4. Kapitel

Als sie im Hotel ankamen sahen sie, dass sich bereits eine Menge Leute versammelt hatten und langsam Platz nahmen.

Beide setzten sich nun hin und Claire las was auf dem Programm stand.

Sie freute sich, dass es genau um ihr Thema ging, Zucht und Ausbildung von Farmerpferden.

Der Redner war ein gewisser Peter Johnson von Australian Bloodlines, einer Bekannten Firma mit einen hervorragendem Ruf auf dem Gebiet.

Claire hörte ihm aufmerksam zu und machte sich einige Notizen.

Alex und sie flüsterten sich manchmal manche Fakten zu oder grinsten, wenn Peter etwas erzählte, was in der Realität nicht durchführbar wäre. Sie amüsierten sich und bemerkten nicht, dass sie die ganze Zeit von Robin beobachtet wurden.

Nachdem der Vortrag beendet wurde konnte man sich etwas mit den Teilnehmern unterhalten und das Gehörte diskutieren. Claire war völlig in ihrem Element und als Peter zu ihnen stieß wurde heftig debattiert. Claire war mit einigen seiner Ansichten nicht einverstanden und gab ihm ziemlich kontra, was die übrigen Teilnehmer wohlwollend zur Kenntnis nahmen.

Alex war stolz zu sehen wie sich Claire hielt und bewunderte ihr Engagement.

„Peter ich rate ihnen nicht mit Claire zu streiten, glauben sie mir, sie ziehen den Kürzeren. Wenn es um Pferde geht ist Claire ihnen haushoch überlegen. Keiner kann so gut mit den Tieren umgehen wie sie." warnte Alex Peter freundschaftlich.

„Das habe ich bemerkt, sie haben ein paar interessante Ansichten Claire. Vielleicht sollten sie bei uns einsteigen und für uns die Vertretung in Gungellan übernehmen!" bot ihr Peter an.

„Da kommen sie zu spät Peter, Alex und ich haben bereits unseren eigenen Horse Service gegründet. Wir sind zwar neu im Geschäft, aber ich bin zuversichtlich, dass wir uns durchsetzen werden." sagte Claire.

„Ah ich gratuliere, einen Grund mehr mit uns zusammen zuarbeiten. Wir könnten in der Hinsicht ihnen etwas unter die Arme greifen und ihnen wichtige Kontakte vermitteln. Was halten sie von der Idee?" fragte Peter.

Claire lachte „Oh das hab ich nicht allein zu entscheiden, ich bin ausschließlich fürs Training zuständig. Alex regelt den ganzen administrativen Kram, besprechen sie mit ihm die Details. Ich kann mir ja am Schluss ihr Konzept ansehen. Sie entschuldigen mich für einen Moment."

Claire zog Alex mit sich mit. „Was hältst du von der Idee? Er ist zwar ein typischer Schreibtischhengst aber seinen Vorschlag könnte interessant werden, oder?" fragte sie ihn aufgeregt.

Alex grinste „Ich wusste, dass es dir hier gefallen wird. Du hast Recht, Peters Angebot hört sich gut an, ich werde mich mit ihm etwas genauer über das Thema unterhalten."

„Gut, ich geh mal einen Moment raus, ich brauche dringend etwas frische Luft." sagte Claire und ging in die Lobby.

Robin folgte ihr unauffällig. „Claire sie können mir nichts vormachen, sie und Alex sind niemals ein Paar! Bei ihnen fehlt jeglicher Funke und ihr benehmt euch mehr wie Freunde und nicht wie Verliebte. Kommen sie, geben sie es einfach zu, dass ihr nur Theater spielt." giftetet Robin Claire an.

Claire sah sie kalt an „Nur weil Alex und ich nicht die ganze Zeit aneinander kleben heißt das nicht, dass wir nicht ein Paar sind, Robin!

Sie kleben ja auch nicht an ihrem Mann und überhaupt glaube ich kaum, dass sie das etwas angeht! Oder haben sie selber ein Interesse an Alex, das würde George sicher nicht passen!" zischte Claire zurück und ließ sie stehen.

Claire war ziemlich geladen als sie wieder in den Saal zurückkam. Alex hatte sie reinkommen sehen und sah, dass etwas vorgefallen war. Schnell ging er zu ihr rüber.

„Claire was ist?" fragte er besorgt.

Claire sah ihn an und aus den Augenwinkeln heraus bemerkte sie wie Robin sie wieder beobachtete.

Claire hob die Hand und legte sie auf Alex Wange. Erstaunt sah er sie an, fragend zog er die Augenbrauen zusammen.

Claire lächelte und fasste nun allen Mut zusammen den sie hatte und zog leicht an seiner Krawatte so dass er sich etwas zu ihr hinunter beugen musste.

Zärtlich strich sie ihm mit der Hand über die Wange und dann küsste sie ihn.

Eigentlich wollte Claire ihm nur einen Kuss auf die Lippen hauchen, doch als ihre die seinigen berührten setzte ihr Verstand einen Moment lang aus und sie küsste ihn richtig.

Alex war im ersten Moment geschockt doch automatisch erwiderte er ihren Kuss.

Er zog sie näher an sich ran und Claire schmiegte sich in seine Arme.

Claire beendete den Kuss und blinzelte unauffällig nach Robin. Diese stand wie versteinert an der Tür und beobachtete das Schauspiel, das sich soeben vor ihren Augen abgespielt hatte.

Claire grinste an Alexs Lippen „Sorry, aber das musste sein, deine Verehrerin hatte uns unser Theater nicht abgenommen, irgendwie musste ich sie ja vom Gegenteil überzeugen!" flüsterte sie dabei.

Alex sah sie an und hauchte ihr nun einen federleichten Kuss auf die Lippen.

„Danke, dass du so vollen Einsatz zeigst, um mir zu helfen!" grinste er dabei, dann ließ er Claire wieder los.

Irgendetwas in seinem Inneren rebellierte als er das tat, doch Alex schob es gleich zur Seite.

Claire erging es nicht anders, in Alex Armen hatte sie sich sicher und beschützt gefühlt und nachdem er sie losgelassen hatte fröstelte sie, obwohl es im Saal sehr warm war. Unmerklich schüttelte sie den Kopf um ihre Gefühle und Gedanken zu ordnen.

Unsicher standen sie sich nun gegenüber und waren dankbar, dass Peter diese ungewöhnliche Spannung unterbrach.

„Alex ich werde ihnen in den nächsten Tagen ein Dossier schicken wie ich mir unsere zukünftige Zusammenarbeit vorstelle, seht es euch in Ruhe an und gebt mir bescheid, was ihr davon haltet. Ich werde morgen nicht mehr hier sein, ich muss zurück nach Sydney. Claire es war mir eine große Freude sie kennen zu lernen." sagte Peter und verabschiedete sich gleich.

„Und was steht nun auf dem Plan?" fragte Claire und sah Alex erwartungsvoll an.

In seinen Gedanken äußerte sich ein ganz spezieller Wunsch den Alex aber gleich zur Seite schob.

„Wenn du willst können wir mit einigen der Teilnehmer hier im Hotel etwas Essen gehen.

Morgen haben wir ja noch zwei weiter Termine und die werden bestimmt auch so anstrengend wie der heutige.

Am Abend findet ja dann der Empfang mit dem Minister statt, der bestimmt spät enden wird.

Ich denke wir nehmen es heute gemütlich und gehen früh schlafen."

Claire nickte zustimmend und sie gingen zu dem eigens gedachten Speisesaal der Teilnehmer der Konferenz.

Alex und Claire atmeten erleichtert auf, als sie keine Spur von Robin entdeckten, so konnten sie den Abend genießen ohne sich ständig umsehen zu müssen.

Gegen 22 Uhr verabschiedete sich Claire und ging in ihr Zimmer, Alex wollte noch etwas bleiben. Teils, weil er mit Roger, einem Farmer aus dem Osten ein Interessantes Gespräch führte, teils, weil er nicht wieder in so eine Situation geraten wollte, wie am frühen Nachmittag. Es hatte ihm für heute gereicht, Claire in Aktion zu erleben, zuerst die Übelkeit, das Dusch Malheur, die Schlafzimmer Diskussion und zuletzt der Kuss.

Der hatte Alex am meisten aufgewühlt, noch nie hatte ihn eine simpler Kuss so in seinen Bann gezogen. Je länger er darüber nachdachte um so unwirklicher wurde der Kuss, zum Schluss schob er seine verwirrten Gedankengänge der Müdigkeit zu.

Claire tigerte während dessen in ihrem Schlafzimmer umher. Sie war mal wieder wütend, stink sauer sogar! Irgendwo in ihrem Innersten hatte sie ja schon längst die Vermutung, dass ihre Schwester eine sadistische Ader hatte, aber nun hatte sie den Beweis. Claire war vorhin so verärgert gewesen, dass sie dem Abendkleid keine so große Beachtung geschenkt hatte.

Nachdem aber Alex dem Empfang erwähnt hatte, wollte Claire sich das Kleid nochmals ansehen, um zu sehen, ob sie es Morgen zu diesem Anlass anziehen könnte.

Doch als sie das Kleid auf einem Bügel hing, wurde ihr klar, dass sie niemals dieses Kleid anziehen würde!

Sie müsste morgen etwas tun, was sie überhaupt nicht mochte, Einkaufen!

Dabei könnte sie sich dann ja auch gleich einen neuen Schlafanzug kaufen, denn den ihr ihre liebste Schwester eingepackt hatte, verdiente den Namen Pyjama nicht. Das was sie nun dabei hatte war ein Hauch von Nichts, da sie aber nichts anders dabei hatte musste sie wohl oder übel in dieses seidene Nachthemd schlüpfen, das mehr enthüllte als verbarg.

Missmutig ging Claire nun schlafen und murmelte allerlei Beschimpfungen über Tess.

Alex kam etwa eine Stunde später in sein Zimmer und sah sich nun nachdenklich um.

In dem "Kinderbett" wolle er sicher nicht schlafen. Blieben also nur noch die zwei Sessel.

Dann ging er in sein eigentliches Zimmer zog seinen Pyjama an und nahm das Bettzeug mit.

Übelgelaunt versuchte er nun es sich einigermaßen bequem zu machen. Nach etlichen Versuchen fand er eine Position, von der er dachte, dass es so ginge und schlief übermüdet ein.

Mitten in der Nacht schreckte Claire hoch. Ein Poltern hatte sie geweckt, gleich darauf hörte sie Alex fluchen. Neugierig stand sie nun auf und zog sich den Bademandel den Hotels an.

Vorsichtig öffnete sie die Tür und spähte in den Salon. Was sie da sah ließ sie leise auflachen.

Alex saß zwischen den zwei Sesseln und lag am Boden, er hatte tatsächlich versucht auf diesen modisch desingten Dingern zu Schlafen.

Alex hörte ein leises Lachen und drehte sich um.

"Du hast gut lachen, du musst ja nicht auf diesem Folterdinger schlafen!" motze er sie beleidigt an.

Claire hörte auf zu lachen und gab sich einen Ruck.

„Das ist doch lächerlich, wir sind beide erwachsen und in meinem Bett ist Platz genug, steh auf und komm schlafen!" sagte Claire schmunzelt.

Alex sah sie belustigt an „Hey ist das eine Einladung, Claire?"

„Alex Ryan, verschon mich mit deiner schmutzigen Fantasien und lass das blöde Grinsen, sonst zieh ich mein Angebot zurück!" drohte Claire ihm.

„Hey Claire DARAN hab ich gar nicht gedacht, wer von uns beiden hat nun die schmutzige Fantasie?"

zog Alex sie auf.

Claire wurde rot und zischte „Ach mach was du willst, ich geh nun wieder schlafen." dann drehte sie sich um und ging zurück in ihr Zimmer.

Alex stand nun auf und folgte ihr grinsend.

Als er das Zimmer betrat erstarrter er und sah gebannt auf Claires Silhouette.

Im Schimmer des Nachttischlämpchens sah ihr Nachthemd beinahe durchsichtig aus. Er konnte sie Konturen ihres Körpers deutlich sehen, schnell drehte er sich um, so dass sie ihn nicht sehen konnte.

„Ich... muss... noch... ins Bad!" stotterte er und rannte beinahe ins Badezimmer.

Claire sah ihm erstaunt hinterher „Alex alles in Ordnung, hast du dich verletz? Du läufst so komisch!" doch sie bekam keine Antwort.

Mit hochrotem Gesicht saß Alex auf der WC –Schüssel und sah an sich herunter.

Claires Anblick hatte bei ihm einen speziellen Eindruck hinterlassen, der nicht so schnell wieder verschwinden würde. „Und sie fragt, warum ich so komisch laufe!" murmelte er verärgert vor sich hin

Ihm blieb nichts anders übrig als kalt zu duschen, denn die andere Alternative kam überhaupt nicht in Frage!

Claire hörte erstaunt wie das Wasser lief und machte sich sorgen. Doch bevor sie aufstehen konnte hörte sie, dass das Wasser wieder abgestellt wurde.

Verwundert sah sie nun zur Tür. Wenige Minuten später kam dann Alex ins Zimmer.

„Hast du geduscht?" fragte sie ihn erstaunt

„Ja.. ich muss mich vorhin beim runterfallen etwas Cola über das Bein geschüttet haben. Ich wollte nur die Reste abspülen." sagte er grimmig.

„Und dann ziehst du die eingesaute Hose wieder an!" meinte Claire nichts ahnend.

„Nun ich hab ja nur die eine dabei und ich wollte nicht, dass du was falsches denkst, wenn ich nur in meine Boxershorts hier auftauche." versuchte Alex die Situation zu retten.

„Gott Alex, manchmal benimmst du dich wie ein Baby. Zieh die Hose aus, lass nur deine Hände da wo ich sie sehen kann, nicht, dass du mir wirklich noch auf falsche Gedanken kommst!" meinet Claire leicht amüsiert.

Alex grinste verlegen aber zog die Hose nun gezwungenermaßen wieder raus.

Gott er würde so kein Auge zubekommen, das wusste er jetzt schon.

Claire drehte ihm den Rücken zu und schloss wieder die Augen, das leichte Kribbeln das nun ihren Körper erfasste ignorierte sie bewusst.

Alex dreht ihr nun seinen Rücken zu und starrte in die Dunkelheit, dabei hatte er wieder Claires Anblick vor Augen. Schnell dachte er an neutrale Dinge nicht das im das gleiche wie vorhin passierte, den diesmal würde sie es sicher bemerken und darauf hatte er nun wirklich keinen Bock!

Irgendwann fiel er in einen sehr unruhigen Schlaf.

TBC