(= Den Namen 'Mezzopiano' hab ich mir selbst ausgedacht, also nicht wundern ;D =)
Es war Abend geworden, der finster grinsende Mond schaute über Death City und ließ sie durch sein seichtes Licht ebenso finster erscheinen.
Maka hatte sich seit Blairs Aktion nicht mehr aus dem Zimmer getraut. Ihr war es peinlich nach dieser Situation auf Soul zu treffen, der niemals hätte überhaupt etwas mitbekommen dürfen. Sie hoffte, er würde einfach alles vergessen und nicht weiter nachfragen.
Soul saß ebenfalls in seinem Zimmer und dachte an Maka. Er hatte nichts mehr von ihr gehört, seitdem sie Blair aus seinem Zimmer gezerrt hatte. Er machte sich Sorgen um sie und ging deshalb zu ihrem Zimmer, klopfte an.
„Herein…"
Soul schaute zu Maka, die auf ihrem Bett saß mit einem Kissen in den Armen.
„Ist alles okay? Du siehst schlecht aus?"
„Klar, mir geht's gut…", log sie.
„Wirklich?"
„Soul, mir geht es gut, wirklich…"
„Gut, dann kann ich dich ja fragen, ob du heute Abend noch was vor hast?"
Maka schaute ihren Partner verwirrt an.
„Warum?"
„Ich wollte dich zum Essen einladen."
Das verwirrt Maka noch viel mehr.
„Kommen Black Star und die anderen auch mit?"
„Ich habe eigentlich an einen Abend zu zweit gedacht."
„Und wo ist der Haken bei der Sache?"
Soul grinste.
„Es gibt keinen. Versprochen ist versprochen. Wir beide alleine."
„Okay... Und welches Restaurant?"
„Such du dir eins aus, mir ist es egal. Hauptsache was zu Essen."
„Wie wäre… das ‚Mezzopiano'?"
„Das Tanzlokal? Tja, von mir aus gerne."
Maka begann zu lächeln. Soul wusste, dass sie dieses Lokal genommen hätte. Alles gehörte zu seinem Plan.
„Schön. Dann zieh dir deinen schönen Anzug an, den du hast, damit wir zur Abendgarderobe passen."
„Jo. Bis gleich dann."
Soul ging wieder in sein Zimmer, um seine Klamotten heraus zu suchen. Er war glücklich, alles hatte so geklappt, wie er wollte.
Maka sprintete ins Bad, um zu duschen. Sie wollte unbedingt schön für ihn aussehen. Als Parfum nahm sie das, was Soul ihr mal zum Geburtstag geschenkt hatte. Es hatte einen blumig-süßen Duft, den Soul sehr gern hatte.
‚Verdammt, warum mache ich das alles hier? Es ist doch nur ein Essen, mehr nicht. Ich mache mir falsche Hoffnungen, wenn ich mich so schick mache… obwohl… hoffen ist ja nicht verboten…', dachte Maka.
Sie ging in ihr Zimmer und suchte ihr schönstes Kleid heraus. Das lange, schwarze, welches sie in Souls Gedanken immer getragen hatte.
Nach Maka sprang auch Soul kurz unter die Dusche und sprühte sich sein bestes Parfum von AXE auf.
‚Männlich, rebellisch, cool – einfach perfekt!', lobte er sich selbst, als er sich im Spiegel ansah, im schwarzen Anzug, den er selten trug. Er stand ihm perfekt.
„Okay, jetzt geht es los."
Der Himmel war in ein seichtes rosa getaucht, als Soul und Maka das Restaurant betraten. Es war ein großer, runder Raum. Außen standen Zweier- und Vierertische und im inneren war der Tanzbereich. Jedoch tanzte zu ihrem Zeitpunkt niemand. Die Pärchen, um die sechs waren es, saßen entweder an ihren Tischen oder bedienten sich am großen Buffet, welches in einem Nebenzimmer stand.
Soul zog sein Portmonee heraus und bezahlte an der Kasse für zwei Personen.
„Danke.", flüsterte Maka ihm zu, als sie an ihren Tisch geführt wurden.
„Gern geschehen. Komm, lass und als erstes zum Buffet gehen, solange noch was da ist."
„Okay."
Das Buffet war riesig. Über zwei langen Reihen konnte man zwischen warmen und kalten, süßen, salzigen, Vor- und Nachspeisen und vielem mehr entscheiden. Soul schmolz dahin, als er die vielen Leckereien sah. Er nahm sich den rohen Lachs, Frikadellen und Nudelsalat. Maka füllte sich ein paar Stücke Putenstreifen mit Salat, Obstspieße und ein Kräuterbrötchen auf. Zurück am Tisch standen schon zwei Coca-Cola's bereit. Sie setzten sich.
„Danke, Soul, dass du mit mir hierher gegangen bist."
„Wir haben ja noch nie so was zusammen unternommen, und da jetzt die wichtigste Prüfung vorbei ist, dachte ich, wir könnten mal ausgehen. Und deine Idee mit diesem Restaurant war toll, das Buffet ist cool."
„Hehe, ja. Guten Appetit."
„Dir auch."
Schweigend aßen beide von ihren Tellern. Maka beobachtete, das immer noch niemand auf der Tanzfläche war. Und ob Soul mit ihr tanzen würde, allein, bei so vielen Gästen, war ein sinnloser Gedanke. Soul mochte es noch nie, so frei zu tanzen. Und allein erst recht nicht! Aber Maka war trotz allem froh, sie war mit ihrem Partner, der ihr Herzklopfen bereitete, bei einem Date. Und dieser Gedanke gefiel ihr.
Nachdem Soul seinen Teller leer hatte, holte er schnell Nachschub, fragte Maka, ob sie auch noch etwas haben wollen würde, und nahm darauf ihren Teller gleich mit.
„Bleib ruhig sitzen, ich hol schon."
‚So freundlich war er doch noch nie…', dachte sie.
Sie schaute zu den anderen Gästen, großteils verliebte Pärchen, die sich gegenseitig verliebte Blicke zuwarfen, während sie aßen. Sie sahen so glücklich aus. Sie strichen dem gegenüber über die Hände, ließen ihre Gläser zusammenstoßen und küssten sich. Maka träumte vor sich hin, wie gern sie auch so mit Soul rumturteln wollte. Ihn anschauen, mit dem Wissen, dass er erwidern würde; ihn berühren, mit dem Wissen, dass er es mögen würde; ihn küssen, mit dem wissen, er wolle es auch…
„Maka?"
Soul stand wieder am Tisch und stellte seiner erschreckten Partnerin ihren Teller hin.
„Oh-, Soul, ich hab dich gar nicht gesehen."
„Hab ich gemerkt." Er setzte sich und schaute interessiert in die Richtung, die Maka beobachtet hatte. „Was hast du denn so interessantes gesehen?"
„Ach nichts, danke fürs Essen bringen."
„Hm."
Maka aß ein Stück Geflügel, trank einen Schluck Cola und schaute dann zu Soul, der nun auch kurz das Pärchen erspäht hatte.
„Soul, sag mal…"
„Ja?"
„Warum das alles? Das Ausgehen? Diese Freundlichkeit? Du bist so anders als sonst."
Soul lächelte.
„Darf ich meiner Meisterin nicht auch mal was Gutes tun?"
„Doch, klar…"
„Aber trotzdem fühlst du dich unwohl."
Maka schwieg, aß ein weiteres Stück Fleisch. Soul überlegte.
„Maka, ich will dir nichts Böses. Ich möchte nur etwas mehr Zeit mit dir verbringen. Ich hab mich früher einfach gesträubt, weil ich als es uncool empfand."
Maka aß das letzte Stück Melone und hatte nun ihren Teller leer.
„Ich war in deinen Augen also uncool…?"
Soul wurde leicht rot vor Scham, doch Maka sah es nicht, sie schaute zu Boden.
„Nein… Ich will nicht uncool klingen, aber früher hast du mich nicht so interessiert. Das ist erst seit ein paar Wochen anders. Es ist ja viel passiert. Du hast mich vor dem Teufel gerettet. Du hast den Kishin besiegt. Erst jetzt erkenne ich, wie besonders du bist."
Maka wurde rot, schaute kurz in seine blutroten Augen, und lächelte.
„Ich muss kurz wohin. Bin gleich wieder da…"
„Jo."
Maka stand auf und ging zur Toilette, um sich im Spiegel zu betrachten. Ihre Haare saßen perfekt, keine Schminke verlaufen, keine peinlichen Flecken auf dem Kleid. Sie wollte perfekt sein.
Ihr Herz schlug schneller als jemals zuvor. Souls Worte hatten sie so gerührt. Endlich hatte sie von ihm das gehört, was sie immer aus seinem Mund hören wollte… er hatte Interesse. Er fand sie besonders. Er will Zeit mit ihr verbringen… Mehr wollte Maka nicht von ihm, zumindest reichte ihr das, um glücklich zu sein.
Auf dem Rückweg sah sie, dass fast alle Tische mit Pärchen besetzt waren, und immer noch war der Tanzbereich leer. Die ruhige Jazzmusik erfüllte den Raum und ließ alle Seelen dieselbe Ruhe spüren. Jedoch war die Stimmung trotzdem angespannt, denn die Angst, als erste zu tanzen, lag in jedem Gesicht jedes Gastes.
Soul erwartete Maka schon.
Als sie fast am Tisch angekommen war, stand Soul auf und trat zu ihr, die Blicke der Gäste auf ihnen. Maka reagierte perplex.
„Ääääh, Soul?"
„Wie wär's mit einem Tänzchen?", er grinste und nahm ihre Hand.
Maka schoss die Röte ins Gesicht, das hatte sie nicht erwartet. Nicht einmal antworten konnte sie.
Doch bevor Maka überhaupt den Mund zur antwort öffnen konnte, zog Soul sie schon in die Mitte des Saals, nun auch von allen begeistert beobachtet. Er legte seine andere Hand an ihre Taille und zog sie an sich, Maka reagierte gewollt und legte ihre freie Hand an seinen Arm. Maka blieb augenblicklich die Luft weg.
„Ich führe.", erklärte er und Maka nickte zittrig.
Dann begannen sie im Rhythmus der Musik hin und her zu tänzeln. Es war eine atemberaubende Stimmung. Maka's Herz klopfte, Soul's Herz klopfte. Als ihre Blicke sich trafen, Soul's undurchdringlicher Blick ihren fest hielt, wurde Maka etwas klar.
„Was hast du vor, Soul? Ich weiß, du spielst hier irgendwas…"
„Wie kommst du da drauf?"
„Sag mir die Wahrheit, Soul. Ich sehe es doch an deinem Blick. Du kannst mich nicht anlügen."
Soul schwieg, man sah ihm an, dass er überlegte.
Bevor Maka ein weiteres Mal nachhaken konnte, zog Soul sie näher zu sich und hielt sie fester.
„Du hast Recht… ich habe was vorgehabt. Die ganze Zeit. Du hast mich erwischt, nur zu spät. Du bist schon fest in meine Falle getappt."
„W-Was?"
„Solange ich dich hier fest im Griff habe und du nicht abhauen kannst, kann ich dir ohne Bedenken fragen stellen."
„F-Fragen?"
Soul begann finster zu grinsen, als er Maka's entsetztes Gesicht sah. Er vergewisserte sich ein letztes Mal, dass sein Griff fest genug war, dann begann er leise zu flüstern.
„Als Blair heute in mein Zimmer gekommen war, was davon ist wahr, was sie gesagt hatte?"
Maka zitterte.
„N-Nichts, sie wollte mich nur ärg-gern, weil ich k-kein Zeit für sie hat-te…"
„Und warum stöhnst du nachts im Schlaf meinen Namen?"
„W-Wie kommst du da drauf, dass i-ich sowa-was tue?"
Soul lächelte noch bösartiger.
„Als ich gestern Nacht meinen iPod aus deinem Zimmer holen wollte, hast du plötzlich meinen Namen im Schlaf geseufzt und gestöhnt."
„I-Ich… hatte einen Alptraum und ha-ab wohl aus Angst nach dir ger-r-rufen…"
„Und deswegen stöhnst du meinen Namen mit so einer Lust? Ahaaa?"
Maka wurde rot. Sie wusste, dass sich das gerade bescheuert angehört hatte. Sie hatte Angst, sie wollte nicht, dass er die Wahrheit weiß. Sie wollte weg, doch sein Griff war fest und ließ sie nicht entkommen. Tränen schossen in ihre Augen.
„Soul, bitte, hör auf…"
„Womit?"
„Ich will unsere Freundschaft nicht zerstören, also bitte sei einfach ruhig…"
Eine Träne lief über ihre Wange, sie hatte tatsächlich Angst um ihre Freundschaft.
Soul ließ ihre Hand los um sie weg zu wischen, dabei trafen sich ihre Blicke und blieben fest aufeinander. Soul kam ihr näher.
„Maka… ich hätte das alles hier niemals getan, um dir weh zu tun. Ich habe es getan, weil ich die Wahrheit wissen wollte. Weil ich wissen wollte, ob du wirklich Gefühle für mich hast. Denn ich hege Gefühle für dich, Maka… ich liebe dich…"
Maka schaute ihn entsetzt an, er lächelte so sanft, wie es nur ein Verliebter tun könnte, und sie konnte trotzdem nicht begreifen.
Soul stoppte das Tanzen und wippte nur noch leicht umher, zog Maka noch näher an sich, berührte mit seiner Stirn ihre. Sein Herz klopfte wie wild, als er seine Augen schloss und ihre Lippen suchte.
Maka atmete schnell und unruhig, ihr Herz sprang wie verrückt, und als Soul's Lippen ihre trafen, war es um sie geschehen. Sie folgte seinen Bewegungen und ließen die Berührung zu einem sanften Kuss werden, ihre Körper aneinander gepresst. Jeder spürte den Herzschlag des anderen, sie waren im Einklang.
Der Kuss verband die beiden für eine lange Zeit, tanzen hatten sie aufgehört und standen nun Mitten im Raum. Die Gäste lächelten über das neu gewonnene Pärchen, und nun trauten sich auch andere auf die Tanzfläche und sammelten sich um Soul und Maka, um dort für sich selbst zu tanzen.
Ihre Lippen wollten am Liebsten nicht voneinander lassen, doch fanden sie beide den jetzigen Ort nicht geeignet, um weiter zu gehen. So ließ Soul den Kuss langsam zum Ende kommen, schaute in die dunkelgrünen Augen seiner Geliebten.
„Maka… lass uns nach Hause gehen, bitte…"
„Ja…", antwortete sie mit zittriger Stimme.
Und so gingen sie Hand in Hand aus dem Lokal, das durch sie nun auch ‚Tanz-' im Namen haben durfte. Ihre Herzen flatterten noch immer, zittrig und aufgeregt auf das, was sie zuhause erwarten würde…
Maka konnte nicht begreifen. Sie hielt die Hand ihres Partners… der ihr gerade seine Gefühle offenbart hatte. Soul liebte sie, er hat sie geküsst. Alles war wie in ihrem Traum, den Soul in der gestrigen Nacht mitbekommen hatte.
Soul war stolz und aufgeregt. Alles war nun anders. Maka kannte nun seine Gefühle, er hat sie berührt, wie er es noch nie getan hatte. Und jetzt waren sie auf ihrem gewohnten Heimweg, der doch nicht mehr so gewohnt war, da zum ersten Mal ihre Hände sie verbanden. Maka's kleine, zittrige Hand, gebettet in den Seidenhandschuh, sie gefiel Soul. Er mochte es, sie in seine große Hand zu schließen, zu beschützen.
(= Nächstes Chapter kommt bald =)
** Ich entschuldige mich für die vielen Schreibfehler in den Kapiteln / Danke fürs Lesen! **
