Die Demütigung hatte tief gesessen. Der angesehene Jedi-Meister und das geschätzte Mitglied des Rates der Jedi war auf Raydonia wie ein Spielball zwischen Savage Opress und seinem Intimfeind Darth Maul hin- und hergeworfen worden. Die Beiden hatten ihn bewusstlos geprügelt, bevor sie ihn in ihren klobigen Mülltanker verfrachtet hatten.

„Und so einen nennen sie Meister", hatte Maul im Inneren des Frachters gehöhnt, während er mit seiner ihm durch den neuen kybernetischen Unterleib mit überlangen Metallbeinen verliehenen Größe von mehr als zwei Standardmetern über ihm gethront und seinen Peiniger von Naboo abschätzig gemustert hatte. Dann hatte Maul ihm hämisch grinsend die verbliebene Hälfte seines rotleuchtenden Doppellichtschwertes an die Kehle gehalten.

„Ich werde dafür sorgen, daß du bei jedem einzelnen Schnitt bei Bewusstsein sein wirst. Du sollst leiden, so wie ich gelitten habe. Dein Tod wird äußerst qualvoll sein!", hatte der rotschwarze Sith ihm versprochen.

Obi-Wan hatte nicht das Gefühl, daß sein Widersacher es besonders eilig damit hatte, ihn zu töten. Maul würde seinen Sieg voll auskosten, sich daran weiden, so wie er es bereits auf Naboo getan hatte – mit fatalen Folgen. Aber damals war Maul allein gewesen. Jetzt jedoch hatte er diesen anderen schwarz-gelben anderen Nachtbruder bei sich. Aber Mauls Verlangen würde ihm Zeit verschaffen. Solange, bis der ihm von Meister Yoda versprochene unerwartete Verbündete eintreffen würde.

Dieser Gedanke beruhigte ihn absurderweise dermaßen, daß er trotz Mauls drohender Präsenz über ihm in eine angenehme Bewusstlosigkeit hinüberglitt. Meister Yoda konnte nicht irren…

Ein paar Backpfeifen holten ihn zurück in die trostlose stinkende Realwelt des Mülltankers. Aber war das real? Diese blauen Augen, dieses blasse Gesicht, dieser schöne volle Mund mit dem grausamen, aber gleichzeitig süßen Zug – direkt über ihm?

„Steht auf, oder haben sie Euch den Kampfgeist aus dem Leib geprügelt?", hörte er eine raue Frauenstimme, die wie Engelsgesang in seinen Ohren klang.

Das mußte die unerwartete Hilfe sein, von der Meister Yoda im Tempel gesprochen hatte.

„Seid Ihr jetzt bei den Guten?"

Viel Zeit blieb nicht für die Konversation. Denn nun hatten Maul und sein riesiger Bruder beschlossen, mit dem ungleichen Pärchen auf der unteren Ebene ihres Raumschiffes abzurechnen. Wie gut, daß Ventress zwei Klingen dabei hatte. Wie gut, daß sie beim Kämpfen in die Nähe der Rettungskapsel gekommen waren, mit welcher sie fliehen konnten.

Gedankenverloren starrte Maul durch die Plasma-Notverriegelung des Ausgangs, welche das Loch verdeckte, welches sein und Savages Lichtschwert in die eigentliche Tür zur Rettungskapsel geschnitten hatten. Aus einem Grund, der ihm völlig unerklärlich war, hatte er sich gefreut, Obi-Wan Kenobi wiederzusehen. Natürlich war dessen Behauptung, ihn, der vor dem brennenden Müllberg für ihn posiert hatte, erst einmal nicht erkannt zu haben, nur ein Test gewesen.

„Ich mag deine neuen Beine. Sie machen dich irgendwie größer", hatte der Jedi ihm zugerufen, als würde er einem Jedi-Freund begegnen.

Was für eine armselige Vorstellung er doch als Kampfpartner diesmal geliefert hatte. Und ohne die Hilfe von Ventress wäre er hoffnungslos verloren gewesen. Aber das nächste Mal würde der Jedi nicht alleine kommen. Und er würde kommen, soviel war klar.

Mauls Provokation, ihn an den Mord an Qui-Gon Jinn zu erinnern, hatten den sonst so glatt und wohltemperiert wirkenden Obi-Wan völlig aus dem Gleichgewicht gebracht. Seine blauen Augen hatten ihn im Widerschein von Mauls roter Klinge geradezu dämonisch angefunkelt. In jedem Wesen war auch Dunkelheit. Sie mußte nur geweckt werden.

„Deine Wut bringt dich aus dem Gleichgewicht. Das entspricht nicht so ganz der Art der Jedi!", hatte Maul ihn daraufhin verhöhnt.

Und ihn damit vollends aus dem Konzept gebracht. Der Rest war Routine. Wie befriedigend es doch gewesen war, Obi-Wan mit einem gezielten Tritt seiner langen Beine mit den vierzehigen Füßen auf die untere Ebene zu Ventress zu befördern. Und dann war das ulkige Pärchen auf einmal weg. Was würde er, Maul, eigentlich tun, wenn es Obi-Wan nicht mehr geben würde? Würde er sich dann nicht langweilen, so ganz ohne eine Quelle des Hasses, den Sith ja so schätzten?

Drei Monate später

Obi-Wan war frustriert. Gerade eben hatte ihm Kanzler Palpatine freundlich, aber mit unerbittlicher Entschlossenheit erklärt, daß es nicht anginge, daß die Armee der Republik und die Jedi noch länger in Meister Kenobis persönliche Angelegenheiten verwickelt werden würden. Dabei war sein Einsatz auf Florrum ein Erfolg gewesen! Zugegeben: Er hatte Meisterin Adi Gallia verloren, welche von Savage Opress getötet worden war. Allerdings hatten sich die Piraten von Hondo Ohnaka als gute Verbündete der Republik erwiesen, auf deren zumindest zeitweilige Dienste die Republik gerade wegen des seines, Obi-Wans Einsatzes später erneut zurückgreifen könnte. Gar nicht zu reden davon, daß er mit dem Lichtschwert seiner nun toten Partnerin Adi Gallia Savages linken Arm abgehauen und diesen Sith dadurch geschwächt hatte, während Maul infolge des Blaster-Dauerbeschusses von Hondo Ohnakas Männern eines seiner künstlichen Beine eingebüßt hatte. Die Piraten hatten das Raumschiff der Sith-Brüder abgeschossen, es war jedoch nicht ausgeschlossen, daß diese jenen Abschuß überlebt haben könnten.

Aber die Brüder waren jetzt geschwächt und wenn er jetzt hartnäckig bliebe, dann könnte er diese beiden Geißeln der Galaxis bald ein für alle Mal aus dem Verkehr ziehen. Freilich nicht alleine.

„Aber Maul ist mit Verbrechern der galaktischen Unterwelt im Bunde!", hatte er versucht, Palpatine die Gefährlichkeit Mauls vor Augen zu führen.

„Dann laßt ihn doch mit dem Gesindel spielen. Wichtiger ist es jetzt, Dooku zu fangen!", hatte der Kanzler ihm mit einer wegwerfenden Handbewegung entgegnet, ihn dabei mit seinen undurchdringlichen blaßblauen Augen angeschaut und dazu maliziös gelächelt.

Und Obi-Wan hatte in diesem Moment nicht gewusst, wem Palpatines Lächeln galt – ihm oder Maul? Wer von beiden wurde hier eigentlich spielen geschickt, während sich in der Galaxis unglaubliche Dinge vollzogen, die sich der öffentlichen Aufmerksamkeit entzogen? Was ihn dabei jedoch am meisten ärgerte, war die Tatsache, daß der Kanzler recht hatte. Er, Obi-Wan Kenobi, wollte aus persönlichen Gründen Maul zur Strecke bringen, ganz egal, ob er dabei höheres öffentliches Interesse vorschob oder nicht. Palpatine hatte ihm, dem Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi unjedihafte Rachegelüste unterstellt! Und Meister Yoda hatte dem Kanzler, wenngleich nicht in dessen Beisein, recht gegeben! Das tat weh! Woher wußte Palpatine das?

Drei Monate später

Maul frohlockte. Diese dumme Herzogin war doch wirklich mit seiner diskreten Hilfe aus dem Zentralgefängnis von Sundari ausgebrochen, um ihren Freund Obi-Wan Kenobi anzurufen, ihr zu helfen und sie aus Mauls Klauen zu retten. Schon bald würde er seine Rache haben. Damals, als er die Macht auf Mandalore übernommen hatte, hatte Satine Kryze lediglich Sprüche und Appelle an ihr Volk auf Lager gehabt, um das Blatt zu ihren Gunsten zu wenden. Aber die Mandalorianer wollten in der Tiefe ihrer Seele keine Schönwetterherrscherin wie die blonde blauäugige Herzogin. Sie wollen einen gestandenen Kerl, der sie hart aber gerecht regierte. So einen wie ihn, Maul.

Das war eigentlich schon immer so gewesen. Vor allem seit der Zeit vor viertausend Jahren, wo der Sith-Lord Ulic Qel-Droma Mandalore den Unbezähmbaren im Zweikampf besiegt und mit diesem und seinem Sith-Meister Exar Kun die Galaxis erobert hatte. … Mit Exar Kun, nach dessen Plänen Maul damals sein Doppellichtschwert gebaut hatte … In der Galaxis eine bedeutende Militärmacht zu sein, das war die wahre Bestimmung Mandalores. Die Friedenspolitik der Herzogin hingegen war eine kurzzeitige, äußerst fragile Anomalie, die geradezu danach schrie, beseitigt zu werden. Satines Frieden war eine Lüge. Frieden ist eine Lüge. Niemand würde Satine auch nur eine Träne nachweinen – bis auf Einen.

Obi-Wan war geschlagen, gedemütigt, von Maul seines Lichtschwertes beraubt – wieder einmal. Nicht genug damit, kniete er auch noch vor Maul, der sich selbstgefällig auf dem Thron räkelte, auf dem doch eigentlich Satine sitzen sollte. Mauls Leute hatten die Twilight, den alten Spice-Frachter seines ehemaligen Padawans Anakin Skywalker abgeschossen, mit der er eigentlich die Herzogin in Sicherheit bringen wollte. So wie vor einigen Monaten Hondo Ohnakas Leute Mauls und Savages Raumschiff abgeschossen hatten. War das eine Ironie der Macht, daß es jetzt umgekehrt war?

Obi-Wan registrierte aus seiner Froschperspektive, daß Maul jetzt neue, humanoidere Beine erhalten hatte, die ihn irgendwie menschlicher machten.

„Willkommen in meiner Welt", hatte Maul ihn am Dock des Raumhafens von Sundari, wo die Twilight in Flammen verendete, beinahe wie einen alten Bekannten begrüßt.

Und Savage hatte einen neuen Arm erhalten, mit welchem er die Beine Satines fixiert hatte, um die Herzogin über seine linke Schulter nach hinten geworfen zurück in den Palast zu bringen, ihre Flucht und ihr Aufbegehren gegen die Herrschaft der Sith-Brüder damit abrupt und rabiat beendend. Jetzt saß Satine ebenfalls unter Bewachung in gedemütigter Pose neben dem Thron, der jetzt Maul gehörte.

„Ihr habt eine noble Schwäche. Eine Schwäche, die Ihr mit der Herzogin teilt", hatte ihm Maul gerade maliziös mitgeteilt.

Dann hatte er Satine in den Würgegriff der Macht genommen. Satine begann zu röcheln, während Maul ihm in aller Seelenruhe einen Vortrag über die Vorzüge der Dunklen Seite der Macht zu halten begann. Aber das war ganz gewiß nicht die Art, einen Jedi zu bekehren, die bei ihm Erfolg zeitigen würde.

„Nur die Schwachen geben sich den niederen Instinkten hin, die die Dunkle Seite der Macht nähren", hatte Obi-Wan erwidert. „Und Euch auf diese Seite der Macht zu begeben, war nicht Eure Entscheidung! Die Schwestern der Nacht haben sie für Euch getroffen. Ich war in Eurem Dorf…!"

„Schweig!", fuhr ihn Maul zornig an. „Ihr glaubt, Ihr kennt mich? Wer hat denn für Euch die Entscheidung getroffen, im Jedi-Tempel aufzuwachsen? Auch die Schwestern der Nacht? Werdet Ihr es je erfahren, Meister Jedi? Aber ich weiß, daß ich jahrelang dahinvegetiert habe, nur angetrieben durch meinen abgrundtiefen Haß auf Euch. Nur für diesen Moment!", hörte Obi-Wan Maul wütend hervorspeien.

Yoda hatte ihm einst gesagt, daß in jedem Haß, sei er auch noch so riesengroß, auch immer etwas Liebe mitschwingen würde. Genauso, wie in einer großen Liebe auch immer etwas Haß mitschwang. Das waren die Widersprüche, mit denen ein Jedi leben mußte. Wie oft hatte er sich schon mit Satine gestritten, leidenschaftliche erregt gestritten, so daß er einige Male dachte, die Herzogin würde ihn nun endgültig hassen – um stets eines Besseren belehrt zu werden. Sie hatte ihn einen Mann des Krieges genannt – um jetzt seine Hilfe zu suchen, gerade wegen seines vorgeblichen Militarismus.

„Ich wollte Euch niemals töten, Obi-Wan. Aber ich wollte, daß Ihr meinen Schmerz teilt", hörte er Maul weiterreden.

Schmerz teilen – was für zwei bittersüße Worte! Wie viel Mitgefühl diese Worte Mauls doch bargen! Das klang überhaupt nicht nach kalter gnadenloser Rache. Hatten Maul neue menschlichere Beine diesen wirklich im Gesamten menschlicher gemacht? Denn ganz im Gegensatz zu ihrer zweiten Begegnung auf Raydonia, wo Maul ihm seinen Tod angekündigt hatte, hatte er ihm jetzt gerade erklärt, ihn niemals töten gewollt zu haben. Maul – ein Gegner der Todesstrafe? Weil er, Obi-Wan, ihn auf Naboo ja auch nicht getötet, sondern nur zweigeteilt hatte? Hatte Meister Yoda recht? Liebte Maul ihn etwas? Liebte er Maul ein bisschen? War er deshalb so hinter ihm her gewesen die ganzen Monate, seit er wieder aufgetaucht war? War es sein Schicksal, Maul auf die Helle Seite der Macht zurückzuführen, wo er eigentlich hingehörte?

Und überhaupt – wieso hatte Maul damals in Theed auf Naboo gezögert, nachdem er hilflos im Schacht an diesem Warnlicht gehangen hatte? Da hatte Maul ihn so seltsam angeschaut, als ob er in ihm etwas suchen würde. Zugegeben – Maul hatte vorher sein, Obi-Wans, Lichtschwert in die Tiefe des Schachtes gekickt, ihn damit vollends wehrlos machend, während er seine rote Klinge genüßlich über den Durastahlrand des Schachtes sausen ließ, dabei fröhlich Funken versprühend. Er erinnerte sich genau daran, seinem deaktivierten Lichtschwert noch kurz hinterhergeschaut zu haben, wie es in die Tiefe sauste. Dann hatte er wieder Maul über sich angeschaut. Er glaubte auf einmal, schon damals ein Band zu dem schwarz-roten Zabrak verspürt zu haben, welches über eine normale Begegnung mit einem Gegner …

… Nein! Das war pure Einbildung – wegen der Ausnahmesituation, in der er sich jetzt befand – hilflos vor Maul kniend. Es war ein Déjà-vu. Was ihm jetzt durch den Kopf schoß, während seine Freundin Satine um ihr Leben röchelte, das war nicht der reale Maul. Das war der Maul, den er gern hätte – ein Freund? Ein Bruder? Aber sein wahrer Bruder, oder das, was dem am nächsten kam, war sein ehemaliger Padawan Anakin Skywalker, dem er schon bald den Verlust von dessen Twilight erklären würde müssen, sollte er das hier überleben. Anakin würde das verstehen. Das wußte er. Der reale Maul vor ihm jedoch hatte nur ein paar Minuten, bevor er ihn mithilfe der Macht in den Schacht des Energiegenerators von Theed befördert hatte, seinen geliebten Meister Qui-Gon Jinn getötet! Das durfte Obi-Wan nicht vergessen, bloß weil Maul jetzt humanoidere Beine hatte, weil er sich von Maul etwas wünschte. Er, der Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi durfte sich jetzt nicht von seinen Gefühlen leiten lassen!

„Und jetzt steht das Werkzeug meiner Rache an Euch direkt vor mir", deklamierte Maul.

Dann machte er mit seiner Linken eine wedelnde Handbewegung, welche die Herzogin zu ihm herumwirbeln ließ. Maul aktivierte sein Lichtschwert. Das mit dem altertümlichen Griff. Eine schwarze Klinge schoß daraus hervor. Jetzt sah Obi-Wan, wie Mauls wedelnde linke Hand die Herzogin zu sich hinschweben ließ – direkt in seine gezündete schwarze Klinge hinein, die ihr aus dem Rücken wieder austrat. Er hörte das harte Aufstöhnen Satines. Dann sah er, wie Maul die Klinge wieder deaktivierte, und sich mit einer federnden eleganten Bewegung wieder auf seinen Thron setzte, der eigentlich nicht der seine war, während die Herzogin am Boden lag.

Er eilte zu ihr.

„Mein lieber Obi-Wan", hörte er Satine sagen. „Ich habe dich immer geliebt. Ich werde dich immer lieben", vernahm er ihre letzten Worte, bevor sie für immer die Augen schloß.

Eine große, namenlose Trauer bemächtigte sich seiner. Immerhin hatte ihm Maul diese Augenblicke mit der Herzogin gelassen, bis sie gestorben war. Nein! Maul hatte ihm diese Augenblicke nur deshalb gewährt, weil er sich an seinem Schmerz weiden wollte! Das war seine Rache!

„Schafft ihn fort", hörte er nun Mauls kalte Stimme.

Dann packten ihn zwei schwerbewaffnete Mandalorianer, um ihn in die Zelle zu bringen, aus welcher er noch vor ein paar Stunden seine wahre Liebe Satine befreit hatte. Nur um sie jetzt sterben zu sehen. Und diesmal kam keine Ventress, um ihm zu helfen. Vielmehr war das Ganze bereits von Anfang an von Maul so geplant gewesen. Und er Dummkopf hatte das nicht bemerkt, sondern sich in Maul einen Bruder gewünscht! Was würde Yoda dazu sagen? Oder Kanzler Palpatine? Halt! Wieso war ihm plötzlich die Meinung von Kanzler Palpatine in dieser Frage derart wichtig?

Mutter Talzin war sehr zufrieden mit ihren beiden Söhnen. Savage und Maul berichteten ihr regelmäßig über Komlink, was ihnen widerfahren war. Und so wußte Talzin, daß die Beiden nicht nur ihre Stellung als Herrscher auf Mandalore behauptet hatten; nein - sie hatten auch souverän den Jedi Obi-Wan Kenobi in die Schranken gewiesen. Daß sich Sidious' Sohn überhaupt noch einmal gewagt hatte, den beiden Sith-Brüdern unter die Augen zu treten, nachdem er Maul zweigeteilt und Savage den linken Arm genommen hatte, war sowieso eine Frechheit. Aber jetzt, nach dieser Demütigung würde dieser penetrante Jedi nie wieder Maul oder Savage belästigen.

Zumal der Grund für sein plötzliches Auftauchen in der glaskuppelüberwölbten mandalorianischen Hauptstadt Sundari nun tot war. Sidious mußte für seinen Sohn wohl keinerlei Vater- oder sonstigen wohlwollenden Gefühle hegen, wenn er ihn derart ohne Jedi- oder Klontruppenunterstützung in Mauls Reich hatte ziehen lassen. Und so konnte ihr Lieblingssohn erneut beweisen, daß er dem Anderen klar überlegen war.

Ihr einziges Sorgenkind war derzeit Asajj Ventress. Die außer Talzin einzig verbliebene Nachtschwester kümmerte sich nicht um das Erbe Dathomirs, sondern arbeitete lieber als freischaffende Kopfgeldjägerin. Nicht genug damit, daß sie damals Savage in Dookus Gegenwart verraten und verhöhnt hatte, anstatt mit Savage gemeinsam diesen verräterischen Sith-Lord zur Strecke zu bringen und ihre lang ersehnte Rache zu erhalten. Nein, sie hatte sich auch noch später auf Raydonia über Maul und dessen versehrte Gestalt lustig gemacht – und dies unterhalb der Gürtellinie, wie ihr Savage empört berichtet hatte. Und dann war sie mit Sidious' Sohn in der Rettungskapsel abgehauen, nachdem sie ihm noch großzügig eine ihrer beiden Klingen zum Kampf überlassen hatte, bis Kenobi sein blaues Lichtschwert wieder von Maul zurückerlangt hatte! Sidious' Jedi-Sohn mit einem roten Lichtschwert!

Talzin wagte kaum daran zu denken, was geschehen wäre, hätte sie an Savages Statt Ventress mit dem magischen, mit Mauls Blut getränkten Anhänger auf die Mission entsandt, Maul zu finden und zu ihr zu bringen. Wahrscheinlich hätte Ventress ihren Lieblingssohn mit ihrem ungebührlichen Verhalten vollends in den Wahnsinn getrieben und Maul wäre für immer verloren gewesen.


Note der Autorin: Dieses Kapitel enthält ganz viele Begebenheiten und Zitate aus den Staffeln 4 und 5 von „The Clone Wars, von „Rache" bis „Immer zu Zweit sie sind"