Wow, ich hätte ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet, dass ich es je schaffe hier weiterzuschreiben. Aber ich hab mir vorgenommen, erst alle Geschichten zu beenden, bevor ich eine neue beginne.
Ich hatte anfangs nicht mehr die Verbundenheit zur Story, aber ich hoffe man merkt es nicht so sehr. Ursprünglich ist es als kleine süße Liebesgeschichte geplant gewesen, aber ich befürchte, dass es sich schon wieder zu etwas Ernsterem entwickelt, aber erst später.

LG Ivine


4. Kapitel

Fassungslos blickte der Schwarzhaarige unter dem Bett hervor auf die zusammengesunkene Gestalt. Er folgte seinem Gefühl, als er unter dem Bett hervorkoch und seine Hand auf Malfoys Schulter legte. Dieser hatte ihn bis jetzt noch nicht einmal bemerkt und schreckte hoch. Rasch wischte er sich die Tränen aus den Augen, doch als immer noch welche nachströmten, gab er es auf.
„Es stimmt, was du gesagt hast, nicht wahr? Du kennst mich aus einem früheren Leben..." sagte er leise.
Harry nickte.
„Wer bin ich, Potter? Ich kenne nicht einmal meinen Namen..." Das Ganze musste Malfoy doch mehr mitgenommen haben, als Harry ahnen konnte. Anscheinend hatte er doch schon etwas bemerkt und hatte es nur gut verborgen gehalten. Sie waren eben grundverschieden. Malfoy hätte sich nie die Blöße gegeben zu Trewlawney zu gehen. Und doch...auch ohne Informationen hatte er hierher gefunden.
„Du bist...warst...Angelo Corsone, Draco." erklärte er ruhig. „Ich habe selbst noch nicht viel herausgefunden...aber wenn du willst, können wir gemeinsam mein...ich meine Florios Tagebuch durchforsten. Vielleicht werden wir dann schlauer..."
Draco nickte abwesend. „Gut. Kannst du Italienisch? Ich nämlich nicht...also müssen wir erst einen Sprachzauber finden. Das erledige ich." erklärte der Blonde nun entschlossen. „Wir treffen uns heute um 20.30 Uhr hier wieder...Ich muss jetzt los, bevor Crabbe und Goyle noch das ganze Haus in Trümmer legen." Er erhob sich energisch und brüllte die Treppe hinunter: „Crabbe, Goyle, führt euch nicht auf wie Trampeltiere! Wir verschwinden. Beeilt euch, oder ihr könnt laufen!" Er drehte sich noch einmal zu Harry um. „Aber denk ja nicht, dass wir deswegen Freunde sind, klar?"
Dann war er auch schon verschwunden.
Der Schwarzhaarige schüttelte den Kopf und musste unwillkürlich lächeln. Malfoy war nicht so böse, wie er alle Leute glauben machen wollte...er war eben ein guter Schauspieler.

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Am liebsten hätte Harry ganz einfach in Florios Zimmer ausgeharrt, bis der verabredete Zeitpunkt endlich gekommen war, aber schließlich musste sich die ganze Reisegruppe auch noch einmal mit ihrer Lehrerin treffen, also blieb ihm nichts anderes übrig, als sich wieder auf den Rückweg zu machen. Dieses Mal hatte er sich vorgenommen den Weg zu laufen, vielleicht konnte er sich noch an mehr Einzelheiten erinnern, wenn er die Gebäude nicht nur vom Wasser aus sah. Die Strecke war länger, als er es vermutet hatte und er kam gerade noch rechtzeitig. Am ersten Abend war ein gemeinsames Essen in einer kleinen Pizzeria geplant und so machte sich die Reisegruppe auf den Weg dorthin.
„Wo warst du denn den ganzen Nachmittag?" fragte Hermine besorgt. „Du hättest doch mit uns mitkommen können..."
Harry lächelte. „Ich war einfach unterwegs und hab mir die Stadt angesehen. Ich wollte euch nicht stören...Das ist schon in Ordnung.." In Gedanken fügte er noch hinzu, dass er nicht gerade scharf darauf war, den beiden beim Knutschen zuzusehen.
Das Abendessen ging irgendwie an Harry vorbei. Er antwortete zwar auf alle Möglichen Fragen und beteiligte sich am Tischgespräch, doch er war nicht ganz bei der Sache. Seine Gedanken galten ganz allein seiner „Verabredung" am späteren Abend. Als sich nach dem ausgiebigen Schlemmen, die Gruppe wieder langsam zerstreute, versuchte Hermine ihn nocheinmal dazu zu überreden, doch mit ihnen zu kommen. Er versprach ihr, wenn es soweit war, alles zu erzählen, aber jetzt musste er dringen noch etwas anderes erledigen.
Er verzog sich in eine ruhige Ecke und stellte sich Florios Zimmer in allen Einzelheiten vor, und verschwand dann mit einem leisen „Plop".

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Es war äußerst seltsam mit seinem Erzfeind zusammen auf dem alten, mit einem weißen Laken überzogenen Bett zu sitzen. Und nun saßen sie hier, versuchten krampfhaft sich nicht zu berühren und betrachteten das alte Tagebuch. Es war unscheinbar und doch fühlte es sich in Harrys Händen wertvoll und vertraut an.
„Nun ließ schon, Mann!" grängte Malfoy, wieder ganz der Alte, nach seinem Zusammenbruch von heute Nachmittag.
Harry schlug die erste Seite auf und bemerkte nur am Rande, dass er den Sprachzauber eigentlich nicht benötigt hätte.
Florios Tagebuch

Heute habe ich einen Engel gesehen! Natürlich keinen richtigen, aber doch fast. Es war in der Kirche, die ich mit meinem Vater beinahe täglich besuchen muss. In unserem Stand kann man es sich fast nicht erlauben, dort nicht aufzutauchen. Das gibt Gerüchte und Aufmerksamkeit wollen wir nicht mehr als nötig auf uns ziehen.
Doch nun wieder zurück zu meinem Engel. Er saß ein paar Reihen hinter mir und erst als ich dann am Ende des Gottesdiensts gehen wollte, sah ich ihn.
Haare, wie aus Gold ergossen sich fast bis zu seinen Schultern, graue aufmerksame Augen blickten mich, ein fast unmerksames Lächeln umspielte seine Lippen. Und seine Lippen! Sie waren so sinnlich rot, wie zum Küssen geschaffen...kurz: Es verschlug mir den Atem, mein Herz klopfte so fest, dass ich dachte, es würde direkt aus meiner Brust in seine Hände springen.
Wenn ich allein daran denke, bekomme ich weiche Knie. So hatte ich bisher noch auf keinen Menschen reagiert. Ich mache mir nicht viel aus Liebe, vor allem mache ich mir nichts aus den jungen Damen, die mir immer wieder vorgestellt werden.
Ob ich ihn wiedersehen werde?

„Meine Güte, der schwebt ja auf Wolke 7! Lächerlich so eine Schwärmerei..." Draco schnaubte verächtlich auf.
„Warst du denn etwa noch nie verliebt?" Harry blickte erstaunt auf.
„Ein Malfoy verliebt sich nicht. Er heiratet den Partner, den ihm seine Eltern ausgesucht haben. Zur Erhaltung unseres reinen Blutes und der Familienehre." erklärte der Blonde stolz.
Daraufhin konnte der Gryffindor nichts erwidern.
Er wollte lieber noch ein wenig weiterlesen...


Florios Tagebuch

Wenn jetzt jemand meine Gedanken lesen könnte, dann würde mich mein Vater auf der Stelle verstoßen.
Eigentlich sollte ich jetzt meine Zauberbücher studieren, doch konzentrieren kann ich mich nicht darauf. Meine Gedanken wandern immer wieder zum heutigen Morgen.
Noch nie bin ich so gerne und bereitwillig zum Gottesdienst geeilt wie heute. Gleich beim Hereinkommen hielt ich Ausschau und mein Herz machte einen erleíchterten Sprung, als ich den blonden Schopf entdeckte, der mir den Schlaf geraubt hatte. Nachdem wir uns gesetzt hatten, erwartete ich mit Ungeduld das Ende der Messe. Als mein Vater sich erhob, blieb ich unter dem Vorwand, ich wolle noch beichten. Er sah mich zwar etwas verwundert an, akzeptierte aber meine Erklärung. Erst, als es wieder ruhig wurde in der Kirche, wagte ich es mich umzudrehen. Er war noch da!
Ein Lächeln huschte über mein Gesicht. Der Engel erhob sich und ich tat es ihm nach. Wir sprachen kein Wort, als er mich in eine kleine Seitenkapelle, nur von Kerzenlicht erhellt, führte.

Dann stand er mir gegenüber. Lange sahen wir uns einfach nur an. Ich konnte mich an seinen grauen Augen gar nicht satt sehen.
„Ich..." setzte ich schließlich als erstes zum Sprechen an, doch er hielt sanft die Hand vor meinen Mund, um mich zum Schweigen zu bringen.
Dann beugte er sich einfach vor und küsste mich. Erst waren seine Lippen nur ganz leicht auf meinen, doch ich lehnte mich so in diesen Kuss, dass er erst seinen Mund mehr auf meinen presste und dann meinen ganzen Körper nah an sich zog. Ich schlang meine Arme um seinen schlanken Körper, ließ es zu, dass seine Zunge sich langsam vortastete und antwortete ungestüm.
Mir war so heiß, dass ich glaubte zu verbrennen und allein bei der Erinnerung daran, spüre ich, wie dieselbe Erregung wieder zurückkehrt.
Nach ein paar endlosen Momenten, ließ der Engel mich los. Seine Lippen waren ein wenig geschwollen von unserem Kuss und seine Wangen waren leicht gerötet, was ihn noch anbetungswürdiger machte. Noch immer sprach er nicht, sondern legte einfach nur kurz seine Hand auf meine Schulter und eilte davon. Ich hatte nicht einmal Zeit zu fragen, wie er heißt...

Harry war irgendwie erleichtert, diesen Eintrag hinter sich gebracht zu haben. Seine Wangen waren heiß und er hatte die Erregung seines früheren Ichs so deutlich gespürt, dass seine Hose deutlich spannte.
„Lange gefackelt haben die beiden ja nicht gerade..." meinte Draco, den Florios Beschreibung wohl auch nicht ganz kalt gelassen hatte. Zumindest war er bemüht, den Schwarzhaarigen nicht anzusehen und fummelte etwas nervös an dem weißen Laken herum.
Harry fragte sich, ob Draco sein früheres Ich ebenso fühlte, wie er. An manchen Momenten kam es ihm schon fast vor, als wäre er selbst in der Kapelle gewesen, als er vorgelesen hatte.
„Jedenfalls...finde ich, wir sollten für heute aufhören. Es ist schon spät und bestimmt werden wir schon vermisst." Draco ließ sich schnell vom Bett rutschen.
Auch der Gryffindor klappte schweren Herzens das Tagebuch zu. Vorsichtig streichelte er über den Ledereinband, bevor er es wieder in das Versteck in der Wandvertäfelung zurücklegte.
„Morgen wieder hier zur selben Zeit." bestimmte der Slytherin noch, bevor er unversehens aus dem Zimmer apparierte. Ein wenig verwirrt über den plötzlichen Abgang tat Harry es ihm nach.

Über ein Review würd ich mich freuen!