"das ist der Rest des Ersten Kapitels, den gibt's nun alles auf einmal, wenn jmd interesse hat an der Fortsetzung soll er mir schreiben."

Nur Engel können es betreten und verlassen. Ich könnte dich zwar zu einem Engel erheben, doch diese wäre momentan sehr hinderlich, du musst so sein wie du bist, so Fleisch und so Blut. Vielleicht später einmal wenn du den Wunsch dazu verspürst und dann noch so eine reine Seele hast, denn nur Menschen mit reiner Seele können Engel werden!"

„Ich kann kaum glauben, dass du hier bist!"
„Glaube es ruhig kleiner Mensch, ich bin hier so wie du mich siehst!

Nun hör mir zu," sie zog aus ihrem Federkleid einen etwa Hand großen weißen Stab mit einer Kugel am Ende, von der Form wie ein altes Fieberthermometer, aber in der Farbe von reinstem weiß, silbernen fast lichtfömriger Farbe.- „dies ist das größte und älteste Werkzeug des Seins. Nur geflüstert kennen die ganz alten den Namen. Dies ist das Recuro."

Und dann offenbarte ihm der Engel des Zweck des Werkzeugs.

„Dies ist das Recuro, von anderen auch Reparo genannt, es kann alles Heilen was für Wunden du dir auch vorstellen kannst und weit darüber hinaus, und alles Wiederherstellen, dass je zerbrochen war.

Es verwandelt alles Dunkle ins Helle, das ist sein Sinn.

Es kann nur von einer unschuldigen und reinen Seele benutzt werden. Und in dir sehe ich die Möglichkeit!"

Da sah Will auch, dass der Engel das Recuro nicht festhielt sondern es schwebte einen Zentimeter über seiner Hand. „Nimm es!"

Zögerlich streckte Will die Hand aus und der Stab strahlte plötzlich in einem Goldenen licht. Beherzt griff Will zu. Er fühlte ein leichtes Kribbeln, dann erlosch das Glühen und Leuchten und übrig blieb ein Stab, Elfenbeinfarbig ohne Glühen und Schimmern.

Verwundert guckte er den Engel an. „Nun gehört es dir. Verwende es nur in guter Absicht, sonst richtet es sich gegen dich selbst!" Sie trat einen Schritt zurück sah ihn erwartungsvoll an und sagte dann: „Jetzt gibt es noch eine Sache die ich dir sagen muss, den Rest wirst du alleine herausfinden.

Hol dein Messer, lege alle Stücke auf den Boden und den Griff des Dolches."
Will tat wie ihm geheißen, er schnallte die Riemen um seinen Bauch los, zog den Griff aus der Hülle und kippte dann vorsichtig die Scherben daneben.

„Nun zeige mit dem Reparo auf die Bruchstücke, wünsche dir das Messer solle sich zusammenfügen. Wenn du dies genau vor Augen hast dann sage laut in deinem Geist, die Worte der Heilung REPARO ALETHIO!"

Er richtete den Stab mit dem Kugelende auf den Boden, und stellte sich vor wie die kleinen Stücke sich zusammenfügten, wie damals als er mit dem Bären in der Höhle das Messer geschmiedet hatte. Auch jetzt war er wieder in einer Höhle, wie merkwürdig. „Will, hör auf zu Träumen!" sagte Kir.

Erschrocken sah er sie an „Ups!" Er grinste, und stellte sich dann wieder das Zusammenfügen vor. Kir hatte sich ganz dicht vor den Scherbenhaufen gelegt und sah gespannt zu. Doch noch passierte nichts, dann dachte will REPARO ALETHIO. Und plötzlich flog eines Jedes Stück an seine Stelle und nach ein paar Sekunden lag das Messer ganz und vollkommen auf dem Boden. Nur eines hatte sich verändert, bemerkte er als er es aufhob. Die Spitze glühte Weiß und auch die Schatten auf dem Messer waren nun durch ein helles Silbernes Schimmern ersetzt worden. Da sagte der Engel „Das Reparo hat das magische Messer geläutert, es wird nun keine bösen Absichten mehr in sich tragen, es wird kein Staub verschwinden wenn du ein Fenster öffnest und es werden keine Gespenster entstehen!

Nun muss ich gehen..."
„Warte ich hab noch Fragen, du kannst mich doch nicht so stehen lassen."

Der Engel drehte sich wieder zu ihm um und sagte „Gut ich will dir einige Fragen beantworten aber ich hab nicht mehr viel Zeit. Wie lauten sie?"

„Was ist dieses Reparo oder Recuro?"

„Gut ich erzähle dir jetzt die Erschaffung der Welt: Am Anfang war die Dunkle Materie, die Dunkle Materie ist Masse. Das Recuro bildete aus der Masse Form und Leben. Aus Zerfall und Willkür wurde Welt!"

„Welt? Du meinst die Erde?"
„Welt bezeichnet mehr als diese Erde kleiner Mensch, sie bedeutet alles SEIN alles IST und alles Jetzt und Denken und Fühlen!"

„Ahh" es klang wie ein aufatmen.

„Aber,.. wieso weiß keiner davon?"
„Es gibt wenige die Wissen und ein paar die ahnen. Eure Wissenschaftler haben gerade einen Funken davon erfahren, verstehen aber nichts und rätseln wie Kinder über den Regen."

„Wieso kannst du nur hier in diese Welt treten?"
„Das ist eine gute Frage und will es dir sagen; Es wurde einmal ein Mensch geboren, der die Fähigkeit besaß hinter die Dinge zu blicken und durch die Menschen. Er war aber kein guter Redner und versuchte durch gute Taten zu überzeugen.

Nur wenige folgten seinem Beispiel und bald darauf wurde er verraten, von denen die alles Fremde hassen. Sie peinigten ihn und schlugen ihn ans Kreuz und ließen ihn dort sterben. Das machte uns sehr wütend, so dass wir herabstiegen um uns zu offenbaren, doch sie waren blind und konnten uns nicht sehen und die Welt kehrte ins Chaos zurück.

Als der Mensch gestorben war, nahmen wir seinen Geist und führten ihn in die Welt zurück. Wir Waren viele und öffneten ein Tor der Engel und sagten wenn du es wünschst kannst du mit uns kommen. Und er ging und wurde ein Bruder."

„Nun", sagte er nach einer kleinen Pause, „hier ist also schon einmal ein Tor entstanden, weswegen es mir hier leichter fällt ein Portal zu öffnen."

„Eine Frage noch Will dann muss ich gehen!"
„Gut", er überlegte kurz und sagte dann „Wieso hast du mir vorher nichts gesagt?"
„Wir sind alte Wesen, von euch Engel genannt von anderen anders. Doch egal welchen Namen man uns gibt, wir bleiben ein erschaffenes Volk. Wir haben ein höheres Denken, denn wir sehen alle Welten und wir haben ein weiteres Denken, denn wir sind viel älter als du, doch auch unter uns gibt es keinen Allwissenden, denn wir sind alle derselben Art."

Damit war alles gesagt und Will fiel darauf auch keine Frage mehr ein. Xaphania öffnete das Tor und verschwand.

Er stand nun vor zwei Problemen, das Erste war, dass er nicht wusste wie sich Lyra's Welt mit dem Messer anfühlte. Und zudem befand er sich höchster Wahrscheinlichkeit nach, nicht in Lyras Oxford.

Als er nach 6 Jahren das Erste mal wieder mit der Seele die Messerschneide entlang lief, merkte er gleich dass sich etwas verändert hatte. Die Berührung war weich, als würde er auf Watte laufen. Als er mit der Messerspitze tastete, suchte er nach einem vertrauten Gefühl. Und tatsächlich er hatte Cittegazze gefunden. Er öffnete ein kleines Fenster und konnte sogleich auf das offene Meer schauen. Hier war ein Durchgang nicht möglich. Aber er konnte ein wenig Seeluft schnuppern und was noch viel faszinierender war, das war der Rand des Fensters. Er leuchtete schwach in dem Licht, das eben noch vom Recuro ausgegangen war. Als ob es sagen würde: „Ja Will keine Angst, benutze mich ruhig, es wird nichts schlimme passieren." Will schloss das Fenster wieder und überlegte dann wie er Lyras Welt finden könnte. Da sagte Kirjava: „Will, versuche nicht mit deiner Hand zu fühlen, sondern mit deinem Herzen!"

Und Will glitt mit seinem Sein an die Messerspitze und dachte an Lyras Gedanken, ihre Stimme, er erinnerte sich an ihr Lächeln, an ihr Strahlen in den Augen, an den letzten Kuss und an den ersten der so zuckersüß gewesen war. Als er jetzt suchte mit der Hand, fühlte er mit dem Herzen und tatsächlich nach einigem Suchen, spürte er einen Stich im Herzen als wäre nach langer Zeit ein Stein von seinem Herzen genommen worden und er könnte das erste mal wieder frei atmen. Dort müsste sie sein. Er öffnete ein Fenster und blickte eine Steinwand an. Er bewahrte das Gefühl mit dem er das Fenster geöffnet hatte und schloss es wieder. Dann sagte er zu Kirjava, „Da ist es, wir müssen nur noch einen Ort finden, an dem wir durchgehen können."

Sie traten aus der Höhle hinaus, zurück in den Wald hinein, nach ein paar Schritten versuchte er es erneut. Er erinnerte sich sofort an das Gefühl, und es war leicht für ihn das Fenster erneut zu öffnen. Als er diesmal das Fenster öffnete, kam vor ihm ein ähnlicher Wald zum Vorschein und nach kurzem zögern ging er hindurch um sich umzusehen. Dann ging er aber noch einmal zurück. Er holte sein Telefon aus der Tasche, denn ein letztes mal noch wollte er mit Mary reden. Er wählte die Nummer die ihm Mary gegeben hatte. Nach dem zweiten Ton, nahm sie ab. „Will?" fragte sie atemlos.

„Ja ich bin's, Mary. Es ist soweit, ich werde tatsächlich Lyras Welt betreten können. Ich kann es kaum glauben. Mary, ich bin so aufgeregt und dir so dankbar, ich werde dich unendlich vermissen, aber es ist nun soweit!"

„Ich wusste du würdest es schaffen. Ich wünsche dir alles Glück der Welt! Wir sehen uns spätestens wenn sich unsere Atome wiedertreffen!"
Will rollte eine leise Träne über die Wange „Leb' wohl Mary!" sagte Will mit erstickter Stimme und legte auf. Mit dem Handrücken wischte er sich die Tränen aus den Augen, schaltete das Telefon aus und vergrub es dann in einer Plastiktüte im Wald. Er wollte nichts mitnehmen was es in Lyras Welt nicht gab. Dann trat er durch das Fenster und schloss es in Lyras Welt.

„Und wohin jetzt?" fragte Kir.

„Wir gehen dorthin zurück, von wo aus wir in unserer Welt gekommen sind. Es wird uns schon irgendwohin führen."

Sie gingen los, doch sie merkten bald, das dieser Wald viel größer war und sich nicht so einfach verlassen ließ. Nach ein paar Stunden wurde es dunkel und sie schlugen ihr Zelt auf und legten sich schlafen.

Kir sagte „Bald Will, bald sind wir wieder vereint!"

und so schliefen sie ein.

Sie erwachten mit den ersten Strahlen der Sonne und liefen dann wieder weiter in die Richtung vom Vortag. Da erschien vor ihnen ein Waldweg. Der Weg war hart getreten und man sah Karren Spuren. Es musste ein häufig genutzter Weg sein. Da dürften Ansiedlungen nicht allzu weit entfernt sein. Er blickte auf seine Uhr. 8 Uhr, also 2 StD waren sie schon wieder gelaufen. Unschlüssig blickte er nach links und rechts. Es schien keinen Unterschied zu geben. Dann sah er wie von rechts ein Pferdereiter auf sie zukam. Gefolgt von einem folgsamen Hund mit braunem zotteligen Fell. Sein Daemon. Als er noch zwei Meter weg war, grüßte der Mann und wollte vorbei reiten. Will grüßte zurück und rief dem Mann zum stehen.

„Warten sie bitte!"

Er zog die Zügel und hielt an.

„Was'n los?"

„Ich hab mich glaub ich verlaufen, gibt's hier eine Stadt in der Nähe?"
„Naja sowas inner Art wa, da – er deutete nach hinten - und da vorn gibt's zwei Siedlungen ungefähr gleich weit. Aber da hinne würd' ich nich hin, sin alles Gauner und Banditen!" dann gab er dem Pferd die Sporen und ritt davon.

Langsam folgte Will dem Reiter...