Als man am nächsten morgen die Tote fand, war alles in Alarmstimmung. House übernahm diesmal fast freiwillig die Obduktion. Das Geschachere mit Cuddy war reine Formsache und beiden war das durchaus klar, aber Cuddy spielte gerne mit, wenn House dafür mal einfach tat, was man von ihm erwartete.

Er begann diesmal mit der großen Y-Kuvatur und wurde sofort fündig. Eine blutleere, mehr als kollabierte Lunge! Der Embryo ist nicht mehr von Interesse. „Alle raus hier!" House legte die Instrumente weg und scheuchte seine Welpen hinaus. Er schloss die Tür hinter sich und befahl Chase, Wache zu stehen, bis Foreman die Tür versiegelt hatte. „Wir wissen nicht, was das ist. Hier geht keiner mehr rein, ohne Vollschutz." wies er an. Dann zeigte er auf Cameron: „Sie lassen das Labor sperren, in dem die Kulturen angelegt sind. Gleiche Vorsichtsmaßnahme. Ich gehe mal zu Cuddy und dann treffen wir uns alle in dem Labor, klar?" er hinkte davon, ohne sich umzusehen – überzeugt, dass seine Anweisungen befolgt würden.

„Was empfehlen Sie also?" Cuddy saß geschockt aber gefasst hinter ihrem Schreibtisch.

„Erstmal das Übliche: wir sammeln alle ein, die direkten Kontakt mit den Opfern und den Leichen hatten und isolieren sie. In der Zeit werten wir die Kulturen und anderen Tests aus und suchen weiter, ob sowas bereits anderswo dokumentiert worden ist."

„Gut. Sie übernehmen die Leitung dieser Sache." Cuddy griff schon zum Telefon, um weitere Maßnahmen zu veranlassen.

Sie riegelten einen Trakt ab und sammelten das betroffene Personal ein. House verbarrikadierte sich hinter einem Computer, und durchsuchte das Internet.

Am Nachmittag rief er Wilson an und orderte ihn zur Isolierstation. „Schau mal!" House presste einen Farbausdruck gegen die Glaswand.

„Ich bin nicht kurzsichtig." Wilson machte eine Schritt zurück und betrachtete es aufmerksam. „Ist das eine Aufnahme vom Inhalt Deines Mixers?"

„Besser:" sagte House, „das ist die Lunge einer Maus. NACH einem Experiment."

„Maus im Mixer? Ziemlich unreif, selbst für Dich." Wilson versuchte, seine Besorgnis nicht zu zeigen.

„Maus im Vakuum." korrigierte House. „NASA, nicht ich."

„Und es war noch was übrig, was sich zu fotografieren lohnte?" staunte Wilson

„Sie haben sie ja nicht im All ausgesetzt. Sie haben es simuliert, um zu sehen, was passieren würde, wenn einer ihrer Jungs mal Probleme beim Spaziergang bekäme."

„OK." Wilson wusste immer noch nicht, worauf House eigentlich hinauswollte. „Und das erzählst Du mir weil…?"

„Weil die Proben aus der Leichenhalle genau so aussehen!" House legte ein weiteres Bild daneben.

„Ist der 1. April?"

„Nope."

„Wie kann das sein, House?" fragte Wilson beunruhigt. Aber er hatte so eine Ahnung.

„Ich habe keine Ahnung!"

„Kannst du mir eine email schicken? Das Bild und was Du sonst so hast?" bat Wilson. vielleicht könnte er ja John mit Informationen versorgen?

„Klar. Schon unterwegs."

Der Dämon war nicht dumm. Er verließ das PPTH für einige Tage und versorgte sich anderswo. Obdachlose waren leicht zu erbeuten und verursachten offensichtlich weit weniger Aufregung, wenn sie tot aufgefunden wurden.

Aber sie nährten auch nicht so gut!

Weil keiner auf der Isolierstation Symptome entwickelte und es auch keine weiteren Todesfälle gab, hob man die Quarantäne wieder auf. Nur Wilson war beunruhigt, denn er vermutete den Täter unter denen, die man für einige Tage zusammengetrieben hatte.

Also lud er John ein, dabei zu sein, wenn die Isolierten entlassen wurden. Es waren drei Mischlinge darunter, aber keiner, von dem John annahm, dass er oder sie das hätte anrichten können.

„Vielleicht ist er weiter gezogen?" hoffte Wilson.

„Möglich." John nickte zum Abschied und ging.

Sie sollten bald sehen, wie sehr sie sich geirrt hatten!