Ja, so ist das.... kaum hat die Schule wieder angefangen, kommt man zu nichts mehr....  .

Summary: Nichts ist mehr wie es war. Die Zeiten ändern sich und wir müssen uns anpassen, um zu überleben. Doch ob mir das gelingen wird? Ich weiß nicht, wie ich mit diesen Gefühlen umgehen soll, die sein Anblick in mir wachruft.... aber ich ahne, dass ich auf eine Katastrophe zusteuere.... *Slash*

Disclaimer: Keine Rechte und kein Geld für mich, was die Figuren dieser Fic betrifft- alles Eigentum von J. K. Rowling- der Plot gehört jedoch mir und wenn sich den jemand ausleihen will, dann bitte ich um vorherige Nachfrage

Pairing: Draco Malfoy / Harry Potter, ein bisschen Hermine Granger / Ron Weasley

Anmerkung: Ich weiß nicht genau, in welche Klassenstufe ich Alicia Spinnet einordnen soll, aber da sie offensichtlich älter sein muss als Harry, wird sie von mir in die siebte Klasse gesteckt.

Gedanken – 

Kapitel 4

Ich hätte nicht gedacht, dass Potter je zugeben würde, dass ihn meine Worte verletzt hatten. Und vor allem war ich nicht das darauffolgende Gefühlschaos vorbereitet. Wie konnte er mir so etwas einfach ohne jegliche Scheu ins Gesicht sagen? Ich meine, wir waren Todfeinde! War das ein Versuch gewesen, mich vollkommen aus der Bahn zu werfen? Wenn ja, dann hatte er es geschafft.

Was sollte ich nur von diesem Kerl halten? Er konnte so schrecklich nervend sein, dass ich ihn manchmal am liebsten aus dem Fenster stoßen würde und dann wiederum wirkte er so verletzlich, dass ich ihn ohne zu zögern mit meinem Leben verteidigen würde, würde er in diesem Moment angegriffen werden.

Und was mich noch mehr verwirrte, war die offene Abneigung und Aggression, die Potter nach unserem Gespräch im Oktober an den Tag gelegt hatte. Ständig provozierte er mich und ich verstand die Welt nicht mehr. War das nicht immer meine Rolle gewesen? Ich glaube, ich wollte lieber nicht wissen, was in seinen verdrehten Gehirnwindungen vor sich ging und diese Schwankungen in seinem Verhalten mir gegenüber auslöste.

Wahrscheinlich würde ich es sowieso nicht begreifen. Potter und ich hatten verschiedene Denkweisen, was schon alleine durch unsere zugeteilten Häusern und unsere Art anderen Gegenüber zum Ausdruck kam. Wie sollte ein Malfoy also einen Potter verstehen? Ich wette, das war meinem Vater zu seiner Schulzeit auch nicht gelungen. Wobei der sicherlich nicht versucht hatte, für Harrys Vater Verständnis aufzubringen. Das wäre auch zuviel der Mühe für jemanden gewesen, den mein Vater für so sehr unter seinem eigenen Niveau hielt!

Nun saß ich also auf meinem Bett und wartete geduldig darauf, dass mein Vater mich abholte und mich zu dem Ort brachte, den Voldemort für diese Zeremonie auserkoren hatte, denn minderjährige Zauberer durften ja noch nicht selbstständig apparieren. Wie es sich für einen Malfoy gehörte, ließ ich mir meine Gefühle natürlich nicht anmerken, auch wenn es in der Dunkelheit des Zimmers egal gewesen wäre, sondern starrte mit ausdruckslosem Gesicht aus dem Fenster.

Ob ich ihn je wieder sehen würde? Ob ich noch einmal in seine leuchtend grünen Augen blicken konnte, ohne zu wissen, dass nun der Moment gekommen war, in dem einer von uns starb? Derr Moment für das Duell, auf das wir seit unserer Geburt zusteuerten? Ich wusste nicht, was Voldemort mit mir vorhatte, wenn ich erst einmal einer der Seinen war, aber Potter würde mich sicherlich nicht vermissen, wenn ich nicht zurück nach Hogwarts geschickt wurde. Dann wäre er mich endlich los. Hatte er nicht selbst gesagt, dass mein Tod ein Segen für ihn und die Welt wäre? Nun, es wäre wahrscheinlich auch das Beste für mich, wenn ich ihn nicht wiedersehen würde, denn er irritierte mich mehr, als gut für mich war..... Doch bei all meinen widersprüchlichen Gefühlen und all den unsicheren Zukunftsaussichten war ich mir einer Sache ganz sicher: Mein Herz würde sich zurücksehen nach Hogwarts... zurück zu dem Todfeind meines zukünftigen Herrn.....

Die Tür öffnete sich und ein schwacher Lichtschein fiel aus dem Korridor in mein Zimmer. „Bist du bereit, Draco?" Mein Vater. Jetzt war es also so weit. Jetzt würde ich den Schritt tun, der mich soweit von Harry Potter entfernte, dass ich ihn nie wieder würde erreichen können. Frieden würde in ein paar Stunden unmöglich für uns sein.

Lautlos seufzend stand ich auf und ging mit meinem Vater nach draußen, wo Mutter schon wartete. Ich spürte für einen kurzen Augenblick die Hand meines Vaters auf meiner Schulter, das einzige Zeichen, das er sich Sorgen machte, denn er wusste, dass ich sein Erbe in Voldemorts Dienerschaft nicht antreten wollte, doch so schnell wie die Berührung gekommen war, war sie auch schon wieder verschwunden. Körperkontakt war selten in meiner Familie, doch dieser kurze Moment hatte mit genügend Kraft gegeben um das, was vor mir lag, durchzustehen.... hoffentlich....

Etwas zögerlich schloss ich meine Hand um den Umhangärmel meines Vaters und nachdem mir meine Mutter noch ein aufmunterndes Lächeln geschenkt hatte, apparierten wir auf dem Zeremonienplatz, wo wir schon von einigen Dutzend Todessern erwartet wurden.

Nun war ich also in der Höhle des Löwen... oder besser: in der Grube der Schlange und es gab kein Zurück mehr für mich.....

********

Ich hatte mich am Abend kaum ins Bett gelegt, da war ich auch schon eingeschlafen. Na ja, irgendwann mussten meine Schlafstörungen ja ihren Tribut fordern und so hatte ich wenigstens keine Zeit mehr, mir Sorgen um Malfoy zu machen.

Doch schon nach kurzer Zeit hatte ich das Gefühl zu fliegen. Es war nicht so, wie auf einem Besen, sondern eher wie mit einem Portschlüssel, nur dass das Ziehen, das ich sonst am Bauchnabel verspürte, fehlte. Ich hatte auch keine Möglichkeit meine Bewegung zu steuern, sondern wurde konsequent in eine bestimmte Richtung gezogen. Seltsamerweise war ich mir in jeder Sekunde genau bewusst, dass ich träumte.

Dann plötzlich stoppte ich mitten in der Luft und wurde durch eine fremde Macht kraftvoll nach unten gezogen. Ein leiser, erschrockener Schrei entfuhr mir und kurz darauf kam ich hart auf dem Boden auf und musste mich erst einmal von dem Schreck erholen und mein wild klopfendes Herz beruhigen, bevor ich mich aufrichtete.

Doch noch bevor ich meinen Blick heben konnte, durchfuhr ein altbekannter, stechender Schmerz meinen Kopf und setzte sich an der Stelle fest, an der meine Narbe saß. Rasch und mit dunklen Vorahnungen blickte ich mich um, und fand meine Vermutung bestätigt. Ich befand mich inmitten einer Todesserversammlung.

Doch irgendetwas war anders, als in den Albträumen, die ich gewöhnlich hatte. Erstens war ich alleine. Weder Cedric noch ein anderer, den ich kannte, war hier. Und dann wirkte die Szenerie so erschreckend real und düster, dass ich einen Moment ernsthaft annahm, ich wäre wirklich nicht mehr in Hogwarts und mein Herz setzte ängstlich ein paar Takte aus.

Ich musste mich auf irgendeiner Lichtung im Wald befinden, denn um den Platz ragten überall dürre Nadelbäume in die Höhe und begrenzten so die Sicht auf den Sternenhimmel. Das einzige Licht ging von einem großen Feuer in der Mitte der Lichtung aus und daneben stand eine Gestalt in einer schwarzen Robe, bei deren Anblick erneut ein scharfer Schmerz durch meinen Kopf jagte und mich gequält aufstöhnen ließ.

Rund herum hatten sich vermummte, schwarze Gestalten eingefunden, die eine wogende schwarze Masse zu bilden schienen, die mit dem dunklen Wald verschmolz und so erdrückend schien, dass sie mir für einen Moment den Atem nahm. Ich spürte die angespannte Stimmung. Nun, es wäre vermutlich jeder angespannt, wenn Voldemort in der Nähe war, doch irgendwie war es nicht alleine Angst, die diese Atmosphäre erzeugte. Es schien auch etwas Feierliches in der Luft zu liegen. Super. Vielleicht war ich ja genau richtig zu einer Todesserparty gekommen, dachte ich sarkastisch und rieb mit einer Hand über meine schmerzende Stirn.

Ich wollte lieber nicht wissen, was es zu feiern gab, sondern wollte einfach nur hier weg. Fort von diesem Schmerz, der sich so real anfühlte. Nur um noch einmal sicher zu gehen, dass ich auch tatsächlich träumte, warf ich noch einen schnellen Blick um mich- sicher war sicher; man konnte ja nie wissen, was sich Voldemort für kranke Spielchen ausdachte- doch niemand schien mich zu beachten. Gut.

Unruhig verlagerte ich mein Gewicht auf den anderen Fuß, während meine Augen immer noch aufmerksam umherhuschten. Selbst wenn man diese beängstigende Atmosphäre wegließ, war es immer noch kalt genug, um die Situation so richtig ungemütlich für mich zu machen und eigentlich wollte ich nur noch aufwachen, doch etwas sagte mir, dass noch etwas Wichtiges geschehen würde.

Und plötzlich teilte sich die schwarze Menge an einer Stelle und etwa ein Dutzend anderer Gestalten betrat in einer Reihe die Lichtung. Sie steckten in mönchskuttenähnlichen, bodenlangen, schwarzen Gewändern, die um die Hüfte von einer Kordel gehalten wurden. Sie bestanden aus irgendeinem weich glänzenden Material- sicher Seide- und auf der Brust prangte das erstaunlich große und erstaunlich hässliche Abbild des Dunklen Mals.

Angewidert von dem schlangenzüngigen Totenschädel wandte ich mich einen Moment ab, doch in der entgegengesetzten Richtung stand immer noch der Dunkle Lord am Feuer und meine Kopfschmerzen wurden beinahe unerträglich, als ich ihn erneut ansah.

Die erste Gestalt trat vor, nahm die Kapuze ab und zum Vorschein kam ein junger Mann, den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Er kniete nieder, küsste den Saum von Voldemorts Umhang einige Male, bevor er in einer demütig zusammengekauerten Position verharrte, bis Voldemort ihm bedeutete sich zu erheben.

„Bist du bereit, mir dein Leben zu widmen?", dröhnte die Stimme des Mörders meiner Eltern plötzlich über die Lichtung und meine Ohren klingelten, obwohl er sicher nicht zu laut gesprochen hatte. Einen Moment wurde mir schwindlig und meine Narbe brannte wie Feuer, so dass ich mir in diesem Moment über diese verhängnisvolle Frage keine näheren Gedanken machen konnte.

„Ja, Meister", antwortete der Junge so fest wie möglich, doch seine Stimme zitterte vor Angst und vor seinem Mund bildete sich Dank der Kälte eine kleine Atemwolke, die dem ganzen einen etwas unwirklichen Hauch gab. Er streckte seinen linken Arm aus und zog den langen Ärmel seines Gewandes hoch.

Voldemort schien das zu genügen, denn er hob seinen Zauberstab, sprach einen leisen Zauber, den ich nicht verstand, weil mich der Schmerz in meinem Kopf einen Moment ablenkte und berührte damit den dargebotenen Unterarm. Im nächsten Moment krümmte sich der Junge vor Schmerz und ein gepresster, schmerzerfüllter Laut kam über seine Lippen, bevor er leise aufschrie. Dann schien es vorüber zu sein, denn der Körper richtete sich wieder gerade auf und noch etwas vom Schmerz vernebelte Augen blickten zu Boden, in Erwartung des ersten Befehls von Voldemort und der Junge wurde beiseite geschickt. Auf seinem linken Unterarm prangte nun das Dunkle Mal.

Das Schauspiel wiederholte sich auch mit den anderen Todesser-Anwärtern, die meisten schrieen ebenfalls vor Schmerz auf, als ihnen das Erkennungszeichen der Anhänger des Dunklen Lords eingebrannt wurde und einer brach sogar weinend zusammen, wofür er im Anschluss hart bestraft wurde. Ein Todesser konnte es sich nicht leisten, Gefühle zu haben.

Ich wollte diese Grausamkeit beenden, wollte so gerne einschreiten, doch ich war wie gelähmt und begriff, dass für mich hier allein die Rolle des Beobachters reserviert war. Ein paar Mal stöhnte auch ich entsetzt auf, als ich die Schmerzen der Jungen mitansehen musste, doch hatten sie es nicht eigentlich verdient, wenn sie Voldemort freiwillig folgten?

Richtig schlimm wurde es aber erst für mich, als der Letzte vortrat. Da ich die sechs Slytherins aus der siebten Klasse bereits erkannte hatte, konnte ich mir denken, wer das war- auch wenn ich hoffte, mich zu irren- aber als schlanke Hände die Kapuze zurückschlugen und sich mein Verdacht bestätigte, wurde mir richtig übel. Malfoy. Seine platinblonden Haare schimmerten matt im Licht des Feuers und mit komplett ausdruckslosem Gesicht näherte er sich dem Dunklen Lord.

Mein Herz klopfte heftig gegen meine Rippen und ich sah ihm aus weit aufgerissenen Augen zu. Er würde doch nicht... ich meine, er war Draco Malfoy... er war zu stolz um.... und doch kniete er schließlich nieder, um Voldemorts Umhang zu küssen. In seinen Augen konnte ich kurz Ekel erkennen, doch sie wurden so schnell wieder leer, dass ich nicht sagen konnte, ob diese Abscheu dem Dunklen Lord oder ihm selbst galt. Und tatsächlich streckte auch er bereitwillig seinen Arm aus.

„Nein!", schrie ich ihm zu, wollte ihn davon abhalten diesen folgenschweren Fehler zu begehen, doch er konnte mich anscheinend nicht hören und ich konnte mich nicht bewegen. –Gott, Draco, nein! Tu das nicht! So etwas kannst nicht einmal du wollen!– Eigentlich könnte es mir egal sein, wem dieser gefühllose Kerl sein Leben widmete, doch das war es nicht. Ich würde den Gedanken nicht ertragen können, dass Malfoy- immer stolz und würdevoll- von dieser Bestie herumgeschubst wurde wie Abschaum.

Seine Augen schlossen sich in dem Moment, in dem der Zauberstab seine blasse Haut berührte und er verzog schmerzhaft das Gesicht. Jeder Muskel seines Körpers schien angespannt, seine Stirn hatte er tief gerunzelt, die Augen zusammengekniffen und um wirklich jeden Schmerzenslaut zu ersticken bis er sich so hart auf die Unterlippe, dass sie anfing zu bluten. Er gab zwar keinen Mucks von sich, was ehrfürchtiges Staunen um ihn herum auslöste, aber dennoch zerriss mir dieser Anblick förmlich mein Herz.

„NEIN!!"

Es war richtig, dass ich ihn nicht mehr lieben wollte, aber leiden sollte er deswegen auch nicht. Am liebsten hätte ich mich auf Voldemort und seine gesamte Todesserbande gestürzt und sie für Dracos Schmerzen bezahlen lassen, auch wenn ich nicht die geringeste Chance gegen sie gehabt hätte- ich hatte ja nicht einmal meinen Zauberstab dabei. Doch als ich es versuchte, merkte ich, dass ich mich nicht bewegen konnte. Verzweifelt kämpfte ich erfolglos gegen diese unnatürliche Starre an, denn alleine der Anblick von Malfoys schmerzverzerrtem Gesicht machte es mir unmöglich, meine Anstrengungen aufzugeben und zu akzeptiern, was dort geschah. Nicht einmal ein Draco Malfoy sollte solche Qualen erdulden müssen.

Aber in dem Moment, in dem das Dunkle Mal auf seiner makellos weißen Haut erschien, fühlte ich etwas in mir zerspringen. Vielleicht das letzte Stück Hoffnung auf einen Waffenstillstand zwischen uns, auf eine friedliche Koexistenz. Etwas war mit dem Wissen, das wir nun endgültig Todfeinde waren, unwiederbringlich zu Bruch gegangen.

„Malfoy....", flüsterte ich erstickt und bekam kaum mit, wie Voldemort ihm befahl nach Hogwarts zurückzukehren, weil ich nun zusätzlich zu dem Schmerz in meinem Kopf plötzlich auch noch mit einer seltsamen Leere in meinem Herzen zu kämpfen hatte. Ich sagte mir, dass ich nur träumte, doch das machte die Sache nicht weniger schlimm. Der bloße Gedanke an Malfoy als Todesser war schon schlimm genug, aber ein so real erscheinendes Abbild dieses Albtraums zu sehen, war so erschreckend schmerzhaft, dass ich mir wünschte, mein Traum-Ich wäre nie hier gelandet um diese grausame Zeremonie mitanzusehen.

Ich schloss die Augen, um dieses Bild auszuschließen, doch konnte nicht verhindern, dass ich seine Erwiderung hörte. „Wird Potter nichts merken? Seine Narbe...." Dann ertönte ein klatschendes Geräusch und als ich aus perfider Neugier die Augen wieder öffnete, hielt sich Malfoy die Wange und funkelte den Todesser, der nun neben ihm stand und ihn offensichtlich geohrfeigt hatte, hasserfüllt an.

„Sprich seinen Namen nicht aus, du Narr. Das ist deiner Gesundheit überhaupt nicht zuträglich", zischte der andere, während er Malfoys Blick standhielt und der Dunkle Lord unterbrach das kleine Zwischenspiel, in dem er den- von Draco nun wahrscheinlich offiziell zum Malfoy-Feind erklärten- Störenfried mit einer Handbewegung wieder beiseite schickte und ihn für sein Handeln ohne entsprechenden Befehl bestrafen ließ.

„Seine Narbe schmerzt nur in meiner Nähe, auf meine Todesser reagiert sie nicht. Du kannst also unbesorgt sein. Sollte er sich dennoch merkwürdig verhalten, wirst du mir umgehend Bericht erstatten, hast du mich verstanden?!" Als Draco nickte, hob Voldemort die Arme in einer feierlichen, Aufmerksamkeit heischenden Geste und verkündete: „Und nun lasst uns die Aufnahme unserer neuen Mitglieder feiern!"

Die schwarze Menge fiel mit Lobpreisungen ihres Herren auf die Knie- auch Malfoy, der die Worte zwischen zusammengebissenen Zähnen hervorwürgte- und ich wandte mich ab. Ich wollte ihn nicht auf Knien sehen. Das passte nicht zu ihm und wirkte so schrecklich falsch.

Dann wurde mir wieder schwindlig und ich ging beinahe zu Boden, doch das Gefühl legte sich langsam und ich begriff, dass die Szenerie gewechselt hatte. Ich befand mich nun etwas tiefer im Wald, doch wenn ich mich umblickte, konnte ich immer noch den schwachen Schein des Feuers durch die Bäume sehen und ich hörte den Lärm der Todesserfeier, die anscheinend noch in vollem Gange war.

Nur wenige Schritte vor mir saß jedoch eine schlanke Gestalt an einen Baum gelehnt, die mich viel mehr interessierte. Malfoy hatte den linken Ärmel seines Gewandes hochgeschoben und betrachtete gedankenverloren das Dunkle Mal. Zu gerne hätte ich gewusst, was ihm in diesem Moment durch den Kopf ging, doch seinem Gesicht nach zu urteilen, war es nichts Angenehmes.

Und irgendetwas regte sich bei diesem Anblick in mir. Es war kein Mitleid... es war eher Mitgefühl. Um sein Schicksal beneidete ich ihn nun wirklich nicht, obwohl ich meines auch schon so manches Mal verflucht hatte. Aber ich war trotz allem immer noch ein freier Mensch und stand nicht unter Voldemorts erdrückender Herrschaft. Und nach allem, was ich aus seiner Haltung hatte herauslesen können- was nicht sehr viel war, denn Malfoy verstand es wie kein Zweiter seine Gefühle vor der Außerwelt zu verbergen- hatte er sich auch nicht ganz freiwillig in diese Abhängigkeit begeben.

In diesem Augenblick wollte ich ihm einfach nur ein wenig Trost in dieser düsteren Zeit spenden und ihm zeigen, dass er nicht alleine war. Es war wohl meine soziale Ader, die mich so denken ließ, denn wir sprachen hier immer noch von Draco Malfoy, doch ich konnte nichts gegen den Drang tun, ihn in die Arme schließen zu wollen, mit welchen Konsequenzen auch immer.

Doch ich konnte mich immer noch nicht vom Fleck bewegen und so konnte ich nichts weiter tun, als zu frieren und ihn hilflos anzustarren.

Dann ließ der den Ärmel mit einem verächtlichen Schnauben wieder über seinen Arm rutschen, bedeckte den Schandfleck auf seiner ansonsten makellosen Haut, und blickten mit einem bitteren Lächeln zum Himmel auf, die Augen seltsam leer und doch offener als ich sie je zu vor gesehen hatte.

„Wo ist eigentlich Sankt Potter, wenn man ihn braucht?", wisperte er mit rauer Stimme und ich fühlte wie mein Herz in tausend kleine Stücke zersprang. Hilflos riss ich die Augen auf, als ich begriff, dass er wirklich nicht freiwillig in die Dienste des Dunklen Lords getreten war und bis zum letzten Moment insgeheim auf ein Wunder, auf Hilfe gehofft hatte. Hilfe von mir, die er nicht bekommen hatte. Schuldgefühle und die Gewissheit versagt zu haben, weil ich nicht für ihn da gewesen war, als er mich brauchte, flossen wie zähflüssiger Sirup durch meinen Körper und machten mir das Atmen schwer.

„Nein", flüsterte ich erneut leise, dieses Mal mit einer anderen Bedeutung. Nein, das konnte nicht wahr sein. Das war nur ein Traum. Niemals würde Malfoy Hilfe von mir erwarten oder gar annehmen. Nie würde er..... so verloren wirken.....

Leise, wie aus weiter Ferne, hörte ich jemanden rufen, doch im ersten Moment war ich noch durch das Bild vor mir so gefesselt, dass ich nicht reagieren konnte, erst ein „Verdammt, Harry!!" und der Schmerz auf meiner rechten Wange rissen mich zurück in die Realität und die Traumbilder verschwammen und lösten sich auf. Ersetzt wurde Malfoy durch ein besorgtes Gesicht, das mein verschlafenes Gehirn erst nach einigen Augenblicken meinem besten Freund zuordnen konnte. Ron kniete neben mir auf dem Bett und aus der Art, wie er seinen Arm hielt, konnte ich schlussfolgern, dass er mir gerade eine Ohrfeige verpasst hatte. Desweiteren stellte ich beiläufig fest, dass ich meine Decke fortgestrampelt hatte, was natürlich das Kältegefühl in meinem Traum erklärte.

„Was...?", murmelte ich und plötzlich verwandelte sich die Sorge auf Rons Gesicht in Ärger.

„Wieso jagst du uns so einen Schreck ein, Harry? Wir alle fürchten uns schon genug, seit Voldemort wieder an der Macht ist, da musst du uns nicht auch noch so eine Angst machen!"

Natürlich verstand ich kein Wort von dem, was er sagte und runzelte fragend die Stirn. „Ron, wovon redest du?"

„Erstens hast du im Schlaf geschrieen und den ganzen Schlafsaal aufgeweckt...." Ein Blick in die Runde zeigte mir, dass wirklich alle anderen um mein Bett standen und mich musterten. „Das an sich wäre ja noch nichts besonderes, weil du ja des öfteren Albträume hast, aber wir haben dich einfach nicht wachgekriegt. Das war wirklich beängstigend."

„Nicht wachgekriegt?", wiederholte ich noch immer etwas benommen und versuchte das Bild von Malfoy, der mit leerem Blick und bitterem Lächeln zu den Sternen hinaufsah, als hätten sie die Möglichkeit sein Schicksal zu bestimmen aus meinem Kopf zu verbannen. Erfolglos.

„Beinahe als hätte deine Seele, deinen Körper verlassen", quiekte Neville plötzlich und sah mich verängstigt an.

Ron nickte. „Wir dachten schon fast, du wärst tot, aber da du noch geatmet und dich bewegst hast...." Er ließ den Rest des Satzes in der Luft hängen und zuckte mit den Schultern.

„Harry", sagte Seamus ernst und lenkte so meine Aufmerksamkeit auf sich. „Im Schlaf hast du deine Hand auf deine Stirn gepresst..... hast du von Du-weißt-schon-wem geträumt?"

Ich nickte matt. „Ja, und es war überhaupt nicht angenehm."

„Meinst du, er plant wieder einen Angriff?", ließ sich nun Neville  wieder vernehmen, der den Eindruck machte, als würde er sich am liebsten unter dem Bett verstecken.

„Ich weiß es nicht", antwortete ich ehrlich. –Ich weiß nur, dass dieser Traum meine Gefühle wieder ziemlich durcheinander geworfen hat.– Was ich vor wenigen Wochen so erfolgreich versiegelt hatte, war jetzt zurück und schien in der Dunkelheit seines Versteckes sogar zu etwas noch Größerem herangewachsen zu sein, so dass ich jetzt nicht mehr wusste, ob ich damit klar kommen würde.

„Hmpf, wer weiß schon was im Kopf dieses Monsters vor sich geht?", sagte Ron nach kurzem Schweigen und gähnte ungeniert. „Da Harry noch lebt und es immer noch tiefste Nacht ist, schlage ich vor, wir gehen wieder schlafen." Die anderen nickten zustimmend und begaben sich zögernd wieder in ihre Betten. Ron warf mir noch einen besorgten Blick zu, doch auf mein beruhigendes Lächeln hin, löschte er das Licht und kurz darauf war wieder Ruhe im Jungenschlafsaal.

Ich lag jedoch noch lange wach und starrte in die Dunkelheit. Irgendwie hatte ich das Gefühl, in der Zukunft neue dunkle Flecken lagen, in denen sich die Zukunft verlor und allein Glück und Geschick über das weitere Schicksal entscheiden würde. Wenn mich nicht alles täuschte steuerten wir gerade wieder auf ein solches Loch in den Maschen des Schicksals zu und wer wusste schon, was kommen würde? Ich wusste nur so viel, dass es nichts Gutes sein würde.

Seit dieser Nacht war nun eine Woche vergangen. Keiner der verschwundenen Slytherins war wieder aufgetaucht und wider Willen machte ich mir ernsthaft Sorgen um Malfoy. Pansy hatte einmal in Zaubertränke gefragt, was denn eigentlich mit Draco sei- wofür ich ihr sehr dankbar war, denn es interessierte mich ebenfalls- und hatte dafür einen ungewöhnlich giftigen Blick von Snape kassiert, bevor dieser ihr in einem Ton, der weitere Fragen verbot, erklärte, dass Malfoy aufgrund familiären Angelegenheiten nach Hause gerufen worden war und dass sie ihre Nase gefälligst da raus halten sollte.

Unwillkürlich hatte ich an meinen Traum denken müssen und hatte gefühlt wie sich daraufhin ein hartnäckiger Klumpen in meinem Magen gebildet hatte, der nicht die Absicht zu haben schien in nächster Zeit wieder zu verschwinden. Gott sei Dank wurde mein Appetit dadurch nicht allzu sehr beeinträchtigt, so dass meine Freunde nicht stutzig werden konnten und anfingen, unangenehme Fragen zu stellen.

Und Slytherin hatte definitiv ein Problem, wenn Malfoy nicht innerhalb der nächsten vier Tage auftauchte. Denn dann würde das Quidditchspiel Gryffindor versus Slytherin stattfinden, dem alle schon gespannt entgegen fieberten, denn in den letzten Jahren war es immer spannend gewesen und die Menge hatte sich die Seele aus dem Leib geschrieen um ihr Favoritenteam anzufeuern- dafür dass die Slytherins ganz alleine standen, waren sie erstaunlich laut gewesen.. Dieses Mal würde es wohl aber keine heiseren Schüler am nächsten Tag geben, denn ohne Malfoy als Sucher waren die anderen aufgeschmissen und Gryffindor würde ohne Schwierigkeiten haushoch gewinnen.

Ich hatte seinen Ersatz im Spiel gegen Hufflepuff beobachtet. Ein Witz im Gegensatz zu Draco, wirklich. Der Junge konnte dem eigentlichen Sucher Slytherins bei weitem nicht das Wasser reichen und wäre auch keine allzu große Herausforderung für mich. Ich wollte damit nicht sagen, dass er mich nicht schlagen könnte, doch er bräuchte eine Menge Glück, weil ich einfach mehr Erfahrung besaß. Dieses Jahr spielte Gryffindor in einer beinahe komplett neuen Besetzung, weil die Weasley-Zwillinge und zwei unserer Jägerinnen im letzten Jahr die Schule abgeschlossen hatten und nun ersetzt werden mussten. Oliver war ja schon vor zwei Jahren gegangen und wir hatten sein Amt an Jamie Pash weitergegeben. Noch recht jung (vierte Klasse), aber ein begnadeter Hüter. Ich würde sogar sagen, besser als Oliver selbst.

Alicia Spinnet ist nun Kapitän der Mannschaft und ich fürchte, wenn sie nächsten Jahr ging, würde man mir den Posten aufschwatzen. Unsere neuen Teamkameraden hatten zwar noch kaum Spielerfahrung (nur durch das Spiel gegen Ravenclaw), doch sie meisterten die Herausforderungen, die durch ihre Positionen auf sie zukamen, mit Bravour, was sicherlich auch dem harten Training zu verdanken war, dass Alicia uns angedeihen ließ. Manchmal fragte ich mich ernsthaft, ob sie nicht vielleicht noch ehrgeiziger war als Oliver.

Nun, jedenfalls würde das Spiel gegen Slytherin wohl ziemlich langweilig werden ohne meinen üblichen Kampf mit Malfoy, der zwar den schlechteren Besen von uns beiden hatte, mir aber rein technisch absolut ebenbürtig geworden war. Und obwohl ich Quidditch liebte, konnte ich mich nicht recht auf das nächste Spiel freuen. Normalerweise fieberte ich genauso wie alle anderen dem Duell mit Slytherin entgegen, doch ohne meinen Hauptkonkurrenten verlor das Ganze irgendwie einen großen Teil seines Reizes.

Plötzlich wurde ich unsanft aus meinen Gedanken gerissen, als mich jemand im Vorbeigehen anrempelte. Stirnrunzelnd blickte ich auf, weil derjenige nicht einmal den Anstand besaß, sich zu entschuldigen, doch mir wurde sofort klar, dass ich darauf lange warten konnte, als ich Goyle erkannte, der sich nun vor mir aufbaute, um mir den Weg zu versperren.

Lautlos seufzend und genervt die Augen rollend wollte ich um ihn herumgehen, doch er trat mir wieder in den Weg. „Lass den Quatsch!" Doch anscheinend konnte sein Hirn nicht verarbeiten, was ich zu ihm gesagt hatte, denn er blieb einfach mit unbewegter Miene stehen.

„Es wird Zeit, dass wir uns mal ein wenig unterhalten, Potter", hörte ich eine Mädchenstimme hinter mir und noch bevor ich mich umdrehte, um mich zu vergewissern, wusste ich, dass sie zu Pansy Parkinson gehörte. Das Mädchen hatte versucht mir die letzte Woche zur Hölle zu machen, doch sie war im Vergleich zu Malfoy nicht einmal Mittelklasse und ihre Sticheleien hatten mich vollkommen kalt gelassen.

Das schien sie jedoch nur noch anzustacheln und sie ging mir inzwischen so penetrant auf die Nerven, dass ich mir ernsthaft überlegte, sie zu vergiften. Nicht einmal auf einem der älteren, weniger benutzen Gänge Hogwarts hatte man seine Ruhe!

„Pansy", sagte ich gedehnt. „Ich habe jetzt wirklich keine Lust auf deine kindischen Spielchen. Such dir jemand anderen."

Sie machte eine Kopfbewegung, die ich nicht deuten konnte, Goyle aber sehr wohl und ich spürte, wie er mir plötzlich meinen rechten Arm auf den Rücken drehte und mir durch den festen Griff um mein Handgelenk keine Chance gab, mich herauszuwinden. „Was soll das denn werden?", fragte ich gelangweilt, fühlte mich aber alles andere als wohl in meiner Haut.

„Ich will wissen, was du mit Draco gemacht hast."

„Hä?", war das mit Abstand Intelligenteste, was mir dazu einfiel. Was hatten denn Malfoy und ich miteinander zu tun?

„Nun stell dich nicht dumm, Potter. In letzter Zeit hast du wirklich merkwürdig aggressiv auf ihn reagiert und nun ist er verschwunden. Soll ich da nicht misstrauisch werden?"

Wahrscheinlich hätte sie mich auch verdächtigt, wenn ich ihm aus dem Weg gegangen wäre. Wie man es auch machte, man machte es falsch. Soll einer die weibliche Logik verstehen. „Snape hat doch gesagt, dass er wegen familiärer Gründe nach hause gerufen wurde. Hast du was an den Ohren, Pansy?" Auf diese Frechheit hin zog Goyle meinen verdrehten Arm ein Stück höher und ich biss mir auf die Unterlippe um keinen Schmerzenslaut von mir zu geben.

„Soll er etwa zugeben, dass ein Schüler vermisst wird?"

„Malfoy hat am Tag seines Verschwindens zeitgleich mit sechs anderen Slytherins die große Halle verlassen. Willst du mir erzählen, die Ärmsten wären alle entführt worden, weil sie ja soo wehrlos sind? Außerdem, wer würde es wagen, den Malfoyerben anzurühren?", fragte ich, nicht ohne eine gehörige Portion Spott in der Stimme, was mir gleich neue Schmerzen einbrachte.

„Ich habe Draco eine Eule geschickt, aber er hat nicht geantwortet. Wenn alles in Ordnung wäre, hätte er es getan."

„Vielleicht hat er einfach die Nase voll von dir und ist von Hogwarts geflüchtet, um dich nicht länger ertragen zu müssen." Dieses Mal wurde mein Arm so hochgezogen, dass ich mir sicher war, dass das Gelenk gleich aus seine Pfanne springen würde und mir entfuhr zu meinem Ärger ein deutliches „Autsch!" Pansy sah aus, als würde sie mir gleich die Augen auskratzen.

Goyle grinste nur blöde und ich fand meine Theorie, dass alle Slytherins Sadisten waren, bestätigt. „Ich verstehe immer noch nicht, was die Sache mit mir zu tun haben soll", fuhr ich schließlich fort. „Sehe ich vielleicht aus, als hätte ich ihn heimlich, still und leise beiseite geschafft?"

„Dir traue ich alles zu. Diggory hast du schließlich auch nicht geholfen." Nun, das war eindeutig ein Versuch alte Wunden aufzureißen. Und ein unangenehm erfolgreicher dazu. –Ruhig bleiben, Harry...–

„Weil ich nicht die Möglichkeit dazu hatte. Das bedeutet aber nicht, dass ich ihm den Tod gewünscht habe. Und auch wenn Malfoy noch so nervend ist, auch ihm wünsche ich den Tod –.... meistens....– nicht. Hast du aber mal überlegt, dass er endlich diesem verdammten Todesserclub von Voldemort beigetreten sein könnte und deshalb nicht mehr kommt?" Es war ein Schuss ins Blaue, inspiriert von meinem Albtraum, doch Pansy schien verunsichert.

Das fand ich dann doch definitiv beunruhigend. Sie kannte ihn immerhin besser als ich und wenn sie diese Möglichkeit ernsthaft in Erwägung zog......

„Ach, verschwinde, Potter!", unterbrach sie unwirsch meine Gedanken und die Erleichterung darüber, dass der unangenehme Druck auf meinen Arm und mein Schultergelenk verschwand, währte nicht lange, denn ich erhielt zum Abschied noch einen kräftigen Stoß, der mich völlig überraschte und aus dem Gleichgewicht brachte. In dem Moment, in dem ich nach vorne kippte, um die Treppe herunterzufallen, sah ich mit lächerlicher Klarheit angesichts der Situation unten am Fuße Malfoy stehen, der interessiert zu uns hochblickte.

Und anstatt mich irgendwie abzufangen oder mich panisch an Goyles Robe zu klammern, um mir nicht das Genick zu brechen, dachte ich nur: –Oh, er ist ja wieder da und stolperte ihm dann unkontrolliert entgegen, wobei ich mehr kullerte als lief, wodurch sich die Welt in einem lustigen Kreis um mich herum drehte.

Irgendwie musste mein Gehirn dann aber doch begriffen haben, dass ich mir gerade richtig weh tat und ich griff nach dem ersten, was mir Halt versprach. Nur, dass dieses Etwas darauf wohl nicht vorbereitet war und von meinem Schwung überrascht zurück gegen die nächste Wand taumelte. Aber dieser Teil meines Sturzes endete seltsam weich und ich brauchte eine Weile um wieder Ordnung in die trudelnde Welt zu bringen und zu begreifen, was geschehen war.

Aus irgendeinem Grund hatte Malfoy mich aufgefangen- seine Arme lagen immer noch um meinen Körper- und sein Oberkörper hatte verhindert, dass mein Kopf mit der Wand kollidierte und ich.... ich klammerte mich an ihn, als hinge mein Leben davon ab.

Okay, jetzt war es wohl an der Zeit meine schauspielerischen Fähigkeiten rauszukramen und überzeugend eine Ohnmacht zu mimen, um zu erklären, dass ich nach Sekunden immer in Malfoys Armen hing, den Kopf an seine Brust gepresst, und ihn nicht längst angewidert von mir weggestoßen hatte.

„Potter, lebst du noch?", fragte er und aus meiner merkwürdigen Position hörte es sich beinahe wirklich besorgt an. Ich musste mir doch irgendwann mittendrin den Kopf ziemlich heftig gestoßen haben. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich seine Stimme so lange nicht mehr gehört hatte?

Mit heißen Wangen machte ich mich schließlich schnell von ihm los und trat hastig ein paar Schritte zurück, wobei ich beinahe über meine eigene Beine fiel. „M-M-Malfoy!"

„Richtig, Potter. Hundert Punkte für Gryffindor", spöttelte er und ich begann erst jetzt richtig wahrzunehmen, dass meine Rippen ziemlich schmerzten, mein Arm, den Goyle festgehalten hatte, am Schultergelenk weh tat und ich mit einem Fuß nicht richtig auftreten konnte. Nur irgendwie konnte ich einen Gedanken trotzdem nicht abwehren: –Wow... er riecht gut.... Ich sollte mich dringend auf die Krankenstation begeben.

„Wa-warum hast du mich aufgefangen?" Meine Hände zitterten und ich verschränkte schnell die Arme und das zu überspielen. Was ich allerdings mit meinen weichen Knien machen sollte, wusste ich nicht so genau. Er löste sich nun auch von der Mauer und ich sah, dass er mit dem Rücken genau gegen einen spitzen Mauervorsprung geprallt war. Das musste ganz schön weh getan haben, aber er verzog trotzdem keine Miene. –Er hat wahrscheinlich schon Schlimmeres überstanden–, ging es mir plötzlich durch den Kopf und mein Blick irrte zu seinem linken Arm, der von seinem Mantel verborgen war.

„Was soll ich denn anderes tun, wenn du dich mir genau in die Arme schmeißt und ich keinen Platz zum Ausweichen habe?" Fragend hob sich eine Augenbraue in seinem hübschen Gesicht und das Gefühlschaos war komplett. Wunderbar, warum konnte ich einfach kein Eisblock sein, wenn es wirklich nötig war? Warum konnte ich unerwünschte Gefühle nicht für immer verdrängen? Und warum musste er mich immer so durcheinander bringen?

Im Moment war ich einfach nicht fähig, ihm logisch zu antworten, geweige denn ein Streitgespräch mit ihm zu führen und machte mich einfach ohne eine Erwiderung humpelnd auf den Weg zu Madam Pomfrey. Bevor ich mich wieder mit ihm auseinandersetzen konnte, musste ich erst einmal meine Gefühle wieder ordnen. Was tauchte dieser Kerl eigentlich so plötzlich auf, ohne mich vorzuwarnen? Ich spürte seinen überraschten Blick in meinem Rücken, bevor ich um die nächste Ecke bog und hörte wie sich Pansy mit einem begeisterten Kampfquieken auf ihn stürzte.

To be continued....

Leider hat es sich in diesem Teil nicht angeboten, mehr aus Dracos Sicht zu schreiben- vielleicht im nächsten wieder =) Bitte gebt mir Feedback!!

Tja, und nun auch hier die überarbeitete Version. Und wieder geht ein großes Danke für tatkräftige Unterstüztzung hierbei an Besserweis! =)