Vielen lieben Dank an Terminator und natürlich auch an dich Ginny, ich wollte ja mehr schreiben, aber ich werde dich entschädigen, versprochen ;-)
Wie schon erwähnt, ich weiß nicht mehr genau, wie das mit dem Heimatdorf oder auch nur Haus war, im Film wird das ja kurz angedeutet und alles weitere kommt ja dann erst im siebten, deswegen habe ich da mehr als frei gehandelt, gerade weil das Haus doch komplett zerstört sein sollte? Ich bin mir halt nimmer sicher und anders würde meine Story so nicht gehen, also habt bitte Nachsicht...
HERE WE ARE!
Es war eine kleine Seitenstraße, in der einige Häuser nebeneinander standen, es war deutlich zu erkennen, dass dies Herrenhäuser waren, sie waren nicht dicht beieinander, da jedes Haus von viel Grundstück umgeben war, das noch mit dazugehörte. Das ganze Dorf gehörte zu der oberen Mittelklasse und strahlte eine besinnliche Ruhe und Gelassenheit aus, so dass man sich weder beobachtete noch auf dem Präsentierteller fühlte. Das Anwesen seiner Eltern war nicht hoheitsvoll oder mächtig, aber gemessen an dem Haus der Dursleys war es stilvoll und strahlte ein Macht aus, die noch von dem emporragenden Bäumen hervorgehoben wurde. Harry hatte schon mehr bekommen als erwartet, als er erfuhr, wie viel Geld seine Eltern ihm zurückgelassen hatte, nun erkannte er, dass Geld nicht das einzige gewesen war. Dieses Haus war nicht eins von diesen Reihenhäusern, in deren Umgebung Harry gelebt hatte, dies hier war ein altes schönes Anwesen, mit großen Fenstern, heller Fassade und einem großen Garten, der zum Quidditsch Spiel eingeladen hätte. Ja - hätte, denn es war unschwer zu erkennen, dass hier eine Tragödie stattgefunden hatte. Die Nachbarhäuser waren leer, wie ausgestorben oder fluchartig verlassen, die anliegenden Gärten ebenso vermodert und verwachsen wie der der Potters. Die Fenster waren teilweise eingeschlagen und dunkel, die Eingangstür war offen und Harrys Magen zog sich zusammen, als er dabei war das Innere des Hauses zu betreten.
Hier hatte er das erste und schönste Jahr seines Lebens verbracht, hier war er liebevoll umsorgt worden, hier waren Opfer gebracht worden- ohne zu zögern- ohne zu fragen. Harry stand vor der Tür, noch wagte er nicht über die Schwelle zu treten, sein Blick ging unwillkürlich nach links, in seinem Herzen ein kurzer Stich, als sein Blick auf das Schild an der Tür fiel: Hier wacht das Ehepaar Potter- Lily und James- über den Schlaf von Harry, nicht klingeln!
Tränen stachen ihm in die Augen und er überwand sich schnell die Schwelle zu übertreten, so dass ihm die daneben geschriebene Notiz : Auch du Sirius als Pate nicht! nicht einmal auffiel. Der Teppich, der auf dem verlassenen Flur lag und dem die fröhliche Farbe des Willkommens verblichen war, nahm er gar nicht wahr. Nun stand er in dem Haus seiner Familie, er konnte spüren, dass viele Menschen hier miteinander gelebt hatte, er fühlte die Verbundenheit zu seiner Familie, er spürte die Anwesenheit der Liebe und Geborgenheit zu diesem Haus, als würde er ein Stück seiner Selbst wiederfinden. Und doch bemerkte er auch das Gefühl von Kälte, die das Haus heimgesuchte hatte- hier waren zwei Menschen gestorben. Wie in Trance ging er die Treppe hoch, er wusste, dass er erst in sein Zimmer gehen musste, er wusste das es im ersten Stock war und er wollte testen, ob er sich an mehr erinnern konnte, wenn er sein immer betrat, als wenn hier Erinnerungen gespeichert sein würden.
Doch schon während er die Treppen hinauf stieg überkamen ihm Wellen des Zorns und des Schmerzes, aber er überwand sich, er musste sich dem stellen, wie ein Magnet zog etwas nach ihm und er ging weiter, er stieß die Tür auf und sah in sein Zimmer. Es war babyblau, eine Wiege, gleich neben dem Fenster, an der Decke waren Sterne und eine Wand war mit einer Tapete, auf der zwei Quidditsch Mannschaften um den Sieg spielten -endlos-, wahrscheinlich war deswegen Harrys Vorliebe für dieses Spiel so schnell entdeckt worden, da seine Eltern diese so schnell wie möglich geweckt hatten. Eine Kommode, die wohl als Wickeltisch gedient hatte, war umgeworfen und aus der Schublade kamen Decken und Strampelanzüge heraus. Über der Kommode ein Mobile mit verschiedenen Tieren, beim genauen Hinschauen, waren es nur vier, ein Hirsch, ein Hund, ein Wolf und eine kleine Ratte, warum es ausgerechnet diese sein sollten, war Harry ein Rätsel...
Ihm überkam die Angst, dass wenn er hier auf die umgeworfene Kommode starrte, dass er nun die Schreie hören würde, den Schmerz den seine Eltern erleiden mussten spürte und die Angst, die sie ergriffen hatte. Wie wenig wusste er von seinen Eltern, wie oft hatte er sich gewünscht ein ganz normales Leben zu führen, er wollte gar nicht den Reichtum und die Anerkennung, denn er konnte doch immer wieder sehen, dass selbst Familien, die so arm waren wie die Weasleys glücklich waren als die kühlen und beherrschten wie die Malfoys und das allein aus der Tatsache, dass sie sich gegenseitig als höchstes Gut ansahen. Geld alleine machte nicht glücklich und gerade jetzt war Harry noch in einem Alter in dem Geld eine noch mindere Rolle spielte, denn was er brauchte war Liebe und Geborgenheit, einfach jemand an den er sich wenden konnte.
Er ging auf das Fenster zu, von hier aus konnte er in den Garten sehen, das Land ging weit hinaus und grenzte bis an den Wald, vor dem Harry einen kleinen See wahrnahm. Es war alles so friedlich hier, er drehte sich wieder in den Raum, er konnte gar nicht glauben, dass all dies für ihn eingerichtet worden war, dass seine Eltern hier gestanden hatten, dass sie hier zusammen gelebt hatten, dass seine Eltern hier gestorben waren, nur weil Voldemort sich ihrer erledigen wollte. Warum? Ja, das wusste Harry bis heute nicht wirklich und er wusste so vieles nicht und vor allem wusste er nicht wohin mit sich.
Wieder kam in ihm die Frage auf, weshalb er zu den Dursleys gekommen war, würde es in dem Freundeskreis seiner Eltern niemanden gegeben haben, der sich um ihn kümmern wollte, konnte da keiner sein, der sich um ihn sorgte? Jetzt stand er hier in seinem Kinderzimmer und fühlte sich so alleine wie nie zuvor, denn hier war die Liebe zu ihm zu präsent, fast schon greifbar und doch war er alleine und hilflos. Noch, dass wusste er hatte er gegen kein Zauberergesetzt verstoßen, doch er hatte Hunger, sein Körper war kraftlos und er wollte nicht mehr alleine sein, also was sollte er bloß tun?
Langsam ging er die Treppe wieder hinunter und betrat das Wohnzimmer, dass an die Küche angrenzte. Das Wohnzimmer hatte eine komplette Fensterfront zum Garten hinaus und durch das Küchenfenster sah man zur Straße und konnte genau erkennen, wenn jemand das Gartentor passierte und auf die Haustür zukam. Und Harry stockte fast der Atem, denn genau das geschah gerade, jemand hatte das Gartentür geöffnet und war auf dem Weg zur Haustür- nur wer war das?
Ach ja, ich bin doch wieder liebenswürdig, findet ihr nicht auch? Aber keine Panik, ich schreibe weiter und wie gesagt, dass wird schneller gehen, als ihr glaubt, aber ich muss mal ein wenig in die Sonne, denn sonst mutiere ich noch zum Vampir ;-)
