Disclaimer: Einige Figuren sind bei J.K. Rowling entliehen und werden zurückgegeben, die anderen Figuren sind meine eigene Kreation.
Vielen Dank! (sich in alle Richtungen verbeug) Ich hätte nie gedacht, dass Francis so gut bei euch ankommt, aber es macht mich sehr glücklich. Ich habe schon einige Figuren für meine Geschichten kreiert, aber Francis ist mein absoluter Liebling und ich hoffe, er wird uns noch ein bisschen erhalten bleiben (es sei denn, Narzissa bekommt ihn in die Finger^^)
-*-*-
All fall down 04
-*-*-
Francis sah neugierig aus dem Fenster, während die Kutsche durch die Randbezirke der Stadt rollte und sich vor seinen Augen die Gegend langsam aber sicher veränderte. Die halb verfallenen Häuser, zwischen denen er aufgewachsen war gingen kaum merklich in immer gepflegtere Bauten über und bald hatten sie die Elendsviertel weit hinter sich gelassen.
Er war noch nicht oft in den Bezirken gewesen in denen die reicheren Bürger wohnten, wusste er doch nur zu gut, wie sehr er mit seiner zerrissenen Kleidung und ungepflegten Äußeren alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde und jetzt alles beobachten zu können genoß er sehr. Sein Blick schweifte unter langen, dichten Wimpern zu seinem neuen Beschützer hinüber, doch dieser schien mit seinen Gedanken immer noch meilenweit entfernt zu sein. Francis seufzte lautlos und beschäftigte sich wieder mit der vorbeiziehenden Häuserlandschaft.
Lucius machte keine Anstalten mit ihm zu reden und Francis ließ seine Gedanken abschweifen. Er dachte an seine Mutter und ein trauriges Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Was sie wohl sagen würde, wenn sie ihn jetzt sehen könnte?
Eine sanfte Berührung an seinem Arm holte ihn in die Wirklichkeit zurück und da erst bemerkte er, dass die Kutsche angehalten hatte. Anscheinend waren sie am Ziel.
-*-*-
"Nun, meine Liebe, was soll ich sagen." Fudge bereitete ein wenig unglücklich die Arme aus und lächelte Narzissa Malfoy hilflos an. "Es tut mir wirklich leid, aber ich kann Ihnen leider nichts über unser kleines Abendessen erzählen."
Obwohl sie innerlich vor Wut zitterte, schaffte Narzissa es dennoch, ihr unscheinbares Gegenüber freundlich anzulächeln und sah mit stiller Zufriedenheit, das ihre Schönheit ihn keineswegs kalt ließ. Sie lehnte sich ein wenig vor und gewährte dem auf einmal sehr nervösen Minister einen kurzen Einblick in ihren Ausschnitt.
Fudge schluckte krampfhaft und ein feiner Schweißfilm trat auf seine Stirn. Narzissa lehnte sich wieder zurück. "Mr. Fudge, ich bin ein wenig in Sorge. Lucius ist nicht mehr er selbst, seit er mit Ihnen auf diesem...Abendessen war. Es wäre mir wirklich eine große Hilfe, wenn Sie mir sagen könnten, was Sie an diesem Abend unternommen haben."
"Nun..." Nach dem gequälten Blick zu schließen, den Fudge ihr zuwarf, schien er einen inneren Kampf auszufechten. "Ich bin nicht sicher, ob ich diese Frage zufriedenstellend beantworten kann, Mrs. Malfoy. Denn sehen Sie, nach dem Abendessen hatten wir beschlossen, unserem ausländischen Gast noch ein wenig mehr von der Stadt zu zeigen."
"Ich verstehe, Mr. Fudge. Denken Sie nicht, ich würde Sie verurteilen! Männer haben schließlich ihre Bedürfnisse!" Narzissa schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. "Darf ich Sie also so verstehen, dass Sie, mein Mann und Ihr Gast den Abend gewissermaßen haben...ausklingen lassen?"
"Wenn Sie wollen...so könnte man sagen..." murmelte Fudge und registrierte mit einem leichten Hauch von Panik, wie seine Besucherin aufstand und seinen Schreibtisch umrundete. Als sie neben ihm stand stieg ihm ihr Parfüm in die Nase und Fudge spürte, wie sein Mund trocken wurde. Es roch nach Veilchen und Narzissen und dieser Duft paßte genau zu dieser umwerfenden Frau, ließ vor seinem inneren Auge ein Bild erscheinen, das ihm eindeutig viel zu gut gefiel. Ihm wurde warm.
"Und Sie können mir doch sicher sagen, wo Sie diesen Abend haben ausklingen lassen..." Narzissa ließ sich auf der Schreibtischkante nieder und legte ihm eine Hand auf den Arm. "Wenn es nicht zu viel Mühe macht..."
Fudge sah in ihre wundervollen blauen Augen und wusste, dass er verloren hatte. Ohne zu zögern sagte er ihr alles, was sie wissen wollte.
-*-*-
"Gefällt es dir?" Lucius präsentierte dem Jungen stolz das Haus, welches er für ihn angemietet hatte und weidete sich an dem beinahe kindlichen Entzücken, das sich in der Miene des Jungen widerspiegelte. Francis sah sich mit großen Augen um, die Tasche mit seinen Sachen immer noch fest gegen seine Brust gepreßt. Er konnte es nicht glauben. "Es ist einfach wundervoll, Sir."
Lucius lachte leise. "Komm mit. Ich möchte, dass du erst einmal die Besitzerin kennenlernst. Sie ist eine wirklich nette ältere Dame und wird sich ein bisschen um dich kümmern."
Erst als er bereits an der Tür war bemerkte Lucius, dass Francis ihm nicht gefolgt war. "Was hast du denn?"
"Ich weiß nicht, ob..." Francis sah ihn angsterfüllt an und in dieser Sekunde verstand Lucius endlich, was in dem Jungen vorging. Mit zwei großen Schritten war er an Francis Seite und zog den zitternden Jungen in eine feste Umarmung.
"Du brauchst keine Angst zu haben, Francis. Mrs. Hudson ist eine wirklich sehr nette Dame." Lucius drückte ihn noch einmal kurz an sich, dann zog er den widerstrebenden Jungen hinter sich her und klopfte gleich darauf an.
Es dauerte nur wenige Sekunden, dann schwang die Tür auf und gab den Blick frei auf eine mütterlich wirkende Frau Mitte Fünfzig, deren Miene sich augenblicklich aufhellte, als sie Lucius erkannte.
"Mr. Malfoy! Wie schön! Kommen Sie herein." Sie trat einen Schritt beiseite und führte sie in ein liebevoll eingerichtetes Wohnzimmer, in dem sich dicht an dicht die unterschiedlichsten Möbel aneinander drängten. Obwohl es ein wenig überladen wirkte, strahlte der Raum dennoch eine sehr freundliche Atmosphäre aus und der Junge merkte, wie die Anspannung in ihm ein wenig nachließ.
"Du bist also Francis? Ich bin Nora Hudson." Mrs. Hudson nahm seine Hand und hielt sie fest, während sie den eingeschüchterten Jungen einer gründlichen Musterung unterzog. "Mr. Malfoy hat mir viel von dir erzählt."
Francis murmelte etwas, was wohl eine Begrüßung sein sollte und senkte den Blick. Lucius hatte ihn nicht verstanden, doch Nora musste die Bedeutung seiner Worte klar geworden sein, denn sie lachte kurz auf und zu Francis grenzenloser Überraschung zog sie den Jungen in eine herzliche Umarmung.
"Ich freue mich, endlich wieder jemanden zu haben, den ich verwöhnen kann! Ich war viel zu lange allein." Sie legte dem verblüfften Jungen einen Arm um die Schulter und zog ihn mit sich. "Du bist viel zu dünn, Junge. Ich werde dich richtig aufpäppeln, damit Mr. Malfoy etwas in der Hand hat, wenn er dich in den Arm nimmt. Aber jetzt zeige ich dir erst einmal dein Zimmer."
Glühende Röte überzog Francis Wangen, als er die Frau so unbekümmert über seine Beziehung zu Lucius reden hörte. Dieser lachte leise in sich hinein und folgte den beiden die Treppe hinauf. Den ganzen Weg in den ersten Stock redete Nora ununterbrochen auf Francis ein, während der Junge kein einziges Wort herausbrachte. Er lächelte nur schüchtern und nickte ab und zu zustimmend. Schließlich öffnete Nora eine Tür und trat beiseite, um Francis den Vortritt zu lassen. Dieser sah sich einige Minuten lang um und Lucius wurde immer nervöser, als er keine Anstalten machte, etwas zu sagen.
"Was sagst du?" Lucius hielt es nicht mehr aus. Francis drehte sich um, in seinen Augen schimmerten Tränen. Erschrocken trat Lucius auf ihn zu. "Was ist? Gefällt es dir nicht?"
Statt ihm zu antworten, fiel Francis ihm mit einem unterdrückten Schluchzen um den Hals und klammerte sich an ihm fest. Lucius blickte hilflos zu Nora hinüber, doch diese lächelte nur wissend und bedeutete ihm, sich keine Sorgen zu machen. Ihre Einschätzung war völlig richtig, wie Francis nächste Worte bewiesen.
"Natürlich gefällt es mir! Es ist nur...noch nie hat jemand so viel für mich getan...ich..." Er vergrub das Gesicht in Lucius Hemd. Dieser streichelte ihm beruhigend über den Rücken.
"Kein Grund zum weinen, Francis. Ich habe dir doch gesagt, dass ich mich um dich kümmern würde." Lucius löste sich vorsichtig von dem Jungen und küsste ihn zärtlich auf die verweinten Augen. "Ich möchte, dass es dir nie wieder an etwas fehlt. Ich möchte dich glücklich sehen."
Francis schlang ihm die Arme um den Nacken und zog ihn zu sich herunter. Sie küßten sich voller Leidenschaft und als Lucius langsam begann Francis das Hemd von den Schultern zu streifen, verließ Nora rasch das Zimmer und zog diskret die Tür hinter sich zu.
-*-*-
"Ich muss gehen."
"Ich weiß."
Keiner der beiden rührte sich von der Stelle. Sie lagen auf dem Bett und Francis hatte sich dicht an Lucius herangekuschelt und lauschte auf dessen Herzschlag.
Lucius spielte versonnen mit einigen Strähnen von Francis Haaren und wickelte diese immer wieder um seinen Finger. Seit Tagen beschäftigte ihn etwas und nun schien der richtige Augenblick, seine Neugier zu befriedigen. "Erzähl mir ein bisschen von dir. Kannst du dich noch an deine Eltern erinnern? Und wie bist du an so einen schmierigen Kerl wie diesen Jack geraten?"
Der Junge seufzte. Sich zu erinnern tat weh, doch mehr als jeder andere hatte Lucius ein Recht auf die Wahrheit. Bisher hatte er niemandem von seiner Mutter erzählt, hatte diese privaten Erinnerungen für sich ganz allein behalten wollen, weil es sonst nichts gab, was ihm allein gehörte. Noch nicht einmal sein Körper gehörte ihm, doch der Mann hatte soviel für ihn getan und hatte sich in kürzester Zeit einen Platz in seinem Herzen erobert. Francis wusste, dass Lucius die Wahrheit verdiente.
"Meine Eltern waren nicht verheiratet und meinen Vater habe ich nie gekannt. Mutter hat nie von ihm gesprochen. Sie sagte nur, er wäre stolz auf mich, wenn er von mir wüßte und das er mich lieben würde, wenn er nur bei uns sein könnte. Damals habe ich es nicht verstanden, aber jetzt weiß ich, dass er wahrscheinlich verheiratet war und eine Affaire mit meiner Mutter hatte. Jahrelang habe ich gehofft, er würde sich melden und dann hätte ich endlich einen Vater gehabt, doch er kam nie. Dann wurde Mutter krank und ist bald darauf gestorben. Wir hatten kein Geld um uns einen Arzt zu leisten. Eines Abends ist sie einfach eingeschlafen. Ich wusste nicht, was ich tun sollte."
Lucius verstärkte unwillkürlich seinen Griff um die Taille des Jungen, so als wolle er ihm im Nachhinein noch Trost für all das Leid zusprechen, dass er in den letzten Jahren erlitten hatte. "Hat deine Mutter niemals gesagt, wer dein Vater war?"
"Nein. Ich habe sie oft gefragt, aber sie hat mich immer nur traurig angelächelt und gesagt, dass es ihnen einfach nicht bestimmt war, zusammen zu sein. Irgendwann habe ich aufgehört zu fragen." Francis schob sein Bein über Lucius und setzte sich auf ihm. "Es gibt nicht viel, was Waisenkinder tun können, wenn sie niemanden haben, der sich um sie kümmert. Als Jack mich fand, da hatte ich jahrelang auf der Strasse gelebt und mich von Abfällen ernährt. Ich war ihm so dankbar, weil er mir ein Dach über dem Kopf und etwas zu Essen gab, das ich alles tat, was er von mir verlangte."
Lucius sah den Jungen lange schweigend an, dann streckte er die Hand aus und zog Francis zu sich herunter. "Ich liebe dich, Francis."
Die Augen des Jungen weiteten sich verblüfft, doch sagen konnte er nichts mehr, denn Lucius küsste ihn mit einem Verlangen, das ihn alles andere vergessen ließ und als der Mann ihn sanft unter sich drängte, kam er dieser Aufforderung bereitwillig nach.
tbc
Vielen Dank! (sich in alle Richtungen verbeug) Ich hätte nie gedacht, dass Francis so gut bei euch ankommt, aber es macht mich sehr glücklich. Ich habe schon einige Figuren für meine Geschichten kreiert, aber Francis ist mein absoluter Liebling und ich hoffe, er wird uns noch ein bisschen erhalten bleiben (es sei denn, Narzissa bekommt ihn in die Finger^^)
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All fall down 04
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Francis sah neugierig aus dem Fenster, während die Kutsche durch die Randbezirke der Stadt rollte und sich vor seinen Augen die Gegend langsam aber sicher veränderte. Die halb verfallenen Häuser, zwischen denen er aufgewachsen war gingen kaum merklich in immer gepflegtere Bauten über und bald hatten sie die Elendsviertel weit hinter sich gelassen.
Er war noch nicht oft in den Bezirken gewesen in denen die reicheren Bürger wohnten, wusste er doch nur zu gut, wie sehr er mit seiner zerrissenen Kleidung und ungepflegten Äußeren alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde und jetzt alles beobachten zu können genoß er sehr. Sein Blick schweifte unter langen, dichten Wimpern zu seinem neuen Beschützer hinüber, doch dieser schien mit seinen Gedanken immer noch meilenweit entfernt zu sein. Francis seufzte lautlos und beschäftigte sich wieder mit der vorbeiziehenden Häuserlandschaft.
Lucius machte keine Anstalten mit ihm zu reden und Francis ließ seine Gedanken abschweifen. Er dachte an seine Mutter und ein trauriges Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Was sie wohl sagen würde, wenn sie ihn jetzt sehen könnte?
Eine sanfte Berührung an seinem Arm holte ihn in die Wirklichkeit zurück und da erst bemerkte er, dass die Kutsche angehalten hatte. Anscheinend waren sie am Ziel.
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"Nun, meine Liebe, was soll ich sagen." Fudge bereitete ein wenig unglücklich die Arme aus und lächelte Narzissa Malfoy hilflos an. "Es tut mir wirklich leid, aber ich kann Ihnen leider nichts über unser kleines Abendessen erzählen."
Obwohl sie innerlich vor Wut zitterte, schaffte Narzissa es dennoch, ihr unscheinbares Gegenüber freundlich anzulächeln und sah mit stiller Zufriedenheit, das ihre Schönheit ihn keineswegs kalt ließ. Sie lehnte sich ein wenig vor und gewährte dem auf einmal sehr nervösen Minister einen kurzen Einblick in ihren Ausschnitt.
Fudge schluckte krampfhaft und ein feiner Schweißfilm trat auf seine Stirn. Narzissa lehnte sich wieder zurück. "Mr. Fudge, ich bin ein wenig in Sorge. Lucius ist nicht mehr er selbst, seit er mit Ihnen auf diesem...Abendessen war. Es wäre mir wirklich eine große Hilfe, wenn Sie mir sagen könnten, was Sie an diesem Abend unternommen haben."
"Nun..." Nach dem gequälten Blick zu schließen, den Fudge ihr zuwarf, schien er einen inneren Kampf auszufechten. "Ich bin nicht sicher, ob ich diese Frage zufriedenstellend beantworten kann, Mrs. Malfoy. Denn sehen Sie, nach dem Abendessen hatten wir beschlossen, unserem ausländischen Gast noch ein wenig mehr von der Stadt zu zeigen."
"Ich verstehe, Mr. Fudge. Denken Sie nicht, ich würde Sie verurteilen! Männer haben schließlich ihre Bedürfnisse!" Narzissa schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. "Darf ich Sie also so verstehen, dass Sie, mein Mann und Ihr Gast den Abend gewissermaßen haben...ausklingen lassen?"
"Wenn Sie wollen...so könnte man sagen..." murmelte Fudge und registrierte mit einem leichten Hauch von Panik, wie seine Besucherin aufstand und seinen Schreibtisch umrundete. Als sie neben ihm stand stieg ihm ihr Parfüm in die Nase und Fudge spürte, wie sein Mund trocken wurde. Es roch nach Veilchen und Narzissen und dieser Duft paßte genau zu dieser umwerfenden Frau, ließ vor seinem inneren Auge ein Bild erscheinen, das ihm eindeutig viel zu gut gefiel. Ihm wurde warm.
"Und Sie können mir doch sicher sagen, wo Sie diesen Abend haben ausklingen lassen..." Narzissa ließ sich auf der Schreibtischkante nieder und legte ihm eine Hand auf den Arm. "Wenn es nicht zu viel Mühe macht..."
Fudge sah in ihre wundervollen blauen Augen und wusste, dass er verloren hatte. Ohne zu zögern sagte er ihr alles, was sie wissen wollte.
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"Gefällt es dir?" Lucius präsentierte dem Jungen stolz das Haus, welches er für ihn angemietet hatte und weidete sich an dem beinahe kindlichen Entzücken, das sich in der Miene des Jungen widerspiegelte. Francis sah sich mit großen Augen um, die Tasche mit seinen Sachen immer noch fest gegen seine Brust gepreßt. Er konnte es nicht glauben. "Es ist einfach wundervoll, Sir."
Lucius lachte leise. "Komm mit. Ich möchte, dass du erst einmal die Besitzerin kennenlernst. Sie ist eine wirklich nette ältere Dame und wird sich ein bisschen um dich kümmern."
Erst als er bereits an der Tür war bemerkte Lucius, dass Francis ihm nicht gefolgt war. "Was hast du denn?"
"Ich weiß nicht, ob..." Francis sah ihn angsterfüllt an und in dieser Sekunde verstand Lucius endlich, was in dem Jungen vorging. Mit zwei großen Schritten war er an Francis Seite und zog den zitternden Jungen in eine feste Umarmung.
"Du brauchst keine Angst zu haben, Francis. Mrs. Hudson ist eine wirklich sehr nette Dame." Lucius drückte ihn noch einmal kurz an sich, dann zog er den widerstrebenden Jungen hinter sich her und klopfte gleich darauf an.
Es dauerte nur wenige Sekunden, dann schwang die Tür auf und gab den Blick frei auf eine mütterlich wirkende Frau Mitte Fünfzig, deren Miene sich augenblicklich aufhellte, als sie Lucius erkannte.
"Mr. Malfoy! Wie schön! Kommen Sie herein." Sie trat einen Schritt beiseite und führte sie in ein liebevoll eingerichtetes Wohnzimmer, in dem sich dicht an dicht die unterschiedlichsten Möbel aneinander drängten. Obwohl es ein wenig überladen wirkte, strahlte der Raum dennoch eine sehr freundliche Atmosphäre aus und der Junge merkte, wie die Anspannung in ihm ein wenig nachließ.
"Du bist also Francis? Ich bin Nora Hudson." Mrs. Hudson nahm seine Hand und hielt sie fest, während sie den eingeschüchterten Jungen einer gründlichen Musterung unterzog. "Mr. Malfoy hat mir viel von dir erzählt."
Francis murmelte etwas, was wohl eine Begrüßung sein sollte und senkte den Blick. Lucius hatte ihn nicht verstanden, doch Nora musste die Bedeutung seiner Worte klar geworden sein, denn sie lachte kurz auf und zu Francis grenzenloser Überraschung zog sie den Jungen in eine herzliche Umarmung.
"Ich freue mich, endlich wieder jemanden zu haben, den ich verwöhnen kann! Ich war viel zu lange allein." Sie legte dem verblüfften Jungen einen Arm um die Schulter und zog ihn mit sich. "Du bist viel zu dünn, Junge. Ich werde dich richtig aufpäppeln, damit Mr. Malfoy etwas in der Hand hat, wenn er dich in den Arm nimmt. Aber jetzt zeige ich dir erst einmal dein Zimmer."
Glühende Röte überzog Francis Wangen, als er die Frau so unbekümmert über seine Beziehung zu Lucius reden hörte. Dieser lachte leise in sich hinein und folgte den beiden die Treppe hinauf. Den ganzen Weg in den ersten Stock redete Nora ununterbrochen auf Francis ein, während der Junge kein einziges Wort herausbrachte. Er lächelte nur schüchtern und nickte ab und zu zustimmend. Schließlich öffnete Nora eine Tür und trat beiseite, um Francis den Vortritt zu lassen. Dieser sah sich einige Minuten lang um und Lucius wurde immer nervöser, als er keine Anstalten machte, etwas zu sagen.
"Was sagst du?" Lucius hielt es nicht mehr aus. Francis drehte sich um, in seinen Augen schimmerten Tränen. Erschrocken trat Lucius auf ihn zu. "Was ist? Gefällt es dir nicht?"
Statt ihm zu antworten, fiel Francis ihm mit einem unterdrückten Schluchzen um den Hals und klammerte sich an ihm fest. Lucius blickte hilflos zu Nora hinüber, doch diese lächelte nur wissend und bedeutete ihm, sich keine Sorgen zu machen. Ihre Einschätzung war völlig richtig, wie Francis nächste Worte bewiesen.
"Natürlich gefällt es mir! Es ist nur...noch nie hat jemand so viel für mich getan...ich..." Er vergrub das Gesicht in Lucius Hemd. Dieser streichelte ihm beruhigend über den Rücken.
"Kein Grund zum weinen, Francis. Ich habe dir doch gesagt, dass ich mich um dich kümmern würde." Lucius löste sich vorsichtig von dem Jungen und küsste ihn zärtlich auf die verweinten Augen. "Ich möchte, dass es dir nie wieder an etwas fehlt. Ich möchte dich glücklich sehen."
Francis schlang ihm die Arme um den Nacken und zog ihn zu sich herunter. Sie küßten sich voller Leidenschaft und als Lucius langsam begann Francis das Hemd von den Schultern zu streifen, verließ Nora rasch das Zimmer und zog diskret die Tür hinter sich zu.
-*-*-
"Ich muss gehen."
"Ich weiß."
Keiner der beiden rührte sich von der Stelle. Sie lagen auf dem Bett und Francis hatte sich dicht an Lucius herangekuschelt und lauschte auf dessen Herzschlag.
Lucius spielte versonnen mit einigen Strähnen von Francis Haaren und wickelte diese immer wieder um seinen Finger. Seit Tagen beschäftigte ihn etwas und nun schien der richtige Augenblick, seine Neugier zu befriedigen. "Erzähl mir ein bisschen von dir. Kannst du dich noch an deine Eltern erinnern? Und wie bist du an so einen schmierigen Kerl wie diesen Jack geraten?"
Der Junge seufzte. Sich zu erinnern tat weh, doch mehr als jeder andere hatte Lucius ein Recht auf die Wahrheit. Bisher hatte er niemandem von seiner Mutter erzählt, hatte diese privaten Erinnerungen für sich ganz allein behalten wollen, weil es sonst nichts gab, was ihm allein gehörte. Noch nicht einmal sein Körper gehörte ihm, doch der Mann hatte soviel für ihn getan und hatte sich in kürzester Zeit einen Platz in seinem Herzen erobert. Francis wusste, dass Lucius die Wahrheit verdiente.
"Meine Eltern waren nicht verheiratet und meinen Vater habe ich nie gekannt. Mutter hat nie von ihm gesprochen. Sie sagte nur, er wäre stolz auf mich, wenn er von mir wüßte und das er mich lieben würde, wenn er nur bei uns sein könnte. Damals habe ich es nicht verstanden, aber jetzt weiß ich, dass er wahrscheinlich verheiratet war und eine Affaire mit meiner Mutter hatte. Jahrelang habe ich gehofft, er würde sich melden und dann hätte ich endlich einen Vater gehabt, doch er kam nie. Dann wurde Mutter krank und ist bald darauf gestorben. Wir hatten kein Geld um uns einen Arzt zu leisten. Eines Abends ist sie einfach eingeschlafen. Ich wusste nicht, was ich tun sollte."
Lucius verstärkte unwillkürlich seinen Griff um die Taille des Jungen, so als wolle er ihm im Nachhinein noch Trost für all das Leid zusprechen, dass er in den letzten Jahren erlitten hatte. "Hat deine Mutter niemals gesagt, wer dein Vater war?"
"Nein. Ich habe sie oft gefragt, aber sie hat mich immer nur traurig angelächelt und gesagt, dass es ihnen einfach nicht bestimmt war, zusammen zu sein. Irgendwann habe ich aufgehört zu fragen." Francis schob sein Bein über Lucius und setzte sich auf ihm. "Es gibt nicht viel, was Waisenkinder tun können, wenn sie niemanden haben, der sich um sie kümmert. Als Jack mich fand, da hatte ich jahrelang auf der Strasse gelebt und mich von Abfällen ernährt. Ich war ihm so dankbar, weil er mir ein Dach über dem Kopf und etwas zu Essen gab, das ich alles tat, was er von mir verlangte."
Lucius sah den Jungen lange schweigend an, dann streckte er die Hand aus und zog Francis zu sich herunter. "Ich liebe dich, Francis."
Die Augen des Jungen weiteten sich verblüfft, doch sagen konnte er nichts mehr, denn Lucius küsste ihn mit einem Verlangen, das ihn alles andere vergessen ließ und als der Mann ihn sanft unter sich drängte, kam er dieser Aufforderung bereitwillig nach.
tbc
