4.In der Winkelgasse
Als Harry aufwachte, wusste er sofort, was er zu tun hatte. Er duschte, ass etwas zum Frühstück, packte seinen Zauberstab und zur Sicherheit auch noch den Tarnumhang ein. Dann befolgte er die Anweisungen in Lunas Buch.
Er musste lediglich fest daran denken, dass er unsichtbar sein würde und mit der Rechten Hand eine einfache Geste machen. Als er fertig war, schaute er an sich herunter und sah – wie immer aus. Zur Sicherheit schaute er noch in den Spiegel. Doch dort erkannte er nur sein Bett, das hinter ihm stand. Offenbar war er wirklich unsichtbar.
Er testete das an den Dursleys, doch sie bemerkten ihn nicht einmal, als er Dudley ein Bein stellte (Dudley tat es gar nicht gut, schon zum zweiten Mal hinzufallen in wenigen Tagen). So ging Harry lässig zur Wohnungstür hinaus und schloss sie mit einem ohrenbetäubenden Knall.
Er hoffte, dass es unbemerkt bleiben würde, wenn er jetzt zum ersten Mal apparierte. Harry konzentrierte sich, dann gab es einen lauten Knall, den niemand hörte und Harry fand sich im Tropfenden Kessel wieder.
Harry wollte schon zur Hintertür gehen als er fünf Rotschöpfe an einem Tisch in der Ecke bemerkte. Die Weasleys waren nicht allein, Hermine und ihre Eltern waren auch da. Harry hörte Gesprächfetzen wie: „Warum hat Harry nie auf unsere Eulen geantwortet?"
„Vielleicht werden sie abgefangen." Harry fiel ein Stein vom Herzen. Es war also nur jemand anderes, der die Eulen abfing. Die Grangers mit Hermine und Ginny verliessen die Runde, und Harry wollte auch schon gehen, doch da hörte er, wie Ron sagte:
„Ich hasse es, dass Potter für Hermine immer so wichtig ist. Und Ginny steht auch zu ihm!" –
„Sei ruhig Ron, du musst dich noch eine Weile gedulden. Dann werden wir sein ganzes Vermögen bekommen haben!" –
„Mum, denkst du nicht auch, dass Harry uns das Geld auch geben würde, wenn wir nur fragten? Ich fühle mich nur nicht wohl weil wir Stehlen."
„Charlie, du hast zu Dumbledores Plan zugestimmt und jetzt ziehen wir das durch!" erklärte Percy mit geschwellter Brust.
Plötzlich sahen alle Weasleys Harry an. Hatte der Zauber nicht funktioniert? Harry wusste nicht, dass die Weasleys den Mann direkt hinter ihm angesehen hatten.
Er liess sich fallen, indem Moment, als er tatsächlich sichtbar wurde. „Na, junger Mann, wo kommen sie denn so plötzlich her?"
Harry erkannte diese Stimme er schaute hoch und sah Dumbledore ins Gesicht.
„Hab ich dir nicht gesagt du sollst nicht fortgehen!" Jetzt war Dumbledores Stimme zornig und kalt.
Doch bevor Harry etwas entgegnen konnte, erschien wieder die Gestalt im Schwarzen Umhang in seinem Geist und sagte: „Vertraue dem Zauber, stell dir vor sie könnten dich nicht sehen."
Harry konzentrierte sich und er verschwand unter Dumbledores Nase. Der ihn losliess und etwas irritiert im Raum umherschaute. Die Weasleys hatten ihn nicht gesehen. Er ging schnurstracks auf die Hintertür zu, durch den Hof zur Steinmauer klopfte mit dem Zauberstab ungeduldig an den Steinen rum und betrat die Winkelgasse.
Er ging direkt zu Gringotts, da Dumbledore die ganze Winkelgasse absichern würde. Und am Schalter konnte er schlecht unsichtbar bleiben.
Ein griesgrämiger Kobold empfing ihn. „Was wünschen sie?"
„Guten Morgen, ich will einen Gegenstand, den ich geerbt habe abholen."
„Name?" „Harry Potter"
„Jaah, ich sehe schon. Wir haben hier ein Päckchen, das Sirius Black ihnen vererbt hatte. Ist es das?" „Ich denke schon." „Gut, unterschreiben sie bitte hier."
Der Kobold hielt ihm ein Formular unter die Nase. Harry unterschrieb und bekam im Gegenzug ein Päckchen, dass etwa die Masse 4cm/5cm/7cm hatte (4ch breit, 5cm hoch, 7cm lang). Harry verlangte ausserdem noch einen Auszug aus seinem Vermögen der letzten 15 Jahre. Was er sah schockierte ihn:
01.01.1981 - 10000000000 Galleonen
01.01.1988 – 06543234123 Galleonen
01.01.1996 – 00032786598 Galleonen
2341 Galleonen abgehoben von Mr. Harry Potter
9967211061 Galleonen abgehoben von Mr. Albus Dumbledore
Dumbledore hatte Harry einen Grossteil seines Vermögens geklaut und das Geld zwischen sich und den Weasleys aufgeteilt.
„Mr. ähm…"
„Griphook, Sir."
„Mr. Griphook!, sie fuhren doch damals den Karren in mein Verlies!"
Der Kobold war offenbar erstaunt, dass Harry sich erinnerte.
„Ja, brauchen sie Geld? Soll ich sie zu ihrem Verlies fahren?"
„Gerne, dann können wir unterwegs besprechen, ob ich mein Verliess vor Dumbledore schützen kann."
Der Kobold hüpfte von seinem Stuhl und führte Harry zum Wägelchen-Bahnhof. Doch auf halbem Weg dorthin wurden beide von einem mächtigen Fluch an die Wand geschleudert. Griphook blieb regungslos liegen, während Harry mühsam aufstand und Dumbledore mit erhobenem Zauberstab auf sich zustürmen sah.
Hmm... eigentlich sollte ich jetzt aufhören.
Warum eigentlich nicht?
Na gut, ich bin halt nett:-)
Dumbledore wollte Harry packen und mit ihm disapparieren, doch dazu kam es nie.
Die übrigen Kobolde, der Direktor von Gringotts eingeschlossen, standen plötzlich mit erhobenen Händen in einem Kreis um Dumbledore. Es knisterte und Magie floss aus ihren Händen, die sich zu einer leuchtenden Kuppel verband.
Dumbledore war die Farbe aus dem Gesicht gewichen. Er feuerte einen Fluch auf einen der Kobolde, doch plötzlich erschien ein Schild in der Luft, der den Fluch reflektierte.
Dumbledore hatte Mühe dem Fluch auszuweichen. Der reflektierte Fluch schoss auf einen anderen Kobold zu, und auch da erschien ein Schild. So wurde der Fluch hin und her reflektiert. Dumbledore konnte immer knapper entkommen.
Und nach einer Weile spaltete sich der Fluch. Als die Auroren kamen, hatte es Dumbledore schon mit 32 Flüchen zu tun.
Dumbledore wurde vorübergehend festgenommen, da er einen Kobold und einen Kunden von Gringotts unnötigerweise angegriffen hatte. Bevor ihm der Zauberstab weggenommen wurde, führte er eine Bewegung mit ihm aus. Obwohl offenbar nichts passierte schlich sich ein böses Lächeln auf sein Gesicht.
Griphook lebte glücklicherweise noch, aber nur, weil Harry ihn während des Kampfes zu heilen versuchte. Seit diesem Tag war Harry ein Freund der Kobolde.
Harrys Konto wurde für Dumbledore und die Weasleys gesperrt. Harry bekam sogar Schmerzensgeld von der Bank, welches aus Dumbledores Verlies genommen wurde. Es war zwar nicht viel im Gegensatz zu dem was ihm gestohlen wurde, aber es befriedigte doch ein wenig.
In Harrys Verlies wurde ein Illusioszauber festgestellt, und als er entfernt wurde, sah man nur noch ein kleines Häufchen Gold in einer Ecke liegen. Die ganze glänzende Pracht war verschwunden.
Erst in den nächsten Tagen sollte Harry bemerken, was Dumbledore kurz vor seiner Festnahme getan hatte.
