Harry Potter and the Show that never ends

Autor: Lori Summers

Deutsche Übersetzung: Claudia, Lilly Black, Nicole, Katrin und Stephanie

http://www.STNE.de.vu

2. Auflage, November 2005

Disclaimer:

Diese Geschichte basiert auf Situationen und Charaktere, die das geistige Eigentum von Joanne K. Rowling sowie von verschiedenen Verlegern (z.B. Bloomsbury Books, Scholacsti Books, Carlsen Verlag, etc.) sind. Weder die Autorin, noch die Übersetzer dieser Geschichte verdienen Geld damit und es liegt nicht in ihrer Absicht Copyrights oder Warenzeichen zu verletzen.

Hinweis für Minderjährige:

Diese Geschichte spielt einige Jahre nach Harry Potter und der Stein der Wesen.

Aufgrund dessen handelt es sich um eine Geschichte für Volljährige Leser.

Um dies genauer zu begründen: Die jeweiligen Charaktere sind nun erwachsen. Das bedeutet, dass in ihrem Leben auch Krieg, Gewalt und Sex eine Rolle spielen, nur um einige zu nennen.

Komplex:

Harry Potter and the Show that never ends ist die Fortsetzung von Harry Potter and the Paradigm of Uncertainty (PoU) von Lori Summers (Übersetzt von Dani + Alina). Zusätzlich gibt es einen dritten Teil, der noch nicht übersetzt wurde, von uns aber weiter übernommen wird. Dieser lautet Harry Potter and The Hero with a thousand faces.

Wer noch nicht genug hat kann ebenfalls die Vorgeschichte zu PoU lesen. Diese Spezialisiert sich jedoch auf Sirius Black und überschneidet sich immer mal im 2. Teil mit PoU.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

Viertes Kapitel:
Keine Angst vorm Sensenmann Übersetzt von Nicole und Lilly Black, Lektoriert von Barbara

The door was open and the wind appeared,
The candles blew and then disappeared,
The curtains flew and then he appeared,
Saying "Don't be afraid..."
--Blue Oyster Cult

Harry seufzte und sah hinauf zur gläsernen Kuppel des Klosters und dem rosafarbenen Himmel darüber, der heller wurde, während er ihn beobachtete. Hermione schlief noch, an ihn gekuschelt, mit ihrem Kopf an seiner Schulter und einen Arm quer über seiner Brust. Er hielt sie sanft, bemüht sie nicht aufzuwecken aus einem anscheinend tiefen und lange vermissten Schlaf. Er beobachtete die heraufziehende Dämmerung und er wünschte, er könnte den Aufgang der Sonne mit purer Willenskraft aufhalten. Er fürchtete sich sehr vor dem Anbruch des Tages und der damit verbundenen Aussicht auf Untersuchungen, Stöße, Stiche und so viele Zauber, dass er den Schwefelgeruch nie wieder aus den Haaren bekommen würde.

Hermione bewegte sich. Sie machte anbetungswürdige leise Aufwachgeräusche, bei denen ihm ganz warm wurde. Sie hob ihren Kopf und sah ihn mit noch halb geschlossenen Augen an. „Oh, du bist das," sagte sie und begann zu lächeln.

„Ja, ich bin das."

Sie sah ihm in die Augen, ihre Finger zeichneten kleine Kreise auf seine Brust. „Es ist wunderschön, neben dir aufzuwachen."

Er erwiderte ihren Blick, als sie sich über ihn lehnte, während seine Hand ihren Rücken streichelte. „Hattest du Spaß gestern Nacht?," fragte er sie mit einem verschmitzten Lächeln.

Sie grinste. „Mein Kompliment an den Koch." Plötzlich fühlte er, wie ihre Finger unter die Decke glitten, um ihn zu umschlingen. Er bemühte sich um einen gelassenen Gesichtsausdruck, während sie ihre Hand so positionierte, dass sie sein Familienplanungsorgan umfassen konnte. Einfach war das nicht.

„Hmm," sagte er, unschuldig blinzelnd. „Kann ich Dir irgendwie behilflich sein?"

„So fühlt es sich jedenfalls an," murmelte sie, rollte sich auf ihn und senkte ihren Mund auf seinem.

Eingeschlossen in der dunklen Fülle ihres Haares sah er nichts, er fühlte nur ihre Lippen und die Wärme ihrer Haut auf seiner. Er schlang seine Arme um sie und so rollte sie beide in einem Gewirr aus Armen und Beinen herum, bis sie die Plätze getauscht hatten. Seine Lippen bewegten sich an ihrem Hals herab, bis sie die Stelle oberhalb ihrer Brust erreichten. „Mmm...Harry..." flüsterte sie, ihre Finger waren in seinem Haar verschlungen.

„Manchmal denke ich, ich bin geradezu skandalös in dich verliebt," flüsterte er gegen die Haut ihres Halses.

Sie zog sein Gesicht wieder hoch zu ihrem „Ich wette…du sagst das...zu allen Frauen," hauchte sie zwischen ihren Küssen.

„Nein, nur Dir," sagte er. Beide begannen schneller zu atmen. Ihre Hände hielten sich an seinem Rücken fest, als er sich auf sie legte und sie schlang ein Bein um seine Hüfte...

Nun, ich könnte Euch mehr erzählen, aber das wäre unhöflich.

Hermione kam die Hintertreppe zur Küche herunter, während sie noch ihre Ohrringe anlegte. „Guten Morgen," sagte Sie zu Laura und Justin; George stand am Herd. Napoleon saß links neben Laura, und schaufelte missmutig Haferschleim in sich hinein. Sirius und Lupin waren nirgendwo in Sicht, aber die drei Agenten aus Remus' Abteilung saßen mit am Tisch. Cho hatte nicht bleiben können, Hermione vermutete, dass sie früh aufgebrochen war, um sich ihren Teamkollegen wieder anzuschließen.

„Ach, sieh an, wie sie strahlt heute Morgen!" spöttelte Justin. „Scheint so, als hätte jemand einen angenehmen Abend gehabt." Hermione errötete, aber stritt es nicht ab. „Und… wo ist Mr. Zuchthengst?"

Sie setzte sich an den Tisch und schlug Justin auf die Schulter. „Er duscht, er wird in einer Minute unten sein."

Laura reichte ihr einen Teller mit Toast. „Wann müsst ihr los?"

Hermione, die sich ein Messer und Marmelade genommen hatte, während Laura versuchte das Brot in ihre Richtung zu schieben, zuckte ernüchtert zusammen. „Direkt nach dem Frühstück."

„Wie lange wird es dauern?"

„Ich wünschte, ich wüsste es. Vielleicht einen Tag, vielleicht eine Woche." Sie warf Lupin einen Blick zu.

„Das ist nichts, was jede Woche passiert," sagte er. „Dafür gibt es kein Standardverfahren."

„Wirst du dort bei ihm bleiben?"

„Willst du mich auf den Arm nehmen? Natürlich werde ich das!" erwiderte Hermione.

Napoleon stand abrupt auf und schleuderte seine Tasse ins Spülbecken, dann verließ er den Raum. Hermione sah ihm nach, sie spürte einen Stich, aber niemand von den anderen schien seine Erregung bemerkt zu haben.

George drehte sich vom Herd weg und stelle eine Platte mit Pfannkuchen auf den Tisch. „Ich wünschte, wir könnten mitkommen. Ich meine, zur moralischen Unterstützung."

„Ihr werdet im Geiste bei uns sein," sagte Hermione, während sie sich Saft einschüttete.

„Was werden sie wohl mit ihm machen?"

Hermione seufzte. „Hm, ich denke, es wird medizinische Untersuchungen geben. Dann werden sie versuchen, den Gedächtniszauber zu brechen. Sie werden vielleicht versuchen, ihn zu hypnotisieren, um so die Wahrheit herauszufinden. Sie werden ihn viele Tests durchlaufen lassen und viele Fragen stellen. Vielleicht werden sie sogar Veritaserum benutzen. Sie werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, die sie haben, um herauszufinden, was mit ihm passiert ist."

„Hört sich wundervoll an," grummelte Justin.

Sie hörten Schritte auf der Treppe und Harry kam herein. Seine Haare waren noch feucht und er zog sich gerade einen hellgrauen Rollkragenpullover über sein weißes T-Shirt. „Guten Morgen, alle zusammen," sagte er, eine Hand zum Gruß erhoben. Er lehnte sich über Hermione und küsste sie auf Stirn, dann setzte er sich neben sie. Sie rutschte mit dem Stuhl ein bisschen näher, seine bloße Anwesenheit zog sie an wie ein Magnet. Harry ließ ein paar Pfannkuchen auf seinen Teller gleiten und griff nach der Schüssel mit Rühreiern. „Großartig, ich bin völlig ausgehungert."

„Hm, ich wette, jemand hatte heute Morgen ein gutes Workout," bemerkte Laura spitz, mit einem Wink hin zu Hermione.

„Ich kann diese Aussage weder bestätigen noch dementieren," sagte Harry grinsend. Sirius lächelte kopfschüttelnd.

Justin sah Harry einen Moment lang an, ein breites Grinsen erschien auf seinem Gesicht und er klatschte in die Hände wie ein Cheerleader, die einen Schlachtruf skandierte. „Jeah," zwitscherte er, „Harry ist zuhause, happy happy Harry day!"

George zog eine Augenbraue hoch und gluckste über Justins Getue. „Weißt du, manchmal denk ich, du schwelgst geradezu in deinem „Schwulsein"."

Justin zuckte mit den Achseln. „Kritisier nichts, was du nicht versucht hast, Georgie-Boy."

„In deinen Träumen, Märchenprinzessin."

„Oh, zurück in eure Zwinger, alle beide," schimpfte Laura sie aus. „Ihr seid wie zwei alte Schachteln im Nagelstudio."

„Schatz, erinnerst du dich, als wir darüber sprachen zurück nach London zu ziehen? Lass uns noch mal drüber sprechen," sagte Harry mit einem Zwinkern zu Hermione.

„Ihr könnt nicht zurück nach London ziehen, wer würde mich mit endlosem Futter für meine geistreichen Entgegnungen versorgen," protestierte Justin.

„Oh Justin, du könntest deine geistreiche Schlagfertigkeit amWohnzimmersofa üben," sagte Hermione. Sie legte eine Hand auf ihre Brust und rollte ihre Augen himmelwärts, und stellte damit eine exakte Justin-Parodie dar. „Darling, wir müssen über diesen Überzug diskutieren. Wie oft habe ich dir gesagt, dass dieses algengrün nicht deine Farbe ist. Du weißt, Freunde lassen Freunde nicht in Brokat rumlaufen. Ich meine wirklich, es ist so...Margret Thatcher." Während sie Justin nachahmte, hielt sich der gesamte Tisch die Bäuche vor Lachen.

Hermione lächelte ihre Mitbewohner und Freunde an, und fühlte sich komplett wohl in diesem Haus und der Oase von Normalität, von der sie wusste, dass sie bald von der brutalen Einmischung der Realität zerschmettert werden würde, die bereits hier war, was sich an den ungebeten Gästen am Tisch zeigte. Harry saß an ihrer Seite, sprach und war komplett real und so sehr sie es auch versuchte, sie konnte nicht aufhören zu lächeln.

Aber es hielt nicht an. Das Frühstück war schnell genug verzehrt und es war Zeit für alle ins Berufsleben zurückzukehren. Der Abwasch war gemacht, Laura griff nach ihrem Mantel und ihrer Brieftasche, hielt inne um Harry in den Arm zu nehmen und Hermione aufmunternde Worte ins Ohr zu flüstern, bevor sie zur Arbeit ging. Justin war ungewöhnlich still, als er ihnen auf Wiedersehen sagte, und George disapparierte ohne ein Wort in seine Werkstatt. Zurück blieben lediglich eine Menge Spione im Foyer und ein unbehaglich aussehender Vizekanzler.

Harry war derjenige, der schließlich das Wort ergriff. „Gut. Wollt ihr Jungs, dass ich meine Handgelenke ausstrecke, damit ihr mir Handschellen anlegen könnt? Ihr könnt mir auch den Mund mit Klebeband zukleben, wenn ihr möchtet, ich habe mich heute Morgen rasiert."

Lupin lächelte. „Oh, das wird nicht nötig sein. Wir bringen dich nur zum Hauptquartier. Sie werden dir die Handschellen anlegen."

„Dann los jetzt. Ich bin fertig." Hermione nahm seine Hand, als sie zur Vordertür hinausgingen und hielt sie fest umschlossen, als sie aus dem Vorgarten apparierten. Sie fragte sich, welche Art des Willkommens sie beim I.D. erwarten würde, an einem Ort, von dem sie gedacht hatte, dass es ein zweites Zuhause für sie sein könnte.

Zwei Stunden später klopfte es an der Tür von Hermiones brandneuem Büro. Als sie sich dem Ende ihrer Trainingsperiode genähert hatte (sie würde ihre Abschlussprüfungen Mitte März haben, in weniger als sechs Wochen), hatte man ihr ein eigenes Büro gegeben, das sie in ihrem neuen Einsatzbereich bei Isobels Überwachung und Informationsgewinnungs-Abteilung behalten würde.

Nach dem Eintreffen im Hauptquartier wurde Harry von Argo weggeführt, die beim Sicherheits-Checkpoint auf sie gewartet hatte, glücklicherweise ohne stämmige Soldaten.

Ungeachtet ihrer Proteste war es Hermione nicht erlaubt gewesen, ihn zu begleiten. Mangels einer Möglichkeit irgendwohin zu gehen oder irgendetwas zu tun, hatte sie sich in ihr neues Büro zurückgezogen, wo sie fortwährend auf ihrem Sessel saß, die nackten Wände anstarrte und das Fehlen von Chaos bewunderte.

Bis jetzt. Und dann klopfte es. Die Tür öffnete sich und Napoleon kam herein, gefolgt von einem dunkelhäutigem Mann in Arztkleidung.

Hermione setzte sich auf, ihr Herz machte einen kleinen Sprung angesichts des neuen Besuchers. Sogar Napoleon, hetero wie eine Strähne in Prince Phillips Haaren, setzte bei seinem Anblick einen verklärten Gesichtsausdruck auf.

Es war der medizinische Chefoffizier des I.D.'s, Dr. Dr. Sukesh Subramaniam, der nach allgemeiner Ansicht schönste lebende Organismus auf diesem Planeten , vielleicht der ganzen Galaxie. Keine Frau, Mann, Kind, Hund oder empfindungsfähige magische Kreatur fühlte sich in seiner Gegenwart nicht wenigstens ein bisschen flatterig. Er war groß und stark mit der perfekten Masse von gemeißelten Muskeln, die er bei seinem täglichen Workout in der Sporthalle zur Schau stellte. Seine Haut war ein fehlerfreies zimtfarbenes Braun, seine Augen glichen Seen aus geschmolzener Schokolade. Hermione bemühte sich an ihm vorbeizublicken. Sie liebte ihren Harry von ganzem Herzen, aber dieser Mann hätte Mutter Teresa dazu gebracht, die Wahl ihres Lebenswegs neu zu überdenken. Sie hatte schöne Männer in ihrem Leben gesehen. Sorry war schön in der Art einer blonden Marmorstatue, Sirius hatte eine dunkle und wilde Anziehungskraft und selbstverständlich Harry mit seinem hochintelligenten, reifen Charme...aber Sukesh überstieg reine Schönheit und erreichte etwas, das anmutete wie eine Klasse von Übermensch oder das eine bestimmte Art von Engel zur Erde geschickt worden war, damit sich die Normalsterblichen unzulänglich fühlten.

Und jetzt lächelte er sie mit seinen perfekten weißen Zähnen an, was es nur noch schlimmer machte.

„Hallo Hermione," sagte er, mit einem indischen Akzent, der seine Worte zum klingen brachte, so dass sie sich wie Miniaturmusikstücke anhörten. „Wie wundervoll Harry wieder bei uns zu haben."

„Ja, das ist es," antwortete sie, und schüttelte Sukeshs Hand. „Setz dich." Er tat es, Napoleon blieb in der Nähe der Tür stehen. „Erzähl mir, was ihr gefunden habt."

Sukesh öffnete sein Notizbuch. „Harry scheint in keiner Weise verletzt worden zu sein. Er ist weder unterernährt noch dehydriert, sein Gewicht ist unverändert. Ich würde sagen, wo immer er auch gewesen ist, dass man gut auf ihn Acht gegeben hat."

„Könnte er sich in einer Art Starre befunden haben?"

„Nein. Seine Fingernägel sind gewachsen und wurden geschnitten. Seine Haut zeigt Anzeichen für nicht lange zurückliegende und regelmäßige Rasur. Seine innere Uhr ist synchron mit dem erwarteten Muster seit seiner letzten körperlichen Untersuchung und sein Haar ist ein Viertelzoll länger. Sein Körpersystem zeigt keins der charakteristischen Zeichen von vorübergehend eingestellter Aktivität, wie nach innen wirkende Verlangsamung oder neurale Trägheit. Er scheint in seinem gewöhnlichen exzellenten Gesundheitszustand zu sein."

Hermione schüttelte den Kopf. „Ich hatte halb gehofft, ihr hättet irgendetwas Ungewöhnliches gefunden, damit wir einen Hinweis hätten."

„Ich weiß, was du meinst. Aber im Augenblick glaube ich trotzdem, dass er irgendwo gefangen gehalten und bewacht wurde."

„Gibt es irgendwelche Hinweise darauf?"

„Er ist etwas blass. Das kann um diese Jahreszeit normal sein. Mit etwas mehr Zeit könnte ich sein Verdauungssystem untersuchen und herausfinden, welche Sorte von Essen er gegessen hat. Ich bin mir sicher, Direktor Pfaffenroth wird wollen, dass ich das tue."

Hermione seufzte. „Lasst uns hoffen, die magische Untersuchung wird sich als ein wenig hilfreicher herausstellen. Danke Sukesh."

Hermione stand in einem kleinen Beobachtungszimmer und sah in den Untersuchungsraum, in dem Harry gerade eine ganze Reihe von magischen Tests durchlief. Napoleon, wie er es schon den ganzen Tag getan hatte, stand beschützend hinter ihr in der Ecke und überwachte den Vorgang.

Sie lehnte gegen der Scheibe, die Anspannung erschöpfte sie unerwartet, und beobachtete Harry, wie er auf einem Stuhl saß und mit seinem Zauberstab eine Reihe komplizierter Zauber ausführte, die eine große Genauigkeit erforderten. Durch das einseitige Fenster konnte er sie nicht sehen, aber er wusste wahrscheinlich die ganze Zeit über, dass sie dort war.

Lupin betrat den Beobachtungsraum durch eine schmale Tür. „Wie sieht es aus?" fragte Hermione.

„So weit ist er völlig normal."

„Habt ihr schon versucht, den Gedächtniszauber zu brechen?"

„Nein, noch nicht. Wir wollen sicher gehen, dass er fit ist, sozusagen, bevor wir einige der stärkeren Umkehrzauber ausprobieren. Wir werden ihn bald in den Isolationsraum bringen. Das wird einige Stunden dauern. Warum gehst du nicht und isst etwas? Du musst Hunger haben."

„Nein, nicht wirklich. Danke, Remus. Halt mich auf dem Laufenden."

Er klopfte ihr auf die Schulter und verließ den Raum. Hermione blieb, bis Harry weggeführt wurde, wahrscheinlich in den magiesicheren Isolationsraum, den Remus erwähnt hatte.

Sie rieb sich mit einer Hand über die Augen und wandte sich zum Gehen, aber als ihr Blick auf Napoleon fiel, hielt sie inne.

Er sah sie mit einem seltsamen Ausdruck an; es war fast, als könne sie direkt durch das Blau seiner Augen bis in sein Herz sehen. Bei diesem Anblick sank sie zusammen. Wenn sie sich jemals gefragt hatte, ob er Gefühle für sie hatte, begriff sie jetzt, dass sie sich das nicht länger fragen musste. Es war deutlich in seinem Gesicht geschrieben.

Er zwinkerte, bemerkte, dass sie ihn in einem unkontrollierten Moment erwischt hatte und sah zur Seite. Er räusperte sich und richtete sich auf, er sah überall hin, außer auf sie. Sie beobachtete, wie er mit sich selbst focht, bis er sich wieder ihr zuwandte, jeden Widerstand aufgegeben und der Ausdruck auf seinem Gesicht voller Gefühl. „Ich kann es nicht ändern," sagte er leise.

„Es tut mir leid."

„Ich weiß. Du bist zu warmherzig, um irgendjemandem Leid zu wünschen, sogar mir."

„Besonders dir."

Er schnaubte, „Das meine ich nicht. Kannst du wirklich da stehen, mir in die Augen sehen und sagen, dass, wenn nicht er, ich es wäre?" Hermione sah weg. „Ich hatte nichts anderes erwartet."

„Napoleon, ich..."

„Nein. Tu das nicht. Es ist nicht deine Schuld. Du bist hier unschuldig. Es liegt nur an mir. Ich hatte das nie vor. Ich habe das nie gewollt. Ich werde nie..." Er hielt inne und blickte zur Seite, auf seiner Unterlippe kauend. „Ich bin dein Freund. Das ist alles, was ich je versuchen werde zu sein."

Sie schaffte ein schwaches Lächeln. „Ich sehe dich dann oben."

„Ich glaube... Ich werde für einige Zeit trainieren. Lass mich wissen, wenn du etwas brachst."

Hermione nickte und wand sich zum Gehen, dann hielt sie inne. Sie ging zurück an seine Seite und stellte sich auf die Zehen, um ihm auf die Wange zu küssen. Sie hörte ihn scharf einatmen und fühlte, wie er sich ihrer Berührung entzog. Sie trat zurück und wartete, aber er sagte nichts und hielt seinen Ausdruck verschlossen. Sie drehte sich um und verließ den Raum, sich wünschend, er wüsste, wie sehr es ihr Leid tat.

Hermione schritt im Ruheraum auf und ab, einem langen, sonnendurchfluteten Raum an einer Seite des Gebäudes, wohin die Agenten gingen, um sich zu entspannen oder für eine halbe Stunde zu lesen. Dort konnte man Getränke und Snacks bekommen, sich auf einen der großen gepolsterten Stühle setzen und wenigstens für kurze Zeit den hohen Druck seiner Arbeit vergessen.

Heute jedoch konnte sie keine Entspannung finden. Irgendwo in diesem Gebäude war Harry in einem isolierten Raum, wehrlos, sein Verstand von Hexereien blockiert und sein Gedächtnis von Zaubern angegriffen. Sie wusste, dass Lupin und Sukesh dafür sorgten, dass ihm nichts passierte, aber es war wahrscheinlich keine angenehme Erfahrung.

Die Sonne senkte sich über diesen endlosen Tag, einen Tag, der so angenehm begonnen hatte. Sie lächelte bei der Erinnerung, wie sie in der Nacht mit ihm zusammen gewesen war, und an diesem Morgen... wie vertraut seine Berührungen gewesen waren, und doch seltsam und aufregend. Sie hatten immer ein gesundes Liebesleben gehabt, unbeschwert und begeisternd, aber seine lange Abwesenheit hatte etwas in ihrer Beziehung verändert. Obwohl er sich nicht erinnern konnte, fort gewesen zu sein, ihre physische Verbindung war zuvor tiefer und bedeutender gewesen. Vielleicht war es nur ihre eigene Reaktion auf die lange Trennung, aber sie glaubte es nicht. Denn ihre Körper hatten in ihrer eigenen primitiven, natürlichen Sprache miteinander gesprochen.

Die Tür des Raums öffnete sich, ihre Gedanken unterbrechend, und Remus kam herein. „Wie geht es ihm?" fragte sie ohne Umschweife.

„Wir sind für heute mit den Tests fertig. Er ist erschöpft."

„Was habt ihr gefunden?"

„Unglücklicherweise nicht viel. Wir haben viele Umkehrzauber ausprobiert, aber seine Gedächtnisblockade ist ungebrochen. Davon abgesehen scheint es ihm gut zu gehen, körperlich als auch magisch."

Sie trat näher heran und warf ihm ihren besten einschüchternden Blick zu. „Hör zu, Remus, ich bin es leid und müde, in irgendeinem Raum auf irgendjemanden zu warten, der mir Neuigkeiten von ihm bringt. Ich will ihn sehen."

„Wie gesagt, wir sind für heute fertig. Du kannst jetzt zu ihm. Er ist in den vorübergehenden Quartieren."

Hermione eilte an ihm vorbei und rief nach ihrer Blase, die sie zu ihm führen sollte, und ließ Remus ohne eine Verabschiedung zurück.

Die Wachen ließen sie passieren, wie sie zweifelsohne angewiesen worden waren, und sie öffnete die Tür zu den Unterkünften. Die Räume wurden gewöhnlich für Gäste benutzt, die nicht in öffentlichen Zimmern übernachten wollten, oder für Agenten, die über Nacht arbeiteten und einige Stunden Schlaf brauchten. Sie waren gemütlich eingerichtet und voll besetzt. Harry war hier untergebracht worden, um die Tests der nächsten Tage zu erwarten.

Sie fand ihn am Küchentisch sitzend, ein unberührtes Glas Milch vor ihm, die Stirn in den Händen ruhend und die Ellbogen auf den Tisch gestützt. Sie konnte nur seinen Hinterkopf sehen, aber sie konnte an der Art, wie er die Schultern hängen ließ und seinen Kopf auf seinen Hände stütze, erkennen, dass er müde war.

Sie trat an ihn heran und ließ ihre Finger über seine Schultern gleiten, als sie sich neben ihn stellte. Er hob den Kopf, um sie anzusehen, und der Ausdruck darauf nahm ihr den Atem… verängstigt und verwirrt, ein Ausdruck, den er nur ihr erlauben würde zu sehen.

Sie schlang ihre Arme um seine Schultern, als er sich dankbar gegen sie lehnte, sein Gesicht gegen ihre Brust gedrückt, seine Arme um ihre Hüften gelegt. Sie hielt ihn fest, ihre Wange auf seinen Kopf gesenkt und langsam mit einer Hand sein Haar streichelnd. Sie konnte ihn zittern fühlen, wie ein verängstigtes Kind an sie geklammert.

„Sch," sagte sie, ihre Lippen bewegten sich gegen sein Haar. „Alles wird gut."

„Bitte verlass mich nicht," flüsterte er in ihre Bluse. Hermione runzelte die Stirn, sich fragend, wie er nur jemals auf die Idee kommen konnte, dass sie das tun würde. Nur Gott weiß, welche Zauber und Tests heute auf ihn gerichtet wurden, dachte sie. Ich würde auch völlig neben mir stehen.

„Oh, Liebling," sagte sie und hielt ihn noch fester. „Ich werde dich niemals verlassen."

„Es tut mir leid, wenn ich kindisch klinge, aber…"

„Aber was?" sagte sie, als er den Satz nicht beendete.

Er neigte seinen Kopf nach hinten, um nach oben in ihre Augen zu sehen. „Ich bin mir im Augenblick über nichts mehr sicher."

Sie küsste ihn auf die Stirn. „Sei dir über mich sicher. Ich liebe dich."

Er umarmte sie wieder. „Ich weiß."

„Komm her, du brauchst etwas schlaf." Sie trat zurück und nahm seine Hand. Er ließ sich von ihr ins Schlafzimmer führen und setzte sich auf das Bett. Sie beugte sich nach unten und zog ihm die Schuhe aus, hielt sich aber nicht mit dem Rest seiner Kleidung auf. Mit einem tiefen Seufzer der Erschöpfung streckte er sich auf der Seite aus. Hermione glitt neben ihm in das Bett und öffnete ihre Arme, um ihn nahe an sich zu ziehen. Sie konnte fühlen, wie die Anspannung seine Muskeln verließ, als er sich entspannte, sein Körper schmiegte sich an ihren und sein Kopf vergrub sich in der Mulde ihrer Schulter. Nach einigen Minuten schlief er fest.

Hermione lag noch einige Zeit wach, hielt ihn und lauschte seinem gleichmäßigen Atmen. Sie war erstaunt, wie leicht es ihr fiel, ihm Trost zu geben, obwohl sie selbst sich so angespannt fühlte. Sie nahm an, dies sei ein Zeichen für ihre gesunde Beziehung. Es gab ein Gleichgewicht in der Stärke, die sie in einander fanden, ein Geben und Nehmen von emotionaler Unterstützung. Heute Nacht war es an ihr zu geben. Früh genug würde sie es von ihm brauchen und er würde ebenso wenig zögern, wie sie es heute Abend getan hatte.

Sie glitt in einen leichten Schlaf, der relativ erholsam war, trotz der Unsicherheit, die sie wieder einmal umgab. Letztendlich waren sie in Sicherheit und umgeben von Freunden, das Bett war ziemlich bequem und sie lag dort mit den Mann, den sie liebte, der so kürzlich von seiner rätselhaften Abwesenheit zurückgekehrt war. Was war schon eine kleine Gedächtnislücke im Vergleich dazu?

Als Hermione aufwachte, berührte etwas ihr Gesicht. Sie brauchte einen Moment, um zu erkennen, dass es Harry war. Er küsste sie, seine Hände wanderten Besitz ergreifend über ihren Körper. „Guten Morgen," flüsterte sie und schlang ihre Arme um ihn. „Ist das die richtige Art, mit so etwas umzugehen?"

„Ich glaube, jede Art würde es tun," sagte er und lächelte gegen ihre Lippen.

„Harry, ich glaube nicht, dass ich wirklich in Stimmung kommen kann, wenn die Möglichkeit besteht, dass Argo und Isobel uns gerade beobachten."

Er zog sich zurück. „Ugh. Das ist ein Argument." Einen Moment der Stille, dann sagte er. „Oh, na ja, ich kann damit leben," und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf ihr Gesicht und ihren Hals.

Kichernd schob sie sich weg und stand auf, ihre Augen reibend. „Lass mich zufrieden, du überdrehter, kleiner Bastard."

„Ähem. Darf ich dich daran erinnern, dass meine Eltern verheiratet waren?" Er sah zu ihr auf, mit den Wimpern klimpernd, und legte sich in Position, während er sich in den zerwühlten Laken zurücklehnte. „Oh, komm schon. Wie kannst du einer so anziehenden Sorte von Männlichkeit vor dir widerstehen?"

Sie sah wild um sich. „Sukesh? Wo?"

Harry keuchte, sprang aus dem Bett, ergriff sie um die Hüfte und grinste über das ganze Gesicht. „Oh, ich werde wohl alle Gedanken an diesen scharfen Kerl aus deinem Kopf vertreiben müssen, oder bei dem Versuch sterben."

Sie küsste ihn fest. „Das muss ich ausnutzen." Sie sah ihn amüsiert an. „Du bist sichtlich energischer als gestern Nacht."

„Es ist erstaunlich, was eine Nacht in den Armen einer wunderschönen Frau an den eigenen Perspektiven ändern kann."

„Es tut mir Leid, das zu zerstören, aber dir steht heute noch mehr Spiel und Spaß bevor."

Harry seufzte. „Ich weiß. Ich bin ganz wild vor freudiger Erwartung."

„Wenn es uns hilf, herauszufinden…"

„Ja, ja. Das große Geheimnis meiner Existenz." Er wand sich um und ging in die Küche. „Ich könnte im Augenblick gut mit einem bisschen weniger Rätseln in meinem Leben auskommen."

„Du ebenso wie ich."

Er warf ihr einen Blick zu. „Du hattest schon mehr Ungewissheit in unserer Beziehung, als du gewollt hättest, oder?" Er schüttelte den Kopf und stellte ein benutztes Glas in die Spüle. „Verdammt, ich habe mir das nicht für dich gewünscht. Du solltest mit dem langweiligen, alten Rufus zusammen sein, oder Horace oder sogar Gerald, wenn es ihn gäbe."

Sie kam an seine Seite heran, die Stirn in Falten gelegt. „Harry, ich liebe sie nicht. Ich weiß, du willst mich beschützen, aber würdest du mich in einer lieblosen Beziehung sehen wollen?"

„Ich denke nicht. Es ist nur… Rufus würde nie für zwei Monate verschwinden oder dich mit seltsamen Kräften erschrecken oder davon gehen, um Verbrecher zu jagen, und dich vielleicht zur Witwe machen. Rufus hätte dich nie in einen Beruf gebracht, der dich vielleicht töten könnte." Er steigerte sich in eine beschützende Aufregung, die gelegentlich über ihn kam. „Hermione, du solltest einfach…"

„Einfach was? Dich einfach verlassen? Weglaufen?"

„Na ja, vielleicht wäre es auf Dauer besser für dich!"

„Oh, das meinst du nicht ernst, und das weißt du. Wir haben das schon hundert Mal besprochen. Was sollte ich denn tun? Sollte ich dich nicht lieben? Das ist deine eigene verdammte Schuld! Wir haben fünfzehn Jahre lang fast jeden wachen Augenblick unseres Lebens miteinander verbracht und Gott weiß, du hättest mich dazu bringen können, dich zu hassen, aber stattdessen sorgst du dafür, dass ich dich liebe."

Harry ließ sich in einen Stuhl sinken und starrte auf die Tischplatte. „Ist es das wert?"

„Was?" sagte sie verwirrt.

„Ist es all diese Unsicherheit wert? Ich könnte wieder verschwinden, das weißt du. Oder ich könnte von Allegra getötet werden. Oder ich könnte bei einem Auftrag sterben, oder bei tausend anderen Gelegenheiten."

„Das weiß ich alles."

„Ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass ich dir furchtbare Schmerzen zufüge. Das habe ich bereits getan. Warum nimmst du das in Kauf?"

Lächelnd setzte sie sich ihm gegenüber. Endlich eine Frage, die sie beantworten konnte. „Wegen dir, Harry. Sieh dich an. Diese Narbe auf deiner Stirn und die Linie, die du immer zwischen den Augenbrauen bekommst, wenn du dich aufregst, und die Art, wie deine Ohren hellrot werden, wenn du verlegen bist. Ich nehme das in Kauf, weil ein Tag mit dir mehr wert ist, als ein ganzes Leben mit jemand anderem. Verstehst du das? Die Gefahr ist mir egal. Ich weiß, dass sie da ist, ich habe es akzeptiert. Wenn ich mein Leben ohne dich leben müsste, nun… das wäre überhaupt kein Leben mehr. Zufrieden?"

Harry sah aus, als wäre er den Tränen nahe. „Ich weiß nicht, was ich getan habe, um dich zu verdienen."

Sie lächelte ihn an und ergriff seine Hand über den Tisch hinweg. „Es ist nichts, was du getan hast, Liebling. Du kannst nichts dafür, es ist einfach, was du bist. Aber weißt du, die Welt zu retten schadet wahrscheinlich nicht." Er lächelte zurück und alles war in Ordnung. Für diesen Augenblick.

Für Hermione war es ein weiterer Tag voll sinnlosen Herumlaufens und Aufregung, die vorzeitige Falten in ihre Stirn grub. Sie hatten ihn wieder in ihren erbarmungslosen Fängen. Oh ja, sie waren Freunde und Verbündete, aber sie kannte ihre Absichten.

Harrys Abwesenheit hatte Vermutungen im Ministerium geweckt und sie würden tun, was nötig war, um die Wahrheit herauszufinden. Die Erbarmungslosigkeit begründete sich in Unsicherheit und ihre ernsthafte Sorge um Harrys Wohlergehen ging Hand in Hand mit der Notwendigkeit, die magische Gemeinschaft vor der größer werdenden Zahl an Gefahren, denen sie sich gegenüber gestellt sah, zu schützen.

Sie strich sich mit den Händen über ihr Gesicht und seufzte. Ich muss etwas tun oder ich werde den Verstand verlieren.

„Hallo, Hermione," erklang eine vertraute Stimme. Sie wandte sich um und sah Nix Nickleby neben der Tür desRuheraums. Nix war bis zu Leftys Verletzung der stellvertretende Trainer gewesen. Er stand noch immer an zweiter Position, aber er hatte die körperliche Ausbildung der neuen Agenten vollständig übernommen. Er hatte Hermiones gesamten Zweikampfeinheiten abgehalten. Nix war ein hoch qualifizierter Kämpfer, aber das sah man ihm nicht an. Er war nur von durchschnittlicher Größe, hatte buschiges, sandblondes Haar und trug eine Brille.

Es gelang ihr, das Lächeln zu erwidern. „Hi, Nix."

„Wie geht es Harry?"

Sie schnaubte. „Oh, ich wäre die letzte Person, die das weiß." Er nickte verständnisvoll. Hermione beobachtete ihn, in ihr stieg ein Gedanke auf, der genau das zu sein schien, was sie gerade brauchte. Sie schritt auf ihn zu, ergriff seinen Arm und zog ihn aus dem Raum.

„Ehm… hast du etwas vor?"

„Komm schon," sagte sie. „Zeit für ein Training."

Sukesh legte die Instrumente zur Seite und gab Harry mit einen Wink zu verstehen, dass er sich aufsetzen könne. „Bin ich in Ordnung?" fragte Harry.

„So weit schon. Aber mir gefällt das nicht, Harry. Sie führen ihre Untersuchungen immer weiter und irgendwann wirst du dem nicht mehr standhalten können. Ich wäre nicht begeistert davon, dich ins Leben zurückholen zu müssen."

„Oh, du machst dir zu viele Sorgen," sagte Harry, aber er rieb sich die Schläfen, als würden sie ihn schmerzen. „Sie werden mir nichts tun."

„Das kannst du glauben, wenn du willst." Sukesh lehnte sich mit scharfen Augen näher zu ihm. „Aber sie werden dich verletzen, wenn sie es müssen, und das weißt du."

„Ich weiß deine Sorge zu schätzen, Sukesh, abersie können mir nichts anhaben." Er stand aus seiner sitzenden Haltung auf und sein Mund verzog sich zu einem kleinen Lächeln. „Sie können es nicht… und sie werden es nicht wagen."

Sukesh seufzte. „Harry, manchmal machst du mir Angst."

„Manchmal mache ich mir selber Angst." Er hob sein Hemd auf und knöpfte es zu. „Ich werde nach Hermione sehen, bevor die nächste Runde losgeht."

Er war schon fast aus dem Zimmer, als Sukesh wieder sprach. „Harry?" Er wandte sich um. Sukesh zögerte, als wäre er nicht sicher, ob es angemessen wäre, das Gedachte auszusprechen. „Ich weiß, das ist nicht üblich, aber … sei vorsichtig mit ihr, in Ordnung? Sie hat eine Menge durchgemacht."

„Das hatte ich vor." Harry ging mit schnellen Schritten davon.

Nach einem erfolglosen Ausflug zu ihrem Büro, ging Harry zur Sporthalle. Anstatt sie zu betreten, blieb er aber in der Beobachtungsgalerie, falls sie nicht gestört werden wollte.

Während er an der Scheibe stand und nach unten in die Halle sah, zog sich sein Herz in der Brust zusammen und sein Kiefer versteifte sich. Unter ihm kämpften Nix und Hermione. Er konnte nicht fassen, wie schnell sie sich bewegte, wie sicher sie sich ihrer Schritte war und wie schwer ihre Schläge auf ihrem Gegner landeten.

„Sie ist ziemlich gut, oder?" Er fuhr zusammen. Napoleon saß in der Ecke, bisher unbemerkt. Er sah aus, als hätte er selbst gerade trainiert, ein Handtuch hing um seinen Nacken. Er stand auf und stellte sich neben Harry.

„Was weißt du schon davon?" schnappte Harry und schaute wieder zurück zur Scheibe.

„Schlecht drauf, was? Was glaubst du, wer mit ihr gearbeitet hat, während du weg warst, um unsichtbarer Mann zu spielen? Sie und ich hatten jeden Tag eine Runde." Er trat nervös hin und her. „Ich meine… in der Halle… wir… ehm…"

„Oh, ich weiß, was du meinst," sagte Harry, der von der Gegenwart des Mannes irritiert war.

Napoloen drehte sich zu ihm um. „Boss… was ist los? Weinst du?"

„Nein!" stieß Harry hervor und wischte sich über die Augen. „Ich habe nur… ziemlich staubig hier…"

„Sicher. Staubig."

Harry sah auf seine Verlobte hinunter, die mit Nix kämpfte. Er konnte das Stöhnen und Atmen hören. „Was habe ich mit ihr gemacht?" flüsterte er.

„Was meinst du?"

„Sieh sie dir an!" schrie er fast. „Das ist die Frau, die keiner Mücke etwas antun konnte! Die ihre Antworten in der Bibliothek gefunden hat!"

„Das ist sie immer noch, glaub mir."

„Sie ist nicht der brutale Typ."

„Vielleicht nicht, aber hier geht es nicht um Gewalt. Hier geht es um Vertrauen, und die Möglichkeit, zu handeln und sich zu verteidigen. Ich weiß, was du denkst, Boss, denn ich hatte die gleichen Gedanken. Du hast sie nicht dazu gezwungen. Die Karten haben sie ausgewählt, erinnerst du dich? Und sie hätte nein sagen können.

Kann ich dir etwas sagen?"

„Werde ich in der Lage sein, dich davon abzuhalten?"

„Ich glaube, sie hat das vermisst. Sie hat immer an deiner Seite das Böse bekämpft, richtig? Als ihr noch Kinder ward? Und das alles war vorbei, als du hierher gekommen bist. Sie will auch gegen die Dunklen Kräfte kämpfen. Du bist nicht der einziger hier, der stark ist. Sie ist eine unglaublich starke Hexe. Sie ist Nix's beste Schülerin. Sie ist mit der gleichen Leidenschaft hier dabei, wie bei ihren Studien. Sieh sie dir da unten an. Nix ist kaum in der Lage sie zurückzuhalten. Sie mach mich regelmäßig fertig, das ist mal sicher."

Harry schüttelte den Kopf. Es war fast nicht zu begreifen. Es fiel ihm schwer, die Bilder des gelehrigen Bücherwurms Hermione mit der Frau vor ihm zu verbinden. „Das ist nur seltsam für mich."

„Du wirst dich daran gewöhnen. Sie ist noch die selbe Person. Sie mag diese Sachen nicht einmal besonders. Sie lernt es, weil sie es muss. Aber sie würde lieber in der Bibliothek recherchieren oder für Isobel Observationsberichte bearbeiten."

Harry lächelte. „Das ist beruhigend." Er räusperte sich. „Also, sie werden mich wohl in ein Paar Tagen wieder arbeiten lassen."

„Ohne Witz?"

„Mein voller Ernst. Also erwarte ich einen vollständigen Bericht, was während meiner Abwesenheit passiert ist."

„Alles klar, Boss." Er wandte sich zum Gehen.

„Warte einen Moment, Jones."

Napoleon drehte sich und wartete. „Jaah?"

Nenn mich nicht ‚Boss', in Ordnung? Mein Name ist Harry." Napoleon grinste, deutete einen kurzen Salut an und verließ die Galerie. Harry beobachtete, wie Hermione und Nix ihren Kampf zu beenden schienen, die Hände schüttelten und ihre Handtücher aufnahmen. Er schlüpfte aus der Galerie in die Halle, um hinter Hermione aufzutauchen, als sie sich zu Tür drehte.

„Harry. Ist alles in Ordnung mit dir?"

Er schenkte ihr ein schwaches Lächeln. „Das scheint für jeden die erste Frage zu sein, wenn er mich sieht."

„Kann ich bitte eine Antwort bekommen?"

„Es geht mir gut. Ich nehme eine kleine Pause von der Spanischen Inquisition." Er schritt nach vorne und umarmte sie, glücklich sie wieder in den Armen zu halten. Sie roch nach Shampoo und frischem Schweiß. „Du hast dich verbessert. Sehr verbessert."

„Nun, ich hatte eine Menge abzureagieren," sagte sie. „Ahnungslose Zweikampflehrer zusammen zu schlagen ist genau das richtige, um Spannung abzubauen."

„Ich verstehe. Nachdem Allegra uns betrogen hat, haben sich meine Zweikampffähigkeiten auch stark verbessert." Er legte seinen Arm um ihre Schultern und sie schlang ihren um seine Hüfte; gemeinsam gingen sie den Gang entlang.

„Es tut immer noch weh, oder?"

Er seufzte. „Nicht wie es vorher war. Zu wissen wie sie wirklich war, hilft mit dem Schmerz umzugehen."

„Ich glaube, sie hat dich geliebt."

„Du glaubst auch, Barry Manilow ist ein guter Sänger."

„Sei ernsthaft."

„Allegra hat mich nie geliebt. Sie hat mich benutzt, um ihre Ziele zu erreichen."

„Das steht außer Frage. Ich glaube, sie hat angefangen, dich zu benutzen und hat sich dabei in dich verliebt."

„Was bring dich dazu, das zu glauben?"

„Sie könnte dich nicht so sehr hassen, wie sie es tut, wenn sie dich nicht wenigstens ein bisschen lieben würde."

Er schien das zu akzeptieren. „Also, wenn das so funktioniert, dann hoffe ich nur, dass du nie anfängst, mich zu hassen."

„Dann hörst du besser auf, meine Eiscreme zu klauen."

Argo saß am Kopf des Konferenztisches und warf ihre Papiere in einer offensichtlich willkürlichen Reihenfolge durcheinander. Hermione beobachtete sie und ein Knoten aus Anspannung formte sich in ihrem Magen.

Es war nun drei Tage her, seit Harrys Wiederkehr, und er hatte diese gesamte Ewigkeit in dem Hauptgebäude damit verbracht, untersucht zu werden. Dieses Meeting war von der Leiterin angesetzt worden, um zu hören, was die Untersuchungen ergeben hatten, danach würde sie Harrys Schicksal entscheiden. Hermione konnte die Ironie dahinter kaum erklären, dass sie gerade ihre A.D. Kariere begonnen hatte und Harry seine vielleicht bald beenden würde.

Um den Tisch herum saßen Lupin, Sukesh, Sirius, zwei Direktoren von Sukesh, Isobel Hyde-White, Napoleon, Henry Ubigando und einige andere Zauberer, die bei der Durchführung der Tests geholfen hatten. Harry saß neben ihr und drückte ihre Hand unter dem Tisch.

„Können wir anfangen?" fragte Argo. „Lupin?"

Remus seufzte und schlug einen Ordner mit Pergamenten auf, die anderen Agenten taten es ihm gleich. „Du willst einen endgültigen Bericht, also gebe ich dir alles, was ich habe."

„Was da wäre?"

„Ich gebe dir zuerst die Berichte der körperlichen Tests, dann die der magischen. Sukesh?"

„Harry wurde nicht verletzt," sagte Sukesh. „Man hat sich gut um ihn gekümmert, allerdings nur das nötigste. Aufgrund seiner Hautfarbe, meiner Magenuntersuchung und anderer Dinge, die ich in meinem Bericht aufgeführt habe, glaube ich, dass er in einer Art von Einrichtung untergebracht war und genau beobachtet wurde. Ich habe ihn eingehend untersucht und konnte keine Hinweise über seinen Aufenthaltsort dieser Monate finden. Ich habe keine Anzeichen eines Schädeltraumas, Gehirnverletzungen oder neurologische Ungleichmäßigkeiten finden können. Ich schließe daraus, dass seine Amnesie magischen Ursprungs ist."

Argo nahm Sukeshs Analysen mit einem Nicken zur Kenntnis. „Und die magischen Tests?"

An dieser Stelle übernahm Henry den Bericht. „Alle von Harrys magischen Fähigkeiten scheinen unbeschädigt und unverändert. In Bezug auf seine Gedächtnisblockade haben wir alles versucht, was uns einfiel, und einiges, das wir uns im Verlauf einfallen ließen, und seine Amnesie ist unverändert. Wir konnten weder die Ursache noch eine Heilungsmöglichkeit feststellen."

Argo presste ihre Lippe aufeinander. „Könnten weitere Untersuchungen neue Erkenntnisse liefern?"

„Nein."

„Hat sich ergeben, ob Major Potter eine Gefahr für uns darstellt?"

„Nicht soweit wir wissen. Wir haben verschiedene Diagnosezauber, Talismane und Tränke benutzt und konnten keine Anzeichen für Gefahr um ihn herum feststellen."

Argo seufzte. „Agenten, das ist alles höchst unbefriedigend. Ich habe nach Antworten verlangt und Sie kommen damit."

„Meiner Ansicht nach werden wir ohne Harrys Erinnerung keine weiteren Antworten erhalten."

Argo richtete ihren Blick auf den Gegenstand ihrer Diskussion. „Harry. Ich weiß, dass du eine Menge durchgemacht hast. Bitte sag mir, du hast dieser enormen Menge an Informationsmangel etwas hinzuzufügen?"

„Ich bin aus der Allee verschwunden. Und zwei Monate später im Garten wieder aufgetaucht, und das, Argo, ist alles, was ich dir sagen kann."

Sie sah die Agenten um den Tisch herum an. „Seid ihr sicher, dass ihr alles versucht habt?"

„Frag die Bibliothekarin, wie viele zweifelhafte Bücher wir durchsucht haben, Argo. Sieh dir unsere Notizen an. Am Ende haben wir sogar dumme Muggelexperimente versucht, wie Ouija Tafeln und automatisches Schreiben. Das einzige, was wir noch nicht versucht haben, ist eine magische Spielzeugkugel, die nur sagen wird ‚Antwort unklar, frag' später noch mal.'"

Ein langer Moment des Schweigens folgte. Argo starrte auf die Berichte vor sich. Endlich wandte sie sich zu Harry um. „Wie fühlst du dich?"

Er zögerte einen Moment, weil die Frage ihn unvorbereitet getroffen hatte. „Es geht mir gut."

Argo stand auf. „Dann geh zurück an die Arbeit. Du hattest genug Urlaub." Sie stürmte aus dem Raum und ließ die Agenten zurück, die sich gegenseitig anstarrten.

Hermione wandte sich Harry zu. Ein scheues Lächeln breitete sich über sein Gesicht aus und er bemerkte, dass ihm erlaubt worden war, sein Leben weiterzuführen. Hermione grinste zurück und umarmte ihn. „Willkommen zurück, Harry," sagte Lupin.

„Danke." Er wurde ernster. „Aber das löst noch nicht das Hauptproblem. Wir müssen immer noch herausfinden, wo ich gewesen bin."

„Ich werde einige Agenten beauftragen, an dem Fall zu bleiben," sagte Napoleon und machte sich einige Notizen.

„Oh, setz Forth Chism darauf an," sagte Lupin.

„Jep, der ist gut. Und diese Neue von SIR. Jane Nochwas."

„Das sieht dir gar nicht ähnlich, Jones," sagte Harry. „Du weißt doch sonst die Namen aller neuen Agenten, besonders die der Frauen."

Napoleon blinzelte ihn an. „Nein, das ist eigentlich wirklich ihr Name. Nochwas."

„Nach einem Augenblick Stille brach Harry in Gelächter aus. Jeder starrte ihn einfach nur an und betrachtete mit einem erleichterten Lächeln, wie er sich den Bauch hielt und all seine angestaute Anspannungen in lauten Lachsalven entließ.

Harry setzte sich an seinen Schreibtisch, froh, dass er nicht völlig unordentlich war. Napoleon setzte sich mit Notizen in der Hand ihm gegenüber. „Fertig?"

„Leg los."

Harry machte sich Notizen, während Napoleon ihn genau informierte, was in den vergangenen zwei Monaten passiert war. Dunkle Aufstände, Banden von Talismandieben, Doppelagenten. „Spartan McNally hat endlich die Übersetzung der Großen Maltesischen Texte abgeschlossen."

„Das wurde verdammt Zeit."

„Ja, ich habe das Archiv damit beauftragt. Wir sollten unser eigenes Exemplar haben."

„Gut."

„Die Carthage Gang ist nach St. Petersburg gegangen."

„Sie müssen Anteile in Reiseunternehmen haben. Das wievielte Mal ist das, das zehnte dieses Jahr?"

„Oh, und die Todesfee war hier. Sie sagte, sie hätte Urlaub und wolle vorbeischauen."

Harry grinste. „Oh, schade, dass ich sie verpasst habe."

„Es tat ihr leid zu hören, dass du verschwunden warst." Napoleon schüttelte den Kopf. „Was müssen wir tun, um eine Todesfee auf die östliche Erdhalbkugel zu bekommen? Bengalische Feuer und nächtliche Blutorgien in dunklen, abgeschiedenen Parks?"

„Was wollte sie?"

„Nur etwas sozialen Kontakt. Hat das hier gelassen." Er warf einen cremigen Umschlag auf Harrys Tisch.

„Ist es, was ich glaube, was es ist?"

„Jep. Sie heiraten endlich."

„Nun, schreib das ins Buch der Rekorde. Eine Todesfee heiratet einen Vampir."

„Einen reformierten Vampir."

„Jaah, was auch immer. Ich habe gelesen, dass Todesfeen eine Schwäche für Vampire haben, aber sie ist nicht mit einem ausgegangen, sondern mit zwei."

„Ich bin überrascht, dass sie so lange gewartet haben. Wie alt ist sie, achtundzwanzig? Ziemlich alt für eine Todesfee."

„Na ja, die Vampire da drüben werden etwas frech, wenn keine Todesfee in der Nähe ist. Vielleicht können wir sie überzeugen, ihre Flitterwochen in Stonehenge zu verbringen. Hast du ihn mal getroffen?"

„Nein. Aber Remus. In Südamerika, vor etwa zehn Jahren."

„Ohne Witz?"

„Damals, vor seiner Großen Reformation. Lupin sagte, er war sehr mächtig. Und sarkastisch."

„Ist er noch genauso blutig und nachtaktiv wie früher?"

„Lupin hat nicht viel über ihn gesagt, außer dass er im Dunklen gut zu erkennen war… dieser Typ hat platinblonde Haare. Nicht sehr unauffällig, wenn du mich fragst."

„Ein kleines Opfer an Unauffälligkeit für einen guten Stil."

„Das könnten wir in der Zusage anmerken. Also, weiter im Text."

„Richtig. Galino ist im Standort zwei zu seinem Undercovertraining. Zurück in drei Wochen."

„Hab' ich."

„Wir haben beschlossen, die auswärts gelegenen Trainingsanlagen nach Bath zu verlegen."

„Hab' ich."

„Haben Allegras Schutzhaus in Sheffield vor ein paar Wochen gestürmt. Ist runter gebrannt."

„Hab' ich."

„Ich habe mich in Hermione verliebt."

Harry hielt mitten im Schreiben inne und hob langsam die Augen zu Napoleon. Sein Stellvertreter sah unverhohlen zu ihm zurück, als wollte er ihn zu einer Bemerkung herausfordern. „Wirklich?"

„Ähm… jaah."

Harry nickte langsam, legte seine Feder zur Seite und stellte seine Finger unter dem Kinn auf. „Warum um alles in der Welt sagst du mir das?"

„Ich will dich nicht hintergehen."

Harrys Augenbrauen schossen nach oben. „Das wäre eine erfrischende Abwechselung."

Napoleon seufzte, legte seine Feder weg und lehnte sich nach vorne. „Hör zu, Harry. Ich weiß, ich hab dich in der Vergangenheit enttäuscht. Ich war jung und dumm und ich dachte, ich müsste der Welt etwas beweisen. Ich war ein verdammter Idiot und ich bin mir sicher, ich habe dein Leben zur Hölle gemacht. Ich kann das jetzt nicht mehr ändern. Aber als ich von dem Deck ausgewählt wurde, da wusste ich, dass ich eine zweite Chance hatte. Ich bin dir ein guter Stellvertreter gewesen und ich habe während deiner Abwesenheit einen guten Job gemacht. Ich weiß, du hasst mich, aber das stört mich nicht. Ich werde dich nicht verraten." Harry sagte nichts. Napoleon starrte ihn einen Moment lang an und lehnte sich dann in seinem Stuhl zurück, als ob diese Rede ihn erschöpft hätte. „Ich habe dir… von der anderen Sache… erzählt, weil ich dich nicht belügen will. Ich bin nicht dumm, alles klar? Ich weiß, dass sie nur dich liebt. Ich habe versucht, für sie da zu sein, und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht auf mehr gehofft habe, aber ich weiß, es ist unmöglich. Ich werde nicht auf sie zugehen, verstehst du? So, jetzt kannst du mir in den Hintern treten, ich verdiene es."

Harry sah ihn einfach nur ruhig an. „Ich werde dir nicht in den Hintern treten."

„Nein?"

„Nein. Du hast einen guten Job gemacht, während ich nicht da war. Und…" Er räusperte sich. „Ich weiß, du warst ein guter Freund für Hermione, als ich weg war, und dafür werde ich immer dankbar sein." Er lächelte. „Wenn du dich in sie verliebt hast, na ja… kann ich mich nicht über deinen Geschmack beschweren. Ich mache mir keine Sorgen. Ich vertraue dir nicht wirklich, aber ich vertraue ihr. Alles klar?" Napoleon nickte. „Aber wenn ich dich dabei erwische, dass du irgendetwas versuchst, werde ich dich fertig machen. Verstanden?"

„Verstanden," sagte Napoleon mit einem Grinsen. Er holte wieder seine Notizen hervor. Harry hob seine Feder auf und lachte in sich hinein. „Was ist so witzig?"

Harry sah ihn an. „Weißt du was, Napoleon? Ich hätte niemals gedacht, dass wir beide etwas gemeinsam haben könnten. Ich schätze, ich lag falsch."