Alle Charaktere -außer den von mir selbst erfundenen- gehören der bezaubernden J.K.Rowling! Ich habe nur zum Spaß geschrieben und verdiene kein Geld mit dieser Geschichte!


Kapitel 4 – Bonnie und Clyde

Er hielt sie fest in seinen Armen und sah ihr tief in die Augen. Sie konnte sich in diesen Tiefen verlieren und wollte nie wieder losgelassen werden. Nie hätte sie gedacht, dass es so schön sein könnte von ihm gehalten zu werden. Sie konnte den seidigen Stoff seiner Quidditchuniform an ihren Beinen spüren. Er sah so verdammt gut aus. Langsam, ganz langsam neigte er den Kopf zu ihrem hinab. Und dann endlich berührten seine Lippen die ihren und sie versanken in einem leidenschaftlichen Kuss

„AUFWACHEN Alice!" Summer schüttelte ihre Freundin. „Du kommst zu spät zum Unterricht!"

Kopfschüttelnd wandte sie sich an die Anderen.

„Sie verpasst noch das ganze Frühstück!"

Alice grummelte. Verdammt, war das ein schöner Traum!

„Summer du bist ein Miststück", murmelte sie kaum verständlich und richtete sich verschlafen auf. Sie rieb sich die Augen und sah von Jojo zu Em und schließlich zu Summer und Lily, die mit ihren Taschen bereits an der Tür standen.

„Er hat mich endlich geküsst", seufzte sie.

„Wer hat dich geküsst?" fragte Summer.

„Na Frank."

„Frank? Wann?" Das war Lily.

„Eben gerade, im Traum. Und Summer hat mich geweckt. Die Welt ist so ungerecht!" Alice wühlte sich aus ihrer Decke und setzte die Füße auf den Boden.

„Sorry, aber wir haben gleich Zaubertränke und du solltest dir nicht schon wieder Ärger mit Professor Slughorn einhandeln. Er war gar nicht begeistert von deiner Brühe neulich. Du musst dich einfach besser konzentrieren."

„Wenn er dich rauswirft kommst du einfach zu uns zu Wahrsagen", meinte Jojo gelassen. Alice verdrehte die Augen.

„Bloß nicht, ich versteh eh nicht, wie ihr diesen Schwachsinn immer noch machen könnt. Ein UTZ in Wahrsagen, was soll man denn damit anfangen?" Nun war sie endgültig wach und stand auf, um unter die Dusche zu gehen. „Ich beeil mich, geht ihr schon vor frühstücken und bringt mir ein Brötchen mit. Ich komm direkt in die Kerker."

Die vier Mädels machten sich auf, die Treppe hinunter. Im Gemeinschaftsraum stießen sie auf die Rumtreiber. Remus wirkte müde und krank, Sirius und James hatten die Köpfe zusammengesteckt und wirkten unternehmungsfröhlich wie immer.

„Ah, bonjour les filles", sagte Sirius als er den Kopf hob und sie die Treppe herunter kommen sah. Er zwinkerte ihnen zu und drehte sich zu James zurück.

„Es ist so sexy, wenn er französisch spricht", flüsterte Summer Lily ins Ohr, als sie sich auf den Weg in die Große Halle machten. „Was für eine Verschwendung, dass er immer noch mit dieser Helen aus Ravenclaw zusammen ist."

„Was ist mit Helen?" Sirius war hinter sie getreten und zwängte sich in ihre Mitte. Beiden Mädchen legte er einen Arm über die Schulter und grinste sie spitzbübisch an.

„Vergiss es", sagte Summer rasch, doch Lily grinste diabolisch.

„Summer steht drauf, wenn du französisch redest Siri-Cheri." Sie lachte.

„Ah oui? Je vais parler seulement en francais avec elle, alors" raunte er und zuckte dabei mit beiden Augenbrauen. Lily lachte noch mehr. Sie boxte ihm mit den Ellenbogen in die Rippen und rollte mit den Augen. Summer sah sie beleidigt an.

„Hey, wo habt ihr denn Alice gelassen?" fragte Frank, der hinter ihnen neben James, Remus und Peter aufgetaucht war. „Sie sollte nicht zu spät zu Slughorn kommen."

„Wissen wir, sie hat verschlafen und ist jetzt erst unter der Dusche."

„Ja, sie lässt das Frühstück ausfallen und kommt direkt zu Zaubertränke." sagte Emmely.

Sie hatten die Große Halle erreicht.

„Ich habe einen Bärenhunger!" rief Sirius gut gelaunt.

„Na so eine Überraschung, das ist ja mal was ganz neues", kam es belustigt von James hinter ihnen.

Sirius zwickte Lily und Summer in die Seite so das diese aufquietschten und drängelte sich dann verschmitzt lächelnd an ihnen vorbei um als erster am Tisch zu sitzen. James warf seinem besten Freund einen bösen Blick hinterher.

„Kommst du mit zum See runter Summer? Ich wollte ne Runde spazieren gehen." Lily stand in der Tür zum Mädchenschlafsaal, wo Summer es sich auf ihrem Bett bequem gemacht hatte und einen Brief ihrer Eltern las. Sie drehte sich um und nickte.

„Klar, warum nicht." Und so gingen die beiden Mädchen hinaus auf das Hogwartsgelände. Sie schlenderten am Ufer entlang und unterhielten sich über die bevorstehenden Ereignisse.

„Nächstes Wochenende ist das erste Hogsmeadewochenende dieses Jahr oder?" fragte Summer. Lily nickte.

„Was wollen wir machen? In die Drei Besen wie immer?"

„Ich weiß noch nicht Sum, ich müsste mal endlich mit der Organisation für Halloween anfangen. Es ist schon eine ganze Woche her, das McGonagall uns bescheid gegeben hat und wir haben nur noch fünf Wochen bis Halloween."

„Hast du schon Ideen?"

„Ja, einige, aber ich muss sie erst mit Potter besprechen, bevor ich McGonagall bescheid geben kann. Immerhin hat er ebenso die Verantwortung wie ich. Und ich seh nicht ein alles alleine zu machen."

„Vielleicht solltest du ihn einfach fragen, wann ihr euch mal zusammen setzen könnt deswegen."

„Na toll, nachdem er mich jahrelang angebaggert hat, bin ich auch noch gezwungen ihn anzusprechen, wegen einer Verabredung!"

„Ach Quatsch, das ist doch keine richtige Verabredung! Er weiß doch, dass ihr das zusammen machen sollt. Und außerdem hat er sich doch wirklich zusammengerissen in letzter Zeit."

„Was die Anmache angeht vielleicht, aber er stolziert noch immer durch das Schloss als wäre er sein König. Und er verhext auch noch immer andere Schüler, nur weil er es eben kann."

„Du bist jetzt so dicke mit Sirius befreundet, vielleicht hast du dich ja auch in James geirrt? Er kann ein ganz schöner Angeber sein, zugegeben, aber irgendwie hat er teilweise ja auch Grund dazu, meinst du nicht?"

Lily warf ihr einen vorwurfsvollen Blick zu und schwieg. Sie hatte irgendwie keine Lust darüber zu reden. Und wenn sie ehrlich zugab, traute sie sich wirklich nicht ihn zu fragen, wann sie sich denn nun endlich zusammensetzen würden. Andererseits war sie sich dessen bewusst, dass, je länger sie wartete desto mehr Arbeit wahrscheinlich an ihr allein hängen bleiben würde. Bestimmt hatte er noch keinen einzigen Gedanken an Halloween verschwendet und sie würde die einzige sein, die Ideen mit einbrachte.

„Weißt du was?" fragte Summer und brach das Schweigen. „Wir sollten gleich rüber gehen zum Quidditchfeld und ihm einfach einen Termin vorschlagen. Was hältst du davon?"

„Muss das sein?" Lily verzog das Gesicht. Doch als sie Summers Blick sah hob sie resigniert die Schultern.

„Na vielleicht hast du Recht."

Die zwei Freundinnen änderten die Richtung und schlugen weg zum Stadion ein. Sie konnten gerade noch sehen, wie die Spieler ihres Teams zur Landung ansetzten. Das erste Training schien gerade zu Ende zu gehen.

Als sie am Quidditchfeld eintrafen, kamen James und Frank bereits aus der Umkleidekabine. James' Haare waren noch nass vom Duschen.

Er sieht gut aus schoss es Lily durch den Kopf. Wütend auf sich selbst über solche Gedanken schüttelte sie den Kopf und blieb mit Summer am Eingang des Stadions stehen. James und Frank sahen auf und erblickten die Mädchen. Während James auf die beiden zuging verabschiedete sich Frank mit einem Klopfen auf James' Schulter und verschwand in Richtung einer der Tribünen, auf der Lily Alice entdeckte.

„Gut das ich dich treffe Evans. Hi Summer!" nickte James in deren Richtung. Er blieb vor Lily stehen und kam gleich zur Sache:

„Wir sollten uns wirklich endlich mal treffen, wegen dieser Halloweengeschichte. Wir haben schon eine ganze Woche verloren, aber ich hab es echt nicht vorher geschafft. Zaubertränke macht mir ziemliche Probleme im Moment. Na egal, jedenfalls dachte ich wir könnten uns Sonntagnachmittag treffen und ein paar Ideen sammeln. Was meinst du?"

„Ähm, ja klar, warum nicht?" stotterte Lily perplex. Dann wurde sie sauer. Wieso musste er sie so überfahren? Grmpf!

„Okay, am Sonntag. Aber nicht in Hogsmeade, da bin ich schon verabredet", antwortete sie hochnäsig. „Gegen fünf im Gemeinschaftsraum."

„Fünf ist okay, aber nicht der Gemeinschaftsraum. Der ist zu laut. Ich warte im Schulsprecherzimmer." Damit drehte er sich um und ging davon. „Bis dann Evans!" rief er über die Schulter zurück und winkte lässig mit seinem Besen.

Uh, das wäre geschafft! James' Herz raste wie verrückt. Aber er hatte sich durchgesetzt. Und er würde am Sonntag mit Lily im Schulsprecherzimmer sitzen und die erste Kostümparty seines Lebens organisieren. Er konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, als er an Lilys geschockten Gesichtsausdruck dachte.

Okay James, jetzt bist du am Zug. Versau es dir nicht schon wieder. Diesmal musst du sie einfach beeindrucken.

Lily starrte James hinterher. Ihre Augen funkelten und sie kochte vor Wut, als sie plötzlich ein unterdrücktes Kichern wahrnahm. Sie drehte sich zu Summer um.

„Woah, wenn Blicke töten könnten Lils… Du solltest dich sehen."

„Ich weiß überhaupt nicht was daran so komisch ist", zischte Lily. „Dieser arrogante Mistkerl."

„Kannst du mir mal sagen, warum du eigentlich so wütend bist? Ich dachte du wolltest eh, dass er fragt und mit wem bitte bist du am Sonntag in Hogsmeade verabredet?"

„Na mit dir und mit Em und Jojo und Alice! Außerdem war das doch keine Art zu fragen! Er hat ja gar nicht gefragt, er hat befohlen! Und in was für einem Ton! So eine Frechheit! Im Schulsprecherzimmer! Das kann ja wohl nicht wahr sein!"

Lily war auf 180. Summer hakte sich immer noch kichernd bei ihrer Freundin unter und führte sie zurück Richtung Schloss.

„Ach Lily, du reagierst einfach zu empfindlich auf James. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken du stehst auf ihn, so wie du immer protestierst." Lachend zog sie Lily zum Gryffindorturm hoch ohne zu bemerken, wie ruhig diese geworden war.

Am Abend lag Lily im Bett und konnte wieder nicht einschlafen. Sie drehte sich zur Seite und schaute durch einen kleinen Spalt ihrer Bettvorhänge zum Fenster.

Ob James schon schläft? James! Ich meine natürlich Potter! Und was interessiert es mich überhaupt, ob er schläft oder nicht? Lily drehte sich wieder zur anderen Seite. Diese Zwiegespräche mit sich selbst zu führen wurde zu einer schlechten Angewohnheit. Was ist nur mit mir los? Hat Summer vielleicht doch Recht? Reagiere ich zu empfindlich auf Potter? Aber warum? Er ist doch wirklich eine Nervensäge. Sehen die anderen das nicht? Womit hat er denn verdient Schulsprecher zu werden? Bricht er nicht an die hundert Schulregeln jeden zweiten Tag? Und hetzt er nicht jedem x-beliebeigen einen Fluch auf den Hals nur weil ihm langweilig ist. Ich und auf Potter stehen! Das ist echt das letzte! Nur weil er eine gute Figur und einen knackigen Hintern hat, muss er auch nicht glauben, er würde bei jeder landen! Knackiger Hintern! Lily drehte sich wieder auf den Rücken. Was ist nur mit mir los? Seit wann hat denn Potter einen knackigen Hintern? So ein Schwachsinn!

Damit drehte sie sich erneut auf die Seite und versuchte es mit der altbewährten Methode des Schäfchenzählens. Nur das dieses Mal hinter ihren geschlossenen Augen keine Schäfchen erscheinen wollten. Das letzte was sie sah, bevor sie einschlief war ein ganz gewisser Hintern, der immer wieder über einen Weidenzaun hüpfte…

Im nu war es Sonntag und Lily machte sich mit den Mädchen auf nach Hogsmeade in die Drei Besen. Jojo hatte laut protestiert, da sie immer noch einen Berg an Hausaufgaben für Verwandlung hatte. Doch nachdem Lily versprochen hatte ihr ausnahmsweise dabei zu helfen, hatte sie eingewilligt die anderen zu begleiten. Alice sah sich den ganzen Tag nach Frank um und hoffte, ihn in den Drei Besen zu treffen. Sie machte vor ihren Freundinnen keinen Hehl mehr daraus, das sie bis über beide Ohren in den Quidditchkapitän verliebt war, doch Frank schien davon nichts mitzubekommen.

Lily war in Gedanken bereits bei ihrem späteren Treffen. Sie war gespannt, was James sich für die Feier überlegt hatte, falls er sich überhaupt was überlegt hatte.

Sie saßen jeder vor einer Flasche Butterbier, als die Tür zu den Drei Besen sich öffnete und die fünf Jungs im Türrahmen erschienen. Sie lachten alle und alberten herum.

„Madame Rosmerta! Seien Sie doch bitte so lieb und bringen uns eine Runde Butterbier!" rief Sirius gut gelaunt der Besitzerin des kleinen Pubs zu während Remus bereits die Mädels entdeckt hatte und zu ihnen hinüber deutete. Sirius strahlte und steuerte auf ihren Tisch zu.

Er zog sich einen Stuhl heran und setzte sich zwischen Lily und Summer.

„Na ihr hübschen. Bonjour Summer!" sagte er und blickte sie an.

„Bonjour", kicherte Summer zurück. Lily verdrehte die Augen.

„Hi Sirius", sagte sie süßlich, "wo steckt denn Helen?" Das war nicht die feine englische Art Lily, auch wenn du im Recht bist. Sie biß sich auf die Lippe.

Sirius Lächeln verschwand und er drehte sich zu den Anderen zurück.

„Sie ist im Schloss geblieben. Hausaufgaben."

In der Zwischenzeit hatten die Jungs sich ebenfalls einen Stuhl geschnappt und dazu gesetzt.

Madame Rosmerta kam mit fünf neuen Butterbieren an den Tisch und verschwand wieder.

Alice hatte Frank in ein Gespräch über das kommende Quidditchspiel gegen Ravenclaw verwickelt und Jojo und Emmely unterhielten sich mit Remus.

Nach einer Weile löste sich das Grüppchen auf, da Jojo der Meinung war, sie müsse wirklich noch was für Verwandlung machen und James noch mal unbedingt zu Zonkos wollte.

Remus schloss sich Jojo an um ihr zu helfen und Emmely, Peter, Alice und Frank machten sich auf um ein paar Kleinigkeiten im Honigtopf zu kaufen.

„Kommst du nicht mit zu Zonkos?" fragte James als er aufstand um zu gehen. Doch Sirius schüttelte den Kopf.

„Keine Lust auf das Gedränge da heute James. Ich bleib lieber hier und trink noch'n Butterbier."

„Ich komm mit", warf Summer ein, da sie ihrem kleinen Bruder versprochen hatte ihm etwas für Halloween nach Hause zu schicken. So blieben nur Lily und Sirius am Tisch sitzen. James warf ihnen einen skeptischen Blick zu, drehte sich dann aber um und verließ mit Summer im Schlepptau den Pub.

„Ist alles okay mit dir Sirius?" fragte Lily vorsichtig, als dieser einfach nur da saß und auf die Flasche in seiner Hand starrte. Er hob den Blick und sah plötzlich unendlich traurig aus.

„Komm, lass uns ne Runde spazieren gehen", sagte Lily, warf ein paar Sickel auf den Tisch und zog ihn von seinem Stuhl hoch. Sie schob ihn aus dem Lokal und hakte sich bei ihm unter. Dann gingen sie Richtung Ortsausgang und schlenderten zum See.

„Also, was ist los?"

„Nichts, was soll schon los sein?"

„Du kannst mir nichts vormachen, vorhin warst du noch so gut gelaunt und jetzt siehst du aus wie 7 Tage Regenwetter. Ist es weil ich nach Helen gefragt hab? Ist irgendwas mit ihr?" Bingo, da hab ich wohl den Nagel auf den Kopf getroffen dachte Lily sich, als Sirius sie entsetzt ansah. Er seufzte.

„Es läuft einfach überhaupt nicht mehr. Sie ist ständig eifersüchtig in letzter Zeit und wir haben jedes Mal Streit, wenn wir uns sehen. Ich weiß echt nicht mehr was ich machen soll um ihr zu zeigen, dass ich treu bin."

„Wieso ist sie denn eifersüchtig? Hat sie Grund dazu?"

„Nein, natürlich nicht! Sie weiß, dass ich gerne flirte. Das wusste sie von Anfang an und bis jetzt hat es sie nie gestört. Auch nicht, das wir nicht jede freie Minute miteinander verbringen. Und plötzlich…"

„Aber hat sich denn irgendwas verändert in letzter Zeit?" fragte Lily. Sirius tat ihr wirklich leid.

„Naja, sie ist vor allem auf dich eifersüchtig."

„Auf mich!" Lily war erschrocken. „Aber warum denn das?"

„Es passt ihr nicht so recht, dass wir jetzt befreundet sind. Sie sieht Gespenster."

„Aber sie sollte doch wissen…"

„Was?"

„Naja, dass…", Lily schwieg. Es war ihr irgendwie peinlich, es auszusprechen. Sirius grinste sie frech an. Er war gespannt, wie sie sich da jetzt rausredete.

„Ach verdammt, sie müsste doch wissen, dass ich nichts von dir will", rutschte es ihr heraus.

Sirius lachte. Er legte ihr von der Seite einen Arm um die Schulter und drückte sie leicht.
„Ich bin richtig froh, dass wir uns in Frankreich getroffen haben Lils."

„Sirius, du solltest versuchen ihr klar zu machen, was du fühlst und ihr sagen, dass es dir wichtig ist deine Freiheiten zu behalten. Sie sollte das akzeptieren wenn sie dich liebt, denn das bist eben du. Wenn sie damit nicht klarkommt…"

„Ja, wenn sie damit nicht klarkommt…"

Schweigend gingen sie einer Weile weiter, bis:

„Ach du scheiße, wie spät ist es Sirius?" Lily schreckte auf. Sie hatte ganz vergessen, dass sie sich mit James im Schulsprecherraum treffen sollte.

„Es ist zehn nach fünf, wieso?" Sirius hatte auf die Uhr geschaut und sah Lily fragend an.

„James, verdammt verdammt verdammt! So ein verfluchter Mist, ich komm zu spät! Sorry Sirius ich muss los!" rief sie über die Schulter zurück und rannte bereits davon. Sirius schaute ihr nach und auf seinem Gesicht breitete sich ein wissendes Grinsen aus.

James ging im Schulsprecherraum auf und ab. Jetzt war es schon zwanzig nach fünf. Ob das so eine Art Rache ist? Hab ich am Stadion irgendwas Falsches gesagt? Er schüttelte den Kopf. Nicht das ich wüsste. Zehn Minuten warte ich noch, dann soll sie beleiben wo der Pfeffer wächst! James war sauer. Er hatte sich solche Mühe gegeben, möglichst viele kreative Vorschläge zu sammeln, damit sie ihm nichts vorhalten konnte und nun war seine Laune fast gänzlich verflogen.

Die Tür schlug auf und eine keuchende Lily stand im Eingang.

„Sorry..hab…total..die Zeit…vergessen!" Völlig außer Atem ließ sie sich auf einen Stuhl fallen, während ihr die Tasche von der Schulter rutschte. James ging langsam auf die Tür zu und schloss sie. Dann drehte er sich um und sah Lily an. Langsam beruhigte sich ihr Atem und sie sah zu ihm auf. James zog seinen Zauberstab hervor und zauberte mit einer kleinen lässigen Bewegung ein Glas mit Wasser für sie herbei. Lily sah ihn verwundert an.

„Danke" sagte sie, nahm das Glas und leerte es in einem Zug.

„Können wir dann anfangen?" fragte James und zog seine Notizen aus der Tasche, die über einem der Stühle hing. Er setzte sich und breitete die Papiere vor sich aus und lächelte erwartungsvoll. Lily schaute erstaunt auf die Unterlagen vor ihr. Es waren zwei oder drei sich bewegende Zeichnungen darunter, die allem Anschein nach verschiedene Dekorationsvorschläge darstellten.

Damit hatte sie gar nicht gerechnet. Er war tatsächlich vorbereitet.

Sie griff ebenfalls in ihre Tasche und holte ihre eigenen Vorschläge hervor.

„Ich denke wir sollten, wie McGonagall vorgeschlagen hat, erstmal ein Thema aussuchen. Dann können wir uns über die Dekoration und das Essen unterhalten, damit diese zum Thema passen. Was meinst du?" James sah fragend über den Tisch. Lily nickte.

„Hast du Vorschläge?"

„Ich denke es sollte natürlich etwas mit Halloween zu tun haben. Also zum Beispiel so was wie ‚In der Gruft' oder so ähnlich."

Lily verzog das Gesicht.

„Das ist aber nicht sehr originell. Ich dachte eher an sowas wie ‚Tanz unter dem Vollmond'."

Nun verzog James das Gesicht.

„'Kreaturen der Nacht'?"

Kopfschütteln.

„'Kürbis-Karaoke'?"

James lachte.

„Zu Karaoke bekommst du nicht einen der Jungs, das garantiere ich dir!"

„Aber es sollte etwas sein, das allen Spaß macht. Und es sollte schon irgendwie etwas mit…"

„…mit den Toten zu tun haben, ja ich weiß."

„Aber ich finde es muss nicht unbedingt gruselig sein. Ich meine, die meisten werden doch eh als Paare hingehen und es als Tanzveranstaltung betrachten. Diesen Gedanken sollten wir mit einbeziehen."

„Hm, da hast du Recht. Wir sollten also etwas als Thema nehmen, woran vor allem Paare Spaß haben."

James überlegte.

„Das ist es!" rief Lily aus, „Berühmte Paare! Jeder muss sich als ein berühmtes Paar verkleiden!"

Berühmte tote Paare!" ergänzte James, „immerhin ist Halloween!" Er strahlte. Das gefiel ihm gut.

„Okay, aber könnten wir es nicht anders formulieren? Ähm, zum Beispiel ‚Berühmte Paare aus der Vergangenheit!'"

„Ja, das ist gut. Na wunderbar, wir sitzen hier nicht mal eine halbe Stunde und haben schon ein Thema! So kann es meinetwegen weitergehen." James Laune war sichtlich gestiegen, etwas womit er nach Lilys Verspätung nicht mehr gerechnet hatte.

„Okay, wir sollten aber unbedingt dafür sorgen, dass nicht jeder zweite als Merlin und Nimue geht. Am besten wir lassen sich die Leute in eine Liste eintragen, damit wir ungefähr sehen können, was schon vergeben ist und was nicht. Und falls jemand keine Idee hat, kann er uns fragen. Wir könnten eine Liste zusammenstellen, mit Paaren die uns einfallen. Und die beliebtesten müssen wir einfach auslosen. Was hältst du davon?" Lily war begeistert. Das würde bestimmt Spaß machen. Sie organisierte gerne und jetzt hatte sie der Eifer gepackt. James nickte

„Ja, das ist gut. Sonst gibt es nur Streit. Am besten wir machen diese Liste jetzt gleich. Dann können wir morgen früh das Thema bekannt geben. Die Leute müssen ja erstmal einen Partner finden und dann noch ihre Kostüme besorgen oder anfertigen."

„Ja, ist gut. Warte ich hab was zu schreiben." Lily holte ein Pergament, ihre Feder und ein Tintenfass aus ihrer Tasche. „Bin bereit. Also, wer fällt dir ein?"

„Als erstes natürlich Merlin und Nimue, aber die müssen wir garantiert auslosen. Dann Artus und Gwenhwyfar."

„Lancelot."

„Wie?"

„Nicht Artus, Lancelot"

„Schreib ihn mit dazu", James grinste. „Tja, ich gebe zu, mehr fallen mir spontan gar nicht ein."

Lily schüttelte ungläubig den kopf. Hatten Zauberer denn keinen Geschichtsunterricht in der Grundschule?

„Wie wärs mit Titania und Oberon, Zeus und Hera, Cäsar und Kleopatra, Robin Hood und Maid Marian, Paris und Helena?"

„Wow, du bist gut Ev…Lily."

Lilys Kopf fuhr hoch. Er hatte sie noch nie Lily genannt. Er lächelte.

„Hey, mir fällt doch auch noch wer ein: Tristan und Isolde, Romeo und Julia und Bonnie und Clyde!"

„Bonnie und Clyde? Woher kennst du denn Bonnie und Clyde?" fragte Lily erstaunt.

„Wie, woher kennst du sie denn?"

„Das war ein ganz berühmtes Verbrecherpaar Anfang der dreißiger Jahre. Sie haben Banken ausgeraubt, Läden und Tankstellen überfallen und sind wahrscheinlich verantwortlich für 13 Morde! Man hat sie zwei Jahre lang nicht stoppen können, aber zum Schluss hat man sie in einen Hinterhalt gelockt und regelrecht durchsiebt."

„Die zwei sind eines der berühmtesten Zauberergangsterpaare die unsere Welt kennt. Deswegen sind sie ja auch so lange entwischt. Sie haben die Safes mit Zauberei geknackt und sind dann einfach nach draußen appariert. Ich denke ihre Liebe zu wilden Verfolgungsjagden ist ihnen zum Verhängnis geworden. Auch Zauberer sind eben nicht immun gegen Muggelwaffen."

„Das gibt's ja gar nicht." Lily saß mit offenem Mund da und starrte James an. „Du erzählst mir Märchen."

„Nein, warum sollte ich. Es stimmt wirklich!"

„Okay, dann ab mit ihnen auf die Liste", grinste sie und schrieb die zwei gleich unter Romeo und Julia.

„Ich denke wir sollten noch ein paar Paare aus der Geschichte nehmen. Zum Beispiel Marie Antoinette und

Luis XVI. und Zar Nikolaus II. und seine Frau Alexandra."

„Das reicht dann aber erstmal, die Leute sollen sich ja selber noch Gedanken machen. Wir wollen ihnen ja nur eine Hilfe sein, wenn ihnen nichts einfällt."

„Ist gut. Dann würde ich sagen brechen wir für heute ab. Ich überbringe Professor McGonagall noch heute Abend die Nachricht über das Thema, dann können wir vor dem Unterricht morgen früh alles bekannt geben."

James nickte zustimmend. Er griff nach seinen Unterlagen und lächelte zufrieden. Er hatte gerade ein paar Stunden mit Lily Evans im gleichen Raum verbracht ohne sich mit ihr zu streiten. Das war doch ein Schritt in die richtige Richtung.

Sie packten ihre Sachen zusammen und gingen gemeinsam in die Große Halle zum Abendessen.

Dort angekommen setzten sie sich zu ihren Freunden und beluden ihre Teller.

Das war gar nicht mal so schlecht dachte auch Lily und biss zufrieden in ihre Hähnchenkeule.