„Computerlogbuch
der Interceptor, Erster Offizier Commander T'Pel, Sternzeit
41345.17.
Dieser Eintrag dient als offizielle Bestätigung, daß
die USS Interceptor und ihr Geleitschiff, die ESS Serenity, heute, am
6. Mai im Jahre 2364 um Punkt 0800 Erdstandardzeit, zur genauen
Sternzeit 41345.17304189422, in Dienst gestellt wurden.
Der
planmäßige Stapellauf beider Schiffe in 103,74 Stunden wurde
vorverlegt, da die Interceptor als einziges Schiff in Reichweite
genügend abgeschirmt ist, um im Comadin-Nebel operieren zu
können.
Die diplomatische Mission, die den Einflug in das
astrophysikalisch instabile Gebiet erfordert, sollte ursprünglich
von einem bereits erprobten Schiff der Galaxy-Klasse durchgeführt
werden.
Unser Schwesterschiff, die USS Yamato, wurde aufgehalten und wird daher erst in 58,4 Stunden im Sol-System eintreffen. Somit wird die Yamato nicht mehr rechtzeitig eintreffen, um den Vertreter der Föderation, Botschafter Soval, pünktlich zum Planeten Kalinor im Comadin-Nebel bringen zu können.
Wir
erhielten heute morgen, um 0600, von Admiral Foster,
Sternenflottenoberkommando,
den Befehl zum sofortigen
Stapellauf.
Letzte Arbeiten, die in den Utopia Planetia Fleet
Yards nicht mehr fertiggestellt werden konnten, werden nun während
des Fluges vollendet.
Um die volle Besatzungsstärke von 1018,
inklusive 63 Zivilisten, zu erreichen fehlen uns zum jetzigen
Zeitpunkt noch der Captain und der Leitende Flugkontrolloffizier.
Sie haben gemeinsam mit Admiral Foster und Botschafter Soval
an Bord eines leichten Kreuzers der planetaren Verteidigung, der USS
Sparrow, die Erde verlassen.
Wir werden uns um 0840 mit der
Sparrow treffen, die nachdem sie uns voraussichtlich 28,5 Minuten
begleitet haben wird, mit Admiral Foster an Bord zur Erde
zurückkehren soll.
Mit dem Ende dieser Aufzeichnung beginnt der
offizielle Stapellauf der USS Interceptor."
Der
Fähnrich auf dem Pilotensitz sah den Ersten Offizier und damit
derzeitigen Captain unsicher an. T'Pel warf einen Blick zu ihrer
Linken, wo Chefingenieurin DeMarco mit verträumten Augen auf den
Schirm blickte.
„Lieutenant DeMarco?"
„Ja? Hier."
„Würden Sie bitte das Steuer übernehmen?"
Zoe DeMarco
strahlte bis über beide Ohren und stand auf, um sich auf den Platz
des Flugkontrolloffiziers zu setzten.
Der diensthabende Fähnrich
machte ihr erleichtert Platz.
Die Vulkanierin betätigte einen
Schalter in der Armlehne jenes Stuhls,
auf dem in diesem
denkwürdigen Moment jemand anders hätte sitzen sollen.
Das
Signal „Kommandant von Brücke" ertönte im ganzen
Schiff.
„Brücke an alle Decks. Fertig machen zum Verlassen des
Raumdocks."
Ein Moment der Stille verging, dann meldete
Lieutenant May, die sich an ihrer Kommunikationskonsole hervorragend
eingelebt hatte:
„Alle Decks klar zum Verlassen des
Raumdocks."
„Lieutenant DeMarco, Manöverdüsen und
Impulstriebwerke auf Standby.
Lieutenant May, eine Verbindung zum
Kontrollzentrum des Raumdocks."
„Verbindung zum
Kontrollzentrum."
„Auf den Hauptschirm."
Auf dem Schirm
erschien Captain Decker.
„Kontrollzentrum Raumdock 2. Was kann
ich für Sie tun?"
„Hier ist die USS Interceptor. Erbitten
Starterlaubnis."
„Starterlaubnis erteilt. Beginnen Sie mit der
Abkopplungssequenz."
Die Spannung, die in der Luft lag, hatte
etwas feierliches.
„Lieutenant, Luftschleusen versiegeln. Alle
Andockklammern zu den Schleusen entriegeln. Verankerungen und
Haltevorrichtungen lösen. Diese Position halten und auf Ende der
Abkopplungssequenz warten."
„Schleusen versiegelt,
Andockklammern gelöst." antwortete Lieutenant DeMarco.
In
Kairis Stimme lag unbeschreiblich viel Stolz, als sie meldete:
„Das
Raumdock meldet: Abkopplungssequenz komplett."
T'Pel erhob sich
schließlich und schritt mit den Händen hinter dem Rücken
verschränkt in auf den Hauptschirm zu.
„Aktivieren Sie die
Positionslichter und richten Sie alle Antennen und Lichtstrahler nach
vorne aus. Manöverdüsen achtern."
Lieutenant DeMarco saß mit
feierlichem Blick kerzengerade vor den Armaturen.
„Alles klar,
wir können."
T'Pel zog eine fragend Braue hoch, gab dann aber
dem Befehl auf den alle warteten.
„Lieutenant DeMarco, ein
viertel Schub auf Manöverdüsen. Bringen Sie uns raus."
Langsam
begann sich das majestätische Schiff an den Andockpylonen der
Raumstation vorbei zu schieben. Unzählige winzige Lichter wurden auf
dem Schirm immer größer und verschwanden schließlich aus dem
Gesichtsfeld der Außenmonitore. Immer noch herrschte gespannte
Stille. Die meisten wagten kaum zu atmen.
Schließlich ließen sie
mit dem letzten blickenden Lichterkranz die Raumstation ganz hinter
sich.
Lieutenant May dreht sich zu T'Pel um.
„Ich hab noch
mal Captain Decker für Sie. Auf den Hauptschirm?"
T'Pel
nickte.
„Alles Gute. Ich wünsche Ihnen einen ruhigen
Jungfernflug."
„Danke, Captain. Ich betrachte dies jedoch bis
zum Eintreffen Captain Reynolds' als Testflug."
Der Hafenmeister
der Station lächelte wohlwollend.
„Gut, dann wünsche ich Ihnen
stets eine Hand breit Wasser unterm Kiel."
T'Pel drehte sich zu
Dr. Faraday um, der rechts neben dem Stuhl des Captains stand. Sie
tauschten einen raschen Blick miteinander. Dann sah sie wieder zum
Schirm und deutete eine leichte Verbeugung an.
„Ich danke Ihnen,
Interceptor Ende."
„Lieutenant, geben Sie die
Rendezvous-Koordinaten mit der USS Sparrow ein und erhöhen Sie die
Geschwindigkeit auf ¾ Impuls."
„Yep. Kurs liegt an. ¾
Impuls."
„Beschleunigen."
Faraday stellt sich zu den
beiden Frauen und klatschte in die Hände.
„So. Das hätten wir.
War das nicht ergreifend? Dann geh ich jetzt mal los und werf' mir
schon mal den Galafummel über."
Der leitende medizinische
Offizier salutierte andeutungsweise und marschierte von der Brücke.
