Ich bedanke mich erstmal herzlich für die Reviews und freue mich auf weitere :)
Ich wünsche euch auch Frohe Weihnachten und die Kapis werden bald länger versprochen :)
Hab euch lieb :)
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Erster Besuch
Da standen sie in dem Raum. Sie standen in dem Raum, wo ich lag.
Aber was wollten sie hier?
Hatten sie sich immer Zimmer vertan?
Doktor Cullen kam mit einem freundlichen Lächeln auf mich zu.
"Bella, darf ich dir meine Familie vorstellen?" fragte er mich vorsichtig.
Er schaute mich forschend an. Anscheinend hatte mein Gesichtsausdruck veraten, dass ich überrascht und erstaunt zugleich war.
Deswegen wohl auch die vorsichtige Frage.
Nun stand die ganze Familie in dem Zimmer, wo ich lag, die Familie die ich vor nicht allzu langer Zeit noch verflucht hatte und deren Glück ich ihnen nicht
gegönnt hatte. Sie waren alle versammelt. Womit hatte ich das nur verdient? Wollte er mir eins reinwürgen?
Was wollte er damit bezwecken?
Ich wurde aus diesem Arzt einfach nicht schlau. Was hatte das alles zu bedeuten?
Ich nickte ihm schüchtern zu. Weil sagen, konnte ich wirklich nichts.
"Das hier Bella ist meine bezaubernde Frau Esme." er sprach ihren Namen mit so viel Liebe aus, das ich immer neidischer wurde.
Nicht neidisch auf ihn, sondern auf die Kinder, die so einen tollen Vater hatte und so eine hübsche Mutter.
Sie strahlte sofort Wärme aus. Ich fühlte mich auf einmal nicht mehr unwohl, nein im Gegenteil.
Sie machte einen kleinen Schritt auf mich zu.
"Hallo Bella, ich hoffe ich darf dich so nennen, Carlisle meinte, du würdest lieber so genannt werden." sie schaute leicht schüchtern zu ihm rüber und dann
lächelte sie mich an. Ich nickte immer noch sprachlos.
Ihre Stimme war genauso liebevoll und klang genauso voller Sorge, wie die ihres Mannes.
"Ich bin Esme. Wie geht es dir?" fragte sie nun. Sie machte sich anscheinend Sorgen um mich. Oder irrte ich mich?
Wieso sollte diese wundervolle Mutter sich um mich Sorgen? Sie hatte doch wundervolle Kinder.
"Wieder besser" stotterte ich vor mich hin. Oh man, wie peinlich ist das denn, dachte ich mir. Ich merkte, wie ich leicht errötete, denn um meinem Gesicht
herum wurde es ein bisschen wärmer.
Doch sie lachten nicht, nein Esme strahlte mich erleichtert an.
"Das sind meine Söhne, Emmet und Edward und meine Tochter Alice." sagte nun Doktor Cullen voller stolz.
Er nickte ihnen kurz zu und sie machten einen Schritt auf mich zu.
Alice war die kleine mit den schwarzen, kurzen, stachligen Haaren. Sie lächelte mich mit ihrem wunderschönen Lächeln an und tänzelte zu mir.
"Hallo Bella, ich bin Alice." trällerte sie vor sich hin und reichte mir ihre Hand.
Ich nahm sie zögerlich an und liess sie auch schnell wieder los.
Ich hatte schon lang keinen Kontakt mehr zu anderen gehabt, besonders nicht zu so netten Menschen.
Mein schlechtes Gewissen erschlug mich immer mehr. Wie konnte ich am Strand nur so schlechte und hasserfüllte Gedanken haben?
Ich befreite mich von meinen Gedanken und schaute mir Alice genauer an. Sie war so niedlich.
Dann kam der große Teddybär auf mich zu. "Hey, ich bin Emmet." grinste er mich mit einem großen Lächeln an.
Automatisch musste ich auch grinsen. Es war irgendwie ansteckend.
"Hi, ich bin Edward" sagte der Junge mit den bronzenfarbenden Haar und den strahlend grünen Augen trocken.
Er war nicht so begeistert wie seine beiden Geschwister, das merkte man sofort.
Hatte ich ihm was getan? Ach was sind das wieder für Fragen, Bella?
Warum sollten die dich denn mögen? Ich führte mal wieder einen Inneren Kampf, den ich doch sofort beendete und mir die drei Geschwister genauer anschaute.
Sofort erinnerte ich mich daran, dass ich auch zwei Brüder hatte. Alice war einfach um ihre Brüder zu beneiden.
Ich schüttelte diese Gedanken wieder ab, als die anderen beiden auf mich zukamen.
"Hey, ich bin Rosalie Hale und das ist mein Bruder Jasper." strahlte sie mich an.
Jasper schien sich nicht wohl in seiner Haut zu fühlen, deswegen übernahm sie wohl seinen Part.
Er war anscheinend schüchtern, aber solche ähnlichen Eindrücke hatte ich ja schon am Strand. Alice tänzelte schnell zu ihm und nahm seine Hand.
Sie schauten sich mit so viel Liebe an, dass ich sie wirklich darum beneidete. Auch Emmet ging zu Rosalie und umfasste ihre Taille.
Die beiden schauten sich auch mit viel Liebe an, doch konnte man merken, dass die vier sich unterschiedlich liebten.
Alice und Jasper schienen schüchterner zu sein und Emmet und Rosalie waren genau das Gegenteil.
Ich beneidete sie nur noch mehr, denn sie hatte nicht nur eine wunderbare Familie, nein sie hatten auch einen Partner gefunden, der sie liebte, so wie sie waren.
Da wurd ich auch schon aus meinen Gedanken unterbrochen.
"Emmet, Jasper und ich haben dich aus dem Wasser gezogen." erinnerte mich Doktor Cullen. Er strahlte immer noch und auch Emmet und Jasper konnten sich ein
Grinsen nicht verkneifen.
"Danke schön" brachte ich nur noch hinaus. Ich war einfach überwältigt. Mich hatten noch nie so viele liebe Menschen besucht, geschweigedenn so nett mit mir
gesprochen. Naja Edward war wohl die Ausnahme, weil er nicht so freundlich war. Aber das war mir egal. Schließlich war ich ja nichts anderes gewohnt.
"Du solltest dich jetzt noch ein bisschen ausruhen" stellte Doktor Cullen fest.
Sie verabschiedeten sich alle von, außer Esme. Sie blieb noch.
"Ich hoffe du hast nichts dagegen, wenn ich dir noch ein bisschen Gesellschaft leiste, Bella" fragte sie mich zögerlich.
Wow, was war das denn jetzt? Sie wollte wirklich hier bleiben? Bei mir?
Bin ich im falschen Film? Träume ich?
Ja ich muss träumen, das kann doch nicht war sein, so viel konnte doch nicht an einem Tag passieren, oder doch?
Ich kniff einmal leicht die Augen zu und riss sie dann wieder auf.
Dies tat ich auch nur um sicher zu gehen, dass das gerade alles wirklich passierte und das ich mir das nicht einfach einbildete.
Und da sass sie wirklich. Sie sass auf meinem Bett und musterte mich.
"Was ist los, Bella?" fragte sich mich neugierig.
"Es hat mich noch nie jemand gefragt, ob er bei mir bleiben darf" sagte ich ganz leise und beschämend.
Warum sagte ich ihr das?
Sie schaute mich traurig an. Hatte ich irgendwas falsches gesagt? Was war denn jetzt los?
Was hatte sie auf einmal?
"Ich versteh nicht ganz Bella." begann sie.
"Dich hat noch nie jemand gefragt, ob er dir Gesellschaft leisten kann?" fragte sich mich entsetzt.
Ich schüttelte den Kopf.
Wir unterhielten uns eine Weile. Ich fühlte mich so geborgen bei ihr.
Ich kannte dieses Gefühl nicht. Es war das erste mal in meinem Leben, dass ich mich solange mit einem Menschen unterhalten hatte.
Es war auch das erste mal, dass sich ein Mensch überhaupt für mein Leben interessierte.
Ich wusste ja nicht mehr viel von meinem ersten vier Jahren bei meinen Eltern. Deswegen war es jetzt, als wär ich neu geboren worden.
Nach einigen Stunden erzählte ich ihr meine ganze Lebensgeschichte.
Sie schaute mich traurig und verständnislos an.
Sie beteuerte, dass sie nicht verstand, wieso ich nicht in eine Pflegefamilie gekommen war.
Ich sei doch so ein nettes und liebes Mädchen.
Das waren die ersten freundlichen Worte, die jemand über mich gesagt hatte, seit dem ich im Heim gekommen war.
Dann musste sie aber auch schon wieder gehen, weil die Besuchszeit zu Ende war.
Sie versprach mir aber, aber am nächsten Tag wieder zu kommen und irgendwas lag in ihrem Blick, dass ich nicht deuten konnte.
Ich hatte gar nicht bemerkt, wie schnell der Tag vorübergegangen war.
Normalerweise zogen sich die Tage immer hin.
Doch heute war einfach alles anders. Ich fühlte mich nicht so wie immer.
Denn dies war ein besonderer Tag. Ich dachte noch lange über diesen Tag und über den Blick von Esme nach.
Was hatte sie vor?
