Hallo :) Zuerst einmal vielen Dank für die lieben Reviews. Auch die liebe Tanea bekommt ein dickes Dankeschön dafür, dass sie Zeit und Nerven für's Betalesen investiert hat - was würde ich nur ohne dich machen? Nun ist Kapitel 4 von Geheimnisse on und ich hoffe, dass ihr alle noch fleißig mitlest. Mit Kapitel 5 wird es dieses Mal schneller gehen, denn ich habe seit gestern endlich Internet in meiner Studentenbude und denke, dass man in der ersten Woche Studieren nicht so viel zu tun hat... hoffentlich... *etwas über den Sinn des Altgriechischkurses murmel* so und jetzt viel Spaß!
Lachend und mit vollem Magen hatten die Zwillinge und ich uns auf den Rückweg zum Gemeinschaftsraum gemacht.
„Mit euch hat man einfach immer den meisten Spaß", gestand ich lächelnd. Die Zwillinge grinsten und griffen nach jeweils einem Arm von mir.
„Danke! Du bist aber auch nicht übel." George zwinkerte mir zu.
„Das sollten wir noch einmal machen!" Fred nickte zustimmend.
Eine Gestalt kam uns entgegen, sie schien aus der Eulerei zu kommen. Ich beachtete sie nicht weiter, denn die Zwillinge machten Scherze über die Hauselfen. Ich lachte, doch ich schämte mich auch ein wenig dafür, als ich an mein gescheitertes Hilfsprojekt ‚Bund für Elfenrechte' denken musste und daran, dass die Hauselfen eigentlich unfrei waren. Es war so angenehm mit den Zwillingen unterwegs zu sein, waren sie doch immer gut gelaunt und zu Späßen aufgelegt.
Ich warf noch einen flüchtigen Blick auf die Gestalt aus der Eulerei , wer war denn so verrückt, bei dem Wetter in die Eulerei zu gehen? Es regnete wie aus Eimern. Die Person jedoch kam mir seltsam bekannt vor, diese Statur, die hellen Haare, dieser Gang, ich schaute genauer hin… Abrupt blieb ich stehen, die Gestalt auch. Unsere Blicke trafen sich.
„Granger!" Seine Stimme klang ein wenig erschrocken.
Ich schauderte und schwieg. Was sollte ich nur tun? Am liebsten wäre ich weggelaufen, aber dieses Mal gab es kein Entkommen, denn Fred und George waren bei mir. Auch sie hatten die Gestalt inzwischen entdeckt. Sofort ließen sie mich los.
„Malfoy!" Fred grinste bösartig.
„Na, so ein Zufall!" George zog seinen Zauberstab und funkelte ihn mit einem herausfordernden Blick an.
Misstrauisch wich der blonde Slytherin einen Schritt zurück, doch zu spät.
„Levicorpus!" Georges Stimme hallte laut durch den Gang.
Hilflos schwebte Malfoy in der Luft und ruderte wild mit den Armen.
„Lass mich sofort runter!", zischte er aufgebracht.
„Sonst was?" Mit großer Mühe unterdrückte Fred den Drang zu lachen, man konnte es deutlich an seiner Stimme hören. „Jammerst du uns von da oben zu Tode?" Die Zwillinge brüllten nun vor Lachen und ich sah, wie Malfoy immer wütender wurde.
Das Gelächter hatte andere Schüler angelockt, die nun in einem lockeren Kreis um uns standen und sich über Malfoy lustig machten. Wie es schien, hatte er außerhalb von Slytherin nicht viele Freunde. Ich dagegen stand versteinert da, unfähig etwas zu tun außer zuzusehen, wie er ab und zu gegen die Decke klatschte. Er war inzwischen blass vor Zorn, doch er sagte nichts, sondern versuchte an seinen Zauberstab zu kommen.
„Accio!" Schon flog Malfoys Zauberstab davon. Grimmig fluchte Malfoy und funkelte die Zwillinge aggressiv an. George dagegen ließ ihn inzwischen unsanft gegen die Wände prallen, während die Umstehenden ihn immer mehr anfeuerten.
Tief atmete ich durch. Nichts wollte ich mehr, als Malfoy aus dieser Situation befreien, doch traute ich mich nicht, den Zwillingen zu sagen, dass sie ihn herunterlassen sollten. Ich kam mir so schäbig vor.
„Wir könnten ihn hier die ganze Nacht hängen lassen!", schlug Fred vor. Die Zuschauer johlten.
„Wir könnten ihn auch so lange drehen, bis er kotzt!", warf George ein.
Fred tat so, als würde er überlegen. Sein hämisches Grinsen war kaum zu übersehen. „Das klingt auch verlockend…"
Malfoy begann sich langsam um seine eigene Achse zu drehen. Er fluchte wild und beschimpfte alle Umstehenden. Immer schneller drehte George ihn ohne Mitleid - wollte er ihn wirklich bis zum Ende drehen? Ich wollte weglaufen, fühlte mich jedoch wie gelähmt.
Das Gejohle der Zuschauer wurde immer lauter und fröhlicher.
„Malfoy, die Drecksschleuder!", rief jemand aus der Menge und alle lachten. Bildete ich mir das nur ein, oder wurde der stolze Slytherin wirklich ein wenig grün im Gesicht? Was sollte ich nur tun? Ich fühlte mich so hilflos, musste inzwischen sogar meine Tränen zurückhalten. Ich wollte ihn aus dieser Situation befreien und wollte es auch nicht.
„Lassen Sie ihn SOFORT herunter, Weasley!" Professor Sprouts wütende Stimme hallte durch den Gang und nicht nur ich fuhr erschrocken zusammen. Sämtliches Gelächter erstarb augenblicklich und die Schüler zerstreuten sich in Windeseile, während Malfoy unsanft auf dem Boden landete. Er lehnte sich mit wirrem Haar an die Wand.
„10 Punkte Abzug für Gryffindor! Und zwar für jeden von Ihnen Dreien!" So wütend hatte ich Professor Sprout noch nie erlebt. „Morgen Abend um 5 haben Sie Nachsitzen im Gewächshaus 4. Keine Ausreden! Was haben Sie sich bloß dabei gedacht?"
Nun folgte die längste Strafpredigt, die ich jemals gehört hatte. Fred und George grinsten sich heimlich an. Sie hatten ihr Ziel erreicht und freuten sich nun über ihren gelungenen Streich. Doch wie fühlte ich mich?
Mein Blick traf Malfoys. Seine sturmgrauen Augen strahlten nichts als Kälte und Abneigung aus. Ich dachte an unseren Kuss und in meinem Hals bildete sich ein Kloß, der mir das Atmen erschwerte. Unwillkürlich musste ich schlucken und senkte meinen Blick. Ich schämte mich so schrecklich, nichts unternommen zu haben.
Seltsame Gefühle stiegen in mir hoch, ich bekam Angst vor mir selbst. Nicht anderes als Reue war es, die ich empfand, weil ich ihm nicht geholfen hatte. Gleichzeitig wusste ich, dass ich es mir selbst verbot, auch nur Freundschaft für ihn zu empfinden. Er war schließlich Malfoy! Der eiskalte Slytherin war für mich unerreichbar. Immer wieder rief ich mir das in den Sinn.
War es vielleicht besser so, wie es jetzt war? Malfoy hasste mich nun sicher. Von nun an würde er mich nie wieder küssen, das war gut. Nur warum fühlte ich mich dann den Tränen so nah?
In der Nacht hatte ich kaum geschlafen, ein paar sturmgraue Augen hatten mich wachgehalten. Warum war es mir nicht mehr egal, dass Malfoy mich jetzt hassen würde? Tief in mir ahnte ich etwas. Ein Meer von Gefühlen, in dem ich ertrank. Müde und schlecht gelaunt ging ich allein zum Frühstück in die Große Halle und lief auch prompt Crabbe in die Arme.
Grob rempelte er mich an, ich stolperte und fiel fast hin, doch George fing mich auf.
„Hoppla!", rief er, ich murmelte schnell einen Dank. Er hörte mich nicht, denn er hatte sich schon längst wieder Lee Jordan zugewandt, um über Enten-Drops zu diskutieren.
Ich steuerte den Gryffindortisch an, doch auf dem halben Weg packte mich Zabini grob am Arm.
„Ab heute lebst du gefährlich, Granger!" Grob stieß er mich von sich.
Ich würdigte ihm keines Blickes und setzte mich allein an ein Ende des Tisches.
Die Geschichte von Malfoy der ‚Drecksschleuder' hatte sich scheinbar rasend schnell im Schloss verbreitet. Die bewundernden Blicke der anderen entgingen mir nicht. Ich sah, wie die Weasleys sich zufrieden grinsend mit ihren Freunden unterhielten. Doch der zweifelhafte Ruhm der Zwillinge schien sich auch auf mich übertragen zu haben.
„Gut gemacht!" Ein großer Ravenclaw, dessen Namen ich noch nicht einmal kannte, schlug mir auf den Rücken und ging weiter. Ich erwiderte nichts, sondern aß weiter missmutig meine Haferflocken.
Auch Dean und Seamus gratulierten mir überschwänglich, doch als sie meine schlechte Laune bemerkten, zogen sie sich sofort wieder zurück. Am liebsten würde ich den gestrigen Abend ungeschehen machen. Malfoys Stolz war verletzt und ich wollte das alles gar nicht.
„Das war ein Meisterstück!" Gut gelaunt setzte sich George neben mich. „Die ganze Schule spricht von nichts anderem!" Ich rang mir ein Lächeln ab und murmelte eine Bestätigung. Spielerisch piekste er mir in die Seite, dann wurde er plötzlich ernst. „Ich habe eben Zabini beobachtet… Nimm dich in Acht vor den Slytherins, sie wollen Rache. Es kann gut sein, dass heute noch einer von uns unter der Decke schwebt."
Ein letztes Mal zwinkerte er mir zu, dann stand er auf und begrüßte Angelina und Katie überschwänglich. In diesem Augenblick betrat Malfoy die Halle und für mich blieb die Zeit stehen. Ich verfolgte jede seiner Bewegungen. Wieder stiegen Tränen in mir auf, doch ich unterdrückte sie einmal mehr. Ohne sich umzusehen, hatte er sich an den Slytherintisch gesetzt. Beinahe alle Gryffindors, aber auch viele Ravenclaws und Hufflepuffs zeigten in seine Richtung und lachten. Die Zwillinge machten gerade unter großem Applaus den schwebenden Malfoy nach.
George hatte Recht. Alleinsein könnte in nächster Zeit gefährlich sein.
„Morgen!" Ron und Ginny setzten sich zu mir. Rons breitem Grinsen konnte ich entnehmen, dass er schon von dem schwebenden Malfoy gehört hatte.
„Du bist eine lebende Legende geworden!", seufzte er schwärmerisch, „Malfoy die Drecksschleuder…" Lachend lud er sich den Teller voll mit Toast und fing an zu essen.
Schwach lächelte ich zurück, darauf bedacht, dass er meine Gemütsverfassung nicht bemerkte.
„Was unternehmen wir heute?", wechselte Ginny sprunghaft das Thema. Irgendwie war ich erleichtert, dass sie und Ron so schnell zum Alltag übergingen.
Ron warf einen prüfenden Blick zur Decke. Dicke Wolken hatten sich vor die Sonne geschoben, es regnete jedoch noch nicht.
„Zum Schwimmen ist es zu kalt."
Gut erkannt, Ron. Ich nickte bedauernd. „Wir könnten im Gemeinschaftsraum Zaubererschach spielen." Enthusiastisch stimmte der rothaarige Gryffindor mir zu. Er liebte Zaubererschach; vor allem deswegen, weil er darin unbesiegbar war.
Harry quetschte sich zwischen Ron und mich auf die Bank ohne groß den Platzmangel zu beachten.
„Hier seid ihr also!" Noch etwas verschlafen angelte er sich ein Brötchen und grinste mich an. „Tolle Aktion, Malfoy hat es verdient! Ginny hat es mir schon erzählt." Er grinste Ginny an, die beinahe sofort rot wurde.
Abwesend nickte ich und ließ gedankenverloren meinen Blick durch die Große Halle schweifen. Beinahe sofort entdeckte ich Malfoy, ohne überhaupt bewusst nach ihm gesucht zu haben. Mit steinerner Miene aß er ein Marmeladenbrötchen. Wie konnte man beim Essen nur so gut aussehen? Ich versuchte mich abzulenken und sah zu Ron, was sich allerdings als keine gute Idee herausstellte. Seine Essensgewohnheiten waren einfach grausig.
Wieder sah ich Malfoy an. Ich hatte seine Ehre verletzt, er war zum Gespött der Schule geworden. Alles war so, wie es die Zwillinge beabsichtigt hatten. Auch ich sollte froh über den Erfolg sein, doch ich war es nicht. Plötzlich sah er auf, als hätte er geahnt, dass ich ihn beobachtete. Er warf mir einen hasserfüllten Blick zu und schnell sah ich wieder weg.
Vielleicht sollte ich mich bei ihm entschuldigen.
Schnell verwarf ich diese Idee wieder. Ich war schließlich eine Gryffindor und kein verängstigter Erstklässler. Außerdem hatte sich Malfoy nie für etwas entschuldigt, was er getan hatte. Mir fiel die Szene am See ein und ich fühlte mich ein bisschen besser, aber nur ein bisschen. Ich seufzte leise, es war wie verhext. Ich konnte an nichts anderes mehr denken.
„Was ist los?" Ginny hatte die Frage so leise gestellt, dass Harry und Ron nichts davon mitbekamen. Da sie in voller Lautstärke über Quidditch fachsimpelten, hätte sie sich das allerdings auch sparen können.
„Ich -", setzte ich zu einer Antwort an. Unzählige Erlebnisse und Bilder schossen mir durch den Kopf, alle handelten von Malfoy. Ich dachte an unseren Kuss am Astronomieturm, die verbotenen Gefühle und meine vielen Gedanken über ihn. Es wäre so einfach, Ginny daran teilhaben zu lassen, doch irgendetwas in mir sträubte sich dagegen. Ich war mir ja selbst nicht darüber im Klaren, was genau ich eigentlich für den kühlen Slytherin empfand und ob ich überhaupt etwas für ihn fühlte. Im Moment war ich mir noch nicht einmal sicher, ob es nicht doch nur Hass war. „Nichts", beendete ich den Satz und lächelte hilflos.
Ginny runzelte die Stirn. „Für nichts benimmst du dich aber komisch in letzter Zeit."
Der besorgte Gesichtsausdruck verschwand nicht, auch als ich sie fröhlich angrinste.
Ich wusste, lange konnte ich ihr nichts mehr vormachen, doch hier und jetzt war einfach nicht der richtige Moment zum Reden. Ich würde mein Geheimnis noch ein wenig länger für mich behalten, es war besser so. Vielleicht lösten sich meine Probleme ja auch mit der Zeit von selbst. Wenn ich mich bis dahin so locker wie möglich benahm, bemerkte bestimmt niemand mein seltsames Problem. Das hoffte ich zumindest…
So, das war's! Lasst mir doch bitte ein Review da...
Queen B: Jaah, First Date ist super :) ich habs heute morgen erst gehört... allgemein gibt es kaum schlechte Lieder von Blink. Nur All the small things kann ich nicht mehr hören. *seufz* ich hoffe, sie kommen bald mal nach Deutschland...
Das ist ein indirekter Hinweis an alle: hört mehr Blink :D Ich höre es heute schon den ganzen Tag... vllt gefällt euch ja "A new hope" - ich finde den Text super kreativ und gelungen!
Bis demnächst :)
eure Mary
