Himbeerrot: Liebe
Wieder zehrte ein langer, anstrengender Arbeitstag an ihren Nerven und ihre Sorgen um House machten alles nur noch schlimmer. Cuddy fühlte sich so schwach und hilflos, wie noch nie in ihrem sonst doch immer so kontrollieren Leben. Ihre Konzentration hatte sich schon vor Stunden aus dem Staub gemacht. Doch wenigstens war es Freitag und morgen ihr freier Tag.
"Dr. Cuddy?"
Sie schüttelte sich kurz um aus ihrem Tagtraum zu erwachen und sah Dr. Davies gegenüber mit aufgerissenen Augen an. "Ja?"
"Wir fragen uns, was mit Dr. House passiert", wiederholte Davies sein Anliegen.
Cuddy räusperte sich und richtete sich in ihrem Stuhl wieder etwas auf. "Was soll mit ihm passieren?", fragte sie mit zusammengekniffenen Augen.
Davies sah sich unsicher um, erntete aber bestätigende Blicke seiner Kollegen. "Nun ja, seine Beurlaubung dauert jetzt schon zwei Monate. Wenn sich keine Besserung einstellt, dann sollten wir vielleicht Konsequenzen ziehen."
Cuddy lachte ein ungläubiges Lachen. "Konsequenzen? Ich glaube ich verstehe Sie nicht ganz."
Davies beugte seinen Oberkörper nach vorn und platzierte seine Hände mit den Handflächen nach unten auf dem Tisch. "Wenn er nicht mehr als Arzt arbeiten kann, dann können wir ihn hier auch nicht mehr als Mitarbeiter halten", erläuterte er scharfzüngig.
Selbstsicher erwiderte sie seine Geste und beugte sich ebenfalls nach vorn. "Es ist Ihnen vielleicht entgangen", begann sie nicht weniger scharfzüngig, "aber Dr. House hat ein Trauma erlitten, in dessen Folge er eine schwierige Zeit durchmacht. Die ungeschriebenen Regeln dieses Krankenhauses, solange ich es betreibe, besagen, dass wir ihm als Kollegen in dieser schwierigen Zeit beistehen, bis er wieder hier arbeiten kann. Und diese Regeln gelten für alle." Sie sah sich in der Runde der Ärzte um. Einige schauten betreten nach unten.
"Glauben Sie nicht, Sie sind ein wenig befangen, wenn es um dieses Thema geht?", bohrte Davies bösartig nach.
"Ich bin so befangen, wie ich es sein muss." Sie stand auf. "Und damit hätte sich das Thema erledigt. Stellen Sie einen Antrag, wenn es Ihnen nicht passt. War das der letzte Punkt für heute?", fragte sie ihre Sekretärin, die eifrig nickte. "Dann sehe ich Sie alle bei der nächsten Aufsichtsratssitzung."
Sie schloss die Mappe vor sich energisch und marschierte unter den verblüfften Blicken der anderen als erstes aus dem Raum. Etwas, das Dr. Lisa Cuddy sonst nie tat, doch heute fühlte es sich genau richtig an.
Schnurstracks ging sie hinaus in die Tiefgarage zu ihrem Auto und fuhr davon. Sie musste endlich wegkommen von diesem Krankenhaus und dem ganzen Wahnsinn darin. Und auch wenn es zu Hause potentiell noch schlimmer werden könnte mit House, so gab ihr der Gedanke an ihn doch etwas eigenartig Tröstliches.
Als sie die Haustür langsam aufschloss, erwartete sie irgendwie schon das Schlimmste. House, ausgebreitet mitten im Wohnzimmer, Arme und Beine von sich gestreckt, eine leere Spritze neben ihm.
Doch stattdessen betrat die ein warm erleuchtetes Haus, dessen angenehme Ruhe ihre Nerven etwas beruhigen konnte. Cuddy schloss die Augen und atmete tief ein, während sie ihre Schuhe auszog und die Jacke ablegte.
Ihr Blick verfehlte ihn im Wohnzimmer zuerst, denn er saß nicht wie erwartet auf der Couch, sondern an dem kleinen Schreibtisch in der Ecke, umgeben von unzähligen Zetteln.
"Hey", sagte sie sanft.
Er sah sie für einen Moment lang fast wie gebannt an, während er mit einem Bleistift auf das Papier vor sich trommelte, und senkte seinen Blick dann wieder auf das Blatt, auf dem er eifrig etwas notierte.
Cuddy sah nicht, was es war. Sie lief hinüber in die Küche und stellte erleichtert fest, dass ihm der Appetit auf Fast Food nicht vergangen war, wie die leere Pizza-Verpackung verriet. Sie holte einen Topf mit Thai Curry aus dem Kühlschrank, das sie ein paar Tage zuvor bereits gekocht hatte, und wärmte es wieder auf.
Als es fertig war, ging sie mir ihrem Teller zurück ins Wohnzimmer und ließ sich mit einem Seufzer der Erleichterung auf dem Sofa nieder. "Stört es dich, wenn ich den Fernseher anmache?", fragte sie House.
Ohne von seinem Blatt aufzusehen, schüttelte er mit dem Kopf.
"Okay", murmelte sie kaum hörbar und schaltete den Fernseher ein. Irgendeine schlechte südamerikanische Telenovela brachte sie auf ein paar andere Gedanken, aber Cuddy konnte sich nicht helfen und warf House immer und immer wieder einen verstohlenen Kontrollblick aus dem Augenwinkel zu.
Er schien sie völlig zu ignorieren.
Cuddy konnte spüren, wie sich stechende Kopfschmerzen irgendwo hinter ihren Schläfen bildeten und stellte ihren nur halbleeren Teller auf dem Tisch vor sich ab. Langsam schloss sie die Augen und lehnte sich in die weichen Sofakissen zurück, um die Schmerzen jetzt nicht noch schlimmer werden zu lassen. Innerhalb weniger Minuten war sie eingeschlafen.
Ein sanftes Rütteln an ihrer rechten Schulter weckte sie wieder. Einen Moment lang sah sie sich verwirrt um und fand House neben sich, der sie kritisch beäugte.
Cuddy richtete sich wieder etwas auf und rieb sich mit beiden Händen die Augen. "Eingeschlafen", erklärte sie das Offensichtliche und sah schläfrig wieder zu House hinüber.
Er reichte ihr ein Blatt Papier und stand dann gleich wieder auf.
Während sie hörte, wie er den Raum verließ, sah sie auf das Blatt herab und versuchte zu verarbeiten, was sie da erblickte. Es war eines seiner vollgekritzelten Notenblätter, genau wie die, die sie in seiner Schublade gefunden hatte. Cuddys Augen überflogen die ganze Seite flüchtig, bis ihr Blick an einem kleinen Kommentar rechts oben haften blieb: 'Für dich.'
Plötzlich wieder etwas wacher, rieb sie sich noch einmal die Augen und stand auf. Sie hatte nicht gehört, wohin er gegangen war, lief aber instinktiv als erstes in Schlafzimmer. Die Tür stand offen und er war gerade dabei die Blätter, die er gerade noch im Wohnzimmer hatte, wieder in die Schublade zu stopfen.
Cuddy klopfte sanft an die offene Tür. "Danke", sagte sie mit einem Lächeln, das aufrichtiger nicht hätte sein können.
House schloss die Schublade, drehte sich um und nickte kurz.
"Aber", begann Cuddy vorsichtig, "ich kann leider nicht viel damit anfangen." Sie sah auf das Blatt in ihren Händen hinab. "Es sind nur Noten, aber ich kann die Melodie nicht hören." Sie wusste nicht, warum sie sich gerade so verlegen fühlte.
House strich sich mit einem Finger über die Augenbraue.
"Kannst du es mir vorspielen?"
Sein Schulterzucken deutete ihr an, dass er es machen würde. Er schloss die Lücke zwischen ihnen beiden und nahm ihr im Vorbeigehen den Zettel aus der Hand. Dann ging er weiter zur Garderobe im Flur, wo er seine Jacke überzog und in der Tasche nach seinem Schlüssel suchte, den er dort auch fand.
Cuddy folgte ihm und sah ihn etwas erstaunt an, doch sie sagte nichts und zog sich ihre Jacke ebenfalls wieder über. Mit dem Autoschlüssel in ihrer und dem Notenblatt in seiner Hand verließen die beiden das Haus und stiegen ins Auto.
Ohne ihn überhaupt nach dem Ziel zu fragen, steuerte sie seine Wohnung an. Es dauerte nur ein paar Minuten, bis sie schließlich dort ankamen.
House öffnete die Tür des Apartments. Stickige, trockene Luft kam den beiden entgegen, als sie eintraten. Alles wirkte irgendwie kalt und trostlos, nachdem House das Licht eingeschalten hatte. Leblos, verlassen, einsam.
Er humpelte als erstes hinüber zum Liegesessel neben dem Fernseher und trug die Stehlampe von dort zum Klavier. Das Kabel war gerade lang genug und House schaltete die Lampe ein. Dann deutete er Cuddy, die immer noch in der Nähe der Tür stand, an das Deckenlicht wieder auszuschalten.
Sie befolgte seinen Befehl und sah zu, wie er in dem gedämpften Licht hinter dem Piano Platz nahm. Das Notenblatt, das er bis jetzt immer noch in den Händen hielt, positionierte er auf dem dafür vorgesehenen Ständer. Leise fing er an ein paar Töne zu spielen.
Cuddy beobachtete ihn ein paar Sekunden lang einfach nur und begab sich dann langsam zu ihm hinüber. Von oben sah sie auf seine Finger hinab, die sich grazil über die Tasten bewegten und sie fast schon zärtlich berührten.
Ohne mit dem Spielen aufzuhören, rutschte er auf der Bank ein Stück weiter nach rechts und machte so Platz für Cuddy, die sich schließlich hinsetzte und immer noch gebannt auf seine Finger starrte.
Als er plötzlich aufhörte zu spielen, sah sie ihn überrascht an. "War das das Lied?", fragte sie und deutete auf das Notenblatt.
Er schüttelte mit dem Kopf und wackelte mit den Fingern in der Luft.
"Aufwärmen, ich verstehe."
Seine Finger glitten wieder hinab auf die Tasten und fanden wie von selbst die Positionen, an die sie gehörten. Sein Blick fiel auf das Notenblatt und er fing an zu spielen.
Cuddy hielt ihren Atem für ein paar Sekunden an, bevor sie sich wieder traute, vorsichtig Luft in ihre Lungen zu lassen. Die Melodie, die seine Finger erzeugten, war in diesem Moment die berührendste, die sie je gehört hatte. Sie vereinte alles in sich—Trauer, Sorge, Einsamkeit, Verlassenheit, Hoffnung und Liebe. Es schien als wäre es genau diese Melodie, die das Vakuum in das sie ihre Gefühle in den letzten Wochen gepackt hatte, wieder öffnen konnte. Und jetzt strömten sie ungehindert heraus.
Überwältig von den Gefühlen, die zum Vorschein kamen, stand Cuddy von der Bank auf und lief hinüber zum Fenster, ihren Rücken House zugedreht.
Er hörte schlagartig auf zu spielen und sah ihr verstört hinterher.
Heiße, stille Tränen liefen ihr über die Wangen. Sie gab keinen Laut von sich, keinen Schluchzer, kein Wimmern. Wie in Zeitlupe sah sie, wie eine Träne von ihrer Nasenspitze auf den Fußboden tropfte. Dann verschwamm alles vor ihren Augen.
Nur wenige Augenblicke später spürte sie seine Hand auf ihrer Schulter, die bewegungslos an jener Stelle liegen blieb. Sie senkte ihren Kopf nach unten und vergrub das Gesicht in ihren Händen, die unkontrollierten, lautlosen Schluchzer immer heftiger werdend.
Er gab ihrer Schulter einen kleinen Ruck und zwang sie somit sich zu ihm umzudrehen.
Sie wagte es nicht ihre Hände wegzunehmen und ihm ihr Gesicht zu zeigen.
House umfasste ihre Handgelenke und zog leicht daran, doch sie kämpfte gegen ihn an. Er gab auf, weil er ihr nicht weh tun wollte. Nicht noch mehr. Resignierend stand er vor ihr und wusste nicht, was er tun könnte, tun sollte.
Nach ein paar unbehaglichen Sekunden, nahm Cuddy ihre Hände weg und entblößte rot umrandete Augen, die ihn verzweifelt und fast wütend ansahen. Sie stieß mit ihren Händen gegen seine Brust, sodass er ein paar Zentimeter nach hinten weichen musste, doch er hielt ihre Hände wieder fest und sah ihr in die Augen.
"Weißt du, wie verdammt oft ich mir gewünscht habe, dass du einfach mal nur die Klappe hältst?", fragte sie atemlos. "Und jetzt? Jetzt ist es das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann." Sie sah zu Boden und beruhigte sich wieder etwas. "Ich wünschte wir könnten über all das reden."
Er sah für ein paar Momente auf den gleichen Punkt hinab, auf den sie starrte. Seine Hände ließen ihre Handgelenke langsam wieder los und wanderten dann zu ihrem Gesicht, dass er umfasste. Vorsichtig hob er ihren Kopf nach oben, bis sie ihm schmerzlich in die Augen sah, und brachte sein Gesicht hinab zu ihrem.
Ihre Lippen berührten sich, aber es geschah nicht viel. Es war eine tröstende Geste, die Cuddy verstand und zuließ, während ihre Schluchzer verebbten. Ihre Lippen trennten sich nach ein paar Sekunden wieder. Ein simpler Kuss, der in diesem Moment alles sagte, lauter sprach als jedes Wort.
House humpelte wieder zurück zum Klavier, nahm seinen Stock und das Notenblatt an sich und ging in Richtung Tür. Dort angekommen, streckte er seine Hand aus und wartete, bis sie bei ihm war und die Hand zögerlich nahm. Zusammen verließen sie das Apartment und fuhren wieder zurück. Cuddys Tränen konnten langsam trocknen.
Bevor er in ihrem Haus als erstes in die Küche ging, deutete er ihr an ins Schlafzimmer zu gehen und dort auf ihn zu warten.
Fast schon verlegen saß sie am Fußende des Bettes, als er wieder zurück kam, ein Glas Wasser in der Hand und ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht. Sie deutete ihm mit der linken Hand an, mit der sie sanft auf die Bettdecke klopfte, sich neben sie zu setzen.
Er lehnte seinen Stock gegen die Wand neben der Tür und schloss diese dann hinter sich. Die Hand am Lichtschalter und den Kopf zur Deckenlampe gerichtet, betätigte er verschiedene Schalter, bis das Licht über ihnen schließlich erlosch und nur noch die linke Nachttischlampe das Zimmer erhellte. Das Licht war zart, so wie die Bande zwischen ihnen, die sich in den letzten zwei Monaten gebildet hatte.
House kam auf sie zu, das dezente Lächeln immer noch auf den Lippen, das sie einfach erwidern musste, und ging an ihr vorbei. Sie bemerkte, dass sein Gang ohne Stock weniger schwerfällig war als sonst. Auf dem Nachtisch rechts neben dem Bett stellte er sein Glas ab und öffnete dann die oberste Schublade.
Cuddy hörte ihn zwischen dem Papier kramen, doch sie drehte sich nicht um. Stattdessen hatte sein Stock an der gegenüberliegenden Wand eine eigenartige Magie für sie entwickelt.
Ein paar Sekunden später kam er wieder zurück und setzte sich neben sie. Er reichte ihr die Postkarte mit dem Veilchen, die sie zögernd nahm. Verwirrt sah sie ihn an. Sie wusste nicht was sie damit sollte.
Er drehte die Karte in ihren Händen um, sodass die beiden Botschaften auf der Rückseite wieder zum Vorschein kamen. Cuddys Blick blieb einen Moment daran haften, die Gefühle von gestern plötzlich wieder so nah und bedrohlich, und sah dann verwirrt zu House auf.
Er deutete mit dem Zeigefinger auf seinen Satz. Es tut mir Leid.
Sie sah ihn eindringlich an, bevor sie mit ihrem Finger auf den Satz darunter deutete. Mir auch.
House nickte und lächelte dabei wieder. Er nahm ihr die Postkarte aus den Händen und ließ sie durch seine Finger auf den Fußboden gleiten. Cuddy sah ihr hinterher und fühlte sich mit dieser Geste plötzlich so viel besser. Erleichtert, befreit, bestärkt.
Er rückte etwas näher an sie heran und gab ihr einen Kuss, die Lippen dabei diesmal leicht geöffnet. Sie erwiderte ihn, indem sie ihre Lippen auch leicht öffnete und wartete bis er seine Zunge gefühlvoll in ihren Mund gleiten ließ. Seine Bartstoppeln hinterließen ein prickelndes Gefühl auf ihrer Haut.
Sanft drückte er sie nach hinten, bis sie auf dem Bett lag und beugte sich über sie. Seine Lippen verließen ihre dabei für keine Millisekunde. Es war nicht die Leidenschaft, die sonst immer zwischen ihnen lag, die das Tempo heute bestimmte. Vielmehr war es ein tiefes Verständnis für einander, das alles vorgab und es natürlich anfühlen ließ.
Bedächtig zog er ihre Bluse aus und grinste ihr kurz entgegen beim Anblick des roten BHs, der zum Vorschein kam. Cuddy half ihm dabei den Verschluss ihres Rockes zu öffnen. House streifte ihn ab und ließ ihn nonchalant vom Bett fallen.
Dann richtete er sich wieder auf, brachte für Cuddy unangenehm viel Raum zwischen sie, sodass sie seine Nähe sofort vermisste. Sie richtete sich ebenfalls wieder auf, stütze sich auf ihren Händen ab und beobachtete ihn von hinten, wie er zuerst sein Hemd aufknöpfte, es auszog und danach seine Hose langsam abstreifte. Sie konnte von ihrer Position sehen, wie akribisch er es vermied dabei seine Narbe auch nur zu berühren.
Sie rutschte etwas weiter nach hinten und schlüpfte unter die Bettdecke. Das Gefühl des weichen Stoffes auf ihrer Haut ließ sie kurz erschaudern. Eine leichte Gänsehaut überzog ihren Körper. Sie zog die Decke bis zu ihren Schultern und wartete auf ihn. Sie war sich nicht sicher, was passieren würde, doch ein Gefühl der Erwartung durchfuhr Körper.
House humpelte zu seiner Seite des Bettes und schlüpfte ebenfalls unter die Bettdecke neben Cuddy. Seine leicht feuchte Hand wanderte zu ihrer Hüfte und zog sie näher zu sich heran. Seine Lippen fanden wieder zurück zu ihren.
Mit warmen Händen fuhr Cuddy unter sein T-Shirt und zog es ihm über den Kopf. Sie musste leise lachen beim Anblick seiner zerzausten Haare, die diese Aktion hinterlassen hatte. Mit gespielter Entrüstung strich er sie wieder glatt und erstickte ihr Lachen mit einem Kuss, während seine Hände zu ihrem BH-Verschluss fuhren. Langsam öffnete er ihn und streifte ihn über ihre Schultern.
Unsicher sah sie ihn an. Er formte ein stummes "Willst du aufhören?" mit seinen Lippen, das sie im gedämpften Licht gerade so erkennen konnte, doch sie schüttelte mit dem Kopf. Ihre Hände fuhren indessen in den Bund seiner Boxershorts, wo sie einen Moment inne hielt. Er sah sie fragend an.
"Was, heute kein Protest?", neckte sie.
House kniff ein Auge zu, tat so als müsse er kurz überlegen und antwortete dann mit einem Kopfschütteln. Er hob seine Hüfte leicht an, damit sie ihm die Unterhose ausziehen konnte. Mit einer ganz ähnlichen Bewegung zog er ihr ihren Slip aus und ließ seine Hand dann auf ihrem Hintern ruhen, den anderen Arm unter ihrem Kopf ausgestreckt.
Es vergingen Minuten in denen Cuddy vergaß, wie um Himmels Willen sie hier gelandet waren. Zum ersten Mal seit Wochen konnte sie alles vergessen, nur der Moment existierte. Sie lotste ihn zu den Kondomen im Nachttischschrank und er sah sie schließlich ein letztes Mal fast fragend an.
Sie nickte versichernd, bevor er langsam in sie eindrang. Sie fanden einen gemeinsamen Rhythmus, warme Haut auf warmer Haut. Das Kissen, in dem er sein Gesicht vergraben hatte, dämpfte seine Atmung etwas. Als er seinen Kopf wieder hob, um ihr in die Augen zu sehen, war es stattdessen eine einsame Träne, die er auf ihrer Wange erblickte. Langsam bahnte sie sich ihren Weg bis zu ihrem Ohr.
Er stoppte seine Bewegungen für einen Moment und wollte aufhören, doch Cuddy nahm seinen Kopf in beide Hände und zog ihn wieder zu sich. "Bleib hier", flüsterte sie.
Sie fanden ihren Rhythmus wieder. Nach ein paar Minuten entwich Cuddy ein kleiner Seufzer und House nahm es als Anlass sich jetzt auch gehen zu lassen, die Erregung nicht mehr länger zurückzuhalten. Fast zeitgleich sprudelte ein kurzes Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit durch ihre Körper.
House drückte ihr einen sachten Kuss auf die Schläfe, genau dort wo die Träne ihre Spur hinterlassen hatte und kletterte dann etwas unbeholfen aus dem Bett.
Cuddy wickelte sich in der Bettdecke ein, während er im Bad verschwand. Ihre Arme und Beine fühlten sich schlaff an. Das Gefühl der Erschöpfung fand zurück in ihren Körper und machte sich dort breit.
Es dauerte nur ein paar Minuten, bis er zurück kam. Vorsichtig schlüpfte er wieder unter die Bettdecke um sie dabei nicht aus ihrem Dämmerschlaf zu wecken. Er initiierte mehr Nähe, als sie gedacht hätte, und eigentlich hätte es sie glücklich stimmen sollen.
Doch trotzdem wurde sie das Gefühl nicht los, dass diese Nacht etwas war, das Cuddy sie nicht sein lassen wollte. Sein Abschiedsgeschenk an sie, um sich danach heimlich, still und leise aus dieser Welt zu verabschieden.
Ihre Augenlider fielen langsam wieder zu, seine Hand beschützend auf ihrer Hüfte.
