Nach 12 Uhr ist irgend wie die beste Zeit zum Schreiben o.o
Das ganze hier wird, denke ich, etwas länger.
Langsam wird es interessant ;]
Los geht's.
Liljas Nacht war traumlos. Trotzdem fühlte sie sich nicht richtig ausgeruht als Emilija am nächsten Morgen die Vorhänge zur Seite zog. Als sie die Augen langsam auf machte, sah sie den Staub in den morgentlichen Sonnenstrahlen tanzen. Das nächste was sie sah, war Emilija, die vor ihrem Bett stand und ihre Kleidung für den heutigen Tag über dem Arm hatte. Lilja schlug die Decke zur Seite und setzte sich langsam auf. „Termine?" sagte sie verschlafen und rieb sich ein Auge. „Heute Vormittag ist das übliche dran und heute Nachmittag kommen ihre Cousinen Rebekka und Elin zu besuch." Liljas Augen weiteten sich. Sie hoffte für die Exorzisten das sie den ganzen Tag beschäftigt waren. Vor diesen beiden war kein männliches Wesen sicher. Ein kurzes seufzen entfuhr Lilja.
Nach der täglichen Morgenroutine, die aus Waschen, Haare bändigen, dezent schminken und Anziehen bestand begab sich Lilja nach unten. Mutter und Vater saßen bereits am Frühstückstisch. „Guten Morgen." sagten beide. „Dürfte ich wissen warum ihr mir nichts von unserem Besuch heute erzählt habt ?" fragte Lilja aufgebracht. „Wir haben es auch erst vor einer Stunde erfahren, Liebes." ,gab ihre Mutter zur Antwort. „Und jetzt setz dich" sagte ihr Vater. Lilja tat wie ihr geheissen wurde. Da ging hinter ihr auch schon die Tür auf und Dagur, Allen und Lavi kamen herrein. Alle drei gaben ein verschlafenes 'Guten Morgen' von sich und nahmen ihre Plätze ein.
„Wusstest du schon, dass heute deine Lieblingscousinen zu besuch kommen ?" fragte Lilja Dagur mit einem breitem im Gesicht. „Du willst mich veräppeln." sagte dieser nur geistlos. „Keines Wegs." grinste Lilja noch breiter. Sogar Anna und Tuomas mussten jetzt lächeln. Rebekka und Elin verfolgten Dagur überall. Wo er ging und stand. Die zwei fanden es immer äusserst amüsant Dagur mit Fragen zu nerven wie : „Daaaaaaaguuuuuur ? Stellst du mir mal deinen süßen Freuuuuuuund vor?" Die beiden bekamen immer das was sie wollten, schon von klein auf. Natürlich bekam Lilja auch durch den Reichtum ihrer Familie vieles. Schien es ihrer Mutter aber sinnlos, gab es keine Chance. Auch waren die beiden sehr aufgeweckt. Mit ihnen konnte man immer Spaß haben. Insgeheim freute sich Lilja schon ein bisschen auf die beiden. Sie hatte vor heute Abend mit den zwei etwas trinken zu gehen.
„Was werdet ihr zwei heute machen ?" fragte Anna die beiden Exorzisten. „Ich denke wir werden uns in der Stadt umsehen und ,hoffentlich, auf keine Akuma treffen." gab Lavi zurück. Das ganze hörte sich immer noch ein bisschen absurd für Lilja an. Akuma. Innocence. Exorzisten. Aber naja man weiss nie was einen so im Leben erwartet. „Wann kommt Herr Svenssón heute Mama ?" fragte Lilja. „In einer Stunde, also etwa um 9.30 Uhr. Sieh dass du deine Sachen zusammen suchst und sie in die Biliothek bringst." antwortete die nur. „Natürlich." Herr Svenssón war Liljas und Dagurs Lehrer. Die ersten drei Tage der Woche wurde Dagur unterrichtet und die anderen drei Lilja. Sonntag hatten sie beide frei. Herr Svenssón war im Grunde nett, griff aber auch durch wenn es sein musste. Lilja mochte ihn. Dagur, der alles hasste was ihn davon abhielt zu seinen 'Freunden' zu gehen, war ihm gegenüber eher abgeneigt. Lilja glaubte aber eher das es an seiner Faulheit für Kopfaktivität läge.
Lavi und Allen gingen gleich nach dem Frühstück in ihre Räume um ihre Sachen zu packen, denn sie hatten sich vorgenommen mindestens den halben Tag in der Stadt zu verbringen. Lilja ging ebenfalls nach oben um ihre Sachen für den Unterricht zusammen zu suchen. Heute war Geographie dran. Eher langweilig. Lilja kam sowieso nie von dieser Insel herunter. Vielleicht würde sie, wenn ihre Eltern nicht mehr unter ihnen weilten, einmal für eine Woche nach England übersetzten. Hoffen wir mal dass das noch etwas dauern wird. Als sie alles zusammen hatte ging sie in richtung Bibliothek. Als sie gerade einen langen Gang entlang lief, in dem die Gästezimmer waren, hörte sie hinter sich eine Tür aufkrachen, einen Allen herausstolpern und einen Lavi auf ihm landend. Die beiden brachen in schallendes Gelächter aus. Und Lilja lachte mit. „Habt ihr das Laufen verlernt, oder was ?" lachte Lilja.
Die beiden bemerkten sie erst jetzt, lachten dann aber einfach weiter. Wobei Lilja aber sah, das Allens Wangen leicht rosé farben waren. Wenn ich vor einer Wildfremnden mit meinem Kollegen auf dem Boden rumkugeln würde, wäre mir das warscheinlich auch peinlich. Sie lächelte noch einmal kurz, drehte sich um, und ging weiter zur Bibliothek. „Au, Lavi ! Nicht mit dem Ellenbogen !" ,hörte sie noch. „Lilja, warte doch noch kurz! Ich wollte dich noch etwas fragen." rief ihr Lavi hinterher. „Öh, klar." sagte diese und drehte sich um. „Sag mir, könntest du mir vielleicht etwas über die Stadt erzählen? Also ich meine...du kennst dich wesentlich besser aus als wir." „Gerne. Was willst du wissen?" fragte sie. „Alles wissenswerte was du mir sagen kannst. Wie viele Hotels oder Gaststädten ,in denen man übernachten kann, habt ihr?"
„Lass mich kurz überlegen. Ich denke 3, bin mir aber auch nicht sicher. Vielleicht sind im grauen Viertel noch eines oder zwei." sagte sie mit nachdenklichem Gesichtsaussdruck. Bevor Lavi eine Frage stellen konnte sagte Lilja : „Das graue Viertel ist so etwas wie ein Rotlichtviertel. Ich weiss nicht ob wir Prostituierte dort haben. Ziemlich schummrige Gegend." Ja, das graue Viertel war durchaus schummrig, mehr als das. Lilja wusste bescheid, sie war an ihrem sechzenten Geburtstag dort hin gegangen. Die Barbesitzer reden dir das blaue vom Himmel herunter, ihr Lokal sei das beste. Das einzige was Lilja und ihre Freundinnen mit nach hause nahmen, war ein kräftiger und überteuerter ihre Mutter so dermaßen erzürnte das es drei Wochen Hausarrest gab. Seinen Namen trug ds Viertel dadurch das es ganz einfach eine graue Zone war. Es hieß dass die Drogenhändler, die aus dem Aussland kamen hier alles zwischenlagerten, weil die Stadt direkt auf dem Weg nach Reykjavik lag, die Polizei konnte aber nie etwas beweisen.
„Was hälst du davon, wenn meine Cousinen und ich später in die Stadt kommen und wir euch in Ruhe bei etwas zu Trinken etwas über die Stadt erzählen?" fragte Lilja noch schnell. Aber gleich danach wurde sie rot. Dass war mal wieder eine dieser Situationen, in der sie etwas sagte, was sie so nie sagen würde. Als ob eine andere Person in ihr leben würde. Lavi sah überrascht aus, aber im positiven Sinne. „Kommt drauf an." ,grinste er. „Sind sie hübsch ?" „Lavi!" schallte es hinter ihnen. „Komm jetzt. Wir müssen an die Arbeit." sagte Allen und zerrte Lavi am Arm davon. Lilja bekam das Gefühl, dass Allen sie nicht wirklich mochte. Nicht jeder konnte sich riechen. Sie würde ihn bei Gelegenheit fragen. Ach was ! Lilja, kapier es doch endlich. Es wird keine Gelegenheit geben. Wenn sie glück haben finden sie das Innocence schon heute und reisen morgen wieder ab. Und so ging sie weiter in die Bibliothek, sie war sowieso schon zu spät dran.
In der Stadt...
Er hatte sich das falsche Hotel ausgesucht. Die Gegend war ihm von Anfang an nicht geheuer gewesen, nicht das er Angst hatte, aber es war schlicht und einfach nervig ständig von Frauen, die warscheinlich Prostituierte waren, angesprochen zu werden, während er durch die Straßen lief. Zum Glück beliesen sie es mit Sprüchen wie: „Heeeey Süßerrrrrrr. Haste' Lust?", sie waren warscheinlich alle sturzbetrunken. Hätte eine von diesen Frauen ihn angefasst, hätte er nur den kleinen Finger rühren müssen und sie wären nur noch Asche. Er fühlte sich so furchtbar überlegen !
Er konnte tun und lassen was er wollte. Er wollte Jemanden, oder Etwas, gegen eine Wand schleudern. Wenn ich endlich auf 'Sie' treffe dann werde ich meine Gelegenheit schon noch bekommen...
Im Haus...
„Ach Lilja, bevor du gehst, sag doch bitte Dagur, das ich am Montag einen Test für ihn dabei habe."
Lilja drehte sich in der Tür noch einmal um. „Natürlich Herr Svenssón. Ich würde ihnen aber Raten den Test auf Dienstag zu verschieben." gab Lilja freundlich zurück. „Bitte was ?" kam es nur von ihm. „Naja, wissen sie, morgen ist Sonntag und....ehm, Dagur wird den ganzen Tag nicht zu hause sein, was heisst er wird nicht lernen." sagte Lilja schüchtern. „Keine Sorge mein Kind, wenn er schlecht abschneidet werde ich mal mit eurem Vater reden, ich denke er wird ihn ganz schnell zum lernen bewegen." lacht Herr Svenssón nur. „Wie sie meinen..." konnte sie nur darauf erwiedern. Lilja ging zurück zu ihrem Zimmer und verräumte ihre Sachen. Dann sah sie auf die Uhr. 11.00 Uhr...Mutter sagte Rebekka und Elin kämen erst um 3 Uhr. Was könnte ich bis dahin machen ? Ich könnte Emilija bei der Hausarbeit helfen...So machte sie sich auf die Suche nach Emilija. Weit kam sie jedoch nicht, denn ihre Mutter ging gerade die gekurvten Treppen in der Eingangshalle nach oben als Lilja in den Gang trat.
„Ach Kind, gut das ich dich treffe ! Wie war der Unterricht ?" fragte sie. Lilja antwortete wie immer. Ganz okay. Lilja fragte Anna was sie bräuchte. „Weisst du denn was du mit Rebekka und Elin machst ?" Stille. „Lilja?" „Jaaa, ich überlege! Ich denke, ich werde mit ihnen ein bisschen im Lokal in der Stadt plaudern, ich habe sie schließlich schon lange nicht mehr gesehen." „Aber treib es nicht zu weit! Du weisst das Elin erst 15 ist." sagte Anna sofort darauf. „Stell dir vor Elin erzählt meiner Schwester zu hause, wir sind hier alle nur Schnapsdrosseln!" Ähhh, wie war das mit dem Schlummertrunk nochmal? „Was denkst du von mir Mutter?" sagte Lilja energisch darauf. „Ich wollte es nur gesagt haben." sagte Anna streng. Dann verabschiedeten sie sich voneinander.
Lilja fand Emilija unten im Keller, in der Waschküche. Sie sah in Emilija schon immer etwas wie eine Schwester. Emilija knickste wie üblich und fragte was das gnädige Fräulein bräuchte. Lilja räusperte sich. Entschuldigung, was Lilja denn bräuchte. „Ich brauche nichts, ich wollte dir etwas Gesellschaft leisten." sagte sie freundlich. „Aber Lilja, deine Hände werden sonst ganz rau von dem Waschen!" antwortete Emilija nur. Lilja meinte das ihr das egal sei. Und so half sie Emilija beim Waschen der Kleidung. Die meiste war von Dagur. Durch seine 'kleinen Abenteuer' war seine Kleidung immer die dreckigste. Lilja zog ein Outfit meist zwei Tage an. Mit anderer Unterwäsche, versteht sich. Emilija hatte 3 Ganituren Dienstkleidung. Liljas Kleidung suchte meist ihre Mutter aus. Sie verstand aber dass sie Lilja zeitgemäs kleiden musste. Als sie fertig waren sagte Emilija, das sie jetzt die Betten machen musste. „Lass mich dir helfen, ich habe sowieso noch bis 3 Uhr zeit."
Um halb drei ging Lilja in ihr Zimmer um sich um zu ziehen. Da klopfte es auch schon an die Tür und etwas wuseliges Rotes flog auf Lilja zu. „Hey ! Elin ! Nicht zu wild !" konnte Lilja nur sagen und musste dabei lachen. Das rothaarige Mädchen sah zu ihr auf und grinste sie an. „Lass mir auch noch etwas von Lilja übrig!" kam es von der Tür. Da stand Rebekka, die blonde Schönheit mit Augen die so grün waren das man dachte sie hätte die ganze Natur in den Augen. Elin ließ von ihr ab und Lilja ging auf Rebekka zu um sie zu umarmen. Die jedoch wich zurück und meinte: „ Man Lilja sind deine Brüste seit dem letzten Mal gewachsen!" Ja, so schön Rebekka auch war, so direkt war sie. „Und diese schönen Hüften ! Ich beneide dich !" „Rebekka, bitte..", lachte Lilja „Ich bin nicht annähernd so schön wie du !" „Jaaaaa, da hast du auch wieder recht.", sagte sie verträumt und spielte mit einer ihrer blonden Haarstränen. „Jetzt komm her und lass dich umarmen !" warf sie gleich hinterher. Nach einer herzlichen Umarmung drehte Lilja sich wieder zu Elin um. „Bist du aber Gewachsen!" sagte Lilja zu Elin.
Elin hatte sehr kindliche Gesichtszüge und wunderschöne Kastanienrote Haare. Sehr groß war sie für ihr Alter aber nicht. Sie war immerhin schon 15 und ging Lilja gerade mal bis zur Nase. Rebekka hingegen sah für ihre siebzehn junge Jahre schon sehr Erwachsen aus und war in etwa so groß wie Lilja. Bei den beiden war es genau so wie bei Dagur und Lilja, Rebekka kam nach ihrem Vater wohin gegend Elin wie ihre Mutter aussah, deswegen sahen sie sich auch nicht wirklich ähnlich. Dagur kam nach dem Vater, Lilja nach der Mutter. Die beiden kamen aus einem nördlicherem Teil Islands und kamen eigentlich regelmäßig zu Besuch. Rebekka sollte aber demnächst verheiratet werden, deswegen waren sie schon seit einem Jahr nicht mehr bei den Grimsdottirs. Natürlich hagelte es, als bekannt wurde das Rebekka heiraten will, Verlobungsangebote. Rebekka aber, war schon verlobt. Mit irgend so einem englischen Aristokraten.
„Lilja, wo ist Dagur?" fragte Rebekka auf einmal. Oh je. Lilja hoffte das er schon aus dem Haus war. Lilja sagte das sie es nicht wüsste. Sofort stürmnten die beiden los und liefen durch das ganze Haus, ständig nach Dagur rufend. Lilja machte sich noch schnell fertig und ging dann in die Eingangshalle. Dort stand auch David, der Butler der beiden. Er war Ende Zwanzig und ein wahrer Augenschmaus. Die Haare schwarz wie die Nacht, groß und schlank und so wunderschöne rostbraune Augen. Liljas Herz machte jedes mal einen Sprung wenn sie ihn sah. Er, wie es sich gehörte, lächelte und verbeugte sich tief vor ihr. „Guten Tag, My Lady." sagte er mit seiner Samtstimme. David war eigentlich gebürtiger Engländer. „Hallo David. Wie geht es dir ?" fragte Lilja. „Ich kann mich nicht beklagen. Aber wie geht es euch ?" „Ebenso." antwortete Lilja und lächelte. „Haben die zwei Damen die gleichen Zimmer wie immer?" fragte er und zeigte auf die Koffer. Lilja bejate. „Würde es euch etwas ausmachen die zwei dann zu mir zu schicken? Wir werden ihren Kleidungsplan für die nächste Woche besprechen müssen." sagte er hinterher. „Wenn ich sie von Dagur loseisen kann!" lachte Lilja.
Besagter stürtze gerade hinter ihnen die Treppe herunter. Gefolgt von den zwei Wirbelwinden. „Himmel, David ! Hilf mir !" japste Dagur. Aber es war schon zu spät. Elin war schneller als er und fiel ihn wie ein wildes Tier an. „Daaaaaaguuuuur ! Wie ich dich vermisst hab'!" rief sie. Dagur konnte nur stöhnen. David lächelte verlegen und Rebekka stand daneben und lachte. „Was soll das!?" schallte es durch die Halle. Alle zogen die Köpfe ein, bis auf David, der verbeugte sich wieder. „Lady Anna..." sagte er nur. Anna sah alle erst sehr streng an, fing dann aber das lachen an. „Rebekka, Elin ! Lasst mal sehen wie meine Schwester meinen Lieblingsnichten hergezogen hat!" sagte sie und drückte die beiden an sich. „Wo ist Onkel Tuomas ?" fragte Elin. Sie war Tuomas kleiner Liebling, er sagte immer sie erinnerte ihn an sich selbst in dem Alter. „Er ist gerade im Studierzimmer Kindchen." konnte Anna nur antworten. „Du siehst ihn spätestens beim Nachmittagstee wieder." David schickte sich nun an die beiden Mädchen auf ihr Zimmer zu bringen. „Wir sehen uns später Dagur !" rief Rebekka. Ein Augenrollen von ihm. „Nimms leicht, Dagur." sagte Lilja. „Du hast gut reden." seufzte der nur.
Als sich alle im Salon zum Nachmittagstee trafen war eine Ausgelassene Stimmung. Wie immer fehlte Dagur, aber die Eltern hatten sich schon daran gewöhnt. Jeder redete mit jedem. Lilja mit Rebekka, Elin mit Anna und Tuomas und Emilija unterhielt sich angeregt mit David. Lilja lies den Blick durch den Raum schweifen als Rebekka sich gerade Zucker in ihren Tee tat. Sie entdeckte den Butler und das Dienstmädchen. Sie musste lächeln, sie wusste das die beiden sich insgeheim mochten und zwar sehr. Natürlich mochte Lilja David auch sehr aber sie gönnte es Emilija einfach zu sehr. „Hey ! Ich hab dich was gefragt !" sagte Rebekka auf einmal. Lilja blinzelte drei mal und drehte sich wieder zu Rebekka. „Ob du einen Freund hast will ich wissen !" fragte sie nocheinmal. Lilja hasste dieses Thema. Ihre Mutter drängte sie schon die ganze Zeit, jetzt musste nicht auch noch Rebekka danach fragen. „Nein. Und ich will auch ehrlich gesagt so schnell keinen." antwortete sie nur steif. „Ach komm schon. Das kannst du mich nich sagen, welches Mädchen will denn keinen Freund?"sagte Rebekka. Ich ? Okay, später vielleicht schon aber nicht jetzt. „Wie gehen heute Abend weg, okay ? Wir finden schon den passenden." Ach bitte. Wen sollte sie hier denn finden ? Und ihre Mutter würde so etwas niemals zu lassen.
Nachdem alle wieder zu ihren normalen Tätigkeiten zurückgekehrt waren, waren nur noch Rebekka, Elin und Lilja im Salon. Die drei Unterhielten sich noch eine Weile, als sie von Anna unterbrochen wurden. „Lilja, habt ihr nicht Lust etwas auszureiten?" fragte sie. Elins Augen, die Pferde liebte, begannen sofort zu leucheten. „Au ja!!" rief sie. „Hast du Lust Rebekka?" fragte Lilja sogleich. Rebekka sah eher nicht so begeistert aus. „Biiiiiitte Bekki!" sagte Elin. Rebekka sah immer wieder zwischen Elin, Anna und Lilja hin und her. „Was hälst du davon wenn ich mit Elin Reiten gehe und ihr zwei großen könnt euch selbst beschäftigen." Es war Liljas Vater. Er stand hinter Anna. „Ist das okay für dich Bekki?" fragte Elin. Rebekka sah sichtlich erleichtert aus. Sie nickte. Lilja wusste das sie eigentlich Angst vor Pferden hatte, aber in Island war das undenkbar. Sie hatte sich, als beide 15 waren, Lilja anvertraut, sie aber gebeten es niemandem zu sagen. „Ich denke wir werden uns in die Stadt begeben und ein paar alten Freunden Hallo sagen." sagte Lilja, um die Stimmung aufzulockern. Rebekka war sofort dabei. „Oh ja, ich werde dich hübsch machen Lilja !" rief sie sogleich. Rebekka zerrte Lilja aus dem Raum, in ihr Zimmer und begann sich sofort über sie her zu machen.
Die Person die sie aus dem Spiegel anblickte war wie eine vertraute Fremnde. Kennst du das? Du läufst durch die Straßen, siehst jemanden Fremdes und könntest schwören du hast denjenigen schon einmal gesehen. Ihr braunes Haar war zu einem einfachen Zopf geflochten und fiel über die rechte schulter. Die Wimpern waren lang und getuscht und die Haut wie Porzellan. Das Mädchen das hinter ihr stand war mindestens nocheinmal so schön wie sie. Es dauerte ein paar Augenblicke bis sie realisierte das sie es war der sie da aus dem Spiegel anblickte. Die Augen wirkten seltsam groß und die Haut war ohne einen einzigen Makel. „So, fertig." sagte Rebekka und grinste verschmizt. „Ich denke dein Kleid ist in Ordnung." warf sie noch hinterher. „Rebekka ! Ich gehe doch nicht auf einen Ball !" sagte Lilja. „Nein, dass nicht, aber wir wollen doch mal sehen wer dir jetzt noch widerstehen kann!" rief sie. Es klopfte. „My Lady, wir müssen immer noch ihren Kleidungspaln für die Woche besprechen." kam es von draußen. „Komm rein David." sagte Lilja. Die Tür öffnete sich und David trat herein. Er blieb aber sofort in der Tür stehen als er die beiden Mädchen sah. „Naaaaaa ? Was sagst du dazu ?" rief Rebekka und zeigte mit den Händen auf Lilja, als wäre sie ein Ausstellungsstück. Lilja wurde sofort rot. David antwortete sehr reserviert : „Ihr seht bezaubernd aus Fräulein Lilja." „D-d-danke..." konnte Lilja nur antworten. David wannte sich wieder zu Rebekka. „My Lady, der Kleidungsplan..." „Aaaach paperlapapp ! Ich ziehe an was mir in den Kram passt." unterbrach Rebekka ihn.
„Wie ihr wünscht My Lady. Noch eine Frage : Möchtet ihr und Fräulein Lilja ausgehen ?"
fragte er. „Na aber klar. Glaubst du ich mache mir zu Spaß diese Arbeit?" „Dann wünsche ich ihnen viel Spaß." sagte er lächelnd, verbeugte sich und ging. Rebekka zupfte noch etwas an Lilja herum und dann betrachtete sie Lilja, als ob ihr zukünftiges Kind gerade 'Mama' gesagt hätte. „Ach, ich freu mich so." sagte sie und umarmte Lilja lange und fest. Die beiden gingen aus dem Zimmer und in die Eingangshalle. Liljas Mutte erwartete sie schon. Als sie die beiden sah fing sie an zu lächeln. Sie sagte Lilja das sie aussah wie sie selbst als sie noch jung war. Sie wünschte den beiden eine menge Spaß und warnte sie nicht ins graue Viertel zu gehen. Ein Hausangestellter brachte die beiden mit der Droschke hinunter in die Stadt und lies sie vor der Wirtschaft heraus. In 3 Stunden würde er sie wieder abhohlen. Als die beiden das Lokal betraten wurde es still. Die meisten waren Stammgäste und waren neue Gesichter nicht gewöhnt. Nicht dass Lilja neu gewesen wäre aber Rebekka war noch nie hier mit ihr gewesen. Die etwas jüngeren stießen sich gegenseitig in die Seiten und zeigten auf die beiden. Lilja merkte dass Rebekka neben ihr unruhig wurde, als sie nach einem Tisch ausschau hielten. Als sie sich gesetzt hatten sagte Lilja zu Rebekka : „ Jetzt pass mal auf." , und zwinkerte ihr zu. „Sven ! Eine Runde auf mich für alle!" Gejohle und Rufe. „Das hilft immer." sagte sie zur perplex schauenden Rebekka.
Die beiden bestellten sich etwas zu Trinken und als es gebracht wurde rief Sven von seiner Bar zu ihnen herüber das die aufs Haus gehen würden. Lilja mochte ihn, er war immer nett und wenn irgendjemand Lilja anpöbelte warf er ihn hinaus. Lilja und Rebekka setzten ihr Gespräch von vorhin aus dem Salon fort als Lilja merkte dass ein Blick auf ihr ruhte. Und dass schon ziemlich lange. Sie sah sich um, aber jeder der sie ansah schaute sofort weg. Der Blick war aber immer noch da. Als sie sich genauer umsah, sah sie an einem einzelnen Tisch einen Mann sitzen der an einem Glas Brandy nipte. Schwarze lockige Haare, die zurückgebunden waren, einen hohen Zylinder und bernsteinfarbene Augen. Er sah sie eindringlich an.
Und als wäre ein Alarm ausgelöst worden, begann in Liljas tiefstem Inneren etwas zu vibrieren und zu summen. Wie zehtausende Bienen die sich bereit zum Angriff machten.
