Harry's Hearing the Truth – Kapitel 4

Harry nahm zögernd das Pergament, das Severus vor ihn gelegt hatte, und begann zu lesen.

1. Du wirst Deinen Erziehungsberechtigten gehorchen.

2. Du nimmst alle Mahlzeiten zusammen mit uns entweder in der Grossen Halle oder in unseren Wohnungen ein.

3. Du wirst uns umgehend informieren, wenn Du Dich krank fühlst oder gesundheitliche Probleme hast.

4. Du betrittst unsere Schlafzimmer oder das Tränkelabor nur auf Aufforderung und nach vorherigem Anklopfen.

5. Wir werden uns bemühen, Dein Hörverständnis zu verbessern und werden Dich behandeln, als ob Du unser Sohn wärest.

"Alles klar, sir," sagte Harry, als er das Pergament zurücklegte. 'Es kann nicht schlimmer als bei den Dursleys sein', überlegte er, froh, ein neues Zuhause zu haben.

'Wir haben auch über Deine Schulausbildung gesprochen, Potter, und haben beschlossen, dass wir versuchen wollen, nicht nur das Hören mit Dir zu trainieren, sondern Dir auch gewisse Dinge über die magische Welt beizubringen, die die meisten magischen Kinder, die in der Zaubererwelt aufwachsen, wahrscheinlich schon wissen, wenn sie nach Hogwarts kommen. Wenn die Schule in drei Wochen wieder beginnt, wirst Du am Unterricht des ersten Schuljahres teilnehmen, um Dich daran zu gewöhnen, trotz Deiner Hörprobleme im Unterricht klarzukommen, in der Hoffnung, dass Du dann erheblich weniger Schwierigkeiten hast, wenn Du nächstes Jahr offiziell das erste Schuljahr beginnst. Bist Du damit einverstanden?' fragte der Professor.

"Ja natürlich, Professor; vielen Dank", antwortete Harry dankbar.

"Prima. Willst Du dann mal gehen und sehen, ob Minerva schon auf ist und mit uns zum Frühstück kommt?" schlug Severus vor, wobei er laut genug sprach, damit der Junge ihn verstehen konnte. Harry eilte in sein Zimmer zurück und betrat zögernd Minervas Wohnung.

Fünf Minuten später verließen die drei die Wohnung durch Harrys Tür, da diese am nächsten bei der Grossen Halle lag. Während abends vorher zuviele Eindrücke auf Harry eingedrungen waren, stand er nun in der Grossen Halle und bewunderte den beeindruckenden grossen Raum mit der außergewöhnlichen Decke. "Es ist wunderschön hier", hauchte er staunend. Als die Lehrer ihm bedeuteten, zwischen ihnen am Lehrertisch zu sitzen, konnte er nicht umhin, sich lauthals zu fragen: "Wie kommt es, daß ich soviel essen darf und noch nicht einmal das Essen kochen muss?"

"Weil das das Normale für Kinder ist, mein Süsser", erläuterte Minerva. "Die Dursleys haben Dich nicht gut behandelt, aber ich kann Dir versprechen, daß Du immer so viel essen darfst, wie Du willst."

HP HEALER POMFREY HP

Nach dem Frühstück brachten Minerva und Severus ihren neuen Schützling zum Zaubereiministerium, um die Vormundschaft über Harry zu beantragen. Glücklicherweise war Minerva tags vorher geistesgegenwärtig genug gewesen, Petunia ein Pergament unterschreiben zu lassen, auf dem sie auf die Vormundschaft über ihren Neffen verzichtete. Die Dame in der Familienabteilung stellte Harry ein paar Fragen, und am Schluss verließ ein sehr glücklicher Harry das Ministerium zwischen seinen beiden neuen Erziehungsberechtigten.

"Nun daß Du unser Schützling bist, kannst Du mich ruhig Minerva nennen", erklärte diese dem Kind.

"Und ich bin Severus", ergänzte der Tränkemeister.

"Vielen Dank, Minerva und Severus", antwortete Harry und dachte 'Es ist als ob ich Eltern hätte; ich bin der glücklichste Junge der Welt'.

Da Harry dringend Kleidung brauchte, begaben sie sich direkt in die Winkelgasse und kauften Jeans und T-shirts, ein Sweatshirt sowie Schulkleidung für Harry. Er konnte nicht verhindern, daß seine Gesichtsfarbe einen dunklen Rotton annahm, als die Lehrer dann auch noch Unterwäsche, Socken und Schlafanzüge auf den Kleiderberg legten. Schließlich besuchten sie den Buchladen, um seine Schulbücher zu kaufen und den Apotheker für die Zaubertrankzutaten. Bevor sie nach Hogwarts zurückkehrten, nahmen Minerva und Severus Harry mit zu Fortescues Eisdiele.

Harry verschlug es völlig die Sprache. Nie zuvor hatte jemand etwas für ihn gekauft, zumindest nicht soweit er zurückdenken konnte. Heute hatten seine beiden Erziehungsberechtigten so viele Dinge für ihn gekauft, und nun sollte er auch noch ein Eis bekommen. Er schaute sie verblüfft an, worauf Severus einfach ein gemischtes Eis für ihn bestellte. Während sie auf das Eis warteten, zeigte Minerva ihm ein Buch, das sie neben den Schulbüchern für ihn erstanden hatte. Harry schaute neugierig auf den Titel. Es hieß "Hogwarts: Eine Geschichte". Als er Minerva begeistert anschaute, sagte sie: "Das ist mein Lieblingsbuch, Harry. Ich hoffe, Du wirst es auch mögen".

Severus gab Harry ein Tränkeset für Anfänger, das er selbst für ihn zusammengestellt hatte. Es beinhaltete einen Kessel und einige Zutaten, die man brauchte, um einfache Heiltränke herzustellen, die Severus vor hatte während der Ferien mit Harry zusammen zu brauen. "Wollen Sie mir wirklich das Brauen von Tränken beibringen?" fragte Harry eifrig und strahlte den Lehrer an, als dieser bejahend nickte.

HP HEALER POMFREY HP

Als sie nach Hogwarts zurückkamen, hatten sie noch eine Stunde Zeit bis zum Abendessen. "Vielleicht sollten wir ihn zu Poppy bringen, damit er seine Ohrsalbe bekommt", schlug Severus vor, und Minerva stimmte zu, da sie sah, daß Harry ohnehin müde zu sein schien.

"Kannst Du ihm bitte erklären, was Poppy wegen der Salbe und dem anschließenden Ausruhen gesagt hat, Severus?" fragte Minerva, und Severus informierte Harry schnell über Poppys Anweisungen.

Minerva begleitete Harry zum Krankenflügel, wobei sie amüsiert sah, daß Harry sein neues Buch mitnahm. "Ich glaube nicht, daß Poppy Dir erlauben wird zu lesen, Harry, und ich möchte, daß Du ihr in jedem Fall gehorchst", sagte sie streng.

"Das tue ich natürlich", versprach Harry und kuschelte das Buch eng an sich.

Poppy lies ihn sich hinlegen und trug ganz vorsichtig die Salbe auf sein linkes Ohr auf, worauf sich Harrys Augen mit Tränen füllten. "Tut es weh?" fragte Minerva entgeistert.

"Ja", antwortete Harry elendig und versuchte, an seinem Ohrläppchen zu ziehen.

"Nein, Süsser, tu das nicht", wies Poppy ihn zurecht und ging um das Bett herum auf seine andere Seite hinüber, um sich um sein rechtes Ohr zu kümmern. Sobald sie die Salbe jedoch aufgetragen hatte, konnte Harry die Tränen nicht mehr zurückhalten, die begannen, seine Backen hinunterzulaufen.

Minerva saß auf seiner Bettkante und wusch vorsichtig die Tränen mit einem kühlen Tuch von seinen Backen ab, während Poppy ihren Zauberstab auf seinen Kopf richtete, um seine Temperatur zu messen. "Er hat wieder ein bischen erhöhte Temperatur, 37,6; ungefähr so wie gestern", informierte sie Minerva leise.

"Wird diese Salbe ihm immer so wehtun?" fragte Minerva besorgt.

Poppy seufzte. "Ich weiss es nicht, Minerva; wir können nur abwarten und ihn beobachten. Auf jeden Fall muss er jedesmal eine halbe Stunde hier bleiben.

Minerva blieb während der folgenden halben Stunde ruhig an Harrys Seite sitzen und hielt seine Hand, während er mit seinem anderen Arm immer noch das neue Buch an sich drückte. Poppy war in ihr Büro zurückgekehrt, um Harry nicht zu stören, indem sie sich mit Minerva unterhielt. Als sie eine halbe Stunde später zurückkam, reichte sie ihrer Freundin ein magisches Thermometer. "wenn Du denkst, daß er Fieber haben könnte, solltest Du seine Temperatur messen, und mit diesem Thermometer bekomme ich automatisch das Ergebnis mitgeteilt, so daß ich direkt etwas tun kann, wenn Handlungsbedarf besteht."

Poppy wandte sich an Harry. "Wie fühlst Du Dich? Tut es noch weh?"

"Nein, es geht mir gut. Nur mein Kopf tut ein bischen weh", antwortete Harry mit leiser Stimme.

Poppy hielt vorsichtig seinen Kopf etwas hoch und gab ihm noch einen Löffel des Fiebertranks. "Ist es jetzt besser?" fragte sie und musterte den Jungen besorgt.

"Danke, ja", sagte Harry und setzte sich auf, wobei er merkte, daß ihm ein wenig schwindelig war.

"Also gut; wollen wir dann zum Abendessen in die Grosse Halle gehen?" fragte Minerva.

Der Satz 'Ich werde meinen Erziehungsberechtigten gehorchen', blitzte in Harrys Gehirn auf, als er gerade seinen Mund öffnen wollte, um Minerva zu erklären, daß er jetzt gar nichts essen wollte. "Okay", sagte er nur kurz und krabbelte aus dem Bett, wobei er sich vorsichtig am Nachttisch festhielt.

"Nein Harry! Zurück ins Bett!" befahl Poppy ihm umgehend, sobald sie sah, daß die Farbe aus Harrys Gesicht wich, als er aufstand. "Dir ist es schwindelig, nicht wahr?" fragte sie sanft, als sie ihm ins Bett zurückhalf. "Geh Du Abendessen, Minerva; ich werde ihn eine Weile hierbehalten, bis die Auswirkungen der Ohrsalbe völlig verschwunden sind", erklärte sie ihrer Freundin, und Harry nickte ihr dankbar zu.

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Poppy fand heraus, daß Harry fast eine ganze Stunde brauchte, um über die Nebenwirkungen der Ohrsalbe hinweg zu kommen. Als Minerva und Severus nach dem Abendessen kamen, um Harry abzuholen, schlugen sie vor, daß in Zukunft Poppy abends vor seiner Schlafenszeit in Harrys Zimmer kommen sollte, um die Ohrsalbe direkt vor dem Schlafengehen aufzutragen. Poppy stimmte zu, allerdings unter der Bedingung, daß einer von ihnen bei Harry bliebe, bis er eingeschlafen sei.

"Natürlich tun wir das, Poppy", versprach Minerva und half Harry aufzustehen, so daß sie in sein Zimmer zurückkehren konnten.

"Harry, fühlst Du Dich wohl genug, um noch eine Weile auf dem Sofa zu sitzen und zu lesen, oder möchtest Du gleich ins Bett gehen?" fragte Minerva, als sie das Zimmer betraten.

"Ich würde gerne noch etwas lesen", gab Harry zurück und schaute die Erwachsenen hoffnungsvoll an.

"Dann lasst uns uns an die Feuerstelle setzen", schlug Minerva vor und schaute Severus fragend an. "Setzt Du Dich auch dazu, Severus?"

"Okay", stimmte der Tränkemeister zu, als er sah, daß Harry ihm einen bittenden Blick zuwarf. "Wir sollten mit Harry über das Programm sprechen, das wir für den Rest der Ferien für ihn aufgestellt haben."

"Ja, aber ich denke, es wäre besser, wenn Du das über Telepathie machtest. Er scheint erschöpft zu sein, und zu versuchen, uns zuzuhören, muss sehr ermüdend sein, zumal er nicht ganz gesund ist.

"Ich frage ihn", versprach Severus und sprach Harry an. 'Soll ich Dir über meine Gedanken erklären, was wir uns bezüglich Deines Lernplans gedacht haben, oder willst Du, daß Minerva und ich laut mit Dir darüber sprechen?'

"Ich ziehe Gedanken vor", antwortete Harry sofort, ohne erst überlegen zu müssen.


Fortsetzung folgt...

Herzlichen Dank für Eure reviews! Es tut mir leid, daß Ihr so lange warten musstet; ich bemühe mich, jetzt schnell weiterzuübersetzen. Wer englisch kann, kann die Geschichte natürlich auch gerne auf meinen englischen Seiten im Original lesen.

Alle bekannten Charaktere gehören J. K. Rowling, und ich verdiene nichts am Schreiben dieser Geschichte.