Autor: Phoenix Boy

Übersetzung: das eulchen

James beobachtete, wie die Tür zur Großen Halle aufgestoßen wurde und die Schüler hineinströmten, bereit für ein neues Jahr an der Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei. Ein junges Mädchen, allem Anschein nach Sechst- oder Siebtklässlerin, nahm seinen alten Platz am Ende des Gryffindortisches ein. Sie schien tief in einem Gespräch mit den beiden Jungen ihr gegenüber sein. James dachte kurz daran zurück, wie es wäre, wenn er dort mit Ron und Hermione ebenso sitzen und reden würde, dann riss er sich zusammen und konzentrierte sich wieder auf die Gegenwart. In der Vergangenheit zu leben würde weder ihm, noch diesen Kindern, die er zu unterrichten hatte, helfen.

Vor allem von den jüngeren Schülern wurde James merkwürdig gemustert. Für die älteren Schüler war ein neuer Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen Künste nichts besonderes, waren sie doch schon an den ‚Fluch' gewöhnt- soweit sie sich erinnern konnten, war es jedes Jahr ein neuer Lehrer gewesen.

Nachdem jeder Platz genommen hatte, nickte Dumbledore Minerva zu. Sie ging zurück zum Hauptportal am Ende der Halle, um die Erstklässler zu holen, die gespannt darauf warteten, einsortiert zu werden. Als sie die Halle betraten, bestaunten die meisten die anderen Schüler, die Decke, die Geister und die Zeichnungen an der Wand. Es schienen mehr zu sein, als er sich erinnerte und sie alle schienen sehr klein zu sein, sehr viel kleiner, als er es damals gewesen war. James grinste, wahrscheinlich dachten das sogar die Zweitklässler, zumindest die, die aufpassten. Er warf einem Paar Hufflepuffs, das aufgeregt am entfernten Ende ihres Tisches miteinander tuschelte, einen strengen Blick zu. Sie ignorierten ihn, hatten ihn wahrscheinlich nicht einmal bemerkt. Er grummelte sichtlich irritiert. Alles, was Severus Snape scheinbar tun musste, war die Bälger anzuschauen und sie hielten den Mund. Andererseits hatte Severus auch einen gewissen Ruf, den James erst gewinnen musste.

Minerva holte den Stuhl hervor und platzierte den Hut vorsichtig auf diesen. Als alles vorbereitet war, schlug Dumbledore sein Glas mit einem Löffel an und in der Halle wurde es ruhig. Der Hut teilte sich und begann, sein Lied zu singen. James hörte zu, erinnerte sich liebevoll an die vergangenen Lieder, die er gehört hatte, und an das allererste, als er selbst dort gestanden hatte, verängstigt, dass er, was auch immer für ein Test auf ihn zukommen würde, diesen nicht bestehen würde. Einige der Erstklässler entspannten sich sichtlich, als sie erkannten, dass sie nichts anderes zu tun hatten, als den Hut aufzusetzen. Zweifellos hatten ihnen ältere Geschwister Geschichten über Trolle und ähnliches erzählt, genauso, wie Fred und George es bei Ron getan hatten.

Professor McGonagall trat nun mit einer langen Rolle Pergament in der Hand, die vor ihr herunterhing, hervor.

"Wenn ich euren Namen sage, setzt ihr den Hut auf und nehmt auf dem Stuhl platz, um einsortiert zu werden", sagte sie.

Die Einteilung begann. James beobachtete, wie die Kinder eins nach dem anderen in ihre Häuser sortiert wurden; die Tische applaudierten jedes Mal, wenn der Hut ein Haus verkündete. Es gab einige Nachnamen, die er wieder erkannte, ob es nun Zufall war oder nicht, wusste er nicht, schließlich konnte es nicht so viele Bones' und Spinnets geben.

"Wood, Simon", las Minerva vor und näherte sich dem Ende der Liste. James schaute den Jungen interessiert an und wusste definitiv, dass das Oliver Woods Neffe war. Er war groß und dünn, dunkelbraunes Haar fiel hm in die blitzenden blauen Augen. Sein Grinsen- dachte James und schüttelte sich innerlich vor Besorgnis- erinnerte ihn an Fred und George Weasley. Es brauchte lange, um ihm ein Haus zuzuweisen, und der Junge schaute leicht genervt drein, so als ob er diskutieren würde- James konnte jedoch nicht sagen, für oder gegen welches Haus. Schließlich verkündete der Hut

"SLYTHERIN!"

Minerva keuchte laut auf, der meiste Rest der Lehrer schaute überrascht. Sogar Dumbledore hob leicht überrascht eine Augenbraue. Severus hingegen schaute aus unerklärlichen Gründen selbstzufrieden drein und hob seinen Kelch leicht dem Jungen entgegen. Simon grinste und schloss sich den anderen neuen Slytherins an. Er war nicht annähernd so verärgert, wie James es erwartet hätte, und wenn man bedachte, dass Oliver ein Gryffindor gewesen war, schien er sogar sehr erfreut mit seiner Einsortierung.

"Willkommen!" sagte Albus und betrachtete sie alle. Vor allem die Erstklässler hörten gebannt zu und hingen an jedem Wort. "Willkommen zu einem neuen Jahr in Hogwarts! Bevor wir unser vortreffliches Fest beginnen, will ich lediglich ein paar Ankündigungen zum Schuljahresbeginn machen. Die Erstklässler sollten beachten, dass der Wald auf dem Gelände, der Verbotene Wald, wie der Name schon sagt, allen Schülern gänzlich verboten ist. Einigen der älteren Schüler würde es nicht schaden, sich das noch einmal ins Gedächtnis zu rufen."

Dumbledores blitzende Augen funkelten in die Richtung des Gryffindortisches, zu wem, konnte er nicht sagen.

"Desweiteren wurde ich von Mr. Filch, dem Hausmeister, darum gebeten, Euch daran zu erinnern, dass keine Magie zwischen den Schulstunden auf den Korridoren benutzt werden sollte. Er hat mich ebenfalls darum gebeten, Euch darüber zu informieren, dass eine Liste aller verbotenen Gegenstände an der Tür zu seinem Büro einzusehen ist. Ich weiß von zuverlässiger Quelle, dass alle Produkte von Weasley's Wizarding Wheezes strengstens verboten sind und der Besitz schwer bestraft wird. Wie gewöhnlich wird Madam Hooch während der nächsten Wochen unser Quidditchteam für den Harry Potter Tag auswählen. Ich wünsche allen vielversprechenden Spielern aus allen vier Häusern viel Glück. Bedenkt, dass wir eine Tradition des Sieges aufrecht zu halten haben; wir haben niemals ein Spiel gegen die ehemaligen Spieler verloren. Hausquidditch beginnt unmittelbar nach dem Harry Potter Tag und ich überlasse es unseren Quidditchkapitänen, dies zu arrangieren. Zum Schluss möchte ich Euch alle darum bitten, Professor J Evans willkommen zu heißen, der die Position des Verteidigung gegen die Dunklen Künste Lehrers hoffentlich viele Jahre lang übernehmen wird. Er hat ebenfalls die Stelle als Assistenzhauslehrer von Slytherin angenommen und sein Büro wird neben dem von Professor Snape zu finden sein, falls Ihr seine Hilfe brauchen solltet. Und nun, bevor wir essen, lasst uns die Schulhymne singen!", rief Dumbledore aus. Harry zwang sich dazu, mit falschem Enthusiasmus zu lächeln; wie es schien genauso wie die anderen Lehrer auch.

Dumbledore wedelte leicht mit seinem Zauberstab und ein langes goldenes Band kam aus diesem hervor, das hoch über den Tischen in die luft schwebte und sich schlangengleich zu Wörtern formte.

"Jeder sucht sich seine Lieblingsmelodie heraus", sagte Dumbledore, "und los geht's!"

"Hogwarts, Hogwarts, warzenschweiniges Hogwarts,

Bring uns was Schönes bei,

Ob alt und kahl oder jung und albern,

Wir sehnen uns Wissen herbei.

Denn noch sind unsre Köpfe leer,

Voll Luft und voll toter Fliegen,

Wir wollen nun alles erlernen,

Was du uns bisher hast verschwiegen.

Gib dein Bestes - wir können's gebrauchen,

Unsere Köpfe, sie sollen rauchen!"

Das Geräusch war, wie immer, grauenhaft. Natürlich endete jeder zu einem anderen Zeitpunkt und James dankte den Göttern, dass dieses Mal niemand einen Todesmarsch gewählt hatte. Nachdem auch die letzten geendet hatten, brachen alle in tosenden Applaus aus. Dumbledore bewegte seinen Zauberstab ein weiteres Mal und das Festessen begann. Gespräche entflammten, als die Schüler sich ihrem Essen zuwandten. James bediente sich reichlich, da er gar nicht genug von dem Essen auf Hogwarts bekommen konnte, nachdem er jahrelang für sich selbst leben musste.