Kapitel 7
Sarah machte sich Gedanken. Seit drei Tagen kein Wort von Cameron.
Und John...
Am ersten Tag war er trotzig. Den ganzen Tag war er mit Riley unterwegs gewesen oder er hatte sie trotz er wusste wie Sarah darüber denkt mit nach Hause gebracht.
Am zweiten Tag hatte sie morgens gesehen, wie John kurz vor Camerons Zimmertür stehen blieb. Seine Hand schwebte einige Sekunden über dem Knauf bevor er seinen Weg mit nachdenklichem Gesicht fortgesetzt hatte. Den Tag über hatte Sarah beobachtet, wie sein Blick immer wieder dahin wanderte, wo sich Cameron normalerweise aufzuhalten pflegte. Sarah hatte Kopfschüttelnd mitbekommen, dass er schließlich mit Riley ins Kino gegangen war. Als er dann wieder kam wirkte seine Laune nicht besser als zuvor.
Am dritten Tag schließlich hatte sie gesehen, dass Camerons Zimmertür offen stand. John saß auf dem Bett dass Cameron nicht benutzte und starrte vor sich hin. Er begann ihr Leid zu tun. Aber wieder verabredete er sich mit Riley was Sarah wieder nur den Kopf schütteln lies. Als er dieses Mal zurückkam war es nicht nur fast schon Morgen, nein er war betrunken und wurde von Riley gestützt, die auch nicht mehr ganz nüchtern war. Beide waren dann in Johns Zimmer verschwunden.
Am Morgen des vierten Tages, genau genommen eine Stunde, nachdem John und Riley gekommen waren hörte sie, wie sich Jemand im Bad erbrach. Als sie nach sah saß John gegen die Wanne gelehnt vor der Toilette und atmete schwer. Sein Stöhnen ließ ein Lächeln in Sarahs Mundwinkeln auftauchen.
Dann ging sie zu Johns Zimmer. Was sie dort sah lies sie erschaudern. Riley lag auf dem Bett, oben herum nur mit einem BH bekleidet schnarchte sie lautstark vor sich hin. Ihre Hose war fleckig und der BH machte auch keinen gepflegten Eindruck.
Auf dem Weg an dem erneut im Bad würgenden John vorbei beschloss sie Etwas zu unternehmen.
Ein paar Tage zuvor:
Lesley runzelte die Stirn, als Matt hinter Cameron die Suite betrat. „Kleine?"
„Connor hat sie raus geekelt, da hab ich sie mitgebracht", entgegnete Matt statt Cameron.
„So?" Lesley beobachtete genau, wie Matt Cameron ansah. 'Wem will der Narr Etwas vormachen', dachte er und schüttelte innerlich den Kopf.
Die nächsten drei Tage beobachtete Lesley, wie Matt ihr immer weiter verfiel. Cameron hingegen taute immer mehr auf. Ihr Verhalten wurde von Stunde zu Stunde menschlicher, zumindest solange die Beiden in der Suite waren. Draußen allerdings war Cameron ganz der Alles beobachtende Cyborg. Allerdings konnte der, der sie kannte sehen, dass sie auch dort längst nicht mehr so kühl war.
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Matt hatte Cameron sein Zimmer überlassen wollen. Er fand es schade, dass sie ablehnte weil sie das Bett eh nie benutzte. Während er in seinem Bett lag fand saß sie nebenan und hatte den Fernseher eingeschaltet.
Am ersten Abend fand er keinen Schlaf. Er erhob sich um nach ihr zu sehen. Als er leise die Tür öffnete, sah er schräg auf Camerons Rücken. Er konnte ihr Gesicht im Profil sehen. Ihre Wangen glänzten vor Feuchtigkeit. Er dachte zunächst, der Film im TV hätte Cameron zu Tränen gerührt aber sie sah gar nicht auf den Bildschirm.
„Cameron?" Fragte er leise und umrundete die Couch.
Cameron sah von ihm weg „Ja?"
Er setzte sich neben sie. Sie saß da und hatte die nackten Füße seitlich neben sich auf die Polster gezogen. „Was ist los?" Fragte er und legte eine Hand auf ihre Schulter.
Cameron erstarrte für eine Sekunde. Schließlich drehte sie sich zu ihm. „Ich bin... einsam", sagte sie leise.
Matt sah sie lange an. Schließlich schüttelte er langsam den Kopf. „Nein, … bist Du nicht".
Cameron lies sich Widerspruchslos von Matt in seine Arme ziehen. „Danke für die Erklärung", sagte sie mit der Wange an seiner Schulter.
Am zweiten Abend saßen sie lange vor dem Fernseher. Sie redeten und lachten sogar gemeinsam. Schließlich verabschiedete Matt sich fürs Bett. Cameron drückte ihm zum Abschied einen Kuss auf die Wange.
Sie sah ihm hinterher und noch lange auf die geschlossene Tür. Er merkte nicht, dass sie in der Nacht zu ihm ins Zimmer kam und ihn beobachtete.
Lesley sah Cameron am frühen Morgen aus Matts Zimmer kommen. Ihre Blicke begegneten sich, sie sagte aber kein Wort.
Am dritten Abend geschah Etwas, was Matt schließlich wie ein Messer ins Herz fuhr.
Kapitel 8
Sie hatten einen romantischen Film zusammen gesehen. Na ja, eigentlich hatte Matt eher auf Cameron geachtet. Immer wieder hatte er ihr Blicke zugeworfen, das Profil ihres Gesichts betrachtet.
Insbesondere die großen braunen Augen faszinierten ihn, die manchmal blau schimmerten, je nachdem wie das Licht darauf fiel. Nicht so viel, dass es einem Uneingeweihten auffallen würde aber genug, um von ihm bemerkt zu werden. Er fand das wunderschön.
Als der Film schließlich zu Ende war saßen Beide noch minutenlang regungslos da und taten so als würden sie sich den Abspann ansehen. Schließlich endete auch dieser. Cameron nahm die Fernbedienung und schaltete den Fernseher aus. Augenblicklich wurde es stockfinster in dem Raum.
Matt hatte kaum Zeit zum Luftholen, da war sie bei ihm. 'Ihre Lippen sind sooooo soft', dachte er noch, bevor ihre Zunge auch schon um Einlass bat.
Der letzte Rest seines Verstandes wusste, dass das falsch war, was sie gerade im Begriff waren zu tun. Er stieß sie von sich und sprang von der Couch."Nein...", brachte er noch hervor, bevor seine Stimme versagte.
In dem stockdunklen Raum konnte er nichts sehen. Er konnte aber hören, wie sie sich bewegte.
„Es tut mir Leid", sagte Cameron bevor sie schnell aus dem Zimmer huschte und ihn erneut der Finsternis auslieferte.
Als Matt schließlich mit schmerzenden Schienenbeinen die Tür erreichte und hinaussah war Cameron natürlich längst weg. Er schaltete das Licht ein, schloss die Tür wieder und lies sich mit dem Rücken dagegen fallen. Dann wischte er sich mit der Hand durch das Gesicht. „Was habe ich getan?" Fragte er sich selbst.
„Das möchte ich auch gerne wissen?" Dröhnte in diesem Moment die Stimme eines sehr verschlafen wirkenden Lesley durch den Raum. „Was hast Du angestellt?"
Matt lies sich mit dem Rücken an der Tür entlang zu Boden rutschen. „Sie...sie hat mich geküsst", war Alles was er hervorbrachte.
Lesleys Gesicht nahm einen nachdenklichen Ausdruck an. „Und?"
Matt blickte auf. „Ich hab sie abgewiesen", entgegnete er leise.
„Oh Mann", sagte Lesley der ahnte, dass diese Dreiecksbeziehung in einer Katastrophe enden Würde, wenn er nichts dagegen unternahm.
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Als Sarah dann am Morgen erneut an Johns Tür vorbeiging und leise einen Blick hineinwarf lag John neben dem Bett auf dem Boden. Seine Hose als provisorisches Kissen nutzend, Seine Jacke war seine Decke. Riley schlief im Bett, sorgfältig zugedeckt.
Kopfschüttelnd ging Sarah nach Unten. Sie musste Etwas unternehmen.
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Lesley wurde vom summen seines Handys geweckt. „Ja?" Fragte er verschlafen.
Am anderen Ende wurde ein Identifikationscode getippt, was er erwiderte.
„Hier ist Sarah, wir müssen Etwas unternehmen...", hörte Lesley die befehlsgewohnte Stimme.
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Nun waren sie auf dem Weg zum Restaurant. Sarah hatte John und Riley kurzerhand damit überfahren Essen zu gehen wollen.
Beide waren mit verzerrtem Gesicht hochgeschreckt. Riley war dabei aus dem Bett gerollt und auf John Gefallen, wobei sein Gesicht zwischen ihren Brüsten Platz fand.
„Wir Drei gehen heute Abend Essen", hatte Sarah gesagt, die zuvor gegen die Wand geknallte Tür hinter sich grinsend wieder zuziehend Sie verlies den Raum, ohne eine Entgegnung abzuwarten.
Lesley hatte ein Problem gehabt. Cameron hatte die Wohnung verlassen und er wusste nicht, wo sie hin gegangen war. Als er das Hotel verlassen wollte sah er sie schließlich in der Lobby in einem Sessel sitzen.
„Was ist los?" Fragte er, als er sich vorsichtig in den Sessel daneben niederließ.
Cameron schien ihn erst jetzt zu bemerken.
„Ich mache Alles falsch", sagte sie ohne aufzublicken.
Lesley hob eine Augenbraue. „In wie fern?"
Nun blickte Cameron ihn an. „Zuerst John und nun..." Sie blickte starr auf den kleinen Tisch vor sich. „Ich hätte wissen sollen, dass Matt eine Maschine nicht...".
„Nun mach mal halblang", unterbrach Lesley sie. „Ich weiß zwar nicht genau was vorgefallen ist aber ich denke nicht, dass du Matt dazu bringen könntest dich nicht mehr zu mögen. Und John Connor... Nun, der wird früher oder später auch begreifen". Er machte eine Kunstpause, so als müsse er nachdenken. „Pass auf, ich mach Dir einen Vorschlag. Wir Drei gehen heute Abend Essen, dann werden wir sehen, was Matt so über Dich denkt.
Cameron blickte ihn kurz nachdenklich an, schließlich nickte sie langsam.
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„Geht schon mal vor, ich geh noch mal kurz für kleine Mädchen", sagte Sarah zu John und der völlig verunsicherten Riley.
Der Kellner führte die Beiden zu ihrem Tisch in dem ziemlich dunklen Lokal. Lediglich der Fußboden war ausgeleuchtet, auf den Tischen standen Kerzen, weitere Beleuchtung gab es nicht.
Sie erreichten einen Tisch, an dem zu ihrer Verwunderung bereits Jemand saß.
Auf Grund der fehlenden Beleuchtung erkannten sie Matt und Cameron erst, als sie den Tisch erreichten.
John erstarrte kurz, während Riley ängstlich auf Cameron starrte, was John aber natürlich nicht auffiel.
John haderte kurz mit sich selbst, ob er Riley nehmen und wieder gehen sollte, dann aber siegte sein Stolz. Er rutschte auf die Bank den Beiden gegenüber und zog Riley mit.
Matt und Cameron waren selbst sehr überrascht. Während Cameron das aber nicht zeigte, verzog Matt das Gesicht. Er hatte etwas besonderes geplant und beschloss, sich durch dieses unverhoffte Treffen nicht davon abzubringen lassen.
„Na, da hat meine Mom ja eine tolle Idee gehabt", sagte John ärgerlich. „Nun, was ist so besonderes an diesem Laden?" Fragte er dann gespielt gelangweilt. „Außer, dass es ziemlich dunkel ist natürlich". Er deutete auf die Kerzen auf dem Tisch.
„Da fragst Du noch?" Entgegnete Matt. „Das Lokal heißt nicht umsonst Starlight Lounge." Dann zeigte er zur Decke.
Als jetzt alle nach Oben sahen stockte ihnen der Atem. Hoch über der Tanzfläche wölbte sich eine riesige Glaskuppel durch die man die Sterne sehen konnte. Abgesehen von dünnen Stahlstreben hatte man fast den Eindruck, da wäre gar kein Dach.
Als John und Riley ihren Blick wieder von dem Anblick lösten, bemerkten sie, dass Cameron ebenfalls von dem Anblick gefesselt schien.
„Wo ist... dieser Matt?" Fragte Riley verwundert.
Auch John hatte nicht bemerkt das Matt gegangen war. Gerade als er den Mund öffnete um Cameron zu fragen begann Jemand unten an der Tanzfläche auf dem Flügel zu spielen.
Sanfte Klänge hallten durch den akustisch sehr ausgewogenen Raum.
John sah, dass Camerons Augen aufgerissen und auf den Pianisten gerichtet waren. Als er ihrem Blick folgte weiteten sich seine Augen ebenfalls.
Gerade hatte Matt das sanfte Intro beendet und begann gefühlvoll zu singen.
-Have you ever seen such a beautiful night-
-I could almost kiss the stars for shining so bright-
-When I see you smiling I go… oh oh oh-
-I would never want to miss this-
-In my heart I know what this -
-This is what dreams are made of-
…..
-This is what dreams are made of-
-I've got somewhere I belong-
-I've got somebody to love-
-This is what dree-e-e-eams are made of-
Matt hatte seinen Blick nicht von Cameron genommen während er sang.
John hatte unter dem Tisch die Fäuste geballt. 'Was bildet sich dieser Kerl bloß ein!' Dachte er wütend.
'Das ist ja widerlich', dachte hingegen Riley. 'Weiß der denn nicht, dass das Ding eine Maschine ist?'
Camerons Gedanken bewegten sich auf ganz anderen Bahnen.
Analysis completed
probably love song
'Ich verstehe nicht. Vielleicht sollte ich John fragen?' Fragte sie sich und sah hinüber. Riley hatte ihre Hände auf seinen Schultern liegen und lehnte von hinten gegen ihn. Nein, vielleicht hat das Etwas mit dem Plan zu tun, ich werde später Matt fragen'.
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„Werden die sich nicht an die Kehle gehen?" Fragte Lesley, der Sarah vor den Toiletten erwartet hatte.
Sarah schüttelte zögerlich den Kopf. „Das glaube ich nicht. John sehnt sich nach Cameron aber solange diese Riley dabei ist, wird er kaum auf Matt losgehen".
„Wollen wir es hoffen. Sonst macht Matt ihn fertig".
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Nun saßen sie beim Essen. Bis dahin hatten sie nur wenig miteinander gesprochen. Matt hatte demonstrativ Camerons Hand ergriffen und auf der Tischplatte festgehalten.
Während Johns Gesicht finster war hatte Riley einen angewiderten Gesichtsausdruck, beides für Matt durch die Finsternis nicht erkennbar. Cameron hingegen genoss die Dunkelheit auf ihre Weise, ohne ihren Infrarotmodus zu aktivieren. Immer wieder sah sie hinauf zu den Sternen. So bekam sie Rileys Gesichtsausdruck auch nicht mit.
Matt stocherte in seinem Essen, immer wieder warf er Riley Blicke zu.
„Was?" Fragte diese aggressiv. Der verliebte Metal Lover ging ihr auf die Nerven. Zumindest schien er aber die Maschine von John Connor fernzuhalten.
Matt deutete Mit seiner Gabel auf die Blonde. „Ich kenn Dich irgendwo her".
Riley zuckte in der Dunkelheit unsichtbar zusammen. Sie konnte sich nicht erinnern ihn schon mal gesehen zu haben aber sie wusste, sie hatte ein schlechtes Gedächtnis. Deshalb überlegte sie krampfhaft, wo sie ihm schon einmal begegnet sein konnte.
A/N
Das Lied "What dreams are made of" Stammt aus dem Film "Popstar auf Umwegen" (Lizzie McGuire - Der Film).
Alle Rechte an diesem Lied gehören dem betreffenden Rechteinhaber.
