsdirektor kam nun hinter seinem Schreibtisch hervor und musterte den Mann vor sich genauer. „So, so. Ihr wart es also wert Gringotts besondere Magie zunutzen: Nun mein Name ist Raphik und Sie befinden sich gerade in meinem Büro in Gringotts. Obwohl ich bereits einiges von Ihnen weiß bin ich doch neugierig. Griphook hat immer positiv von Ihnen gesprochen, erzählen Sie mir doch etwas von sich." Dabei neigte Raphik seinen Kopf leicht zur Seiet und schaute seinen Besucher lauernd an. „Es tut mir Leid Mr. Raphik aber wenn ich mich nicht irre wissen Sie mehr über mich als ich selbst." Antwortete der Befragte lächelnd.
„In Ordnung. Es ist alles geregelt.", er reichte ihm eine Mappe und einen Flakon „Trinken Sie den Trank und Sie werden eine neue Identität erhalten, Sie werden zu einer ausgestorbenen Familie gehören. Ihr Nachname lautet Nathair. Ich hoffe Sie können damit leben. Ihren Vornamen schreiben Sie bitte auf die roten Linien in der Mappe. DANACH trinken Sie." Der Mann setzte sich auf eine der beiden Stühle und begann in der Mappe zu lesen. Raphik beobachtete ihn. Je mehr er las desto deutlicher wurde seine Gestalt. Er war etwa 1,80 m und schlank. Seine Haare reichten ihm bis knapp auf die Schultern und waren glänzend rabenschwarz, nur unterbrochen von einigen weißen und violetten Strähnen. Mehr konnte Raphik nicht erkennen aber er war sicher, der junge Mann würde außergewöhnlich sein. Das Aussehen nach einem solchen Ritual spiegelte die Herzenseinstellung wieder. Das Weiß stand für Unschuld und Friedfertigkeit, das dunkle Violett dagegen für Aggressivität und Härte. Das tiefe dunkle Schwarz bedeutete, dass der Junge durch die Hölle gegangen war und es bedeutete Macht. In welchem Sinne würde sich zeigen müssen. Er hatte Glück das niemand von diesem Ritual wusste außer den Kobolden, so würde niemand seine Eigenschaften herauslesen können. Es würde interessant sein mit ihm zusammen zu arbeiten.
Der junge Mann war völlig ein seinen Lebenslauf vertieft. Er war ein französisches Reinblut dessen Eltern früh gestorben waren, deshalb war er bei seinen Squipverwandten aufgewachsen. Da diese ihn quasi gehasst hatten, war er sobald er konnte geflüchtet und eben nun hier in England. Er war beinahe 17 Jahre alt und hatte keinerlei nachweisbare Schulbildung weshalb er übermorgen zu einem Test ins Ministerium sollte. Sobald er 17 Jahre war, durfte er seinen Lordtitel annehmen. Die Nathairs waren in England nicht so bekannt wie in Frankreich, gelten aber unter Kennern als Neutral und offen gegenüber beiden Magiearten. Was er jetzt noch brauchte war ein Vorname. Danilo, Mikhail? Nein, jetzt hatte er es. Tristan! Tristan Nathair. So wollte er heißen.
Er schrieb den Namen auf die roten Linien und schluckte mit einer schnellen Bewegung den Trank herunter. Sein Körper begann zu brennen, seine Augen tränten und sein Kopf fühlte sich an als würde dort jemand Quidditch spielen, während sich sein neues Leben in ihn fraß.
Als er seine Augen wieder öffnete, spannte er seine Körper an und drehte sich dann mit emotionslosem Gesicht in Richtung Raphik als ihm etwas auffiel. „Was wurde mir über dieses Ritual verschwiegen?" seine Stimme war leise und beinahe sanft. Die Magie die sich um ihn sammelte, bereit los zu schlagen war es nicht. Raphik schluckte nervös bevor er antwortete: „Das Ritual funktioniert nur wenn man die richtige Einstellung hat und die wird überprüft. Allerdings zeigt sich das Ergebnis dann in Äußerlichkeiten." „Ich möchte einen Spiegel, Mr. Raphik. Und dann eine Einführung in diese Zeit, einverstanden?" die Stimme war immer noch gefährlich freundlich. „Selbstverständlich Mr. Nathair. Und herzlich willkommen im Jahr 1952."
Zeitleiste:
1944 Grindelwald besiegt, Tom Riddle in Hogwarts (16 Jahre)
1952 Tom Riddle noch nicht als Voldemort bekannt, ist Politiker (24 Jahre)
