Erinnerungen
So, hier kommt Kapitel 5. Ich mache jetzt einen ziemlich großen Zeitsprung von über einem Jahr. Kennt ihr dass, wenn man an einem Punkt mit dem Kappi aufhört und dann weiß wie´s weitergehen soll, aber man nicht weiß, wie man dahinkommt? Deshalb muss ich die Story ein bisschen vorantreiben und wenn ich jetzt die ganze Zeit nur erzähle was die jeden Tag gemacht haben, wird das auf Dauer zu langweilig. Der erste Absatz erzählt kurz, was in dem Jahr passiert ist und dann geht´s endlich richtig los. Dann werden auch mehr Gespräche zwischen Alexis und Zane kommen... Also dann viel Spaß mit Kapitel 5:
Disclaimer:
Gehört immer noch Kazuki Takahashi
Titel: An untold
Lovestory
Kapitel: 5/?
Erinnerungen
Die Zeit verging und Alexis, Atticus und Zane verstanden sich immer noch genauso gut wie vorher. Sie verbrachten ihre Nachmittage oft an Zane´s Lieblingsplatz, dem Leuchtturm. Nach einiger Zeit jedoch verschwand Alexis´ Bruder Atticus spurlos. Seit dem verbrachte Alexis noch mehr Zeit mit Zane, da sie sehr unter dem Verschwinden von Atticus litt. Nachdem für Alexis das erste Jahr an der Duellakademie vorbei ist, kommen neue Schüler an die Akademie. Unter anderem auch Zane´s kleiner Bruder Syrus. Auch Bastion und Jaden sind neu auf der Akademie. Alexis ist sofort von Jaden´s Duellfähigkeiten fasziniert, dieser deutet das Ganze jedoch ein bisschen anders und denkt sie wäre in ihn verliebt. Da ist er aber bei weitem nicht der Einzige der das denkt, denn auch Chazz und Zane haben diese Vermutung und sind eifersüchtig auf ihn.
Eines Nachmittags sind Alexis und Zane wieder am Leuchtturm und beobachten den Sonnenuntergang:
„Jetzt ist Atticus schon seit vier Monaten wie vom Erdboden verschluckt.", meinte Alexis beunruhigt. „Ich mache mir totale Sorgen, was wenn ihm etwas passiert ist? Wo ist er nur?" „Nun mach dich mal nicht verrückt. Bestimmt gibt es eine ganz simple Erklärung dafür. Dein Bruder ist immerhin 16 Jahre, er kann schon auf sich aufpassen.", versuchte Zane sie zu besänftigen. „Du hast ja Recht, wahrscheinlich tue ich überreagieren.", gab Alexis zu. „Das ist schon okay, an deiner Stelle würde ich mir auch Sorgen machen. Wenn etwas mit Syrus passieren würde, wäre ich wahrscheinlich auch schrecklich besorgt.", lächelte Zane. „Den Eindruck machst du mir aber nicht! Du kümmerst dich doch kaum um deinen kleinen Bruder.", rutschte es Alexis raus. „Das hat vielleicht den Anschein, aber in Wahrheit mache ich mir große Sorgen um ihn.", antwortete Zane nachdenklich.
„Mein Vater ist Chirurg. Er hat viele Menschen sterben sehen. Er sagte einmal, wenn man diesen Job macht, darf man nicht alles so emotional sehen. Man muss versuchen sein Bestes zu geben, denn wenn man versagt, kann ein Fehler tödlich enden. Ich habe ihn sehr bewundert und versucht so zu werden wie er. Stark. Unnahbar. Emotionslos. Und dann gemerkt, dass es nicht geklappt hat. Dass ich versagt habe. Ich wollte nur, dass mein Vater stolz auf mich ist. Ich möchte, dass Syrus so stark wird wie mein Vater. Denn wenn man stark ist, verkraftet man die Dinge besser. Man wird nicht so leicht verletzt. Als sich unsere Eltern damals getrennt haben, habe ich oft mir die Schuld für ihre Trennung gegeben. Aber das stimmte nicht, das habe ich jetzt eingesehen. Manchmal leben sich Menschen einfach auseinander. Für mich war es trotzdem eine schlimme Zeit. Mein Vater war so gut wie nie zu Hause, weil er arbeiten musste. Ich bin damals sehr froh gewesen, als ich dich und deinen Bruder kennen gelernt habe. Ich will nicht, dass Sy das Gleiche durchmachen muss wie ich. Deshalb muss er stark werden. Ich habe versucht stark zu werden und habe versagt. Ich will nicht, dass er das auch durchleiden muss.", meinte Zane traurig. „Ich will nur sein Bestes, auch wenn es manchmal nicht den Anschein hat." Das war das Längste, was Zane bisher gesagt hatte und Alexis kam es so vor, als hätte er Tränen im Augenwinkel. „Das… das tut mir leid. Ich wollte dich jetzt nicht daran erinnern.", sagte sie verlegen. „Nein, nein. Schon ok. Es tat gut, mal mit jemandem darüber zu reden. Wenn man das all die Jahre mit sich rumschleppt ist das auch nicht gut. Danke, dass du mir zu gehört hast." „Kein Thema. Ich bin froh, dass du mir das erzählt hast, denn das heißt ja, du vertraust mir und das würde mir sehr viel bedeuten…", antwortete Alexis. „Natürlich vertraue ich dir. Wie kommst du darauf, dass ich dir nicht vertrauen würde?", fragte Zane überrascht. „Ach, ich weiß auch nicht. Ich…. ich, oh Zane, das ist alles so schrecklich!", rief Alexis und fing an zu weinen. Zane nahm sie in den Arm und streichelte ihr beruhigend über den Rücken. „Scht, es wird alles gut. Dein Bruder kommt bestimmt bald wieder."
Nach einer Weile hatte sich Alexis wieder einigermaßen beruhigt und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. „Danke! Danke, dass du für mich da bist. Ich glaub allein würde ich das nicht schaffen.", meinte sie. „Ist doch logisch. Wäre es umgekehrt, wärst du doch auch für mich da.", meinte Zane. „Außerdem hast du doch noch Jaden.", konnte er sich nicht verkneifen. „Ach Jaden, der ist als Duellant zwar ganz interessant, aber ich glaube kaum, dass er so was verstehen würde. Der sieht das Leben doch als großes Abenteuer. Für ihn ist alles nur Spaß. Er ist noch viel zu unreif und kindisch, um ernsthaft mit ihm zu reden.", winkte Alexis ab. Bei diesen Worten schlich sich ein leises Lächeln auf Zane´s Züge. „Was grinst du so?", fragte Alexis, die das Lächeln bemerkt hatte. „Ach nichts, schon gut.", sagte Zane abwehrend. Alexis hob zweifelnd die Augenbrauen, beließ es aber dabei. „Oh, schon so spät!", stellte Zane mit einem Blick auf die Uhr erstaunt fest. „Wir sollten lieber zusehen, dass wir auf unsere Zimmer kommen. Wenn Crowler uns erwischt, gibt´s mächtig Ärger." „Ja, du hast Recht. Wir sollten wirklich schnell zu unseren Zimmern gehen.", stimmte Alexis ihm zu.
In Alexis´ Zimmer:
‚Oh man! Was war das denn jetzt schon wieder? Mensch Alexis, du bist so was von blöd. Da fängst du direkt vor Zane an zu heulen. Was soll der denn jetzt von mir denken?', schimpfte Alexis mit sich selbst. ‚Aber so nachdenklich wie heute habe ich ihn noch nie gesehen… Er ist richtig süß wenn er auch mal Schwäche zeigt. Ich kann ja verstehen, dass er versucht stark zu sein, wegen seinem Vater und damit seinem Bruder nichts passiert. Aber durch seine Art kommt er so kalt und gefühlslos rüber. So unnahbar. Dabei ist er so ein toller Mensch. Ich bin richtig froh, dass ich ihn habe. Ich wüsste gar nicht wie ich das Ganze ohne ihn überleben würde…' Mit diesen Gedanken schlief Alexis nach langer Zeit endlich ein und fiel in einen leichten unruhigen Schlaf.
Zur gleichen Zeit ein paar Zimmer weiter, lag Zane mit offenen Augen in seinem Bett und konnte auch nicht schlafen. Er lässt das Treffen mit Alexis Revue passieren:
‚Was soll ich denn jetzt nur machen? Ich weiß doch auch nicht was mit Atticus los ist. Ich mache mir tierische Sorgen um ihn. Wo bist du nur Atticus? Ich weiß bald nicht mehr, wie ich deine Schwester noch trösten soll… Und dann habe ich auch noch vor ihr Schwäche gezeigt. Dieser Gefühlsausbruch meinerseits… Was wird sie denn jetzt nur von mir denken? Aber ich bin froh, dass sie nichts von Jaden will, denn der Typ geht mir echt auf die Nerven. Manchmal wünschte ich, dass wäre alles gar nicht passiert mit der Scheidung meiner Eltern. Und dann bin ich wieder froh, dass es so gekommen ist, denn sonst hätte ich Atticus und Alexis nie kennen gelernt. Das ist alles so kompliziert. Was soll ich nur machen? Ich muss Alexis doch beschützen…'
