Titel: Eisbrecher (Teil 6)

Fandom: Sherlock (BBC)

Autor: lorelei_lee1968 (Lorelei Lee)

Pairing: Mystrade (Mycroft/Lestrade)

Rating: ab 18

Disclaimer: Mir gehört gar nichts. Ich verdiene nichts daran und mache das nur zum Spaß. Sherlock Holmes gehört Sir Arthur Conan Doyle. Sherlock-BBC gehört der BBC und Moffat und Gatiss.

Author's Note:

Heute nur ein kurzes Kapitel. Die Zeit ist mir einfach davongelaufen. Aber ich dachte: besser ein kurzes, als gar keines.

Ich hoffe, ihr könnt mir da zustimmen. Ab nächste Woche dürfte mein Leben wieder etwas normaler verlaufen.


Eisbrecher

(Teil 6)

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Als Mycroft sich einige Tage später gerade in dem weniger repräsentativen seiner beiden Büros aufhielt, klingelte sein Handy. Er warf einen Blick auf das Display und eine Augenbraue hob sich anerkennend. Der Inspector hatte sich mit seinem Anruf länger bezähmt, als er gedacht hätte. Immerhin ließ dies auf eine gewisse Selbstbeherrschung schließen, die Mycroft nicht ganz unangenehm war. Für ein solches Maß an Selbstbeherrschung fielen Mycroft auf Anhieb fünf – nein, sieben – verschiedene Anwendungsmöglichkeiten ein. Und keine davon war jugendfrei.

„Hallo?", meldete er sich. „Nein, es… geht gerade. Sie stören nicht." Dann stieß Mycroft ein unhörbares Seufzen aus. „Du störst nicht. Ich warte gerade auf einen Bericht, den ich noch durchsehen und überprüfen muss." Er stand auf und ging zum Fenster, sah aber nicht hinaus, sondern lehnte sich mit dem Rücken gegen die Fensterbank.

„Zum Lunch bin ich bereits verabredet", sagte er, ohne sich sein leises Bedauern anmerken zu lassen. „Die ganze Woche über bin ich so gut unabkömmlich. Wie wäre es übermorgen Abend…" Mycroft hielt inne. „Ah… Observationen", bemerkte er dann leicht säuerlich.

„Natürlich geht die Sicherheit der Bevölkerung vor. Niemand versteht das besser als ich", gab er sich geschlagen. „Ja… im Moment bin ich allein. Wieso?" Automatisch wandte er seinen Blick zu der Eingangstür seines Büros, die nur angelehnt war. „Warum sollte ich meine Bürotür abschließen?"

„Gregory!"

„Nein."

„Auf gar keinen Fall!" Dann seufzte Mycroft leise. „Ja… ich melde mich bei dir." Er lauschte kurz. „Irgendwann diese Woche…", versicherte er, dann verdrehte er die Augen. „Gregory, Ich kann dir wirklich noch nicht sagen, wann…"

„Mittwoch!", unterbrach er den Redeschwall am anderen Ende. „Ich rufe dich am Mittwoch an", versprach er, dann fuhr er mit einem boshaften Lächeln fort: „Dann können wir dieses Thema von vorhin vielleicht noch etwas vertiefen…" Wieder lauschte er einen Moment, bevor er seine Stimme zu einem Flüstern senkte. „So tief du willst…"

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Als Mycroft sich – wie versprochen – am Mittwoch bei Lestrade meldete, war der Inspector sich nicht im Klaren, ob ihm der Anruf zu diesem Zeitpunkt willkommen war oder nicht. Zwar befand er sich ausnahmsweise alleine in seinem Büro, doch seine Gedanken waren mit wenig erfreulichen Dingen beschäftigt.

„Mycroft!", grüßte er den Mann am anderen Ende der Leitung, doch seiner Stimme mangelte es eindeutig an Enthusiasmus. „Doch, doch, natürlich freue… Nein! Leg nicht auf! Leg nicht auf! Es ist nur… ich weiß auch nicht." Lestrade schüttelte den Kopf. Er war erschöpft. „Ich hab gleich diese Pressekonferenz. Du hast es ja vielleicht in der Zeitung… Ja, genau. Diese Sache. Verdammt unangenehm." Er klemmte sich das Telefon zwischen Schulter und Wange und kramte in seiner Schreibtischschublade nach einem frischen Nikotinpflaster.

„Was soll ich sagen? Die Ermittlungen…" Er hielt kurz inne und runzelte die Stirn. „Gut, dass du selbst davon anfängst. Warum hast du mir diesen Handschuh geschickt? – Ja, kam heute Morgen an. – Wieso ruiniert? – Oh. OH!" Lestrade spürte, wie er rot wurde. „Das ist der Handschuh… doch, ich… dein Taschentuch? Willst du es zurück?" Er hielt in der Suche nach dem Nikotinpflaster inne. „Ich habe es frisch gewaschen und…" Lestrade spürte, wie er rot wurde. „Das ist gar nicht… ja, gut. Es ist wahr!", erwiderte er fast trotzig. „Ja, ich hab den Handschuh dabei. In meiner Manteltasche. Warum?"

„MYCROFT!"

„Das ist jetzt denkbar ungünstig! Ich muss in ein paar Minuten in dieser Konferenz… wie, das ist nicht dein Problem? Wie würde es dir gefallen, wenn ich es zu deinem Problem machen würde?" Lestrade warf die Schublade mit unnötig viel Wucht zu. „Ja, ich weiß, dass das im Augenblick nicht in meiner Macht liegt", wiederholte er gereizt Mycrofts Worte. Er warf einen Blick auf die Uhr. „Ich muss los. Ich ruf dich heute Abend nochmal an… Gut, dann… Morgen? Selbe Uhrzeit?" Lestrade seufzte. „Okay. Falls nichts dazwischenkommt." Lestrade legte auf und starrte noch eine Weile auf das Telefon in seiner Hand.

Ihm war fast klar gewesen, dass es nicht leicht sein würde, sich mit Mycroft zu treffen… aber so schwierig hatte er es sich nun auch wieder nicht vorgestellt.

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„Nein, Gregory. Morgen habe ich keine Zeit. Voller Terminkalender. Freitag? Ja?" Mycroft saß an seinem großen Schreibtisch und blätterte verdrossen durch seinen Kalender. Es konnte doch nicht so schwer sein… „Ach nein… geht doch nicht. Telefonkonferenz", erläuterte er verdrossen. „Ja. Mitten in der Nacht… Es soll Länder geben, welche nicht der Londoner Zeitzone angehören." Mycroft blätterte weiter. „Wie sieht es bei dir am Wochenende aus? Ich denke, ich könnte…" Er hielt inne und seufzte dann leise. „Aha. Erhöhte Alarmbereitschaft. Nein… ich verstehe. Advent. Weihnachtszeit… Grippewelle, das Personal ist knapp und die Gelder sowieso." Er hörte eine Weile schweigend zu, dann sagte er: „Ja… wahrscheinlich. Nächste Woche sieht es bei mir besser aus… Ja, ich melde mich."

Mycroft beendete das Telefonat und starrte blicklos aus dem Fenster.

Er hätte nie geglaubt, dass es für ihn eine fast unlösbare Herausforderung darstellen würde, sich mit einem Polizisten zu verabreden.

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„Brüssel", sagte Mycroft einsilbig in sein Handy. „Nein Gregory, ich kann dir leider nicht sagen, warum ich so kurzfristig nach Brüssel musste… ich weiß, dass wir einen Termin hatten! Glaub mir…" Er hielt inne, da Lestrade ihn am anderen Ende der Leitung unterbrochen hatte.

„Wo ich gerade...? Im Hotelzimmer. Warum? Oh." Mycroft ging zur Zimmertür, hängte das Schild mit der Aufschrift Do not disturb an die Türklinke und schloss die Tür zusätzlich von innen ab.

„Ja, das wäre eine Alternative…", erwiderte er dann gedehnt.

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Fortsetzung folgt...