Verzeiht mir die lange, ewig lange Wartezeit! Es war tierisch viel zu tun und außerdem hat mich die Story geärgert, wollte nicht mehr weitergeschrieben werden °g° Aber jetzt hab ich es ja geschafft. Könnt ihr mir vergeben?
Sunny
4. Kapitel
Manus manum lavat. (Eine Hand wäscht die andere.)
Sara stand zuhause vor dem Spiegel und überlegte ernsthaft, was sie mit ihren Haaren anstellen konnte. Sie trug ein blaues Kleid, das sie zuletzt auf Ellen's Hochzeit getragen hatte. Das war schon Jahre her. Sara musste grinsen bei dem Gedanken daran, wie beleidigt Ellen reagiert hatte, als sie feststellte, dass Sara's Kleid schöner war als ihrs - schließlich war sie die Braut und nicht Sara. Das Grinsen verblasste, als sie daran dachte, wie ihr Ellen später die Schuld daran gegeben hatte, dass ihr Verlobter kurz vor dem Ja-Wort Angst bekommen hatte und sie verlassen hatte. Nach diesem schicksalhaftem Tag hatte sie nie wieder etwas von Ellen gehört, was sie dazu veranlasst hatte, das Kleid nach ganz hinten in den Schrank zu verbannen.
Sie hatte eigentlich nur damit angefangen, sich für das Date - wenn man es als solches bezeichnen konnte, dachte sie amüsiert - mit Greg schön zu machen, damit sie etwas zu tun hatte. Die Gedanken über Make-up und Schuhe lenkten sie wenigstens eine Weile davon ab, an Grissom zu denken.
Es wunderte sie, wie Catherine nur mit ihm befreundet sein konnte. Wer konnte damit leben, dass der Mensch, den man doch als seinen besten Freund bezeichnete, keine Gefühle zeigen konnte? Falls er überhaupt welche hatte. Das war ja noch festzustellen. Sie sollte sie wirklich bei Gelegenheit mal fragen, wie sie das aushielt.
Greg war da ganz anders, erinnerte sie sich und lächelte. Ja, Greg war schon toll. Sie wüsste nicht, was sie ohne ihren besten Freund machen würde. Manchmal hatte sie das Gefühl, ohne ihn wäre sie längst durchgedreht.
Sara blickte auf die Uhr und stellte erfreut fest, dass sie nur noch eine halbe Stunde totschlagen musste, dann konnte sie losfahren und hoffentlich endlich vergessen, dass es da diesen Mann gab, dessen Name mit 'G' begann und mit 'rissom' aufhörte.
Nachdem sie sich zehn Minuten damit beschäftigt hatte, abwechselnd ihre Füße und ihre Hände anzustarren, stand sie genervt auf und beschloss, dass sie auch jetzt schon losfahren konnte. Vielleicht machte Greg ja früher Schluss, wenn sie ihn ganz nett darum bat.
Am Labor angekommen, stieg sie aus ihrem Auto und ging auf den Eingang zu. Sie hoffte, Grissom nicht zufällig über den Weg zu laufen und Greg möglichst schnell zu finden, sodass sie verschwinden konnten.
Sie ging am Pausenraum vorbei und warf durch die Scheibe einen Blick hinein. Drinnen standen Warrick und Catherine. Als die blonde Frau sie entdeckte, hob die zum Gruß kurz die Hand. Sara nickte ihr zu und ging dann weiter.
Nachdem sie ein paar Räume durchsucht hatte, jedoch Greg nicht gefunden hatte, ging zu zum letzten Ort, der ihr noch einfiel. Der Umkleideraum.
Kaum zur Tür rein, wollte sie gleich wieder umkehren. Vor ihr stand Grissom und sah sie ein wenig überrascht an.
"Hey Sara, was machst du hier?"
"Ich suche Greg.", sagte sie einfach. "Hier ist er ja nicht. Also dann geh ich mal wieder..."
Sie wollte so schnell wie möglich weg von hier. Weg von ihm. Doch zu ihrer Missbilligung - die sie mit einem finsteren Blick ausdrückte, den er allerdings nicht wahrnahm - folgte er ihr.
"Wieso suchst du Greg?", fragte er und versuchte es als beiläufige Frage zu verstecken. Es misslang gründlich.
"Oh na ja, ich hatte mal wieder Lust auf richtig heißen Sex, weißt du, das lässt mich schneller wieder gesund werden und da Greg mich eh schon immer angemacht hat, dachte ich..."
Grissoms erstarrter Miene zufolge glaubte er ihr diesen Quatsch auch noch.
Sie versuchte, nicht loszuprusten, brachte ihre Gesichtsmuskeln wieder unter Kontrolle und redete weiter, als sei nichts passiert.
"Also, Ende der Geschichte ist, dass Greg und ich heute ausgehen. Ich dachte, das würde man mir ansehen, aber nun ja."
"Das tut man.", sagte Grissom, woraufhin Sara die Augen verdrehte und ihren Gang noch ein wenig beschleunigte.
"Mach es mir doch nicht so verdammt schwer, Sara!", rief Grissom ihr nach.
"Schwer?!" Wütend fuhr Sara herum. Das war doch wohl nicht sein Ernst! "Ich mache es dir also schwer, ja? Was bildest du dir eigentlich ein?! Du bist doch derjenige, der-"
Die Menschenansammlung auf den Korridor bemerkend, stoppte Sara ihren kleinen Monolog. Grissom starrte sie an. Irgendwie starrten alle sie an. Hatten die nichts Besseres zu tun?
"Wird denn hier gar nicht mehr gearbeitet?", fragte sie genervt.
Ein junger Assistent, den Sara flüchtig vom Sehen her kannte, hatte nicht registriert, dass dies eine retorische Frage gewesen war, und antwortete mit einem heftigen Kopfschütteln.
Sara verdrehte die Augen und wünschte sich an einen einsamen Strand. Ganz allein. Ohne Stress. Nur sie allein, mit dem blauen Meer, Palmen und... Grissom?!
Sara schüttelte den Kopf, um wieder in die Gegenwart zurückzukommen. Grissom stand nah vor ihr und sah ihr mit einem durchdringenden Blick in die Augen, sodass sie den Kopf senken musste, um sich wieder sicher zu fühlen. Die Masse an Menschen war verschwunden. Wieso hatte sie davon nichts mitbekommen?
Grissom öffnete den Mund und Sara wollte nur noch so schnell wie möglich weg von hier. Sie wollte nicht hören, was Grissom meinte, sagen zu müssen. Solange er sich nicht präzise ausdrückte und ihr endlich sagte, was er genau von ihr wollte - was er nicht tun würde -, interessierte es sie nicht. Sie suchte fieberhaft nach einer Möglichkeit, von ihm wegzukommen, aber ihr Hirn war so leer wie Hodges an Menschen, die ihm nicht irgendwie nützlich sein konnten, interessiert war. Also praktisch gänende Leere.
Sie dankte der Göttin im Himmel, als sie am Ende des Korridors Gregs neue ultraschicke Lederjacke erkannte und somit einen Grund für ihre Flucht vorzuweisen hatte. Sie rief nach ihm, sah Grissom gespielt bedauernd an und war unendlich froh, als sie endlich mit Greg in ihrem Wagen saß und die Augen entspannt schliessen konnte, da sie Greg das Fahren überlassen hatte.
"Sara?!"
Sara schreckte aus ihren Gedanken hoch, als sie bemerkte, dass das Auto stehen geblieben war und sie auf dem Restaurantparkplatz standen. Greg sah sie schräg von der Seite her an. An seinem Gesichtsausdruck konnte sie erkennen, dass er sie gerade sicher nicht zum ersten Mal angesprochen hatte. Verdammt.
"Sara? Ist alles in Ordnung?", fragte Greg erneut, als er wieder keine Antwort erhielt.
"Jaah, sicher. Ich hab nur nachgedacht."
"Tztz, wer hat dir gesagt, du sollst auf einem Date mit mir nachdenken? Das versaut doch all meine Chancen."
Gegen ihren Willen musste Sara lachen.
"Ach, denkst du denn, sonst hättest du welche?"
"So gut wie das zwischen dir und Grissom gerade läuft, wohl kaum.", erwiderte Greg sarkastisch. Sofort biss er sich auf die Lippe. Er fürchtete, zu weit gegangen zu sein und machte sich auf einen bissigen Kommentar gefasst.
Stattdessen sagte sie jedoch nur traurig: "Du hast ja Recht."
Greg schwieg und Sara starrte nur geradeaus. Na das lief ja toll. Kaum wurde Grissom erwähnt, war ihr ganzer schöner Abend versaut.
"Lass uns bitte nicht über Grissom reden, okay? Ich hab keine Lust, mir das hier auch noch von ihm kaputt machen zu lassen."
"Einverstanden.", willigte Greg ein, dann stand er auf, ging um das Auto herum und half Sara beim Aussteigen. Sie lachte darüber; es war schön, wenn jemand sich mal um sie kümmerte, anstatt ihr immer wieder wehzutun.
Nein, denk nicht immer an Grissom. Du bist hier mit Greg, nicht mit ihm. Konzentrier dich auf Greg. Das hat er verdient. Er ist immer für dich da, wenn du ihn brauchst.
"Sara, Darling, denk doch mal an was anderes."
Greg war so verdammt scharfsinnig. Sara grinste ihn an.
"Eigentlich habe ich gerade an dich gedacht."
Na ja, zumindest hatte sie es versucht.
"Das will ich jetzt aber genau wissen.", grinste Greg zurück.
"Hättest du wohl gerne."
"Allerdings."
"Tja, Pech, Greggo. Vielleicht verrat ich's dir später.", grinste sie und zwinkerte ihm zu.
TBC...
Krieg ich trotz der langen Wartezeit n Review? Ein klitzekleines? Ich bin auch gaaaanz furchtbar lieb! °mit süßem Greggo-Blick anguck° °g°
