Ich werde dich glänzen sehen
Dies ist nicht meine eigene fanfiction, sondern die Übersetzung von "I'm gonna watch you shine" von ChancellorGriffin auf AO3. Hier ist der Link:
archiveofourown (Punkt) org/works/4628658
Hi. Sorry, dass es heute doch so lange gedauert hat, aber ich hatte eine ganze Menge zu tun. Hier jetzt aber, wie versprochen, das letzte Kapitel.
Viel Spaß beim Lesen.
"Ich habe dir einen Brownie mitgebracht", sagte er und übergab ihr ein kleines, in Servietten eingewickeltes Bündel. "Die waren fast alle."
"Du rettest mir das Leben", sagte sie dankbar, als sie den Brownie auspackte und einen großen Bissen nahm. "Ich fing an mir zu wünschen, dass ich meinen Flachmann in meine Tasche gepackt hätte, aber Schokolade ist im Notfall fast genauso gut wie Whiskey."
"Diese Veranstaltung sollte eine unbegrenzte Bar haben", stimmte Marcus zu. "Nicht für die Kinder. Für uns. Wir brauchen das gerade alle." Abby lachte. "Es ist etwas erschöpfend. All das hier", fügte er betrübt hinzu. "Sie sind so jung."
"Waren wir jemals so jung?", wunderte sich Abby. "Es fühlt sich an wie ein anderes Leben und dann gleichzeitig, als wäre es erst gestern gewesen."
"Ich weiß. Zu langsam und zu schnell zur gleichen Zeit, irgendwie."
Sie saßen für ein paar Momente in gemeinschaftlicher Stille da, Marcus an seiner Limonade nippend, Abby den Brownie essend und beobachteten Clarke und Octavia in der Mitte des kichernden Mädchenschwarms.
"Auf jeden Fall hatten sie Glück", sagte Abby. "Clarke und Octavia. Meine Mitbewohnerin im ersten Semester war furchtbar. Ich glaube, es war am dritten Tag meiner Orientierungswoche, als sie total betrunken von einer Verbindungsparty nach Hause kam und sich in meine Schuhe übergeben hat. Das war das erste Mal, aber nicht das letzte Mal."
"Oh mein Gott."
"Glücklicherweise ging sie nach ca einem Monat mit einem Fußballspieler und ist quasi in seine Wohnung eingezogen, was wahrscheinlich der einzige Grund ist, weshalb ich sie nicht tatsächlich umgebracht habe. Nach einem Semester bin ich umgezogen und hing mit einer mysophoben* Mathestudentin fest, die alle ihre Bücher der Größe nach sortiert hat. Sie hat sich nicht betrunken oder hat irgendwelche Sachen beschädigt, aber sie hat geschnarcht wie ein Güterzug." Marcus lachte. "Ich habe mir solche Sorgen um Clarke gemacht", murmelte sie, mehr zu sich selbst als zu ihm. "Ich meine, ich mache mir immer Sorgen um Clarke - ich bin eine Mutter, das tun wir nun mal, ich mache mir um alles Sorgen - aber es waren bisher nur sie und ich, weißt du, sie hat ihren Platz nie mit jemand anderem teilen müssen." In der Ferne lief ein großer, älterer Junge mit rasierten Schädel und gebräunter Haut an Gruppe der Mädchen vorbei und warf Octavia einen kurzen Blick zu. Sie errötete und beugte sich zu Clarke um ihr etwas ins Ohr zu flüstern, woraufhin beide Mädchen kicherten. "Das", sagte Abby lächelnd. "Das ist wie ich es haben wollte."
"Ich auch", stimmte Marcus leise zu und etwas in seiner Stimme brachte Abby dazu, sich umzudrehen und ihn verwirrt anzusehen, wobei sie ein Aufflackern wehmütiger Traurigkeit in seiner väterlichen Zuneigung entdeckte. Er lächelte sie an, aber das Lächeln erreichte seine Augen nicht. "Die Mutter der beiden ist... ist nicht mehr da", erklärte er stockend. "Und ich bin nicht so gut - du weißt schon. Die Mädchensachen."
"Ich denke, du machst das besser als du denkst", beruhigte Abby ihn. Er schüttelte den Kopf.
"Ich habe ihre beige Laken gekauft", sagte er hilflos. "Beige."
"Es ist okay."
"Ich wusste nicht, dass Mädchen süße Laken haben wollen."
"Marcus-"
"Sie hatte ihr ganzes Leben lang einfache weiße oder beige Lacken und ich wusste nicht, dass ausgefallene Bettwäsche so wichtig-"
"Es ist okay", beruhigte sie ihn. "Es ist gut. Jetzt hat sie ein Ersatzset." Sie zog in Erwägung, ihm zu erklären, wieso es nützlich war, einmal im Monat ein zweites Set zu haben, bei dem es einen nicht kümmerte, wenn man es ruinierte, aber stattdessen sagte sie, "Sie kann das andere Set benutzen, wenn das mit den Blumen in der Wäsche ist."
"Clarke hat vermutlich ein Ersatzset für alles", sagte Kane mürrisch. "Clarke hat einen violetten Sitzsack und ihre Lampe passt zu ihren Kissen und sie hat die richtige Sorte von diesen Posteraufhängungsdings, ich wusste nicht mal, dass es Sorten gab und ich bin ein furchtbarer Vater, der seine Tochter mit beiger Bettwäsche aufs College geschickt hat."
"Du bist zu hart zu dir selbst", lachte Abby. "Schau dir deine Tochter an, Marcus. Schau wie gut sie sich gemacht hat. Sie steht dort inmitten einer Gruppe von Mädchen, die sie erst vor drei Stunden kennengelernt hat und sie reden schon in einer Geschwindigkeit wie beste Freunde. Sie dir an, wie glücklich sie bereits ist. Es gehört mehr zu guter Erziehung als Lampen passend zu Kissen zu kaufen."
"Ich wusste nicht einmal, dass ihre Lieblingsfarbe orange ist."
"Es wird alles gut", sagte Abby. "Das verspreche ich dir."
Unter der nachdrücklichen Garantie, dass Bellamy die ganze Zeit da wäre, dass es ein vom Campus gesponsertes Event war, dass Raven und der Rest der Wohnheimmitarbeiter anwesend sein würde und das 'sozusagen alle dort sein werden' (was beide Eltern richtig als 'der Typ mit dem rasierten Kopf von vorhin am Nachmittag' verstanden), hörten Abby und Marcus irgendwann auf, Clarkes und Octavias Bitte zu widerstehen, doch mit dem jeweils anderen Essen zu gehen und sie auf die Luau Party gehen zu lassen. Marcus, dem es nicht in den Sinn gekommen war, dass die winzige Stadt Arkville von gut achthundert Paar Eltern buchstäblich überrannt würde, da alle zur gleichen Zeit Abendessen würden, hatte keine Pläne gemacht; Abby brachte es nicht übers Herz, ihm zu sagen, dass wenn Bellamy und Octavia nicht entschieden hätten zur Party zu gehen, die drei am Ende bei einem Familienessen bei Pizza Hut geendet wären, da jedes halbwegs vernünftige Restaurant der Stadt voll war.
Abby hatte, selbstverständlich, schon vor Monaten Pläne gemacht und in drei verschiedenen Restaurant reserviert, abhängig von Clarkes Appetit an dem Abend.
"Ich kann kaum glauben, dass ich nicht daran gedacht habe, zu reservieren", murmelte Marcus, während er die Plastikverpackung von einem Set faltbarer Schubladen-Organizer aus Karton für Octavia, zu denen ihn Abby überredet hatte. Nachdem die Mädchen gegangen waren hatten sie entschieden, zu versuchen die Herkulesaufgabe, das Zimmer aufzuräumen, zu bewältigen, oder besser, Abby hatte entschieden, dass sie besser schlafen könnte, wenn sie wüsste, dass Clarkes und Octavias Wäsche ordentlich sortiert wäre.
"Was hast du das letzte Mal gemacht?", fragte sie, während sie die abgewrackten Kleiderbügel aus Octavias Schrank nahm, und durch orangene aus Plastik ersetzte.
"Das letzte Mal?"
"Mit Bellamy."
"Ich habe ihm geholfen seine Kisten ins Wohnheim zu schaffen und bin dann gegangen", sagte er. "Das war das, was er mir aufgetragen hat."
Abby lachte. "Klar hat er das getan."
"Ich habe nichts von diesem Erstsemesterwochenzeug gemacht", sagte er unsicher, fast entschuldigend. "Vielleicht hätte ich das tun sollen. Ich wusste es nicht. Er sagte, er wäre okay, also bin ich einfach... Ich dachte, es wäre okay." Er stoppte plötzlich, woraufhin Abby sich umdrehte und beide spürten es, die leichte elektrische Spannung zwischen ihnen. "Ich war zurückhaltend, als sie noch klein waren", begann er und Abby erstarrte, den Blick mit seinem verbunden, die plötzliche Intimität des Moments für beide ersichtlich, die orangenen Plastikbügel und die Kartonboxen von beiden vergessen. "Ihre Mutter war - naja. Sie war schwierig. Sie hatte... viele Probleme. Ich war nicht darauf vorbereitet, ein allleinerziehender Vater zu sein, ich wusste nicht wirklich mit Kindern umzugehen und ich denke, ich hatte ein bisschen - Angst vor ihnen. Angst vor dem Schaden, den Aurora vielleicht angerichtet hatte. Angst davor, dass ich nicht wissen würde, wie ich den Schaden reparieren könnte. Daher waren wir uns nicht nahe, nicht wirklich. Ich war nicht gut mit dem ganzen Kinderzeugs. Ich war nicht gut im Fange spielen oder bei Puppenteepartys. Ich war nicht gut bei Lehrer-Eltern-Konferenzen und Schulaufführungen. Ich liebte sie beide, weißt du, ich habe sie immer geliebt, aber ich wusste nicht wie ich mit ihnen umgehen sollte. Es war nicht wie bei dir und Clarke", sagte er und es war eine solche Tiefe an Emotionen in seiner Stimme, dass Abby merkte, wie ihre Augen feucht wurden. "Es war nicht wie bei euch, wo du einfach genau weißt, was sie braucht."
"Marcus", sagte Abby weich und legte die Bügel hin, stieg über einen Haufen Taschen in der Mitte des Bodens und nahm die zusammengeknüllte Plastikverpackung aus seinen Händen, sodass sie seine Hände in ihre nehmen konnte. "Hör mir zu. Das ist der härteste Teil. Sie sind nicht mehr unsere Babys, sie lernen, wie sie loslassen und für sich selbst sorgen. Das war von Anfang an der härteste Teil, aber alles, was Octavia von dir brauchte, hast du ihr bereits gegeben. Das hat nichts zu tun mit Sitzsäcken und Puppenteepartys. Es geht darum, wie sehr du sie liebst. Es geht darum, dass sie weiß, dass egal was mit ihrer Mom war, sie immer auf dich zählen konnte." Sie drückte seine Hände. "Das bedeutet es, ein Elternteil zu sein", sagte sie ihm. "Das ist der Teil, der zählt. Deine Kinder lieben dich, Marcus. Das kann jeder sehen. Du hast das gut gemacht." Sie lächelte zu ihm auf und er sah zu ihr herunter, mit einer tiefen Rührung in seinen Augen. "Das hast du gut gemacht", sagte sie noch einmal. "Du hast es gut gemacht."
Stimmen aus dem benachbarten Raum erschraken sie beide und sie sprangen fast schuldig auseinander (und sie wunderten sich, wieso sie sich schuldig fühlten, wunderten sich, was passiert wäre, wenn Fox und Harper nicht den Flur heruntergerannt wären). Marcus beschäftigte sich wieder mit Octavias Schreibtisch, klappte die Organizer auseinander und füllte sie mit Stiften und Post-It-Zetteln, die Abby ihn zu kaufen überredet hatte, während Abby wieder dazu überging, Octavias Klamotten umzuhängen. Sie arbeiteten eine Weile still vor sich hin, bis ein leiser Wecker auf Abbys iPhone anging. "Oh", sagte sie. "Es ist halb acht. Hast du Hunger?"
"Am Verhungern", gab er ehrlich zu. "Ich war kurz davor, in die Müsliboxen einzubrechen."
"Naja, zufälligerweise habe ich noch immer eine Reservierung für zwei um acht Uhr in der Mount Weather Brauerei", sagte sie. "Ich denke, wir brauchen beide einen Burger und ein Bier." Sie grinste ihn an. "Würdest du gerne mit mir essen gehen?"
"Er sah sie scharf an, erschrocken und ein bisschen aufgeregt.
"Ist das ein Mitleidsding?", fragte er. "Weil ich zu dämlich war, richtige Pläne für heute Abend zu machen und du dich meinetwegen schlecht fühlst?"
"Ich mache keine Mitleidssachen, Marcus. Ich frage dich, ob du mit mir ausgehen willst."
"Ein Date."
"Ja."
"Das ist ein Date."
"Naja, nein, DAS ist das Auspacken der Tampons und Textmarker und Waschmittel deiner Tochter, aber Abendessen würde ein Date sein."
Er antwortete nicht, starrte sie nur weiterhin verblüfft an und sie fühlte sich plötzlich verlegen.
"Oh", sagte sie, verwirrt. "Du bist nicht - Ich dachte nicht - Es tut mir leid. Ich hätte nicht fragen sollen, das war anmaßend von mir, einfach anzunehmen-"
"Nein", unterbrach er sie, "du hast richtig gedacht. Ich bin bloß... Es hat mich schon seit langer Zeit niemand mehr nach einem Date gefragt."
"Naja, ich habe auch schon lange niemanden mehr gefragt, ob er mit mir ausgehen will", gab sie zu, "aber wir sind noch nicht so alt. Ich denke nicht, dass sich die Spielregeln so stark seit unserer Zeit geändert haben."
"Ich würde nicht denken, dass sie das getan haben, nein."
"Daher denke ich, dass wir das schaffen."
"Ich denke, du hast recht." Er grinste sie an und ihr Herz schlug schneller, das erste Mal seit so langer Zeit, dass sie es schon fast vergessen hatte. "Dann ja", stimmte er zu. "Ich würde liebend gerne mit dir essen gehen."
Das war's. Es ist geschafft. Das ist die erste Geschichte, die ich jemals gepostet habe und ich hoffe, sie hat euch gefallen (auch wenn es nicht meine Idee war, sondern Claires). Es gibt noch so etwas wie eine Fortsetzung (es ist mehr ein Chatverlauf zwischen den Familienmitgliedern), die ein Jahr später (oder etwas in der Art) in der Weihnachtszeit spielt. Falls ich die als nächstes machen soll (würde auf jeden Fall schnell gehen), dann schreibt es einfach in die Reviews. Wenn ich erstmal etwas anderes übersetzen soll, schreibt es ebenfalls rein. Es gibt echt viele englische Fanfictions, die ich sehr gerne lese und ich finde bestimmt zu fast jedem Thema etwas und kann bestimmt auch zu den Autoren Kontakt aufnehmen und sie um Erlaubnis bitten. Bis dahin freue ich mich über jede Rückmeldung und wünsche euch noch einen schönen Abend.
Hier noch einmal der Link zum Original:
archiveofourown (Punkt) org/works/4628658
