Manhunt

Harry James Potter hatte einen wirklich sehr schlechten Tag. Die Quelle seiner Not war eine buschig braunhaarige Rakete, die sich auf seiner Brust wie ein Parasit befestigt hatte und nicht loslassen wollte.

"Hermine, mir geht es gut. Madame Pomfrey sagt, ich werde noch ungefähr eine Woche etwas schwach sein", grummelte Harry.

Hermine sah zu seinem erschöpften, eingefallenen Gesicht und antwortete wütend: "Du siehst aus wie jemand, der ohne Zauberstab von Dementoren überfallen wurde."

Harry kicherte und eine Hand flog mit hoher Geschwindigkeit auf seinen Hinterkopf zu. "Autsch Hermine, versuchst du gerade mir eine Gehirnerschütterung zu verpassen?" Er rieb sich spielerisch den Hinterkopf.

Hermine streckte ihre Nase hochnäsig in die Luft. "Du bist ein Idiot."

Harry lächelte und fragte dann: "Wo ist Ron?"

"Genau hier, Kumpel." Ron Weasley, Harrys bester Freund, sagte leise: "Wir waren besorgt wegen dir. Hermine wollte nicht aufhören zu weinen."

Harry grinste. "Was ist mit dir, Ron. Bist du weinend durch die Gänge gelaufen?"

Ron grinste zurück. "Nö. Ich war sehr männlich und habe nur unter meiner Decke geweint."

Harry lachte und fuhr fort: „Also, was ist passiert, während ich weg war?"

Hermine senkte ihre Stimme zu einem Flüstern. "Es gibt ein Gerücht, über eine Art von magischem Monster."

Harry stöhnte. Die letzten drei magischen Monster in der Burg hatten versucht, ihn zu töten und er war offensichtlich nicht sehr glücklich über diese Nachricht. "Was ist das für ein Monster, Hermine", fragte er resigniert.

"Nun", begann sie, "Das Gerücht besagt, dass letzte Nacht Gabrielle Delacour von einer Gruppe böser französischer Mädchen angegriffen wurde. Offenbar haben sie sie mit allem Möglichen angegriffen und sie fast zu Tode geprügelt. Das einzige Problem ist, dass niemand es beweisen kann und so kommt es, dass die, die noch bei dem Angriff dabei waren und davon kamen, damit drohen, die Schule zu verklagen, wenn sie diese nicht weiter besuchen dürfen." Hermine schauderte. "Einige von ihnen waren sogar noch schlimmer als die Todesser."

Harry konnte sich nicht vorstellen, dass es schlimmere Menschen gab, als diese mordende Kapuzenbande um Voldemort, wollte aber auch nicht herausfinden, ob er falsch lag. Er hatte schon genug mit den Erinnerungen und den Dementoren. "Was hat das mit dem Monster zu tun?"

"Sie glauben Folgendes: Offenbar fand die Kreatur sie, als sie Gabrielle schlugen, und griff sie an. Es war niemand nahe genug, um zu sehen, wie es aussah, aber der Augenzeuge sagte, es sah aus wie ein schwarzer Bär. Er stürzte sich auf die Mädchen und innerhalb einer Minute, war alles vorbei. Die Mädchen zogen ihre Zauberstäbe und heilten Gabrielle teilweise. Das bärenartige Ding stand auf und ging zu Gabrielle, um sie wegzubringen."

Harrys Augen weiteten sich geschockt. War es das, was Gabrielle meinte, als sie sagte, dass Bolt sie gerettet hatte?

"In diesem Augenblick begannen die Mädchen wieder damit, Flüche auf das Ding zu werfen. Irgendwie wurden die Flüche aber zum See umgeleitet und nach den Spritzern zu urteilen, waren es ziemlich starke Flüche. Das bärenartige Ding drehte sich um und begann gelbes Feuer auf die Mädchen zu atmen und tötete sie sofort. Französische und britische Auroren wurden gerufen. Sie sind rund um den See noch auf der Suche nach Spuren für die Ermittlungen."

"Oh nein." Harrys Kiefer war auf dem Boden.

"Ja." Ron und Hermine stimmten sofort zu

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Senior Auror James Kirk durchsuchte die Gegend um den schwarzen See nach den Resten der Beauxbaton Mädchen, als sein Kommunikator blinkte. Er öffnete ihn schnell und schrie: "Bericht!"

"Sir, wir haben die Reste ausgemacht", sagte eine weibliche Stimme über den Com-Kanal.

"Bin schon unterwegs", antwortete er.

Minuten später kam er zu der Stelle. "Wie viele magische Signaturen gibt es?"

"Fünf, Sir. Aber nur zwei benützte Zauber", berichtete sein schwarzgekleideter Mitarbeiter.

"Identifizieren sie."

"Agnosco", sagte die Stimme des Mitarbeiters. Eine dünne silberne Schnur kam aus seinem Zauberstab und drehte sich um zwei durchscheinende Ziffern. Das Band trennte sich von einer von ihnen und bildete die Worte: ''Maria Descartes''.

"Eine der Verstorbenen, Sir."

Das zweite Band schien unentschlossen zu schwanken. Es schwang hin und her und wand sich schnell. Schließlich gab es auf, schoss in die Luft und bildete den Namen "Harry Potter".

Sofort überkam die Auroren schweigsame Stille. Niemand wusste, etwas zu sagen. Schließlich fragte einer der Mitarbeiter leise: "Wie können wir wissen, dass es der Junge-der-lebt, war?"

James Kirk war leicht schockiert. "Er ist der einzige Harry Potter, der im britischen Zaubereiministerium registriert ist. Er muss es sein."

Kirk seufzte und öffnete seinen Kommunikator. "Holt mir den Minister."

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Gabrielle wurde auf der anderen Seite des Vorhangs von ihrer Schwester Fleur fast zu Tode umarmt.

"Oh mein Gott!", schrie sie auf Französisch zwischen ihren Schluchzern. "Ich dachte, du wärst tot, als Madame Maxime erzählte, dass sie deinen Körper gefunden haben!"

Überglücklich, dass ihre Schwester hier war, sprach Gabrielle: "Ich war so erschrocken, ma soeur … und …" Sie unterdrückte ein Schluchzen.

"Ich hatte auch Angst. Wir alle, bebe".

"Ich wäre gestorben. Ich wäre gestorben, wenn Bolt nicht gekommen wäre."

Fleur sah sie verwirrt an. "Was? Wer ist Bolt?"

"Harrys Hund."

Fleur sah verwirrt drein. "Der trimagische Champion Harry?"

"Ja", sagte Gabrielle unschuldig.

Fleur sah Gabrielle einen Moment misstrauisch an. "Du bist am Leben. Das ist alles, was zählt." Fleur nahm einen tiefen Atemzug. "Die Auroren werden denjenigen fangen, der dafür verantwortlich ist."

Gabrielle sah nach unten. "Nein, das werden sie nicht."

"Natürlich werden sie. Sie sind sehr gut in ihren Job ", tadelte Fleur.

Gabrielle sah unbehaglich drein. "Sie werden sie nicht fangen, weil sie tot sind.''

"Was!?" Fleur schnappte nach Luft.

"Bolt hat sie getötet, als sie uns zu töten versuchten."

Fleur sah Gabrielle mit offenem Mund an und fiel prompt in Ohnmacht.

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Minister Cornelius Oswald Fudge hatte heute auch einen außerordentlich schlechten Tag. Am Anfang erhielt er insgesamt siebenunddreißig Heuler mehr, als üblich. Seine Lieblingskaffeetasse zerbrach und war nicht mehr zu reparieren und gerade hatte er eine Nachricht von einem seiner Auroren, Captain James Kirk erhalten. Der Inhalt der Nachricht war keinesfalls ein sehr willkommener.

"Bei der Untersuchung hat sich gezeigt, dass Harry James Potter in den Vierfachmord verwickelt ist", sagte Kirk bedauernd.

Der Minister lehnte sich zurück. "Und sie sind sicher, dass es schlüssig ist?"

Kirk seufzte und schüttelte den Kopf. "Es gab keine Fehler, Herr Minister. Es gibt keinen Zweifel darüber." Er hielt zitternd inne. "Ich habe dabei ein wirklich schlechtes Gefühl. Etwas ist definitiv nicht richtig."

Der Minister schüttelte ebenfalls den Kopf. "Mord ist nie richtig, Jim."

James sah weg und starrte auf etwas auf dem Bildschirm. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Kind so brutal ist."

"Warum? War es aus irgendeinem Grund besonders schlimm?", fragte der Minister besorgt.

Kirk pfiff. "Zu Tode verbrannt, Cornelius. Es gibt keinen schlimmeren Weg abzutreten, mit Ausnahme des Cruciatus Fluches vielleicht. "

Fudge Entschlossenheit nahm zu. Mit einem kritischen Blick auf Kirks Gesicht, sprach er: "Als Minister für Magie, erteile ich hiermit den Haftbefehl gegen Harry James Potter!'' Schweren Herzens endete er: "Die Anwendung tödlicher Gewalt wird hiermit genehmigt."

Auror Kirks Gesicht schwankte, bevor es in eine harte, professionelle Maske wechselte. "Ja, Sir!" Kirks Gesicht schmolz, um den Blick auf das Ministeriumssiegel zu offenbaren.

Fudge beugte sich, den Kopf in seine Hände gestützt, über seinem Schreibtisch. "Was habe ich getan?", murmelte er vor sich hin.

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Albus Dumbledore, Schulleiter von Hogwarts, Supreme Mugwump und Großmeister des Zauberergamot war auch ein sehr, sehr, sehr schlechter Tag beschieden. Um uns Zeit zu sparen, können wir in der Tat davon ausgehen, dass jeder der Betroffenen einen außergewöhnlich beschissenen Tag hatte. Dumbledores Kommunikationsüberwachung des Gesprächs zwischen Senior Auror Kirk und dem Minister, machte ihn vom Ergebnis her noch schlechter. Dumbledore, der natürlich wusste, dass Harry unschuldig war, weil er zur Zeit des Mordes im Krankenflügel lag, lief derzeit eilig durch das Schloss. Er wusste, dass er fast keine Zeit mehr hatte, bevor die Auroren erschienen, um Harry abzuführen.

Hechelnd und keuchend eilte er durch die offenen Türen des Krankenflügels und schrie nach Harry.

"Ja, Direktor?", fragte Harry verwirrt, während er sich aus Hermines Umarmung befreite.

"Schnell! Die britischen Auroren sind fast da, mein Junge!", spie Dumbledore eilig hervor. Harry musste kurz innehalten, um zu begreifen, was Dumbledore sagte.

"Warum ist das eine schlechte Sache, Sir?", fragte er verwirrt.

"Sie kommen, um dich wegen Mordes zu verhaften." Dumbledore beruhigte sich ein wenig. "Mein Junge, wir müssen versuchen dich aus dem Land zu bekommen. Aber wohin?"

Eine Stimme schwebte durch den Vorhang. "Ich könnte ihn mit nach Frankreich nehmen."

Dumbledore schien die Idee zu prüfen, und nickte schließlich zustimmend. "Miss Granger, ich glaube, sie wissen, wie man einen Portschlüssel erschafft."

"Wa - Nein, natürlich nicht ...", stotterte sie.

"Miss Granger! Ich sah sie, diesen Zauber schon mehrfach ausführen." Dumbledore klang etwas wütend.

"Ja, aber das war nur …" Sie wurde abgeschnitten.

"Es war gut genug, und dies ist ein Notfall. Ich werde anderweitig beschäftigt sein", grinste Dumbledore.

Hermine schaute panisch und bewegte keinen Muskel, während Dumbledore sich herumdrehte und mit einer Handbewegung die Türen schloss und sie verriegelte.

"Das sollte sie für eine Weile aufhalten. Ich werde hier gebraucht, um die Schutzzauber auf die Tür zu verstärken", sagte Dumbledore eindringlich. "Fangen sie endlich an, Miss Granger!"

Hermine sprang, einen Fuß in der Luft, vom Bett, fing sofort an Namen von Runen zu rezitieren und versucht sich an die richtige Reihenfolge zu erinnern. Harry griff nach einem Kamm aus der Kommode und reichte ihn ihr. Sie nahm ihn dankbar und legte ihn auf das Bett.

Nach ein paar Minuten starker Konzentration fragte sie Gabrielle, wo sie wohne. "Rue d' la Victoire in Paris."

Hermine wiederholt dies ein paar Mal, um es in ihrem Gedächtnis zu behalten und sagte: "Bereit!?"

Als Harry nickte, schwang sie, einen Ausdruck der intensiven Konzentration auf ihre Stirn geschrieben, ihren Zauberstab in bestimmten Mustern. Mit einem letzten Schwung richtete sie ihren Zauberstab auf den kleinen blauen Kamm und intonierte: "Portus!" Der Kamm blitzte blau und Hermine ließ sich auf dem benachbarten Bett erschöpft nieder.

Rufe und Flüche hallten durch den Korridor und die Tür begann, aufgrund der Angriffe zu splittern. Rauch quoll durch die Risse, Putz fiel in großen Blöcken von Wänden und Decke. "Verschwindet!", schrie Dumbledore. Gabrielle lief los und ergriff Harrys Hand genau in dem Augenblick, bevor er den Portschlüssel berührte. Sein letzter Blick, bevor er verschwand, war der Tür zugewandt, wo ein kleiner Trupp Auroren mit ihren Zauberstäben auf Dumbledore deutete. Seinem Mentor, Freund und Held.

"Miss Granger, fünfzig Punkte für Gryffindor! Für exzellentes Zauberwerk", war alles, was Dumbledore sagte, bevor der hochrote Strahl des Fluchs aus James Kirks Zauberstab brach. Er traf ihn mitten in die Brust und ließ Dumbledore auf die Seite fallen. Sein Gesicht, in einem konstant spöttischen Lächeln gefroren.