Jouer dans la pluie avec Moi
Als Hermine erwachte, war die Sonne schon längst aufgegangen. Ihre Augen öffneten sich langsam und sie musste ein wenig blinzeln. Sie musste gähnen und zog dabei den Arm nach vorne um sich die Hand vor zu halten. Dabei fiel ihr auf, dass da nicht nur ihr eigener Arm war, sondern auch ein anderer. Verblüfft stellte sie fest, dass es Fleurs Arm war, der über sie gelegt war. Sie schlüpfte aus der lockeren Umarmung und betrachtete die schlafende Fleur. Ihr Mund war leicht geöffnet und einzelne Strähnen hingen in ihr Gesicht.
Hermine sah hinüber zu dem anderen Bett, dass Fleur am Abend zuvor noch herbei gezaubert hatte. „Wieso um alles in der Welt hat sie dennoch in meinem Bett geschlafen?" Sie konnte es sich nicht erklären also beschloss sie das denjenigen zu fragen, der das nur wissen konnte – Fleur selbst. Jedoch sah sie Hermine zu friedlich aus um sie aus ihrem Schlaf zu reißen. So wenig sie Fleur auch ausstehen konnte, musste sie sich dennoch eingestehen, dass eine schlafende Fleur einem Engel glich. Zumindest der allgemeinen Vorstellung eines Engels – man kann ja nie wissen.
Also beschloss Hermine sich erstmal eine heiße Dusche zu genehmigen.
Eine viertel Stunde später stand sie nun also unter dem warmen Wasserstrahl, dessen Tropfen sanft über ihre bloße Haut rannten. Sie schloss ihre Augen und versuchte möglichst nicht an die Schule oder an andere triviale Themen zu denken. Sie wollte einfach mal wieder alles um sie herum vergessen. Es hieß zwar immer Hermine wäre die Streberin schlechthin – aber in Wahrheit tat sie dies nur, weil sie ihre Eltern gelehrt hatten immer nach Wissen zu streben. Schon als kleines Kind wurde sie von ihnen mit allen möglichen Büchern zu gekleistert, die für Kinder in ihrem damaligen Alter eigentlich noch gar nicht geeignet wären. Um zum Punkt zu kommen – Hermine war längst nicht so begierig darauf jeden einzelnen Moment damit zu verbringen, wie vielleicht so mancher glauben würde.
Nun also in Gedanken verloren, zogen die Bilder der vergangenen Tage an ihrem inneren Auge vorbei. Doch etwas blieb länger hängen und schien etwas in Hermine auszulösen. Bei dem Gedanken daran bekam sie eine Gänsehaut und ihre feinen Nackenhärchen stellten sich auf – Fleur wie sie mit nackter Brust in ihrem Zimmer stand. Völlig unbewusst fuhr sich Hermine mit immer noch geschlossenen Augen über ihren Busen. Sie fuhr die Konturen langsam nach, sodass ihre Brustwarzen sich merklich verhärteten.
Plötzlich ging die Tür auf. Hermine fühlte sich ertappt „Wer ist da??"
„Ach nur ich." Kam es von hinter der Duschwand. Fleur war ins Badezimmer getreten und stand nun vor dem Spiegel und begann sich zu schminken. „Ganz schön stickig hier herinnen."
„Oh…liegt vielleicht daran, dass ich mich gerade DUSCHE!" platzte Hermine hervor.
Fleur schminkte sich ungeniert weiter und schien überhaupt nicht zu verstehen, wieso sich Hermine schon wieder so aufregte. „Willst du mich heute nicht einmal ein bisschen herumführen? Es ist ein wunderschöner Samstag und ich kenne mich hier immer noch nicht sonderlich aus."
Hermine antwortete mit leicht flehender Stimme: „Wenn du mich dann BITTE in Ruhe duschen lässt?"
Fleur antwortete nur mit einem kurzen: „Von mir aus." Und verließ wieder das Badezimmer.
„Ach du meine Güte. Die kann einem auch kein bisschen Privatsphäre gönnen. Nicht einmal angeklopft hat sie. Herumführen soll ich sie? Nach einer Woche will sie mir weiß machen, dass sie sich immer noch nicht auskennt. Was soll ich ihr schon zeigen? Den verbotenen Wald? Oh ja ganz bestimmt, damit wir von irgendwelchen Kreaturen angegriffen werden. Nur weil sie jetzt mit mir in einem Zimmer wohnt, heißt das noch lang nicht, dass ich auch für sie verantwortlich bin…"
Mit dem Beenden dieses Gedankens stellte sie das Wasser ab und stieg aus der mittlerweile dampfenden Duschekabine. Sie stellte sich vor den Spiegel – erkannte jedoch nicht sonderlich viel. Es war komplett angelaufen. Sie liebte es mit ihren Fingern Figuren auf das angelaufene Glas zu zeichnen.
Nur mit einem Handtuch bekleidet ging sie zurück in das Zimmer. Fleur lag auf ihrem Bett und schien sich zu langweilen.
„Was willst du denn sehen?" fragte Hermine auf ihrem Weg zur Kommode.
Fleur blickte zu ihr auf und grinste leicht: „Alles natürlich."
Hermine wusste nicht wie sie Fleurs Blick deuten sollte, also wendete sie ihren Blick rasch ab und widmete sich ihrer Kommode. Sie suchte sich alles heraus um sich damit wieder auf den Weg ins Badezimmer zu machen.
„Ich weiß nicht was du hast. Du kannst dich ruhig hier umziehen, ich schau dir schon nichts ab." Sagte Fleur plötzlich – ihre Augen auf die Wand vor ihr gerichtet. Hermine erwiderte ihre Worte nur mit einem unsicheren Blick um sodann ihren Weg ins Badezimmer fortzusetzen.
„'Ich weiß nicht was du hast..' haha ich weiß nicht was DU hast. Was soll das? Irgendjemand sollte ihr dringend Manieren beibringen. Diese bevormundende Art geht mir auf den Geist! Und überhaupt! Was erwartet die von mir?? Dass ich mich vor ihr entkleide? Mhm…genau…geht's noch?? Mit der ist auch nicht mehr alles in Ordnung." Dachte Hermine als sie sich im Badezimmer umzog. Sie putzte noch ihre Zähne und kämmte ihr Haar. Dann schritt sie wieder aus dem Badezimmer.
Das Zimmer war leer. Keine Fleur lag auf ihrem Bett und schien sich zu langweilen. Hermine war enttäuscht. Aus irgendeinem Grund hatte sie fest mit ihrem Anblick gerechnet. Natürlich wischte sie diesen Gedanken sofort bei Seite und freute sich indessen über ihr alleiniges Zimmer – sollte es auch nur für ein paar Minuten sein. Entspannt legte sie sich auf ihr Bett und schlug die Augen zu. Doch die Ruhe wurde von einem eigenartigen Geräusch unterbrochen. Es war niemand geringerer als…nun ja ihr Magen. Es war mittlerweile schon bald halb Zehn und sie verspürte Hunger. Nach dieser kurzen Pause – die eindeutig viel zu kurz war – stand sie also wieder auf und machte sich auf den Weg zur großen Halle.
Schon von Weitem konnte sie Fleur erkennen, die fast alleine am Gryffindor-Tisch saß und frühstückte. Ron und Harry hatten dies schon längst getan und waren bereits an der frischen Luft um ein paar Runden Quidditch zu spielen. Natürlich nicht ohne das als Grund vorzuschieben, wieso sie ihre Hausübungen nicht erledigten. Also hatte Hermine keine andere Wahl als sich zu Fleur zu setzen.
„Da bist du ja endlich." sagte Fleur als Hermine sich neben sie setzte.
Hermine: „Was heißt da endlich?"
Fleur erwiderte nicht und aß stattdessen einfach ihr Crepe weiter.
„Ja genau ignorier mich einfach." Sagte Hermine und nahm sich ihre Lieblingscornflakes. Fleur lächelte.
Sie hatten fertig gegessen und Hermine schlug vor Fleur nun herumzuführen. Nur hatte Hermine absolut keinen Plan was sie ihr denn zeigen sollte. Sie entschied sich spontan für die Eulerei. Sie ging voraus und Fleur folgte ihr bereitwillig.
Fleur: „Und wo gehen wir hin?"
Hermine: „In die Eulerei."
Fleur: „Eulerei? Zu den Eulen? Du führst mich herum und zeigst mir die Eulen??"
Hermine – sie verdrehte die Augen doch sprach mit ruhiger Stimme: „Ja."
Fleur war ein wenig überrascht, dass Hermine ruhig blieb und so folgte sie ihr wortlos.
In der Eulerei angekommen stellte sich Hermine in die Mitte zwischen all die Käfige. Sie waren allein.
Hermine – grinsend: „Bitteschön…die Eulerei!"
Fleur: „Entzückend."
Hermine erwiderte ihre kalte Antwort mit einem langgezogenen Gesicht.
Fleur – die Reaktion von Hermine bemerkend: „Wirklich!" sie versuchte zu Lächeln. Es gelang ihr nur nicht wirklich. Sie drehte sich um und ging zu einem der nicht verglasten Fenster, lehnte sich auf den steinernen Rahmen und blickte in die Ferne. Mittlerweile hatte es draußen zu regnen begonnen. Hermine stand nun ziemlich verdutzt da. Langsam ging sie auf Fleur zu. Sie wusste nur nicht ganz wie sie sich verhalten sollte. Fleur schien in irgendeiner Art und Weise verletzt zu sein, Hermine wusste nur nicht wie sie es deuten sollte. Vor allem wusste sie nicht ob sie das Mädchen alleine lassen sollte oder versuchen sie zu trösten – was natürlich peinlich geworden wäre, wäre sie gar nicht traurig. Kurz um – Hermine kämpfte innerlich.
Schlussendlich rang sie sich dazu durch auf Fleur zuzugehen. Sie stellte sich neben sie und schaute nach unten. Ihr war nie bewusst gewesen, wie hoch die Eulerei lag. Bei dem Blick in die Tiefe wurde ihr fast schwindelig. Sie drehte sich zu Fleur…
„Alles in Ordnung?"
Fleurs Gesichtszüge veränderten sich leicht. Sie war sich nicht sicher wie sie antworten sollte. Sollte sie sich dem englischen Mädchen anvertrauen? Sie drehte ihren Kopf in Richtung Hermine und blickte sie wortlos mit leicht geöffnetem Mund an. Blickkontakt. Hermine wurde ganz kribbelig und in ihrem Magen breitete sich ein mulmiges Gefühl aus. Sie schob es auf die Höhe. Fleurs Kopf schien näher zu kommen. Hermines Blick fiel auf ihre Lippen. Sie waren schmal und rosig. Hermine nahm die sanften Konturen wahr, die ebenfalls näher zu kommen schienen. Hermine öffnete ihren Mund und ihr Atem stockte. Ihr Verstand war wie ausgeschalten. Fleurs Lippen waren nur mehr schier Millimeter von Hermines Lippen entfernt als sie plötzlich aufhörten sich zu nähern – als würden sie auf etwas warten. Hermines Herz machte einen Satz und ihr Mund umschloss sanft die Lippen der Franzosin. Bald spürte Hermine Fleurs kalte Finger auf ihrer Wange und sie öffnete langsam ihren Mund. Fleurs Zungenspitze tastete sich langsam in Hermines Mundhöhle vor und als sie mit Hermines Zunge zusammentraf bekam Hermine eine Gänsehaut.
Langsam zog Fleur ihren Kopf zurück. Hermines Kopf ging fast selbstständig mit als ob ihre Lippen um keinen Preis von denen der Franzosin getrennt werden wollten. Sie schlug die Augen auf und sah Fleurs Gesicht vor sich. Augenblicklich kam ihr die rote Farbe ins Gesicht als ihr vollkommen bewusst wurde was sie gerade getan hatte…
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Ende Kapitel 4 :D
Nun denn ich bedanke mich hiermit bei allen Lesern und ich würde mich darüber freuen wenn ihr mir eine Review schreiben würdet :)
