Kapitel 3

Die ersten Sonnenstrahlen hatten Harry´s Zimmer noch nicht erreicht, als er untern die Haustür hinter sich schloss.

Die Dursleys würden sich ganz schön wundern, wenn sie aufstanden und niemand war da, der ihnen ihr Frühstück zubereitete, aber das geschieht ihnen recht.

Er würde sich nichts mehr von ihnen gefallen lassen, von heute an, war er sein eigener Herr.

Er ging die Straße entlang und suchte sich eine unauffällige Stelle. Dort angekommen holte er ein unscheinbares Lesezeichen hervor, ein getarnter Torschlüssel, der ihn ohne weitere Probleme in die Winkelgasse brachte.

Er hatte in einem Buch gelesen, wie man sich diese leicht selbst herstellt und hatte sich gleich ein paar angefertigt, die ihn zu den wichtigsten Orten bringen konnten, sollte er mal in einer Zwickmühle stecken. Und dieser brachte ihn direkt zum Eingang, er ersparte sich sogar das elendige Rätsel mit den Steinen, die er in der richtigen Reihenfolge berühren musste.

In Gedanken ging er noch mal seine Liste durch und machte sich anschließend auf den Weg, zu dem Kofferladen, an dem er sonst immer vorbeigegangen war, weil weder Ron, noch Hermine sich wirklich für solche Sachen interessierten.

Er bereute, dass er nicht schon viel früher hier gewesen war, denn schon beim Betreten des Ladens, wurde er von einer schier riesigen Menge an unterschiedlichen Produkten regelrecht erschlagen.

„Mister Potter! Welche Ehre, sie in meinem bescheidenen Geschäft begrüßen zu dürfen!"

Der Verkäufer rauschte auf ihn zu und überschlug sich mit Lobpreisungen.

Harry ignorierte ihn ging stattdessen zu den größeren Koffern, die ordentlich in einer Reihe an der Wand gelehnt waren.

„Kann ich ihnen irgendwie helfen?"

Zwar wollte er nur in Ruhe einkaufen, aber wahrscheinlich würde ihn der Verkäufer sowieso keine Minute allein lassen, wenn er ihm nicht helfen konnte.

Er stöhnte einmal kurz auf und erklärte ihn, was genau er suchte.

Der Verkäufer strahlte und führte ihn zu einem größeren Bereich, mit Koffern in allen Größen und Farben, die man sich nur vorstellen kann.

„Welche genauen Anforderungen stellen sie an ihren Koffer?"

Harry überlegte einen Moment, so genau hatte er darüber noch gar nicht nachgedacht, eigentlich hatte er angenommen, dass diese über eine Standarteinrichtung verfügten, die in jedem Koffer gleich war.

„Was ist denn das modernste, was sie besitzen?"

Wenn schon, denn schon, dachte sich Harry, schließlich könnte es gut sein, dass auch er einmal für längere Zeit dort drin wohnen müsste, damit konnte er wenigstens überall leben.

Nun, wir haben die allerneuesten Möbel und Geräte, die den Zauberern von heute ein angenehmes Leben ermöglichen..."

Er wusste was das bedeutete und ehrlich gesagt, konnte er wirklich darauf verzichten. Was Zauberer unter modern verstanden, war in der Muggelwelt schon am Anfang des Jahrhunderts out gewesen.

Der Verkäufer merkte, dass Harry, wohl nicht sehr interessiert schien und zog mit einer Bewegung einen schwarzen Lederkoffer hervor.

„Dieser Koffer ist etwas besonderes, wir haben ihn erst vorgestern reinbekommen," erklärte er, „Ausgestattet mit der neuesten Muggeltechnologie. Es war ein Experiment, aber niemand meiner Stammkunden interessierte sich für dieses Stück..."

Das weckte jetzt doch Harry´s Interesse: „Wäre es möglich, dass ich mir das Innere einmal ansehe?"

„Aber sicher doch."

Der Verkäufer berührte kurz mit dem Zauberstab und das Schloss schnappte auf. Er klappte den Deckel auf und Harry stieg hinab.

Er wurde von einer unvorhergesehenen hellen Umgebung begrüßt.

Der Eingangsbereich besaß zwar Lampen, aber der Raum schien durch eigene Kraft erhellt zu werden, sehr praktisch, besonders, wenn man sich in Umgebungen befand, in denen elektrische Geräte nutzlos waren, dann stand er wenigstens nicht im Dunkeln.

Fünf Zimmer zweigten von diesem Bereich ab, jeder genauso erhellt.

Auf der linken Seite befand sich die Küche, vollkommen ausgerüstet mit einer Kühl- und Gefrierschrank-Kombo, einem Cerankochfeld und einigen kleineren Geräten, wie einer modernen Kaffeemaschine, einer Mikrowelle und einem Toaster. Das war schon mal gut, so konnte wenigstens weiter an neuen Gerichten feilen.

Der Raum daneben stellte sich als Badezimmer heraus, das neben dem obligatorischen Waschbecken mit großen Spiegel, über eine große Badewanne verfügte, in der sogar eine Whirlpoolfunktion eingebaut war.

Harry war schon so begeistert, von den zwei Räumen, dass er es nicht erwarten konnte, die anderen zu erkunden.

Der Raum geradeaus war leer, aber das würde er sicher noch demnächst ändern, vielleicht würde er sich hier eine Bibliothek einrichten, Platz genug war ja.

Anschließend wand er sich den zwei Räumen auf der rechten Seite zu.

Der erste war ein großes Schlafzimmer, in dessen Zentrum ein großes Bett stand. Es war perfekt, für den jungen Mann, damit er sich auskurieren konnte.

Das letzte Zimmer war ein Wohnzimmer mit Kamin und ausgesprochen bequemen Möbeln.

Als Harry wieder heraustrat, war er mehr als überzeugt. Wer hätte gedacht, dass er hier solch auf solch einen Schatz treffen würde.

„Und?" fragte der Verkäufer ungeduldig, der wohl die ganze Zeit hier gewartet hatte.

„Ich nehme sie," antwortete Harry, „Wie viel wollen sie dafür haben?"

Das Gesicht des Mannes hellte sich merklich auf und er konnte es wohl noch nicht so richtig glauben, dass der berühmte Harry Potter bei ihm ein Produkt kaufte.

„Für sie mache ich einen Sonderpreis," sagte er und half Harry, den Koffer zur Kasse zu bringen.

Am Ende bezahlte er fünftausend und konnte sich endlich um seine anderen Einkäufe kümmern.

Den Koffer verkleinerte er und steckte ihn sich in die Tasche, musste ja nicht gleich jeder sehen, was er sich gekauft hatte.

Als nächstes zu den Zutaten für den Trank.

Der Laden befand sich am Ende der Straße und war eher unscheinbar, aber er beinhaltete einen Großteil sehr seltener Zutaten, die er benötigte.

Der Inhaber des Ladens kannte ihn und ließ ihn gewähren, während er in den Regalen kramte.

Nachdem er auch dies geschafft hatte, reiste er zurück und machte sich eiligen Schrittes auf den Weg zu dem Gebäude, in der junge Mann hoffentlich immer noch am Leben war.