Alles Rowlings, nichts meins, wie immer...
irm63: Liebste Irm... Vielen Dank für dein Review, auch wenn du eine Meckertante bist ;-) Mit konstruktiver Kritik kannst du immer gern zu mir kommen. Man lernt nie aus. Aber bitte mach das nicht bei jedem neuen Kapitel, sonst komm ich vor lauter korrigieren nicht mehr zum schreiben. Ich such jetzt noch nach den richtigen Stellen für die Kommata (wie du so schön sagst; ich steh auf eloquente Personen). Ich hoffe, ich habe jetzt nicht noch mehr Fehler rein gehauen. Aber daran merkt man gleich, was ich schnell runter geschrieben hab und wo ich nochmal nach gelesen habe. Sprich, wo es gut lief, und wo nicht. Vielleicht liest du ja trotz meiner schändlichen Rechtschreibung weiter, dann viel Spaß. LG
Allen Anderen, (seid ihr da draußen?) auch viel Spaß!
3
Am nächsten Morgen trug sie ihren kleinen Koffer die Treppe hinunter. Sie nahm nicht alles mit. Immerhin verließ sie Hogwarts nicht lange. Es war sehr früh und nur die Schüler die nach Hause fuhren saßen in der großen Halle an den Tischen. Unter ihnen entdeckte sie auch Bill und Charlie. Sie setzte sich ein wenig entfernt von ihnen an den Tisch. Einige Freunde saßen bei ihnen. Sie wollte nicht die dumme Erstklässlerin sein, die sich bei den Großen anbiedert. Wenig später kamen auch die Mädchen aus ihrem Schlafsaal mit ihren großen Koffern herein und setzten sich zu ihr. Celine saß strahlend neben Melanie und die Beiden planten, was sie in ihren Ferien machen wollten. Erzählten sich gegenseitig, was sie ihren Freunden schenken wollten. Sam sah auf. Geschenke? Sie dachte nach. Sollte sie Kreacher auch etwas schenken? Sie hatte nie Geschenke bekommen. War es üblich Hauselfen etwas zu schenken? Was konnte sie ihm schon schenken. Kleidung könnte er brauchen, aber damit würde sie ihm die Freiheit schenken und das wollte er sicher nicht. Sie entschied sich, ihn zu fragen, ob er etwas wollte.
Als es Zeit war in den Zug zu steigen gingen die Mädchen laut schnatternd zu den Kutschen. Sie wurden von Thestralen gezogen. Sam wusste, dass nur Menschen, die den Tod gesehen haben sie sehen konnten. Sie fragte sich, ob jemand außer ihr in dieser Kutsche sie sehen konnte. Ihre Frage wurde schnell beantwortet. Celine saß neben ihr und nach einer Weile beugte sie sich hinüber und fragte:
„Kannst du sie auch sehen? Ich finde sie unheimlich."
Samara nickte. Und erklärte ihr, was das für Geschöpfe waren. Doch im nächsten Moment verfluchte sie sich dafür. Jetzt wusste Celine, dass sie schon einen Toten gesehen hatte. Inständig hoffte sie, dass Celine keine Fragen stellte. Doch Celine schien nicht weiter darüber nachzudenken und scherzte mit den Anderen herum.
Als sie den Zug erreichten rannten die Mädchen gleich los um sich ein leeres Abteil zu suchen. Samara blieb bewusst zurück und ging in die andere Richtung, zum Ende des Zuges. Sie fand auch gleich ein leeres Abteil und ließ sich dort nieder. Sie seufzte tief und griff nach einem Buch in ihrem Koffer. Sie hatte es sich in der Bibliothek geliehen. Historische Stätten der Zauberei hieß es. Sie kannte bisher nur die Geschichte ihrer Familie und wollte mehr über die Geschichte der Magie erfahren. Sie fand es sehr interessant. Kaum war der Zug los gefahren schreckte sie aus ihrer Lektüre hoch, als die Abteiltür auf ging. Bill stand da und lächelte sie an.
„Darf ich wieder zu dir kommen? Vorne im Zug ist die Hölle los."
Sie nickte und Bill machte es sich im Abteil bequem. Sam hatte die Beine hoch gelegt und nahm eine Seite des Abteils ein. Bill tat es ihr gleich und griff ebenfalls nach einem Buch.
So fuhren sie eine Weile schweigend durch England. Dörfer, Hügel und Wälder flogen an ihnen vorbei. Gegen Mittag kam die alte Hexe mit dem Imbisswagen und die Beiden entschieden jeder für sich, etwas zu essen.
Schließlich ergriff Bill das Wort:
„Und? Was machst du in den Ferien?"
Sie zuckte mit den Schultern.
„Ich weiß es noch nicht. Nicht viel. Vielleicht geh ich mal in die Winkelgasse, aber das wars dann auch schon. Und du?"
Sie war stolz auf dich. Wieder nichts persönliches, aber sie hatte eine Folgefrage gestellt.
„Ich werde mich wohl viel um meine Brüder und meine kleine Schwester kümmern. Damit meine Mutter mal etwas Freizeit hat. Mit 7 Kindern ist das schon etwas viel."
„Du hast 6 Geschwister?"
„Ja. Hast du keine Geschwister?"
Sie schüttelte den Kopf.
„Meine Familie ist nicht sehr groß. Und Kontakt habe ich auch zu niemandem. Ich weiß, dass ich noch Cousinen habe. Aber ich kenne sie nicht."
Bill nickte wissend.
„Ich dachte immer, es gibt sowieso keine Blacks mehr. Ich dachte dieser Sirius, der jetzt in Askaban sitzt, wäre der Letzte."
Sie sah finster nach unten.
„Sirius wurde vor langer Zeit aus unserer Familie verstoßen."
Bill sah sie betroffen an.
„Tut mir Leid."
„Es muss dir nicht Leid tun. Ich kenne ihn nicht. Doch mein Vater mochte ihn sehr."
„Mochte? Jetzt nicht mehr?"
„Mein Vater ist vor vielen Jahren gestorben."
Er räusperte sich. Es war ihm sehr unangenehm. So ein Gespräch hatte er noch nie geführt und wusste nicht was er sagen sollte. Doch dann kam etwas, womit er nicht gerechnet hatte.
Samara sah auf und lächelte ihn an.
„Ist aber nicht schlimm. Er wollte gehen. Er ist bestimmt sehr glücklich dort, wo er jetzt ist."
Dann legte sie wieder die Beine hoch und nahm ihr Buch zur Hand. Bill sah sie verwirrt an, aber tat es ihr dann gleich.
Sie las nicht. Sie starrte nur auf die aufgeschlagene Seite. Hatte sie zu viel verraten? Doch was interessierte es Bill? Er dachte jetzt bestimmt, dass sie mit ihrer Mutter zusammen lebte. Das war gut so. Mehr musste er nicht wissen.
Es war schon eine Weile dunkel, als der Zug in London zum stehen kam. Die Beiden stiegen aus und wünschten sich schöne Ferien. Samara bahnte sich ihren Weg durch die Menschen zur U-Bahn und freute sich auf ihr Haus.
Als sie ankam war alles wie zu dem Zeitpunkt als sie es verlassen hatte. Kreacher kam auf sie zu gestürmt und begrüßte sie herzlich. Dann schob er sie in die Küche und stellte ihr einen großen Teller mit Essen hin. Sie ließ sich von ihm alles berichten, was er in dem halben Jahr getan hat, dann ging sie zu Bett.
Als sie am nächsten Tag aufstand fiel ihr auf, dass sie Kreacher nach seinem Geschenk fragen wollte und beim Frühstück erkundigte sie sich danach, ob er sich etwas wünschte. Der Hauself errötete prompt und gestand ihr, dass er sich schon immer die alte Kette in der Vitrine wünschte. Nach dem Frühstück ging Sam in den Salon und besah sich die Kette hinter dem Glas. Es war eine schlichte Silberkette mit einem Anhänger den das Wappen der Blacks zierte. Sie sah sich den großen Schrank an. In dieser Vitrine lagerten viele Erbstücke der Blacks. Wie das Geschirr mit ihrem Wappen und ein Ring. Sie überlegte eine Weile und entschied dann, in die Winkelgasse zu gehen um zu schauen, ob sie etwas Ähnliches fand. Sie war sich sicher, dass Kreacher gut auf die Kette achten würde, doch sie war sich nicht sicher, ob sie sich von ihr trennen konnte.
Sie warf sich ihren warmen Reiseumhang über und begab sich in die Winkelgasse.
Viele Menschen waren dort unterwegs und machten die letzten Besorgungen für den Weihnachtsabend. Sie lief etwas planlos umher und suchte nach einem Schmuckgeschäft. Neben einem Postamt fand sie schließlich einen. Sie ging hinein und ein alter dicker Zauberer strahlte sie an.
„Was kann ich für dich tun, Kind?"
„Ich suche eine Silberkette mit einem Anhänger."
„Ist das nicht ein bisschen teuer für dich?", fragte er freundlich.
„Darüber sollten Sie sich keine Gedanken machen." antwortete sie grimmig.
Der alte Mann hob die Augenbrauen, führte sie dann aber zu einer Vitrine mit Ketten. Sam besah sie sich und fand schließlich eine, die der Kette der Blacks ähnelte. Sie sah zu dem Zauberer auf und fragte:
„Haben sie Diese auch noch einmal?"
Der Verkäufer nickte und brachte sie ihr.
„Ich hätte gerne beide."
Verwundert stimmte er zu und Sam bezahlte ihm eine Gallone dafür. Sie hatte sich entschlossen eine der beiden Ketten Kreacher zu schenken und die Andere selbst zu tragen. Als Zeichen für ihre Freundschaft. Somit war die Kette für ihn sehr wertvoll und sie konnte die Kette der Blacks lassen, wo sie war. Sie bat den Mann noch, eine der Ketten als Geschenk zu verpacken und verließ zufrieden den Laden. Als sie wieder auf der Straße stand entschied sie sich noch in einen Buchladen zu gehen um neuen Lesestoff zu kaufen.
Im Laden begegnete sie Celine und Melanie.
„Was machst du denn hier?", fragten sie aufgeregt.
„Ich will mir ein neues Buch kaufen und ihr?"
Die Beiden fingen an zu kichern und deuteten auf ein Buch im Regal. Zwölf Narrensichere Methoden einen Zauberer zu bezaubern stand dort. Sam hob eine Augenbraue und sah sie fragend an. Celine verteidigte sich sofort und sagte:
„Für mich ist das nicht! Melanie steht nur total auf diesen Markus Grey aus der Dritten. Und er schaut sie nicht mal an."
Melanie nickte bestätigend.
„Na dann solltest du es doch fast kaufen." antwortete Sam mit einem bösen Grinsen.
Sie verabschiedete sich von den Beiden und ging in eine andere Abteilung. Dort fand sie etwas, was sie sofort ansprach. Aufstieg und Fall der Dunklen Künste. Sie nahm es aus dem Regal und wollte es gerade bezahlen, als Melanie auf sie zu kam.
„Hey Sam, was schenkst du eigentlich Celine zu Weihnachten? Mir fällt nichts ein."
Sie sah Melanie schockiert an. Daran hatte sie gar nicht gedacht. War es üblich den Zimmergenossen etwas zu schenken. Oder waren sie etwa Freunde. Dachten sie, sie war ihre Freundin?
„Ich – ich weiß es auch noch nicht." stammelte sie.
„Na gut... oh, da kommt sie wieder. Wir sehen uns in der Schule."
Melanie eilte wieder weg. Doch Sam stand völlig verdattert da. Die Gedanken in ihrem Kopf überschlugen sich. Sollte sie dann Bill auch etwas schenken. Immerhin wusste er mehr über sie als sonst jemand. Aber betrachtete Bill sie vielleicht nur als dumme Erstklässlerin und dachte nicht daran ihr auch etwas zu schenken?
Nachdem sie eine Weile unschlüssig mit dem Buch in der Hand umher stand entschied sie sich Bill etwas zu schenken. Er war vom ersten Tag an sehr nett zu ihr gewesen. Ganz gleich ob er ihr auch etwas schenkte oder nicht. Doch was würde ihm gefallen? Sie wusste, dass er gern las, also ein Buch. Sie ging planlos in dem Buchladen umher und suchte nach einem Buchtitel der ihr gefiel. Nach einer Weile fand sie ein Buch mit dem Titel Die Hundert beliebtesten Flüche und wie ich sie wieder los werde. Sie dachte an seine kleinen Geschwister und überlegte, dass dieses Buch ihm bestimmt helfen könnte, wenn sie anfangen würden zu hexen und ihn ärgern wollten. Sie entschloss sich, es zu kaufen und ging zufrieden wieder aus dem Laden. Für Celine, Melanie und Charlie kaufte sie noch jeweils eine Schachtel Pralinen und ging wieder nach Hause.
Als sie ankam hatte Kreacher bereits das Essen vorbereitet. Den Rest des Tages verbrachte sie damit die Geschenke ein zu packen. Sie hatte das noch nie gemacht und war der Verzweiflung nahe. Schließlich bat sie Kreacher um Hilfe, doch dieser stellte sich auch nicht sehr geschickt an. Zusammen verbrachten sie einen lustigen Nachmittag mit Klebeband, Geschenkpapier und Schleifen bis sie am Abend endlich geschafft hatten, das Buch und die 3 Packungen Pralinen annehmbar zu verpacken. Bei jedem Geschenk legte sie noch eine Karte bei mit Weihnachtsgrüßen. Bei Bills Geschenk nahm sie sich etwas mehr Zeit etwas nettes auf die Karte zu schreiben. Sie überlegte lange und schließlich schrieb sie:
Bill,
ich wünsche dir schöne Ferien und ein tolles Fest mit deiner Familie.
Ich hoffe das Buch hilft dir mit deinen Geschwistern, aber verstecke es gut vor ihnen, damit sie es nicht gegen dich verwenden!
Samara
Sie bat Kreacher die Geschenke in der Nacht zu den betreffenden Personen zu bringen und fiel danach erschöpft ins Bett.
Am folgenden Tag erwachte sie recht spät, aber sie bemerkte gleich, das etwas nicht stimmte. Als sie zum Fuß ihres Bettes sah lagen dort Geschenke. Sie strahlte. Noch nie in ihrem Leben hatte sie ein Geschenk bekommen. Nicht einmal zu ihrem Geburtstag, der gerade eine Woche zurück lag. Aufgeregt warf sie die Decke zurück und krabbelte zu den Geschenken. Das Erste war von Melanie. Sie hatte ihr eine Schachtel mit Schokofröschen geschenkt. Dann öffnete sie das Geschenk von Celine. Es war eine neue Feder. Sam freute sich sehr. Die Feder war Lila und nicht so hässlich wie ihre grauen Federn. Auf dem Bett lagen allerdings noch 3 weitere Geschenke. Charlie hatte ihr ebenfalls Schokofrösche geschenkt. Dabei lag eine Karte auf der Stand:
Für ein schüchternes, ruhiges Mädchen in einsamen Stunden. Charlie
Sie runzelte die Stirn. Fiel es etwa auf, dass sie immer allein unterwegs war?
Sie legte die Karte bei Seite und nahm das nächste Geschenk. Es war nicht so hübsch verpackt wie die Anderen. Sie konnte sich schon denken von wem es war, nach dem gestrigen Experiment. Sie öffnete es und ein paar Socken kam zum Vorschein. Sie freute sich sehr. Kreacher hatte ihr Socken gestrickt. Sie nahm das letzten Geschenk. Es war ein Buch. Nützliche Zauber, die man in der Schule nicht lernt. Sie griff zur Karte.
Da du deine Schulbücher schon auswendig kennst, hier etwas, damit du vielleicht doch noch etwas lernen kannst. Liebe Grüße und frohe Weihnachten, Bill
Sie nahm wieder das Buch und schlug es auf. Darin stand:
Für Hexen und Zauberer unter 14 Jahren nicht geeignet.
Samara musste lachen. Bill schien sie doch recht gut zu kennen, auch wenn sie nicht viel mit einander sprachen.
Sie stand auf und zog sich an. Nahm die beiden Ketten aus ihrer Schreibtischschublade und ging nach Unten. Kreacher stand schon wieder in der Küche. Er stellte ihr das Frühstück hin und strahlte sie an.
„Kreacher?"
„Ja, kleine Herrin?"
„Danke für dein Geschenk."
Stolz strecke sie die Füße nach oben um ihm zu zeigen, dass sie die Socken trug. Kreacher platzte fast vor stolz.
„Und ich habe auch etwas für dich."
Aufgeregt begann der Hauself von einem Fuß auf den anderen zu springen. Sie nahm den kleinen Beutel, in dem die Kette für Kreacher lag, aus ihrer Tasche und reichte ihn Kreacher. Er zog an der Kordel und nahm mit glänzenden Augen die Kette heraus.
„Ich weiß, es ist nicht die Kette aus der Vitrine, aber schau mal" sie nahm die zweite Kette aus ihrer Tasche und zeigte sie ihm. „ich habe die Selbe. Jetzt haben wir unser eigenes Wappen und jeder weiß, dass du zu mir gehörst."
Kreachers Augen füllten sich mit Tränen und er nahm ihre Hand und küsste sie.
„Das ist das schönste Geschenk, dass Kreacher je bekommen hat."
Freudig sprang er wieder zum Herd und legte sich die Kette um. Einen Topf benutzte er als Spiegel. Stolz drehte und wendete er sich vor dem Topf und quietschte hin und wieder vergnügt.
Sie musste lachen. Es freute sie, wenn sie Kreacher so eine Freude machen konnte. Sie legte sich ihre Kette auch um und begann zu essen.
Die Wochen verging so schnell, wie sie gekommen war. Silvester verschlief sie.
Samara hatte das Buch von Bill schon durch gelesen und brannte darauf ein Paar von den Zaubern zu probieren. Einige kannte sie schon, aber manche waren ihr neu. Auch wenn sie sehr einfach schienen.
Die Abreise fiel ihr wieder sehr schwer. Wenn sie in Kreachers großen, traurigen Augen sah dachte sie daran, nicht zu gehen, aber sie wollte lernen. Sie wollte all das können, was die erwachsenen Zauberer auch konnten. Sie strich dem alten Hauself noch einmal über Kopf und machte sich dann auf den Weg zum Bahnhof.
