Drei Tage später gibt es zwei weitere Opfer und noch kein nennenswertes Ergebnis, aber sie haben das Versteck des Täters gefunden. Leider ist Mike Carson entkommen und es fehlt jede Spur von ihm.

Derek sieht sich um: „Was für ein Chaos. Er hat alles gesammelt und aufgeschrieben… Wir bräuchten schon Spencer um da einen Überblick zu bekommen." Hotch sieht ihn an und nickt: „Ich ruf ihn gleich an." „Meinst du wirklich?", Morgan dreht sich überrascht zu ihm. „Du hast es doch gerade selbst gesagt.", antwortet Aaron grinsend. Derek zuckt mit den Schultern: „Das war nur so… Aber ich hab nichts dagegen." „Das glaub ich.", Hotch lächelt: „Schau dich hier noch ein wenig um. Ich geh telefonieren."

Spencer sitzt gerade an seinem Computer, auf der Arbeit, als sein Handy klingelt. Er sieht auf das Display und erschrickt. Sofort nimmt er ab und fragt: „Was ist mit Derek?! Geht's ihm gut?" Hotch ist einen Moment erschrocken, bevor er antwortet: „Immer mit der Ruhe, Reid. Es hat nichts mit Morgan zu tun." „Oh Gott sei Dank.", Spencer atmet erleichtert auf. „Wir brauchen deine Hilfe." „Klar, mail mir einfach die Daten. Soll ich…" „Das wird nichts bringen. Der Täter hat handschriftliche Aufzeichnungen gemacht und hier sind Pläne von der Umgebung und… Wir bräuchten dich hier." Reid seufzt, eigentlich hat er genug Arbeit, aber er weiß auch, dass es um Menschenleben geht. So nickt er: „Okay, ich frag noch eben meinen Chef…" „Das hab ich schon. Es ist okay." Spencer grinst: „Na wenn das so ist…" „Ich hab dir einen Platz in der nächsten Maschine gebucht. Wir sind hier in Orlando. Ich hab auch schon Streifenpolizisten zu dir geschickt, die haben alles was du brauchst und bringen dich direkt zum Flieger und hier wirst du später abgeholt." „Wow, perfekt vorbereitet wie eh und je. Kann ich wenigstens noch meine Tasche von daheim holen?" Hotch grinst: „Ja, du hast noch genügend Zeit. Meld dich, wenn du hier gelandet bist." „Mach ich."

Eine halbe Stunde später sitzt Spencer im Streifenwagen, neben sich seine gepackte Reisetasche. Er holt sein Handy raus und wählt Dereks Nummer: „Ich komm zu euch!" Derek grinst: „Das weiß ich doch schon längst, schließlich hab ich Hotch dazu gebracht." „Ach ja?" „Jaaa, weil ich dich so sehr vermisst hab." „Blödmann." „Okay, das ist nicht der Grund… aber wahr ist es trotzdem." Reid senkt verlegen den Kopf: „Geht mir genauso… also schieß los." „Das würde gar nichts bringen. Das sind so viele Unterlagen und Pläne… mach dir bitte später selbst erst ein Bild." „Okay, sag Garcia trotzdem sie soll mir schon mal einiges mailen. Während ich in der Luft bin, kann ich mir dann schon mal einen Überblick verschaffen." „Mach ich. Bis später." „Bis dann."

Derek legt auf und wählt Garcias Nummer: „Zu ihren Diensten." Derek grinst: „Hey Baby Girl, ich brauch mal wieder einen Gefallen." „Dein Wunsch ist mir Befehl. Leg los, großer Meister." „Wir kommen hier einfach nicht weiter und Hotch hat Reid angefordert." „Wirklich?" „Ja wirklich. Er ist schon auf dem Weg. Du sollst ihm ne Mail schicken, mit den Daten, die du zur Verfügung hast." „Wird sofort erledigt… Werdet ihr euch ein Zimmer teilen?" „Penelope Garcia, an was denkst du denn wieder?" „Nichts, gar nichts! Bin schon weg." Schwupps hat sie aufgelegt. Derek schüttelt grinsend den Kopf.

Bevor Reid ins Flugzeug steigt, bekommt er von Garcia noch Daten, so kann er sich währenddessen die Zeit vertreiben. Viel ist es zwar nicht, aber er versteht, worum es geht. Er sitzt die nächsten sechs Stunden im Flugzeug und kommt, acht Stunden nachdem er von seinem Abflug erfahren hat, am Flughafen an. Zum Glück hat er im Flugzeug ein wenig geschlafen, so ist er, trotz das es schon fast Mitternacht ist, hellwach. Er sieht sich nach der Ankunft um und bemerkt dann schon zwei junge Streifenpolizisten. Er geht zu ihnen: „Hallo, ich bin Dr. Reid." „Hallo. Könnten wir bitte sicherheitshalber ihren Ausweis sehen?" Spencer nickt und sucht ein paar Sekunden, in der Tasche, nach seinem Geldbeutel. Danach reicht er den Ausweis weiter. Der Ältere nickt: „Sehr schön. Kommen sie bitte mit. Wir bringen sie direkt zum Auto und dann zu Agent Morgan, er erwartet sie bereits." Spencer lächelt heimlich und folgt den beiden.

Noch einmal eine halbe Stunde später kommen sie endlich am Versteck des Täters an. Derek sieht sie bereits und kommt zu ihnen: „Hallo Reid." Spencer steigt aus dem Auto und nimmt die Tasche mit sich: „Hi." Morgan zwinkert ihm kurz zu und beugt sich dann zu den Polizisten: „Danke für den Fahrdienst. Momentan brauchen wir sie nicht mehr." Die zwei nicken und fahren davon. Derek nimmt Spencers Tasche: „Na komm, ich zeig dir alles."

Zusammen gehen sie hinein. Im Eingangsbereich bleiben sie kurz stehen. Derek lächelt und beugt sich zu Spencer: „Schön, dass du da bist." „Freut mich auch, dich zu sehen." Spencer kommt unsicher ein wenig näher und Derek küsst ihn kurz, was Reid lächeln lässt: „Mmh, schöne Begrüßung." „Ich finde es auch schön, dass du da bist, nur die Umstände…" „So schlimm?" Derek zuckt mit den Schultern und legt eine Hand auf Spencers Rücken, so dirigiert er ihn ins Büro. Reid erstarrt. Dort sind die Fotos der Mordopfer, die grausam zugerichtet waren, und teilweise detaillierte Beschreibungen. Derek sieht ihn besorgt an: „Hotch hat gemeint ich kann bei dir bleiben." Spencer sieht ihn an und würde Hotch am liebsten für seine Entscheidung knutschen. So lächelt er aber nur und entgegnet: „Das ist nett." Derek holt ein Buch hervor: „Ich hab versucht mich ein wenig einzulesen…" „Ich mach das schon." Spencer setzt sich auf einen freien Stuhl und beginnt zu lesen. Morgan sieht ihn besorgt an. Eigentlich hat Reid ja wegen solchen Fällen das Team verlassen… unter anderem natürlich. Das sein Freund sich nun wieder mit solchen Gedanken auseinandersetzen muss, gefällt Derek nicht wirklich.

Stunden später gibt es noch immer keine weiteren neuen Spuren. Derek würde am liebsten die Sache abblasen, aber Spencer ist sich sicher, irgendwo etwas zu finden. Hotch kommt unerwartet ins Zimmer und bittet Derek nach draußen. Spencer ist so konzentriert, dass er es kaum mitbekommt.

„Wir haben noch eine Leiche." Derek schließt verzweifelt die Augen: „Wir kommen einfach nicht weiter." Hotch nickt: „Ich hab die anderen schon ins Hotel geschickt. Wir müssen alle etwas zur Ruhe kommen, damit wir später wieder mit neuer Kraft arbeiten können." „Aber…" „Die Spurensicherung ist schwer beschäftigt und die Polizei wertet ein paar Berichte aus. Wenn sie irgendwas finden, melden sie sich sofort bei uns… Ansonsten können wir nichts tun." Hotch sieht Derek besorgt an: „Und du machst dir Sorgen um Reid… Gib ihm auch die Pause." „Okay, ich sag's ihm. Ich hab einen Wagen da und fahr mit ihm." „Sehr schön. Wir sehen uns um sieben Uhr im Frühstücksraum." Derek verabschiedet sich und geht dann wieder zurück ins Haus.

Er geht zu Spencer und legt ihm eine Hand auf die Schulter. Der zuckt überrascht zusammen. „Sorry, Pretty Boy, ich wollte dich nicht erschrecken." „Schon gut… Was wollte Hotch?" „Wir sollen eine Pause machen." „Aber ich bin vielleicht kurz davor!" Derek schüttelt ruhig den Kopf: „Das hast du vor zwei Stunden auch schon gedacht. Wir machen jetzt erstmal Pause. Am Vormittag kannst du dir die Pläne noch mal genauer ansehen, vielleicht ist da eher ein Muster zu finden." Reid senkt den Kopf. Derek kniet sich zu ihm: „Was?" „Ich hab versagt." „Nein! Ich will so was nie wieder hören." Morgan nimmt sanft sein Kinn in die Hand und zwingt ihn so, ihn anzusehen: „Du tust was du kannst… Wir sind schon viel länger hier und haben noch keinen Hinweis gefunden… Was denkst du, wie wir uns vorkommen?" Spencer seufzt, aber Derek meint: „Vorwürfe bringen uns nicht weiter. Wir fahren jetzt… Komm." Derek erhebt sich und hält Spencer eine Hand hin, der ergreift sie sofort und steht auf. Derek grinst: „Das Buch lässt du aber hier." Spencer wirft ihm einen bösen Blick zu und legt dann das Buch auf den Schreibtisch. „Du hast doch nicht geglaubt, ich lass dich das Buch mitnehmen." Derek schüttelt grinsend den Kopf, Spencer sieht ihn nur unschuldig an.

Eine halbe Stunde später liegen sie gemeinsam im Bett. Spencer seufzt, als er sich an Derek kuschelt: „Wie schön, dass dein Einzelzimmer so ein großes Bett hat." „Oh ja. Mach jetzt die Augen zu und versuch zu schlafen." „Ja Mum." „Sch." Derek streicht Spencer sanft durch die langen Haare und hält ihn fest im Arm. Erleichtert stellt er nach ein paar Minuten fest, dass Spencer eingeschlafen ist. Er seufzt tief und braucht ein wenig länger, um selbst einzuschlafen.

Derek wacht auf und sieht auf die leuchtende Digitalanzeige. Es ist kurz nach halb fünf Uhr. Er wundert sich einen Moment, warum er wachgeworden ist, als er auch schon den Grund hört. Spencer hat ein Alptraum. Er dreht sich unruhig hin und her und murmelt immer wieder unverständige Worte. Morgan beugt sich über ihn und drückt ihn an den Schultern leicht zurück: „Spencer. Spencer, komm wach auf." „Nein… bitte nicht…" Spencer wirft den Kopf hin und her, so legt Derek sanft eine Hand auf die Wange und klopft leicht: „Wach auf, Babe. Komm schon." Reid seufzt noch einmal tief, als er plötzlich die Augen aufmacht und Derek erschrocken anschaut. Der setzt sich sofort hinter ihn und nimmt ihn so in den Arm: „Sch, alles gut, Babe. Atme ganz ruhig. Ich bin ja da." Verschreckt klammert sich Spencer an ihn. „War nur ein Alptraum. Alles vorbei." Sanft haucht er ihm einen Kuss auf die Stirn. Spencer seufzt wohlig und legt den Kopf auf seine Schulter: „Danke… dass du da bist." „Nicht doch.", Derek schüttelt den Kopf.

Sie bleiben so einige Zeit liegen, bis Reid grinsend meint: „Du hast mich Babe genannt." „Ähm… ja… Nicht gut? Ich tu…" „Doch, doch… gefällt mir… irgendwie." „Ich heb's mir für spezielle Momente auf.", beschließt Derek verlegen, was ihm ein Nicken von Spencer einbringt: „Schön." Morgan streicht ihm sanft ein paar Haarsträhnen beiseite, um ihn besser ansehen zu können: „Willst du mir sagen, wovon du geträumt hast?" „Ich weiß nicht so genau…", entgegnet Spencer unsicher, Derek meint sofort hartnäckig: „Du weißt, du kannst mit mir darüber reden." Spencer dreht sich ein wenig und umarmt Derek: „Ja, ich weiß… Ich meine, ich weiß wirklich nicht, wovon ich geträumt hab. Das waren so verschiedene Bilder… Du, wie du verletzt warst… ich als ich…" Spencer schluckt, es fällt ihm immer noch schwer über seine Entführung zu sprechen: „Und dann die Opfer im aktuellen Fall… Es war so verwirrend." „Meinst du, du kannst wieder einschlafen? Es ist noch früh." Spencer nickt: „Ich denke schon." Er macht es sich noch ein wenig gemütlich und Derek streichelt ihn sanft weiter, bis Spencer eingeschlafen ist. Morgan seufzt traurig, sein Freund hatte schon lange keinen Alptraum mehr… war's das alles wert?

Trotz der kurzen und unruhigen Nacht, wird Derek am Morgen bald wach. Auf Frühsport, oder ähnliches, verzichtet er und macht sich stattdessen schon mal fertig. Als er aus dem Bad kommt, schläft Reid immer noch. Derek setzt sich zu ihm aufs Bett und streicht ihm ein paar lange Haarsträhnen aus dem Gesicht: „Guten Morgen." Spencer murrt und dreht sich um. Morgan grinst und zieht die Jalousie, am Fenster, hoch. „Argh!" „Spence komm schon." Derek setzt sich zu ihm. „Ich bin müde." „Ich weiß, aber wir müssen los. In einer viertel Stunde müssen wir unten sein." „Ja doch." Mühsam erhebt sich Spencer aus dem Bett und geht ins Bad. Derek grinst und schüttelt den Kopf.

Zwölf Minuten später kommt Spencer aus dem Bad und geht zu Derek, der am kleinen Tisch sitzt und einen vorläufigen Bericht erstellt: „Guten Morgen, übrigens." Morgan dreht sich zu ihm: „Dir auch einen guten Morgen." Spencer beugt sich zu ihm und sie küssen sich sanft: „Sorry, ich war noch so müde." Derek steht auf und schlingt einen Arm um Reids Taille: „Kann ich mir vorstellen. Ich hätte dich ja auch noch gerne etwas schlafen lassen. Aber wir müssen los." Spencer nickt und schnappt sich seine Tasche: „Na dann." Derek lächelt und zusammen verlassen sie ihr Zimmer.