Ein gebrochenes Versprechen
Setsuna wandte sich ab, als Bunny freudestrahlend ihren Mamoru in die Arme viel.
Die anderen Mädchen jedoch klatschten und das Paar lief rot an. Keiner bemerkte dass Setsuna verschwunden war, nicht einmal Bunny.
„Nun ist unsere Bunny wieder glücklich nicht war?", lächelte Minako ihre Freundin an und streichelte ihr durch das blonde Haar.
„Oh ja und wie!"
Die Mädchen lachten und das sanfte fröhliche Lachen trugen die hellen Wände zu Setsuna, diese lehnte in der Ferne an einer Säule. Ihre roten Augen beobachteten einfach das Schauspiel, sie wollte das Bild einschließen und nie vergessen, so wie die letzte Nacht.
Lächelnd schloss sie ihre Augen. „Lass mich zurück, ich werde hier nicht mehr gebraucht.", flüsterte sie leise. Doch kaum waren die Worte über ihre Lippen gekommen, da hielt die Zeit an. Der Wind stand still und jede Person im Umkreis war in ihrer Bewegung eingefroren.
Jeder, außer sieben Frauen und ein Mann.
Michiru drehte sich als erste suchend um und erblickte Setsuna.
„Setsuna… hast du die Zeit angehalten….", in ihrer Stimme schwang eine panische Angst. Auch Haruka rannte hastig zu ihr herüber.
„Nein….", antwortete Setsuna ruhig, „nicht ich… aber ich muss zurück…!"
„WAS!?... Nein.", wurde sie von sieben Stimmen unterbrochen. Bunny hatte sich schon längst von Mamoru gelöst, sie rannte durch die große Halle und umging jedes Hindernis.
„Setsuna nein, dass lasse ich nicht zu!", schluchzte sie und nun rannten doch Tränen an ihren Wangen herab.
Setsuna schüttelte den Kopf und sprach mit gebrochener aber fester Stimme: „Nun weine doch nicht. Ich muss fort. Ich werde euch sehr vermissen, aber der Tag musste kommen."
Das war eine Lüge, sie hatte selber beschlossen diese Welt zu verlassen und nie wieder zurück zu kehren. Sie sah das als beste Lösung an, für sich und vor allem für Bunny an. Sie hatte gehofft, einfach lautlos zu verschwinden, aber Cronos schien etwas anderes für sie zu planen,
Hinter Setsuna verschwand die Halle und der so vertraure violette Nebel kroch über den kalten Marmor Boden.
„NEIN…. Du hast es versprochen!", schrie Bunny und lies sich schwer atmend in Setsunas Arme fallen, es war ihre egal, dass alle sie hörten und sie sahen.
„Du hast mir versprochen immer bei mir zu sein. Du darfst nicht gehen, ich lass dich nicht gehen. Setsuna ich liebe dich doch, ich brauche dich."
Die Augen der Wächterin zu Raum und Zeit weiteten sich. Niemals hätte sie mit so einer impulsiven Reaktion gerechnet, doch nun war es zu spät. Einmal die Formel ausgesprochen gab es kein zurück mehr. Sie streichelte zärtlich über Bunnys Haare und Tränen tropften von ihrem traurigen Gesicht herab. „Es tut mir leid, ich kann nicht zurück... nicht mehr. Es ist besser für uns beide. Bitte sei nicht traurig.", mit diesen Worten hob sie Bunnys Kopf an und küsste sie zärtlich auf die zitternden Lippen. Deutlich war zu hören wie Mamoru die Luft scharf einatmete.
Michiru vergrub ihren Kopf weinend an Harukas Schulter, sie hatte es geahnt, doch nur geahnt, niemals hätte sie geglaubt, dass es so enden würde.
Bunny bekam von all dem geschehen um sich herum nichts mit, sie legte ihre Arme wie ein ertrinkender um Setsuna und erwiderte den Kuss. Sie glaubte wenn sie ihn einfach nicht löste, dann würde er nie enden und Setsuna könnte nicht fort. Doch es war Setsuna die sich von dem Kuss und aus der Umarmung löste.
„Verzeih mir…", flüsterte sie und schaute dann zu Michiru und Haruka. „Es tut mir leid, dass ich davon laufe, verzeiht mir.", eigentlich wollte sie auch Mamoru um Verzeihung bitten, doch als sie ihn anschaute verlor sie jeden Mut.
„Lebt wohl!"
Die dunkle Stimme der erwachsenen Frau verklang unwirklich in den Schritten der Menschen um sie herum. Setsuna war verschwunden und die Zeit lief weiter, so als wäre nie etwas geschehen.
Bunny sackte auf den harten Marmorboden und weinte. Es war nicht Mamoru der sie hoch hob. Haruka und Michiru hatten versucht Bunny aus ihrer Trance zu wecken, doch sie wollte nicht aufhören zu weinen. Also hatte die junge Sportlerin sie einfach hochgehoben, als sie sich umsah, stellte sie fest, dass Mamoru verschwunden war. So hatte sich niemand das Wiedersehen vorgestellt.
„Wir nehmen Bunny mit zu uns, ich glaube ihr solltet nach Mamoru sehen…", sprach Haruka zu Rei. Sie schien als einzige die Situation klar erfasst zu haben.
Nickend wandte sich Rei ab, ihre Gedanken waren völlig durcheinander, wie ihre Gefühle. Sie konnte nicht glauben, was sie da eben gesehen hatte.
Das letzte was Setsuna gesehen hatte waren Bunnys Augen und diesen Blick würde sie nie wieder vergessen.
Weinend brach sie vor dem großen Tor zu Raum und Zeit zusammen. Die Stille wurde von ihrem Schluchzen zerschnitten und sie flüsterte leise, mit dem wissen das es ungehört blieb: „Ich liebe dich auch!"
Michiru schaute genau wie Haruka sehr besorgt auf ihre Prinzessin. Den ganzen Weg über hatte sie nicht ein Wort gesprochen.
Zärtlich strich Michiru über Bunnys Wange. „Hey möchtest du einen Tee?
Bunny schaute Michiru an, dann schaute sie sich um, sie wusste gar nicht wo sie war. Ihr fragender Blick wurde beantwortet. „Du bist bei uns… keine sorge!", antwortete Haruka sanft, sie stand unmittelbar hinter Michiru.
„Setsuna… sie ist weg?", fragte Bunny obwohl sie die Antwort kannte. Michiru nickte traurig. Die Augen von Bunny füllten sich wieder mir Tränen und sie wurde von Michiru in den Arm genommen. „Ruhig, es wird alles gut… du wirst sehen. Möchtest du uns sagen was passiert ist?", wagte die Meeres Kriegerin vorsichtig zu fragen.
Sie wusste nicht warum, aber Bunny wusste sie konnte den beiden vertrauen. Wenn sie jemand in der Situation vertrauen konnte dann Haruka und Michiru.
An Michiru gelehnt begann sie von der letzen Nacht zu erzählen. Eine verräterische Röte schlich auf ihre Wangen, als sie an die zärtlichen Küsse und Berührungen von Setsuna dachte.
Niemals hatte Mamoru sie auf diese Weise geliebt.
„Es ist nicht fair, nur weil wir unsere Zukunft kennen, dass ich nicht bei ihr sein darf. Ich …liebe sie… mehr als ich Mamoru liebe.", die letzten Worte flüsterte sie leise, als seien sie verboten. Aber sie entsprachen der Wahrheit. Bunny hatte lange überlegt, wem ihre Gefühle galten. Doch waren es die Gedanken an Setsuna, die ihr Herz zum Schlagen brachten.
Besorgt schaute Michiru zu ihrer Freundin, diese schaute nicht weniger besorgt. Beide wussten um die Pflicht der Prinzessin, aber das freundschaftliche Gefühl zu ihr und Setsuna überwog jede Vernunft als Haruka sprach: „Wenn du sie so sehr liebst und sie dich, dann seit ihr vielleicht für einander bestimmt… Setsuna selber hatte damals gesagt, dass die Zukunft sich noch verändern kann."
Bunny schaute auf, sie schaute Haruka unergründlich an und dann lächelte sie: „Haruka danke… ich… ich kann ich euch etwas fragen."
„Aber alles was du möchtest!", lächelte Michiru und strich ihr über das blonde Haar.
„Ich möchte zum Tor, ich möchte zu ihr… würdet ihr mir helfen.", hoffnungsvoll schaute sie von Michiru zu Haruka. Die beiden Kriegerinnen hatten sich nur kurz angeschaut und Haruka antwortete für beide: „Das ist doch keine Frage! Natürlich helfen wir dir, aber wir möchten, dass du dich erst einmal ausruhst… ich weiß, dass du sofort los möchtest. Aber zuerst ruh dich aus und esse was. In der Zeit werden Michiru und ich uns einen Weg überlegen, versprochen."
Bunny wollte zwar sofort aufbrechen, aber da sie den Weg nicht wusste und auch nicht auf die Hilfe ihrer beiden Freundinnen verzichten wollte, willigte sie ein.
Michiru hatte Bunny in Setsunas Zimmer gebracht und sie auf ihren Wunsch alleine gelassen.
Andächtig strich Bunny über die Möbel und sprach dann leise: „Ich verspreche dir… ich werde dich zurückholen und mit dir zusammen sein."
