Halloween- Schock
Hogwarts erschien den meisten Schülern, wie in einem Traum. Überall sah man Kürbisse, mit fiesen und erschreckenden Gesichtern, Fledermäuse trieben ihr Unwesen,Kerzen schwebten überall in den Gängen und die Geister ließen sich keine Minute Pause um ihre berühmte Halloweenshow zu zeigen.
Es gab nicht viele, die das ganze Spektakel kalt ließen, doch eine von ihnen war Hermine Granger!
Das einzige was sie im Kopf hatte, waren ihre Bücher und wie sie den Lehrern am besten zeigen konnte, dass sie die Beste war.
Und das war sie in der Tat!
Alle Lehrer, sogar Severus waren sich einig.
Sie war nicht nur die Beste ihres Jahrganges, nein man hätte sie auch locker um zwei Jahre versetzten können.
Helena war stolz auf sie, doch da war sie nicht die Einzige.
Minerva McGonagall ließ sich keine Chance entgehen, Severus unter die Nase zu reiben, das Hermine in ihrem Haus war und nicht in Slytherin.
„ Dafür hätte diese kleine Besserwisserin auch nicht den Nerv gehabt und ich, meine Liebe erst recht nicht!" schnarrte er sie an. Helena wusste, dass er das nicht ernst meinte, schließlich wusste Severus Intelligenz und Talent zu schätzen, doch er würde es nie laut sagen, vor allem nicht wenn es um eine Griffendor ging.
Da schien Helena einen besonderen Status zu besitzen und es zauberte ihr ein Lächeln auf die Lippen, wenn sie daran dachte.
Eine Griffendor und der Herr der Slytherins.
Das war was, woran sich die meisten heute noch nicht gewöhnen konnten.
Auch wenn Halloween für Helena das schönste Fest war, mit Ausnahme natürlich von Weihnachten konnte sie sich nicht so recht freuen.
Sie sorgte sich!
Hermine ließ sich nicht für einen Augenblick von ihren Büchern loseisen, doch was viel schlimmer war.
Sie hatte keine Freunde.
Nicht einen Einzigen!
Helena hatte schon oft mit Minerva darüber gesprochen, doch beide kamen nur zu einem Schluss, wie man der Keinen helfen konnte.
In dem man nichts tat!
Vorerst zumindest, denn es trat entschieden gegen Helenas Gewohnheiten sich nicht in Angeleiten einzumischen, die sie eigentlich nichts angingen.
Den zwei Frauen waren aber auch nicht verborgen geblieben, wieso Hermine keine Freunde hatte.
Sie war besserwisserisch und wusste immer auf alleine Antwort.
Sogar Helena ging es manchmal stark auf den Zeiger, auch wenn sie vor Stolz fast platzte.
„ Sag mal Helena, warum interessiert dich das Mädchen so. Ich meine auch wenn sie sehr Intelligent und ein absoluter Bücherwurm ist, ist doch auch nur eine deiner Schülerinnen und du bist nicht einmal ihre Hauslehrerin." fragte Minerva sie.
Es war ein Samstagabend und sie und Helena hatten es sich bei ihr, mit einem Glas Rotwein gemütlich gemacht.
Helena saß wie immer vor dem Wohnzimmertisch der Älteren auf dem Boden und schaute zu ihrer alten Lehrerin und jetzige Kollegin auf.
In ihrem Gesicht zeigte sich Trauer und Verständnis.
„ Ich habe das Gefühl, wenn ich sie ansehe, mich selbst vor mir zu haben. Du weißt schon was ich meine!" Helena grinste Minerva schief an und spielte mit ihrem Rotweinglas.
Minerva lachte kurz auf und sah verträumt auf ihre alte Schülerin.
„ Oh ja ich weiß genau was du meinst, du warst wie sie, aber doch ganz anders! Du warst immer voller Lebenslust und Witz. Außerdem hast du uns fast Wahnsinnig gemacht mit deiner ständigen Quasselei im Unterricht." sagte Minerva fröhlich.
Helena lächelte, doch sie schüttelte ihren Kopf.
„ Stimmt schon, aber Hermine ist auch, wie du so schön sagtest, voller Lebenslust. Sie weiß einfach nicht, wie sie mit ihrer Intelligenz umgehen soll. Sie hat nicht den blassesten Schimmer wie es ist, auch mal ohne ein Buch vor der Nase zu haben, zu leben." ihre Stimme klang rau und traurig. „ Sie weiß nichts von Freundschaft und Vertrauen, denn sie hat es noch nie erlebt. Glaube mir, mit mir war es damals nicht anders." es legte sich ein kleines verträumtes Lächeln auf ihre Lippen, ehe sie weiter sprach: „ Erst als ich damals von Bill zuhören bekam, was ich doch für eine nervige Klugscheißerin doch sei, begann ich die Schule und das Leben hier zu genießen. Und mit Bill, und später auch Charlie hatte an meiner Seite gelang mir das auch ohne Probleme. Außerdem gewann ich Freunde fürs Leben und das ist das was ich Hermine wünsche. Wahre Freunde!" endete sie und schaute zu ihrer Kollegin, die sich alles ruhig angehört hatte.
Für Minerva und wahrscheinlich für alle die Helena näher kannten, war es ungewöhnlich die junge quirlige Frau so ruhig und besonnen sprechen zu hören. Aus irgendeinem Grund und Minerva wusste noch nicht welchen, machte sich noch eine Sorge in ihrem Herzen breit.
Sorge um Helena!
Sie wusste zwar, dass Severus immer da sein würde um auf Helena aufzupassen, doch irgendetwas war da, was die hübsche Hexe allen gegenüber geheim hielt.
„ Helena gibt es etwas worüber du mit mir sprechen möchtest?" fragte die Ältere.
Doch Helena schüttelte nur den Kopf und lächelte Minerva müde an.
„ Nein Minerva, zumindest noch nicht jetzt. Es ist etwas was ich erst einmal selbst hinbekommen muss. Bin schließlich ein großes Mädchen." sagte sie.
Minerva lächelte ihr aufmunternd zu und nickte.
„ Ich bin da wenn du mich brauchst." sagte Minerva und ein schelmisches Grinsen, welches denen von Albus gut Konkurrenz machen konnte legte sich auf ihr Gesicht.
„ Doch ich glaube du bekommst das wirklich so oder so auf die Reihe, immer hin bist du mit Severus zusammen und erziehst Eve. Das würden wahrscheinlich nicht viele schaffen."
Helena zog die Augenbraue hoch und Minerva fing an zu lachen.
„ Du nimmst schon seine Eigenarten an, meine Liebe. Aber mal ehrlich! Ich liebe Eve, aber sie ist wie ein Tornado, bei dem man nicht weiß wo er als nächstes einschlägt, auch wenn ich zugeben muss, dass ich keine Luft vor Lachen bekommen habe, als ich das von Filches Katze hörte."
Helena fing nun auch an zu lachen.
Ja so war ihre Tochter, immer Unheil im Sinn!
„ Ich weiß, ich weiß meine Gene! Das könnte sich Severus als Banner auf seinen Umhang sticken lassen. Ihre Gene nicht meine! Doch wenn Eve die Freundlichkeit und Unschuld in Person ist, was ja auch mal vorkommt, dann ist sie ganz seine Tochter."
sagte sie und Minerva spürte wie Helena vor Glück und Liebe förmlich strahlte.
„ Tja ich hätte dir auch vorher sagen können, dass es mit einem Slytherin und vor allem mit diesem nicht einfach sein wird." Lachte Minerva und zwinkerte ihrer Freundin keck zu.
Doch Helena lachte nur.
„ Das hast es mir gesagt, Minerva und das nicht nur einmal, doch welche 17 Jährige hört schon auf ihre Lehrerin, wenn sie bis über beide Ohren verliebt ist. Aber weist du was!" fragte Helena.
Minerva bekam ihr Grinsen schon gar nicht mehr unter Kontrolle: „ Na was denn?"
Helena füllte sich und Minerva in aller Ruhe wieder Wein an und prostete ihrer Freundin und Kollegin zu.
Lächelnd und strahlend sagte sie feierlich: „ Und ich genieße es jeden Tag eine Familie zu haben, die ein anderer vielleicht schon längst eingetauscht hätte, denn ich liebe sie über alles!"
Minerva lachte und nahm einen Schluck Rotwein.
„ Das habe ich mir immer für dich und auch für Severus gewünscht, meine Liebe!"
Hermine kam gerade aus dem Zauberkunstunterricht und war stolz auf sich. Wieder einmal konnte sie zeigen was in ihr steckte und was sie alles schon konnte.
Sie hatte die Feder schweben lassen, als sei es das leichteste von der Welt und bekam von Professor Quinn auch gleich ein dickes Lob und Punkte für ihr Haus bekam.
Sie hatte Ron, diesen verdammt faulen und engstirnigen Idioten sogar zeigen können, wie man den Spruch richtig sagen musste.
Ja, eigentlich war sie ziemlich zufrieden mit sich. Doch etwas fehlte in ihrem Leben und sie wusste einfach nicht wieso!
Ihr fehlten Freunde!
Doch was sollte sie noch tun?
Hermine dachte immer, dass Leute sich gerne mit Menschen umgaben, die viel Wissen in sich trugen, doch scheinbar war es in der Zauberergemeinschaft nicht der Fall, denn Hermine hatte keinen einzigen Freund.
Doch Hermine wäre nicht Hermine, wenn sie sich dadurch unterkriegen lassen würde.
Sie hatte ihre Bücher und den Unterricht und verdammt noch mal was anderes brauchte man nicht in der Schule.
Eine vertraute Stimme riss sie wieder zurück in die Realität und das Thema kam ihr sehr bekannt vor.
Es war Ron!
Er und Harry gingen vor ihr und unterhielten sich offenbar über sie!
„Also mal, keine Wunder das sie keine Freunde hat!" schimpfte er: „ immer muss sie mit ihrem Könne prahlen. Die ist echt ein Alptraum!"
Hermine stiegen Tränen in die Augen.
Wie konnte er nur so gemein sein. Sie hatte ihm doch gar nichts getan.
Alle Anspannung, Trauer und Einsamkeit stiegen in ihr auf und bahnten sich einen Weg nach außen. Ohne Unterlass flossen ihre Tränen über ihre Wagen. Verletzt und wütend stieß sie sich den Weg frei. Sie merkte gar nicht, dass sie gegen Harry lief und es interessierte sie auch nicht.
Sie wollte nur noch weg!
Weg von allen, die sie verletzten könnten.
Ohne zu überlegen rannte sie durch die Gänge, bis sie irgendwann schwer atmend und immer noch Tränennass auf dem Mädchenklo erschöpft zusammensackte.
Dort saß sie Stundenlang. Parvati Patil hatte sie schon vor langer Zeit unsanft hinausgescheucht. Wahrscheinlich erzählte sie gerade alles, dass Hermine Granger, die niemanden an sich heran ließ, heulend hier saß und niemanden sprechen wollte.
Hermine wusste nicht mehr wie viele Stunden sie auf der Toilette verbracht hatte, bis sie sich dazu entschlossen hatte in ihr Bett zu gehen und zu schlafen.
Sie machte sich ein wenig frisch, als sie es roch.
Gott, es stank erbärmlich!
Sie drehte sich um und sah ihn!
Vor ihr im Mädchenklo stand ein hässlicher, stinkender und vor allem großer Bergtroll.
Hermine stieß einen schrillen, angstverzerrten Schrei aus und ihre Gesicht wurde so blass als hätte sie einen Geist gesehen.
Ihre Beine hatten ihren Dienst versagt und Hermine robbte durch den Raum unter das nächst beste Waschbecken.
Doch da war sie nicht lange sicher, denn der Troll holte mit seiner Keule aus und zerschlug ein Becken nach dem Anderen.
Als würde ein Film vor ihren Augen vorbeilaufen, bekam sie schwach mit wie Ron und Harry durch die Tür geschlittert kamen.
Was machten sie hier?
Waren die Zwei hier um sie zu retten?
Hermine konnte keinen klaren Gedanken fassen, alles dauerte scheinbar nur ein paar Sekunden.
Harry hatte sich auf den Rücken des Trolls geschmissen und seinen Zauberstab in seine Nase gerammt. Dieser hatte Harry dann von sich geschleudert.
Der Troll, rasend vor Wut und Schmerzen holte mit der Keule aus und wollte Harry erschlagen, doch Ron schaffte es den Schwebezauber anzuwenden.
Die Keule schwebte über dem Troll und mit einem entsetzlichen Geräusch landete sie auf dem Kopf des Ungetüms.
Hermine wusste nicht wie ihr geschehen war.
Die Jungs hatten ihr das Leben gerettet.
Ihr, dem Alptraum!
Doch einige Augenblicke später erschienen McGonagall, Quirell und Snape in der Toilette und keiner von ihren Professoren sah besonders freundlich aus.
Auch wenn Hermine sich eine bessere Situation gewünscht hatte, war das Ergebnis das Gleiche.
Sie hatte von diesem Tag an zwei wahre Freunde an ihrer Seite.
Sie musste zwar lügen und wäre fast gestorben, doch das war es ihr wert.
Hermine Granger war nicht mehr alleine!
Sie hatte Freunde!
„ Ich fass es nicht! Das kann doch wohl echt nicht wahr sein!" schrie Helena verzweifelt und den Tränen nah.
Es war keine Stunde her, dass der Troll ins Schloss gekommen war und nun lief sie einen Krater in den Boden.
Severus saß auf dem Sofa, ein Bein hochgelegt und schaute seiner Freundin beim Umherwandern zu.
„ Helena bitte! Es ist ja nichts weiter passiert, bei Merlin noch mal!" seufzte er und schloss müde die Augen.
Doch Helena sah das scheinbar ein wenig anders.
Sie war stehen geblieben und schaute ihren Geliebten aus zusammengekniffenen Augen an.
„ Nichts passiert, nichts passiert? Sag mal tickst du noch ganz richtig, Severus Snape?" schrie sie wieder und verschränkte die Arme vor der Brust.
„ Ron, Harry und Hermine wurden fast von dem Troll erschlagen. Und du musstest ja unbedingt in den dritten Stock laufen um den Helden zu spielen. Und was dabei herausgekommen ist sehen wir ja jetzt beide. Um ein Haar hätte dir Fluffy das Bein abgerissen. Verdammte Scheiße noch mal!"
Sie stapfte wütend mit dem Fuß auf und ihre Tränen ließen sich nun auch nicht mehr aufhalten.
„Hast du überhaupt auch nur die geringste Ahnung was für eine Angst ich ausgestanden habe?" schluchzte sie.
Severus atmete tief ein.
Natürlich wusste er es, er hatte die gleichen Ängste gehabt. Er war schier verrückt gewesen vor Angst um Helena und Eve und auch irgendwie um Hermine.
Er wusste nicht warum, doch er wusste dass sie seiner Lebensgefährtin viel, sehr viel bedeutete.
Merlin noch mal, als er und Helena sich an der Kerkertreppe trennten wollte er ihr am liebsten hinterher rennen.
Der Troll sollte angeblich im Kerker sein und Helena und seine Tochter waren dort unten alleine.
Doch in diesem Moment blieb ihm keine Wahl!
Der Stein der Weisen war einfach zu wichtig!
Für die ganze Welt!
Und er wusste, dass Helena gut auf sich aufpassen konnte.
Doch die Angst hatte ihm trotzdem die Kehle zugeschnürt.
Severus suchte ihren Blick, doch Helena wich ihm aus.
Er wollte aufstehen, doch der Schmerz ließ ihn zurück in die Kissen sinken.
Er streckte einen Arm nach ihr aus und fast flüsternd raunte er ihr zu: „ komm her zu mir, Liebling!"
Helena stand da und schüttelte ihren blonden Kopf.
Severus schmunzelte und er musste daran denken, wie Eve es ihrer Mutter gleichtat, wenn sie beleidigt und sauer sein wollte.
„ Na komm schon du Sturkopf! Ich würde ja kommen und dich holen, doch ich kann momentan nicht! Also komm endlich in mein Arme, Schatz!" sagte er.
Helena schüttelte wieder den Kopf, doch dieses Mal kam sie langsam auf ihn zu.
Sie schämte sich, dass sie ihn so angeschrieen hatte, sie hatte sogar erst einen Stillezauber auf Eves Zimmer gelegt, bevor sie losgelegt hatte.
Helena blieb kurz vor ihm stehen, doch Severus nahm ihre Hand und zog sie zu sich.
Kaum lag sie in seien Armen und spürte die Geborgenheit, Liebe und Sicherheit die von ihm ausging flossen ihre Tränen in Strömen. Severus zerriss es innerlich, sie so zu sehen. Ihre qualvollen Schluchzer erfüllten den ganzen Raum und er verstärkte seine Umarmung um ihr Zittern zu bändigen.
Doch es dauerte noch lange Zeit, bis Helena sich beruhigen konnte. Ihre Tränen waren alle geweint und sie rief sich wieder ins Bewusstsein, dass es allen gut ging und das Severus Bein behandelt werden musste.
Sie hob ihren Kopf und schaute den Mann, den sie wie wild liebte in die Augen.
„ Ich liebe dich Severus! Und mach das nie wieder mit mir oder ich schick dich in die Hölle und wieder zurück!" flüsterte sie.
Severus blickte in das sanfte Braun ihrer Augen und lächelte.
„Ich liebe dich auch meine große Furie!"
Dann beugte er seinen Kopf zu ihr und verschloss ihren Mund mit seinen Lippen noch bevor sie zu einem Protest auflegen konnte.
TBC!
Ich danke euch für die tollen Reviews auch wenn ich mich über mehrer noch mehr freuen würde.
Hoffe euch gefällt das neue Chap?
Liebe Euch!
