5. Bewegungslos nach Askaban
Dieses Mal erwartete Potter ihn überraschend in der Küche, und nicht komplett abgeschottet in dem abgelegenen Kabuff von gestern.
Natürlich konnte er es dem Goldjungen der Zauberwelt nicht verübeln. Potter hatte sich in den vergangenen Jahren zur perfekten Zielscheibe gemausert. Schlussendlich vor allem, weil nach und nach immer mehr namenhafte und begabte Magier der hellen Seite fielen und ihn mehr oder weniger schutzlos zurückließen.
Dumbledores Tod war nur der Anfang gewesen. Dich gefolgt von Snapes und Moodys vor einigen Jahren.
Während er sich am Tisch niederließ, versuchte er einen Blick nach draußen zu erhaschen. Doch die kleine Weasley stellte sich ihm mit kaltem Gesichtsausdruck in den Weg.
„Denk nicht einmal daran", flüsterte sie.
Draco hob lachend eine Augenbraue. „Woran? An das Wetter? Die frische Luft da draußen?"
„Du kannst diesen Ort nicht lokalisieren. Er ist verdammt gut geschützt", mischte sich nun auch Potter ein. Dabei sah er von der Morgenzeitung auf: Dem Tagespropheten.
„Das hast du über den Grimmauldplatz sicher auch behauptet", gab der Blonde herausfordernd zurück, entschied aber dazu unauffällig einzulenken, als sich die Mienen aller Beteiligten verfinsterten. „Wie gut also, dass ich nicht vorhabe diesen Ort zu lokalisieren."
Potter hob ebenfalls die Augenbraue an, bevorzugte es aber scheinbar zu schweigen.
Granger riss sie alle aus der Stille, indem sie polternd ins Zimmer taumelte. Scheinbar war sie über die Stufe am Eingang gestolpert und sah in einem Haufen Bücher stehend gerade so jämmerlich aus, dass er einen Moment lachen musste.
Mit einem strafenden Blick beugte sie sich zu den Büchern und hievte sie neben sich auf das Tischende. Alle Beteiligten sahen ihr dabei zu, bis Ginevra Weasley schließlich zu ihr rüber schlich und sich zu ihr auf den Boden hockte.
„Irgendwelche interessanten Themen im Propheten Potter?", fragte Draco schließlich und ignorierte die beiden Frauen, die nur wenige Meter neben ihm auf dem Boden hockten.
„Was verstehst du unter interessant, Malfoy?"
„Natürlich keine Anschläge oder dergleichen. Schließlich gab es seit vorgestern keine und auch wir.", er stockte, war über seine Wortwahl eine Sekunde tatsächlich überrascht. Dann räusperte er sich und fuhr fort. „Auch Voldemorts Reihen müssen sich von dem vorgestrigen Schlag erholen. Der nächste wird am nächsten Donnerstag stattfinden. Ziel werden Calaido McGries und ihr heimlicher Verlobter Steven Harres sein."
McGies war eine Überläuferin. Doch nicht nur dass, sie hatte sich mit einem Schlammblut eingelassen. Wahrscheinlich war dies der Grund ihres Entschlusses. McGies und der Orden waren ganz offensichtlich ahnungslos, dass Voldemort ihr Verrat bereits seit Monaten bekannt war.
Potter hob überrascht die Augenbraue. Natürlich.
Er hatte ihnen nicht mit einem Schlag die besten Informationen gegeben; viele davon sollte er selber nicht einmal wissen, was sie besonders interessant machte. Denn egal was passieren würde, Voldemort würde diesbezüglich nicht allzu schnell Planänderungen einführen. Diese Informationen jetzt und einfach so herauszuplaudern, wäre also langweilig und wenig produktiv. Er würde ihnen seine Trümpfe erst auf den Tisch spucken, wenn er sich sicher war.
Ja, wenn er sich was sicher war?
Er wusste es nicht.
„Callie und Steven sind durch-", begann Potter langsam.
„Durch 12 Auroren geschützt. Weil Callie in der..", er überlegte kurz. „14 Woche schwanger ist."
Ginny richtete sich mit großen Augen neben dem Tisch auf, stützte sich währenddessen an der Kante ab. Granger tat es ihr mit entrüsteter Miene gleich.
„Harry, wir müssen-", begann das weibliche Wiesel mit großen Augen.
Doch wieder einmal spielte Draco einen Trumpf aus und fiel jemandem in dieser erbärmlichen Runde ins Wort. „Sie warnen, Weasley? Vollkommen unvorbereitet in die Höhle des Löwen einrennen und die Todesser aufschrecken, die ihr bereits seit Wochen auf Schritt und Tritt folgen?"
Stille.
Er lehnte sich zufrieden grinsend vor. „Das ist euer Problem Potter. Sind Dumbledores Worte wirklich spurlos an dir abgeperlt?"
Potter zog die Stirn kraus, lehnte sich zurück und verschränkte abwehrend die Arme vor der Brust.
Draco fuhr fort. „Es ist mir ein Rätsel, wie ihr es immer wieder schafft nackt in Troja einzufallen und dieses gigantisch große Pferd draußen zu vergessen."
Ein Grinsen umspielte seine Lippen, als er sich die Metapher zur Hilfe holte, die er früher so oft mit Zabini spottend genutzt hatte. Als sie noch jünger und naiver gewesen waren. Als es ihn tatsächlich noch amüsiert hatte, Potter und seine Leute scheitern zu sehen.
„Was schlägst du also vor? Hast du einen Plan?"
„Natürlich habe ich einen Plan, Potter. Glaubst du ich wäre noch so verdammt lebendig, wenn ich keinen hätte?", gab Draco bitter lachend zurück.
„Wie sah denn dein Plan vor 12 Stunden aus, Malfoy? Wo wir gerade von verdammt lebendig sprechen", warf Wiesel gehässig ein.
Seine Hand verkrampfte sich, er ließ die Fingernägel geräuschvoll über das Holz fahren.
„Ron", meldete sich Potter zu Wort und ließ sich vor fallen. Mit müden Augen stützte er sich am Tisch ab und blätterte lieblos die erste Seite des Tagespropheten um. „Das bringt uns gerade alles andere als weiter."
Wiesel verstummte, seine Miene verwandelte sich in Stein.
Draco blieb matt. Das hier war alles andere als befriedigend. Doch sollte es das nicht sein?
Weasleys dummes Gesicht zu sehen, weil sein heiliger Freund ihn zurechtgestutzt hatte.
Nein, war es nicht.
Also zog er vor, es zu ignorieren.
„Sie werden sich nächsten Donnerstag um genau 23.45 Uhr auf den Maisfeldern, südlich von McGries Anwesen, formieren. Alle. Dort werden sie sich zehn Minuten lang absprechen um sich auf den nächsten Schritt vorzubereiten. Sie werden um Punkt 0 Uhr das Haus stürmen. Keine Sekunde eher, aber auch nicht später."
Potter sah ihn fragend an. „Wir haben also fünfzehn Minuten, um Callie und Steve da unbemerkt raus zu holen?"
Draco nickte. Potter war scheinbar doch intelligenter, als er gedacht hatte.
„Und dann werden wir diesen Scheißkerlen den Arsch versohlen", schnaubte Wiesel neben ihm aufgebracht und schlug so heftig auf den Tisch, dass seine Schwester und Granger zusammen zuckten.
Wiesel war scheinbar eher weniger intelligent, als er erwartet hatte.
„Oder auch: Sie werden euch den Arsch versohlen. So, wie sie es die letzten Male auch getan haben", schnappte Draco.
Der Rotschopf taxierte ihn mit einem strafenden Seitenblick. „Du willst sagen, wie du es getan hast, Malfoy."
Draco lehnte sich heiser lachend zurück. „Merlin, Weasley."
„Merlin, Weasley? Ich gib dir gleich, Merlin Weasley!"
„Verdammt, nutze deinen Kopf Wiesel. Nur dieses eine Mal. Ihr habt die Chance zwei wichtige Mitspieler zu retten. Also rettet diese zwei, anstatt acht andere vollkommen grundlos zu opfern."
„Das ist also dein Plan?" Ein gehässiges Lachen entwischte die Kehle des vermaledeiten Dreckfängers.
Draco lehnte sich wieder etwas vor. „Jawohl. Fürs Erste ist er das. Ihnen so oft dazwischenfunken, wie nur möglich. Bevor der Dunkle Lord ausrastet und zum finalen Gegenschlag ausholt. Und DANN, nur dann solltet ihr bereit sein ihnen den Arsch zu versohlen. Weil ihr es schaffen könntet vorerst 24 eurer Leute zu retten. Ohne dabei gleich 48 zu verlieren."
Schweigen. Sie sahen ihn an, als hätte er ihnen gerade den heiligen Gral präsentiert.
„24 unserer Leute stehen auf eurer Abschussliste?", meldete sich dann schließlich Ginevra Weasley zu Wort.
Er blickte auf, bedachte sie mit einem strafenden Blick „Wenn wir vom nächsten Monat sprechen ja."
Potter regte sich. „Wie viele insgesamt?"
128 in den kommenden sechs Monaten. All die Muggel und Schlammblüter ausgeschlossen, die sie immer wieder als kleine Warnungen ins Jenseits schickten.
Doch er zog einfach nur eine feingeschwungene Augenbraue hoch. „Eins nach dem anderen Potter. Nur so kommt ihr ans Ziel."
Wiesel schrie regelrecht wütend auf. „Das ist alles? Glaubst du wirklich, das ist genug?"
Ein Grinsen. „Natürlich Wiesel. Es ist mehr als ihr ohne mich haben würdet."
„Wir brauchen Namen. Als.", das weibliche Wiesel ließ sich neben dem Goldjungen auf einen der Stühle fallen. „.Absicherung. Anhaltpunkt."
Granger stand sprachlos neben ihm. Und er musterte sie, bis sie mit skeptischer Miene zur Anrichte zurücktrat. Dann sah er Potter und seine Liebste, es war nach wie vor offensichtlich, an. „Nächste Woche McGries. Übernächste Woche euer Knotenpunkt in Essex, und mit euren Leuten dort auch Aberdean und Sushest. Am letzten Samstag des Monats werden sie dann euren Einfallversuch in Madlock Manor vereiteln."
„Woher?", fragte Potter überrascht.
Draco schüttelte erneut grinsend den Kopf. Er brauchte gar nicht aussprechen, was er dachte. Sie alle wussten es auch so.
-v-
Harry rieb sich sichtlich angestrengt die Stirn. Sie starrte benommen ins Leere. Das waren so viele Informationen und doch so entsetzlich wenige in einem. Obwohl es mehr war, als sie seit langem bekommen hatten.
Ein Blick auf Malfoy sagte ihr jedoch, dass er noch nicht einmal wirklich angefangen hatte zu plaudern. Aber dafür war er ja eigentlich hier. Was ging also in seinem Kopf vor?
„Du wirst uns zur Seite stehen. Bei jedem einzelnen Einsatz", knurrte der Schwarzhaarige schließlich überraschend.
„Harry, das ist Wahnsinn", warf sie ein.
Wenn es sich hier um eine Falle handelte, war das eine denkbar schlechte Idee. Dann sollten sie Malfoy doch bestmöglich wegschließen, so dass nichts nach Außen sickern konnte.
Einen Moment sah der Schwarzhaarige sie an. Bestätigend. Er wusste worauf sie hinauswollte und dennoch sagte sein Blick aus, dass er diese Sache sehr wohl überdacht hatte. Also nickte sie und folgte seinem Blick zurück zum Blonden, der nun die Arme vor der Brust verschränkt hatte und sie teilweise amüsiert und auch interessiert zugleich musterte.
„Wir werden dich tarnen und es dir mittels Inkognito-Verdo-Zauber unmöglich machen dich deinen Leuten zu zeigen oder anzuvertrauen. Du wirst - in ihren Augen - einer von uns sein, Malfoy", sagte Harry.
Der Angesprochene regte sich kaum. Das einzige, was einen Funken Regung zeigte, war sein Gesicht. Dabei funkelten seine Augen spöttisch. Die Corona war von hier aus noch nicht zu erkennen.
„Euer Misstrauen ist wahrhaftig amüsant", knurrte er dann, schien aber zuzustimmen.
„Du scheinst hier etwas nicht kapiert zu haben, Malfoy. Du wirst keine Chance haben mit ihnen krumme Dinger zu drehen. Außer du hast sie bereits im Voraus geplant. Und dann wird dein Arsch ebenfalls dran glauben müssen", fauchte Ron.
„Wiesel, du scheinst nicht verstanden zu haben, dass hier nicht alle als Kleinkind auf den Kopf gefallen sind. Ich habe sehr wohl kapiert", gab der Blonde überheblich zurück und Rons Halsschlagader begann zu pochen.
„Ron", flüsterte sie und trat langsam um den Tisch herum. Hinter ihm kam sie schließlich zum Stehen und legte ihm beruhigend die Hand auf die Schulter.
Ihr bester Freund entspannte sich unter ihrem Griff etwas. Dann richtete er sich schnaubend auf und schoss um den Tisch herum. Vor der Anrichte blieb er stehen, riss wahllos einige Schränke auf.
„Was machst du?", fragte sie den Rothaarigen, während einen Moment alle Augen auf ihm lagen.
Sogar Malfoy runzelte die Stirn.
„Ich habe Hunger. Ich mache mir Pfannkuchen", warf er zornig über seine Schulter hinweg, zog geräuschvoll einen Teller aus dem Stapel im Schrank. Natürlich griff er sich einen der unteren und brachte den buntgemischten Tellerturm beängstigend zum Schwanken.
Hektisch sprang sie auf, nahm die Kurve um Malfoy so eng, dass ihre Schulter ihn nicht nur streifte, sondern der Aufprall ihn gegen die Tischkante warf. Er bedachte sie mit einem Funkeln, das sie jedoch nicht bemerkte.
Direkt hinter Ron, der gerade hektisch eine Rührschüssel aus dem Schrank zog, kam sie zum Stehen. Dabei kam ihnen die Hälfte des Inhaltes entgegen. Gott sei Dank bestand dieser größtenteils aus Plastikwaren und nichts ging zu Bruch.
„Eine Sache noch, Malfoy. Bevor wir zu dir kommen", hörte sie Harry hörbar irritiert sagen.
Einen Augenblick streichelte sie Ron beruhigend über den Rücken, warf dem Tumult am Tisch jedoch immer wieder verstohlene Seitenblicke zu.
„Lass mich das machen", wisperte sie ihm zu und versuchte die Schüssel aus seinen verkrampften Fingern zu lösen.
„Ich kann das auch selber", knurrte Ron und versuchte sie beiseite zu drängen.
„Die wäre?", entgegnete Malfoy im Hintergrund und sie sah, wie sich der Rothaarige neben ihr verkrampfte.
„Ich fasse es nicht", flüsterte Ron und trat beiseite.
Mione nahm die Schüssel nickend an sich. „Wir haben keine andere Wahl. Du hast gehört, was er uns bieten kann."
Mit hektischen Bewegungen holte sie Mehl und Zucker aus dem Hängeschrank über dem rustikalen Herd.
Ron sah ihr schweigend dabei zu.
„Wir wollen Winters. Es ist uns egal wie du es anstellst, aber wir wollen sie."
Sie verharrte einen Moment, lauschte etwas angestrengter.
Abigail Winters war, direkt nach Malfoy, wohl Voldemorts bester Mann. Die 27-Jährige war an Grausamkeit und Gewitztheit kaum zu überbieten und mehrere Male waren sie bei dem Versuch sie aus dem Weg zu schaffen gescheitert. Fünfmal war sie vor der Festnahme entkommen, zweimal danach.
Beim letzten Mal hatte sie Moody überwältigt.
Hinter ihr lachte Malfoy höhnisch auf. „DAS wird kein Zuckerschlecken, Potter. Abigail ist verdammt."
„Blutrünstig und geistesgestört?", schnarrte Ron über seine Schulter hinweg.
„Ja, das auch", antwortete der Blonde herablassend. „Ich wollte aber eher auf ihre äußerst flinken und geschickten Charakterzüge hinaus. Abi ist immer die erste die kommt und geht. Und dabei geht sie über sämtliche Leichen. Ich denke, letztendlich wäre noch nicht einmal der Dunkle Lord vor ihr sicher."
„Das macht sie angreifbar", sagte Harry.
Sie stellte die Pfanne auf den Herd und erhitzte etwas Butter darin.
Malfoy lachte. „Das macht sie vor allem unberechenbar und gefährlich, Potter."
„Bist du dabei?"
„Natürlich."
Unkonzentriert mischte sie das Mehl mit dem Zucker und holte die Packung Eier aus dem Kühlschrank ohne hinein zu sehen. Zweimal verfehlte sie die Packung. Schließlich zerschlug sie abwesend zwei Eier im Mehl und goss etwas Milch dazu. Anschließend verrührte sie alles mit einem gewöhnlichen Rührbesen. Ihre Bewegungen waren dabei so hektisch wie ihr Blick, der immer wieder zwischen dem Herd und dem Tumult am Tisch hin und her sprang.
„Dann kommen wir jetzt zum meinem Plan", fuhr Harry fort.
Malfoy rutschte deutlich hörbar mit dem Stuhl über den Steinboden und stützte sich mit den Ellenbogen auf den Tisch. Sein Kinn legte er in seine Hände und drückte den Rücken perfekt durch.
„Heute Morgen haben unsere Leute beim Ministerium eine Pressemitteilung rausgegeben. In dieser steht, dass wir dich vorgestern nach dem Überfall auf.", Harry stockte, ließ die genaue Beschreibung des Ortes, an dem vor noch nicht einmal 48 Stunden so viele Menschen gestorben waren aus.
„Stellen konnten", beendete Malfoy den Satz.
Kurzes Schweigen. Vielleicht nickte Harry auch unbemerkt. Denn kurze Zeit später fuhr er fort.
„Momentan bist du also auf dem Weg nach Askaban. Ende nächster Woche, werden wir dann bekannt geben, dass du in den nächsten Tagen den Kuss des Dementoren erhalten wirst."
„Ich bin gerade auf dem Weg?", fragte Malfoy scheinbar interessiert. Vielleicht auch leicht amüsiert, sie konnte es nicht deuten.
Mione goss den Teig in die brutzelnde Pfanne und drehte sich um.
Dennoch konnte sie Harry grinsen hören, als er weitersprach. „Es brauchte nur Vielsafttrank und einen unserer Leute."
„Ich war gestern Abend so frei", sagte Ginny.
Mione schaute gerade noch rechtzeitig über ihre Schulter, um zu sehen wie ihre Freundin Malfoy mit den Fingern eine Schere andeutete.
Der Blonde schenkte ihr ein anerkennendes Grinsen. Zeitgleich betastete er sich jedoch prüfend den Hinterkopf. Mione tat es ihm mit einem Blick gleich, aber da war nichts zu sehen. Ginny war offensichtlich geschickt oder vorsichtig gewesen.
„Das ist gut, für das Goldene.", er stockte, ließ seinen Blick über sie alle wandern. „Quartett?"
Harry lachte auf. „Du wirst noch staunen, Malfoy."
„Ja, da wette ich drauf. Aber, habt ihr auch mit meiner Mutter gewettet?"
„Natürlich haben wir das. Aber die Beweislast ist einfach zu erdrückend."
Beide Männer lachten und es war merkwürdig sie so zu sehen. Gemeinsam.
Malfoy hustete, lehnte sich wieder etwas im Stuhl zurück.
„Harry, habt ihr einen Moment für mich und." „Zabini", beendete Mione im Stillen den Satz. Doch natürlich verstummte Neville, als er Malfoy am Tisch erblickte.
Lupin stand dicht hinter ihm in der Tür und warf Harry einen auffordernden Blick zu. Natürlich. Immerhin hatte Zabini, als aktiver Überläufer, nicht alle Zeit der Welt.
„Natürlich." Harry, Ginny und Ron richteten sich langsam auf.
„Wir reden später weiter, Malfoy", sagte der Schwarzhaarige an den Blonden gewand, der ihnen nickend hinterher sah.
„Bleibst du einen Augenblick bei ihm?", fragte er dann an sie gewandt.
Sie sah von der Pfanne auf und nickte.
„Hey, was ist mit deinen Pfannekuchen?", warf sie Ron in den Flur hinterher.
Ron wandte sich kurz um. „Gib sie dem Hund", schnarrte er dann grinsend und folgte den anderen.
Ließ sie mit ihm zurück.
Unbehaglich linste sie über ihre Schulter hinweg, während sie die Teigscheibe langsam und bedacht in der Pfanne von beiden Seiten gleichmäßig bräunte.
Malfoy erhob sich hinter ihr von seinem Stuhl und sie zuckte etwas zusammen. Doch er beugte sich nur vor und angelte nach dem zurückgeblieben Tagespropheten.
„Magst du Pfannkuchen?", fragte sie, um das Schweigen zu brechen.
Er ließ sich nahezu geräuschlos wieder auf den Stuhl sinken, sah sie mit gerunzelter Stirn an. „Nein."
„Du solltest aber etwas essen."
„Wirst du es mir denn auch prachtvoll auf dem Boden und in einem goldenen Napf servieren?" Seine Stimme überschlug sich vor Spott. Er hatte die Zeitung unter sich ausgebreitet und studierte sie feinsäuberlich.
Sie lachte bitter, lud den Pfannekuchen auf den bereitgestellten Teller. Dann zog sie die Schublade auf, musterte einen Moment die Messer und Gabeln im Inneren. Schließlich holte sie nur eine Gabel hervor und stellte beides neben ihm ab.
„Nein, werde ich nicht", zischte sie dabei und drehte sich erneut zur Anrichte um.
Komischerweise war es nicht so schlimm mit ihm allein zu sein, wie sie befürchtet hatte.
Mit wenigen Handgriffen hatte sie einen Kessel mit Wasser gefüllt und zwei Tassen aus dem Schrank geholt.
„Möchtest du Tee?", fragte sie dann.
Hinter ihr hörte sie die Gabel auf dem Teller klappern. Er antwortete nicht direkt, also wandte sie sich um. Wie erwartet, kaute er langsam und bedacht, sah sie an. Seinen Gesichtsausdruck konnte sie jedoch nicht wirklich deuten. Also nahm sie es als ja und zog zwei Teebeutel aus dem Teekästchen neben den Herdplatten.
„Wir haben leider nur Teebeutel", fuhr sie fort.
Er sah sie schweigend an, nahm einen weiteren Bissen und kaute langsam. Sein Mund blieb dabei peinlich verschlossen. Erst als er geschluckt hatte, begann er zu sprechen.
„Earl Grey, mit einem Schuss Zitrone und Honig", sagte er dann grinsend und bedachte sie mit einem Blick, der ihr einen Schauer über den Rücken jagte.
Mione legte irritiert die Stirn in Falten. Genau so trank sie ihren Tee.
Sie schluckte, erstarrte mitten in der Bewegung.
„Wir haben keinen Honig mehr." Ihre Hand hatte sich um den Kessel verkrampft, den sie gerade von der Herdplatte angehoben hatte.
„Ich trinke ihn eh gut durchgezogen und ohne alles." Seine Stimme war nicht mehr als ein gehässiges Wispern, während er die Zeitung aufnahm und geräuschvoll umblätterte.
Vorschau:
„Du bringst mir also Manieren bei, Flohbeutel?", entgegnete er höhnisch.
„Eine interessante Wortwahl hast du da. Du, der in einigen Wochen wahrscheinlich selber von Flöhen befallen sein wird. Oder von Würmern zerfressen."
„Ist das also ein Bekenntnis? Stehst du endlich zu deinen kleinen Mitbewohnern?"
Wiesel zuckte erneut wütend zusammen.
„Ron, reiß dich zusammen", schnappte das Schlammblut. „Er reizt dich absichtlich. Siehst du das denn nicht?"
„Granger, Wiesel sieht die Erkenntnis nicht einmal, wenn sie sich ihm nackt ins Gesicht setzt", spottete er.
Huhu. Na, ratet mal, wer hier ist. ;) Der gute Zwilling. *lach*
Da ich bei Dark in den letzten Wochen so gut vorankam, dachte ich mir, ich teile ein Außer-Plan-Chap mit euch. Und da ich heute wirklich den ganzen Tag unterwegs war, und entsprechend fertig bin, wird das hier etwas kürzer als sonst.
Danke an meine kreativen Beistand-Mädels (Fränzi, India und Mean) und danke an alle Reviewer. *knuddel* Und an alle die, die Stilllesen. Natürlich gilt mein Dank auch euch, aber ich würde mich über eine klitze-kleine Rev wirklich wie ein Schneekönig freuen. :) Und falls nicht, mache ich Draco zum Undog und lasse Mione Ron heiraten! So. *laut lach* Na, das war jetzt natürlich nur Spaß. Aber, fordert mich, aka meinem bösen Zwilling, nicht heraus. ;)
Kurze Reviewtime:
HexenLady: Draco tot, als Undog oder gar als Lamia? Ich denke, diese Anspielung/Frage habe ich via PM ja bereits beantwortet/erläutert/zerschlagen. ;) *lach* Und ich denke, ich habe die FF gefunden. Anastasia Grey und Severus? Ich werde es mir auf jeden Fall mal anschauen. Dank für den Tipp. :)
Stroiner: Ich hoffe im positiven Sinne (bzgl. Der Überraschungen. ;)). Und es freut mich, dass dir die Darstellung gefallen hat. In Dracos Darstellung gehe ich in dieser Story wirklich sehr auf. Er hat es/und ist auch nicht einfach, was das Schreiben ebenfalls kompliziert macht. Aber, eben ziemlich spannend, was sich hoffentlich auch auf die Story abfärben wird. *lach*
Lalilu: Danke.. Und ich hoffe, du bleibst auch weiterhin dabei und findest es super. Ich werde mir Mühe geben. ;)
Die-na: Nein, das tue ich eindeutig nicht. *lach* Sie werden war? Meinst du warm? Ja, warm wird vor allem sehr bald Draco werden.. Und zwar im - äh. verrate ich nicht. -Chapter. *hihi* ;)
