Titel: Hoped you would stay in my past (4/?)Autor: Sarcastic Lady
Beta: not necessary, hab dich so doll lieb!!!!!
Fandom: Harry Potter
Pairing: Harry/OMC, Harry/Draco, Harry/Oliver
Raiting: NC-17
Summary: 5 Jahre nach Kriegsende lebt Harry wieder ein relativ geregeltes Leben, doch dann tauchen Draco und Ron mit einem Fall in der Zauberwelt auf, und Harry muss seiner Vergangenheit ins Auge blicken. Slash R&R
Disclaimer: Ich würde ja gerne behaupten, dass sie mir gehören, aber dann würden Harry Potter und Draco Malfoy wahrscheinlich anderweitig beschäftig sein, als sich zu streiten und Voldemort zu töten. Also, nichts gehört mir.
Warning: Slash, machte es einfach für euch und mich: Wenn ihr es nicht mögt, lest es nicht.
Review: Always loved
Archive: Endless-Rain, Fanfiktion.de
Harry erreichte das Hochhaus, in dem seine Wohnung lag, kurz nach Mitternacht. Er hatte Hermine noch nach Hause gebracht, außerdem hatte er bei Julian angerufen und ihm gesagt, dass er direkt zu seiner Wohnung fahren würde. Der junge Mann brauchte ein wenige Zeit für sich. Sein Kopf war voller verwirrender Gedanken und noch viel verwirrenderen Fragen, die er sich gestellt hatte, seitdem er aus der Kanalisation gekommen war. All das, was in seinem Kopf so herumgeisterte, war nichts über das er mit Julian hätte sprechen wollen. Es lag nicht daran, dass er es nicht konnte. Er kannte seinen Geliebten, er würde ihm zuhören, vielleicht sogar versuchen Ratschläge zu geben und ihn dann zärtlich im Arm halten, bis Harry eingeschlafen war, so war Julian nun mal. Ganz anders als Draco damals gewesen war. Aber im Moment war es nicht das, was Harry brauchte. Was er jetzt brauchte, war nicht jemand verständnisvollen, sondern, jemand der ihn so gut kannte, dass er wirklich verstand. Jemand, der wusste, dass Harry ein Zauberer war und der die ganze Geschichte mit Voldemort kannte. Harry hatte Julian niemals gesagt, dass er eine Zauberer war, es war eines der Themen, über das er mit seinem Freund nicht reden wollte.
Natürlich hätte er mit Hermine reden können, aber ,obwohl sie seine beste Freundin war, schien sie ihm nicht angebracht in diesem Moment zuzuhören. Er konnte nicht genau erklären, was der Grund dafür war. Vielleicht lag es daran, dass Harry fürchtete, wenn er ihr alles erzählt hatte, würde sie ihre Emotionen am nächsten Tag nicht unter Kontrolle haben. Oder es lag an etwas anderem. Es konnte nicht daran liegen, dass er ihr nicht vertraute, vielleicht war es, dass sie dann zu viel wusste. Zu viel über das was in ihm vorging, weil er immer alles mit ihr teilte, aber bis jetzt war ihm das nie als Problem vorgekommen. Im Gegenteil: Er war immer froh gewesen, dass er sie hatte. Trotz allem wusste der dunkelhaarige Zauberer, dass er heute nicht mit ihr über seine verwirrten Gefühle reden würde und dieses Wissen war schon fast unangenehm neu für ihn. Auch Neville kam nicht in frage, denn obwohl er ein ganz wunderbarer Freund war, gab es doch immer noch Momente, in denen Harry wusste, dass er nicht verstand. Natürlich versuchte er das immer zu verbergen, aber der Retter der Zauberwelt konnte es spüren und er brauchte einfach jemanden, der ihn jetzt verstand.
Vorsichtig fuhr er seinen Lamborghini in die Tiefgarage, die man unter das Hochhaus gebaut hatte. Sie war immer noch hell erleuchtet. Harry wagte schwer zu bezweifeln, dass die Lichter irgendwann einmal ausgeschaltet wurden. Der Zauberer fuhr in das zweite Stockwerk hinunter, in einen Teil, der durch ein Metallgitter abgetrennt war. Durch Knopfdruck konnte Harry das Tor öffnen und in dem abgetrennten Teil fahren, dort ließ er seinen Wagen stehen. Der Weg zum Aufzug war kurz, wofür Harry dankbar war, denn nun taten ihm die Füße weh und die Wunde an seinem Oberarm hatte begonnen einen dumpfen Schmerz auszustrahlen. Hermine hatte sie desinfiziert und verbunden in der kurzen Zeit, die Harry bei ihr in der Wohnung verbracht hatte, aber er hatte ihr Angebot für ein Schmerzmittel abgelehnt. Auto fahren und starke Anti-Schmerz Tränke waren ihm immer noch nicht geheuer. Vielleicht lag es daran, dass er bei Menschen aufgewachsen war.
Er benutzte den Aufzug, um in den dreizehnten Stock zu kommen, wo seine Wohnung lag. Es war die einzige in seinem Stockwerk und ein kleines Vermögen wert. Harry hatte sie innerhalb der ersten Woche in New York ausgewählt, damals war er sich noch nicht einmal sicher gewesen, wie lange er mit Neville und Hermine dort bleiben würde. Zu diesem Zeitpunkt hatten ihn die Hotelzimmer krank gemacht und die Sehnsucht danach wieder ein eigenes Zuhause zu haben, hatte ihn dazu getrieben, die erst beste Wohnung zu nehmen, die er fand. Vielleicht wäre es nicht seine erste Wahl gewesen, wenn er bei klarem Verstand gewesen wäre, aber nun hatte er sie zu lieb gewonnen um umzuziehen. Dazu kam auch noch, dass er in letzter Zeit nur selten dort anzutreffen war, da er den Großteil seiner Freizeit bei Julian verbrachte. Sein Freund hatte ihm bereits angeboten einfach zu ihm zu ziehen, aber der dunkelhaarige Zauberer hatte dankend abgelehnt. Harry brauchte eine gewisse Unabhängigkeit. Noch waren die Wunden nicht so geheilt, dass er sich komplett jemandem überlassen konnte, ohne beim Notfall einen Ort zu haben, zu dem er fliehen konnte. Sogar fünf Jahre nach seiner Beziehung mit Draco fehlte ihm das Vertrauen. Mit einem leisen ‚Pling' ging die Aufzugtür auf.
Harry trat auf den kurzen Gang, ging zu seiner Tür und schloss sie auf. Das alles machte er ohne das Licht anzuschalten. Die Orientierung in der Dunkelheit war das erste, was der junge Zauberer sich beigebracht hatte, um, im Fall eines Angriffes, es in und aus seiner Wohnung zu schaffen, ohne sich damit aufhalten zu müssen das Licht anzuschalten. Diese Paranoia gehörte zu einem der vielen Souvenirs, die Voldemort ihm zurückgelassen hatte. Allerdings war er, genauso wie bei seinem gelegentlichen Verfolgungswahn, in der Lage diese Ängste zu unterdrücken. Mit diesem Gedanken, steckte er den Schlüssel in das Schloss seiner Haustür und drehte ihn um. Er hörte ein leises ‚klick', dann schwang die Tür auf. Der Gang, welcher sich nun vor ihm öffnete, mündete direkt in seinem Wohnzimmer, wobei die gesamte Front aus Glas war. Es war der Grund weshalb der Raum, genauso wie der Gang, von Mondlicht geflutet war. Das blass silberne Licht ermöglichte Harry seine Schüssel auf den Flurtisch zu legen und zur Bar zu gelangen, die in einer Ecke des Wohnzimmers lag, ohne das Licht anzuschalten. Auf dem Weg dort hin stellte er noch den Anrufbeantworter an, da dieser rot-blinkend vier neue Nachrichten anzeigte. Während Harry sich ein Glas Rotwein einschenkte, lauschte er. Die ersten drei waren von potentiellen Klienten, die glaubten ihren Fall schneller an Harry zu bekommen, wenn sie ihn persönlich nervten. In Gedanken machte sich der dunkelhaarige Zauberer eine Notiz, darauf zu achten, dass seine privat Nummer nicht mehr im Telefonbuch auftauchte. Die vierte Nachricht erhielt jedoch Harrys volle Aufmerksamkeit von dem Moment an, da er die Stimme erkannte, die da mit ihm sprechen wollte.
„Hey Harry, ich bin's, Oliver. Hab gedacht ich versuche mal dich mit Muggeltechnick zu erreichen, weil alles andere bei dir ja nicht funktioniert. Das heißt, wenn man Eulenpost nicht mitzählt, aber das geht mir so wie so viel zu lange. Wollte mich mal wieder mit dir unterhalten, also ruf zurück. Bye, Bye." Damit gab die elektronische Frauenstimme bekannt, dass dies das Ende seiner Nachrichten sei. Der ehemalige Gryffindor hatte während Oliver Woods kleiner Rede begonnen ein wenig zu Lächeln. Es war in der Tat eine ganze Weile her, dass sie mit einander geredet hatten. Jedenfalls waren für ihre Verhältnisse zwei Wochen doch schon sehr lange. In der Vergangenheit hatte es sogar mal eine Zeit gegeben, in der Harry gedacht hatte, dass er keine Stunde ohne Oliver überleben würde. Ihre Beziehung war nicht in die Brüche gegangen, was, wenn der Dunkelhaarige sich zurück erinnerte, ein großes Wunder gewesen war. Die beiden hatten sich nie wirklich getrennt, nur Abstand zu einander genommen, als sie bemerkten, dass Harrys damalige Lebenshaltung ihre Beziehung in Gefahr brachte. Der junge Zauberer war erst aus Olivers Wohnung ausgezogen, dann hatte er sich immer weniger mit ihm getroffen und schließlich hatte er England verlassen. Trotz allem war eine enge Freundschaft geblieben. Eine sehr enge. Harrys wusste, dass sie zu eng war.
Mit einem Glas Rotwein in der Hand machte er sich auf den Weg zu seinem Schlafzimmer, wobei er dabei noch sein Telefon mitnahm. Das Glas und das Telefon stellte er auf dem Nachttisch ab. Dann verschwand er in das anliegende Badezimmer, hier stellte er zum ersten Mal das Licht an. Harry schlüpfte erst aus seinem T-Shirt, dann aus Schuhe, Strümpfe, Hosen und Boxershorts, zum Schluss nahm er den Verband von seinem Arm ab. Die Wunde war in zwischen rot angeschwollen, aber immerhin blutete sie nicht mehr. Aus einem Schrank nahm er einen Trank, der den Schmerz stillen würde und den Heilungsprozess beschleunigte. Er trank ihn in einem Zug, um dem Geschmack so wenig Zeit wie möglich zu geben sich auszubreiten. Nachdem es ihn ein wenig geschüttelt hatte, stellte er das Wasser in der Dusche an. Der junge Zauberer öffnete sein Haar und löste die gröbsten Knoten, während er darauf wartete, dass das Wasser die richtige Temperatur hatte, dann stieg er in die Dusche. Für einige Momente stand Harry bewegungslos da, ließ einfach nur das Wasser über seinen nackten Körper laufen. Er konnte spüren, wie es all das Blut, den Dreck und Schweiß von seiner Haut wusch. Mit noch laufendem Wasser nahm er sein Shampoo, trat aus dem Strahl und begann sein Haar einzuseifen, dann wusch er es aus. Als nächstes kam die Spülung, dann das Duschgel. Es wäre so viel einfacher mit kurzen Haaren gewesen, aber seitdem Harry sie so lang hatte wachsen lassen, brauchten sie auch eine besondere Pflege. Er trat wieder unter den Wasserstrahl. Seine Augen schlossen sich und er legte den Kopf in den Nacken, ließ das Wasser auf sein Gesicht fallen. Die Spülung wurde aus seinen Haaren gewaschen und auch der Seifenschaum lief an seinem Körper herunter.
Hinter seinen geschlossenen Augenlidern tauchte plötzlich das Bild von Dracos Gesicht auf, nachdem er Harry geküsst hatte. Das hellblonde Haar war von Staub und Schweiß strähnig, eine besonders kesse Strähne klebte ihm in der Stirn. Die Wangen des ehemaligen Slytherin waren gerötet, ebenso die Lippen, über die er sich jetzt kurz mit der Zunge fuhr, als wollte er ein letztes Mal den Geschmack des dunkelhaarigen Mannes einfangen, der noch auf den Lippen hing. Seine Augen glitzerten vor Lust, die von dem Kuss ausgelöst worden war. Diese Lust hatte Harry vor fünf Jahren an einen Platz tief in seinem Herzen verbannt, wo er versucht hatte, sie zu vergessen. Bei ihr war auch die Leidenschaft, die Draco damals wie ein Feuer entfacht hatte. Doch nun waren sie wieder hervor gekommen. Auf dem ganzen Rückweg hatten sie unter der Oberfläche gebrodelt, wo Harry sie ignoriert hatte. Aber nun schoss ihm das Blut in den Lenden, machte ihm klar, dass er seine Gefühle nicht weiter ignorieren konnte. Seine Hände glitten aus seinem Haar, über seine Brust und in seinen Schoss. Er verbannte Dracos Bild, holte stattdessen das von Julian aus seinem Gedächtnis. Seine Hand schloss sich langsam um seinen Penis, während vor seinem inneren Auge sich die Szene vom Morgen abspielte. Locker ließ er seine Hand auf und ab fahren, wobei seine Finger immer mal wieder über die Spitze seines Penis strichen. Das Wasser floss immer noch über jeden Teil seines Körpers, liebkoste ihn, wie ein Liebhaber. Seine zweite Hand spielte mit einem seiner Nippel.
Er sah sich selbst, wie er da stand, über das Balkongeländer gebeugt, wo jeder ihn sehen konnte, Julians Körper an seinen gepresst. Julians hellblondes Haar, dass in der Sonne zu leuchten schien, seine helle Haut, die in einem solchen Kontrast zu Harrys eigener sonnengeküssten Haut stand. Draco. Harrys Griff verstärkte sich ein klein wenig, aber er zwang sich seine Hand noch nicht schneller zu bewegen, obwohl die tiefe Lust, die ihn durchflutete, ihn anflehte endlich loszulassen. Seine Beine zitterten ein wenig, also lehnte er sich gegen die kalten Kacheln seiner Duschwand. Der Temperaturkontrast half ihm nicht unbedingt sich ein wenig zu beruhigen. Im Gegenteil, die Kühle an seinem Rücken und Po und das warme Wasser, dass über seine Vorderseite lief, ließ noch mehr Blut in seinen Lenden schießen. Er konnte spüren, wie seine Erektion leicht zu pulsieren begann. Sein Hand schloss sich noch einmal fester, wobei jetzt auch die Bewegungen schneller wurden. Harrys Atem hatte bereits begonnen sich zu beschleunigen, jetzt entkam ihm ein leises atemloses Stöhnen. Als er es hörte, fing er überrascht seine Unterlippe zwischen seinen Zähnen ein.
Seine zweite Hand glitt von seinen Nippeln zu seinem flachen Bauch, wo die Fingerspitzen die Muskeln nachfuhren, bevor sie zu Harrys Seite glitten. Plötzlich war es nicht mehr seine Hand, denn sie waren viel blässer und größer. Sie wanderte weiter zu Harrys Hüftknochen, über den sie kurz strich, bevor sie weiter strich. Der ehemalige Gryffindor spürte, wie die Hand über seine Seite glitt und schließlich auf seinem Po zu ruhen kam. In dem Moment bemerkte er auch, dass er unbewusst begonnen hatte seine Hüfte nach vorne zu stoßen, in die Hand, die immer noch seinen Penis liebkoste. Lust hatte seine Gedanken vernebelt. Die zweite Hand hatte begonnen die weiche Haut seiner Pobacke zu kneten, wobei sie immer mehr zu dem Spalt glitt, bis schließlich die Fingerspitzen in ihm ruhten. Seine Bewegungen wurden noch schneller, aber er bemerkte es bereits nicht mehr. Genauso wenig bemerkte er, dass das Bild in seinem Kopf schon lange nicht mehr Ähnlichkeit mit Julian hatte. Als die Fingerspitze seines Mittelfingers schließlich gegen seinen Eingang presste, verlor er auch noch das letzte bisschen Verstand. Mit einem leisen Keuchen kam er über seine Hände, das Bild von Dracos lustverhangenen Augen immer noch im Kopf.
Erschöpft öffnete er seine Augen und zwang sich wieder unter den Wasserstrahl, um den neuen Schweiß abzuwaschen. Dann stieg er aus der Dusche, trocknete sich ab und zog eine Boxershorts an. Die ganze Zeit über versuchte er zu verdrängen, dass er nicht an Julian gedacht hatte, er war jetzt nicht in der Lage sich mit diesem Problem auseinander zu setzten. Stattdessen begann er sein Haar trocken zu fönen. Es kostete ihn fast eine Stunde, die er dafür benutzte eine innere Debatte zu führen, ob er noch bei Oliver anrufen sollte, oder nicht. Er kam zu dem Entschluss, doch anzurufen. Also schmiss er sich, nachdem er seine verheilende Wunde verbunden hatte, auf sein Bett und wählte Olivers Nummer. Während er darauf wartete, dass der andere Zauberer abnahm, nippte der dunkelhaarige Mann an seinem Wein. Vielleicht war Oliver nicht da oder er schlief schon. Harry fehlte bei den ganzen Zeitzonen immer der Durchblick. Eine Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. „Ja?", hörte er Oliver am anderen Ende der Telefonleitung genervt sagen. Es klang fast so, als stände er direkt neben ihm. „Hey!", sagte Harry leise und für einen Moment dachte er, dass sein Ex ihn nicht gehört hatte, aber dann antwortete Oliver mit sehr viel sanfterer Stimme, als zuvor. „Hey, Baby. Wie geht's dir? Du hörst dich erschöpft an." Harry stellte sein Rotweinglas wieder zurück auf den Nachttisch, dann steckte er sich auf seinem großen Doppelbett aus. „Mir geht's besser, als es vermutlich sollte. Was ist mit dir?", fragte er zurück. Von der anderen Seite der Leitung konnte er ein gequältes Stöhnen hören. „So schlecht?", wollte er mit einem kleinen Grinsen auf den Lippen wissen. „Die verdammte Quidditchseason killt mich! Kannst du mich dran erinnern, weshalb ich professioneller Spieler geworden bin?" Harry lachte leise. „Weil du es damals noch nicht besser gewusst hast?", schlug er vor, während er sich vorstellte, wie Oliver auf seinem Sofa saß, die Beine auf dem Wohnzimmertisch und sich mit einer Hand gequält einen Oberschenkel massierte.
„Das war der eine Grund. Der andere war, dass ich gedacht hab, es würde nicht so viel schwerer sein, als Schulquidditch. Und hör auf zu lachen.", setzte Oliver noch etwas gespielt ungehalten hinzu. Harry biss sich auf die Unterlippe. „Ich lache nicht.", brachte er hervor, aber das Grinsen auf seinem Gesicht wurde wieder breiter. „Ja, natürlich nicht... Ich kann es schon fast vor mir sehen. Du sitzt auf deinem Sofa, die Beine unter dir gefaltet... „Ich liege auf meinem Bett.", verbesserte Harry, jetzt noch amüsierter als zuvor. „Was?", wollte Oliver etwas irritiert wissen. „Ich bin nicht auf meinem Sofa. Ich bin auf meinem Bett.", erklärte der dunkelhaarige Zauberer. An der anderen Seite der Leitung war für einen Moment Stille. Harry wusste genau, wie die Vorstellungskraft seines Ex-Freundes jetzt lauter kleine, versaute Bildchen zeigte. „Okaaay, Themawechsel!", brachte der Quidditchspieler heraus, die Stimme jetzt ein ganzes Stück rauer, als zuvor. Harry begann zu lachen. Als dieses Geräusch dann auch noch ein gequältes Stöhnen hervor rief, konnte er sich fast nicht mehr einkriegen. „Harry, hör auf!", flehte die Stimme seines ehemaligen Schulkameraden. „Weshalb?", wollte Harry, jetzt kichernd wissen. „Weil die Vorstellung von dir in einem Bett und das Geräusch deines Lachens immer noch eine recht gefährlich Kombination ist." „Ach, wirklich?" „Ja, es verändert sämtliche Blutströme und setzt Gedanken frei, die sagen, dass ich jetzt zu dir apparieren sollte." Harry wiederstand der Frage, was Oliver denn machen würde, wenn er hier wäre. Sie wussten beide, dass nicht mal seine Beziehung zu Julian verhindern konnte, dass die beiden einander anzogen. Harry wollte Julian nicht betrügen.
„Ich hab heute Draco und Ron wieder getroffen." Er hatte das Thema gewechselt. Nur zu eigenen Sicherheit. Etwas im Ton des Gespräches änderte sich sofort. „Wie war es?" Bei dieser Frage wanderte Harrys Blick zur Decke. Das Mondlicht warf wilde Muster in die Schatten. „Ich weiß es nicht genau. Es war seltsam. Am Anfang waren sie mir so fremd... Als wäre nichts mehr von den alten Charakteren übrig, die ich in Hogwarts gekannt habe. Ich meine, die beiden sind jetzt Partner. Hättest du dir damals vorstellen können, dass sie mal zusammen arbeiten würden? Ohne sich gegenseitig den Gar aus zu machen? Also ich hätte mir das nicht vorstellen können... Aber dann hab ich auch gedacht, dass ich den beiden vertrauen kann. Vielleicht kann ich Menschen einfach nicht richtig einschätzen.", murmelte Harry. „Harry, das was damals passiert ist, hat uns alle schockiert. Niemand hat damit gerechnet. Ich meine, sogar die Weasleys konnten es nicht glauben. Wie willst du dann wissen, dass dein bester Freund ein Mistkerl ist?" Olivers Stimme war sanft und beruhigte ein wenig die wogenden Wellen der Gefühlen, die in Harry waren. „Ich hätte mich nicht einmal auf Malfoy einlassen sollen. Wenn ich..." „Harry, du warst verliebt. Er hat etwas in dir berührt, dass noch nie jemand zuvor berührt hat." Der Dunkelhaarige schüttelte ein wenig seinen Kopf, obwohl Oliver ihn nicht sehen konnte. „Das stimmt nicht.", wisperte er. „Es stimmt, Baby. Du kannst deine Gefühle für Draco und deine Gefühle für ihn nicht vergleichen. Dich trifft keine Schuld." Ein verlorenes Lächeln stahl sich auf das schöne Gesicht des ehemaligen Gryffindor. Wie oft hatte er den letzten Satz schon gehört? Wie viele hatten zu ihm schon gesagt, dass er keine Schuld hatte? Er wusste es nicht. Aber er wusste, dass er es nie hatte glauben können. Zu einer solchen Situation gehörten immer zwei und das der zweite in diesem Fall vielleicht Ron war, fiel ihm nicht ein. Harry ging davon aus, dass irgendwo er selbst etwas falsch gemacht hatte.
„Harry! Harry, mach dir keinen Kopf. Was auch immer sie damals zu dir gesagt haben und was auch immer du denkst: Es ist Unsinn! Du hast keine Schuld und wirst es auch nie haben. Niemand kann die Geschichte so drehen, dass es deine Schuld ist. Auch ein Slytherin nicht." Harry hatte sich während Olivers Worten auf die Seite seines gesunden Armes gerollt. Die Beine hatte er so eng wie möglich an seinen Körper gezogen. „Woher willst du das wissen, Oliver. Du warst damals nicht da.", wisperte er. „Ich weiß es, weil ich dich kenne und, Baby, ich kenne dich sehr gut. In jeder Beziehung." Harry schwieg für einen Moment. Ein kleiner Teil in ihm glaubte, dass sein Ex-Freund recht hatte, aber ein sehr viel größerer Teil hatte sich bereits so in die Vorstellung verrannt, dass er sich weigerte den entlastenden Worten glauben zu schenken. „Unsere Beziehung ist auch nur wegen mir in die Brüche gegangen." Mit diesen Worten wurde er plötzlich von einer Einsamkeit übermahnt, die von ihm immer unterdrückt wurde. „Sie ist nie in die Brüche gegangen, Harry. Wir verstehen uns jetzt auch noch wirklich gut." „Aber wir sind kein Paar mehr." „Wir könnten eines sein, wenn wir wollten.", erinnerte Oliver ihn sanft. Harry Augen hatten sich geschlossen. „Würdest du es wollen?", fragte er leise. „Du weißt, dass du es nur sagen müsstest und ich würde zu dir kommen. Aber du bist nicht mehr solo und ich glaube, dass du den blonden Künstler verlassen möchtest. Schließlich magst du ihn ja." „Ja, dass tue ich.", pflichtete Harry ihm bei. Und wieder senkte sich eine Stille über das Gespräch. Beiden war das Thema etwas unangenehm.
„Was wollten die beiden denn von dir?", erneut wurde das Thema geändert, dieses Mal aber von Oliver. „Wer?", wollte Harry etwas verwirrt wissen. „Der Slytherin und der missratene Weasley." Der dunkelhaarige Mann öffnete wieder die Augen. Sein Blick fiel auf das Bild, das an der Wand hing. Er konnte in der Dunkelheit nicht erkennen, was abgebildet war und in diesem Moment wollte es ihm auch nicht einfallen. „Sie haben Schwierigkeiten mit einem Fall. Blaise hatte sie zu mir gebracht." „Glaubst du, dass du ihnen helfen kannst?", wollte Oliver wissen. Harry dachte einen Moment lang nach. „Ich weiß es nicht. Es ist alles so merkwürdig. Die Auswahl der Opfer. Die Linien auf dem Bauch. Die Bilder. Es sind alles Indizien, aber ich weiß nicht was ich daraus machen soll." Harry rollte sich zurück auf seinen Rücken. „Ich meine, ich verstehe, was sie sind, aber nicht wie sie zusammen hängen. Oder was uns der Mörder damit sagen will." „Baby, du hörst dich nicht allzu gut an. Wenn der Auftrag dich zu sehr belastet, lehn ihn nachträglich ab." Oliver hörte sich besorgt an, denn Harry war nicht in der Lage gewesen, seine beinahe ängstliche Verwirrung zu verbergen. Sie war über seiner Stimme gelegen, wie ein schwarzer Schleier. „Das kann ich nicht. Irgendwie, Oliver, häng ich da selbst mit drin, aber ich verstehe nicht wie.", sagte Harry sanft. „Weshalb bist du der Meinung, dass der Fall mit dir in Verbindung steht?", wollte der Quidditchspieler wissen. „Wegen den Bildern. Die Fotos zeigen mich. Angeblich alle drei. Weshalb hat der Mörder Fotos von mir gemacht und sie zu seinen Opfern gelegt?" „Was für Bilder waren das?" Oliver klang jetzt ein ganzes Stück besorgter als zuvor. Er hatte es noch nie gemocht, wenn Harry sich selbst in Gefahr brachte. Speziell nicht, wenn sie nicht wussten, was die Gefahr war und er konnte die Gefahr in diesem Fall schon fast wittern.
„Ich bin von London nach Rom gereist, weißt du noch? Kurz nachdem wir die Unterhaltung gehabt haben damals. An dem Tag, als das Bild gemacht worden war, hat Hermine mich aus dem Hotel geschleppt, damit ich mit ihr eine Stadttour mache. Mir ging es schlecht. Wirklich schlecht. Schlechter als an allen anderen Tagen. Aber sie hat darauf bestanden, also bin ich mitgegangen. Ich habe so gefroren, obwohl es fast dreißig Grad warm war. Das Bild ist vor dem Kolosseum gemacht worden. Ich hatte mich ein wenig abseits von der Gruppe hingestellt, weil ich so wie so nicht zuhören konnte. Meine Sinne waren vermutlich nicht mehr so scharf, aber ich hätte es bemerkt, wenn ein Foto von mir gemacht worden wäre. Aber ich habe nichts bemerkt, obwohl das Bild mich frontal zeigt. Ich verstehe nicht, wie das gemacht wurde und ich verstehe nicht, weshalb." Harry hob seine Hand und sah durch seine gespreizte Finger an die Decke. „Harry, du beginnst mir ernsthaft Sorgen zu machen." Olivers Stimme klang ernst. „Oh, du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Ich wage zu bezweifeln, dass ich jetzt schon das Ziel werde. Also hab ich noch ein bisschen Zeit den Mörder zu finden und an die Auroren auszuliefern." „Harry deine Zuversicht macht mir manchmal wirklich Angst!" Oliver klang jetzt nicht mehr ganz so angespannt wie zuvor, sondern fast spöttisch. „Hey, so überlebe ich jeden Tag. Mein Optimismus hilft mir die Fälle zu lösen, die ich zugeworfen bekomme." Harry war erleichtert, dass die Stimmung wieder ein bisschen leichter geworden war. „Ich wünschte, ich hätte sie zum Quidditchtraining.", kam es jetzt deutlich amüsiert vom anderen Ende der Leitung. „Oh, ich hab es durch dein Quidditchtraining gelernt.", gab der Retter der Zauberwelt lächelnd zurück. „Hey, so schlimm war ich gar nicht!", protestierte Oliver. „Du warst grausam." „Aber wir haben die Slytherins immer wieder geschlagen." „Ja, weil du so einen wunderbaren Sucher hattest!", antwortete Harry gespielt hochmütig und streckte seine Beine auf dem Bett aus, da sie zuvor noch angewinkelt gewesen waren. „Höre ich da etwa Eigenlob?", lachte Oliver. „Von mir doch nicht!", entgegnete der Dunkelhaarige.
„Was ist denn sonst heute passiert?" „Oh, wir haben endlich die beiden Monster zur Strecke gebracht. Die, die wir durch das Stadtzentrum gejagt haben." Harrys Stimme klang jetzt durch und durch enthusiastisch. Sein Job machte ihm Spaß, obwohl er immer mal wieder mit unangenehmen Zusammenarbeiten verbunden war. „Ich dachte, dass wäre nur eines gewesen?" „War es auch, bis ich ihm einen Fluch auf den Hals gehetzt habe. Wusstest du, dass es Kreaturen gibt, die die Energie eines Spruches benutzen können, um sich zu vermehren? Nein? Ich auch nicht. Oh, und Ron wusste es auch nicht." Obwohl die Situation zu diesem Zeitpunkt nicht lustig gewesen war, musste er jetzt doch ein wenig Grinsen. „Wie kommst du darauf, dass der Weasley es nicht gewusst hat." „Hat genau den gleichen Fehler gemacht, wie ich. Zum Schluss haben wir drei Ungeheuer durch die Kanalisation gejagt." Erklärte Harry. „Wie kommt es eigentlich, dass er dabei war." „Malfoy und er hatten beschlossen, dass sie uns nicht alleine lassen. Sie wollten wissen, was wir so machen." „Und da habt ihr sie mit in die Kanalisation genommen?" Der ehemalige Gryffindor konnte Olivers Grinsen in seiner Stimme hören. „Ja!" „Da muss Malfoy sich doch sehr gefreut haben!", lachte der Quidditchspieler. „Oh ja, er war erfüllt von Glück! Vor allem, als Ron in eine Pfütze neben ihm gesprungen ist. Aber er ist trotz allem mitgegangen." Bei dem letzten Satz wurde Harry etwas nachdenklich. Früher wäre es undenkbar gewesen, dass Draco in einen Abwasserkanal stieg und mit einer schmutzigen Hose durch die Gegend lief. Er hätte darauf bestanden, dass er sich erst umzieht, bevor sie auf Monsterjagd gehen würden. Dieses Mal war er mitgegangen, nein, Draco hatte es sogar noch etwas weiter getrieben. Er war kooperativ gewesen, für Malfoy-Verhalten jedenfalls.
„Ward ihr ein tolles Team?", wollte Oliver neugierig wissen. „Wir waren besser als erwartet! Bis auf den kleinen Aussetzer von Ron, als er das Monster verflucht hat, gab es nur noch einen Aussetzer von Malfoy." Bei dem Gedanken wurde Harry plötzlich seltsam warm. „Was hat er den gemacht?" Harry konnte plötzlich wieder die Hand des blonden Mannes in seinem Genick spüren und die heißen Lippen auf seinen eigenen. Er konnte Draco auf seiner Zunge schmecken und spüren, wie seine Zunge erneut Harrys Mund plünderte, so seltsam zärtlich. Nicht so, wie er es früher gemacht hatte, wenn sie sich geküsst hatten. „Er hat mich geküsst.", antwortete er Oliver, aber er zuckte ein wenig zusammen, als er bemerkte, wie atemlos er die vier Worte klangen. Dazu kam auch noch seine raue Stimme. Die Erinnerung an den Kuss hatte ihn nicht ganz unberührt gelassen. Es störte ihn, dass Draco nach all den Jahren noch so einen Effekt auf ihn hatte, aber er wusste auch nicht, was er genau dagegen machen sollte. Zu seinem eigenen Glück wurde er aus diesen Gedanken gerissen. „Er hat was?!?" In Olivers Stimme schwang Zorn und Ungläubigkeit mit. „Er hat mich geküsst.", wiederholte Harry noch einmal und bemerkte noch nicht einmal, wie seine Fingerspitzen flüchtig seine Lippen berührten. „Harry? Bist du okay?" Bei der Frage blinzelte Harry etwas verwirrt. „Ich? Ja... Ja! Ich bin okay. Es ist nur... Ich hab ihm zwar unmittelbar danach eine geknallt. Aber ich verstehe nicht mehr so genau weshalb." Im selben Moment, da er dies gesagt hatte, wollte er sich schon die Zunge abbeißen. Natürlich wusste er, weshalb er Draco geschlagen hatte. Jedenfalls wusste er es in dem Moment, in dem er es getan hatte. Wieso konnte er sich jetzt nicht mehr daran erinnern. „Harry?" Olivers Stimme klang jetzt merkwürdig vorsichtig. "Hast du dir schon mal überlegt, ob du ihn immer noch liebst?" Mit einem Schlag kehrte Harry wieder ganz in die Gegenwart zurück. „Was?", wollte er wissen, ungläubig, dass Oliver es überhaupt wagte so etwas zu fragen. „Liebst du Draco noch, Harry?" Harry legte auf.
Er legte das Telefon auf das Nachttischchen und sah verwirrt an die Decke. Liebte er Draco noch? Die Antwort, die er aus Reflex heraus geben wollte war: Nein, natürlich nicht! Aber war er sich da auch ganz sicher? Oder war es nur die ‚richtige' Antwort? Denn Harry wusste, dass es die ‚richtige' Antwort war. Alle erwarteten, dass er so antwortete, wollten, dass er so antwortete. Sogar er selbst wollte diese Frage mit ‚nein' beantworten können. Er wollte behaupten können frei von Malfoy zu sein. Aber war es die Wahrheit? Harry wusste es nicht. Er wusste nicht, ob er Draco noch immer liebte. Er wusste, dass er immer noch Lust für ihn empfand und, dass er ihm noch nicht vergeben hatte. Doch was für Gefühle er sonst noch für den blonden Slytherin hatte, wusste er nicht. Es war der Grund gewesen, weshalb er bei Olivers Frage aufgelegt hatte. Er wusste die Antwort nicht und selbst, wenn er sie gewusst hätte, war er sich nicht sicher, ob sie seinem Ex-Freund gefallen hätte. Mit diesem Gedanken im Kopf und dem Bild von Draco vor Augen, schlief Harry schließlich ein.
Am nächsten Morgen verschlief er glatt sein Weckerklingeln und wachte erst um kurz vor elf auf. Harry setzte sich im Bett auf. Ein Teil in ihm wollte im Büro anrufen und sich für den Tag abmelden oder sich entschuldigen, dass er spät kam, aber der andere Teil sagte ihm, dass er es auch tun konnte, wenn er dort auftauchte. Er schwang seine langen Beine aus dem Bett, wobei er froh war, dass ein schwarzer Teppich auf dem weißen Marmorboden lag. Kaltes an seinen Füßen hätte er jetzt nicht ertragen können, dafür war er noch nicht wach genug. Immer noch müde tapste er zum Ende des Teppichs, wo seine Hausschuhe standen. Harry konnte sich nicht mehr genau erinnern, wann er sich dort abgestellt hatte, aber jetzt war er froh. Mit warmen Pantoffeln an den Füßen pilgerte er ins Bad. Dort angekommen stellte er fest, dass der Heiltrank seine Arbeite getan hatte, da die Wunde komplett verheilt war. Er warf den Verband in den Mülleimer bevor er sich kaltes Wasser ins Gesicht spritzte. Die alte Boxershorts warf er mit dem Rest der alten Klamotten in einen Wäschebehälter. Dann machte er sich, mit einer Haarbürste in der Hand, auf den Weg in die Küche. Während er lief, begann Harry schon einmal seine Haare zu bürsten. Als er dann in der Küche Kaffe und Toast gemacht hatte, war seine schwarze Mähne einigermaßen ordentlich.
Der ehemalige Gryffindor war gerade dabei seinen Toast mit Honig zu bestreichen, als sein Telefon zu klingeln begann. Ohne Eile schlurfte er quer durch sein Wohnzimmer zurück in das Schlafzimmer. Dort angekommen nahm er ab. „Ja?", wollte er wissen und versuchte sich das Gähnen zu verbergen. „Harry? Hier ist Neville!" „Ich bin in zirka 20 Minuten da.", brummte der Retter der Zauberwelt. „Darum geht es nicht. Hermine ist auch noch nicht da und ich hab Ron und Malfoy noch mal weggeschickt. Du kannst dir ruhig Zeit lassen." Harry lächelte ein wenig und ging wieder zurück in die Küche, wo er sich eine Tasse Kaffe einschenkte. „Was willst du dann?", wollte er wissen. „Es geht um das Höllenfeuer von gestern." Bei diesem Punkt wurde Harry etwas stutzig. Er hatte Neville noch gar nichts von der letzten Nacht erzählt, woher wusste er also von dem schwarzen Feuer? „Hermine hat mir davon erzählt!", setzte Harrys Freund noch erklärend hinzu, als der Dunkelhaarige etwas zu lange schwieg. „Ah, okay. Und was ist damit?" „Na ja. Das es sogenanntes Höllenfeuer war, hab ich ja gerade schon gesagt." Harry nippte an seinem Kaffe und verbrannte sich um ein Haar die Zunge, während er wartete. „Das Merkwürdige ist, dass solch ein Feuer normalerweise nur von bereits toten magischen Kreaturen ausgelöst werden kann. Also Vampire, Zombies und Geister können Höllenfeuer als eine Art der Magie benutzen. Lebende Kreaturen würden beim lebendigen Leib davon verschlungen, würden sie versuchen es zu benutzen. Irgendeine Gruppe verrückter Schwarzmagier hat es mal ausprobiert." Harry löffelte etwas Zucker in seinen Kaffe und nahm erneut einen kleinen Schluck. „Also hat uns da unten irgendetwas bereits gestorbenes geholfen?", wollte er etwas ungläubig wissen. „So sieht es im Moment aus. Die Gruppe Magier hat es nicht überlebt das Höllenfeuer zu beschwören und seitdem hat es keiner mehr versucht." Harry nippte erneut an seinem Kaffe. Der Nebel begann sich so weit von seinen Gedanken zu heben, dass er beginnen konnte über Nevilles Informationen nachzudenken. „Danke, Neville.", murmelte er. Sein Freund brachte grade noch ein ‚Bitte' hervor, bevor Harry auflegte.
Der Dunkelhaarige lehnte nackt am Küchentisch und starrte in seinen Kaffe, als hätte das schwarze Gebräu irgendwie die Antworten am Tassenboden verborgen. Wenn er auch nur im geringsten an Wahrsagerei geglaubt hätte, hätte er jetzt die Teeblätter aus einem Schrank hervor geholt. Aber den Glauben hatte er bei seiner Lehrerin für Wahrsagerei im Klassenzimmer gelassen. Er nahm einen weiteren Schluck von seinem Kaffe und begann nun endlich auch sein Honigtoast zu essen. Während Harry das tat versuchte er immer noch Sinn aus den neuen Informationen zu machen, aber es wollte ihm nicht gelingen. Zu allem Überfluss klingelte dann auch noch zum zweiten Mal sein Telefon. Dieses Mal war Hermine am anderen Ende der Leitung. Sie klang reichlich aufgeregt. „Harry! Du musst sofort kommen." „Was ist den passiert?", wollte er wissen schon auf halbem Weg durch das Wohnzimmer. „Es hat einen weiteren Mord gegeben. Draco und Ron sind schon am Tatort, ich bin gerade auf dem Weg." „Ich brauche fünf Minuten, bevor ich los kann!" Bevor Hermine auflegen konnte, brachte Harry sie noch dazu ihm die Adresse durchzugeben, dann schmiss er das Telefon auf sein ungemachtes Bett. Er schoss zu seinem Kleiderschrank und zog wahllos eine Boxershorts, eine Hose und ein T-Shirt hervor. Im Bad benutzte er im gleichem Tempo, in dem er sich angezogen hatte, sein Deo und Aftershave und band sich die Haare locker zurück. Zwei Minuten später betrat er den Aufzug, der ihn in die Tiefgarage brachte.
Unten angekommen gingen die Türen auf und er wollte schon aus der Kabine stürmen, doch stattdessen rannte er in den festen Körper eines anderen Mannes. Harry sah kurz auf, wobei er ein Entschuldigung murmelte, dann sprintete er zu seinem Wagen. Kurz darauf fuhr er aus der Tiefgarage, aber schon nach Straßen hielt er seinen heißgeliebten Lamborghini mit quietschenden Reifen an. Ganz plötzlich wurde ihm bewusst, welches Gesicht der Mann gehabt hatte, in den er hinein gerannt war und er konnte es nicht glauben. Er rief ihn sich wieder und wieder vor Augen, aber immer mit dem selben Ergebnis. Harry hatte den Mann gekannt, in den er hineingerannt war. Er hatte ihn sogar gut genug gekannt, um ihn eigentlich sofort zu erkennen, aber in der Hektik hatte die Nachricht sein Hirn erst viel zu spät erreicht. Ein weiterer Grund, weshalb er nicht sofort bemerkt hatte, wer der Mann war, war, dass er nicht mit ihm gerechnet hatte. Harry hatte damit gerechnet dieses Gesicht nie wieder zu sehen und er hatte deswegen getrauert. Der Mann vor dem Aufzug hatte das Gesicht von Sirius Black gehabt.
TBC
Dezember 2006
11
