DisclaimerDie Figuren, die aus „Harry Potter" bekannt sind, gehören nicht mir, sondern Joanne K. Rowling. Ich habe mir lediglich die Handlung ausgedacht und verdiene mit dieser Geschichte kein Geld, sondern wollte nur Spaß am Schreiben haben. Falls es eine ähnliche Geschichte bereits irgendwo geben sollte und der Autor sich beklaut fühlt, tut es mir leid, aber ich habe diese Storyline noch nirgendwo gelesen. Ist alles in meinem Hirn entstanden :)
Zusatzinfo:Band 5 und 6 wurden nicht berücksichtigt. Dumbledore lebt noch und Voldemort auch oder nicht; es ist egal, da es keine wesentliche Rolle in dieser FF spielt.
So, es kommt das letzte Kapitel. Ich möchte mich bei meinen Reviewern bedanken - ich habe mich wirklich gefreut, dass sich diesmal mehr aufgerafft haben - danke! .
Fettes Dankeschön an: Tanya C. Silver (meine wunderbare Beta und Unterstützerin ), xXIniXx (voll gut, dass dir das Paring durch die Geschichte gefällt ), AlyshaNemesis (auch dir danke ), AMJ (yay! Toll, dass du auch reviewt hat. Hoffentlich folgt auch eins von dir nach dem jetzigen Chap. :) ), LunaNigra (Ich freu mich einfach immer wieder ), mahared (hey, klasse, dass meine Bitte auch dich erreichen konnte! xD Danke füs Kommi . auf ein Weiteres? ;) ), Jean nin asar ahi smabell (extra für dich gibts dieses Chappie schon jetzt! . Danke auch für deine immer motivierenden Reviews! ) und Mondschatten (freut mich auch richtig, dass dir die Story so gefällt! .
Ich bedanke mich im Vorfeld schon für die kommenden Reviews und hoffe, dass ihr beim Lesen genauso viel Spaß hattet wie ich am Schreiben!
Genießt das letzte Kapitel! R&R:D
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Der Umsturz Der Aufstände
By Puma Padfoot
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Kapitel Vier – Alles egal
Hunderte Eulen flogen durch die Große Halle und brachten Briefe und Pakete von Eltern, Freunde oder Bekannten. Blaise ignorierte das morgendliche Geflatter, bis ein kleiner Kauz angeschossen kam und gegen seine Brust flog. Verärgert griff er nach dem Federknäuel, bis der Vogel ein schrilles Piepsen ausstieß und das Bein ausstreckte.
„Scheint, als wäre die Nachricht für dich", bemerkte Draco, der dem Geschehen interessiert gefolgt war, seitdem er an diesem Tag keine Post von seinen Eltern bekommen hatte.
Blaise brummte nur, während er das kleine Stück Papier vom dünnen Bein des Kauzes abzufriemeln versuchte. Als er es schließlich geschafft hatte, warf ihm der Vogel nur einen pikierten Blick zu, bevor er wieder schwankend an Höhe gewann und den anderen Eulen in die Eulerei folgte.
Er erkannte die feine Schrift sofort. Hermiones. Schnell, bevor Draco seine Nase in Angelegenheiten stecken konnte, die ihn nichts angingen, huschten seine Augen über die paar Zeilen, bevor er den Zettel zusammenknüllte und ihn in die Umhangetasche steckte.
„Soll ich raten, von wem der ist?", kam die hämische Stimme Malfoys, dem durchaus der schnelle Blick zu einer bestimmten Gryffindor nicht entgangen war.
„Nicht nötig", erwiderte Blaise unbeeindruckt und nahm einen Schluck von seinem Kaffee. So, so. Heute hatte Hermione also wohl keine Zeit für die abendliche Lernstunde, da sie noch mit ihren Freunden den Halbriesen Hagrid besuchen wollte.
„So, wie es aussieht, hat sie wohl eher dich unter Kontrolle", lachte Draco plötzlich dreckig los und schüttelte ungläubig den Kopf. „Das kann ich echt nicht glauben... Du und sie... Nein, Alter, das ist grotesk, echt!"
Doch Blaise zuckte nur mit den Schultern. „Es gibt vieles, was du nicht verstehst und nicht verstehen kannst." Und damit stand er auf und verließ die Große Halle.
xXx
Entspannt las Hermione ein Buch über die Verwandlungen bei Animagi, während sie das gleichmäßige Kratzen einer Feder über Pergament im Ohr hatte.
„Was war noch mal die Bedeutung dieser Rune?"
Hermione lehnte sich nach vorn und betrachtete das Zeichen auf dem Zettel, den Blaise ihr über den Tisch geschoben hatte.
„War das nicht ‚Jahreszeit'?", vermutete sie.
Er verengte kurz die Augen, als er nachdachte. „Ja... Ja, ich glaube, das war so. Passen würde es jedenfalls."
Sie lächelte ihn noch kurz an, bevor sie sich wieder zurücklehnte und weiterlas. Das ging nun schon zwei Wochen so. Sie trafen sich alle zwei, drei Tage in der Bibliothek, lernten oder machten zusammen Hausaufgaben. Hermione freute sich schon immer über diese gemeinsamen Abende. Zwar begann man schon zu munkeln, von wegen eine Gryffindor und ein Slytherin an einem Tisch, doch das ließ sie kalt. Sollten sich die Leute doch das Maul zerreißen, wenn sie nichts besseres zu tun hatten.
Madam Pince schritt an ihrem Tisch vorbei und zauberte die Farbe der Vorhänge der Bibliothek in ein sattes Rot. Hermione stöhnte dumpf auf.
„Nirgends ist man sicher vor diesem Valentinskram. Schon zwei Tage vor diesem blöden Tag sind alle aus dem Häuschen und man hat keine Ruhe...", murrte sie.
Blaise blickte auf und sah kurz über seine Schulter. „Rot geht ja noch. Wie Gryffindor", fügte er mit einem Lächeln hinzu.
Sie musste grinsen. „Ja, hier ist es noch schön." Sie lehnte sich nach vorn. „Aber du müsstest mal unseren Gemeinschaftsraum sehen. Einige Mädels haben da ordentlich Arbeit geleistet", raunte sie ihm vertraulich zu, lehnte sich dann aber seufzend zurück. „Auf diesen Valentinstanz habe ich auch keine Lust. Ich habe auch kein Kleid."
„Kein Kleid? Aber was ist mit der Festtagsgarderobe?"
Verlegen spielte sie mit den Buchseiten. „Ach, die ist mir langsam zu klein. Und irgendwie passt es nicht zum Valentinstag."
Gelassen tunkte Blaise seine Federspitze wieder ins Tintenfass. „Ich bin da auch eher der ruhigere Typ. Ein Tanz ab und zu kann ganz nett sein, muss aber auch nicht den ganzen Abend sein. Hast du eigentlich einen Partner?"
„Nein." Hermiones Herz klopfte schneller. Auch wenn seine Stimme ruhig klang, wollte er sie vielleicht fragen...?
Gerade, als er nach ein paar Sekunden den Mund zum Sprechen öffnete, erschien eine große Gestalt neben Hermione und klopfte ihr auf die rechte Schulter.
„Juten Abend, 'ermione. Ich wusste doch, dass ich dich hier finden könnt'", dröhnte Hagrid gutgelaunt.
Sie drehte sich lächelnd zu ihm um. „Hey, Hagrid! Was machst du hier?"
Er zeigte ihr ein Buch, dass winzig in seinen großen Händen wirkte. ‚Schuppige Gesellen – wie wir sie schätzen und lieben' stand auf dem Buchdeckel. Sie hob überrascht den Kopf.
„Hast du ein neues Haustier?"
„Jupp", lächelte er, „Du warst letztes Mal nicht dabei, als Harry und Ron mich besucht haben. Wolltest lern'n oder so, haben sie mir gesagt."
Sie errötete. „Oh, Hagrid, ich wusste doch nicht, dass du ein neues Tier hast. Ich komme morgen Nachmittag vorbei, ja?"
Er tätschelte ihr die Schulter. „Kein Problem. Ich muss jetzt noch was mit der reizenden Pince absprechen, wenn du mich entschuldigen würdest..."
„Kein Problem", lächelte sie und drehte sich wieder zu ihren Buchseiten, als sie sah, dass Blaise bereits weiterschrieb.
Der Slytherin ließ seine Augen zwar über die Wörter huschen, doch seine Gedanken waren ganz woanders. So ist das also, dachte er zufrieden, Du lässt also extra einen Besuch bei Hagrid ausfallen, um abends in der Bibliothek sein zu können... Interessant.
xXx
Valentinstag.
Für Hermione gab es momentan nichts Schrecklicheres, als all den kichernden Mädchentrauben auszuweichen, nicht in ein Pärchen hineinzustolpern, das intim miteinander umging oder den Elfen oder Wichteln zu begegnen, die mit kratziger Stimme ein Lied oder Gedicht vortrugen.
Es war ja nicht so, dass sie allgemein etwas gegen all diese Sachen hatte... Es wäre nur schöner, wenn sie ebenso jemanden hätte, mit dem sie kuscheln oder dem sie nette Sachen ins Ohr raunen könnte. Aber momentan fühlte sie sich ziemlich einsam und als Außenseiter, als Harry mit Ginny auf dem Sofa saß und Lavender Ron in eine Sitzecke gezogen hatte.
Abends reichte ihr schließlich der Anblick all der verliebten Pärchen, die sich schon für den Tanz fertig machten, sodass sie in den einzigen Ort flüchtete, der ihr noch geborgen vorkam: die Bibliothek.
Als sie den großen Raum betrat und die Tür hinter sich schloss, wurde sogleich der Lärm von den Gängen um ein Vielfaches gedämpft. Aufatmend schritt Hermione zu den Regalreihen und ließ entspannt ihren Finger über die Buchrücken fahren, bis sie eins fand, das ihr Interesse weckte.
Sie nahm diesmal auch nicht an ihrem mittlerweile gewohntem Tisch Platz, sondern ging weiter nach hinten in eine Nische, in der sie vollkommen ihre Ruhe hatte. Schnell warf sie einen Blick auf die Uhr; bald würde das Abendessen enden und der Tanz bis in die Nacht beginnen. Schulterzuckend schlug sie das Buch auf und begann zu lesen.
„Da bist du ja. Ich hatte mir gedacht, dich hier zu finden."
Die bekannte Stimme riss sie völlig aus den Gedanken und mit verschleiertem Blick hob sie den Kopf. Sie hatte vollkommen die Zeit vergessen.
„Der Valentinstag ist mir so ziemlich egal", stammelte sie schließlich und massierte sich kurz die Schläfen. „All die Verliebten, die dir die Ohren vollsülzen... Es ist ja nicht so, dass ich mich nicht für sie freue, aber-..." Sie verstummte.
Blaise verstand jedoch und deutete auf den Platz neben sie. „Darf ich?" Als sie nickte, holte auch er sich ein schmales Buch aus dem Umhang hervor und beide verbrachten die nächste Stunde mit friedlichem Lesen, während sie die Gegenwart des anderen genossen.
„Miss Granger und Mr. Zabini, ich muss Sie leider bitten, die Bibliothek zu verlassen, da ich heute früher schließe."
Hermione versuchte sich nicht ihre Enttäuschung anmerken zu lassen und auch nicht allzu entgeistert auf das rosa farbene Kostüm zu starren, das Madam Pince trug. Sie hatte sogar ihre Brille verhext, sodass kleine pinke Federn aus dem Rahmen sprossen.
Auch Blaise stand ohne ein Wort auf und beide standen ein bisschen wie im Regen vergessen auf dem Flur, als die Bibliothekarin den Raum zugeschlossen hatte und an ihnen vorbei zur Großen Halle geeilt war.
„Tja...", begann Hermione unschlüssig, „Ich glaube, das-..."
„Hast du noch Lust, hinzugehen?", fragte Blaise sie plötzlich und unvermittelt.
Sie starrte ihn fast schon ungläubig an, bis sie verlegen auf ihre Schuhe guckte. „Ich bin doch gar nicht passend dafür gekleidet..." Aber ihm entging keineswegs das kleine Lächeln.
„Das ist doch Unsinn", erwiderte er fast schon heftig, fasste sich aber schnell wieder und meinte sanfter: „Du kannst dich jetzt doch noch schnell umziehen. Rock und Bluse oder so..." Bevor sie weitere Einwände erheben konnte, streckte er seine Arme zu beiden Seiten aus. „Sieh mich an: Ist das etwa Tanzkleidung?"
„Nein, aber es sieht trotzdem gut aus", murmelte sie so leise, dass er es fast nicht gehört hätte. Aber nur fast. „Also gut." Entschlossen blickte sie ihm in die Augen. „Ich muss nur noch schnell in den Gemeinschaftsraum."
Er nickte, während sie im Eilschritt losgingen.
„Du kommst mit?", fragte sie ihn verwundert.
Er grinste sie schief an. „Damit du es dir nicht zwischenzeitlich anders überlegst."
An der fetten Dame angekommen, befahl sie ihm, einige Meter weiter weg entfernt stehen zu bleiben, damit er das Passwort nicht hören konnte. Sie hatte nicht das Herz dazu, ihn draußen die ganze Zeit stehen zu lassen, also ließ sie ihn mit durch das Portraitloch klettern, da die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch war, dass alle Schüler beim Abendessen waren und jetzt bereits tanzten.
„Jetzt siehst du also unseren Gemeinschaftsraum", flüsterte sie.
„Was flüsterst du denn so?", fragte er spöttisch, „Glaubst du, irgendwelche Gryffindors verstecken sich hinter den Sesseln, oder was?"
Ertappt gab sie ihm einen Klaps auf dem Arm, begleitet von einem halbherzigen „Idiot.". Sie drehte sich an der Treppe zum Mädchenschlafsaal noch einmal um und warf einen mahnenden Blick auf den Slytherin, der die Valentinsdekoration mit unleserlichen Gesichtsausdruck musterte. „Warte dort und mach nach Möglichkeit nichts kaputt."
„Ja, Mum", erwiderte er mit einem amüsierten Lächeln, als sie schnell die Treppe hochstieg.
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Als Hermione die Treppe wieder herunterstieg, errötete sie erneut unter seinem musternden Blick. Was mussten seine Augen im Flackern der Kerzen auch noch dunkler erscheinen? Sie hatte sich wirklich beeilt und einfach ihren besten schwarzen Rock und eine helle Bluse angezogen, sich noch schnell die Haare gebürstet und dezent Make-Up aufgetragen.
„Schön", kommentierte er und wartete beim Portraitloch auf sie. „Das Warten hat sich gelohnt."
Hermione murmelte ein verlegenes Dankeschön, warf ihm aber einen mahnenden Blick zu, als er keine Anstalten machte, vom Portraitloch wegzutreten, damit sie ungehört das Passwort sagen konnte. Also flüsterte sie es möglichst leise und beide kletterten kurze Zeit später auf den Flur hinaus.
Auch hier war es wie ausgestorben, nur ein einzelnes verzaubertes Herzchen flatterte durch die Luft, auf der Suche nach seinem Adressaten.
„Komm", meinte er und verschränkte seine Finger mit ihren, als er sie zur Treppe zog.
Hermione lächelte unverholfen, während es ihr so schien, als würden ihr Schmetterlinge im Bauch umherflattern. Ihr Magen zog sich vor Freude und Aufregung bei dem Gedanken an den Tanz zusammen und mit hastigen Schritten folgte sie ihrem Partner.
Als sie vor der Tür der Großen Halle standen, zögerte Hermione einen Moment. Wie die anderen reagieren würden...? Doch als sie Blaise' ermutigendes Lächeln sah, verstärkte sie den Griff um seine Hand und atmete entschlossen ein, als er das Tor öffnete und sie zusammen hindurchschritten.
Die vier langen Tische waren jeweils an einer Seite der Halle gerückt und Büffets mit allerlei Getränken und Speisen standen bereit. Einige Lehrer saßen am Lehrertisch, jedoch schwangen auch einige das Tanzbein unter der Masse der Schülern. So nahm Hermione lächelnd zur Kenntnis, dass Dumbledore anscheinend McGonagall zum Tanz aufgefordert hatte und Madam Sprout wirbelte den kleinen Mr. Flitwick mehr umher, als dass er sie führte.
Uneingeschüchtert bahnte Blaise sich den Weg durch die herumstehen oder sitzenden Schülern und zog Hermione an der Hand hinter sich her. Sofort hörte sie hinter sich das beginnende Gemurmel und die kritischen, unverhohlenen Blicke, doch Hermione versuchte es, so gut es ging, zu ignorieren.
Blaise schien sich ebenfalls nicht um die beginnende Aufruhr zu kümmern, als er an der Tanzfläche angekommen war und sich zu ihr umdrehte. „Darf ich bitten?"
Lächelnd setzte sie ihm die andere Hand auf die Schulter. „Aber gerne."
Sie tanzten ein Lied durch. Hermione musste zugeben, dass er ein guter Tänzer war und sie sicher und zielstrebig durch die anderen tanzenden Paare hindurchmanövrierte. Sie traf auf Ginnys Blick, die sich gerade in Harrys Armen drehte und die rothaarige Weasley öffnete überrascht den Mund, bevor sich ein Lächeln auf ihren Zügen formte. Ehe Hermione ein Wort herausbringen konnte, waren sie bereits weitergetanzte und aus ihrem Blickfeld heraus.
Es folgte ein langsames Lied und nach einigem Zögern begann auch Hermione wie die anderen Paare, ihre Arme um Blaises Hals zu legen und ihren Kopf leicht auf seine Schulter zu betten.
„Die anderen sind egal", sagte er sanft in ihr Ohr und schlang seine Arme um ihre Taille, bis seine Hände auf ihren Hüften liegen blieben.
„Ja", sagte sie glücklich und schloss die Augen, um seine Wärme, seinen Geruch und einfach seine Geborgenheit genießen zu können. Die anderen waren egal... Für jetzt zählte nur der Moment. Die Möglichkeit.
Als das Lied endete, stellte Hermione mit Entsetzen fest, dass sich fast ohne Ausnahme alle Pärchen auf der Tanzfläche küssten. Sie drehte ihren Kopf schnell zu Blaise und öffnete den Mund, um etwas zu sagen, bis ihr die Worte im Mund erstarben, als sie den Blick in seinen Augen sah. Ihr Herzschlag beschleunigte, während ihr das Blut in die Wangen kroch.
„Ich...", begann sie, bis sie sich schnell wegdrehte und schon die Tanzfläche verlassen wollte.
Doch Blaise reagierte schneller, als er nach ihrem Unterarm griff und sie blitzschnell wieder in seine Arme wirbelte. Noch ehe sie etwas anderen tun konnte, senkte er den Kopf und ließ seine Lippen auf ihre treffen.
Überrascht riss Hermione die Augen auf, bis ihre Gefühle sie entgültig übermannten und sie ebenfalls die Augen schloss, um den Kuss sanft zu erwiderte.
Sie bemerkte erst später, dass bereits ein neues Lied angefangen und sie immer noch küssend auf der Tanzfläche gestanden hatten. Schnell löste sich Hermione aus seinem Griff, schenkte ihm aber ein zärtliches Lächeln.
„Ich – ich hole mir eben etwas zu trinken."
Ohne seine Antwort abzuwarten, drehte sie sich schnell um und verließ die Tanzfläche. Sie behielt ihren Kopf erhoben, als sie die abschätzenden Blicke vieler Schüler bemerkte, die an ihr zu kleben schienen. Ron tauchte auf und versperrte ihr den Weg.
„Was sollte das denn eben?", sagte er aufgebracht, während Lavender an seiner Seite energisch nickte.
Überrumpelt stoppte Hermione an Ort und Stelle und strich sich die Bluse wieder glatt. „Danach, wonach es aussah?", begann sie vorsichtig, bis auch noch Harry auftauchte.
Dieser fuhr sich seufzend durch die Haare. „Bist du sicher, dass es das Richtige ist, Hermione? Ich meine..."
„Er ist ein Slytherin!", spie Ron aus. „Wie kannst du nur?"
Hermione blinzelte ein paar aufmüpfige Tränen weg, bevor sie aus ihren Augen traten. „Dieses Gerede ist doch wirklich albern. Ihr kennt ihn nicht und habt auch keine Chance dazu gehabt, ihn näher und besser kennen zu lernen. All diese Klischees über bitterböse Slytherins stimmen nur, wenn man nicht hinter die aufgestellten Bilder sehen kann! Manche Vorurteile sind berechtigt, aber es gibt auch welche, die ebenso idiotisch und unberechtigt sind wie eure Anschuldigungen hier!"
Daraufhin schwieg Ron, doch Lavender begann bereits mit einem „Aber-...", bis Harry sie mit hochgehobener Hand unterbrach.
„Wir vertrauen auf dein Einschätzungsvermögen, Hermione", sagte er und brachte schließlich ein kleines Lächeln zustande, „Ich hoffe, du hast die richtige Wahl getroffen."
Hermione lächelte ebenfalls ein kleines Lächeln, als sie auf ihn zutrat und ihn umarmte. Sie entschloss sich, das Hogwartsgebäude zu verlassen, um einen klareren Kopf zu bekommen und gerade, als sie erst einige Schritte gemacht hatte, griff erneut jemand nach ihrem Arm.
„Ginny!", brachte Hermione noch hervor, bevor Harrys Freundin um ihren Hals fiel und sie in eine feste Umarmung schloss.
„Ich finde das gut", sagte die Rothaarige leise in ihr Ohr, „Lass dich nicht von den anderen beeinflussen und abhalten, wenn deine und seine Gefühle echt sind."
Sie lächelten sich an, bis Ginny zu Harry zurückkehrte und mit ihm wieder auf die Tanzfläche ging.
Als Hermione das Schloss verließ, schlug ihr sofort kühle Nachtluft entgegen und sie umschlang ihren Oberköper mit ihren Armen, um sich selbst etwas mehr Wärme zu geben. Trotz der Kühle wollte sie noch nicht zurückkehren, da es noch zuviel gab, das ihr durch den Kopf wirbelte. Zu viele Gedanken und Gefühle mussten noch geordnet und sortiert werden.
Hermione schlenderte gedankenverloren um den großen See, als ein leiser Ruf erklang und Blaise angelaufen kam. Er kam leicht atemlos an ihrer Seite zum Stehen und musterte sie prüfend.
„Es ist gefährlich, hier draußen zu sein."
Hermione wandte den Blick ab und blickte in die schmalen Nebelschwaden, die am Ufer entlangwabberten. Das dunkle Ufergras raschelte im Wind und ein Plätschern erklang im schwarzen Wasser des Sees.
„Ich musste nachdenken", sagte sie leise und ließ zu, als er wieder seine Finger mit ihren verschränkte. Wortlos setzten sie ihren Weg um das Gewässer fort, bis Hermione wieder zu sprechen begann.
„Danke, dass du mich mit zum Tanz genommen hast. Es war sehr schön."
„Das war selbstverständlich", antwortete er blickte sie wieder mit diesen fesselnden dunklen Augen an. „Was bedrückt dich?"
Sie verharrten an Ort und Stelle, bis Hermione plötzlich ihre Hand wegzog und sich zum See drehte. „Ich... Merlin, Blaise, wie soll es nur mit uns weitergehen?", begann sie mit verzweifelter Stimme und drehte sich wieder zu ihm. „Du und ich..."
Er zog eine Augenbraue nach oben. „Wieso denn? Bis jetzt gab es doch auch keine Probleme, oder?", argumentierte er und griff nach ihrer Hand. „Die Gerüchteküche wird sich schon in Schacht halten lassen. Außerdem sollte es uns eigentlich egal sein, was die anderen denken, hier kommt es schließlich auf uns an. Die anderen werden sich schon beruhigen und es akzeptieren müssen."
Sie nickte abwesend. „Außerdem", fügte er mit einem Lächeln hinzu, „wären wir das erste Paar, das sich über die Häuser hinweggesetzt hat. Jedenfalls, was Slytherin und Gryffindor angeht."
Als sie ihn anlächelte, bemerkte Blaise, dass er einfach alles sagen würde, nur damit er sie lächeln sehen könnte. Er würde alles für sie tun, nur damit er mit ihr reden, sie riechen, sie schmecken und sie berühren konnte.
Einfach alles, um in ihrer Nähe zu sein.
In Momenten wie diesen fragte sich Blaise ernsthaft, wer hier über wen die Kontrolle haben zu schien. Aber das war auch egal, als sie sein Lächeln erwiderte und die Hand nach ihm ausstreckte und sich in seine Arme ziehen ließ.
„Komme, was wolle", wisperte er heiser, bevor er den Kopf senkte, um seine Lippen für einen zweiten Kuss auf ihre treffen zu lassen.
Und sie erwiderte.
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Jupp, das wars. Bitte hinterlasst mir doch ein Review - hier wieder ein spezieller Appell an alle Schwarzleser, denn die Zahlen zeigen, dass die Story von deutlich mehr Leuten gelesen und mitverfolgt wird, als ich Feedbacks bekomme. Man kann auch unangemeldet und anonym ein Review schreiben. ;)
Wenn ich schonmal hier bin, dann mache ich Werbung für meine neue Draco/Hermione FF, die "Endstation" heißen wird. Die Storyline ist fast fertig und ab nächster Woche werde ich mit schreiben anfangen, also wird es schon bald das erste Kapitel zu lesen geben. Ich würde mich freuen, euch dort wiederzusehen bzw. von euch via Reviews zu lesen.
Bis ganz bald,
eure Puma :D
