Mit einem Rumpeln fielen die beiden Mädchen auf den Teppich, der den Boden vor dem Ofen bedeckte.

Hermine richtete sich auf und reichte ihrer rothaarigen Freundin die Hand um ihr aufzuhelfen, dann sah sie sich um und entdeckte ihre Mutter, die mit einer Zeitung am Tisch saß, nun aber aufstand und auf sie zutrat.

„Es ist wohl nicht so gut gelaufen, Schatz", stellte sie fest, als sie die Tränen in den Augen ihrer Tochter sah. Hermine und Ginny wandten sich der älteren Hexe zu und Hermine bemerkte dass Ginny sich verkrampfte. Auch Ms. Rosier schien es bemerkt zu haben, denn sie lächelte Ginny an und hielt ihr eine Hand hin.

„Du brauchst keine Angst vor mir zu haben, gehe ich Recht in der Annahme, dass du Ginny Weasley bist?", erkundigte sich die Hexe. Ginny nickte unsicher, griff dann aber dennoch nach der ihr dargebotenen Hand und schüttelte sie. „Mein Name ist Antea Rosier, ich bin, wie du schon weißt Hermines Mutter." Ginny nickte wieder und lächelte auch etwas.

„Warum setzten wir uns nicht und ihr erzählt mir, was vorgefallen ist und warum wir widererwartend einen Gast haben.", meinte Antea ruhig und in Richtung des Salons.

Hermine nahm Ginny am Arm und zog sie in den nächsten Raum. Antea folgte ihnen. Als sie alle saßen erzählte Hermine ihrer Mutter, was Moody gesagt hatte und wie Ron Harry und vor allem Mr. Weasley reagiert hatten.

„Ich erinnere mich an den Vorfall mit den Weasley Brüdern.", sagte Hermines Mutter nachdenklich.

„Hast du sie umgebracht?", erkundigte sich Hermine vorsichtig und sah, dass auch Ginny neugierig geworden war.

„Umgebracht ist im Krieg immer ein starker Begriff, die beiden haben mich und meinen Bruder angegriffen, sodass wir gezwungen waren uns zu verteidigen. Einer der beiden starb, als er von einem Reductio gegen eine Häuserecke geschleudert wurde, der andere wurde von einer einstürzenden Häuserreihe getötet. Es ist demnach etwas schwer von einem gezielten töten oder Mord zu sprechen.", erwiderte Antea Rosier.

„Nun denn, Miss Weasley, ich denke sie können vorerst hier bleiben bis ihre Familie sich wieder beruhigt hat. Hermine, nimm sie doch bitte mit nach oben, ich denke sie kann das Zimmer neben deinem haben. Ich werde einen Hauself hinaufschicken, der es vorbereitet.", wechselte sie das Thema.

„Das ist sehr nett von ihnen, Mrs. Gran - Rosier", bedankte sich Ginny höflich und stand mit Hermine zusammen auf.

„Keine Ursache, Kindchen, ich bin dir sehr dankbar, dass du zu Hermine gehalten hast, bleib solange du willst."

Hermine gefolgt von Ginny verließen den Salon und durchquerten Eingangshalle und Atrium, bevor sie nach oben stiegen. In Hermines Zimmer machten sie halt und ließen sich auf das breite Bett fallen.

„Es tut mir Leid, Ginny, dass du wegen mir Ärger mit deiner Familie hast. Ich hätte nicht gedacht, dass sie das Ganze so schlecht aufnehmen. Und vielen Dank, dass du zu mir hältst."

„Keine Ursache, dafür hat man doch Freunde. Meine Familie kann manchmal ganzschön doof sei, ich hätte das schon sehen müssen, als sie Percy vergrault haben. Ich verstehe ihn völlig, dass ihm seine Karriere wichtig ist, weißt du, und er hat auch Recht als er gesagt hat, dass Dad verantwortungslos sei, weil er sich nicht befördern lässt, obwohl wir das Geld so dringend brauchen würden."

„Ich hätte auch nie gedacht, dass Harry und Ron mich fallen lassen würde, wie eine heiße Kartoffel. Niemals. Wir waren fünf Jahre lang die besten Freunde, und jetzt alles weg. Meine Mum, hat wohl Recht als sie gesagt hat, dass wahre Freunde zu mir halten würde. Nun, weiß ich, dass nur du eine echt Freundin bist."

„Immer wieder gerne, deine Mum, ist übrigens nicht so schlimm, auch wenn sie irgendwie gruselig ist, ihre Augen sind ganzschön frostig, nicht böse gemeint."

„Ich glaube sie würde es dir nicht übel, nehmen. So lange wie ich denken kann, was sie immer etwas unterkühlt, aber nichtsdestotrotz eine wunderbare Mutter."

„Das glaube ich, ich hoffe nur Mum, geht es gut und sie gibt mich nicht auf."

„Das wird sie sicher nicht, sie liebt dich schließlich. Zu Percy hält sie ja auch immer noch."

„Mhm, wie geht es eigentlich deiner Mum, ich glaube wenn ich ein Todesser wäre und wie lange 17 Jahre oder so in der Muggelwelt untergetaucht wäre, dann hätte ich mehr Angst als Vaterlandsliebe, dass ich einen Blitzbesuch von den anderen Todessern bekäme."

„Sie zeigt nicht wie sie sich fühlt, aber ich glaube die Sache mit den Malfoys hat ihr etwas Rückenwind gegeben. Ach, das hab ich dir noch gar nicht erzählt. Als ich mit Mum, gestern in der Winkelgasse war, habe ich alle drei bei Florish&Blotts getroffen. Malfoy hat natürlich wieder mit Schlammblut und so weiter angefangen. Du hättest sein Gesicht sehen sollen, als seine Eltern meine Mum erkannt haben, einfach göttlich. Malfoy und seine Mum sind gestern den Nachmittag und beim Abendessen dagewesen und ich glaub Mum hat sich riesig gefreut Narcissa wieder zu sehen."

„Kann ich mir vorstellen, nach 17 Jahren kein bekanntes Gesicht, ich glaube dann würde ich sogar die Eiskönigin als Gesellschaft genießen."

„Ich glaube, wenn man Mrs. Malfoy näher kennen lernt, dann ist sie gar nicht so kalt, gestern jedenfalls hat sie die ganze Zeit mit meiner Mum über ihre Kindheitserinnerungen getratscht. Anscheinend waren die drei Black Schwestern sehr oft hier."

„Das glaub …", ein lauter Knall unterbrach Ginny und mit einem Mal saßen beide senkrecht auf Hermines Bett.

„Das kam von unten, komm wir sehen einmal nach", schlug Hermine vor stand auf und zog ihren Zauberstab. Gefolgt von Ginny ging sie die Treppe hinunter. Aus der Halle hörten sie Stimmen, sodass sie schnell auf die große Flügeltür zueilten und diese dann öffneten.

In der Halle standen Antea und ihr gegenüber, Hermine gefror das Blut in den Adern, als sie die blasse Frau mit den langen zerzausten Haaren und dem ausgemergelten Gesicht sah.

Auch Ginny schien beim Anblick von Bellatrix Lestrange keine fünf Meter von ihr entfernt zu erstarren. Beide hatten nur zugut das wahnsinnige Lachen der Frau in den Ohren, als diese sie ihn der Mysteriumsabteilung gestellt hatte. Wie auf Kommando wandten sich die beiden schwarzhaarigen Hexen den Neuankömmlingen zu.

„Sieh an, sieh an, wen haben wir denn da", sagte Bellatrix in ihrer fürchterlichen Babystimme, mit der sie schon Harry provoziert hat. „Ich erinnere mich an euch, ja, ja, ihr habt uns unsere Prophezeiung vorenthalten, der Dunkle Lord war gar nicht zufrieden. Sag, Antea", sprach sie an die jüngere Hexe ihr gegenüber weiter. „Was macht der Karottenkopf hier?"

„Miss Ginny Weasley ist vorerst mein Gast, solange bis ihre Eltern sich wieder beruhigt haben."

„Warum, fanden sie es etwa nicht zum Schreien, dass Potters kleine Freundin das Kind von Todessern ist. Der Dunkle Lord hat sich gestern sehr amüsiert, als Lucius deine Geschichte erzählt hat."

„Der Dunkle Lord weiß bereits von ihr?"

Bella nickte begeistert. „Oh, ja. Aber sag, kleine Ginny, was haben deine Eltern gemacht, dass du lieber zu einer bösen Todesserin ins Haus kommst, als bei deinen armseligen Eltern zu bleiben."

Ginny antwortete nicht, sondern drückte sich noch enger an Hermine, die genauso sehr zitterte wie sie selbst.

„Wie keine Antwort für die gute, alte Bella?", spottete Bellatrix und ging mit wiegenden Hüfte und lautem Klacken ihrer hohen Absätze auf die beiden zusammengekauerten Mädchen zu. „Verratet mir, meine Süßen, habt ihr Angst? Angst was die liebe Tante Bella machen könnte." Das Zittern der Beiden schien ihr Antwort genug zu sein, denn ihr entfuhr wieder ihr wahnsinniges Lachen.

Hermine war erstarrt, unfähig auch nur einen Finger zu rühren, als Bellatrix´ Hand sich um ihr Kinn legte und Hermines Gesicht ihrem eigenen entgegendreht. Bella leckte sich mit der Zunge über die trockenen Lippen und meinte dann „Du hast eine hübsche Tochter, Antea, sie sieht dir unglaublich ähnlich, nur die Augen stimmen nicht. Nein, das sind eindeutig Rabastans."

„Das mag wohl sein, Bella, aber jetzt lass bitte die Kinder in Ruhe, du hast ihnen schon genug Angst gemacht."

Bellatrix zog einen beleidigten Flunsch und stakste zurück zu Antea. „Ich weiß immer noch nicht, warum die kleine Weasley hier ist."

Antea setzte gerade zu einer Antwort an, als eine alte graue Eule durch das offene Fenster flog und nur um gleich darauf gegen eine Marmorsäule zu prallen und bewusstlos zu Boden zu sinken.

„Errol", rief Ginny die Angst vor Bellatrix vergessend und stürzte auf die alte Familieneule zu. Vorsichtig hob sie die Eule hoch und pflückte ihre Last vom Bein. „Oh, nein." Keuchte sie und hielt einen roten Umschlag in die Höhe.

Bellatrix lachte gackernd „Klein Ginny hat einen Heuler bekommen, da muss jemand aber ein böses Kind gewesen sein."

Ginny stürzte samt Heuler aus der Halle, kam aber nicht sonderlich weit, dann explodierte er und die Stimme von Mr. Weasley durchschnitt die Luft:

„GINEVRA MOLLY WEASLEY ICH WAR IN MEINEM GANZEN LEBEN NOCH NIE SO ENTÄUSCHT VON DIR. WAS FÄLLT DIR EIGENTLICH EIN DICH GEGEN DEINE FAMILIE ZU STELLEN DU HAST MICH NOCH MEHR ENTTÄUSCHT ALS PERCY, DENN DER HAT UNS FÜR DAS MINISTERIUM VERLASSEN, DU JEDOCH RENNST ZU TODESSERN. LASS DICH BLOSS NICHT MEHR HIER BLICKEN, VON HEUTE AN HABE ICH KEINE TOCHTER MEHR. DENN HÄTTE ICH EINE WÜRDE DIE GARANTIERT NICHT MIT DEN MÖRDERN IHRER EIGENEN FAMILIE KOLLABORIEREN. DU KANNST JA HOFFEN, DASS DICH TANTCHEN MURIEL AUFNIMMT ANSONSTEN SCHLAF AUF DER STRASSE, MIR IST ES VÖLLIG GLEICH."

Dann kehrte Stille ein. Hermine trat gefolgt von Antea und Bellatrix in das Atrium, in dessen Mitte Ginny stand und auf einen kleinen brennenden Haufen starrte. Mit schnellen Schritten eilte Hermine auf ihre stocksteif stehende Freundin zu und nahm sie in die Arme.

Ginny fiel schluchzend in die Arme ihrer Freundin und zu Bellatrix und Antea drangen nur Fetzten wie „Das hätte ich nicht gedacht" „Wie kann er nur" und „Was soll ich denn jetzt machen".

Antea warf Bellatrix einen warnenden Blick zu, doch die Todesserin schien begriffen zu haben, dass jetzt nicht die Zeit war sich über das Mädchen lustig zu machen und stand einfach nur da und beobachtet. Ginny reagierte gar nicht, als Antea auf die beiden zukam, sondern schluchzte weiter in Hermines Schulter. Hermines Mutter strich Ginny über den Rücken und das Mädchen hob den Kopf ein wenig den Kopf und sah der älteren Hexe in die Augen.

„Mach dir keine Sorgen, Ginny, du bleibst erst einmal hier. Du hast übrigens noch einen Brief bekommen und ein kleines Päckchen. Wir sollten uns aber erst einmal setzen.", sagte Hermines Mutter und strich Ginny noch einmal über den Rücken, bevor sie diese sanft am Arm nahm und zurück in den Salon führte. Als sich alle gesetzt hatte ging Antea zu einem kleinen Schränkchen und holte eine hellblaue Phiole hervor. Diese reichte sie Ginny.

Ginny besah sich die Flüssigkeit, bevor sie Antea fragend ansah „Beruhigungstrank", beantwortet die Hexe die unausgesprochene Frage. Ginny zuckte mit den Schultern und trank die Flüssigkeit. Danach wirkte sie schon wesentlich ruhiger und griff nach einem der Kekse, die einer der Elfen sofort gebracht hatte.

„Von wem ist der andere Brief", erkundigte sich Hermine vorsichtig. Ginny legte ihren Keks auf ihr Knie und öffnete den zweiten Brief und las. Ein kleines Lächeln huschte über ihr Gesicht, bevor sie ihn zurück in den Umschlag schob.

„Von Mum, sie schreibt Dad ist vollkommen übergeschnappt und Ron und Harry schreien nur rum und die Zwillinge haben ihren Spaß, bei dem Gezeter. Sie sagt sie ist nicht böse auf mich, sagt aber ich sollte vor Hogwarts nicht mehr heim kommen, vielleicht in den Ferien. Und sie hat mir meine Sachen geschickt." Zur Demonstration hob sie das kleine Päckchen hoch.

„Das ist aber nicht sonderlich viel", bemerkte Bella mit einem Grinsen „Ich hätte gewettet, dass der ganze Besitz der Weasleys in eine Schuhkarton passt, anscheinend habe ich die Vermögensverhältnisse überschätzt." Ginny warf Bellatrix einen bösen Blick zu, bevor sie sich wieder ihrem Keks zuwandte.

„Siehst du, Ginny, es wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Was haltet ihr davon, wenn ihr jetzt wieder nach oben geht und deine Sachen auspackt und ich rufe euch dann zum Essen."

Die beiden Mädchen nickten und verschwanden.

„Was hast du jetzt vor, Antea, und ich denke du weißt dass sowohl Rabastan als auch der Dunkle Lord noch auf dich zukommen werden.", fragte Bellatrix, nachdem sich die Tür geschlossen hatte.

„Das ist nicht zu vermeiden. Ich werde, wenn der Dunkle Lord es wünscht wieder meinen alten Platz einnehmen, da ich nie vorhatte mich gegen ihn zu wenden. Ich wollte lediglich einer überstürzten Ehe mit Rabastan entgehen. Ich weiß, dass das Hermine überhaupt nicht gefallen wird, jedoch lässt sich das nicht ändern. Und was Rabastan angeht, bin ich mir noch nicht im Klaren, was er von mir will."

„Ich glaube, die Nachricht, dass Hermine sein Kind ist und nicht das eines dreckigen Muggels hat ihn davon abgebracht dich zu töten, allerdings wirst du um eine Ehe jetzt sicher nicht mehr herumkommen."

„Damit habe ich gerechnet, Bella, ich habe es meinen Eltern ohnehin versprochen, nur wollte ich nicht schon mit 19 heiraten, dass schien mit einfach zu früh. Aber nach der Schwangerschaft wäre mir keine Alternative geblieben, außer vielleicht das Kind beseitigen, bevor jemand es mitbekommt, aber das hätte ich nicht tun können."

Bella nickte, „Ich möchte dennoch nicht mit dir tauschen. Egal, jetzt erzähl mit, was bei den Weasleys los ist, ich wette du hast dir alles erzählen lassen."

Antea grinste und erzählte ihr von Moodys und Mr. Weasleys Wutausbrüchen.

„Ich kann mir nur zu gut vorstellen, dass du von nun an Moody und die anderen Auroren des Ordens an den Fersen haben dürftest. Du solltest wachsam sein."

„Ich bin immer wachsam, ansonsten hätte ich nicht 17 Jahre verschwinden können. Außerdem werden sie sicher etwas Abstand halten, besonders Moody."

„Ja, du warst immer ein hervorragenden Duellant, aber inzwischen etwas außer Übung.", feixte Bellatrix.

„Wenn ich mich recht entsinne, warst du auch 14 Jahre lang kaltgestellt. Mit lächerlichen Auroren werde ich schon fertig."

„Aber sicher, Cousinchen, wie wäre es mit einem kleinen Duell", forderte Bella und zog unterm Aufstehen ihren Zauberstab.

„Wenn du meinst, aber wir sollten besser in den Garten gehen.", meinte Antea gnädig.

Derweilen in Ginnys Zimmer:

„So, da wären wir.", stellte Hermine fest und führte Ginny in das Zimmer neben ihrem eigenen.

„Das ist echt nett hier, etwas gruselig zwar, aber trotzdem nett."

„Ganz meine Meinung, aber die erste Nacht hab ich geschlafen wie ein Baby, auch wenn ich meinen Allerwertesten darauf verwettet hätte, dass ich vor Alpträumen kein Auge zu bekommen würde."

„Ich hoffe mal ich habe genau so viel Glück." Mit diesen Worten öffnete Ginny ihr kleines Päckchen und vergrößerte ihren Hogwartskoffer, der wie es schien in großer Eile gepackt worden war.

„Oh je so ein Chaos, na ja sie hat zumindest aus, als hätte Mum alles Wichtige eingepackt." Gemeinsam hängten sie Ginnys Kleider in den Schrank und räumten Bücher und Hausaufgaben auf den kleinen Schreibtisch.

„Wir können ja zusammen Hausaufgaben machen, ich habe festgestellt, dass wir hier einige Interessante Bücher haben, die in der Hogwarts-Bücherei fehlen."

„Hier gibt es eine Bibliothek, dann musst du dich hier ja sofort wie zuhause fühlen."

„Sehr witzig, Ginny, aber ja, auch wenn Mum mich vor einigen wirklich üblen Büchern gewarnt hat. Egal ich habe immer noch mehr als genug Lesematerial vor mir."

Ginny nickte und ging zum Fenster um sich die Aussicht an zu sehen. „Der Garten sie auf eine furchteinflößende Weise irgendwie schön aus.", stellte Ginny fest. „Hey, da kommen deine Mutter und Bellatrix, sieht fast so aus als wollten sie sich duellieren, komm mal."

Hermine ließ von Ginnys Zaubertrankbüchern ab und trat zu ihrer Freundin ans Fenster. Sie konnte sehen wie die beiden Frauen sich voreinander verneigte und sich dann in ihre Kampfpositionen begaben. Es dauerte nicht lange, dann flogen auch schon die Zauber und Flüche zwischen den Beiden hin und her. Hermine und Ginny beobachteten fasziniert die schnellen und dennoch beherrschten Bewegungen mit denen die Hexen angriffen und parierten.

Hermine versuchte die einzelnen Flüche zu erkennen, aber abgesehen von einem Stupor und einem wohl nicht sonderlich ernstgemeinten Wabbelbeinfluch erkannte sie keinen. Nicht einmal die Schildzauber kamen ihr bekannt vor, denn sie brauchte kein Meisterduellant sein um zu erkennen, dass die Flüche allesamt mächtig und keine Frage schwarzmagisch waren, sodass sie einen einfachen Protego sicher durchschlugen.

Ginny schien es genauso wie ihr zu gehen, denn sie sagte nach einer Weile „Ich kann gar nicht fassen, dass wir in der Mysteriumsabteilung alle überlebt haben. Die Todesser haben ihren Ball wirklich flach gehalten und ich Idiot habe geglaubt die können nicht mehr. Aber wenn ich mir das so ansehe, ich glaube wir können und glücklich schätzen."

„Ganz deiner Meinung, Gin, ich glaube ich hätte gegen meine Mum keine Chance. Hättest du mich vor zwei Tagen gefragt, ich hätte dir Stein und Bein geschworen, dass ich meiner Mutter mindestens ebenbürtig bin. Schließlich hat sie fast 17 Jahre kaum einen Zauber gebrauchen können."

„Weißt du was mir wirklich Sorgen macht, Hermine? Das hier sind nur zwei Todesser, die beide mehr als ein Jahrzehnt nicht gezaubert haben. Wie soll Harry nur gegen Du-weißt-schon-wen antreten und gewinne?"

„Ich habe keine Ahnung."

Die beiden sahen wie sich die Frauen schließlich wieder verbeugten und sich dann auf den Weg zurück ins Haus machten.

„Was hältst du davon, wenn wir wieder hinunter gehen, Gin?"

„Warum nicht, ich glaube nicht, dass Bellatrix einen von uns angreift, solange deine Mum in Reichweite ist."

Und gemeinsam gingen sie nach unten. Im Salon trafen sie wieder auf die beiden Hexen, die sich jetzt mit einer Tasse Tee und einem Feuerwhisky, in Bellatrix Fall, wieder auf den Sofas bequem gemacht hatten.

„Nanu, schon wieder zurück", bemerkte Antea, als die beiden eintraten. Sie nickten und setzten sich.

Es herrschte einen Moment Schweigen bevor Ginny sich an Bellatrix wandte „ Mrs. Lestrange, ich habe eine Frage."

Bellatrix hob den Kopf und fixierte Ginny mit ihren fast schwarzen Augen, „Was gibt's Kindchen?"

„Wieso haben wir vor drei Monaten überlebt?"

Bellatrix sah einen Moment verwirrt aus, also half Hermine nach. „Im Ministerium. Wir haben euer Duell beobachtet. Wir 6 hätten alle sterben müssen, dennoch haben wir alle überlebt."

Bellatrix lachte, doch dieses Mal nicht ihr verrückte Lachen, sondern sie klang einfach nur amüsiert, „Ich hätte nicht gedacht, dass kleine Gryffindors in der Lage sind einen überlegenen Gegner zu erkennen. Es hat damals auch nicht so gewirkt, Baby Potty, wirkte eher so, als sei er sich seines Sieges schon sicher." Bellatrix gluckste vergnügt. „Im Nachhinein betrachtet hätten wir euch alle umbringen sollen, das wäre am einfachsten gewesen. Man könnte sagen ihr hattet Glück, dass Lucius die Mission geleitet hat, wäre ich es gewesen, dann würdet ihr jetzt die Radieschen von unten anschauen. Ich glaube Lucius nimmt sich sein Amt als Schulrat zu sehr zu Herzen, ‚Lasst bloß die armen Kinderchen ganz'. Allerding um ehrlich zu sein, von Todessern wie Crabbe oder Goyle darf man nicht zu viel verlangen, die sind eher was fürs körperliche. Muggel mit Zauberstäben. Ich glaube ihr habt die Junior-Ausgabe in der Schule. Die Seniores sind auch nicht besser."

Hermine wandte sich ihrer Mutter zu „Mum, was habe ich eigentlich für einen Fluch abbekommen, Madam Pomfrey hat es mir nie gesagt."

„Ich bezweifle auch, dass sie ihn überhaupt erkannt hat. Sie hätte ihn dir wohl nicht einmal sagen können wenn sie gewollt hätte. Der Fluch hat die Inkarnation Intarix Putor, die Bewegung ist wie beim Schlagen einer Peitsche und der Fluch sieht wie ein violetter Flammenschweif aus. Hätte Dolohov den Fluch ausgesprochen, hätte er dir nicht nur die Haut aufgebrochen und deine Rippen zertrümmert, sondern die zusätzlich die Lunge zu Brei zerquetscht. Ein sicherer und sehr schmerzvoller und langwieriger Tod. Man kann also nicht sagen die Todesser hätten nur gespielt."

Hermine lief leicht grün an und auch Ginny wirkte nicht glücklich. „Oh, sympathisch."

Bella grinste schon wieder „Ich glaube deine Tochter ist viel zu zart besaitet, überlass sie mir ein, zwei Tage, ich korrigiere das."

„Äh, danke für das Angebot Bella, aber das mache ich dann lieber selbst."

„Das hoffe ich, ich habe gehört wie sie sich duelliert hat, Girly, Silencio ist kein Zauber für ein Duell, wenn du Dolohov schon nicht töten konntest, dann hättest du ihn wenigstens schocken sollen."

Hermine sah von Bellatrix zu ihrer Mutter, diese sagte, „Damit hat Bella allerdings Recht, das nächste Mal kann dich so ein fataler Fehler wirklich das Leben kosten. Hogwarts geht wirklich vor die Hunde, wenn sie Fünftklässlern nicht einmal mehr die Grundkenntnisse im Duellieren beibringen."

„Wir hatten einen Duellier-Club in meinem zweiten Jahr mit Lockhart und Snape.", erwiderte Hermine.

„Gilderoy Lockhart? Diese Trottel, der keinen Schockzauber von einem Lähmzauber unterscheiden kann. Ich frage mich bis heute was Dumbledore dazu bewegt haben könnte ihn einzustellen, ich meine jeder dahergelaufenen Zauberer von der Straße wäre besser gewesen."

„Oh ja, ich erinnere mich an ihn", grinste Bella „Dummer kleiner Hufflepuff, der immer an uns drangehangen ist."

„Und letztes Jahr durften wir überhaupt keine Zauber üben, nur Theorie in Verteidigung gegen die Dunklen Künste.", ergänzte Ginny und zog ein Gesicht „Mit Dolores Umbridge, der rosa Riesenkröte."

„Umbridge, ist das nicht diese Ministeriumshexe", erkundigte sich Bellatrix „Die war bei meinem Tribunal und hat sich wichtig gemacht, ist immerzu um Crouch herumgeschwänzelt." Bellatrix trank ihr Feuerwhisky aus und stellte ihr Glas ab.

Hermine starrte einen Moment ins Feuer, fuhr aber hoch, als sowohl Bellatrix, als auch ihre Antea zusammenzuckte. Hermine beobachtete wie Bella überglücklich über ihren linken Arm fuhr, während Antea etwas griesgrämig dreinschaute. Beide Frauen standen auf und vollführten eine kurze Bewegung mit ihrem Zauberstab. Gleichdarauf hatten sie die schwarzen langen Todesserroben und die zugehörigen Masken in der Hand.

„Hermine, ich möchte, dass ihr Abendesst und dann in schlafen geht, verlasst auf keinen Fall Haus oder Grundstück, denn hier seit ihr sicher, denn niemand außer unserer Familie kommt uneingeladen durch die Banne. Wartet auch nicht bis ich zurückkomme."

Bellatrix hatte sich ihre Robe bereits übergeworfen und die Maske aufgesetzt und wartete jetzt ungeduldig auf Antea. Diese gab ihrer erschrockenen Tochter schnell einen Kuss, schlüpfte dann ebenfalls in Umhang und Maske und folgte Bella aus dem Raum. Und ließen zwei sehr schockierte Teenager zurück.