Celebne und Pandora: So, in diesem Kapitel geht es endlich wieder in Gondor weiter. Viel Spaß damit! Würde mich sehr freuen, wenn ihr mir sagen würdet, wie ihr das Chapter findet, denn ich hatte damit schon so meine Differenzen. g

Eure Lady

Für diejenige, die mir fast den wertvollsten Menschen im meinem Leben genommen hat.


Kapitel 3

„Der Tod lächelt uns alle an, das einzige was man machen kann ist zurücklächeln!"

Aragorn stand vor dem Baum des Lichtes und runzelte die Stirn. Er wusste nicht, was er davon halten sollte. Es ging zwar langsam und stetig in den Herbst über und alle Bäume verloren nach und nach ihre Blätter. Auch für den weißen Baum war es üblich, in der kalten Jahreszeit ein paar seiner wunderschön geschwungenen Blätter einzubüßen, jedoch stand er normalerweise das ganze Jahr über in voller Blüte. Er war das Zeichen dafür, dass der rechtmäßige König Gondors auf dem Thron saß.

Doch in letzter Zeit verlor er mehr und mehr Blätter, als ob er an einer Krankheit litt. Konnte es damit zusammen hängen, dass es immer noch keinen Thronerben in Aragorns Blutlinie gab? Er wusste es nicht.

Bei diesem Gedanken überwältigte ihn einmal mehr die Trauer, die er in dem letzten Jahr stets mit sich herumgetragen hatte. Schon zwei Kinder waren tot geboren worden… Er konnte sich einfach nicht erklären, woran dies lag. Tränen stiegen dem sonst so stolzen König in die Augen, als er sich an Arwens schmerzverzerrtes Gesicht erinnerte. Sie litt genau wie er unter der Unwissenheit.

Noch eine Weile stand Aragorn unbewegt da uns grübelte vor sich hin. Dann jedoch gab er sich einen Ruck und drehte sich auf dem Absatz herum. Trotz seines persönlichen Schmerzes hatte er immerhin noch ein Land zu regieren. Gondor war seit dem Ringkrieg nicht mehr dasselbe gewesen.

Viele Städte waren zerstört worden, und Orks streiften noch hier und da durch die Lande. Obwohl sie damals vernichtend geschlagen worden waren, raubten und plünderten sie in den kleinen Dörfern, wo die einfachen Bauern sich nicht wehren konnten.

Aragorn hatte alle Hände voll zu tun, Krieger in die entsprechenden Dorfschaften zu schicken um dort für Ruhe zu sorgen. Am liebsten wäre es ihm gewesen, wenn er selbst hätte losreiten können um sein Reich zu verteidigen. Doch hatte er mit dem Amt des Herrschers auch ein Amt der Verantwortung übernommen. Viele bürokratische Dinge zwangen ihn, in dem Palast von Minas Tirith zu bleiben und von dort aus zu regieren. Der Waldläufer hatte sich erst eine ganze Zeit lang nicht damit abfinden können. Er war wochenlang ruhe- und rastlos durch die weiten Hallen des Palastes gestreift, fühlte sich unnütz und war mehr als einmal kurz davor gewesen, sein Pferd zu satteln und einfach in die Wildnis hinaus zu reiten.

Dieses Gefühl war besonders stark gewesen, als Legolas und Gimli ihn vor einer Woche verlassen hatten, um nach Düsterwald zu reiten. Seine beiden Freunde waren ihm eine unglaublich große Hilfe beim groben Wiederaufbau Gondors gewesen und waren ihm seit der Zeit des großen Krieges besonders ans Herz gewachsen. Wenn er nicht ein Reich zu regieren und eine Frau an seiner Seite gehabt hätte, so wäre er ohne Zögern mit den beiden geritten. Aber diese Zeiten waren für ihn vorbei.

Aragorn ging mit zügigen Schritten die Treppe zum Thronsaal hinauf, in welchem gewiss schon einer seiner Berater mit den heute zu erledigenden Aufgaben auf ihn wartete.

Als er jedoch den Saal betrat, erwartete ihn gegen seine Erwartungen niemand. Der Saal war vollkommen verlassen, was für diese Tageszeit sehr ungewöhnlich war. Er verließ den Saal durch eine angrenzende Tür und traf dort, in einem der kleineren Gemächer, auf Arwen.

Sie saß auf einem Stuhl, der alles andere als bequem aussah, und trotzdem sah sie so anmutig aus wie immer. Aragorn konnte gar nicht anders, als zu lächeln.

Seine Frau erwiderte sein Lächeln, aber nur kurz. Dann wurde sie wieder ernst und erhob sich von ihrem Stuhl. Ihr langes Gewand umfloss spielend ihren Körper- es schien eigens für sie gemacht. Sie kam auf ihn zu und legte eine Hand auf seinen Arm.

„Ich habe Kunde erhalten", sagte sie nach einer Weile und sah ihrem Gemahlen in die Augen. Aragorn zog die Augenbrauen hoch. Etwas an der Art, wie Arwen dies sagte, zeigte ihm, dass etwas nicht stimmte. Ruhig erwiderte er: „Um was geht es denn? Haben die Orks wieder eines der Dörfer angegriffen?"

Arwen schwieg. Sie vermochte nicht mehr, in anzusehen. Sie nahm ihre Hand von Aragorns Arm und drehte sich um. Langsam ging sie zum Fenster und sah auf den Garten hinaus, der hinter dem Gebäude lag.

Aragorn trat hinter sie und legte einen Arm um ihre Schulter. Er wusste, dass Arwen sprechen würde; sie würde es tun, wenn sie bereit dazu war.

„Faramir war vorhin hier", begann sie langsam. „Er sagte, er habe in den Ebenen von Rohan einen Kundschafter getroffen, der eine Nachricht an den König von Gondor zu überbringen hatte. Er erklärte sich bereit, dem Kundschafter den Rest des Weges abzunehmen und ritt auf dem schnellsten Wege hierher."

Sie drehte sich abrupt um und sah Aragorn an. In ihren Augen spiegelte sich leichtes Entsetzen.

„Aragorn! Gandalf ist ein weiteres Mal zurück gekehrt… Er spricht davon, dass das Böse sich erneut sammelt. Niemand weiß, was es ist und wo es sich versteckt hält. Aber Augenzeugen berichten, es sei um einiges schrecklicher als die Orks und finsterer als Sauron selbst gewesen ist!"

Aragorn starrte seine Frau aus weit aufgerissenen Augen an. Das Böse? Das Böse war doch mit der Vernichtung des einen Ringes zerschlagen worden! Das konnte nicht sein. Das hieße dann ja, dass sich eine neue, schreckliche Macht erhoben hatte und Mittelerde erneut bedrohte. Und das zu Zeiten, in denen die Welt auf Frieden eingestellt war und es kaum noch Krieger gab. Niemand hatte es für nötig gehalten, das Kriegshandwerk weiter zu lehren, wo doch Sauron und seine Streitmacht geschlagen worden waren.

„Das heißt", sagte Aragorn in einem finsteren Ton, „dass es an der Zeit ist, den wahren Pflichten eines Königs nachzukommen."

Mit diesen Worten drehte Aragorn sich um und verschwand im Thronsaal. Arwen blieb in dem kleinen Zimmer zurück und sah ihm verzweifelt nach.