Hallo!
So, endlich bekommt ihr Kapitel 6 zu lesen. Im Moment komme ich nicht so zum Schreiben, aber das liegt hauptsächlich daran, dass ich nicht weiß, wie das aktuelle Kapitel weitergehen soll. Also ich weiß schon, was passieren soll, aber ich weiß nicht, wie ich es schreiben soll.
Naja, ist ja jetzt auch nicht von Belangen.
Viel Spaß beim Lesen!
Chapter 6
Just One More Reason
Elijah war gegen zwei Uhr in seine Räume im dritten Stock zurückgekehrt. Das ganze Schloss hatte er nicht erkundet. Nachdem Severus gegangen war, war er über die Ländereien gegangen und war seinen Gedanken nachgehangen. Bevor er zu seinen Räumen gegangen war, hatte er am See gesessen und Kiesel ins dunkle Wasser geworfen. Er überlegte immer noch, was Severus damit gemeint haben könnte, er sei immer blind gewesen. Er verstand es nicht, er verstand Severus nicht. Aber das war ja nun nichts Neues. Wie sollte er es nur schaffen, dass er ihm vergab? Es musste doch einen Weg geben.
Elijah lag in seinem Bett und wälzte sich hin und her. Er schaffte es einfach nicht einzuschlafen. Am Bettende hörte er Damon schnarchen – und er beneidete ihn. Elijah seufzte und starrte den Baldachin über seinem Bett an. Oder zumindest sollte er da sein. Elijah konnte nichts sehen, das Zimmer war dunkel wie die Nacht draußen vor den Fenstern. Was sollte er nur tun? Er hatte noch ein ganzes Schuljahr vor sich und befürchtete, dass Severus irgendwann noch mehr seine Kontrolle verlieren würde. Doch er wollte so viel klären – jetzt noch mehr als zuvor. Und er wusste: irgendwie würde er das auch noch schaffen. Doch die Frage war: Wie? Er drehte sich auf die rechte Seite, schloss die Augen und startete einen erneuten Einschlafversuch.
Beim Frühstück am nächsten Tag erschienen weder Severus noch Elijah, jedenfalls nicht pünktlich. Elijah hatte verschlafen und war gut zwanzig Minuten später in die Große Halle gekommen. Damon war in seinen Räumen geblieben und schlief weiter. Severus hingegen war absichtlich zu spät gekommen. Fünf Minuten nach Elijah. Er hatte sich gesetzt, Kaffee getrunken und war dann wieder gegangen. Elijah hatte ihm mit einer Mischung aus Trauer und Verständnislosigkeit nachgesehen – und Verwirrung. Und was letzteres anging, so war er da nicht der einzige.
Als Elijah kurz vorm Mittagessen ins Lehrerzimmer kam ließ er sich seufzend auf einen Stuhl nieder und legte seine Unterlagen auf den Tisch. Die Professoren McGonagall und Sprout sahen ihn überrascht an und setzten sich ihm gegenüber. Minerva sprach zuerst. „Alles in Ordnung, Elijah?", fragte sie ihren Kollegen. Elijah sah sie etwas unschlüssig an. „Ja, schon, ich bin nur etwas... hm. Erschöpft trifft es nicht", erklärte er. Er hatte vier Stunden hinter sich, die ersten beiden bei Erstklässlern und die andern beiden bei Drittklässlern. Mit den Erstklässlern war es einfacher, sie hatte noch kein besonderes Vorwissen und waren mit Sicherheit genauso nervös wie er selber. „Ich kann mir denken, was Sie meinen", sagte Pomona Sprout lächelnd. „Nervös ist jeder am Anfang, das ist normal." „Es ist gar nicht die Nervosität. Ich bin ehrlich: ich hab heute das erste Mal richtig unterrichtet. Ich habe eher Angst etwas falsch zu machen – was mich eindeutig noch nervöser macht", erwiderte er und fuhr sich mit der Hand durchs Gesicht. Minerva und Pomona sahen sich kurz an. „Das legt sich. Mit jeder Stunde, die Sie halten. Glauben Sie mir", sagte Minerva schließlich beruhigend. „Das tue ich, Professor. Aber das ist ja nicht die einzige Sache", meinte er leise. Minerva verstand fast sofort, fragte aber nicht da gerade die Tür knallend geöffnet wurde und der Grund, den Minerva vermutete, ins Zimmer kam. Snape.
Severus sah seine drei Kollegen an und dachte gar nicht erst darüber nach, was die drei beredet hatten, denn Minerva sah ihn vorwurfsvoll an. Er ignorierte es und tippte Elijah, der mit dem Rücken zu ihm saß, auf die Schulter. Es war nicht so, dass er gar kein Interesse mehr an seinem Bruder hatte, nur war es fast vollständig im Keim erstickt, aber das wollte er schon fragen. Elijah drehte sich verwundert um und sah den Slytherin an. Severus schielte kurz zu Minerva, die ihn neugierig beobachtete. „Wie ist es gelaufen?", fragte er Elijah schließlich kühl. So viel Interesse war noch da, denn er war immer der Meinung, dass Elijah nicht fürs Lehramt geeignet war, da er ein kleines Problem mit seiner Nervosität hatte. „Gut, soweit", antwortete Elijah nur verblüfft. „Nichts schief gelaufen?" „Nein." „Also hast du es überwunden?" „Überwunden?" Elijah war nun doch etwas verwirrt. Und den anderen beiden war diese Konversation ein Rätsel – vor allem nach den vergangenen Tagen. „Dein kleinesProblem mit der Nervosität", meinte Snape nur und sah Elijah wartend an, dem es dann dämmerte. „Du erinnerst dich daran?", fragte er verwundert und lächelte. Vielleicht schaffte er es doch noch... „Wie sollte ich das vergessen? Du hast es aber anscheinend." Snape lächelte sacht und kurz und dann machte er seine übliche Miene. „Hab ich nicht. Nein, nichts dergleichen ist passiert." „Gut für dich. Wäre ansonsten etwas peinlich geworden, meinst du nicht?" „Vielleicht." „Vielleicht ist gut. Mit klarer Sicherheit!"
Snape drehte sich um und war drauf und dran das Lehrerzimmer wieder zu verlassen, doch Elijah hielt ihn am Handgelenk fest. „Wieso tust du es schon wieder?", fragte er einfach und sah Severus eindringlich an. „Was tue ich wieder?", wollte Snape wissen, obwohl er ahnte, was Elijah meinte. „Aus freien Stücken und von dir aus mit mir reden, was sonst." „Das ist wohl nicht der richtige Ort um das zu erläutern. Ich werde es auch niemals erläutern. Aber lass mich so viel sagen: Ich habe meine Meinung von damals nicht geändert." „Welche deiner vielen Meinungen?" „Die, dass du einfach nicht für das Lehramt geschaffen bist." Damit löste er sich aus Elijahs Griff und verließ das Lehrerzimmer.
Scheinheiliger... Vielleicht schaff ich es doch, vielleicht, dachte Elijah grinsend und wandte sich zu seinen Kolleginnen um, die die Szene zuvor neugierig beobachtet hatten und Elijah nun fragend ansahen. „Nicht weiter wichtig", winkte er lächelnd ab. Die Frauen sahen sich an und Professor Sprout sprach ihren Gedanken aus. „Wissen Sie, Elijah, Sie haben eine gewissen Ähnlichkeit mit Severus." Elijahs Augen weiteten sich und er schluckte. Oh-oh, dachte er und nahm seine Unterlagen, es war eh bald Zeit fürs Mittagessen. Unschlüssig lächelnd erhob er sich. „Das, werte Kollegin, ist vollkommen lächerlich. Ich soll dem Sturkopf ähnlich sehen? Das ist ja... Also... Dass ich nicht lache!" Und damit verließ auch er das Lehrerzimmer. Das kann nichts Gutes bedeuten, dachte er zähneknirschend.
McGonagall und Sprout blieben überrascht zurück. „Die beiden sehen sich ähnlich", meinte irgendwann Minerva. „Sag ich doch!", erwiderte Pomona nur lächelnd. „Und Elijahs Reaktion war..." „... Verdacht erregend?" „Genau." „Mm-mh." „Das wird noch was. Lass uns gehen." „Gute Idee." Und die beiden Hauslehrerinnen verließen das Lehrerzimmer um sich auf den Weg zur großen Halle zu machen.
Das Mittagessen verlief, was die beiden Streithähne betraf, ruhig. Elijah hielt sich zurück und Severus blieb länger als zehn Minuten. Er hatte direkt hiernach die Siebtklässler, Slytherin und Gryffindor, da wollte er sich nicht auch noch wegen Elijah erneut ärgern. Dann hatte er glücklicherweise eine Freistunde eher er einen Drittklässler-Kurs unterrichten musste, immerhin Ravenclaw und Hufflepuff, so musste er sich nicht erneut mit den Gryffindors rumschlagen. Allerdings verlief der erste Schultag besser als gedacht. Das war selten so.
In der Freistunde hatte sich Severus dazu entschlossen, kurz in die Bibliothek zu gehen und sich danach wieder in seine Räume zu verziehen. Natürlich lief er auf dem Weg dorthin Elijah über den Weg. Hatte die Nervensäge auch eine Freistunde? Severus verdrehte die Augen. „Severus, wo geht's hin?", fragte Elijah lächelnd. „Glaubst du wirklich, dass ich dir das sage?", entgegnete Severus entnervt und wünschte sich ein Geist zu sein. „Naja, ja." „Falsch gedacht!" „Natürlich. So wie ich dich kenne..." Und weiter kam er nicht, weil Severus ihn im nächsten Moment schon am Kragen seines Anzuges gepackt hatte und gegen die Korridorwand drückte. In seinen schwarzen Augen glänzte blanke Wut. „So wie du mich kennst? So wie du mich kennst?! Acht Jahre, Elijah, acht Jahre, länger kennst du mich nicht!", zischte er und wurde zum Ende hin lauter. „Severus, nun beruhig dich mal", versuchte es Elijah entschuldigend lächelnd. „Beruhigen? Du willst, dass ich mich beruhige? Ich war schon lange genug ruhig." „Sev, ich..." „Hör endlich auf! Hör auf!" „Tu nichts, was du später bereust." „Bereuen? Ich würde lachen." „Würdest du nicht. Sev, ich... kenne dich, nicht lange, aber..." „Du kennst mich nicht, Elijah! Gib mir nur einen Grund – nur noch einen mehr! Dann lernst du mich kennen, richtig, und ich sage dir: es wird dir nicht gefallen." „Sev..."
Severus war drauf und dran seine Drohung war zu machen, eine Hand hatte er schon vom Kragen genommen und zur Faust geballt, doch dann: „Severus!" Bei der Schärfe der Stimme, die da rief, zuckte Severus doch glatt zusammen und ließ Elijah los, doch seine Anspannung und Wut wich nicht. Langsam wandte er den Kopf um. Minerva stand mit verschränkten Armen da, hinter ihr standen ein Gryffindor und ein Slytherin. Vermutlich Strafarbeiten bei Mr. Filch. Severus verfluchte sein Pech und schluckte unmerklich. Er warf einen Blick zu Elijah, der nach wie vor geschockt an der Wand stand und ihn anstarrte. Bravo, Snape. Einfach einmalige Klasse, super, dachte er zähneknirschend und starrte Minerva an.
„Was geht hier vor?", fragte die stellvertretende Schulleiterin vorwurfsvoll. Elijah brachte kein Wort heraus, zu tief saß noch der Schock, und Severus... ähnelte mehr einer Salzsäule – einer schwarzen Salzsäule mit hellen Akzenten. Die beiden Schüler hinter Minerva grinsten bei dieser Szene und machten den Eindruck als wären sie Freunde. Ausgerechnet Gryffindor, dachte Snape missmutig, wusste er doch, dass sich das, was die beiden Schüler eben gesehen hatten, schnell in der ganzen Schule verbreiten würde. Vielleicht war es besser, wenn er sich den Kopf stieß und für die nächsten Wochen im Bett bleiben würde. Würde den Biestern auch gefallen, dachte er ernsthaft.
Minervas Blick wurde immer ungeduldiger und säuerlicher. Irgendwas musste er jetzt machen. Irgendwas. Egal was. Und schließlich fand er eine Lösung, die zwar so gar nicht ihm entsprach, aber ihn am besten aus dieser prekären Lage holte. Also schaffte er es sich aus seiner Starre zu befreien, sah kurz Elijah an und dann zu Minerva. Das einzige, was er dann tat war zu lächeln. Diabolisch, aber er lächelte. Er nickte respektvoll. „Frau Kollegin", sagte er an Minerva gerichtete, drehte auf dem Absatz um, sah nochmal Elijah an und ging dann den Korridor entlang Richtung Bibliothek.
Elijah, Minerva und die beiden Schüler blieben verwirrt zurück. Der Umstand, dass Snape tatsächlich gelächelt hatte, verstärkte ihre Verwirrung – zumindest auf seitens Minervas und der Schüler. Elijah entschied sich dazu, erst gar nicht darüber zu reden und ging an ihnen vorbei zu seinen Räumen. Minerva hingegen beschloss, mit Albus zu reden.
Snape saß wieder in seinen Räumen, der Unterricht war endlich vorbei und bis zum Abendessen würde es noch eine Stunde dauern. Im ging das vom Mittag nicht aus dem Kopf – und gehörig gegen Strich und Faden. Wie hatte er sich nur so provozieren lassen können?! Sonst behielt er doch immer seine Beherrschung. Oder war es bei Elijah etwas anderes? Nein, das glaubte er nicht, aber bis jetzt wies viel darauf hin. Was sollte er nur tun? Minerva würde mit Sicherheit mit Albus darüber reden. Die beiden konnten sich einfach nicht aus Angelegenheiten heraushalten, die sie nichts angingen. Er seufzte und schenkte sich etwas Wein ein. Müde schwenkte er die rote Flüssigkeit im Glas hin und her und sah einfach geradeaus. Was nur sollte er machen um das verbleibende Schuljahr – also das ganze noch – zu überstehen ohne seinem Ruf zu schaden, was er wahrscheinlich eh schon hatte?
Er nahm einen Schluck des Weins und überlegte einen Moment. Sollte er oder sollte er nicht zum Abendessen gehen? So wie er sein Haus und die Gryffindors kannte würde bis dahin schon die halbe Schule von seinem „Ausraster" Bescheid wissen. Und natürlich hatte Minerva bis dahin bestimmt auch schon mit Albus geredet. Das war es nicht wert. Aber entgehen konnte er dem Ganzen nicht. Zumindest nicht dauerhaft – außer er meldete sich krank, aber Dumbledore würde sicher nach ihm sehen, da er es strikt vermied den Krankenflügel zu betreten – ausgenommen es ging um einen seiner Schüler oder etwas, was seine Fachkenntnis benötigte, oder um Madame Pomfrey ihre Heiltränke zu bringen.
Severus nahm einen erneuten Schluck des Weines und setzte sich im Sessel gerader hin, sodass er seinen Kopf auf die Rückenlehne legen konnte, einfach nur um die dunkle Steindecke anzusehen. Er fühlte sich unglaublich müde. Er wollte die Augen schließen, sich fallen lassen in eine Dunkelheit die so beruhigend und vertraut war, doch ein Klopfen hinderte ihn und er seufzte erneut. Er stellte das Weinglas weg und ging zur Tür um sie zu öffnen. Vor der massiven Kerkertür stand ein Junge mit braunen Haaren, ein Zweitklässler.
„Was wollen Sie, Shaw?", fragte Snape gereizt und sah seinen Schüler abschätzend an. „Professor, Sir, Kyle Smith ist eine Treppe runter gefallen und kann nicht mehr aufstehen", erklärte der Schüler, der schüchtern von einem Fuß auf den anderen trat. Das gibt es doch nicht, dachte Snape und verdrehte die Augen. „Wo?", fragte er. „Folgen Sie mir, Sir", meinte Shaw und ging voraus, Snape folgte ihm mehr widerwillig – er wollte seine Ruhe, außerdem war es der erste (richtige) Schultag!
Brandon Shaw führte seinen Hauslehrer den Korridor entlang, wo am Ende eine Treppe runter zu den teilweise unbenutzten Räumen des Kerkersystems ging. Snape hob eine Augenbraue, da ihm die ganze Sache spanisch vorkam. Shaw zeigte die Treppe herunter wo, im Schein einer Fackel, ein Junge, mit sehr kurzen blonden Haaren auf dem Boden saß und sich an die Wand lehnte, dabei umklammerte er sein rechtes Bein. „Was hatten Sie hier überhaupt verloren?", fragte Snape Shaw. Dieser sah auf seine Füße. „Wir wollten uns umsehen, Sir", sagte er leise. Snape dachte einen Moment nach, fragte aber nicht weiter nach und schritt die Treppe herunter zu Smith.
„Hallo, Professor", sagte dieser mit einem schmerzverzerrten Gesicht. Snape erwiderte darauf nichts und half dem Jungen hoch um ihn dann zu tragen. Er verließ die Kerker, Shaw im Schlepptau, und ging hoch zum Krankenflügel. Er fand es gut, dass ihnen niemand über den Weg lief.
Im Krankenflügel kam ihnen schon Madame Pomfrey entgegen, Sorge breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Professor Snape", sagte sie zuerst und nickte begrüßend – sie sah ihn ja nicht oft. Er erwiderte diese Geste nicht und ging stattdessen zu einem freien Bett und legte Smith dort ab. „Was ist passiert?", fragte Poppy mehr an den Jungen gewandt, der noch Tränen in den Augen hatte vor Schmerz. „Er ist eine Treppe runtergefallen", antwortete Shaw, der neben Snape getreten war. Poppy nickte verstehend und wandte sich wieder an Kyle. „Was tut weh?", fragte sie sanft. „Mein Bein, das rechte", sagte er leise. „Schrecklich."
„Bleiben Sie hier?", fragte Snape Shaw. „Ja, Sir", meinte dieser etwas überrascht. „Gut. Ich muss gehen, ich hab noch zu arbeiten. Ich sehe morgen nach Ihnen, Smith." Ohne ein weiteres Wort verließ er den Krankenflügel und sah nicht mehr wie Madame Pomfrey leicht den Kopf schüttelte ehe sie sich um Smith kümmerte.
Snape kehrte schnell in seine Räume zurück und hoffte diesmal auf Ruhe als er sich in den Sessel fallen ließ und genervt seufzte. Es war der erste Tag und schon war es zu viel. Und was jetzt? Er sah zu der kleinen Standuhr, die auf seinem Kaminsims relativ mittig platziert war: viertel vor sechs. Sollte er zum Abendessen? Er konnte es sich auch bringen lassen – oder Albus würde persönlich vorbeikommen und ihn zwingen in die Große Halle zu gehen. Severus nickte, er würde lieber hier bleiben. Außerdem wollte er eh noch ein bisschen lesen, auch wenn er wohl nicht dazu kommen würde. Ihn überkam eine Müdigkeit wie lange schon nicht mehr. Er leerte das Weinglas, dass noch auf dem kleinen Tisch neben dem Sessel stand, und erhob sich etwas schwerfällig. Das war einfach zu viel für einen Tag gewesen. Und mit Grauen sah er dem nächsten Tag entgegen. Allerdings... etwas Gutes hatte der Tag mit sich gebracht: jetzt würde ihn Elijah wohl in Ruhe lassen. Doch Snape zweifelte daran. Die acht Jahre, die er Elijah kannte, hatten ihm eins gezeigt: Elijah war niemand, der sich schnell unterkriegen ließ, ebenso wenig gab er schnell auf.
Severus seufzte erneut bei dem Gedanken daran, dass die Plage, die sich sein Bruder nannte, noch nicht vorbei war und noch mehr grauste es ihm vor dem nächsten Tag. Aber jetzt würde er keinen Gedanken daran verschwenden – nicht schon wieder. Er war müde also begab er sich in sein angrenzendes Schlafzimmer, zog sich um und schlüpfte unter die leichte Bettdecke. Er lag auf der Seite, legte eine Hand unters Kissen – da wo sein Kopf lag – und zog die Decke bis zur Brust hoch. Schlaf würde gut tun. Es würde seinen Kopf frei machen, und das brauchte er. Er schloss die Augen, dachte weder an Elijah, an seinen heutige „Ausraster", Smith im Krankenflügel oder Minerva und Albus, wie sie über ihn redeten – er war sich sicher, dass sie es taten oder noch tun würden, vielleicht schon getan hatten. Nein, sein Kopf war so gut wie leer gefegt. Nur noch ein Gedanke war da, ein Wunsch: morgen einfach nicht aufzuwachen – oder zumindest sehr spät. Vielleicht würde er über Nacht ja krank? Die Hoffnung starb bekanntlich zuletzt.
So, das war Kapitel 6. Das Kapitel wo Severus wohl mit am untypischsten handelt, aber naja... die Geschichte ist ja nicht umsonst OoC und AU.
Also, ich hoffe, euch hat das Kapitel gefallen. Schreibt einen Kommentar, freue mich immer. Bis zum nächsten Kapitel!
