Extra-Pairing für dieses Kapitel: Sara/Amaya
Extra-Warnings: POV eines leicht geistesgestörten Charas
4. Spiegelkitty und Spiegelalice
Mick hasste die neue Welt. Er hatte den Speer des Schicksals eigentlich dazu benutzen wollen um die Welt wieder in Ordnung zu bringen. Stattdessen aber hatte die Legion der Verdammnis die Welt erst so richtig upgefuckt.
Vermutlich hätte er es kommen sehen müssen, doch er hatte Leonard und seinem Versprechen, dass sie ihnen nichts würden abschlagen können, wenn sie ihnen den Speer brächten, geglaubt. Und war als Resultat davon nach Strich und Faden betrogen worden. Ja, alles, was er gefordert hatte, hatte er bekommen, aber er hatte nicht bedacht, dass die Legion der Verdammnis durch die Dinge, die sie für sich wollten, alle seine Wünsche sinnlos machen würden. Thawne hatte nicht nur seine eigene Existenz gesichert, er hatte sich dazu auch noch mal so nebenbei zum mächtigsten Mann der Welt gemacht, alte Rechnungen beglichen, und den Speer eingesackt, so dass niemand etwas daran ändern konnte, dass er das Sagen hatte.
Die anderen hatten sich mit dem zufrieden gegeben, was sie bekommen hatten. Darhk hatte seine Magie und StarCity bekommen, Merlyn seine Familie, die Führerschaft über die Liga der Assassinen und Macht im Allgemeinen, und Leonard hatte Sicherheit für Lisa, Rache an seinem Vater, und Central City bekommen. Sie alle schienen mit dem, was sie bekommen hatten, zufrieden zu sein. Es schien sie nicht groß zu stören, dass sie alle von Thawne an der Nase herumgeführt worden waren. Mick jedoch störte es. Aber andererseits hatte Mick auch ein ganz spezielles Hühnchen mit Thawne zu rupfen: Das Hühnchen mit dem Namen Ray Palmer.
Micks Plan Ray ein besseres Leben zu ermöglichen, in dem er sich von ihm fern hielt, hatte nur dazu geführt, dass Thawne ihn sich gekrallt hatte. Mick hatte ja gewusst, dass Thawne eine Schwäche für den Omega hatte, aber nachdem er selber eingefädelt hatte, dass Ray auf dem außerirdischen Sklavenmarkt verkauft werden würde, war Mick eigentlich davon ausgegangen, dass der Speedster kein ernstes Interesse an den Omega haben konnte. Doch offensichtlich hatte er sich geirrt, was das anging, und nun schienen sie sich den Omega zu teilen, was Mick eigentlich einfach nur schrecklich fand. Aber nachdem er die Ray Palmer-Variante dieser Version der Welt kennengelernt hatte, diese traurige Version ohne Selbstwertgefühl, die nicht wusste, wie genial sie war, nachdem er diese Version kennen gelernt hatte, war er nicht mehr dazu in der Lage sich auf Dauer fernzuhalten. Jeder Instinkt in ihm schrie ihn an sich seinen Omega zu schnappen und ihn weit weg von jeder Art von Gefahr zu bringen und dann lange zu verwöhnen und neu aufzubauen, aber es gab Gründe, warum Mick das nicht einfach tun konnte.
Man würde es als Verrat ansehen, und es würde Thawne gegen ihn aufbringen, und der würde Darhk anweisen Sara und Amaya und Saras Schwester auf ihn anzusetzen, nur um sich zu rächen, und das würde schlecht für Mick ausgehen.
Und außerdem konnte er Leonard nicht so einfach im Stich lassen, oder? Ja, sein Freund hatte bewiesen, dass er nicht immer recht hatte, und es war eine dumme Idee gewesen auf ihn zu hören und den Speer zu benutzen, aber trotzdem war Leonard immer noch sein Freund, sein einziger Freund, wenn Mick sich gegen die Legion stellen würde, brächte er dadurch Leonard in Gefahr.
Trotz all dem wurde die Versuchung jeden Tag größer es trotzdem zu tun. Denn jeder Tag, den er in dieser Welt zubrachte, jeder dieser Tage war irgendwie furchtbar.
Leonard war Micks schlechte Laune aufgefallen, und er hatte einen Banküberfall vorgeschlagen um Micks Laune zu heben. „Wie in den guten alten Zeiten", hatte er dem Alpha versprochen. Und Mick hatte ihm so gerne glauben wollen, dass es wirklich wie in den guten alten Zeiten werden würde, aber dann, kaum dass sie die Bank mit ihrer Beute verlassen hatten und von der Polizei umstellt wurden, erkannten die Polizisten Leonard wieder und ließen ihre Waffen sinken und entschuldigten sich bei „Mister Snart", da ja offensichtlich ein Missverständnis vorlag.
Ein Missverständnis, natürlich, weil Mister Snart ja wohl niemals seine eigene Bank überfallen würde. Von wegen gute alte Zeiten. Mick schnaufte wütend.
„Das hat doch alles keinen Sinn!", beschwerte er sich, ließ seine Beute fallen, und stapfte wütend davon.
„Mick, warte!", rief ihm Leonard hinterher, „Wir können eine andere Bank überfallen!"
„Wozu denn? Jede andere Bank in der Stadt gehört dir doch ebenfalls!", brummte Mick missgelaunt und blieb kurz stehen, so dass er von seinem Partner eingeholt werden konnte, „Die ganze verdammte Stadt gehört praktisch dir!"
„Das ist wahr … Natürlich könnten wir auch einfach eine Bank in einer anderen Stadt überfallen. Wie wäre es mit Coast City?", schlug Leonard vor.
„Was würde das bringen? Es würde nicht viel anders laufen als hier! Jeder kennt dein Gesicht! Keiner würde in dem, was du tust, ein Verbrechen sehen! Die guten alten Zeiten sind vorbei, und sie kommen nicht zurück!", schnaufte Mick, „Ich hab für heute genug. Ich gehe!"
Er setzte sich wieder in Bewegung, hielt jedoch an, als er Leonards schneidende Stimme hinter sich hörte. „Und wo willst du hin?", wollte sein Partner von ihm wissen, „Willst du dich heimlich mit deinem Omega treffen? Besser gesagt mit Thawnes Omega. Wir haben darüber gesprochen, Mick, das geht so nicht weiter. Eobard Thawne ist niemand, der sein Spielzeug gerne teilt. Du solltest dir einen anderen Omega suchen. Es gibt viele Fische im Meer. Was ist so besonders an diesem Omega?!"
Der echte Leonard, der der gestorben war, hätte ihm diese Frage gar nicht erst stellen müssen. „Nichts, was du verstehen würdest", erwiderte Mick deswegen nur.
„Ja, du hast recht. Ich verstehe es nicht. Ich verstehe dich nicht mehr. Du hast alles bekommen, was du wolltest. Die Legends wurden am Leben gelassen und haben die Verluste nicht erlitten, die sie zuvor erleiden mussten. Deine Eltern sind am Leben. Du wirst nicht gesucht und kannst jedes Leben führen, das du wir wünscht, aber trotzdem bist du unzufrieden!", beschwerte sich Leonard, „Was willst du denn noch, Mick? Sag es mir, und ich sorge dafür, dass du es bekommst. Solange es nichts mit den Legends zu tun hat, versteht sich."
Mick wirbelte herum und funkelte Leonard wütend an. „Was ich will ist, dass es wieder so ist, wie es zuvor war. Dass die Welt wieder in Ordnung ist! Kannst du mir das besorgen?!", herrschte er den Beta an.
„Nein, Mick, das kann ich nicht. Und das will ich auch nicht. Weil die Welt jetzt besser ist, als sie zuvor war. Wir haben sie besser gemacht. Erinnerst du dich?", meinte Leonard kühl, „Du hast sie besser gemacht. Ohne dich gäbe es das alles hier nicht."
„Die Welt ist also besser, ja?", vergewisserte sich Mick, „Das sagst du als Beta! Frag doch mal einen anderen Beta auf der Straße, ob er diese Welt für besser hält als die, aus der wir gekommen sind. Ja, es gab Ungerechtigkeiten und keine Gleichberechtigung, aber es war nicht so, wie es jetzt ist!"
„Du verwunderst mich, Mick", stellte Leonard fest, „Du bist ein Alpha. Gerade du solltest dich über die Änderungen, die wir an der Gesellschaft vorgenommen haben, freuen."
Mick schüttelte nur den Kopf. „Kein Omega sollte sich fürchten müssen zu einem Alpha nein zu sagen. So sollte die Welt nicht sein", meinte er nur.
„Und schon wieder der Omega. Von wegen die armen Betas, ich wusste doch, dass es dir nicht um sie geht. Es geht dir schon wieder nur um diesen verdammten Omega!", zischte Leonard, „Ich weiß nicht, was ich mit dir machen soll, damit du ihn endlich vergisst! Ja, diese Welt ist nicht perfekt, ja, wir mussten Kompromisse eingehen, aber du gefährdest unsere Chance darauf den Speer an uns zu bringen und eine Welt nach unseren Wünschen zu schaffen, indem du Thawne dazu bringst dir zu misstrauen!"
„Dieses Lied höre ich mir schon ziemlich lange an, und ich werde es langsam leid", meinte Mick nur.
„Wo wir gerade beim Thema sind, ich wollte das anschneiden, wenn du bessere Laune hast, aber Thawne will uns sehen", fuhr Leonard fort.
„Schon wieder, ja? Und du kommst natürlich sofort, wenn du gerufen wirst, wie ein braver Hund!", spottete Mick.
„Wir wollen, dass er uns vertraut, Mick, verhalte dich endlich entsprechend!", erinnerte ihn Leonard, „Die Dinge passen dir nicht so wie sie gerade sind? Dann verhalte dich endlich entsprechend, damit wir das ändern können! Du kennst den Plan!"
Der Plan, der Plan, der Plan. Seit Monaten schwafelte Leonard vom Plan. Thawnes Vertrauen zu gewinnen, in seinen inneren Kreis aufzusteigen um so in der Lage zu sein den Speer des Schicksals zu stehlen.
Mick wünschte sich nur, dass sie den Speer einfach so stehlen würden. Aber langsam aber sicher beschlich ihn der Verdacht, dass Leonard es in Wahrheit gar nicht so eilig hatte den Speer an sich zu bringen, da er sich in dieser verdrehten Welt, in der sie nun lebten, wohl fühlte. Und wenn das wirklich stimmt, was soll ich dann tun?, fragte sich Mick, Dann bin ich auf mich alleine gestellt. Und er alleine gegen die ganze Legion? Nein, diese Chancen standen nicht gerade gut für ihn.
Leonard Snart mochte sein neues Leben. Er war es nicht gewohnt Macht zu haben, aber er hatte schnell Gefallen daran gefunden. Der mächtigste Mann von Central City zu sein hatte einige nicht zu verachtende Vorteile. Der einzige, dem er sich immer noch unterordnen musste, war Eobard Thawne, und damit konnte er leben, denn er wusste, dass das nicht von Dauer sein würde. Früher oder später würde er einen Weg finden den Speer des Schicksals an sich zu bringen, und dann würde er sich niemanden mehr unterordnen müssen. Aber bis es soweit war, war er durchaus gewillt Thawne den einen oder anderen Gefallen zu tun. Auch wenn Mick das offenbar nicht verstand.
Aber Mick verstand in letzter Zeit einiges nicht mehr. Leonard hatte sich wirklich Mühe gegeben entgegenkommend zu sein und diese neue Version seines alten Partners zu akzeptieren und zu unterstützen, aber langsam aber sicher ging ihm die Geduld aus. Micks Besessenheit von Ray Palmer war eine Gefahr für sie beide, und das wollte Mick einfach nicht einsehen.
Ein Grund mehr Thawne bei Laune zu halten. Ein Grund mehr, warum Captain Cold und Heatwave jetzt in Thawnes Büro standen und ihm zuhörten.
„Es geht um Malcolm, er wird gierig. Ich hätte das voraus sehen müssen, Malcolm Merlyn war noch nie jemand, der sich mit dem zufrieden gegeben hat, was er hatte", erklärte Thawne gerade, „Und seine Macht ist ihm eindeutig zu Kopf gestiegen. Eine weit verbreitete Charakterschwäche unter minderwertigen Alphas. Je mehr Macht sie erhalten, desto mehr wollen sie. Ich will, dass ihr beide ihn im Auge behaltet und feststellt, ob er etwas gegen mich plant. Wenn er vorhat die Liga zu benutzen um mich anzugreifen oder den Speer für sich zu stehlen, dann muss ich das vorher wissen."
Malcolm Merlyn also. Nun, es hätte auch Darhk sein können, aber der schien zufriedener mit seinem neuen Leben zu sein als Merlyn. Und Merlyn hatte außerdem schlechte Laune, seit Green Arrow aus dem Leben geschieden war. Offenbar war ihm doch mehr an diesem speziellen Rächer gelegen, als er bereit war zuzugeben.
Nun, die Tatsache, dass Thawne Leonard und Mick darum bat seinen einstigen Partner im Auge zu behalten, bedeutete, dass er ihnen mehr vertraute als Merlyn, und das war eine gute Sache, das bedeutete, dass sie am richtigen Weg waren. Vielleicht bedeutete es auch nur, dass Thawne sie als keine Bedrohung wahrnahm, aber auch das war ausreichend um ihren Plan zu fördern. Es war nur eine Frage der Zeit gewesen bis sich die Alphas ihrer Gruppe gegeneinander wenden würden, und wenn sie Glück hatten, dann wären Thawne, Merlyn und Darhk so beschäftigt miteinander, dass sie gar nicht erst merken würden, was Leonard und Mick eigentlich planten.
„Wir werden ein Auge auf den Mann haben", meinte Leonard nickend.
„Gut", erwiderte Eobard, „Wenn wir…" Er unterbrach sich, als Lärm vor seinem Büro zu hören war, und dann jemand, gefolgt von dem Sicherheitsdienst, in sein Büro gestürmt kam.
„Dr. Thawne, ich muss mit Ihnen sprechen!" Der Eindringling war ein Omega, und nicht irgendein Omega, es war der Historiker von den Legends. Leonard warf einen kurzen Blick auf Mick, der dreinblickte, als hätte er eben einen Geist gesehen, und den Omega ungläubig anstarrte.
Nun, das wird interessant.
Der Omega achtete jedoch überhaupt nicht auf Mick oder Leonard, sondern schenkte seine gesamte Aufmerksamkeit Thawne, der seinen Sicherheitsdienst mit den Worten „Lasst den Mann sprechen" entließ und den Omega dann aufforderte ihm zu sagen, warum er gekommen war.
Der Omega begann nun Thawnes Intelligenz und Leistungen zu preisen, was diesem offensichtlich sehr schmeichelte, um so mehr, da das Lob von einem Omega kam. „Sie haben die Eisbären gerettet und einen Weg gefunden abfallfreie Energieherstellung nutzbar zu machen. Wenn jemand mein Problem verstehen kann, dann Sie", meinte der Omega.
Leonard warf wieder einen Blick auf Mick, der die gesamte Szene immer noch überfordert zu verfolgen schien.
„Es ist so", meinte der Omega, „Diese Realität ist nicht so, wie sie sein sollte." Thawnes Miene verfiel, genau wie Micks, doch der Omega schien davon nichts mitzubekommen, sondern schnatterte munter weiter: „Über die gesamte Geschichte hinweg gibt es Einschnitte, sogenannte Narben, zu entdecken, die darauf hindeuten, dass sich irgendetwas oder irgendjemand an der Geschichte zu schaffen gemacht hat, sie verändert hat."
Nun, damit wäre der Junge wohl tot, stellte Leonard fest, Mit diesem Wissen wird Thawne ihn nicht leben lassen. Der Omega führte seine Theorie weiter weitschweifig aus ohne das Umschlagen des allgemeinen Klimas um ihn herum zu bemerken.
„Nun, das ist alles sehr bedauerlich", meinte Thawne schließlich, als er mit dem Reden fertig war, „Das ist ein Problem, das wir lösen müssen."
Der Omega strahlte ihn erfreut an, da er nicht zu ahnen schien, dass diese Worte etwas ganz anderes bedeuteten, als er annahm. „Mister Snart, töten Sie ihn, aber bitte nicht hier", befahl Thawne dann.
„Was?!", entfuhr es dem Omega erschrocken, „Aber … warum?!"
„Leider haben Sie mit Ihrer Theorie recht, Mr. Heywood", erklärte Thawne.
„Habe ich?", wunderte sich Heywood erstaunt.
„Und da ich derjenige bin, der diese Narben in der Realität zu verantworten hat, kann ich nicht zulassen, dass Sie mit diesem Wissen weiterleben", schloss Thawne, „Es tut mir wirklich leid." Dann wandte er sich wieder an Leonard und Mick: „Nehmt ihn mit!"
Leonard packte den erschrockenen Omega an der Schulter, bedrohte ihn mit seiner Kältekanone, und schubste ihn dann vor sich her hinaus, während Mick ihm stumm folgte. Unterdessen begann der Omega zu protestieren – lautstark, doch niemand achtete auf ihn, da jeder hier in StarLabs Leonard und Mick kannte und annahm, dass ihre Taten ihre Richtigkeit hatten.
Außerhalb des Gebäudes angekommen, wandte sich Mick an Leonard: „Du hast doch nicht wirklich vor ihn zu töten, oder?"
Leonard, der diese Frage hatte kommen sehen seit Heywood in StarLabs aufgetaucht war, seufzte. „Doch, Mick, das habe ich. Ja, ich weiß, dass er ein Omega ist, und mir ist klar, dass du deswegen möglicherweise ein Problem damit hast, also schlage ich vor du trittst so lange aus, bis es erledigt ist", meinte er dann müde, „Er weiß nun mal zu viel. Tut mir leid."
„Nein, nein, ich weiß gar nichts", behauptete Heywood, „Meine Mutter meint, ich leide unter einer Art Geistesstörung, und vermutlich hat sie recht."
„Lass ihn in Ruhe, Leonard", meinte Mick ruhig und richtete dann seine Hitzekanone auf seinen Partner.
Leonard traute seinen Augen nicht. „Richtest du gerade ernsthaft deine Waffe auch mich?", vergewisserte er sich.
„Da du deine Waffe auf meinen Omega richtest … ja", erwiderte Mick ungerührt.
„Dein Omega?! Als ich sagte, dass du dich nach einem anderen Omega umsehen solltest, habe ich nicht den hier gemeint!", zischte Leonard, „Mick, wir müssen ihn töten."
„Nein", erwiderte Mick schlicht.
„Mick, hör mal...", begann Leonard erneut, doch weiter kam er nicht, da ein Flammenstoß seine Waffenhand traf, woraufhin er seine Kanone fallen ließ. Ist das gerade wirklich passiert?! „Tut mir leid, Leonard", brummte Mick noch und verpasste ihm dann einen kräftigen Schlag ins Gesicht. Leonard taumelte zurück, hielt sich gerade noch im Gleichgewicht, sah auf und stellte fest, dass Mick verschwunden war. Genau wie Heywood. Und Leonards Auto.
Verdammt. Mick, verdammt noch mal, warum musstest du das tun?
Nun, wenn Leonard ehrlich zu selbst war, dann hätte er das kommen sehen müssen, nicht wahr?
Das Jahr 2017 war für Amaya immer noch ein Rätsel. Sie stammte aus der Vergangenheit, aus den 1940'ern und war von Damien Darhk in diese Zeit geholt worden. Damien hatte sie gerettet, nachdem ihr Dorf niedergebrannt worden war. Gemeinsam mit ihrem Totem war sie das Einzige, das von ihrer Heimat noch übrig war. Damien hatte sie in diese Zeit geholt und ihr eine Aufgabe gegeben, und dafür würde sie ihm ewig dankbar sein. Er hatte ihre einen Weg gewiesen ihren Rachedurst und ihre negativen Energien in konstruktive Bahnen zu lenken.
„Helden", hatte er ihr erklärt, „So nennen sie sich, aber in Wahrheit sind sie nur Terroristen. Sie setzen all ihre Energien dafür ein das bestehende System zu stürzen, und das nur deswegen, weil sie mit ihrem Leben unzufrieden sind. Sie sind Mörder, Mörder der Ordnung, die das Chaos vorziehen. Sie gehören zur Strecke gebracht. Jeder einzelne von ihnen."
Amaya hatte ihm diese Worte geglaubt. Auch deswegen, weil seine Ziehtöchter Sara und Laurel ebenfalls dieser Meinung zu sein schienen. Und auch deswegen, weil es sich gut anfühlte töten zu dürfen.
Manchmal hatte sie vielleicht Zweifel, doch sie brachte dieses jedes Mal wieder schnell zum Schweigen. Damien Darhk war im Recht, es musste so sein, denn ansonsten würde er kaum mit dem klügsten Mann der Welt, Eobard Thawne, zusammenarbeiten und mit anderen mächtigen Männern wie Malcolm Merlyn und Leonard Snart. Ansonsten wäre der Präsident doch wohl kaum auf Damiens Seite. Oder?
Der Präsident, der eine Präsidentin sein sollte… Wieso denke ich das?
„Amaya", riss Sara sie aus ihren Gedanken, „Ist alles in Ordnung mit dir?"
Amaya blinzelte und fand in die Realität zurück. Sie lag nur halb angezogen unter der Bettdecke und war wohl gerade nahe dran gewesen einzuschlafen. „Ja, ja, ich war nur einen Moment lang abgelenkt", meinte sie langsam.
„Nun, dann konzentrier dich lieber wieder auf die Gegenwart", erwiderte Sara, die gerade dabei war sich anzuziehen, „Laurel hat angerufen, Damien braucht uns. Offenbar ist Mick Rory durchgedreht, und wir sollen ihn wieder einfangen."
„Mick Rory?", wiederholte Amaya, „Dieser große Alpha, der immer mit Leonard Snart herumhängt?"
„Ja, genau der. Du hast doch nicht etwa Angst vor ihm?"
Amaya schüttelte den Kopf. „Oh, nein, ich habe vor keinem dahergelaufenen Alpha Angst", meinte sie, „Weil ich weiß, dass ich jeden besiegen könnte. Sogar dich."
Sara lachte auf. „Das hättest du wohl gerne!", spottete sie.
„Doch, ich könnte dich besiegen. Laurel vielleicht nicht, aber dich mit links", beharrte Amaya.
„Du fantasierst doch. Offensichtlich bist du immer noch nicht ganz wach. Aber wenn du diesem Hirngespinst immer noch nachhängst, wenn wir mit Mick Rory fertig sind, können wir ja gerne einen kleinen Übungskampf veranstalten um zu sehen, wer recht hat", meinte Sara kopfschüttelnd, „Aber jetzt komm. Du weißt doch wie unangenehm Laurel werden kann, wenn man zu spät kommt. Und wir haben einen wild gewordenen Alpha zu jagen."
Das hatten sie wohl. Es war zwar kein Held, aber immerhin war es eine Jagd, und für das Jagen lebte Amaya seit sie mit angesehen hatte, wie ihre gesamte Familie und jeder, den sie kannte, vor ihren Augen getötet und verbrannt worden war. Denn wofür sollte sie seit dem auch sonst noch leben?
A/N: Auch dieser Titel ist eine Anspielung auf „Through the Looking Glass and What Alice found there". Plus: Sorry für diese Version von Amaya.
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