„Erinnerungen des Krieges"
Übersetzung der Geschichte „Memories of War" von Hypnobarb.
Disclaimer: Alles gehört JKR, bis auf diese Übersetzung. Die gehört mir, aber ich verdiene kein Geld damit!
Überraschung! Ein neues Kapitel dieser Geschichte. Leider muss ich auch gleich dazu sagen, dass ich nicht weiß, wann Hypnobarb das nächste Kapitel online stellen wird. Es könnte wieder sehr lange dauern…
Ich wünsche euch allen trotzdem viel Spaß beim Lesen!
6. Kapitel:
November 2002
„Permanente Verwandlung von Objekten tritt ohne weiteres auf, wenn das Ausgangsobjekt und das Zielobjekt aus ähnlichem Material bestehen. Man kann zum Beispiel einen Eichenholzstuhl in einen Eichenholztisch verwandeln und er wird so bleiben, bis er zurückverwandelt wird. Ein Eichenholztisch kann in einen Walnussholztisch verwandelt werden und wird so bleiben, bis er zurückverwandelt wird. Ein Stuhl aus Eichenholz kann in einen Stahlstuhl verwandelt werden und so für Monate verbleiben, aber er wird sich unausweichlich in sein Ausgangsmaterial verwandeln, wenn nicht spezielle Zauber verwendet werden. Die nächste Lektion, die wir durchnehmen werden, wird Beständigkeit zu euren Verwandlungen von leblosen Objekten in gänzlich anderes Material ergänzen."
Hermine steht vor der Klasse. Die Verwandlungsklasse im fünften Schuljahr geht zu der Art von Verwandlung über, die für gewöhnlich von Zaubererarchitekten angewendet wird, wenn sie permanente Veränderungen an Gebäuden vornehmen. Bevor sie fertig sein werden, würde die Klasse in die Verwandlungen Arithmantik und komplexe Zauber einbauen.
Im hinteren Teil des Klassenraumes erklingt ein Geräusch. Wie es scheint, versuchte Mr. Flynn Miss Wickham zu unterhalten, in dem er Bertie Botts Bohnen aller Geschmacksrichtungen nach einander in ihren Mund schweben ließ. Eine der Bohnen fiel und schlug auf dem Boden mit einem erstaunlich lauten ping auf.
„Mr. Flynn, das macht zwanzig Punkte von Hufflepuff. Miss Wickham, zwanzig Punkte Abzug von Ravenclaw. Ich denke, Sie beide werden einplanen, Aufsätze für mich über die richtige Zeit und den richtigen Ort fürs Flirten zu schreiben?"
Flynn wird knallrot und Wickham kaut schnell, um die Beweise zu vernichten. Hermine dreht sich für einen Moment mit dem Rücken zur Klasse, um zum Podium zurückzukehren. Es dient auch dazu, das amüsierte Grinsen auf ihrem Gesicht zu verbergen.
„Baron?", ruft Hermine als sie vor dem Eingang zum Slytherin Gemeinschaftsraum steht. Er befindet sich in einer Nische in den Kellern neben der Statue von Merriwyn, der Albernen.
„Hallo, Professor Granger", sagt Merriwyn. Ihre Stimme ist erstaunlich hoch und piepsig für eine Marmorstatue. Hermine hatte immer gedacht, dass Marmorstatuen tiefere Stimmen haben sollten.
„Guten Tag, Merriwyn", erwidert Hermine. „Ich suche den Baron. Haben Sie ihn kürzlich gesehen?"
„Er hat eine Nachricht hinterlassen, dass er Sie in Ihren Räumlichkeiten treffen wird", sagt Merriwyn. „Er wurde gerufen, um Peeves aus der Bibliothek zu verscheuchen, bevor Madame Pince ohnmächtig und selbst ein Geist wird."
„Ich hoffe, der Baron ist bei Peeves erfolgreich", sagt Hermine kopfschüttelnd. „Er zerstört besser nichts in der Bibliothek oder ich werde mich auch um ihn kümmern."
„Er ist wirklich respektlos", stimmt Merriwyn zu.
Hermine dreht sich wieder zum Gang und läuft in die Richtung des Gryffindorturms. Bill und Fleurs Wohnung liegt in der Nähe des Turms, mit dem Eingang direkt hinter einem Wandteppich von St. George, wie er den Drachen tötet. Sie klopft an die Tür, wartet bis eine ziemlich angespannte Fleur öffnet und sie herein bittet.
Verschwunden ist die modisch gekleidete, flirtende Fleur, die mit dem feschen, gutaussehenden Bill Weasley ausgegangen war. An ihrer Stelle befindet sich eine gestresst aussehende Mutter eines kleinen Jungen, der unfähig ist zu gehen.
Der junge Fred Weasley hat zwei Geschwindigkeiten – laufen und rennen so schnell ihn seine kleinen Füße tragen würden. Fleur und Bill mussten die Möbel und Wände mit Abfederungszauber belegen, um Fred davor zu bewahren, ständig in Dinge hineinzulaufen und seinen Kopf zu stoßen. Er liebt es außerdem zu klettern und ist fähig, sich an der Rückenlehne des Sofas oder eines Stuhls blitzschnell hochzuziehen.
Niemand konnte erklären, wie er auf die dritte Ablage des Bücherregals hochgekommen war, wo ihn Bill sitzend vorgefunden hatte, fröhlich Seiten aus einem Lateinwörterbuch herausreißend.
Sobald Hermine das Wohnzimmer betritt, werden ihre Beine von einem sehr aufgeregten kleinen Jungen gepackt, der ‚Mee Mee' ruft. Sie ist sich nicht sicher, wie sie zu „Mee Mee" geworden war, aber wenn Minerva „Lala" genannt wurde…
Hermine ergreift Fred unter seinen Armen und hebt ihn hoch. Er begrüßt sie mit einem sehr nassen Babykuss. Das ist sein neuestes Vergnügen. Jeder, der in die Reichweite von Fred kommt, erhält nasse Küsse. Sogar Krummbein hatte gelernt, Abstand zu halten.
„Du liebe Güte, Fred. Du wirst so groß", sagt Hermine, als sie ihn ein paar Mal hoch wirft, begleitet von seinem aufgeregten Lachen. Sie lächelt und sieht ihn liebevoll an. Sie schaut mitfühlend zu Fleur. „Du siehst erschöpft aus." Sie sieht es nicht für notwendig an zu ergänzen, dass sich, wie es scheint, Essensreste auf der Vorderseite ihres T-Shirts befinden.
„Isch denke, mein Sohn hat bereits apparieren gelernt", erwidert sie. „Isch habe ihn für ein Nickerchen in seine Krippe gelegt, drehe misch um und hier ist er." Fleur schiebt eine Strähne ihres blonden Haares aus ihrer Stirn zurück. „Isch werde Hemmzauber über die Krippe legen, wenn er nischt ruhiger wird."
„Du bist wohl ein kleiner Kletterer?", lacht Hermine. „Soll ich ihn für dich hinlegen?"
„Mach nur", sagt Fleur, als sie sich ohne Anmut aufs Sofa fallen lässt. „Isch wäre unendlisch dankbar, wenn du es schaffen könntest, dass er dort bleibt."
Hermine trägt Fred zurück in sein Schlafzimmer. Sie will ihn in sein Kinderbettchen legen, als er „Nein, nein, nein. Hoch!" sagt.
Sie muss kichern. „Du bist so stur und so voller Streiche wie dein Onkel Fred es immer war."
Hermine schnappt sich Freds Lieblingsstofftierniffler, den, von dem sie weiß, dass er gern damit schläft. Sie setzt sich mit ihm in den Schaukelstuhl. Er knuddelt den Niffler und nuckelt an seinem Daumen, während Hermine mit ihm schaukelt. Sie bemerkt, wie Fleur nach ihnen beiden sieht. Ungefähr fünfzehn Minuten später ist Fred eingeschlafen. Hermine trägt ihn zur Wiege und legt ihn hinein.
„Du bist ein Lebensretter, Hermine", sagt Fleur. „Isch hatte darüber nachgedacht, von Zuhause wegzulaufen, als du kamst."
„Ich verstehe nicht, woher du die Energie nimmst, mit ihm Schritt zu halten", sagt Hermine.
„Das trifft es genau. Isch besitze nischt die Energie, mit ihm Schritt zu halten", stöhnt sie. „Weasley Babys sollten mit Warnhinweisen auf die Welt kommen."
„Ich habe keine Ahnung, wie Molly es geschafft hat, all diese Jungen aufzuziehen, vor allem die Zwillinge."
„Wenn isch es wäre, würde isch misch betrinken. Gott sei Dank hat Bill keine Illusionen über die Größe unserer Familie", entgegnet Fleur, als die beiden sich auf das Sofa setzen. „Hast du die Hochzeitseinladung erhalten?"
„Ja", antwortet Hermine. „Ich bin froh, dass Percy und seine Familie sich wieder verstehen."
„Wirst du jemanden mitbringen?"
„Das wäre heikel", sagt Hermine kopfschüttelnd. „Ich bin Rons Witwe, soweit es Molly und Arthur betrifft. Es könnte Molly aufregen und ich möchte ihr den Tag nicht vermiesen."
„Du lebst wie eine Nonne."
„Also, sieh dich mal um, Fleur", lacht Hermine. „Die letzte gute Partie hast du bekommen."
„Habe isch, nicht wahr?", sagt Fleur und stimmt ins Lachen mit ein. „Was ist mit Oliver Wood?"
„Wir sind zwei Mal ausgegangen und er hat die Story unserer zwei Verabredungen an die Hexenwoche verkauft", entgegnet Hermine ziemlich verärgert. „Wenigstens hat er nicht angedeutet, dass wir intim waren. Zu der Zeit als ich mit dem Diplomaten aus dem Deutschen Zaubereiministerium ausgegangen bin, hat der damit geprahlt, wir hätten was mit einander, und ich kann dir Brief und Siegel geben, dass er nicht mal zum Fummeln gekommen ist, weil ich die Verabredung vorher beendet habe. Im Moment mit all den Sachen, die ich gerade mache, möchte ich nicht durch irgendwelchen Blödsinn abgelenkt werden."
„Wenn dein Buch erst einmal erschienen ist, wird es nischt leichter, Hermine", sagt Fleur und schüttelt ihre blonden Haare. „Die Männer werden nischt weniger kompliziert, um sie zu verstehen."
„Es wäre viel leichter für mich, wenn die Presse nicht hinter mir und jedem, mit dem ich mich verabrede, her wäre, um schmutzige Details zu erfahren", stöhnt sie. „Oder wenn die Leute nicht erwarten, dass die Heilige Hermine einem Freund nach trauert, der starb als sie neunzehn war. Zwei Verabredungen mit Oliver, ein Artikel in der Hexenwoche, und ich wurde mit Heulern beim Frühstück bombardiert. Ich habe nicht mit ihm geschlafen, ich habe mit ihm etwas getrunken und gegessen, und wurde beschuldigt, der Erinnerung an einen Jungen untreu zu sein, mit dem ich nicht einmal verheiratet gewesen bin."
Hermine steht auf und läuft aus Frustration auf und ab. „Ich kann mich mit keinem verabreden, den ich nicht bereits vor 1998 gekannt habe, ohne darüber nachzudenken, ob er auf schnelles Geld aus oder ein Groupie ist."
„Du lebst wirklisch wie eine Nonne, oder?", fragt Fleur neugierig.
Bevor Hermine antworten kann, ist ein Poltern an der Eingangstür zu hören, als Bill über Freds Bauklötze stolpert. Er fängt sich erstaunlich elegant und schreitet in den Raum.
„Hallo die Damen", sagt er und küsst Fleur flüchtig auf die Schläfe und sucht dann den Fußboden nach weiteren Glötzchen und einem Knirps ab. „Macht Freddie ein Nickerchen?"
„Wenn es nicht so wäre, würde er dich gerade im Griff haben", neckt Hermine.
„Dein Sohn wird meine Haare weiß werden lassen", klagt Fleur.
„An dir würde es gut aussehen", sagt Bill flirtend. „So, Mee Mee, hast du deine Einladung zur Hochzeit erhalten?"
„Ja, habe ich."
„Und hast du bemerkt, dass der Tag der Hochzeit zwei Wochen nach dem Erscheinen deines Buches festgesetzt wurde?"
„Das würde er nicht tun."
„Oh doch. Das würde er sicher", antwortet Bill. „Es ist Percy, über den wir sprechen."
„Aber Bill, er konnte nichts von der großen Feier, die der Verleger anlässlich der Veröffentlichung des Buches geben will, wissen, bevor er den Hochzeitstermin festgelegt hat. Nur mein Verleger hat diese Information."
„Und du denkst nicht, dass der persönliche Assistent von Minister Shacklebolt das herausfinden konnte?"
Es ist etwas in der Art wie Fleur „Scheiße" mit ihrem französischen Akzent sagt, dass es so lustig klingen lässt.
Hermine blickt Bill düster an. „Du denkst also, dass Percy absichtlich das Datum für die Hochzeit zwei Wochen nach der Veröffentlichung meines Buches gesetzt hat, damit er mehr Aufmerksamkeit für seine Hochzeit erhält, weil ich anwesend sein werde?"
„Klingt für mich ganz nach meinem Bruder", sagt Bill.
„Für mich klingt es verzweifelt", entgegnet Hermine.
„Und was wäre neu?", fragt Bill mit einer hochgezogenen Augenbraue. „Und zur zweiten Frage. Wen wirst du mitbringen?"
„Oh Bill. Du weißt, dass es deine Mutter verletzen würde, wenn ich jemanden mitbringe", stöhnt Hermine. „Sie würde es als Treuebruch an Rons Erinnerung ansehen. Ich möchte ihr nicht wehtun bei dem, was ein glücklicher Anlass sein sollte."
„Hermine, es wird nie den richtigen Zeitpunkt für dich geben, an dem du meiner Mutter zeigst, dass du dein Leben weiterlebst", sagte Bill kopfschüttelnd. „Du warst nicht Rons Frau; sie hat nicht das Recht, dich zu seiner Witwe zu machen. Und selbst wenn du es wärst, es ist vier Jahre her und du bist jetzt dreiundzwanzig Jahre alt. Begrabe dich nicht mit ihm. Ich glaube wirklich nicht, dass er das gewollt hätte."
Schuld und ein Wunsch nach Freiheit bekämpfen sich in Hermines Kopf. Ihre zwei Freunde können die Unentschlossenheit in ihrem Gesicht sehen.
„Warum lässt du dir kein Date von mir finden?", bietet Bill an. „Ich habe einige interessante Freunde aus der Zeit, als ich bei Gringotts gearbeitet habe. Ich verspreche, keine Kobolde."
„Es ist nur ein Date, Hermine", sagte Fleur ermunternd. „Bill und isch werden uns vorher mit Molly und Arthur treffen und ihnen sagen, dass du jemanden mitbringen wirst. Molly wird erst emotional reagieren, damit sie dann auch weiterblicken kann."
„Ich werde darüber nachdenken", entgegnet Hermine. „Ich verspreche, ich werde es wirklich." Sie blickt auf ihre Armbanduhr. „Ich muss gehen."
„Ich habe den Bericht vom St. Mungo für dich, um ihn an Snape weiterzugeben", sagt Bill. „Seine Verfeinerungen an dem Trank sind hilfreich, vor allem für die Frauen. Wer hätte denn ahnen können, dass das Lösen von Zaubertränkeproblemen mit dem fast-Werwolfphänomen und dem Menstruationszyklus bei Frauen, die normaler Weise PMS haben, so kompliziert sein kann?"
Bill nimmt eine Akte von seinem Tisch und gibt sie Hermine.
„Da die Frauen immer aggressiver wurden, musste früher oder später jemand verletzt werden", sagt Hermine. „Sobald er das erkannt hatte, machte er es sich zur Priorität, ein Frauenrezept zu entwickeln."
„Dieser verdammter Greyback hat die Werwolfbeziehungen um 100 Jahre zurück geworfen", murmelt Bill.
Hermine umarmt Bill kurz und wird von Fleur abgewiesen, die keine Essensreste an Hermine weitergeben will.
„Richte ihm Grüße aus und sag ihm, dass wir ihn gern an Weihnachten sehen würden. Wenn er kommt, werden wir früher von Mum und Dad weggehen", sagt Bill. „Wir möchten, dass er sich willkommen fühlt."
„Ich sage es ihm."
Den Baron zu finden, hatte etwas länger gedauert. Peeves war zu den chronologisch sortierten Zeitschriftenregalen gelangt und hatte überall in der Bibliothek die Zeitschriften verteilt. Madame Pince hatte hyperventiliert und musste einen Beruhigungstrank einnehmen.
Der Baron hatte Peeves am Schlawittchen gepackt und ihn in einen unbenutzten Teil der Kerker geworfen mit der Anweisung, dort zu bleiben, bis der Baron ihm mitteilen würde, dass er wieder herauskommen könnte. Professor Slughorn passte das gar nicht, denn Peeves würde zu ihm kommen, sobald er wieder alleine war. Peeves hat vor Professor Slughorn nicht so viel Angst wie vor Professor Snape.
Der Baron war erfreut, eine ruhige Verschnaufpause nach all der Aufregung zu haben. Er schwebte 15 Zentimeter über einem Stuhl in Hermines Wohnzimmer, während sie sein Diktat aufnahm. Für einen Mann, der seit über vierhundert Jahren tot war, hatte er ein lebhaftes Interesse an der aktuellen politischen Situation. Hermine hatte für ihn redaktionelle Briefe an den Tagespropheten und die Zaubererwelt Zeit geschrieben. Nachdem der Baron fertig war, sagte er ihr, dass er sie an der Tür treffen und sie zu den Toren begleiten würde.
Hermine packt den Rucksack mit Zaubertränkezutaten und Büchern und legt die Post und Zeitschriften in eine Tragetasche. Da es in den Bergen kalt sein würde, hat sich Hermine Baumwollhosen und einen dicken Pullover über ein Rollkragenoberteil angezogen. Sie zieht ihre Stiefel und Daunenjacke an und eilt zu den Toren. Der Baron führt sie zum Rand der Banne, wie er es immer tut, und bittet sie, dem guten Professor seine besten Wünsche auszurichten.
Hermine erreicht Severus' Hütte kurz vor Mittag. Sie weiß, dass ihre Ankunft die Banne auslösen und Severus auf sie warten würde. Wenn es geschneit hätte, würde er sie für gewöhnlich auf halbem Wege treffen. Heute liegen nur wenige Zentimeter Schnee. Sie geht den ihr vertrauten Pfad zur Hütte hoch. Sie hofft, dass es heute Spaghetti zum Mittagessen geben würde.
Severus öffnet die Tür der Hütte, bevor sie überhaupt anklopfen kann. Er hält einen nassen Lappen an sein rechtes Auge.
„Du kommst genau zur richtigen Zeit", grummelt Severus. „Wie steht es um deine Heilungszauber?"
„Gut genug für Erste Hilfe", erwidert Hermine, reckt ihren Hals und versucht, hinter den Lappen zu sehen. „Was ist passiert?"
„Ich war im Gewächshaus, mich um die Alraunen kümmernd, und eine hat mit einem Stein nach mir geworfen. Ich denke, ich werde ein blaues Auge bekommen."
Hermine legt ihre Taschen im Eingangsbereich ab, zieht ihren Mantel aus und hängt ihn an den Kleiderständer.
„Lass uns in die Küche gehen und mal nachsehen", sagt sie.
Hermine ergreift Severus' Ellbogen und führt ihn in die Küche. Sie setzt ihn auf einen Stuhl und er nimmt den Lappen von seinem Auge. Es ist gerötet und geschwollen und sieht definitiv nach einem Gewinner für ein blaues Auge aus. Hermine nimmt ihren Zauberstab und zaubert einen schnellen Diagnosezauber.
„Ich überprüfe nur, ob du keine schwerwiegenden Verletzungen an deinem Auge oder in der Augenhöhle erlitten hast." Hermine betrachtet sorgfältig die leuchtenden Runen um Severus' Gesicht und lächelt. „Sehr gut, nur eine Prellung."
Severus sieht zu ihr auf, mit einem sehr mürrischen Gesichtsausdruck.
„Diese verflixte Alraune war schneller als ich. Ich mag sie wirklich nicht, wenn sie in der Teenagerphase sind. Schlechtes Verhalten kombiniert mit einer guten Koordination, gar nicht so verschieden von vielen ihrer menschlichen Gegenparts." Severus hat schlechte Laune.
„Du bist nur aus der Übung im Umgang mit Teenagern", beobachtet Hermine. „Hättest du lieber einen Zauber oder Salbe gegen Prellungen?"
„Beides, wenn möglich", bittet er.
Hermine sagt ein paar Worte und schwingt ihren Zauberstab ein wenig. Der größte Teil der Rötung und Schwellung verschwindet. Die Gelegenheit nutzend, führt Hermine einen weiteren Diagnosezauber durch.
„Dachte ich mir", murmelt sie.
„Was hast du dir gedacht?", fragt Severus.
„Du benötigst eine Brille für die Nähe." Hermine lächelt zu ihm hinunter und berührt seine Augenbraue. „Wie fühlt sich das an?"
„Besser. Wenn ich daran denke, dass ich die Crucios von Voldemort ausgehalten habe und aufgestanden bin, alles abgeschüttelt habe und zurück nach Hogwarts appariert bin."
„Warum habe ich Zweifel, dass es jemals so einfach war, wie du es beschreibst?", neckt Hermine. „Befindet sich die Salbe im Medizinschrank im Badezimmer?"
„Ja", erwidert er.
Hermine geht ins Badezimmer und öffnet den Medizinschrank. Nachdem sie sich ein wenig durch Zahnpulver, Schmerzlinderungstränke und Kopfschmerzmittel gewühlt hat, findet sie die Salbe gegen Schwellungen und geht zurück in die Küche.
Sie steht vor Severus und öffnet das Glas. Sie greift unter sein Kinn und drückt sanft seinen Kopf zurück. Er schließt seine Augen, als sie ihn berührt. Hermine streicht sanft die Salbe auf seine Augenbraue, einen Teil vom Augenlid und unter das Auge. Nach einem kurzen Moment des Zögerns beendet sie es, in dem sie einen schnellen Kuss auf die Stirn gibt. Überrascht öffnet Severus seine Augen und sieht sie fragend an.
„Um die Heilung schneller voranzubringen", lächelt sie. „Meine Mutter hat mir beigebracht, dass es immer funktioniert."
„Hmph", erwidert er schroff. „Es liegt mir fern, über die Lehren deiner Mutter zu diskutieren."
„Was uns zu der Frage deiner benötigten Brille zurückbringt", belehrt Hermine. „Vielleicht war die Alraune deshalb fähig, dich zu treffen, weil du aus der Nähe nicht gut sehen kannst."
„IchbesitzeeineBrille,ichhabesienurnichtgetragen", sagt Severus und tut sein möglichstes, um das Thema zu wechseln.
„Warum nicht?"
„Ich mag sie nicht", entgegnet er. „Ich trage sie nur, wenn ich lese."
„Wo ist sie?", fragt Hermine. Sie beginnt, sich umzusehen, fühlt, wie ihre unbändige Neugierde sie übermannt.
„Das geht dich nichts an", blafft Severus.
„Du hast für mich viel in Erinnerungen des Krieges gelesen und korrigiert. Ich hasse den Gedanken, dass du deine Augen überanstrengt hast, weil du zu stur bist, die Brille zu tragen, die du benötigst." Hermine sieht sich weiter um. Sie entdeckt ein Brillenetui auf dem Schreibtisch. Es ist lang und schmal. Sie lächelt nicht, als sie erkennt, warum Severus sie heute nicht trägt. Er wollte nicht, dass sie ihn mit Brille sieht. Er wollte bestimmt nicht wie Albus Dumbledore aussehen.
„Du hast dir eine Lesebrille aus dem Regal der Apotheke in der Stadt gekauft, stimmt's? Da du nicht zu einem Zaubererheiler gehst, geh zu einem Muggeloptiker. Hol dir eine Brille mit ganzen Gläsern anstatt dieser Halben. Wenn du sie nicht für die Ferne benötigst, können sie die Brillengläser mit einfachen Gläsern und einer Zweistärkenlinse zum Lesen und naher Arbeit herstellen. Ich zeige es dir."
Hermine steht auf und geht, um ihre Tragetasche zu holen. Sie wühlt eine Minute darin herum und zieht ein Brillenetui heraus. Sie nimmt die Brille heraus, setzt sie auf und sieht Severus an. Die Brille hat ein Gestell im Goldton und eine ovale Form. „Siehst du, was ich meine? Du kannst nicht mal sagen, wo die Zweistärkenlinse sich befindet und es sieht viel besser aus als die Halbmondgläser."
Sie setzt sie ab und gibt sie Severus, damit er sie ansehen kann. „Ich habe sie vor zwei Monaten bekommen, als ich bemerkt habe, dass das Lesen bei mir Kopfschmerzen verursacht hat. Jetzt habe ich keine und ich muss im Unterricht nicht mit diesen Halbgläsern herumlaufen, die ständig an meiner Nase herabrutschen. Das Geheimnis ist, zu einem Muggeloptiker zu gehen, anstatt etwas aus einem Regal im Laden zu kaufen. Deine Augen werden gründlich untersucht und sie passen sie dir an. Du wirst viel zufriedener sein mit dem, was du bekommen wirst."
Severus betrachtet ihre Brille von mehreren Seiten. Er blickt durch sie hindurch und sieht sie fragend an.
„Ich weiß, dass sie im Frauenstil ist, aber ich bin nicht umsonst Verwandlungsmeisterin. Setz sie auf", weißt Hermine an. Severus gehorcht und Hermine beginnt mit ihrer Arbeit. Kurz darauf sind das Gestell und die Gläser größer und viereckiger. Eine weitere Zauberstabbewegung und das Gestell bekommt eine silberne Farbe. Sie sieht definitiv maskuliner aus. Sie greift in die Tragetasche und zieht eine Puderdose heraus. Sie vergrößert sie und hält den Spiegel vor sein Gesicht. Er dreht seinen Kopf und betrachtet sein Spiegelbild.
„Das ist…besser", murmelt er.
„Kannst du mit ihr lesen?", fragt Hermine. Sie wühlt erneut in ihrer Tragetasche herum und zieht ein Päckchen, eingewickelt in grüner Seide, heraus. „Versuch es hiermit", sagt sie und gibt es ihm.
Severus lächelt sie an, eines seiner seltenen warmen Lächeln, als er erkennt, was er in den Händen hält. Er entfernt vorsichtig das silberne Band und die Seide fällt auf den Fußboden. Dort auf dem grünen Ledereinband stehen eingraviert in Gold die Worte:
Erinnerungen des Krieges
Der Grindelwald Krieg
Von Hermine J. Granger, V.M.
„Ich kann das sehr sauber lesen", sagt Severus. Er öffnet das Buch und beginnt es durchzublättern. Er findet die Widmungsseite:
Für alle, die aus dem Krieg nicht nach Hause zurückgekommen sind.
Sein Gesichtsausdruck sagt Hermine, dass Severus die tiefere Bedeutung dieser Worte versteht.
„Du hast es mir nicht erlaubt, dich in der Danksagung zu erwähnen", sagt Hermine sanft.
Er schüttelt seinen Kopf, als ob er sich nicht zutraut, zu antworten. Severus blättert ein paar weitere Seiten um.
„Ich werde es genießen, es erneut zu lesen, Seite für Seite. Eine Vorab-Ausgabe, nehme ich an?"
„Ein paar werden an Historiker und Buchkritiker für Kommentare geschickt. Der Verleger sagt, ich kann Reaktionen am Tag der Veröffentlichung erwarten." Hermine zieht eine Grimasse. „Ich denke, es ist der Preis für Ruhm und all das."
„Das Buch liefert eine Menge Gesprächsstoff, egal ob man selbst berühmt ist oder nicht", erwidert er.
Severus schließt das Buch und nimmt die Brille, gibt sie Hermine zurück. „Ich werde deinen Ratschlag annehmen und mir einen Muggeloptiker suchen. Ich bevorzuge eine bequeme Brille gegenüber der, die ich jetzt habe."
Hermine nimmt ihre Brille zurück und macht ihre Verwandlung rückgängig. Sie setzt ihre Brille auf und nimmt am Tisch gegenüber von Severus Platz.
„Ich glaube, ich habe ein Mittagessen versprochen", sagt er und erhebt sich aus dem Stuhl. „Ich habe frischen Lachs, neue Kartoffeln und frische grüne Bohnen, erst heute Morgen im Gewächshaus geerntet, bevor ich unverschämter Weise von einer Alraune unterbrochen wurde."
Severus öffnet das Kühlregal, nimmt zwei Schalen mit kleinen roten Kartoffeln und grünen Bohnen heraus. Letzteres wird in eine Pfanne und ersteres in einen Topf mit heißem Wasser gegeben. Hermine genießt den jetzt vertrauten Anblick von Severus, wie er in der Küche hantiert, das meiste seines Kochens im Muggelstil verrichtend. Er verwendet ein wenig Magie, um die Butter zu schmelzen, bevor er den frischen Dill hinzufügt.
Hermine verfällt in ihre normale Routine, Severus über das Leben der Menschen, die er kennt, zu informieren.
„Hestia Jones wird Sirius Blacks Haus am Grimmauldplatz kaufen", sagt sie.
„Ich bin erstaunt, dass jemand vom Orden diese Bruchbude kaufen will", kommentiert er.
„Sie und ihr Ehemann haben begonnen, zerfallene Häuser zu kaufen und sie wieder herzurichten", erklärt sie. „Sie verkaufen sie an Zaubererfamilien und verdienen damit."
„Sie haben sich damit ein ziemlich großes Projekt vorgenommen", sagt Severus mit hochgezogener Augenbraue. „Die Dunkle Magie und überall vorhandene Negativität in dem Haus werden viel Arbeit machen, sie zu beseitigen oder zu neutralisieren." Er sieht sie neugierig an. „Wem gehört das Haus im Moment?"
„Ginny Weasley", antwortet Hermine. „Sie möchte das Haus nicht und es steht leer, seit dem der Orden es nicht mehr benutzt."
„Potter hat es ihr in seinem Testament vermacht?", fragt Severus.
Hermine betritt ein Territorium, das nach vier Jahren immer noch schmerzvoll ist.
„Ja", sagt sie. „Also, nicht genau in seinem Testament, da er keines hatte. Er hat mir erzählt, was er will und ich habe die Erinnerung in ein Denkarium für das Zaubergamot getan. Sie haben es anstelle eines Testaments akzeptiert."
„Wann hat er es dir erzählt?", fragt Severus leise.
„Ein paar Tage vor dem letzten Aufeinandertreffen", antwortet Hermine und sieht weg.
Severus hebt seine Hand. Hermine sieht, wie er sich davon abhält, die violette Narbe an seinem Hals über dem Kragen seines Hemdes zu berühren. Er zögert und sagt dann etwas, dass sie überrascht.
„Möchtest du darüber sprechen?"
Hermine hält inne, hin und her gerissen. Severus ist derjenige, der es am besten verstehen würde. Aber würde er? Würde es irgendjemand? Sie ist nicht bereit, es herauszufinden.
„Vielleicht irgendwann einmal", antwortet sie, „nicht heute." Sie räuspert sich und wechselt das Thema. „Percy Weasley wird heiraten. Er und Penelope Clearwater werden zwei Wochen nach Erscheinen des Buches heiraten."
„Ah. Der Assistent des Zaubereiministers hat sein Hochzeitsdatum so gelegt, dass er die größtmögliche Aufmerksamkeit erhält?", Severus akzeptiert ihren Themenwechsel.
„Meinst du?", fragt Hermine. „Bill und Fleur denken das auch."
„Auf jeden Fall", kommentiert Severus, nimmt die Bohnen aus dem Dampfkochtopf und legt sie auf einen magisch erwärmten Teller. Hermine nimmt Teller aus einem Schrank und beginnt, den Tisch zu decken.
„Mr. Weasley ist so ambitioniert, dass ich mich frage, warum er nicht in Slytherin gelandet ist", merkt Severus an. „Er mag Publicity und dich einzuladen, ist ein offensichtlicher Weg, sie zu erhalten. Dich an einem Datum einzuladen, genau zwei Wochen nach der gefeierten Eröffnung deines erwarteten Buches, garantiert, dass die Hochzeit dem Medieninteresse gilt."
„Ich werde es niemals verstehen", seufzt Hermine. „Sie sollen alle gern Harry und Ron verehren. Ich wünschte nur, sie würden mich dabei vergessen."
„Eher wird die Hölle zufrieren, als das passiert", antwortet Severus mit einem Grinsen.
„Apropos Percy, ich habe überlegt, die Hochzeitseinladung dazu zu verwenden, ein wenig Druck auf ihn auszuüben, dass ich Draco sehen darf", sagt sie nachdenklich. „Es könnte der Vorteil sein, den ich brauche, um einen Fuß in die Tür zu bekommen."
„Ausgezeichnete Idee", kommentiert Severus und überreicht Hermine die Schüssel mit Kartoffeln, die mit einem Mix aus geschmolzener Butter, Zitronensaft und Petersilie glitzert. „Ich traue den Gefängniswärtern in Askaban, wegen meiner eigenen Erfahrungen, nicht. Dracos Briefe werden zensiert und deshalb würde er es nicht wagen, irgendwelche Beschwerden zu erheben. Wenn du es schaffst, ihn zu sehen, kannst du die Umstände, in denen er lebt, besser beurteilen."
„Madame Malfoy hatte kein Glück, dass Zaubergamot davon zu überzeugen, ihre Besuchervorschriften zu ändern. Ich habe mit ihr darüber gesprochen. Wenn ich genügend Hebel in Bewegung gesetzt habe, nach Askaban zu kommen, habe ich schon eine Liste mit Dingen parat, die ich tun will. Ich werde sie dazu zwingen, dass es erlaubt wird, ihm Bücher zu bringen. Wenn es danach aussieht, dass seine Kleidung nicht angemessen ist, werde ich ihm welche zuschicken", ergänzt Hermine, als sie die Platte mit gegrilltem Lachs in Dillsoße entgegen nimmt. Sie fühlt sich schuldig, als sie auf das Essen vor sich sieht.
„Ich wünschte, es gäbe eine Möglichkeit, dass sie es erlauben, ihm Essen zu bringen. Sie haben es Madame Malfoy nicht erlaubt, irgendetwas für ihn zu tun. Ich denke, es sind noch restliche Feindseligkeiten für die Art, wie Lucius Malfoy es immer wieder geschafft hat, spezielle Konditionen zu bekommen, als er in Askaban nach dem Überfall auf das Ministerium gewesen war. Weder er noch Draco bekommen jetzt irgendwelche Sonderkonditionen."
„Was Draco auch immer benötigt, ich werde dafür bezahlen", sagt Severus und nimmt die Bohnen aus dem Dampfkochtopf. „Ich weiß, dass das Ministerium Malfoy Manor konfisziert hat und einen großen Teil ihres Vermögens als Entschädigung für Familien, die Angehörige verloren haben, verwendet hat."
Hermine nickt. Sie versteht Severus Bedürfnis, etwas für Draco zu tun, da er sich nicht persönlich einschalten kann.
Severus kommt zum Tisch, einen Flasche Chardonney und zwei Weingläser tragend. Er entfernt magisch den Korken und gießt jedem ein Glas ein. Sein Glas erhebend, spricht er einen Tost.
„Auf die Autorin."
Hermine lächelt ihn an und ihr gesamtes Gesicht leuchtet auf. Wie weit die zwei in vier Jahren gekommen waren. Am Anfang konnte er kaum seine Feindseligkeit gegen die einzige Überlebende des Schülertrios verbergen, das ihn sechs Jahre in Hogwarts geärgert hatte. Jetzt konnten sie zusammen sitzen und interessante Gespräche führen, ein Glas Wein genießen und ein ausgezeichnetes Essen zusammen teilen. Severus Snape hatte sich von einem halb-respektierten, halb-verachteten Lehrer und feindlichen Todesser in einen sehr guten Freund verwandelt. Für einen Augenblick waren die Gefühle der Zuneigung überwältigend. Wann hatte sie begonnen, diesem Mann so sehr zu vertrauen?
Hermine stößt mit ihrem Glas an seines und nimmt einen Schluck.
Sie sitzen still nebeneinander, genießen ihr Essen für ein paar Minuten.
„Hast du schon mit dem nächsten Buch angefangen?", fragt Severus.
„Woher weißt du das?", gluckst Hermine.
„Du hast es so sehr genossen, das erste zu schreiben, dass es keinen Legilimentiker benötigt, um das herauszufinden." Severus füllt ihr Glas nach. „Ich weiß nur nicht genau, ob du am Rasputin Krieg oder am Ersten Voldemort Krieg arbeitest."
„Ich habe mir überlegt, mit dem Ersten Voldemort Krieg anzufangen. Ich habe mir soviele Kontakte gesichert aufgrund des Schreibens über den Grindelwald Krieg, die auch im Ersten Voldemort Krieg involviert waren. Ich denke, es ist ein natürlicher Prozess von dem zum nächsten. Es waren sehr wenige Menschen bei Grindelwald, die auch am Rasputin Krieg beteiligt waren. Ich würde wieder am Anfang stehen."
„Sehr vernünftig", antwortet Severus.
Hermine sieht ihn forschend an.
„Würdest du es wieder für mich editieren? Mein Buch ist sehr viel besser durch deinen Beitrag. Die Idee, die Geister zu interviewen, hat dem Buch viel gegeben, vor allem als der Baron herausgefunden hat, dass Grindelwalds Schwester im Schloss Mausburg spukt. Deine Vorschläge, Kapitel mit einander zu verknüpfen und die Geschichten von beiden Seiten zu erzählen, hat das Buch erst zu diesem gemacht."
„Ich würde mich freuen, wieder für dich zu editieren. Es ist ein faszinierendes Projekt." Severus runzelt die Stirn. „Dir ist schon bewusst, dass der Schmerz des Ersten Voldemort Krieges noch real genug ist, dass du vielleicht Schwierigkeiten bekommen könntest, Interviews mit einigen Leuten zu erhalten, ganz zu schweigen davon, dass die meisten Menschen, die auf Voldemorts Seite standen, tot sind oder im Gefängnis sitzen. Diejenigen, die es nicht sind, werden nicht zugeben, dass sie beteiligt waren."
„Das ist mir bewusst", sagt Hermine. „Es ist einer der Gründe, warum ich gern nach Askaban möchte. Neben der Hilfe für Draco, könnte ich vielleicht Rudolphus Lestrange, Dolohov und einige andere interviewen. Sie könnten sehr dankbar sein, jemanden zum Reden zu haben, dass sie sich öffnen werden."
„Dolohov wird eher reden als Lestrange. Was auch immer du tust, sprich mit McNair nicht ohne eine anwesende Wache. Der Mann ist ein Sexualstraftäter."
„Ich denke, dass bei jedem der Interviews, die ich in Askaban durchführen werde, eine Wache anwesend sein wird", versichert Hermine. „Das bedeutet, ich werde wahrscheinlich keine Geständnisse von irgendjemandem über Sachen bekommen, die wir nicht bereits schon wissen. Was das Buch angeht, dachte ich, dass es eine gute Strategie ist, eine Beschreibung von einem Vorfall aus der Sicht von jemandem aus dem Orden zu bekommen. Dann würde ich nach Askaban gehen und die Sichtweise von einem Todesser, der zu der Zeit involviert war, einholen."
„Das ist eine gute Strategie und könnte Auskünfte vorantreiben." Severus schwenkt seinen Wein in seinem Glas. „Ich werde beginnen, das, an was ich mich aus den Tagen erinnern kann, zu skizzieren. Das gibt dir eine Struktur, mit der du beginnen kannst."
„Danke, Severus", sagt Hermine und greift hinüber, um seine Hand zu berühren. „Ich weiß, dass es nicht leicht für dich ist."
Severus Augen sind unlesbar. „Die Zeit wird kommen, wenn ich mir wünschen werde, wieder in die Zaubererwelt zurückzukehren und unter meinem eigenen Namen und Gesicht zu leben. Dass meine Rolle in beiden Voldemortkriegen besser verstanden wird, wird es für mich realisierbarer machen, das in Ruhe zu tun." Severus nimmt Hermines kleine Hand und schließt seine große um sie. „Du verstehst, dass der Tag kommen wird, an dem du das gleiche machen musst. Du findest keinen Frieden, bevor du das nicht getan hast."
Hermine nickt.
tbc
Anmerkung der Autorin Hypnobarb:
Ich habe die persönliche Lebensgeschichte des Barons beträchtlich von der verändert, wie sie in den Heiligtümern beschreiben wird. Ich denke, meine Version ist viel interessanter, wie ihr in zukünftigen Kapiteln sehen werdet.
