Woohoo! Endlich ist es soweit, nach einem endlos langen Kapitel über Kleider geht's jetzt zur Sache! Viel Spass!
Sirius konnte nicht anders, er musste Hermine ununterbrochen ansehen. Sie sah wunderschön aus. Warum hatte er das nicht schon früher bemerkt? Er liess die Hand, die er auf ihren Rücken gelegt hatte, etwas tiefer rutschen, bis sie knapp über ihrem Po lag. Ihrem perfekt gerundeten, süssen Po. Wie gerne hätte er sie angefasst. Doch das konnte er nicht tun, sie waren hier in der Öffentlichkeit. Ausserdem war er sich ziemlich sicher, dass Harry es nicht sonderlich schätzen würde, wenn er seine beste Freundin betatschte.
Hermine wusste, dass sie toll aussah. Zusammen mit Ginny hatte sie bestimmt eine Stunde lang an ihren Haaren und ihrem Make-Up gefeilt, bis sie beide zufrieden gewesen waren. Und das Kleid war ein Traum. Ginny hatte es viel kürzer machen wollen, aber da Hermine auf bodenlang bestanden hatte, hatten sie sich auf diesen extravaganten Schlitz geeignet, sozusagen als Kompromiss. Sie war sich absolut bewusst, dass beinahe jeder Mann im Raum sie anstarrte.
Sie fühlte sich begehrenswert, sexy. Erst recht jetzt, da sie praktisch fühlen konnte, wie erregt Sirius durch ihre körperliche Nähe war. Und auch sie liess dieser Tanz nicht kalt. Sie hatte keine Ahnung, wie sie es anstellte, aber ihre Füsse schienen von sich aus alles richtig zu machen. Und das obwohl Hermine wirklich nicht tanzen konnte. Hatte sie bisher jedenfalls geglaubt. Aber Sirius führte sie sicher und bestimmt. Seine Hand in ihrem Rücken liess ihre Haut kribbeln.
Und sein Blick. Seine grauen Augen waren dunkel, schienen sie auszuziehen. Ihr wurde mit einem Mal ganz heiss und sie fühlte sich nackt. Dieser Mann wollte sie und das nach nur ein paar Minuten. Überdeutlich wurde ihr bewusst, welche Macht sie über ihn hatte. Aber sie hatte zu oft gesehen, wie Sirius Frauen um den Finger wickelte, um nicht genau zu wissen, wie seine Masche funktionierte: Gib einer Frau das Gefühl, sie sei das schönste und anbetungswürdigste Wesen, dass du jemals gesehen hast, und sie wird alles tun, was du von ihr willst.
Hermine musste leise lachen.
„Was ist denn?" fragte Sirius. Seine Stimme war rau, als hätte er gerade etwas sehr Unanständiges gedacht.
„Ich habe nur gerade bemerkt, wie verdammt gut du die Du-bist-unwiderstehlich-Masche drauf hast."
„Das ist keine Masche, Süsse."
„Natürlich ist sie das. So hast du bisher alle deine Frauen rumgekriegt." Sie lächelte ihn an und er grinste. Etwas zu dreckig, wenn sie es sich so überlegte.
„Heisst das etwa, dass du mich willst?"
„Vielleicht." Sie konnte genau so verschlagen grinsen wie er. „Aber bilde dir bloss nichts darauf ein!"
Sirius sah sehr zufrieden mit sich selber aus, deswegen beschloss sie, ihm einen Denkzettel zu verpassen. Noch bevor das Lied zu Ende war, löste sie sich von ihm und ging zum Buffet, um sich etwas von der Bowle zu nehmen. Dort traf sie wieder auf Snape.
„Na, Miss Granger, ist Ihnen Black zu oft auf die Füsse getreten?"
„Ich mag ja keine Expertin sein, aber er scheint mir kein schlechter Tänzer zu sein."
„So, finden Sie? Also ich kann Ihnen sagen, von hier aus sah das alles eher amateurhaft aus."
Sie wusste, dass er sich eigentlich über sie lustig machen wollte, aber sie konnte nur eines denken: Er hatte sie beobachtet!
Sie wusste nicht, welcher Teufel sie ritt, aber die nächsten Worte purzelten einfach so aus ihrem Mund;
„Und Sie sind ein Meistertänzer? Wieso tanzen Sie dann nicht?" Oh oh, er würde sie umbringen. Mindestens.
Er zog nur eine Augenbraue hoch, doch in ihm drin brodelte es. Wieso redete er überhaupt mit ihr? Er sprach nie mit Schülern, ausser er konnte ihnen Punkte abziehen, oder ihnen wieder einmal klarmachen, wie dumm sie doch waren. Und erst recht redete er nicht ausserhalb der Unterrichtszeiten mit Schülern! Und normalerweise war er auch nicht so dumm, sich in die Enge treiben zu lassen.
„Miss Granger, die die viel reden, wissen nicht viel und die die viel wissen, reden nicht viel. Dasselbe gilt für mich und das Tanzen."
Damit drehte er sich um und verzog sich an einen Tisch in einer Nische, scheuchte alle Kerzen in der Nähe weg und war von da an beinahe unsichtbar. Verdammt, verdammt, verdammt! Was war nur mit ihm los? Seit gestern Morgen war er einfach ein hirnloser Trottel! Er war von dieser Granger fasziniert, als wäre er ein hormongesteuerter Teenager, der sich nicht mehr im Griff hat. Das musste aufhören!
0o0
Remus grinste breit, als Sirius sich zu ihm an den Tisch setzte.
„Na, hat sie dich in den Wind geschossen?"
„Im Gegenteil. Ich glaube, ich habe eine reelle Chance" gab sein Freund zurück, bevor er einen grossen Schluck von seinem Feuerwhisky nahm. Remus macht grosse Augen.
„Chancen? Bei Hermine? Komm schon, Tatze, sie weiss genau, wie deine Einstellung Frauen gegenüber ist. Sie kennt jede deiner Maschen, sie hat dich oft genug in Aktion gesehen."
„Genau deswegen habe ich eine Chance. Sie weiss, dass ich sie will und sie weiss, dass ich bisher immer bekommen habe, was ich will. Und vor allem weiss sie, dass noch nie eine Frau bereut hat, mit mir geschlafen zu haben." Er zwinkerte Remus zu, der noch nicht ganz überzeugt war.
„Glaubst du wirklich, Hermine lässt sich auf einen wie dich ein? Sie hat vielleicht höhere Ansprüche, als du denkst."
„Zum Beispiel?"
„Nun ja, könnte sein, dass sie eventuell eher auf intellektuelle Männer steht, als auf Tunichtguts wie dich."
Nun war es an Sirius, die Augen aufzureissen.
„Sag bloss du stehst auf sie!"
„Das habe ich nicht gesagt, ich wollte dich lediglich darauf hinweisen, dass unsere kleine Leseratte nicht nur wie eine Frau aussieht, sondern auch sehr erwachsen ist. Ich erlebe sie täglich hier im Schloss und ich kann dir sagen: Im Gegensatz zu deinen sonstigen Bettgefährtinnen benutzt sie ihren Kopf noch für andere Dinge, als ihre Füsse daneben zu platzieren."
Sirius schaute Remus verständnislos an.
„Ich will damit sagen, dass sie gewisse Bedürfnisse hat, die nicht im Bett zu befriedigen sind. Und auch nicht unter der Dusche oder auf dem Sofa oder was auch immer du dir gerade vorstellst!" fügte er hinzu, als er Sirius' lüsternes Grinsen sah.
„Wahrscheinlich hast du Recht, aber sie ist einfach heiss, das kannst du nicht leugnen."
Remus seufzte. „Nein, kann ich nicht."
0o0
Hermine sass mit ihren Freunden an einem der Tische und liess sich die verschiedenen Köstlichkeiten schmecken, die das Buffet zu bieten hatte. Luna hielt gerade einen Vortrag darüber, dass Bertie Botts Bohnen verboten werden müssten, weil zum Einfärben der roten Bohnen die Haare von Nagelhurzer benutzt würden und diese seien eine bedrohte Spezies. Neville macht den Fehler, sie zu fragen, was Nagelhurzer seien, was zu einem weiteren Redeschwall führte, den Hermine irgendwann einfach ausblendete.
Mit Harry und Ginny war nicht viel anzufangen, weil die beiden offensichtlich nicht begriffen hatten, dass Stühle nur für einzelne Personen gebaut waren und sie sich beinahe auffrassen. Ron und Lavender sassen dafür mehr oder weniger stumm nebeneinander und schauten abwechslungsweise auf ihre Hände und auf die Tanzfläche. Auf Hermines Vorschlag, sie könnten doch zusammen tanzen, drucksten sie nur etwas herum.
Als dann Dean Thomas auftauchte und Hermine anflehte, mit ihm zu tanzen, sagte sie ja. Erstens brachte sie es nicht übers Herz, ihn ein drittes Mal in zwei Tagen abzuweisen und zweitens war sie ganz froh, einen Grund zu haben, sich vom Tisch zu entfernen. Vorher nahm sie aber noch schnell einen grossen Schluck von dem Nesselwein, den sie bisher nicht angerührt hatte. Hui, der fuhr aber ganz schön ein!
Dean gab sich alle Mühe, Hermine bei Laune zu halten, doch das täuschte leider nicht über die Tatsache hinweg, dass er ein miserabler Tänzer war. Er trat ihr auf die Füsse, auf das Kleid, seine Hände waren feucht vom Schweiss und er traute sich kaum, sie anzusehen. Doch vielleicht lag es an dem Nesselwein, ihr war es gerade ziemlich egal, Hauptsache sie musste sich nicht mehr für Ron und Lavender fremdschämen.
Plötzlich hörte sie eine ziemlich scharfe Stimme:
„Thomas, Sie sind ja noch schlechter im Tanzen als in Zaubertränke und das will schliesslich was heissen. Los, verschwinden Sie."
Dean sah erschrocken zu Snape auf, liess Hermine los, als hätte er sich verbrannt und stolperte dann eine Entschuldigung stammelnd davon. Bevor Hermine wusste, wie ihr geschah, nahm Snape ihre Hand und legte seine eigene auf ihren Rücken.
„Miss Granger, Sie wollten wissen, ob ich tanzen kann."
Hermine wusste nicht, was sie sagen oder tun sollte, also schwieg sie und liess sich einfach von ihm führen. Er war tatsächlich kein schlechter Tänzer. Und er roch gut. Als ihr bewusst wurde, was sie da gerade gedacht hatte, fing sie an zu kichern.
„Miss Granger, reissen Sie sich zusammen."
„Entschuldigen Sie, Sir, ich…" jetzt lachte sie. Sie hatte Mühe, seinen Schritten zu folgen, vor allem weil jetzt ein etwas schnellerer Walzer gespielt wurde und er sie sehr wienerisch grosszügig durch den Raum drehte.
„Selbst wenn ich ein schlechter Tänzer wäre, wäre Ihr Verhalten absolut unangemessen. Darf ich erfahren, was so lustig ist?"
Hermine sah zu ihm auf und wollte antworten, aber sie konnte nicht. Das Lachen blieb ihr im Halse stecken und nicht einmal ein Lächeln wollte ihr gelingen. Sie konnte kein Wort sagen, alles was sie konnte, war in seine Augen sehen. Zwei schwarze Seen, die sie aufzusaugen schienen, sie zu verschlingen drohten. Es war kein heisses Gefühl wie bei Sirius, es war, als würde sie fallen, als würde sie durch den Raum trudeln.
Es war, als stünde die Zeit still.
Es gab nur noch sie und diese beiden schwarzen Seen. Sie lehnte sich gegen den Körper, der zu den Augen gehörte und plötzlich nahm sie ihn mit all ihren Sinnen wahr. Sie sah seine Augen, sein Gesicht, fühlte seine Hände, seinen Körper, seinen Atem auf ihrem Gesicht, roch seinen Duft, ein Duft nach Kräutern, nach Mann, sie roch den Whisky, den er vorher getrunken haben musste, sie schmeckte den Nesselwein auf ihrer eigenen Zunge und war sich bewusst, dass sie sich nicht mehr unter Kontrolle hatte.
Er war verwirrt. Warum hatte er sie nochmal zum Tanzen aufgefordert? Er wusste es nicht mehr. Er wusste nur, dass sie ihn anstarrte mit diesen braunen Augen, die wunderbar strahlenden braunen Augen. Er wusste, dass sie sich an ihn lehnte. Und er wusste, dass er die Beherrschung verlieren würde, wenn er sie jetzt nicht sofort losliesse.
Und genau in diesem Moment wurde die grosse Eingangstür zum Schloss in die Luft gesprengt.
Cliffhanger!
Bitte hasst mich nicht! Ich hab eine kleine Info: Ihr seht, welches Genre die Geschichte hat, wenn ihr also auf Blut und Tote und und und steht, seit ihr hier mit dem nächsten Kapitel eventuell nicht so glücklich...
