Der Dezember ist vorbei und jetzt ist auch die Wartezeit vorbei. Eigentlich soll ja die Advents-/Weihnachtszeit eine ruhige Zeit sein, aber davon merke ich leider nichts!

Ich wünsche euch allen noch Frohe Weihnachten und ein gesundes Neues Jahr. Und meiner Beta Vivi gratuliere ich noch ganz herzlich zur Geburt ihrer Zwillinge :).

Ich versuche das nächste Kapitel noch im Januar hochzuladen, aber da bei mir die Schule schon am Montag wieder anfängt und damit auch die Klausuren, kann ich das nicht versprechen. Aber ab März/April, kommen die Kapitel wieder schneller, denn da müssten alle Klausuren vorbei sein und allgemein wird es da wieder ruhiger.

Viel Spaß mit dem neuen Kapitel :)

Am nächsten Morgen wachte ich durch Alice auf, die fast schon auf meinem Bett herum sprang.

„Was willst du?", fragte ich sie mit müder Stimme, einfach nur zurück in meinen Traum wollend.

Ich war an einem warmen, schönen Strand und ich konnte die Wellen rauschen hören.

„Also, jetzt wo es mir besser geht und du auch mal hier bist, brauch ich deine Hilfe um mit Jasper in Kontakt zu kommen!", schrie sie den letzten Teil des Satzes fast vor Aufregung.

Als wir gestern wieder zurück waren, wurde mir gesagt, dass Alice den ganzen Tag im Bett gewesen war. Ihr Kater war nach einer Weile wieder weg, aber sie war einfach nur faul.

„Mhmm. Okay.", ich setzte mich auf und griff nach meinem Telefon um Rosalie anzurufen.

Mit einem „Hallo?", ging sie ans Telefon.

„Hey Rosalie, ich bins Bella." begrüßte ich sie.

„Bella! Was kann ich für dich tun?"

„Erinnerst du dich an Alice? Sie will unbedingt Jasper's Nummer.", erklärte ich ihr.

„Na endlich. Jasper war so nervig gestern. Die ganze Zeit hat er von ihr erzählt. Okay, ich sag sie dir", sie wollte schon mit dem Ansagen beginnen, da musste ich sie unterbrechen.

„Warte kurz.", sagte ich ihr.

„Alice, hol dein Handy, dann kannst du dir Nummer gleich speichern wenn ich sie wiederhole.", sie rannte natürlich sofort nach unten um ihr Telefon zu holen.

„Okay, schieß' los."

„Alles klar. 07700 900236." sie sagte mir die Nummer durch und ich wiederholte die einzelnen Ziffern für Alice.

„Ist sonst noch etwas?"

„Nein, erst mal nicht. Danke!"

„Kein Problem. Sag ihr, dass sie Jasper schnell anrufen soll, damit er aufhört an seinen Nägeln zu kauen." fügte sie lachend hinzu und wir verabschiedeten uns.

„Hast du alles?" fragte ich meine Gastschwester.

„Ja, danke Bella! Hat sie noch etwas über ihn gesagt?", die Neugierde in ihrer Stimme war einfach nicht zu überhören.

„Sie sagte, dass er gestern nicht aufhören konnte über dich zu reden und das er unbedingt will dass du ihn anrufst." erzählte ich ihr und sie fing vor Freude an zu quietschen.

„Ist es noch zu früh um ihn anzurufen?" sie schaute erst zur Uhr und dann zu mir.

„Ja, wahrscheinlich." war meine ehrliche Antwort. „Vielleicht solltest du noch eine Stunde oder so warten."

„Ja, das ist eine gute Idee. Also, was haben du und Edward gemacht? Du hast mir ja gestern nur gesagt dass ihr 'aus wart'. Ich will eine genauere Beschreibung!", ungeduldig schaute sie mich an.

Ich seufzte und erzählte ihr, was wir gestern gemacht hatten.

„Na gut. Wir haben Fish & Chips gegessen, uns die St. Pauls Kathedrale angesehen, das Tate Modern Museum besucht, um das Globe Theatre gelaufen, Westminster Abbey angesehen, zum Parlamentsgebäude gelaufen, dann sind wir zum Trafalgar Square und Piccadilly Circus gegangen, sind barfuß über die Abbey Road gegangen und dann zum Queen Mary's Gardens."

„Und du und Edward?", natürlich wollte sie genauer wissen was zwischen uns passiert ist. Für ein einige Sekunden funkelte ich sie an, merkte dann aber, dass sie eine gute Person sein würde, um ihr alles anzuvertrauen.

„Wir...mögen uns beide ziemlich gern...und wir haben uns geküsst.", stockend erzählte ich ihr von dem letzten Teil unseres Tages.

„Was es gut?" fragte sie aufgeregt.

„Es war...unglaublich!", es gab einfach kein Wort um diesen Kuss zu beschrieben.

„Yeah! Bella hat endlich jemand Gutes zum Knutschen gefunden!"

„Shhh, Alice!", meine Augen wurden groß und ich dachte schon, dass es jeder im Haus gehört hat.

„Keine Sorge, es ist niemand zu Hause.", sie winkte ab und lächelte mich an.

„Wo sind denn alle hin?", fragte ich sie neugierig.

„Naja, Dad muss den ganzen Tag im Krankenhaus arbeiten, da die Leute auch Sonntags versorgt werden müssen, Mum ist auf den Markt gegangen und Edward ist vor kurzem weg, weil er sich einen neuen iPod oder so kaufen wollte." erklärte sie.

„Macht ihr heute noch etwas zusammen?"

„Ich weiß es nicht." antwortete ich ihr ehrlich.

„Hmm." grübelte sie. „Ich bin mir ziemlich sicher dass er schon Pläne gemacht hat", ohne Pause redete sie weiter: „Kann ich Jasper jetzt schon anrufen?"

„Tu was du nicht lassen kannst!", ich lachte über ihre Begeisterung und beobachtete wie sie die Nummer wählte. Sie entschied sich in meinem Zimmer zu bleiben.

Nach ungefähr 7 Sekunden fing sie an, ganz gelassen mit Jasper zu reden.

„Jasper? Ich bin's Alice."

Sie war einige Sekunden lang ruhig, ehe sie weiter redete: „Und, wie geht es dir so?"

Wieder eine Pause.

„Ja, ich vermiss dich auch." mit einem großen Lächeln schaute sie mich an.

„Nein, habe ich nicht."

Wieder redete Jasper etwas.

„Super! Wir kommen dann auch dort hin!", und damit legte sie auf.

„Warte, wir?", hackte ich noch einmal nach.

„Ja, Jasper hat vorgeschlagen zum Lunch auszugehen, mit dir und Rosalie. Wahrscheinlich will er sicher gehen dass ich nicht denke, dass er irgendein Verrückter ist, der sich mit mir allein treffen will. Und außerdem hast du heute eh noch nicht vor. Und ich bring dich schon zeitig genug zurück, damit du noch was mit Edward machen kannst." stichelte sie.

„In einer halben Stunde wollen wir los, also denke ich mal dass du dich jetzt fertig machen willst.", und damit verschwand sie aus meinem Zimmer.

Es war praktisch dass ich nicht sehr lange brauchte um mich anzuziehen. Ich sah nach draußen und es schien ein bisschen kühler als gestern. Der bedeckte Himmel war ein Anzeichen dafür. Aber zum Glück regnete es nicht.

Ich tauschte meinen Schlafanzug gegen eine meiner Lieblingsröhrenjeans und ein weißes Top. Drüber trug ich eine braune Strickjacke. Ich machte mir meine Haare, trug etwas Make-Up auf und schon war ich fertig. Dann nahm ich mir meine Tasche und meine braunen Lederschuhe und machte mich auf die Suche nach Alice.

Diese trug Jeans und ein gemustertes Seidentop mit einem Gürtel um ihre Hüfte.

„Bist du fertig, Bella?", fragte sie als ich in ihr Zimmer trat.

„Jap. Wo treffen wir die anderen?"

„In dem Bistro The Crown in Chelsea. Ich habe gehört das es gut sein soll.", erklärte sie mir während wir das Haus verließen.

„Klingt gut." antwortete ich lächelnd als wir zur U-Bahn-Station gingen.

Wir nahmen die Victoria Line zur Victoria Station, stiegen dort um auf die District Line Richtung South Kensington. Und Alice passte sogar auf das ich an der Victoria Station den Spalt zwischen dem Bahnsteig und dem Zug beachtete. („mind the gap")

Wir verließen die Station und liefen den kurzen Weg bis zur Dovehouse Street. Wir sahen Jasper und Rosalie schon auf einer Bank vor dem sanierten Pub sitzen, als wir dort ankamen. Als sie uns sahen, kamen sie auf uns zugelaufen und begrüßten uns. Rosalie gab mir eine Umarmung und dabei sah ich wie Jasper Alice einen Kuss auf die Wange gab.

Zusammen gingen wir in das Bistro und setzten uns an einen Tisch für vier Leute. Alice und ich saßen auf der einen Seite und Jasper und Rosalie auf der anderen. Wobei Jasper und Alice sich gegenüber saßen.

Jeder von uns bestellte sich ein Sandwich welches im Mittagsmenü angeboten wurde.

„Und, wie lief euer Wochenende bis jetzt?", fragte Rosalie mich und Alice und begann so eine Konversation.

„Sehr gut, danke!", lächelnd beantwortete ich ihr die Frage.

„Ihr Wochenende war so viel besser als meins." lächelnd kommentiere sie meine Antwort.

„Ich hab gestern gar nichts gemacht."

„Da sind wir schon mal zwei." antwortete Rosalie. „Ich hab den ganzen Nachmittag verschlafen. Dann kam Emmett noch vorbei und wir haben einen Film geschaut."

„Was hast du gemacht, Jasper?" Alice lächelte ihn glücklich an.

„Ich hab geschlafen, mir ein Fußballspiel zwischen Arsenal und Newcastle United angeschaut und dann war ich noch mit ein paar Freunden in einem Pub.",

„Von welchem Team bist du Fan?"

„Arsenal.", sagte er stolz.

„Also bist du ein Gooner." erklärte Alice mit einem Lächeln. „Mein Vater und Bruder sind Manchester United Fans."

„Ist Edward dein Bruder?" fragte Rosalie interessiert. „Als ich euch beide die eine Nacht getroffen habe, saht ihr so aus als ob ihr Verwandt seid, aber ich hatte keine Chance euch zu fragen."

„Ja, ist er!", antwortete Alice.

„Was läuft da zwischen ihm und Bella?" Rosalie ignorierte mich einfach und redete fröhlich über mein Liebesleben mit Alice.

Ich verschluckte mich an meinem Getränk und spuckte fast den ganzen Inhalt über den Tisch: „Hallo! Ich sitz direkt neben euch!", erinnerte ich sie.

„Also, was läuft da zwischen dir und Edward, Bella? Ich konnte praktisch die Funken zwischen euch sehen."

„Ja, ich denke du kannst sagen dass wir..zusammen sind." sagte ich ihr. „Ich bin mir nicht wirklich sicher. Wir haben gestern Nacht erst rausgefunden dass wir uns beide wirklich mögen."

„Na dann, herzlichen Glückwunsch, Bella."

Als unsere Bestellung gebracht wurde, waren wir alle für einige Minuten ruhig und aßen unser Essen.

„Nun, seid ihr Zwillinge oder ist einer älter als der andere?", fragte ich Jasper und Rosalie, denn ich hatte sie bis jetzt noch nicht danach gefragt.

„Wir sind Zwillinge." sagte Jasper. „Aber sie wurde eine Minute vor mir geboren.", mit einem Kopfnicken deutete er auf Rosalie.

„Und ich werde dich immer damit aufziehen.", ärgerte ihn seine Schwester.

„Ihr habt gesagt, dass ihr beide in Oxford studiert. Was studiert ihr?", fragte ich mit Interesse nach, als ich den Bissen von meinem Sandwich runter geschluckt hatte.

„Ich studieren Philosophie am Wolfson College.", meinte Jasper.

„Und ich studiere Informatik am Exeter College.", erklärte Rose uns.

In der restlichen Zeit unterhielten wir uns einfach über Dinge in unserem Leben. Alice und Jasper starrten sich die ganze Zeit an und da fühlte es sich an als ob man einen sehr privaten Moment stören würde.

Mit einem: „Entschuldigt mich kurz.", stand ich vom Tisch auf und ging zur Toilette. Ich merkte auch wie Rosalie mir hinterher kam.

„Oh mein Gott!", rief Rosalie als sie ebenfalls im Raum war.

„Was ist das?", mir war klar dass sie über Alice und Jasper sprach.

„Ich weiß! Das ist heftig, oder?", fragte ich nach ihrer Zustimmung.

„Es ist wie Freitagnacht.", fügte ich noch dazu.

„Ja. Es ist schon komisch. Es fühlt sich so an als ob die beiden sich schon ihr ganzes Leben kennen.", so beurteilte Rose die Situation und ging zum Waschbecken um sich ihre Hände zu waschen.

„Glaubst du, dass wir gehen sollten? Also, ohne die beiden? Sie alleine lassen?", fragte ich nach da ich nicht wusste was Rose von meiner Idee hielt,.

„Ich fühle mich wie das fünfte Rad am Wagen, obwohl du auch da bist."

„Ja, das ist wohl die beste Idee. Dann ist es nicht ganz so unangenehm für uns wenn wir jetzt gehen. Wir denken uns einfach eine Ausrede aus und treffen uns am Eingang, okay?"

„Klingt nach einem Plan.", ich stimmte ihr zu und wusch mir ebenfalls meine Hände ehe ich ins Bistro zurück ging.

„Alice, ich fahr wieder nach Hause. Mir geht es irgendwie nicht so gut.", diese eine Lüge würde sie mir schon verzeihen.

„Du kannst aber hier bleiben, ich werde schon zurück finden.", ich nahm etwas Geld aus meinem Portemonnaie um mein Sandwich zu bezahlen und verabschiedete mich mit einem: „Wir sehen uns dann später!"

„Okay, gute Besserung.", was das einzige was Alice zu sagen hatte.

Das war ziemlich einfach.

Als ich Richtung Ausgang ging, konnte ich hören wie Rosalie etwas von einem Massagetermin erzählte, den sie vergessen hatte. Draußen vor dem Eingang wartete ich dann auf sie.

„Okay. Also, fährst du wirklich wieder nach Hause oder willst du noch was unternehmen?" fragte sie mich.

Ich schaute auf mein Handy um die Uhrzeit rauszufinden und stellte fest das er erst 13:30 Uhr war.

„Gerne, solange es nicht den ganzen Tag dauert.", ich wollte gerne noch etwas mit Edward machen, ehe er dann die ganze Woche arbeiten musste.

„Hmm, wollen wir bis Knightsbridge fahren und dann zu Harrod's oder Harvey Nich's gehen?", schlug Rosalie mir vor.

„Ich bezweifle das eins der beiden in meiner Preisklasse liegt, also kannst du entscheiden."

„Also Harrod's ist zwar mehr ein Shop für Touristen, aber da du ja ein Tourist bist, musst du mindestens einmal dort gewesen sein." erklärte sie mir und winkte nach einem Taxi während wir die Hauptstraße in Chelsea entlang liefen.

Als sie meinen kritischen Blick bemerkte, meinte sie nur: „Ich bezahle."

Wir kletterten in das schwarze Taxi und Rosalie sagte nur: „Harrod's", schon fuhren wir Richtung Norden durch die Straße von Chelsea und South Kensington und hielten vor einem großen Kaufhaus.

Rosalie bezahlte das Taxi und wir standen auf dem Gehweg gegenüber von Harrod's.

„Es ist extrem riesig.", ich staunte nicht schlecht als ich mir das Gebäude anschaute.

Wir liefen über die Straße und als wir am Eingang waren, bekamen wir jeweils eine Karte, welche uns durch die 6 Etagen führte.

„Los komm, wir schauen mal ein bisschen herum.", Rosalie zog mich von der Touristengruppe weg und führte mich zu den Schuhläden. Eigentlich wollte ich mir die Preise gar nicht erst anschauen, aber meine Neugier war zu groß und ich nahm einen Schuh von Chloé in die Hand. Der Preis lag bei 475£. Also, 475 mal 1,5 macht ungefähr..700$! Schnell stellte ich den Schuh wieder hin und ging zurück zu Rosalie.

„Wusstest du dass Harrod's eine lebende Ägyptische Kobra gemietet hat um ein Paar Schuhe zu bewachen?"

„Das ist doch verrückt."

„Hm, die Schuhe haben dann aber auch über 120.000$ gekostet." erzählte sie. „Los, weiter geht's."

Wir schauten uns in der Schmuckabteilung um, in der Taschenabteilung und in der Abteilung für Frauenbekleidung. Rosalie und ich kauften uns aber nichts. Als wir dann endlich in der untersten Etage ankamen, kaufte ich mir einen Schlüsselanhänger. In dem Geschenkshop waren die Preise nämlich auch für mich erschwinglich.

„Ähm, wo ist hier die nächste U-Bahn-Station?", fragte ich Rosalie als wir wieder auf der Straße standen.

„Hier einfach die Straße runter.", sie zeigte mit dem Finger in die richtige Richtung.

„Es war schön dich wieder zu sehen. Ich bin mir sicher dass wir das nochmal machen werden. Zumindest bevor ich nach Oxford zurück muss."

„Oh ja! Wann fährst du wieder?" fragte ich sie.

„Mein Studium fängt am 29. September wieder an, also werden wir wahrscheinlich am 27. wieder fahren. Du musst mich unbedingt besuchen kommen, Bella! Die Gebäude sind so wunderschön.", schwärmte sie.

„Das werd ich natürlich! Aber ich bin mir sicher wir werden uns davor nochmal sehen. Ach ja, ich hab am 13. September Geburtstag, also werd ich wahrscheinlich etwas unternehmen. Und du bist herzlich eingeladen zu dem, was wir auch immer tun werden." erzählte ich ihr.

„Das ist ein Date." sagte sie.

„Bis bald mal wieder!", wir umarmten uns zum Abschied und liefen jeweils in die entgegengesetzte Richtung.

Es war das erste Mal das ich allein in London unterwegs war. Aber es würde mich nicht einschüchtern. Ich ging die Straße entlang bis ich eins dieser berühmten Underground-Schilder entdeckte. Kaum hatte ich es gefunden, suchte ich mir auf dem U-Bahn-Plan die richtigen Linien raus und schaffte es in knapp 20 Minuten bis nach Islington zurück.

Als ich vor der Eingangstür stand, merkte ich dass ich keinen Schlüssel für das Haus hatte.

Bitte lass jemanden zu Hause sein, betete ich und klopfte an der Tür.

Ich stand vielleicht 15 Sekunden vor der Tür, überlegte schon ob ich Alice anrufen sollte, da öffnete mit Esme die Tür.

„Oh Bella!", rief Esme erschrocken aus.

„Du brauchst unbedingt einen Schlüssel. Was hättest du gemacht wenn keiner zu Hause gewesen wäre?", an ihrer Stimmlage konnte ich hören dass es eine rhetorische Frage gewesen war.

„Warst du nicht mit Alice unterwegs?"

„Ja, war ich. Aber ich habe mich entschieden etwas eher zurück zu kommen, damit sie und Jasper noch etwas Zeit alleine haben können.", erklärte ich ihr.

„Ah, ist das der Junge den sie Freitag getroffen hat? Sie hat gestern kurz etwas erwähnt.", erzählte sie mir, lies mir aber keine Chance zu antworten.

„Ich habe gerade Tee gemacht. Willst du auch welchen?"

„Ja, gerne.", antwortete ich und folgte ihr in die Küche. Dort stellte ich fest dass Edward ebenfalls zum Tee da war.

„Hey Edward.", mit einen großen Grinsen begrüßte ich ihn.

„Hey Bella.", auch er hatte ein breites Lächeln auf seinen Lippen.

„Wie war dein Tag bis jetzt?"

„Ganz gut, schätze ich.", viel hatte ich heute noch nicht geschafft.

„Alice hat mir gesagt dass du etwas einkaufen wolltest. Was hast du dir geholt?" fragte ich ihn während Esme mir meinen Tee mit einem kleinen Gebäck brachte.

„Mein alter iPod ist vor ein paar Wochen kaputt gegangen, also hab ich mir heute Morgen einen neuen gekauft. Und mein neuer hat jetzt sogar ein Farbdisplay und kann Videos abspielen, das konnte mein uraltes Ding nicht.", sagte er lachend.

„Als ich jung war, hatten wir noch Kassettenrecorder! Hast du gerade gesagt dass ich schon uralt bin, Edward?", fragte Esme ihren Sohn scherzhaft.

„Natürlich nicht, Mum. Du siehst noch immer wie 25 aus.", schleimte er sich bei ihr ein. Seine Mutter rollte nur mit ihren Augen und nahm einen Schluck von ihrem Tee.

„Was ist das?", Edward deutete auf meinem Harrod's-Beutel welchen ich immer noch in der Hand hielt.

„Das ist mein kleiner Schlüsselanhänger den ich bei Harrod's gekauft habe.", ich holte ihn aus der Tüte raus und zeigt ihn den beiden.

„Das war alles was ich mir leisten konnte.", fügte ich noch hinzu.

Es war ein rotes Lederherz was noch geöffnet werden konnte. Innen war einmal ein Spiegel und dann noch ein Platz für ein Bild. Ich hatte keine Idee was ich dort hineinmachen würde. Aber es wird eh die ganze Zeit geschlossen sein.

„Und Bella, willst du heute Abend nach dem Abendessen noch etwas unternehmen?", fragte mich Edward.

„Gern.", und schon tauchte wieder ein großes Lächeln auf meinem Gesicht auf.

„Magst du Horrorfilme?"

„Manchmal.", antwortete ich ihm misstrauisch.

„Solange ich danach nicht allein im Haus bin, ist alles in Ordnung. Aber wenn ich allein bin, werde ich paranoid. Warum fragst du?"

„Nur so.", allein das Lächeln in seinem Gesicht verriet, dass er log und dass es garantiert einen Grund gab.

Sieht also so aus als ob wir und heute einen Horrorfilm anschauen würden.

Kaum waren wir fertig mit dem Nachmittagstee, kam Alice durch die Tür gelaufen.

„Geht's dir besser, Bella?", fragte sie mich sofort.

„Umm..ja.", diese Lüge würde sie auch noch verkraften.

„Was habt ihr beiden noch gemacht nachdem ich weg bin?"

„Wir sind zum Hyde Park gelaufen, haben uns eine Decke gekauft und uns dann ins Gras gelegt und einige Stunden geredet."

„Geredet, ja?", fragte ich nach und Alice wurde tatsächlich rot.

„Wir haben geredet.", wie ein stures Kind beharrte sie darauf.

Esme wusch das benutzte Geschirr ab, räumte es auch gleich ein und fing schon mit dem Abendessen an.

„Brauchst du etwas Hilfe?", fragte ich sie.

„Nein, aber danke Bella.", antwortete sie mir.

„Warum geht ihr nicht alle in das Wohnzimmer oder so und ich fang schon mal mit dem Sonntagsbraten an."

Wir taten es so wie Esme es uns vorgeschlagen hatte und gingen zusammen in das Wohnzimmer. Edward und ich setzten uns auf die Couch, während sich Alice an den Computer in der Ecke setzte. Edward nahm sich die Fernbedienung, schaltete den Fernseher ein und zappte durch die Sender ehe er bei E4 stehen blieb.

„Ihr habt Friends hier?", fragte ich ihn überrascht. „Ich dachte hier würden sie nicht so viele amerikanische Shows senden."

„Nein, ein paar Amerikanische Shows haben wir schon. Aber wenn du mal eine berühmte britische Sendung sehen willst, müssen wir mal EastEnders schauen."

Wir lehnten uns zurück und schauten fast eine Stunde Friends, bis Carlisle kurz vor 18:00 Uhr vom Krankenhaus nach Hause kam.

„Guten Abend.", grüßte er uns, als er kurz ins Wohnzimmer kam und dann in der Küche bei Esme verschwand. Aus dieser Richtung kam auch schon ein sehr leckerer Geruch.

15 Minuten später rief Esme uns zum Essen und wir gingen zusammen dorthin. Esme hatte uns sogar schon etwas auf unsere Teller gemacht.

„Das ist unser Sonntagessen oder Sonntagsbraten. Es ist eine Tradition.", flüsterte mir Edward ins Ohr.

Wir setzten uns an den Tisch, Esme und Carlisle jeweils an den Enden, Alice und ich auf einer Seite und Edward auf der andere. Nach einem kurzen Gebet fing jeder an zu essen.

„Also, das ist Rinderbraten mit Yorkshire-Pudding, welcher aus Backteig, Soße, gebratenen Kartoffeln und Mohrrüben besteht.", erklärte mir Edward leise, denn ich hatte keine Ahnung was Yorkshire-Pudding war.

Das Abendessen war sehr lecker und diesmal half ich Alice beim abwaschen.

Ich ging zurück in das Wohnzimmer um nach Edward zu schauen, fand ihn jedoch nicht dort. Ich rannte nach oben und entdeckte ihn in seinem Zimmer. Er hatte sich umgezogen und trug ein langärmliges Shirt.

„Klopf, klopf."

Er drehte sich lächelnd zu mir um und fragte: „Bist du fertig?"

„Ja."

Zuerst gingen wir zu dem Stadtteil Covent Garden. Wir spazierten durch die Straßen und bummelten durch einige kleine Läden. Es war auch ein Straßenkünstler da, der magische Tricks aufführte. Für ein paar Minuten sahen wir ihm sogar zu. Dann gingen wir weiter und schauten kleinen Kindern zu, wie sie auf einem Karussell ihren Spaß hatten. Und die ganze Zeit über hielten wir Händchen.

Nachdem wir fast eine Stunde herumgelaufen sind, schaute Edward auf seine Uhr und sagte mir dass es Zeit zu gehen sei.

Wir liefen ein paar Blöcke weiter ehe wir zu einem Platz kamen.

„Das ist Leicester Square. Die Statue in der Mitte dort ist Shakespeare. Und wenn du genauer hinschaust, kannst du Handabdrücke von verschiedenen Berühmtheiten erkennen.", erklärte mir mein persönlicher Stadtführer.

„Und das", er drehte sich mit mir herum. „ist das Odeon Kino. Wenn eine Premiere in London ist, dann ist sie hier. Aber wir gehen nicht ins Odeon, denn die Tickets sind ziemlich teuer. Wir gehen zum Empire Theater.

„Hier kommt also der Horrorfilm ins Spiel?", fragte ich ihn.

„Ja, kommt er. The Strangers kam dieses Wochenende neu raus. Hast du ihn schon in den Staaten gesehen?"

„Nein, obwohl der Film schon im Mai oder so in der USA raus kam. Ich hab die Vorschau gehen und da hatte ich schon ziemlich Angst. Aber ich werd ihn mir ansehen. Er scheint interessant zu sein.", ich war wirklich gespannt auf den Film.

Edward hatte schon Tickets gekauft, also mussten wir nicht in der Schlange warten. Wir setzten uns in zwei leere Stühle als der Film begann.

„Wenn ich Albträume habe, ist es deine Schuld.", flüsterte ich ihm zu.

„Falls du Albträume hast, bleib ich die ganze Nacht wach. Versprochen.", flüsterte er zurück und nahm meine Hand in seine.

Während des Films musste ich nur zweimal schreien. Edward lachte leise als ich es tat, aber ich konnte einfach nicht anders. Die Spannung war grausam. Irgendwann im Laufe des Filmes zog ich sogar meine Knie an meine Brust. Verdammt, dieser Film ist echt gruselig!

Als der Film zu Ende war, verließen wir das Kino und liefen Richtung zu Hause. Es schien als würden wir eine Tradition machen – nach Hause laufen, nachdem wir zusammen aus waren.

„Und, was denkst du von dem Film?", fragte mich Edward nach einer Weile.

„Einer der grusligsten Filme aller Zeiten. Mit Monstern,Vampiren, Geistern und Aliens kann ich umgehen. Aber wenn Leute Masken tragen und einfach unschuldige Leute ermorden? Das ist mir zu real.", Edward kicherte bei meiner Antwort.

„Ich bin froh dass wir nicht auf dem Land leben. In einer großen Stadt ist der Film nicht ganz so gruselig.", fügte ich noch hinzu.

„Ja, das könnte sein."

„Sei bloß nicht überrascht wenn ich heute Nacht mit Licht an schlafe. Wahrscheinlich muss ich nur an einen maskierten Mann draußen vor meinem Fenster denken."

Wir liefen noch ein kleines Stückchen weiter, ehe Edward stehen blieb und sich zu mir drehte: „Oder...wir wäre es wenn ich die etwas anderes zum Nachdenken heute Nacht gebe?"

Er kam einen Schritt näher und ich war mir sicher dass mein Herz in diesem Moment stehen blieb. Mit seiner Hand führte er mein Kinn näher zu sich. Seine Lippen trafen auf meine und er zog meine Unterlippe zwischen seine. Langsam bewegten sich unsere Lippen gegeneinander und wurden langsam immer leidenschaftlicher. Eine meiner Hände führte ich nach oben zu seinem Nacken und zog ihn so näher zu mir heran.

Nach einer, oder vielleicht auch zwei Minuten spürte ich, wie sich seine Zunge gegen meine Lippen bewegte. Ich hatte bis dahin noch nie einen Zungenkuss. Mein Exfreund und ich hatten es versucht, aber irgendwas war einfach nicht da. Ich konnte es einfach nicht tun. Außerdem roch er die ganze Zeit nach abgestandenem Bier.

Aber nun war es Edward und er schmeckte unglaublich. Ich öffnete meine Lippen noch etwas und erlaubte so seiner Zunge in meinen Mund einzudringen. Sanft liebkoste er meine Zunge.

Nach ein paar weiteren Minuten, hörten wir, wie sich einige Leute um uns herum räusperten. Langsam lösten wir uns voneinander und schauten uns um. Wir standen in der Mitte eines Gehwegs von einer belebten Straße. Aber das war mir egal. Und es war mir auch egal das meine Lippen wahrscheinlich rot und geschwollen waren.

Ohne etwas zu sagen gingen wir zum Haus zurück und genossen einfach die Gesellschaft des anderen.

Ich wusste, dass ich diese Nacht nur über diesen Kuss nachdenken würde.