Disclaimer: Das hier gehört alles J.K. Rowling, von mir aus sogar die Sachen, die ich erfunden habe.

Hauptsache, sie schreibt endlich das siebte Buch fertig…

Kapitel 4: Auf der Ebene der Träume:

Harry träumte. Dieser Umstand an sich war nicht wirklich ungewöhnlich, aber dieses Mal war sein Traum irgendwie anders als alle, die er bisher gehabt hatte. Es kamen weder Voldemort alias Tom Riddle vor noch seine Eltern und auch Draco war nirgends zu sehen. Von ihm träumte er in letzter Zeit öfter. Meistens ging es dabei um die Nacht auf dem Turm, aber die letzten Träume handelten ausschließlich von Draco selbst, wie er stolz durch die Gänge Hogwarts' lief oder wie er erhobenen Hauptes auf seinem schwarzen Nimbus 2001 neben Harry her flog, den Goldenen Schnatz anvisierte. Wie sehr sich Harry wünschte, zu wissen, wie Draco wohl unter seinen Roben aussah.

Nein, solche Träume waren es dieses Mal nicht. Er schien zu schlafen, ja, er träumte davon, zu schlafen. Auf einer großen weißen Wolke, die so bequem war, dass man, sobald man sich auf ihr niederlegte, auf direktem Weg ins Land des Schlafes und der Träume geriet.

Sanftes Flügelschlagen weckte ihn und er sah, dass ein leuchtend weißer Engel neben ihm Platz genommen hatte. Sein Licht strahlte heller als tausend Sonnen und blendete Harry, so dass er die Augen schließen musste, doch als der Engel damit begann, Harrys Hals sanft mit seinen Fingern zu streicheln, wich er dennoch nicht zurück. Ganz im Gegenteil, er hob seinen Oberkörper an, um dem Lichtwesen den Zugang noch zu erleichtern. Wogen der Verzückung durchzogen seinen Körper, seinen Geist und seine Seele, noch nie hatte so etwas Sinnliches empfunden, wie diese zarten Fingerkuppen auf seiner glühenden Haut, die jede kleine Unebenheit auszukosten schienen.

Die Hände des Engels glitten tiefer, über Harrys Schlüsselbein, seine Brust und machten an seinem Bauchnabel halt. Harry schwitzte unterdessen, Lust und Erregung verschleierten seinen Verstand. Der Engel beugte sich vor und gab Harry den zärtlichsten Kuss, den man sich vorstellen konnte. Wie ein Schwarm Schmetterlinge flatterte er über Harrys Lippen, als Harry trotz besseren Wissens die Augen aufschlug und erstarrte. Draco hatte ihn geküsst und er ihn zurück.

Harry lag nackt und schlafend auf dem Sofa in Dracos Zimmer schien sich dort ziemlich wohl zu fühlen. Er lächelte sogar im Schlaf. Draco musste grinsen, war der ach so mutige Gryffindor zu ihm zurückgekehrt, weil er sich in den anderen Zimmern gefürchtet hatte? Nein, dass konnte er sich nicht vorstellen. Wollte er vielleicht bei Draco bleiben? Fühlte er etwa dasselbe wie er? Das zu denken hatte Draco nicht mal zu hoffen gewagt.

Er setzte sich neben Harry aufs Sofa und strich so sanft wie irgend möglich mit seiner linken Hand über Harrys Halsseite. Als dieser seiner Berührung entgegenkam, wurde Draco ein wenig mutiger und ließ seine Hand tiefer sinken, über Harrys rechtes Schlüsselbein, fuhr dort mit dem Zeigefinger die Kontur des Knochens entlang. Am Brustbein weiter nach unten, sowohl Harrys als auch sein eigener Atem gingen jetzt schneller und als er am Harrys kleinem Bauchnabel ankam. Zweifel überkamen den blonden Jungen. Was, wenn Harry das gar nicht wolle? Er wollte ihn nicht überrumpeln. Aber einen winzigen Kuss würde er ihm stehlen, ohne einmal seine Lippen auf Harrys zu pressen, würde er in dieser Nacht sowieso nicht schlafen können. Langsam fuhr er mit seiner rechten Hand unter Harrys Nacken und hob seinen Kopf an, um besser an Harrys atemberaubenden Mund zu gelangen. Vor Erregung waren beide ganz nass geschwitzt und Draco wartete noch einen Augenblick, um Harrys Schönheit und seine berauschendes Aroma in sich aufzusaugen. Dann küsste er seinen Geliebten nur für den Bruchteil einer Sekunde und seufzte, als dieser auf seinen unschuldigen Kuss reagierte. In diesem Moment riss Harry die Augen auf und starrte ihn fassungslos an.

Harry konnte immer noch nicht fassen, dass Draco ihn geküsst hatte. Sicher, Draco hatte vorher schon anzügliche Bemerkungen gemacht, aber Harry hatte das als Spielerei abgetan. Hatte er es etwa ernst gemeint? Empfand Draco etwas für ihn? Jetzt, da er genauer darüber nachdachte, fiel ihm ein, dass es damals Draco gewesen war, der ihn bei Madame Malkins angesprochen hatte, als sie sich gerade die ersten Hogwartsroben gekauft hatten. Und dann kurz bevor sie in unterschiedliche Häuser gewählt wurden, da hatte er ihm seine Hand in Freundschaft angeboten. Liebte Draco ihn etwa schon seit sechs Jahren? War er nur so fies zu ihm gewesen, weil Harry seine Angebote jedes Mal aufs Neue vehement ausgeschlagen hatte?

Er sah Draco in die Augen, seine silbergrauen Augen, die soviel Sehnsucht widerspiegelten, und erkannte, dass der junge Slytherin ihn mit sorgenvollem Blick beobachtete. Er schien verwirrt, als erwarte er, dass Harry ihn in seine nächste Inkarnation hexen würde und noch mehr schien ihn zu verwirren, dass Harry es eben nicht tat.

In diesem Moment fasste Harry einen Entschluss. Er würde seinen gesamten Gryffindormut zusammennehmen, über seinen Schatten springen und Draco seine Liebe gestehen. Es war schon komisch, bis vor kurzem hatte er seine Faszination für Draco nicht als Liebe gesehen, nicht mal als Schwärmerei.

„Draco?", flüsterte Harry leise.

„Ja, Ha-, Harr-, Harry?", stotterte der vor sich hin, die Augen immer noch weit aufgerissen.

„Draco, würdest du das vielleicht noch mal tun, dass was Du da gerade getan hast?", bat Harry zögerlich.

„Meinst Du jetzt das Streicheln oder den Kuss? Es tut mir leid, ich hatte eigentlich nicht vor, so über Dich herzufallen, aber Du sahst so süß und wunderschön aus und Du hast gelächelt und Du schienst so zufrieden, da konnte ich einfach nicht, an mich halten und dann hast Du dich bewegt und ich dachte, dass du vielleicht aufwachen würdest und dann würdest du mich wieder hassen, für dass, was ich dir angetan habe und mich verfluchen und ich würde niemals auch nur einen einzigen Kuss von Dir bekommen und deshalb hab ich Dich einfach geküsst, nur ein einziges Mal wollte ich deine Lippen auf meinen wissen und deshalb …"

„Draco, was schwafelst du da vor Dich hin?", lachte Harry amüsiert und schnurrte dann kaum hörbar, „Reden können wir Morgen auch noch, jetzt möchte ich, dass Du mich noch einmal deine wundervolle Zunge spüren lässt…"

„Puck, hör auf zu spannen, du Luder und komm endlich! Ich finde die beiden ja auch geil, aber wir müssen uns auch mal um die beiden anderen kümmern". Mit einem leisen Knacksen waren die beiden verschwunden.

TBC