Verzweifelte Jungfrauen
Nachhilfe bei Tatze
Lavender ist schon ganz aufgeregt. Heute ist ihr großer Tag. Die Stunde war gekommen, da sie zu Sirius in die Nachhilfe konnte. Noch einmal betrachtet sie sich im Spiegel. Sie ist allein im Schlafraum und sieht einfach perfekt aus.
Es hatte sich also gelohnt, mit den Mädels nach Hogsmeade zu gehen, denn sie hatte ein recht aufreizendes und ziemlich kurzes, rotes Kleid gefunden, welches sie mit einer weißen Strickjacke kombiniert hat. Passend dazu trägt sie blutroten Lippenstift und eine Frisur, welche der Marilyn Monroes gleicht.
„Findest du das nicht ein bisschen übertrieben?" hatte Hermine sie bezüglich ihres Outfits gefragt.
„Nein, wieso denn? Ich finde ich sehe damit ganz nett aus!" antwortete Lavender unsicher.
„Man sollte nicht zu deutliche Signale setzen!" Pansy mischte sich auch noch ins Gespräch ein.
„Ach, Pansy! Das muss gerade du sagen, du mit deinem Minirock und deiner weißen Bluse!", rechtfertigte Lavender sich.
„Sieht übrigens gar nicht gut aus… damit siehst du aus wie ne' Presswurst!", ertönte auf einmal die arrogante Stimme, von Blaise Zabini.
Daraufhin hatte Pansy beschlossen, das es Zeit wäre eine Diät zu machen.
Neville sah zu den Mädchen, von der nächsten Umkleide herüber. „Wenn du mich fragst, ich glaube du brauchst ne komplette Erneuerung, wenn du Blaise bekommen willst."
„Du bist doch nur neidisch weil ich so schöne Brüste habe!", platzte es aus Pansy heraus.
„Ich glaube, bei einen Mann zählen andere Werte…", lachte Neville und wies mit den Daumen nach unten.
Sirius hatte das hübsche Mädchen schon in seinem Büro im dritten Stock erwartet. Lächelnd sieht er ihr zu, wie sie in sein Büro eintritt, welches etwas nach eine ordentlichen Studentenbude erinnert. Die Möbel sehen sehr kahl und verloren aus. Hermine meinte einmal, Sirius hatte wegen Askaban nie die Chance gehabt erwachsen zu werden. Und das kam Lavender gerade zu recht, Sirius´ jugendlicher Leichtsinn würde es ihr ein leichtes machen, dass zu bekommen, was sie von ihm wollte.
„Ihr Büro ist ja ganz nett, Sir" sagt Lavender schüchtern, nachdem sie sich vor dem Schreibtisch gesetzt hatte. „Oh ja, du hast recht!", bemerkt Sirius. „Aber nenn mich nicht Sir, nenne mich einfach…Sirius! Wo hast du denn noch Fragen oder Probleme?"
Ich liege quer auf meinem Bett, die Haare sind auf meinem weißen Kissen ausgebreitet. Um mich herum stehen Kerze und liegen Blütenblätter. Erwartungsvoll starre ich an das Bettende. Dort sitzt ein blonder Engel, wir sehen uns innig an. Seine grauen Augen sind so wunderschön. Ich bemerkte dass ich nur mit einem roten Höschen bekleidet bin. Beschämt verdecke ich meinen Scharm mit der Decke. Er entreißt sie, legt sich auf mich und flüstert mir ins Ohr: „Bleib bei mir Hermine."
„Meinet wegen! ", hauche ich. Ich bin betört von seinen unwiderstehlichen Duft, welcher mich an Quidditch, Schweiß und Arbeit erinnert. Langsam beginnt er meinem Körper zu erforschen, angefangen mit meinen Brüsten, bis hin zur Taille, über meinen Po. Ich schließe die Augen und genieße einfach, ich höre seine Stimme meinen Namen sagen, sie hört sich so engelsgleich und wunderschön an. „Hermine ich will dich…", flüstert er leise.
„Ich will dich auch…!", hauche ich zurück. Als er in mich eingedrungen ist wird seine Stimme derber und verlangender. „Herm-ine ich will dich!" Seine Stimme ist jetzt auf einmal rau und grob und hat einen seltsamen Akzent.
Hey, Moment mal! Ich öffne die Augen, und sehe Viktor Krum auf mir liegen!
Schweißperlen zieren seine Stirn, voller Anstrengung keucht er: „Aber Her-mine, ich habe doch gesagt ich will dich."
Ich schreie vor Entsetzen laut auf...
„ Hermine was ist den los?" ,fragt Parvati besorgt, nach dem sie mich beruhigt hat, und mir versichert hat, das kein sexbesessener Bulgare da war. Es ist mir peinlich aber ich habe Parvati kurz nachdem ich aufgewacht bin, alles von meinen Sextraum erzählt.
„Ich denke, dass ist schon in Ordnung… ist wohl normal so zu träumen!", sage ich entschlossen.
„War Krum den wenigstens gut in deinem Traum?", kichert plötzlich eine vertraute Stimme hinter uns. „Pansy!", kreischen wir entsetzt auf. „Wie bist du hier rein gekommen!"
„Berufsgeheimnis, Granger! Ich wollte mit euch auf Lavender warten!", lächelt sie und setzt sich neben Parvati ans Fußende meines Bettes.
Zur gleichen Zeit sitzt Lavender immer noch vor Sirius' Schreibtisch.
„Also ich denke, ich weiß dann alles was ich wissen muss!"
„Willst du denn schon etwa gehen?"
/Nein, natürlich nicht/ denkt sie kurz entschlossen, brachte es aber nicht über ihre Lippen. Das wäre doch ein bisschen zu auffällig gewesen.
„Nein eigentlich noch nicht…", sagt sie schließlich entschlossen.
„Willst du vielleicht etwas mit mir trinken?" Er sieht sie erwartungsvoll an, Hitze steigt in ihrem Körper auf. „Na gut… OK", erwidert sie. Sirius geht zu einem Schrank, welcher neben den Schreibtisch steht und holt zwei große Weingläser heraus und eine Flasche wo „Feuerwhisky" drauf steht. Gebannt mustert Lavender die Flasche in seiner Hand, noch nie hatte sie so etwas getrunken.
„Er soll sehr alkoholreich sein, die Sinne beteuern, ich würde alles dafür geben nur einen Schluck davon zu trinken!" Sie erinnerte sich, wie Ron in der Pause mal davon geschwärmt hatte. Ob sie Ron glauben konnte?
„So hier, bitte schön." Sirius reichte ihr eines der Gläser welches er bis zur Hälfte gefühlt hatte. „Danke!" Unsicher beginnt sie etwas an der feuerroten Flüssigkeit zu nippen. Sie schmeckt wie Feuer, ein wenig Rauch steigt aus ihrem Mund hervor und sie weiß nun, dass Ron Recht hatte. Sie fühlt sich leicht und ein bisschen bedröppelt. Bei Sirius, der einen kräftigen Schluck genommen hat, ist es dasselbe mit dem Rauch. „Du bist ziemlich oft mit Hermine zusammen nicht?"
„Jajja, wir verstehen uns ziemlich gut!", sagt sie. Mist, sie hätte doch eine viel bessere Antwort geben können.
„Sie ist eine ziemlich begabte Hexe.", redet Sirius weiter. Wiederum nehmen sie einen kräftigen Schluck. Genauer gesagt Sirius. Wieso redet er über Hermine? Wollte er denn nichts über sie wissen? Für wen hatte sie sich denn so ein Kleid gekauft, für wen hatte sie den drei Stunden vor dem Spiegel verbracht? Wütend funkelt sie Sirius an, der sie mit seinem Hundeblick unschuldig ansieht.
„Du bist aber auch nicht ohne!" Lavender sieht ihn verdutzt an. In wie fern, fragt sie sich.
„Ich meine, wenn man von der Begabung ausgeht!", fügte er rasch hinzu. Die beiden sind nur einen halben Meter von einander entfernt, das Mädchen kann seinen betreuenden Duft ganz genau riechen, er ist wie Balsam für ihre Nase.
„Und mit deinem Äußeren stellst du sie alle in den Schatten…" Er ist nun ganz nahe bei ihr, sein dunkler Kopf beugt sich zu ihr runter und fährt abrupt wieder hoch. „Entschuldige Lavender, habe mich gehen lassen, vergiss das ganze OK?"
„Aber…"
„Geh jetzt bitte, Lavender!" Seine Stimme klingt schmerzlich und gequellt, bildet sich Lavender ein.
Neville ist heute ganz aufgeregt. In ein paar Sekunden würde er das Mädchen seiner Träume treffen. Er steht mitten in der Nacht vor der Eulerrei und wartet auf sie. Auf die wunderschöne Cho Chang. Endlich taucht sie auf. Lächelnd mit einer Eule auf den Arm schreitet sie wie eine Göttin aus der Eulenwohnung. Neville hebt die Hand und will Hallo sagen – jedoch stolpert er über seine eigenen Füße. „Hallo!", nuschelt er, nachdem er sich wieder aufgerichtet hat.
„Hallo… Longbottom?" , fragt Cho unsicher.
Neville nickte. „Hallo Cho! Ich wollte dich fragen ob du mitmirausgehenwillst?" Die Worte entfliehen seinem Mund wie Luft.
„Mit dir ausgehen? Na ja, ich kenne dich doch gar nicht!", antwortet Cho verlegen. Offenbar ist ihr die Sache unangenehm mit dem ungeschicktesten Zauberer der Welt etwas zu unternehmen.
„Na ja, wir sehen uns dann…!", sagt Neville traurig und verschwindet.
Lavender ist gerade wiedergekommen, sie sieht so glücklich und verliebt aus. Wir fragen sie was passiert ist, doch sie sagt nur: „Es ist mehr passiert als ich erwartet hätte!"
Pansy ist zum Glück schon gegangen. „Werde mal genauer!", fordert Parvati sie auf.
„Ich glaube, ich werde bald meine Mitgliedschaft beenden!", sagt sie nur, dreht sich um und nickt ein. Was sie damit wohl gemeint hatte?
