Kapitel 3
Wie es dazu kam…
Alexandra Sinclair saß wie jeden Tag, ausgenommen den Sonntagen, in ihrem Lieblings Café, dem Westchester Inn. Dort vervollständigte sie entweder ihre Akten zu einem, gerade abgeschlossenen Fall, oder traf sich mit neuen Klienten. Momentan war es ersteres.
Da sie durch ihren letzten Fall bedingt, sowohl in die Staaten als auch durch den halben Afrikanischen Kontinenten hatte Reisen müssen, war ihre innere Uhr komplett durcheinander und sie bereits um 6 Uhr abends müde. Deshalb hoffte sie, als sie die Unterlagen ihres letzten Falls abspeicherte, das kein neuer Klient mehr kommen möge, aber natürlich kam es anders, denn gerade als sie ihren Notebook herunterfahren und den Kellnern zum abkassieren zu sich winken wollte betrat ein Mann Ende 40 das Café und sah sich hektisch um, dann steuerte er auf Alexandra zu
Vor ihrem Tisch blieb er stehen.
Dringendes Anliegen, Reich, Linkshänder, Diplomat, kürzlicher tot, oder Trennung von der Ehefrau, eher Tod. Zwei Kinder. Durchtrainiert.
Nasser Mantel, dreckige Schuhe und Hosenaufschläge wiesen darauf hin, dass er erst seinen Wagen, mit Chauffeur genommen hatte dann ausgestiegen war und den restlichen weg zu dem Café gerannt war, daraus ließ sich schlussfolgern, dass er in einem Stau, wahrscheinlich auf der B3, stand aber ein so wichtiges Anliegen hatte, dass er nicht bis zum Folgetag hatte warten können und so die Ruinierung seines Teuren Anzugs in Kauf genommen hatte.
Seinem Teuren Anzug, der Rolex, der Tatsache dass er einen Fahrer hatte und der Tinte an seinem linken Ärmel, Royal Blue, war er Reich und Linkshänder, an seinem Ausweis, der Noch an seinem Jackett befestigt war ließ sich erkennen, dass er für das Russische Auswertige Amt tätig war.
Die helle stelle an seinem Ringfinger ließ darauf schließen, dass er verheiratet war, aber den Ring kürzlich abgenommen hatte, nicht wegen einer Trennung sondern wegen ihres Todes, da er den Ring an einer Kette um den Hals trug, die durch das Rennen unter seinem Hemd hervorgekommen war und da er nicht außer Atem war trieb er regelmäßig Sport. Auf seinem Hemd waren, kurze schwarze Haare, seine eigenen, rote lange, und braune Haare zu finden. Zwei Kinder die er auf dem Arm hatte.
„Sind Sie Alexander Sinclair?"
„Ja, wer sind Sie?"
stellte Alex die Gegenfrage, während sie ihren Gegenüber mit einer Geste zum Setzen aufforderte.
„Mikael Smirnow. Ich will Sie arrangieren!"
„Von wem stammt die Empfehlung?"
„Sven Anderson."
Alex zog ihr Handy aus ihrer Jackentasche und schickte Sven eine Sms. Einen Moment später kam die Bestätigung und sie steckte ihr Handy wieder weg.
„Уважаемый Микаэл Смирнов. Wie kann ich Ihnen zu Diensten sein? Nehme ich zu Recht an, dass ihr erscheinen mit ihren Kindern zusammenhängt?"
„Es stimmt also was man sich über sie erzählt."
„Mein guter Ruf eilt mir gerne Voraus. Also liege ich recht in der Annahme."
„Ja, meine Kinder wurden entführt."
„Sollte ich ihren Fall übernehmen, müssen Ihnen ein paar Dinge zu Anfang klar sein. 1. Keine Lügen keine Verheimlichungen. Wenn ich bemerke dass Sie mich anlügen, werde ich sofort aufhören zu ermitteln.
2. Keine Medien.
3. Mein Honorar liegt von vornherein fest und nicht zu Verhandeln. Sie zahlen, sobald der Fall abgeschlossen ist. Verstanden?"
„Ja."
„Dann beginnen Sie am besten am Anfang und lassen nichts aus."
Mikael lockerte seine Krawatte, spielte an dem Ring herum und begann das Problem zu erläutern…
