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Safety
Müde reibt sie sich die Augen, rümpft ihre Nase und presst ihr Gesicht noch fester in die Kissen. Er sitzt einige Meter entfernt an seinem Schreibtisch, beobachtet fasziniert den Tanz des flackernden Kerzenscheins auf ihrem Gesicht.
Eigentlich sollte er Hausarbeiten durchgehen. Die Feder liegt neben dem Stapel Pergament, scheint fast verloren zwischen all den Bergen unerledigter Aufgaben. Wie ein Ausrufezeichen hinter einer unbeachteten Aufforderung. Sogar der rebellische Tintenklecks prangt an der richtigen Stelle. Doch all das ist unwichtig.
Er kann sich nicht daran erinnern, dass er irgendwann eine Grenze überschritten hat. Vielleicht hat er sie einreißen lassen, als Hermine das erste Mal auf ihren Zehenspitzen gestanden hat, um ihn zu küssen.
Vielleicht war es auch schon viel früher. Er weiß es nicht. Weiß nur, dass heute seine Gemächer leer und kalt wirken, wenn sie nicht da ist. Mit ihrer Anwesenheit bringt sie etwas mit, das er vorher nie vermisst hatte.
Sie gibt einen Laut von sich, ein Schnurren oder Seufzen, und winkelt ihre Beine an. Auf leisen Sohlen schleicht er sich näher, breitet eine Decke über ihr aus und für einen Moment, nur einen ganz kurzen, bleibt seine Hand auf ihrer Wange liegen. Sie schmiegt sich hinein, als würde seine Hand die aufkeimende Wärme spenden, nicht die Decke. Ein erneutes Seufzen erklingt, als er seine Hand wieder fort nimmt und zurück zum Schreibtisch geht. Die Arbeit kann warten. Sie muss warten. Seine Schüler werden sich schon nicht darüber beschweren, wenn sie ihre M's und S's und T's einen Tag später bekommen.
Sich auf die Lehnen stützend, sinkt er zurück auf den Stuhl, das Gesicht der Couch zugewandt und grübelt weiter über die Frage nach, wer hier wem Sicherheit schenkt.
